Die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazin 'Die Zeit' titelt in der Rubrik 'Zeitgeschehen'
"Jesus war ein Jude". Mit Bedenken folgte ich der Verlinkung zum Artikel.
Vorab: Ich bin wirklich nicht der Mensch der Glaube und Religion auf irgendeine Weise verurteilen würde und damit fange ich heute gar nicht erst an. Selbst bin ich keiner bestimmten Religion zugehörig, bezeichne meinen Glauben als Patchwork und bin damit bisher auch immer gut gefahren. Bei der Auswahl bestimmter moralischer Ideale lasse ich Interpretationen aussen vor und beziehe mich lediglich auf deren Wirksamkeit im realen Leben.
Der oder die Autor/in der Zeit versucht nun im oben benannten Artikel mittels bekannter und weit verbreiteter Vermutungen das Christentum auf den Inhalt vorzubereiten, der da nichts mehr oder weniger umfasst als die Aussage die bereits im Titel vorformuliert wurde. Im ersten Moment vielleicht nichts worüber man sich mokieren könnte. Aus meiner persönlichen Sicht jedoch empfinde ich es dann aber doch schon als Eklat.
Es ist m.E.n. nicht nötig oder gar überaus wichtig auf eine bestimmte kulturelle oder religiöse Herkunft eines Menschens hinzuweisen, denn am Ende spielt dies nur eine unwesentliche Rolle. Wichtiger ist es was dieser Mensch vollbracht hat oder vollbringt: "An seinen Taten werdet ihr ihn erkennen". Ich konvertiere nicht, groupigleich, zum jüdischen Glauben, weil der Mensch mit grossen Taten eben jene religiöse Herkunft hat. Ich werde nicht zum Buddhist, weil der Mann mit den Weisheiten Buddha hiess und ich werde mir auch nicht den Schuh "Christ" anziehen aus eben selbigem Grund. Diese Differenzierungen von religiösen Begrifflichkeiten, Herkunftsgesäusel, ist letztendlich völlig unwichtig, schafft maximal Differenzen unter den Gläubigen und somit ist eine Übereinkunft - ein Miteinander längerfristig gesehen - zum Scheitern verurteilt. Es bleibt ein stetes Gegeneinander. Durch eine ständig fehlgeleitete Wertschätzung.
Über die Taten Jesu hätte ich jedoch sehr gern gelesen. Ich hätte mich gern daran erinnern lassen, dass es Menschen gab und immer noch gibt die einen Menschen als Mensch sehen und nicht differenzieren zwischen Prostituierte, König oder Andersgläubigem.
Was ist er oder sie? Nicht jüdisch, nicht Christ, nicht Hindhu. Einfach nur Mensch!
Was das jetzt mit og. Text zu tun hat? Ganz einfach: Hätte die «Zeit» so gehandelt, müßten wir uns nicht schon wieder über das Geschwurbel über den jüdischen Revoluzzer und seinen imaginären freund ärgern.