Am Samstag finden in mehreren Städten große Anti-Atom-Demos statt. Über die Demo in Berlin informiert die Seite
Anti Atom Berlin:
Fukushima mahnt: Alle AKW abschalten!
Samstag, 26. März, Berlin
11 bis 12 Uhr Auftakt am Potsdamer Platz
12 Uhr Demonstrationsbeginn
14 Uhr Kundgebung in der Straße des 17.Juni
Im Aufruf heißt es:
Die schrecklichen Ereignisse in Japan machen uns fassungslos und betroffen. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima führt uns auf erschütternde Weise vor Augen: Es gibt keinen Schutz vor dem nuklearen Restrisiko – die Natur hält sich nicht an vorherige Berechnungen, Technik oder Menschen können auch in hochentwickelten Ländern versagen. Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima sagen wir deutlich: Wir können uns das Risiko einer nuklearen Katastrophe nicht länger leisten!
Auf der website lassen sich Demoroute und viele weitere Informationen rund um das Theam abrufen.
Auf der Seite
Anti-Atom-Demo finden sich auch Infos zu den Demos in Hamburg, Köln und München.
Und dann schauen wir mal, was die Baden-Württemberger wählen am Sonntag. Aber egal, wie die Wahl ausgeht, ob es einen grünen Ministerpräsidenten gibt oder nicht. Eines freut mich schon mal ganz besonders: einmal wenigstens können sie sich ihre Wahlkampfstrategien, Think Tanks, teuren Slogan-Schreiber, Takitken, Marketing und sonstigen Werbequatsch an die Backe nageln, unsere Parteipolitiker. Einmal vermasselt ihnen ein gewaltiges Naturereignis, mit seinen leider dramatischen Folgen, ihr Geschäft. Diesen einen Aspekt muss man doch mal deutlich herausheben dürfen, denn sowas erleben wir nicht alle Tage! Bei aller Trauer um die Toten in Japan, und bei allem Mitleid mit den sonstigen Leidtragenden bis hin zur erschütternden Frage, was die Japaner in Zukunft essen wollen. Oder vielleicht gerade deswegen.
Noch ein Wort zu den Grünen. Meinetwegen darf ihnen der japanische Super-Gau wahltechnisch zugute kommen, ich habe da meinen Abstand. Aber wenn man bei Jutta Ditfurth nachliest, wie sie in ihrem aktuellen Buch "Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: die Grünen" nochmal detailgenau nachvollzieht, wie sie den "Atomkonses" zwischen der Bundesregierung und den vier Energiekonzernen (RWE, E-ON, EnBW und Vattenfall) 2000 mitunterschrieben haben, dann könnte einem 24 Stunden am Stück übel sein!
Der "Atomkonses" ermöglichte die Verlängerung von Laufzeiten, und zwar weit über die ursprünglich geplanten 20 bis 25 Jahre hinaus, infolge dessen das weitere Anhäufen von Atommüll, und ebenso die Transporte von Atommüll von hier nach dort in die sogenannten Zwischenlager.
Allein die dezentralen "End"lager sind etwas, wonach die Energiekonzerne seit Jahrzehnten gierten und die selbst das bisherige (Pro-)Atomgesetz untersagte. Die Grünen, allen voran Fischer und Trittin, gaben damit eines der wenigen rechtlichen Faustpfänder aus der Hand, die es gegen das Atomprogramm überhaupt gab.
So schauts aus. Aber auch den Grünen raubt der japanische Super-Gau die zusehends kultivierte konservative Behaglichkeit: müssen sie jetzt doch wieder demonstrativ demonstrieren gehen. Zum "Schottern" waren sie sich kürzlich immerhin noch zu staatstragend.
Aber was hilft es, nachtragend zu sein. Jetzt stehen die Zeichen wieder auf Ausstieg, auch bei den Grünen. Wir Wähler sind einiges gewöhnt, auch zackige Kurswechsel. Und wer uns den Ausstieg politisch beschert, ist momentan zweitrangig. Hauptsache nachhaltig, oder?!! Sollen sie politischen Gewinn daraus ziehen, mir ist es recht. Dann wissen wir in Zukunft jedenfalls genau, wen wir uns stets als erstes vorknöpfen werden. Wir Blogger.
PS: Stellt euch vor, sogar mein Nerd, der sonst wie mit Patex an seinem PC festgeklebt scheint, will morgen demonstrieren gehen! Ist doch ein guter Sohn. Meiner eben ...
Trotzdem sehe ich da noch einen Unterschied. geht es um eine grundsätzliche Entscheidung, unabhängig von Versorgungssituatuin und technisch/physikalischen Umständen
oder um eine situationsbedingte Ablehnung, nachdem die Forschung und Entwicklung auf Eis liegt und der aktuelle Wissensstand längst auf unverantwortbares Vorgestern abgesunken ist
und natürlich unter Berücksichtigung der Tatsache, daß man in Deutschland nur über die deutsche Atomtechnik entscheiden kann?
mfg zdago