Die Auswirkungen der Folgen des katastrophalen Bebens und des im Anschluss darauf folgenden Tsunamis in Japan werden aktuell heiss diskutiert. In wie weit könnte die Weltwirtschaft darunter leiden, welche möglichen Konsequenzen hat dies auf das Finanzsystem. An anderen Stellen wird Gebetsmühlenartig die Todesrate auf den Bildschirm projeziert.
Über den Telepromter laufen immer die gleichen halbwertigen Informationen - seit nun mehr 15 Tagen.
Die weltweite Zuschauerquote stieg die ersten Tage, die Aktien fielen ins scheinbar bodenlose. Zahlen über Zahlen. Der Wert eines Menschens.. unschätzbar. Der Wert vieler Menschen.. ein Kostenfaktor. Für viele Japaner ist der Super-Gau längst Realität.
Es sind nicht die Reaktoren oder die Strahlungen von Fukushima die die Menschen in Japan quälen. Es ist der Verlust des sozialen Netzwerkes. Ob nun in der eigenen Familie, im Bekannten- und Freundschaftskreis und aber auch der direkte Verlust der Nachbarschaft. Man versuche sich das einmal für sich selbst auszumalen. Der vielleicht übliche Gang zum Nachbarn, wenn denn einmal zum kochen eine Zwiebel fehlt, wird nun zur real existierenden Überlebensangst. Zur gleichen Zeit irgendwo anders auf der Welt wird heiss debatiert und gefeilscht wie man die Menschen im eigenen Land bei der Stange und sich selbst im Politzirkus auf dem Drahtseil hält.
Während hierzulande alle einen auf Seiltänzer machen, wissen die Menschen in Japan nicht wie sie die nächste Woche überstehen sollen - allein; ohne ihre Väter, Mütter, Töchter und Söhne. Alles Spenden mag zwar irgendwo ein Strohalm sein, hilft den Betroffenen Japanern aber in ihrem emotionalen und sozialen Zustand in keinster Weise. DAS ist die heutige Systemwirtschaft. Mit Geld lässt sich vieles kaufen: Politik, Immobilien, Aktien, selbst Sex und dergleichen. Gegen Angst und Trauer jedoch gibt es kein finanzierbares Mittel. Zusammenhalt und Humanität sind unbezahlbar! DAS ist der Kern und der hat vor langer Zeit schon begonnen zu schmelzen.
(1) Die befürchtete Kernschmelze infolge unkontrollierbarer chemischer Abläufe im AKW-Block 3 in Fukushima ist gestern vormittag (250311) eingetreten
-> http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-in-japan/fukushima-rueckschlag-in-japan-reaktor-koennte-beschaedigt-sein_aid_612110.html
(2) Das bedeutet - mal abgesehn von GAU-Eintrittswahrscheinlichkeiten und Kettenreaktionen - dreierlei hierzulande:
ATOMKRAFT IST UNBEHERRSCHBAR
REBELLION IST BERECHTIGT
PROTESTE SIND DRINGLICH
Richard Albrecht
http://ricalb.files.wordpress.com/2011/03/cv1.pdf
Wie lange sollten denn die Brennstäbe ohne Kühlung "stillhalten"?
Und was sollte eine "Aussenkühlung" noch bewirken, nachdem schon in 3 AKWs eine Explosion stattgefunden hatte?
Der Gipfel war eine Szene (wohl aus dem Archiv), in der man angebliche Angestellte hemdsärmelig und ganz ohne Schutzkleidung(!) im wieder in Betrieb genommenen Kontrollraum bestaunen durfte.
Wo man Natur und Menschen nicht achtet noch respektiert, wo es nur noch um Profit, Rentabilität und "Verwertung" geht, da klopft man hohle Phrasen, lügt, betrügt und fürchtet den mündigen, informierten Bürger wie der Teufel das Weihwasser.
http://rotunke.wordpress.com/2011/03/25/die-eigentliche-super-gau/
Die nukleare Fissionstechnologie kann deshalb nicht mehr als genügend sicher für die zivile Energiegewinnung betrachtet werden. Sie wird im post peak oil Zeitalter wohl aufgrund ihres schlechten Energy Return on Investment (EROI), ohnehin nicht mehr sehr lange aufrecht erhalten werden können.
Die entscheidende Lehre die aus dieser schrecklichen und doch nicht ganz unerwarteten Katastrophe gezogen werden muß ist, dass die gewohnte hoch-konsumptive industrielle Zivilisation keine Zukunft mehr hat; sie wird sehr bald duch eine neue Lebenskultur abgelöst werden müssen, die Energie- und Ressourcen-effizienter lebt. Wir müssen zurückfinden zu einer ökologisch gering-invasiven Lebensweise.
Die Auswirkungen der Hubbertklippe und der EROI-Verschlechterung der noch verbliebenen fossilen Energieresserven, werden bereits mittelfristig eine dramatische Veränderung des allgemeinen Lebensstils erforderlich machen. Das Wegbrechen des gewohnten Überflusses an Energie und Konsum noch in diesem Jahrzehnt, wird mit Sicherheit bei vielen unter uns extreme Unzufriedenheit hervorrufen und die fragwürdigen Vorteile der Fissionstechnologie ein weiteres Mal erstrebenswert erscheinen lassen.
Es bleibt daher zu hoffen, dass die kalte und heiße Fusion tatsächlich die ersehnten ökologisch unbedenklichen Energieressourcen der Zukunft sein werden, um wenigstens einen gewissen Teil der gewohnten Zivilisation über die Hubbertklippe hinaus erhalten zu können. Allerdings wird dies selbst im besten Fall nicht die mineralischen, biologischen und ökologischen Probleme einer über alle sinnvollen Grenzen gewachsenen globalen Industriegesellschaft lösen können.
Die Menschheit ist viele Jahrzehnte lang den verhängnisvollen Weg des Überkonsums und exponentiellen Wachstums gegangen, für den wir und alle unsere Nachkommen von nun an einen hohen Preis zu zahlen haben.
Da Widerspreche ist. Sie ist für einen annehmbaren Preis nicht beherrschbar. Man kann ein Kraftwerk sicher bauen. Die Kosten dafür wären viel zu hoch. Den Müll kann man in den Weltraum schießen, auch das ist unbezahlbar. Aktuell ist sie nicht sicher beherrschbar sollte es lauten. Da man genug Alternativen besitzt, welche deutlich sicherer und sauberer sind, sollte man diese nutzen.
Die Kernkraft wird die Menschheit auch in Zukunft begleiten, aber sie wird in Richtung Kernfusion gehen: Offensichtlich haben zwei Physiker der Universität Bologna einen kleinen kalten Fusionsreaktor erfunden, der Nickelatome mit Wasserstoffatomen zu Kupferatomen fusioniert, siehe
http://pesn.com/2011/01/27/9501752_Italian_cold_fusion_saga_continues_with_new_papers_released/
Wenn diese Methode oder andere Methoden der kalten Fusion tatsächlich funktionieren sollten, wird über kurz oder lang praktisch jeder von uns zuhause einen Fusionsreaktor zur lokalen Stromproduktion stehen haben, weil damit
- Strompreise von 1 Cent pro Kilowattstunde möglich sind,
- die Investionskosten gering sind,
- keine milliardenschwere Infrastruktur benötigt wird
- keine Fortleitungsverluste zu befürchten sind
- keine hochgiftigen Spaltprodukte anfallen
Ich beschäftige mich schon einige Jahre sehr intensiv mit den ressourcelichen Grundlagen der industriellen Zivilisation und bin mir deshalb sehr bewußt, dass die Menschheit nicht einfach in das Leben von vorgestern zurückfallen kann, ohne dabei mehr als 90 Prozent des menschlichen Lebens auf der Erde im Eiltempo zu vernichten.
Sehen Sie sich die Ressourcen-Assessments der für den Bundestag berichtenden Energy Watch Group an ( www.energywatchgroup.org/ ). Die fossilen Energieträger werden nun sehr bald und sehr schnell zur Neige gehen. Wir benötigen deshalb zwei positive Entwicklungen: einmal eine neue zivilisatorische Kultur mit weniger Konsum und zum anderen eine wirklich saubere Form von Energieerzeugung, die uns zu 100 Prozent die fossilen Energieträger ersetzen kann.
Man könnte die Raketen dementsprechend sichern. Es ging mir nur darum, dass es im Prinzip möglich wäre diese Technologie + Endlagerung sicher durchzuführen. Allerdings sind die ökonomischen Kosten gewaltig. Somit würde es kein vernünftiger Mensch machen.
Die Alternative zum Energieproblem heißt, Wind Sonne, Wellen, Gezeiten, Geothermie, Null- oder Plusenergiehäuser, Energieeffizienssteigerung, Energyharvesting.
In einigen Jahren wird es kommerziell möglich sein eine Solarzelle in ein durchsichtiges Fenster einzubauen. Nutzt man die Gesamtfläche der Fenster in Deutschland käme schon etwas zusammen. Man muss sich eben von den Großkraftwerken verabschieden. Technologisch ist dies alles kein Problem. Vor allem das Sparen nicht. Wenn man den StandBy Betrieb in neuer Technik verbieten würde bräuchte man 1-3 Großkraftwerke weniger.
(1) „Es wird zur traurigen Gewissheit, was Experten schon seit Tagen vermutet hatten. Die Kernschmelze hat in allen drei Reaktoren des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 eingesetzt. Das bestätigte die japanische Atomaufsicht heute. Vermutlich stamme das Plutonium, das man im Umfeld des Kraftwerks gefunden habe aus Reaktor 3. Dort wurden sogenannte MOX-Brennstäbe eingesetzt, die die Energieeffizienz des AKWs erhöhen sollen und das hoch-toxische Plutonium enthalten.“ (http://www.naanoo.com/live/atomkraftwerk-japan-akw-fukushima-live-6-gninews)
Das war schon letzten freitagvormittag absehbar, vgl. Posting No. 1 # oben, vulgo: wer sachlich nix weiß und nix lernen will soll DIE SCHNAUZE HALTEN ...
(2) Bertolt Brecht abhandelte im Galilei-Stück (1937/1955) die allgemeine Verantwortungsproblematik von (Natur-) Forschern und Heinar Kipphardt im OPPENHEIMER-Stück später die von (Atom-) Physikern. Brecht wollte mit diesem m.E. allgemeingültigen Satz die Lüge bannen und Lügner aus dem Haus jagen:
"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!" (Bertolt Brecht, Leben des Galilei: Berliner Letztfassung 1955)
Das war´s denn mal und nicht nur für heute ...
Dr. Richard Albrecht/290311
http://denken-lernen.net