Sonntag der 27. März 2011, eine enorme Rauschleistung die die kommenden Tage seitens der CDU und der FDP analysiert werden muss:
39% (CDU) und 5,3% (FDP). Das war eine Volksabstimmung! Und die Mappschieds-Brüderle(in-Trink)feier folgt zugleich. Alternativlos!
Ein Erdbeben, ein Tsunami - nein, die Wahlergebnisse in den 2 Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind der CDU und FDP persönlicher Super-Gau. Die Quittung für Stuttgart21, für Atompolitik, nicht eingehaltener Steuersenkungsversprechungen, für das stetige Auf und Ab, Vor und Zurück. Kurz: Inkompetenz und rekognitives Geschwafel ohne sichtbare Folgen, sowie prepubertäre "Ich will das aber so und morgen will ich das aber so"-mit den Füssen stampfende Wechselbälger sind regierungsunfähig. Quittung folgt auf dem Fuss.
Wir brauchen nicht diskutieren, ob die GRÜNEN ihren Job besser als die anderen machen - gezeigt haben sie in der Vergangenheit das gleiche ver- und käufliche Muster wie die Grossen. Cest la vi. Wenn sie es jetzt aber richtig anstellen, dann sollte es für CDU und FDP dauerhaft schwer werden. Ein Sarkopharg für jene wäre eine durchaus sinnvolle Massnahme: Drüberstülpen, nichts hören - nichts sehen. So stell ich mir die bundesweit strahlend und rauschende Zukunft vor :-)
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sind die Zahlen so dargestellt wie sie tatsächlich sind:
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wählten...
... 33,8 Prozent aller Wahlberechtigten gar nicht.
... 25,5 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU/CSU.
... 15,8 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 15,1 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 3,4 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 1,8 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
Der mobilisierte Aufbruch installierte eine grün-rote Koalition, die einen Rückhalt von 30,9 Prozent in der wahlberechtigten Bevölkerung zeitigt. Das Heer der Nichtwähler war demnach größer.
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wählten...
... 38,2 Prozent aller Wahlberechtigten gar nicht.
... 21,6 Prozent aller Wahlberechtigten die SPD.
... 21,3 Prozent aller Wahlberechtigten die CDU.
... 9,3 Prozent aller Wahlberechtigten die Grünen.
... 2,6 Prozent aller Wahlberechtigten die FDP.
... 1,8 Prozent aller Wahlberechtigten die Linke.
Die rot-grüne Koalition schlägt sich mit 30,9 Prozent aller wahlberechtigten Stimmen nieder. Die satten Mehrheitsverhältnisse im rheinland-pfälzischen Parlament wurden von nicht einmal einem Drittel der Wahlberechtigten ins Amt gehoben.
(1) So ist es: Was Herr Habermas (1973) abstrakt „Legitimationsprobleme des Spätkapitalismus“ nannte, was ich mit dem Leitkonzept „doppeltes demokratisches Defizit“ (1992) als „Repräsentationsdefizit“ beschrieb[1] und 2009/10 als „Mehrheitslegende“ empirisch nachwies - zeigt/e sich bei beiden LT-Wahlen 27. März 2011 wieder prototypisch:
1.1. Rückbezogen auf die Grundgesamtheit (= N: 7.622.944 Menschen) aller amtlich ermittelten Wahlberechtigten erhielt „grünrot“ in BW 30.9 Prozent als parlamentarische Legitimationsbasis[2];
1.2. analog für RLP berechnet ist dort (= N: 3.088.444 Menschen) der "rotgrün" -Anteil 31.2 Prozent[3].
(2) Was dies bedeuten kann habe ich hier und andernorts und zuletzt im zweiten Text des dh-„Grundkurs[es] Soziologie“[4] empirisch als „Mehrheitslegende“ analysiert und behutsam unter Einvernahme von Nichtwählen als „sinnhaftem“ sozialem Handeln zu deuten versucht[5].
[1] http://ricalb.files.wordpress.com/2009/07/politische-soziologie.pdf
[2] http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Landtagswahl_2011/Land.asp
[3] http://www.wahlen.rlp.de/ltw/wahlen/2011/index.html
[4] http://www.duckhome.de/tb/plugin/tag/grundkurs+soziologie
[5] http://duckhome.de/tb/archives/8595-MEHRHEITSLEGENDEN.html [dort weitere Literaturnachweise & Netlinks]
Richard Albrecht, 280311
http://denken-lernen.net