Die aktuelle arbeitsmarktpolitische Entwicklung in Europa treibt die seltsamsten Bundesgenossen zusammen. Das Duckhome einmal einen ganzen positicen Beitrag einer im wesentlichen wallonischen, christlichen Gewerkschaft widmen würde, ist sicherlich ein Novum. Aber die belgische
Gewerkschaft CSC hat mit "
Help Heinrich" eine Kampagne gestartet, die einfach europaweite Aufmerksamkeit verdient.
Natürlich beschränken die Belgier sich nicht darauf dem deutschen Heinrich helfen zu wollen, sie wollen ebenfalls Hélène, Henry, Heidi und Hugo helfen und haben deshalb
10 deutliche Forderungen an Europa, die Poltik in den europäischen Staaten und die europäische Wirtschaft aufgestellt:
1. Der Beibehalt des Index für Arbeitnehmer, Beamte und Sozialleistungsempfänger.Europa, Finger weg vom Index! Packt die Probleme an der Wurzel: die überhöhten Preise lebenswichtiger Güter wie Strom, Gas, Lebensmittel ...
2. Es bedarf einer Spanne für Lohnverhandlungen in den Sektoren und Unternehmen.Europa, Finger weg von der Verhandlungsfreiheit! Die Arbeitnehmer haben Anrecht auf ihren Anteil an Wachstum und Gewinn.
3. Kampf gegen die Armut der Arbeitnehmer.Europa, sorgt in jedem Land, in jedem Sektor und für jedes Alter für einen menschenwürdigen Mindestlohn. Hört auf mit eurer Kritik, dass der derzeitige Mindestlohn zu hoch ist!
4. Menschenwürdige Entschädigungen für Langzeitarbeitslose.Europa soll die Arbeitslosigkeit bekämpfen, nicht die Arbeitslosen. Stoppt die Versuche zur Verringerung oder Begrenzung der Entschädigungen!
5. Förderung der Arbeitsplatzsicherheit. Europa muss flexible Verträge sicherer machen, anstatt unbefristete Verträge durch den Abbau des Kündigungsschutzes zu schwächen!
6. Frühzeitig die Pension genießen.Es kommt nicht in Frage, dass Europa es wagt, das Pensionsalter anzuheben! Die Priorität soll die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zwischen 18 und 64 sein, besonders für junge Menschen.
7. Menschliche Regelungen für das Ende der Berufslaufbahn.Europa, Finger weg von den Frühpensionsregelungen! Überzeugt lieber die Arbeitgeber, ältere Arbeitnehmer nicht zu entlassen bzw. einzustellen. Europa soll älteren Arbeitnehmern helfen, ihren Arbeitsplatz zu behalten oder zu einem anderen zu finden.
8. Menschenwürdige Pensionen.Europa, die belgischen Renten sind nicht ausreichend! Treibt die Rentner nicht in die Armut durch eine Anpassung der Renten an die Lebenserwartung.
9. Sozial sanieren.Europa sollte nicht unter dem Vorwand der Haushaltskonsolidierung Einschnitte in der Sozialen Sicherheit und den Öffentlichen Dienstleistungen vornehmen. Es sollte auch auf Seite der Einnahmen gesucht werden. Wie wäre es mit höheren Steuern auf Vermögen und Kapitalerträge-und Vermögenseinkommen, einschließlich einer Steuer auf Finanztransaktionen? Und indem man die Einnahmenverluste wegen Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug beendet?
10. Die Finanzmärkte an die Leine.Europa, stoppt mit eurer Obsession den Arbeitsmarkt zu reformieren und beginnt damit, die Finanzmärkte zu reformieren!
All diese Forderungen kann wohl jeder normal denkende Mensch problemlos unterschreiben. Witzigerweise hat aber keine deutsche Gewerkschaft diese Idee aufgegriffen, aber das liegt wohl eher daran, dass die deutschen Gewerkschaften ja nicht die Interessen der Arbeitnehmer sondern die Interessen des Kapitals vertreten, mit dem sie sich längst in einem bequemen Kuschelbett niedergelassen haben und von dem sie sich auch gerne mal mit Aufsichtsratsmandaten und Bordellbesuchen bezahlen lassen.
Das von CDU, CSU und FDP, dem parteipolitischen Arm des Kapitals in dieser Hinsicht nichts zu erwarten ist, war klar. Die sind nur dafür da die Reichen noch reicher zu machen und dies stets zu Lasten der Ärmsten. Die Grünen interessieren sich nicht für Arbeit und Löhne und sind bereits auf dem schnellen Weg ins Lager des Kapitals. Die SPD hat alles verraten wofür sie einstmals stand. Schröder, Clement, Steinbrück und Steinmeier sind schlimmere Wirtschaftsfaschisten als die meisten Mitglieder der CDU.
Die LINKE ist immer noch die einzige Partei, aus der heraus es manchmal zu ähnlichen Forderungen kommt, die aber dann von den eher rechten Vorständen sogleich wieder niedergebügelt werden. Die deutschen Bürger haben zwar die Wahl, aber nichts zu wählen. Trotzdem die Bitte, morgen in Bremen und Bremerhaven die LINKE als das immer noch kleinste Übel zu wählen.
Für Deutschland aber hilft nur ein Aufstand, eine Revolution. Wer Mindestlohn will muss einen Generalstreik ausrufen, denn nur wenn das Kapital bedroht wird, ändert sich etwas in diesem Land. Die Belgier haben übrigens eines verstanden, was sich gegen die Arbeitnehmer irgendwo in der EU wendet, wendet sich gegen alle Arbeitnehmer.
Die Griechen und Portugiesen sollen jetzt auf ein Renteniveau von 69 gezwungen werden, damit man dann all die anderen EU-Bürger auch zwingen kann. Wer sich jetzt nicht wehrt, hat morgen keine Chance mehr dazu.
allerdings sollten sie lieber fordern - tretet heinrich in den arsch. solange der deutsche arbeitnehmer mit blödsinnigen sprüchen wie besser schlech (bezahlt) e als keine arbeit durch die lande zieht und mit seinem kargen lohn die dgb funktionäre mästet, stellt er die speerspitze im kampf gegen die arbeitnehmer europas dar.
1. Auf die Gefahr hin, mich als KK unbeliebt zu machen - bringt das Belgoplakat z w e i Bruttostundenlöhne, 1.1. oben groß 4.18 € und 1.2. unten klein 4.81, was 1.2. meint: Nach meiner Rechenmethode Basis 39 Wochenarbeitsstunden rauskämen 1.2.1. etwa 700 € netto mtl. und 1.2.2. etwa 807 € (ohne evtl. Überstunden/anteiliges Urlaubsgeld)
2. wo jetzt die aktuellen "Aufstocker"-Grenzen/Sätze liegen, weiß ich nicht - richtig ist, daß von 700 € brutto mtl. äußerst schwerst zu leben ist und auch 807 ausreichen kaum
3. die "Aufstockerei" ist wenn ich das recht versteh´ (nach dem "Wohngeld"-Muster für Vermieter, den freilich Mieter beantragen müssen) nur´n staatspolitisch vermittelter Transfer als Unternehmens/Betriebszuschuß und hat weder mit "Markt" noch mit "Gewerkschaftens" was zu tun
4. "gesetzlich garantierter Mindestlohn" - wo immer nötig und möglich - ausdrückt keine Stärke, sondern eine Schwäche von "Gewerkschaftens"
5. denkbar ist auch eine ganzdeutsche "Linkspartei ohne Linke" (wie ich das hier nannte
[-> http://www.duckhome.de/tb/archives/9155-DOPPELTE-DIALEKTIK.html]) und manches deutet drauf hin, daß dieser Trend robust ist und sich via "rotrot" nach dem Berliner Muster durchsetzen kann
6. Was mich ad pers. betrifft - so wähle ich wo und wann immer auch im letzten Lebensviertel immer noch kein "kleineres Übel"
Richard Albrecht/220511
http://gegen-den-strom.org
@Jochen glaubst du wirklich das diese Korrupten Nasen überhaupt noch wissen wen sie da belasten sollten?
Wir brauchen grundsätzliche Systemveränderungen und ich glaube nicht das sowas in dem jetzigen Europa realisierbar ist. Die Banken gehören entmachtet, das Zinssystem abgeschafft und die Verantwortlichen nach Guantanamo. Dann können wir vielleicht über eine "new World" sprechen, aber das ist ne Grössenordnung die "Wir" da bekämpfen müssten vor der ist mir persönlich Angst und Bange.
Die Linken, schön und gut, aber meinst du die haben alle genug Rückrat und bleiben Menschfreunde trotz einen saftigen Bisses in den Apfel!?