Tafeln und Suppenküchen haben nicht nur die Funktion, den Staat der Verpflichtung zu entheben, durch bedarfsdeckende Grundsicherungsleistungen die Ernährung aller Bedürftigen sicherzustellen. Sie sind mittlerweile auch fester Bestandteil der Logistikkette vieler Lebensmittelhändler. Denn wer am kommenden Tag nicht mehr verkäufliche Lebensmittel von ehrenamtlichen Helfern der Tafeln abholen läßt, spart sich nicht nur Arbeit, sondern auch Entsorgungskosten. Zudem läßt sich diese Form der Resteverwertung auch hervorragend als „soziales Engagement“ vermarkten.
Als wahre Glücksfälle für die Armenversorgung erweisen sich natürlich Lebensmittelskandale. Dank einer besonders aggressiven Variante des EHEC-Erreger ist vielen deutschen Normalkonsumenten schlagartig die Lust auf frisches Gemüse im allgemeinen und Salatgurken im besonderen vergangen. Spanische Ware ist derzeit praktisch unverkäuflich. Und so können sich die Tafeln in mehreren Bundesländern kaum noch vor entsprechenden Angeboten retten. In Potsdam seien die Essensabholer bereits angewiesen worden, „nicht zu viele“ spanische Gurken anzunehmen, hieß es am Freitag.
Da werden offensichtlich von kleingeistigen Bedenkenträgern große Chancen vertan. Wer, wenn nicht auf Lebensmittelspenden angewiesene Menschen, eignet sich optimal zu einem großangelegten Feldversuch über die Ausbreitung des Erregers. Durch die bundesweite Streuung der Testesser ließen sich die befallenen Chargen viel schneller identifizieren. Zudem sind mögliche Erkrankungen von Erwerbslosen und armen Rentnern volkswirtschaftlich wesentlich besser zu verkraften, als Ausfälle von Lohnabhängigen. Statt die Empfänger wie derzeit mit speziellen Unterweisungen zum gründlichen Waschen von Obst zu nerven, sollte daher bei allen Tafeln und Suppenküchen der unbeschwerte Gurkenkonsum propagiert werden.
(Vorweg-Abruck aus "Junge Welt" v. 28.5.11)
Wer hätte denn dann die Beerdigungskosten übernommen?Das wäre ja dann nur noch eine einmal Zahlung geworden.
Natürlich sowas trau ich unserer Regierung nicht zu,die hat ja schon viel auf dem Kerbholz aber so was nicht.
Mit der Bauweise des SPANISCHEN REITERS habe ich mich auch schon auseinandergesetzt, für später.
Guido und Kohorten sollten über eine Konsumpflicht von Grünen Gurken nachdenken.
Mit spätrömisch-dekadenten die SPD, CDU, FDP,verachtenden Kleingarten Grüßen.
Hier mal etwas von jemandem, dem man kräftig ins Hirn geschissen hat:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/die-grosse-angst-vor-einem-darmbakterium-ist-es-eine-kulturelle-bereicherung-.html
("Unser Täglich Gift" Wenn die Lebensmittelindustrie unser Essen vergiftet
Ein Film von Marie-Monique Robin)
EHEC ist da im Vergleich doch nur ein harmloser Medienwitz!
Da fällt mir doch eine alte Weisheit ein: "Mit den Fürsten (Politikern) und Pfaffen ist es wie mit den Darmbakterien, man benötigt ein paar zum Leben - wenn es zu viele werden verreckt der Organismus daran.
Gruß aus Baden.