Dazu hat Gert Flegelskamp einen wichtigen Beitrag verfasst.
Am 31.05.2011 wird auf ARTE ein Bericht zum Thema Rente mit dem Titel "Alt und arm?" erscheinen. Nun ist ARTE ja als kritischer Sender bekannt. Ich habe mir den Text der Vorankündigung durchgelesen und wenn das, was dort zu lesen ist, in dieser Form filmisch dargestellt wird, dann wird dieser Bericht nicht wirklich kritisch sein, sondern wie die meisten filmischen Sendungen zum Thema Rente eher der Desinformation denn der Aufklärung dienen.
ARTE schreibt hier:
Und nach der Finanzkrise der letzten Jahre wird sich - so die Einschätzung von Finanzanalysten - die Altersarmut weiter verschärfen - vor allem in Großbritannien, weil dort traditionell viele Rentenversicherungen auf Aktienfonds basieren.
Die staatlichen Renten in Deutschland und Frankreich werden von der Finanzkrise, so die Prognosen, weniger stark betroffen sein, weil die Rentenkassen per Gesetz zu konservativen Anlagestrategien gezwungen sind.
Hier wird etwas suggeriert, was definitiv für Deutschland nicht stimmt. Was es ist, habe ich in einer Mail an ARTE formuliert.
Hier die Mail von Gert Flegelskamp an ARTE:
Ich habe Ihre Vorankündigung eines Berichts am 31.05. 2011 gelesen (Alt und arm?) und lese da etwas von Anlagestrategien für Rentensysteme. So wie der Text es suggeriert, ist es sachlich unrichtig, zumindest was das deutsche Rentensystem der gesetzlichen Rentenversicherung Bund (GRV) betrifft. In diesem System existiert keine Rentenkasse, außer einer kleinen Mindestreserve, die allenfalls für 1 oder 2 Monatszahlungen ausreicht.
Das deutsche Rentensystem der GRV ist ein reines Umlagesystem. Die Beitragszahlungen der Arbeitnehmer werden unmittelbar für die Rentenzahlungen an die Rentner verwendet. Es ist das beste und sicherste Rentensystem, eben weil es nicht in die nicht mehr überschaubaren Finanzkanäle der Rentenfonds privater Rentenversicherungen fließt.
Befassen wir uns zunächst mit den Einnahmen und Ausgaben der GRV
Quelle Deutsche Rentenversicherung
Hier weiterlesen auf der Seite von Gert Flegelskamp
Wir können gerade zuschauen, wie uns das ganze System erfolgreich um die Ohren fliegt :-(
Mit Erfindungsreichtum werden Jahr für Jahr neue Lügen zur Vertuschung der Veruntreuung der Beitragsgelder aufgetischt.
Eine Person tat sich besonders mit der Berechnung einiger rentenmindernden Faktoren hervor. Seine penetrant vorgetragene Lüge vom demographischen Wandel bekam kürzlich entsetzliche Auswüchse:
Raffelhüschen sprach auf der Vertreterversammlung der Volksbank e.G. Jever über Sozialversicherungssysteme. Das Jeversche Wochenblatt berichtete am 25.05.2011:
Die Bevölkerungspyramide, die sich zur instablen Pilzstruktur formt und schließlich zur Urne, Hundertjährige, die einfach nicht sterben wollen und "demographische Zombies", die später mal von der Schwiegertochter gepflegt werden wollen, ohne dass sie je einen Sohn gezeugt und großgezogen hätten.
In diesem Stil sprach er gut eine Stunde, ohne vom Vorstand rausgeschmissen zu werden. Zum Abschluss stellte Raffelhüschen seinem Publikum die Frage: "Wie fühlt man sich, wenn man kein Problem hat, sondern das Problem ist?"
Anmerkung zum gesamten Zeitungsbericht von WL auf http://www.nachdenkseiten.de/?p=9555#h15 :
„Demografische Zombies“, also zum Leben erweckte Tote oder Totengeister, das sind für Raffelhüschen alte Menschen. Solche inhumanen Sprüche lässt also der als Versicherungslobbyist herumreisende Finanzwissenschaftler dann z.B. auf Volksbank-Vertreter-Versammlungen los und das vermutlich mit vier- bis fünfstelligen Honorarsummen. Das ist nicht nur Hetze gegen die Alten, das ist jedenfalls wissenschaftlich die unterste Schublade.
Auf dieses Denkniveau lässt sich also etwa auch die neueste Studie von Raffelhüschen dann in die Alltagssprache übersetzen. Endlich spricht er selbst aus, was wir ihm auf „wissenschaftlicher“ Ebene schon längst nachgewiesen haben, Raffelhüschen ist nicht mehr und nicht weniger als ein selbstgefälliger, profitgeiler Zyniker, der seinen Zynismus „ wissenschaftlich“ verbrämt und dann, wenn er unter den Seinen ist, die Sau rauslässt.
Die Botschaft dieser Sendung ist auf Augenhöhe mit der ruinösen Rentenpolitik.
Arte beteiligt sich ziemlich durchsichtig an der Zerschlagung der Sozialsysteme zu Gunsten der privaten Versicherungswirtschaft, besonders in der Gestalt des Herrn Riester.
Mit Angst und Schrecken will auch Arte die jungen Menschen in privaten Altersabsicherungen pressen. Die so genannten "Riester-Prämien" sind reine Lockmittel. So werden neue Versicherungskunden angefüttert. In erster Linie sind sie zusätzliche Gewinne/Subventionen für die privaten Versicherungen. Im Falle der Grundsicherung freuen sich besonders die Sozialämter der Städte und Gemeinden, weil sie diese Prämien und auch das selbst gesparte Geld von den Grundsicherungsrenten abziehen können. Das kam natürlich in dem Bericht nicht zur Sprache. Warum wohl?
Arte macht sich zum Handlanger der Versicherungslobby und der Sozialpolitik.
Leute, wacht endlich auf! Die wollen nur unser Bestes, unser Geld und unsere Arbeitskraft möglichst zum Nulltarif.
Das nennt man wohl "Den indirekten Weg in die Versklavung" - und Arte macht mit.