Ein politikhistorisches Zitat
von
Friedrich Engels (1820-1895)
„Worin bestand die charakteristische Eigenschaft des bisherigen Staats? Die Gesellschaft hatte zur Besorgung ihrer gemeinsamen Interessen, ursprünglich durch einfache Arbeitsteilung, sich eigne Organe geschaffen. Aber diese Organe, deren Spitze die Staatsgewalt, hatten sich mit der Zeit, im Dienst ihrer eignen Sonderinteressen, aus Dienern der Gesellschaft zu Herren über dieselbe verwandelt. Wie dies z.B. nicht bloß in der erblichen Monarchie, sondern ebensogut in der demokratischen Republik zu sehn ist.
Nirgends bilden die „Politiker“ eine abgesondertere und mächtigere Abteilung der Nation als grade in Nordamerika. Hier wird jede der beiden großen Parteien, denen die Herrschaft abwechselnd zufällt, selbst wieder regiert von Leuten, die aus der Politik ein Geschäft machen, die auf Sitze in den gesetzgebenden Versammlungen des Bundes wie der Einzelstaaten spekulieren oder die von der Agitation für ihre Partei leben und nach deren Sieg durch Stellen belohnt werden. Es ist bekannt, wie die Amerikaner seit 30 Jahren versuchen, dies unerträglich gewordne Joch abzuschütteln, und wie sie trotz alledem immer tiefer in diesen Sumpf der Korruption hineinsinken. Gerade in Amerika können wir am besten sehn, wie diese Verselbständigung der Staatsmacht gegenüber der Gesellschaft, zu deren bloßem Werkzeug sie ursprünglich bestimmt war, vor sich geht. Hier existiert keine Dynastie, kein Adel, kein stehendes Heer, außer den paar Mann zur Bewachung der Indianer, keine Bürokratie mit fester Anstellung oder Pensionsberechtigung. Und dennoch haben wir hier zwei große Banden von politischen Spekulanten, die abwechselnd die Staatsmacht in Besitz nehmen und mit den korruptesten Mitteln und zu den korruptesten Zwecken ausbeuten – und die Nation ist ohnmächtig gegen diese angeblich in ihrem Dienst stehenden, in Wirklichkeit aber sie beherrschenden und plündernden zwei großen Kartelle von Politikern.“
Friedrich Engels, Einleitung [zu Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich] (1891);
Zitat nach Marx-Engels-Werke (MEW) Band 22. Berlin 1962: 188-199, hier 198;
auch:
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1891/03/vorwburfr.htm
Zeitgleich zu diesem historischen Zitat erschien in der von Peter Kleinert edierten Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) ein thematisch aktuelles Interview mit dem Kölner Publizisten
Dr. Werner Rügemer:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16620
"Mutti" spricht da gerne von "alternativlos".
Gesellschaftliches Eigentum wird verhökert, unsere "sozial-verarschungs-uschi" zieht eine Show auf Kosten von Behinderten ab, dass einem nur noch das große K. kommt.
Was DIE jetzt proklamiert ist seit über 2 Jahren Gesetz in D. Es ist die UN BEHINDERTENRECHTSKONVENTION.
Was mir richtig Sorgen bereitet ist die (nichtberechtigte) Ehrfurcht die wir dieser Package gegenüber demonstrieren.
Wir MÜSSEN uns laut EMPÖREN.
Hier nur das aktuelle EHEC-Beispiel:
Jetzt sind ein paar Tage Zeit verstrichen und nun sollen die Bauern die Hälfte ihrer Verluste ersetzt bekommen. In jeder Nachricht wird von den armen Bauern gesprochen und Brüssel will 210 Millionen locker machen.
Empört Euch!
Kein einziges Wort für evtl. Hilfen der EHEC-Infizierten.
Kein Wort über Hilfen für die Hinterbliebenen der EHEC-Verstorbenen.
Im Gegenteil, Daniel Bahr, unser neuer Minister für Gesundheit lehnt einen Fond für diese Geschädigten kategorisch ab. Er sagt sogar lapidar: Wir müssen mit mehr Toten rechnen.
Wo bleibt der Aufschrei, dass die Renten auf der Strecke bleiben?
Wo bleibt die Empörung, dass die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben dürfen?
Wer meldet Protest an, weil seine Kollegen Hungerlöhne und Zeitverträge erhalten?
Wo bleibt die Solidarität?
daraus könnten doch die EHEC-Geschädigten Hilfen bekommen! Ich wusste gar nicht, dass es einen europäischen Sozialfonds gibt. Wieviel deutsche Beitragsgelder der Pflichtversicherten fließen da wohl regelmäßig rein, ohne dass für die Einzahler je etwas zurück kommt?
So darf natürlich die Solidarität nicht ausarten! Mir scheint, die deutschen Einzahler sind wieder mal die Verlierer.
Empören wir uns - LAUTSTARK!
"Das Volk als Beute, als Pfand"
"Und dennoch haben wir hier zwei große Banden von politischen Spekulanten"
In Deutschland haben wir 5 (CDU/CSU, SPD ... ) und ein paar kleinere Banden, das macht die Sache nicht einfacher.
@reni: ´´"Mutti" spricht da gerne von "alternativlos"``
Besonders, wenn das Gesetz von der Kanzlei Frishfields verfasst wurde, etwa 500 Mrd. €, also 6.000 € pro Nase.
Das Fr.-Engels-Zitat ist historisch, ich hab´s aussm Altaufsatz POLITISCHE KORRUPTION (1986) rausgefingert & nochmal überprüft.
Das inzwischen hierzulande ganzdeutsch-bananenrepublikanisch Gesetze und Verordnungen angeblich "sachverständig" nicht mehr in Bundesbürokratien verfaßt, sondern seis rechtsadvokatisch seis bertelsmännisch formuliert werden sollen, hab´ ich auch mal vor Jahren gelesen, das wird dann wohl auch propagandistisch abgestützt von einer marktwirtschaftlichen Initiative, die in der Kölner Unternehmensverbandszentrale nistet (das hab ich mal vor Jahren selbst recherchiert).
Freilich erscheint mir - wie vielen hierzulande produktiv arbeitenden/arbeitsbereiten Menschen - die von Ihnen erwähnte €-Zahl von 500 Milliarden so abstrakt-allgemein wie parasitär-überzogen, genauer: in meiner „Lebenswelt“ geht’s, um mal konkret zu werden, aktuell um eine moderate monatliche Entschädigung ab Oktober 2010 von monatlich 1.500 €, die mir der Berliner „rotrote“ Senat Wowereit-Wolf wegen damaliger HUB-Nichtberufung (1992) nicht zahlt (Dok. in der Edition FLASCHEN POST [2011]: 89-91)
Zum sich "Stiftung" nennenden Bertelsmann-Konzern - wird Zeit, daß der stiftengeht - kennt sich Jochen Hoff freilich besser aus als ich, es gab da auch mal ´ne Anti-Bertelsmann-Netzgruppe ...
besten Gruß
Richard Albrecht/170611
http://ricalb.files.wordpress.com/2011/06/cv.pdf