Im Moment lehne ich mich öfter zurück und sag erstmal gar nichts. Lasse die anderen reden, die Männer in ihren verschiedenen Rollen, als Kollegen, Vorgesetzte, Brüder, Väter, Söhne, Lehrer, Weggefährten. Ich bin auf Beobachtungsposten sozusagen. Das ist wirklich interessant und aufschlußreich.
Kurzer Blick in männliche Lebenswelten
Als allererstes stößt man auf mangelnde Empathie. Vielmehr kreist jeder um sich selbst, redet von sich. Zwischendurch spendet man sich untereinander eine Portion Anerkennung, während Frauen und Kinder kaum jemals in diesen Genuß kommen. Empathie ist ja die Vorausssetzung dafür, den anderen in seiner Situation zu sehen, und weil diese Voraussetzung nicht gegeben ist, fällt das Interesse an Mitmenschen und ein wirklicher Austausch einfach aus. Was stattfindet ist allerhöchstens eine Art Kumpanei: ich bin okay, du bist okay. Fertig. Ansonsten schleppt dann jeder weiterhin seine Probleme und Sorgen schwer mit sich herum, vielleicht nach Hause zur Frau, oder zu einer weiblichen Freundin.
Die vielen Probleme der Männer werden wenig bis gar nicht thematisiert. In Frankreich wurde anläßlich der Verhaftung von Strauss-Kahn jetzt mal ein wenig davon sichtbar. Vor meiner eigenen Haustür spielten sich in den letzten Jahren einige schwere Abstürze ab, auffallend oft machten erfolgreiche Männer schlapp und offenbarten erhebliche psychische Probleme, die schnell zum Klinikaufenthalt führten und manchmal zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Inzwischen trifft es mehr kleinere und mittlere Selbständige, die plötzlich krank werden oder einfach entkräftet sind, nicht mehr können. Von den "unauffälligeren" Problemen, wie Identitätskrisen, sexuellen Nöten und allen möglichen Suchtproblemen zu schweigen. Oft genug steht und fällt die männliche Biographie mit dem vorzeigbaren Erfolg. Wenn der flöten geht, dann klappt manchmal der ganze Kerl zusammen. Die Frau ist dann wahrscheinlich auch weg.
Im Verhältnis zwischen erwachsenen Männern und Jungs spielt die aus dem Altersgefälle resultierende Hierarchie eine zentrale Rolle. Das heißt, der Kleine ist von vornherein plattgemacht. Nicht nur, dass sich der Ältere nicht für ihn interessiert, nein, der Jüngere hat auch keine Chance zu Wort zu kommen. Er wird es nicht mal probieren. Eklatant wirkt sich das in der Schule aus, und das, wo doch die ganz Welt nach männlichen Lehrern schreit, damit die Jungs Vorbilder haben, und wo doch die Schulwelt so schrecklich verweiblicht ist. Eklatant deshalb, weil man den Jungs einredet, dass sie gut dran sind, wenn sie von Männern umgeben sind, und weil sie aber tatsächlich in Einsamkeit, Nichtgesehenwerden und dem Verharren an den untersten Stellen der Hierarchie versinken und resignieren. Sie werden niemals danach gefragt, wie es ihnen geht oder was sie meinen. Dafür hat Schule sowieso keinen Raum. Aber auch im Elternhaus herrscht dieses Muster vor. Vater verlangt Respekt und Anerkennung vom Sohn, so wie der Lehrer vom Schüler. Und wenn er das nicht tut, dann gibts böse Sanktionen. Der Rest interessiert nicht. Mich wundert es nicht, dass Jungs in der Schule immer weniger zurecht kommen.
Nun könnte man meinen, dass aufgeschlossene Männer heutzutage sowas reflektieren. Dass ihnen wenigstens ein bißchen dämmert, dass sie sich untereinander Wahrnehmung und Verständnis spenden sollten. Wenigstens von Pädagogen könnte man das erwarten. Von Pfarrern und Sozialarbeitern. Vom eigenen Vater. - Es gibt diese einzelnen natürlich. Aber viele sind das nicht. Und sie setzen sich noch lange nicht durch. Der empathische Mann hat die öffentliche Bühne noch nicht betreten. Dabei wäre es dafür höchste Zeit! Nebenbei: der Mann könnte zum Beispiel sein eigenes Schicksal als Sohn, Schüler oder Lehrling reflektieren und was die Hierarchie aus ihm gemacht hat und sich selbst damit einen großen Gefallen erweisen. Wenn er schon nicht auf andere achten will.
Währenddessen pflegen die Frauen ihre altbewährten Netzwerke. Hast du Sorgen mit dem Mann? Sprich mit einer Freundin. Ärger im Beruf? Tausch dich mit einer Kollegin aus. Das Kind hat Schulprobleme? Such Rat bei einer erfahrenen Lehrerin. Du brauchst jemand zum Quatschen? Ruf die Freundin an, oder klopf bei der Nachbarin. In all diesen Fällen bist du gut dran. (Und auch hier lassen wir die miesen Ausnahmen mal außen vor, denn mit den Miststücken unter uns würden wir uns eh nicht austauschen)
Die Krise der Männer. Die Krise der Wirtschaft. Die Krise des Geldes. Die Krise in Europa. Alles Krisen, die hervorgerufen werden, weil jeder nur an sich denkt, und wo sich der Stärkere durchsetzt. Egal, was dabei herauskommt. Das reflektiert nämlich keiner. Die ganze Währungskacke in Europa und in der Welt ist ein Resultat von Handeln und Wirtschaften, die verantwortungslos nur im Hier und Jetzt denkt. Ich glaube nicht mehr daran, dass sie die Folgen dieses Handelns in Europa (mitsamt den internationalen Verflechtungen natürlich) noch in den Griff bekommen werden. Das geht nämlich gar nicht. Sie haben ihr scheiß Handels- und Währungssystem in eine Sackgasse getrieben.
Ich merke in letzter Zeit, dass ich mich auch in diesen schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten innerlich mehr und mehr zurücklehne und zugucke. Vor ein oder zwei Jahren habe ich mich noch wesentlich stärker aufgeregt. Die haben den Karren in den Dreck gefahren, ich wars nicht. Und nun schaue ich zu, wie sie ihn da wieder herausbekommen wollen. Nicht meine Aufgabe.
Und währenddessen regt sich im nördlichen Afrika der Widerstand gegen diese Politik, in mehreren arabischen Ländern, in Griechenland, in Spanien und an weiteren Schauplätzen. In Deutschland nicht. Vielleicht weil wir mental immer noch zu nah bei den Tätern stehen, und nicht genug Distanz haben, um unseren eigenen Standort zu begreifen. Natürlich sind die deutschen Politik- und Wirtschaftseliten "Täter" im großen Maßstab. Aber was hat denn die Bevölkerung davon, dass die Wirtschaft boomt und die Geldberge anwachsen. Immer noch glaubt der blöde deutsche Untertan, er würde davon mit-profitieren.
Ich sehe im Moment nicht, dass aus dieser männlichen Lebenswelt heraus eine Besserung kommen wird. Vielmehr glaube ich, dass parallel dazu Versuche und auch kleine Fortschritte stattfinden. Die jungen Menschen und die Frauen sind es, die die aktuellen Widerstandsbewegungen organisieren. Und das müssen wir hier auch machen. Auch wenn die Baustellen vielleicht ganz anders aussehen und unter Umständen gar nicht gesehen werden. Ich bin gespannt auf den Beitrag der Männer. Speziell von denen mit der Fähigkeit zur Empathie.
Die vielen Probleme der Männer werden wenig bis gar nicht thematisiert. In Frankreich wurde anläßlich der Verhaftung von Strauss-Kahn jetzt mal ein wenig davon sichtbar. Vor meiner eigenen Haustür spielten sich in den letzten Jahren einige schwere Abstürze ab, auffallend oft machten erfolgreiche Männer schlapp und offenbarten erhebliche psychische Probleme, die schnell zum Klinikaufenthalt führten und manchmal zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Inzwischen trifft es mehr kleinere und mittlere Selbständige, die plötzlich krank werden oder einfach entkräftet sind, nicht mehr können. Von den "unauffälligeren" Problemen, wie Identitätskrisen, sexuellen Nöten und allen möglichen Suchtproblemen zu schweigen. Oft genug steht und fällt die männliche Biographie mit dem vorzeigbaren Erfolg. Wenn der flöten geht, dann klappt manchmal der ganze Kerl zusammen. Die Frau ist dann wahrscheinlich auch weg.
Im Verhältnis zwischen erwachsenen Männern und Jungs spielt die aus dem Altersgefälle resultierende Hierarchie eine zentrale Rolle. Das heißt, der Kleine ist von vornherein plattgemacht. Nicht nur, dass sich der Ältere nicht für ihn interessiert, nein, der Jüngere hat auch keine Chance zu Wort zu kommen. Er wird es nicht mal probieren. Eklatant wirkt sich das in der Schule aus, und das, wo doch die ganz Welt nach männlichen Lehrern schreit, damit die Jungs Vorbilder haben, und wo doch die Schulwelt so schrecklich verweiblicht ist. Eklatant deshalb, weil man den Jungs einredet, dass sie gut dran sind, wenn sie von Männern umgeben sind, und weil sie aber tatsächlich in Einsamkeit, Nichtgesehenwerden und dem Verharren an den untersten Stellen der Hierarchie versinken und resignieren. Sie werden niemals danach gefragt, wie es ihnen geht oder was sie meinen. Dafür hat Schule sowieso keinen Raum. Aber auch im Elternhaus herrscht dieses Muster vor. Vater verlangt Respekt und Anerkennung vom Sohn, so wie der Lehrer vom Schüler. Und wenn er das nicht tut, dann gibts böse Sanktionen. Der Rest interessiert nicht. Mich wundert es nicht, dass Jungs in der Schule immer weniger zurecht kommen.
Nun könnte man meinen, dass aufgeschlossene Männer heutzutage sowas reflektieren. Dass ihnen wenigstens ein bißchen dämmert, dass sie sich untereinander Wahrnehmung und Verständnis spenden sollten. Wenigstens von Pädagogen könnte man das erwarten. Von Pfarrern und Sozialarbeitern. Vom eigenen Vater. - Es gibt diese einzelnen natürlich. Aber viele sind das nicht. Und sie setzen sich noch lange nicht durch. Der empathische Mann hat die öffentliche Bühne noch nicht betreten. Dabei wäre es dafür höchste Zeit! Nebenbei: der Mann könnte zum Beispiel sein eigenes Schicksal als Sohn, Schüler oder Lehrling reflektieren und was die Hierarchie aus ihm gemacht hat und sich selbst damit einen großen Gefallen erweisen. Wenn er schon nicht auf andere achten will.
Währenddessen pflegen die Frauen ihre altbewährten Netzwerke. Hast du Sorgen mit dem Mann? Sprich mit einer Freundin. Ärger im Beruf? Tausch dich mit einer Kollegin aus. Das Kind hat Schulprobleme? Such Rat bei einer erfahrenen Lehrerin. Du brauchst jemand zum Quatschen? Ruf die Freundin an, oder klopf bei der Nachbarin. In all diesen Fällen bist du gut dran. (Und auch hier lassen wir die miesen Ausnahmen mal außen vor, denn mit den Miststücken unter uns würden wir uns eh nicht austauschen)
Die Krise der Männer. Die Krise der Wirtschaft. Die Krise des Geldes. Die Krise in Europa. Alles Krisen, die hervorgerufen werden, weil jeder nur an sich denkt, und wo sich der Stärkere durchsetzt. Egal, was dabei herauskommt. Das reflektiert nämlich keiner. Die ganze Währungskacke in Europa und in der Welt ist ein Resultat von Handeln und Wirtschaften, die verantwortungslos nur im Hier und Jetzt denkt. Ich glaube nicht mehr daran, dass sie die Folgen dieses Handelns in Europa (mitsamt den internationalen Verflechtungen natürlich) noch in den Griff bekommen werden. Das geht nämlich gar nicht. Sie haben ihr scheiß Handels- und Währungssystem in eine Sackgasse getrieben.
Ich merke in letzter Zeit, dass ich mich auch in diesen schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten innerlich mehr und mehr zurücklehne und zugucke. Vor ein oder zwei Jahren habe ich mich noch wesentlich stärker aufgeregt. Die haben den Karren in den Dreck gefahren, ich wars nicht. Und nun schaue ich zu, wie sie ihn da wieder herausbekommen wollen. Nicht meine Aufgabe.
Und währenddessen regt sich im nördlichen Afrika der Widerstand gegen diese Politik, in mehreren arabischen Ländern, in Griechenland, in Spanien und an weiteren Schauplätzen. In Deutschland nicht. Vielleicht weil wir mental immer noch zu nah bei den Tätern stehen, und nicht genug Distanz haben, um unseren eigenen Standort zu begreifen. Natürlich sind die deutschen Politik- und Wirtschaftseliten "Täter" im großen Maßstab. Aber was hat denn die Bevölkerung davon, dass die Wirtschaft boomt und die Geldberge anwachsen. Immer noch glaubt der blöde deutsche Untertan, er würde davon mit-profitieren.
Ich sehe im Moment nicht, dass aus dieser männlichen Lebenswelt heraus eine Besserung kommen wird. Vielmehr glaube ich, dass parallel dazu Versuche und auch kleine Fortschritte stattfinden. Die jungen Menschen und die Frauen sind es, die die aktuellen Widerstandsbewegungen organisieren. Und das müssen wir hier auch machen. Auch wenn die Baustellen vielleicht ganz anders aussehen und unter Umständen gar nicht gesehen werden. Ich bin gespannt auf den Beitrag der Männer. Speziell von denen mit der Fähigkeit zur Empathie.




















Es sind also nur die Männer schuld..so so klar, logisch wer es so sehen will, dem fehlt der Blick für die andere Seite. So jetzt zerreiss mich..ich kann mir vorstellen was du denkst.
Doch Luise. Er hat: z.B. gestern im ZDF-Krimi zur "besten" Sendezeit freitagabend 17. Juni 2011 in "Der Kriminalist" als Berliner LKA-Kommissar Bruno Schumann [Christian Berkel]. Und eine öffentlichere Bühne als diese ZDF-Serie gibt es heuer nicht.
"Handeln und Wirtschaften ... verantwortungslos nur im Hier und Jetzt"
Gewiß. Nur sind Sie nicht inkonsequent wenn Sie vom Erfolg des sich durchsetzenden Stärkeren schreiben? Den gibts doch immer nur im "Hier und Jetzt".
Ina Müllers singt seit zwei, drei Jahren ein scheinbares Antimännerlied: Spring doch endlich vom Balkon, egal ob in Osnabrück oder in Bonn ... gibts nicht auch Kotzbrockinnen;-), denen Mann manchmal [...]?
Es ist auch ein Fehler die Erziehung der Kinder alleine der Frau zu überlassen. Wenn das männliche Element der Erziehung fehlt passiert das was die Frauen nachher beim Mann beklagen. Sehr gut beschrieben ist dies in dem Buch über Männer "Eisenhans" von Robert Bly. Und wenn ich schon dabei bin möchte ich auch das Buch über Frauen "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés (schöner Name nicht wahr? :) )empfehlen. Dies Bücher machen vieles erklärbar und zeigen wie falsch wir leben!
Und auch ich glaube das unser System in den nächsten ca. 5 Jahren kollabieren wird. Und dann wird die Masse dumm dastehen, blöd gucken und nicht wissen was sie jetzt zu tun haben.
Ach ja Gefühle. Für viele sind Gefühle und Empfindsamkeit reine Schwäche, die nicht zum Funktionsträger passt.
Es ist nicht der Mann, sondern das falsche Bild des Mannes das zuerst geändert werden muss.
Der Krisenkern besteht weder in Männern noch Frauen, ihren Selbst- und Fremdbildern. Sondern im verstörten Verhältnis beider Geschlechter zueinander als konkretem, empirisch ausgeprägten gesellschaftlichen Verhältnis. Es ist als wäre in Deutschland seit etwa 40 Jahren eine Frauenminderheit zu Neuen Ufern aufgebrochen. Was eine Männermehrheit verunsichert.
"Emanzipation" aus den Zwängen sozialer Unmündigkeit und dem "stahlharten Gehäuse der Hörigkeit" (Max Weber) aber meint nicht den Gegeneinanderkampf von Frauen vs. Männer. Sondern ist nur möglich im Miteinander von Männern und Frauen gegen die Mächte, die sie auch durchs Gegeneinanderausspielen unmündig halten. Das meint Doppelabsage an Vermännlichung von Frauen und Verfraulichung von Männern einerseits und an Aufrechterhaltung dieser spätkapitalistisch-geschlechtsbezogenen Arbeitsteilung und Sozialordnung anderseits. Und das meint auch im Sinne von Diversität "vive la differance;-)" - es lebe die Unterschiedlichkeit ...
Wir werden uns sicher einig, dass die Bewegung zur Befreiung der Frauen, wie auch jede andere emanzipatorische Bewegung, sich nicht damit zufrieden geben darf, Befreiung auf dem Niveau der Privilegierten zu erreichen, sondern sozialer Fortschritt bei Gleichberechtigung das Kernziel emanzipatorischer Politik sein muß. Hieran mangelt es in Teilen der Frauenbewegung und man verbleibt leider zu oft in einem Kampf um Gleichstellung im Elend (der Männer), aber ein Gegeneinander der Geschlechter ist das darum noch lange nicht. Die Überlegung allerdings, dass bevor es um sozialen Fortschritt und Emanzipation gehen kann, das Gegeneinander der Geschlechter beendet werden müsse, mißt der Frauenbewegung eine Bedeutung zu, die sie mE. heute (noch) nicht hat. Die Strategie jedoch, aus Scheiße Gold zu machen und die bisherigen sozialen und politischen Veränderungen als Erfolge der Frauenbewegung zu feiern, blendet die Bedeutung jener Veränderungen für die männliche Lebenswirklichkeit konsequent aus. Meines Erachtens hapert es an einer Emanzipation der Männer aus dem "stahlharten Gehäuse der Hörigkeit" eben nicht, aber an Aufarbeitung der "Erfolge" der Frauenbewegung auf männliche Lebenswelten. Dass es zum Nachteil der Männer (in ihrer Gesamtheit) sein soll, was den Frauen zum Vorteil ausgelegt wird, bedarf aber noch einer eingehenden Prüfung.
@ Luise
Dies war die Aussage oder These (gekürztes Zitat # 6):
"Der Krisenkern besteht ... im verstörten Verhältnis beider Geschlechter zueinander als konkretem, empirisch ausgeprägten gesellschaftlichen Verhältnis ... "Emanzipation" ... meint nicht den Gegeneinanderkampf von Frauen vs. Männer. Sondern ist nur möglich im Miteinander von Männern und Frauen gegen die Mächte, die sie auch durchs Gegeneinanderausspielen unmündig halten. Das meint Doppelabsage an Vermännlichung von Frauen und Verfraulichung von Männern einerseits und an Aufrechterhaltung dieser spätkapitalistisch-geschlechtsbezogenen Arbeitsteilung und Sozialordnung anderseits. Und das meint auch im Sinne von Diversität "vive la differance;-)" - es lebe die Unterschiedlichkeit ..."
Der folgende Wortschwall darunter # 6.1. gibt vor zu diskutieren. Tut dies aber nicht. Sondern bewirkt (bei mir) das Gegenteil. Zur bloß oberfächlichen Standpunkterei mit entsprechendem Schlagabtausch ist mir meine Netzzeit zu schade.
Sogar für Wortschwälle, so es denn welche sein sollten...
Vielleicht sind die Männer tatsächlich viel mehr zur Empathie fähig, ohne dass das sichtbar wird. Vielleicht weil er selbst das nicht sehen lassen will, oder als unwichtig einstuft, oder auch weil die Umwelt das nicht sehen will (und kann). Ich bleib da mal dran.
Folgefrage für mich: sind wir Frauen wirklich auf den einfühlsamen Mann eingestellt? Geben wir ihm Raum? Sind wir fähig, Einfühlungsvermögen in unser Bild von Männlichkeit zu integrieren? Ich erinnere an die bösen Reaktionen auf den "softie", der mal kurzzeitig auftauchte und schnell von der Bühne geschubst wurde.
Und zu akoll #4: natürlich gibt es den empathischen Mann und die nicht-empathische Frau. Und die Ursache ist vielleicht wirklich der Grad der Emanzipation von beiden.
Und noch mal generell: selbstverständlich gibt es jede Menge Frauen, die total berechnend sind. Manche wahrscheinlich aus einem echten Defekt heraus, manche wiederum, weil sie ihre Empathiefähigkeit ablehnen lernten und sich für coolness entschieden haben. Aber unabhängig von den Gründen, finden wir solche Frauen eher "unweiblich". Der nicht-empathische Mann hingegen wirkt eher "männlich". Dahinter stecken die Konditionierungen und die Bilder, die sie produzieren und die wir alle mit uns herumtragen. Wer frei davon ist, der werfe den ersten Stein - ach ja, da wären wir dann wieder beim "Stein"!
:-) Luise