Nein. Verdammt noch mal, wir haben keine Bankenkrise. Nun gut der Dow Jones hat wieder eine Klatsche gekriegt, genau wie der Dax im Moment. Die Aktien fallen wie vorausgesagt. Das ganze wird sozialverträglich für das Großkapital gemacht, damit die noch zu einigermaßen guten Preisen aus dem Geschäft herauskommen.
Die dummen und kleinen Anleger werden gelockt, mit angeblichen Kaufkursen, die aber nur eine Stufe auf dem Niedergang sind. Die Blase platzt nicht, sondern die Luft entweicht immer noch in kleinen Portionen. Aber der Verfall der Aktienkurse, macht alle Kredite auf Aktien plötzlich schlecht. Die Rankings werden sich der Realität anpassen müssen und das bedeutet weiteren Verfall.
Die Gier nach nicht erzielbaren Profiten hat für diese Blase gesorgt. Die Allgemeinheit muss sie ausbaden. Das sieht sogar Klaus Schweinsberg in seinem Capital Editorial "Ein Herz für Hasardeure" so:
Der Staat hat neue Hilfsbedürftige ausgemacht: gierige Finanzinvestoren und draufgängerische Banken. Für die wird es langsam eng, weil ihre hoch spekulativen und fragil finanzierten Investments den Gesetzen des Marktes offenbar nicht (mehr) standhalten. Doch anders als jeder andere, der hohe Risiken eingeht, müssen diese Hasardeure schmerzliche Verluste im Moment nicht fürchten.
Denn Vater Staat gewährt Bürgschaften für so Not leidende wie überflüssige Institute wie die IKB. Und die Notenbanken pumpen Milliarden an Liquidität in den Geldmarkt.
Was derzeit geschieht: Der Staat sozialisiert die heutigen Verluste derjenigen, die bis gestern noch kräftig Kasse gemacht haben. Und es steht zu befürchten, dass die jüngsten Interventionen von Regierung und Notenbanken nur der Anfang einer gewaltigen – natürlich aus Steuergeldern finanzierten – Rettungsaktion für die Finanzbranche sind. So gibt es in den USA bereits ernsthafte Vorstöße von Politikern, staatlicherseits die Millionen von hemmungslos überschuldeten Immobilienbesitzer vor dem Bankrott zu retten.
Gestern kämpfte Schweinsberg noch gegen die Gewerkschaften und heute will er den Finger in die Wunde legen. Wohl eher nicht. Er gibt den Hasardeuren ja keine Namen. Er nennt sie nicht Spekulanten. Er sagt nicht das Ackermann in Deutschland die Parole von Renditen über 25 Prozent ausgegeben hat, obwohl jeder weiß, das dies durch Ertrag aus Produktion oder Landwirtschaft nicht zu erzielen ist und auch im Handel völlig illusorisch ist.
Er sagt in seinem Text auch nicht, das Mohn/Bertelsmann für die er ja arbeitet ein Hauptprofiteur dieser Regelung ist. Er sagt auch nicht, das die Sozialisierung von Verlusten und die Privatisierung von Erträgen möglichst ohne Steuerbelastung, das Ziel des neoliberalen Wirtschaftsfaschismus ist. Genau wie es immer ein Ziel des neoliberalen Wirtschaftsfaschismus ist, Veranwortung des Kapitals und des Managements, zu negieren und alle Verantwortung für deren Fehler dem einfachen Bürger aufzulasten.
Neolibealismus ist immer Betrug.























Wie viele seiner Kinder (KMUs) wird der Neoliberalismus fressen, wer wird übrigbleiben?
Und wie behandeln wir die Verbrannten des Neoliberalismus, die nun reumütig "zurückkehren"?
Oder werden sie einfach aufgekauft und am Ende leben wir in der elenden Welt die in Shadowrun oder Neuromancer dagestellt wurden: anstelle der Länder treten superultrareiche Konzerne, der Wohlstand löst sich mit den Regierungen auf, die Umwelt wird hemmungslos vergiftet.
In meiner Utopie kommt das Zeitalter des Post-neoliberalismus, die Renaissance der Aufklärung wenn man so will. Der Weg dahin ist noch sehr lang und steil, und bis dahin kann noch Viel unrettbar zerstört werden. Aber solange es Menschen gibt, gibt es Hoffnung. Die einzige "Chance" des Neoliberalismus besteht also darin, den Menschen alles Menschliche zu nehmen: zuerst ihre Solidarität.