Die Abzocker in Bayreuth
Es ist schwierig die aktuellen Kosten für das Spektakel des Wagner-Festivals in Bayreuth herauszubekommen. Der Stern spricht von einem Bundesanteil von 2,3 Millionen Euro. Da der Bund, das Land Bayern und der Bezirk Oberfranken, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, sich jeweils ein Drittel der Subventionen teilen, kommen diese auf zusammen 6,9 Millionen an Zuschüssen. Da diese Zuschüsse angeblich nur 40 Prozent der Gesamtkosten betragen, ergeben sich Gesamtkosten 17,25 Millionen.
Bevor jemand auf die Idee kommt, dass die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth doch nicht einfach zu den Subventionen zugerechnet werden können, wo sie doch großartige Mäzene sind, hier der kurze Hinweis wie diese Mäzene vor allem Steuern sparend agieren:
Dank unserem seltsamen Steuerrecht für Reiche, können die Reichen also entscheiden, ob sie lieber Steuern zahlen oder die Festspiele in Bayreuth unterstützen. Persönlicher Nutzen geht also vor dem Gemeinwohl, denn den 5.100 Mitgliedern und 300 Jungen Freunden werden von der Festspielleitung 14.000 von insgesamt 58.000 Eintrittskarten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Das ist ein gutes Geschäft. Wer seine Karten nicht selber braucht, kann sie über den Schwarzhandel leicht für das drei- bis fünffache des Originalpreises verkaufen und macht dann trotz seines Einsatzes für den Freundeskreis, den aber der Steuerzahler bezahlt, mal eben 500 - 1.200 Euro steuerfreien Reingewinn. Aber auch die sogenannten Sponsoren sponsern ja in Wirklichkeit nicht, sondern ziehen die Kosten für das Sponsoring ebenfalls als Aufwendungen von den Steuern ab und damit trägt der ehrliche Steuerzahler auch deren Ausgaben.
Wenn man dann bedenkt, dass von den 58.000 Karten nur 40 Prozent, also insgesamt nur 23.200 Karten in den freien Handel kommen, während 34.800 für Abzocker und Politiker verbraucht werden, dann stellt sich nicht nur der bayrische Rechnungshof die Frage, was das Ganze überhaupt soll, zumal ja Anfragen für fast eine halbe Million Karten vorliegen. 30 Vorstellungen scheinen da ein Witz zu sein, weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aber die Festspiele in Bayreuth sollen ja gar nicht für eine breitere Öffentlichkeit sein. Sie sind ein Termin für ein Schaulaufen der oberen Zehntausend und deren Helferlein aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kunst. Es geht nicht um Wagner und auch nicht um Kultur. Es geht darum dass die Reichen einen Platz haben, der obwohl von den Steuerzahlern finanziert ihnen ganz alleine gehört und wo sie sich einer staunenden Medienwelt präsentieren und voreinander flanierend ihre Wichtigkeit gegenseitig bestätigen können.
Allerdings wird ein solcher Platz überhaupt nicht gebraucht. Es ist unnötig wie die jährlichen Auftritte Angela Merkes dort, die sie immer mit Kleidern krönt, denen man ansieht, dass ihr Schneider sie auch nicht leiden kann. Es wäre am besten für alle, die Spielstädte in Bayreuth zu schließen und abzureißen oder vollständig zu privatisieren. Angeblich kann doch die private Wirtschaft alles besser. Aber dass kann sie in Wirklichkeit nur dann, wenn sie ihre Verluste auf den Steuerzahler umlegt und nur die Gewinne behält.
Es wird sich wohl nichts ändern. Am besten ist die Stellungnahme des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatssekretär Bernd Neumann (CDU), der freundlich und ohne jede Sachkenntnis vor sich hin labert:
Ach ja, der Herr Neumann. Er wird nie begreifen, dass der Erlass von Steuern ebenso eine Subvention ist, wie die Gewährung von direktem Geld. Für den Freundeskreis weist deren Geschäftsbericht in 2009 Einnahmen von 3,3 Millionen Euro und Ausgaben von 1,2 Millionen Euro aus die beruhigt als Subvention betrachtet werden dürfen. Rechnet man bei den tatsächlich verkauften Eintrittskarten mit einem Mittelwert von rund 160 Euro, da die besseren Plätze ja schon an die vermeintlichen Eliten verteilt sind, ergibt das eine Gesamteinnahme von 3,7 Millionen Euro, was dann rein rechnerisch bedeutet, dass die Sponsoren forma 5,45 Millionen beisteuerten, die sie allerdings an Steuern einsparten.
Das bedeutet, das von insgesamt 17.25 Millionen Gesamtkosten nur 3,7 Millionen oder 21,5 Prozent aus Einnahmen stammen und der Rest von 13,55 Millionen oder 88,5 Prozent vom Steuerzahler, also von der arbeitenden Bevölkerung gestemmt werden muss. Die 34.800 Karten, die für Abzocker und Politiker vorgesehen sind, werden also pro Stück mit 390 Euro aus öffentlichen Geldern gesponsert werden.
Angesichts der Milliarden mit denen die Regierung die Banken und das internationale Großkapital rettet scheinen die Beträge Peanuts zu sein. Bedenkt man aber das es in Schulen, Kindergärten, Universitäten und bei den Alten und Kranken an allem fehlt, dann ist dieses öffentliche Sponsering eine Frechheit. Auch wenn man die Texte und die schwülstige Musik Wagners mal außer acht lässt, kann es so nicht weitergehen.
Eine andere Lösung kann und darf es nicht mehr geben.
Unsere Aufnahmegebühr beträgt derzeit 260,00 Euro und der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft 205,00 Euro. Beide Beträge, sowie Ihre zusätzlichen Spenden sind voll abzugsfähig, nach Eingang senden wir Ihnen die Zuwendungsbestätigungen zu.
Dank unserem seltsamen Steuerrecht für Reiche, können die Reichen also entscheiden, ob sie lieber Steuern zahlen oder die Festspiele in Bayreuth unterstützen. Persönlicher Nutzen geht also vor dem Gemeinwohl, denn den 5.100 Mitgliedern und 300 Jungen Freunden werden von der Festspielleitung 14.000 von insgesamt 58.000 Eintrittskarten kostenlos zur Verfügung gestellt.
Das ist ein gutes Geschäft. Wer seine Karten nicht selber braucht, kann sie über den Schwarzhandel leicht für das drei- bis fünffache des Originalpreises verkaufen und macht dann trotz seines Einsatzes für den Freundeskreis, den aber der Steuerzahler bezahlt, mal eben 500 - 1.200 Euro steuerfreien Reingewinn. Aber auch die sogenannten Sponsoren sponsern ja in Wirklichkeit nicht, sondern ziehen die Kosten für das Sponsoring ebenfalls als Aufwendungen von den Steuern ab und damit trägt der ehrliche Steuerzahler auch deren Ausgaben.
Wenn man dann bedenkt, dass von den 58.000 Karten nur 40 Prozent, also insgesamt nur 23.200 Karten in den freien Handel kommen, während 34.800 für Abzocker und Politiker verbraucht werden, dann stellt sich nicht nur der bayrische Rechnungshof die Frage, was das Ganze überhaupt soll, zumal ja Anfragen für fast eine halbe Million Karten vorliegen. 30 Vorstellungen scheinen da ein Witz zu sein, weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Aber die Festspiele in Bayreuth sollen ja gar nicht für eine breitere Öffentlichkeit sein. Sie sind ein Termin für ein Schaulaufen der oberen Zehntausend und deren Helferlein aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kunst. Es geht nicht um Wagner und auch nicht um Kultur. Es geht darum dass die Reichen einen Platz haben, der obwohl von den Steuerzahlern finanziert ihnen ganz alleine gehört und wo sie sich einer staunenden Medienwelt präsentieren und voreinander flanierend ihre Wichtigkeit gegenseitig bestätigen können.
Allerdings wird ein solcher Platz überhaupt nicht gebraucht. Es ist unnötig wie die jährlichen Auftritte Angela Merkes dort, die sie immer mit Kleidern krönt, denen man ansieht, dass ihr Schneider sie auch nicht leiden kann. Es wäre am besten für alle, die Spielstädte in Bayreuth zu schließen und abzureißen oder vollständig zu privatisieren. Angeblich kann doch die private Wirtschaft alles besser. Aber dass kann sie in Wirklichkeit nur dann, wenn sie ihre Verluste auf den Steuerzahler umlegt und nur die Gewinne behält.
Es wird sich wohl nichts ändern. Am besten ist die Stellungnahme des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatssekretär Bernd Neumann (CDU), der freundlich und ohne jede Sachkenntnis vor sich hin labert:
Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Staatssekretär Bernd Neumann (CDU), will an der umstrittenen Ticketvergabe der Bayreuther Festspiele an einen Mäzenatenverein festhalten.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das geht aus bisher unveröffentlichten Passagen des Bundesrechnungshofberichts zu Bayreuth hervor, aus denen die Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe) zitiert. Demnach findet es Neumann grundsätzlich unproblematisch, wenn der Mäzenatenverein "Gesellschaft der Freunde" (GdF) ein eigenes Kartenkontingent erhält. Der CDU-Politiker begründet seine Einschätzung laut Rechnungshofbericht damit, "dass es jedem Bürger offen stehe, selbst Mitglied im Förderverein zu werden und mit dem Jahresbeitrag von 205 Euro oder zusätzlichen Spenden die Arbeit der Bayreuther Festspiele GmbH zu unterstützen."
Ach ja, der Herr Neumann. Er wird nie begreifen, dass der Erlass von Steuern ebenso eine Subvention ist, wie die Gewährung von direktem Geld. Für den Freundeskreis weist deren Geschäftsbericht in 2009 Einnahmen von 3,3 Millionen Euro und Ausgaben von 1,2 Millionen Euro aus die beruhigt als Subvention betrachtet werden dürfen. Rechnet man bei den tatsächlich verkauften Eintrittskarten mit einem Mittelwert von rund 160 Euro, da die besseren Plätze ja schon an die vermeintlichen Eliten verteilt sind, ergibt das eine Gesamteinnahme von 3,7 Millionen Euro, was dann rein rechnerisch bedeutet, dass die Sponsoren forma 5,45 Millionen beisteuerten, die sie allerdings an Steuern einsparten.
Das bedeutet, das von insgesamt 17.25 Millionen Gesamtkosten nur 3,7 Millionen oder 21,5 Prozent aus Einnahmen stammen und der Rest von 13,55 Millionen oder 88,5 Prozent vom Steuerzahler, also von der arbeitenden Bevölkerung gestemmt werden muss. Die 34.800 Karten, die für Abzocker und Politiker vorgesehen sind, werden also pro Stück mit 390 Euro aus öffentlichen Geldern gesponsert werden.
Angesichts der Milliarden mit denen die Regierung die Banken und das internationale Großkapital rettet scheinen die Beträge Peanuts zu sein. Bedenkt man aber das es in Schulen, Kindergärten, Universitäten und bei den Alten und Kranken an allem fehlt, dann ist dieses öffentliche Sponsering eine Frechheit. Auch wenn man die Texte und die schwülstige Musik Wagners mal außer acht lässt, kann es so nicht weitergehen.
Entweder werden die Festspiele in Bayreuth abgeschafft,
oder so privatisiert,
dass der Steuerzahler vollständig unbelastet bleibt.
oder so privatisiert,
dass der Steuerzahler vollständig unbelastet bleibt.
Eine andere Lösung kann und darf es nicht mehr geben.




















raushängen lassen......
Ich denke, diese Auswüchse an schamloser Abzocke hätte er sich, selbst bei seiner Fantasie, nicht vorstellen können.
Für mich kann ich sagen, dass ich für 9DM eine Tristanvorstellung geniesen konnte. DM heisst, zu DM Zeiten. Stand auch eine Nacht an und eine entsprechende Karte kam zurück. Ich Glücklicher, der ich war.
Die derzeiten offiziellen Preise kenne ich nicht. Die inoffiziellen sind um ein Vielfaches höher; natürlich.
Seinerzeit hatte ich mich selbst mit angereissten Anverwandten im Best Western in Bayreuth unterhalten und bestätigt bekamen, wie schwer es doch manchmal auf den Sitzen ist. Sind aber verpflichtet, sie auszusitzen. Ebenso sprach ich mit Sicherheitsleuten eines damaligen Bundespräsidenten, für die es nicht gerade eine Freude war, still zu sitzen :-)
So könnte ich einiges aus dem Nähkästchen erzählen, gerade in Bezug auf Karten.
Glaubwürdige Wagnerkenner finden die Bayreuther Interpretationen Wagners eher provinziell, dem Anlass genügend.
somint stimmt die 40% Karten, die in den freien Handel konnen folglich nicht (es müssen dann mehr sein)
"Wer seine Karten nicht selber braucht, kann sie über den Schwarzhandel leicht für das drei- bis fünffache des Originalpreises verkaufen"
Gibt es für die Behauptung Belege oder ist bekannt wieviele Karten wirklich auf dem Schwarzmarkt auftauchen ?
ansonsten bin ich der gleichen Meinung.
Auch die Schwarzmarktpreise sind überall in den Medien beschrieben und ergeben sich aus den Ticketpreisen, die auf der Seite der Festspiele leicht zu finden sind.
Die Gelder für den subventionierten Niediglohnsektor muß man vollständigkeitshalber zu den Subventionen zuzählen.