Liebe LeserInnen,
gerade erreicht mich eine Presseerklärung von einer Volksversammlung, die am 03.07.2011 auf dem Athener Syntagma-Platz stattfand. Unter keinen Umständen möchte ich sie Ihnen vorenthalten, zumal sie ein schöner Beweis dafür ist, wo das Defizit in der Mentalität des deutschen Michel am größten scheint:
Eine Warnung an die Troika, Banken und einheimische oder ausländische künftige Investoren, die von der Übertragung öffentlichen griechischen Eigentums träumen
Presseerklärung der Griechischen Volksversammlung vom 03.07.2011
Eine verkommene und diktatorische griechische Regierung, die nicht das Volk des Landes vertritt, hat Gesetze verabschiedet, um das öffentliche Eigentum und das Land gegen den Willen der großen Mehrheit zu verkaufen !
Wir informieren alle diejenigen, die nun eine Kaufgelegenheit erwarten, dass wir in einer sehr kurzen Zeit diese Regierung stürzen und alle Verantwortlichen für ihre Verbrechen gegen das Volk und das Land zur Rechenschaft ziehen werden. Ihre Gesetze und Unterschriften sind nichts wert. Sie waren durch das griechische Volk nicht legitimiert und werden von ihm nicht anerkannt !
Wir warnen jeden Investor vor der Annahme, hier eine Auktion oder Ankauf unseres öffentlichen Eigentums oder unseres Landes oder darüberhinaus irgendeinen Ankauf tätigen zu können.
Sobald wir die Souveränität unseres Landes wieder hergestellt haben, werden sie, was immer sie auch gekauft haben, verlieren und das Geld, das sie in illegale Transaktionen zahlten, wird nicht ersetzt.
Darüberhinaus warnen wir sie, dass wir bis zur Kontrolle des Landes durch den Prozess der Rückeroberung unserer Rechte wie sie in der griechischen Verfassung und den bekannten internationalen Volksrechten niedergelegt sind, alle notwendigen Aktionen (durch unsere Selbstorganisation) ergreifen werden, um ihre Investitionen zu verhindern und zu sabotieren.
Daher sollte kein künftiger Investor es wagen, mit einem Gelegenheitskauf unser öffentliches Eigentum oder unser Land anzutasten, es sei denn, er geht höchste Risiken ein. In dem Falle seien seine Investitionen „willkommen“ in unserem Land, das wie sein Volk der Freiheit beraubt wurde, da es zur Geburt von Helden beitragen wird, durch die Taten ihres Widerstandes.
Volksversammlung Syntagma-Platz, Athen - 3.7. 2011
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Da kann ich nur sagen: 'Hut ab' und tief verneigt...
Sollte das griechische Volk nach einer eventuellen Revolution die genannten Maßnahmen umsetzen, dann hätten sie meinen allergrößten Respekt sicher. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie weit sich die griechische Polizei (und eventuell das intereuropäische Militär [laut EU-Vertrag von Lissabon zulässig]) gegen die eigene Bevölkerung aus dem Fenster lehnen wird - auch, wenn ich lieber eine gewaltfreie Lösung in Griechenland bevorzuge. Eine gewaltfreie Lösung ist jedoch meines Erachtens nicht in Sicht. Mit allem, was die Volksversammlung in ihrer Presseerklärung als Grund für die Verteidigung des Staatseigentums aufzählt hat sie Recht. Leider nur ein 'gefühltes' Recht, denn durch den korrumpierenden und geschmierten Politiker- und Lobbyistenabschaum ist das anwendbare Recht bereits dermaßen zu Gunsten der Regierenden verbogen worden, dass sie sich jede respektlose, menschenunwürdige und gewalttätige Handlung erlauben können.
'Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich' - ein Verfassungsgrundsatz, der an bitterer Ironie kaum zu überbieten ist - weltweit. Kein Land der Erde kann sich in irgend einer Form 'demokratisch' nennen, solange die Verfassung darauf begründet ist, dass mit der Wahl einer Regierung selbst das schädigende Beschlussverhalten gegenüber der eigenen Bevölkerung rechtlich legitimiert ist. Selbst wenn es jeder BürgerIn freisteht gerichtlich zu klagen, so sind unsere legitimierten VolksvertreterInnen durch Immunität geschützt - ein 'Freibrief' um sich im Nachhinein nicht für die vergangenen Schandtaten verantworten zu müssen. Der EU-Vertrag von Lissabon ist nur die europäische Erweiterung demokratischen Unrechts und eine Erweiterung dieses 'Freibriefes'.
Doch zurück zu unseren griechischen FreundInnen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet in dem Land eine Volksrevolution eine reelle Chance erhält, das als Wiege der Demokratie weltweites Ansehen genießt. Ja, vielleicht ist ein demokratischer 'Umsturzimpuls' aus dem Herzen Europas viel aussichtsreicher auf Ausbreitung, als die so genannten 'demokratischen Revolutionen' im Norden Afrikas und in Teilen des mittleren Ostens. Die sind doch viel zu weit weg, dass deswegen der Eropäer sein bräsiges Korinthenausscheidungsorgan aus dem Sessel schwingt, geschweige denn dass er/sie sich Gedanken darüber macht, ob die über Griechenland verhängten Sanktionen und Demokratieeinschnitte nicht bei der übernächsten Finanzkrise ihm/ihr vielleicht selbst drohen könnten. Als Freund des gepflegten Humors habe ich dazu gerade eine gedankliche Assoziation: Der 'nette Herr' Staatspräsident Wen Jiao Bao aus dem fernen China kündigte doch vor wenigen Tagen an, dass sein Land jederzeit die ausgestreckte hilfesuchende Hand Europas nehmen würde, indem er in europäische Staatsanleihen investieren würde. Nach der nächsten europäischen oder amerikanischen Finanzkrise hat China dann mehr als 50% der amerikanischen und vielleicht genauso viele Prozente an den europäischen Schulden aufgekauft und sagt uns dann, auf welche demokratischen und wirtschaftlichen Privilegien wir zukünftig verzichten müssten. Nette Phantasie, oder ?
Jaja, ich weiß - jetzt bin ich wieder einer von diesen 'Verschwörungstheoretikern' [lach]
Aber Spaß beiseite - warum stehen wir als Volk nicht genauso auf wie die Griechen ? Auch hier in Deutschland ist nicht das Volk an der Finanzkrise schuld, sondern diejenigen, die sich unter juristischer Federführung der Großkonzerne und durch Verbreitung durch diplomatische Klinkenputzerkolonnen sich allein durch unseren Wahlauftrag für ihre Machenschaften rechtfertigen - von der materiellen Bereicherung, die in keinem Verhältnis zur relativen Arbeitsleistung steht, mal ganz abgesehen. Wir gehen lieber weiterhin zur Wahlurne und pflegen das Ritual des 'kleineren Übels'. Wenn ich weiß, dass ich keine Partei meiner Wahl in die Position des Regierens bringen kann, die meinen Anspruch auf eine 'saubere' Demokratie herstellt, dann kann ich mir den Rest doch schenken, oder ? Und wenn ich weiß, dass keine etablierte Partei diese Rechte umsetzen wird, da deren eigenen Vorteile dann wegfielen, dann habe ich als logisch denkender Mensch doch wohl nur eine Wahl, oder ?
Dabei kommt mir gleich die nächste Idee:
Da auch ich kein Freund der Gewalt bin habe ich mich gefragt, ob ein solcher Widerstand nicht auch friedlich und gewaltfrei zu leisten wäre, ohne dabei auch nur einen Funken an Effekivität einzubüßen. Stellen Sie sich mal vor, alle BürgerInnen würden an einem Tag 'X' alle zu Hause bleiben und ein Transparent aus dem Fenster hängen worauf steht:
'Die Wohnung in der ich lebe ist jetzt meine Wohnung -...und hier gehe ich so lange nicht raus, bis mein Recht aus dem Grundgesetz nach § 23 (Originalfassung) in die Tat umgesetzt wird und das deutsche Volk sich eine eigene Verfassung gegeben hat, die auch dem Volk zur Abstimmung vorlag.'
Da hätte die Regierung ein gewaltiges Problem. Zum einen steht die Produktion komplett still und zum anderen gäbe es keinerlei Gewalt auf den Strassen, weil dort niemand protestiert demgegenüber Gewalt ausgeübt werden müsste (oder könnte). Was will die Regierung dann tun ? 67 Millionen Räumungsklagen einreichen ??? Jede BürgerIn (so wie SchulverweigerInnen) morgens zur Arbeit 'eskortieren' ??? [lach] Ich überlasse es mal Ihrer Phantasie !
Und eines möchte ich noch zur Wahlmentalität in Deutschland anmerken - wissen Sie eigentlich wie viele WählerInnen es in Deutschland gibt, die ihre Stimme nicht deshalb abgeben weil sie das entsprechende Parteiprogramm so toll finden, sondern weil sie zu den 'WahlgewinnerInnen gehören wollen (...oder zumindest zweiter Gewinner [lach]) ? Ich hab' auch mal einen getroffen, der sagte: 'Ich wähle CDU - wer das Geld hat hat die Macht, also wähle ich die Mächtigsten, ganz einfach !' (...womit er sie letztlich 'mitlegitimiert'). Aber wozu das Ganze ?
So wie die Finanzkrisen die als Folge eines logischen Systemfehlers unvermeidbar sind, werden auch die Menschen im Laufe der Zeit begreifen dass der einzige Weg in eine gerechte und aussichtsreiche Zukunft für uns und unsere Kinder darin besteht, das System derart zu verändern, dass solche vorhersehbaren Systemfehler behoben werden. Die Griechen sind analog zur Geschichte ihrer Zeit einmal wieder voraus !
Hellenisch-solidarische Grüße
-CK-




















"... sondern weil sie zu den 'WahlgewinnerInnen gehören wollen"
Ich habe eine Rentnerin mal sagen hören:"Die FDP hat mir eine Rose geschenkt, ich hätte sie deshalb eigentlich wählen müssen." Nagut sie tat es wohl nicht. Aber man sieht was die Bevölkerung sich für "Gedanken" macht über die Parteien und wie sie über ihre Zukunft nachdenken. Nämlich gar nicht! Die Deutschen sind dumm und bestehen hauptsächlich aus Mitläufern und Trittbrettfahrern. Mit so etwas kann man kein Zukunft gestalten. Und für Idioten zu kämpfen lohnt sich einfach nicht, damit schadet man sich nur selbst! Natürlich gibt es auch welche die Nachdenken und Veränderungen wollen, aber es sind einfach zu wenige die dieses System durchschauen.
Nach der nächsten europäischen oder amerikanischen Finanzkrise hat China dann mehr als 50% der amerikanischen und vielleicht genauso viele Prozente an den europäischen Schulden aufgekauft und sagt uns dann, auf welche demokratischen und wirtschaftlichen Privilegien wir zukünftig verzichten müssten. Nette Phantasie, oder ?
So, oder ähnlich könnte es in der Tat kommen.
Stellen Sie sich mal vor, alle BürgerInnen würden an einem Tag 'X' alle zu Hause bleiben und ein Transparent aus dem Fenster hängen worauf steht:
'Die Wohnung in der ich lebe ist jetzt meine Wohnung -...
Einen ähnlichen Vorschlag in einem anderen Zusammenhang hatte ich einmal in einem anderen Forum angedacht. Ich wurde nur müde belächelt.
Ich stelle mir ebenfalls die Frage, warum wir immer so friedlich sind. Natürlich ist Gewalt keine Lösung, aber der deutsche Michel macht nichts. Lieber -CK-, es geht den meisten anscheinend immer noch zu gut. Ich verstehe unsere Leute nicht mehr. Das fängt doch schon im einfachen Vereinsleben an. Wer kümmert sich da noch um etwas? Ein paar Leute aus der Vorstandschaft machen dort die D*-Arbeit und andere lassen seelenruhig bedienen.
Eine Presseerklärung von einer Volksversammlung, die aller Wahrscheinlichkeit von einer verschwindend kleinen, an der Gesamtzahl des Volkes gemessen, Zahl von Menschen stammt als Beweis für IRGENDETWAS herhalten zu lassen wäre schon an sich Satire genug - Problem: Der Autor meint es scheinbar ernst.
Neben allen inhaltlichen Widersprüchen und Ungereimtheiten (z.B. fehlen konkreter Zahlen), hat der Autor augenscheinlich vor allem ein Problem - ein Problem mit der Demokratie.
Die krude Logik: Wer meiner Meinung ist, ist klug - wer anderer Meinung ist, der verdient nur die Bezeichnung: defizitärer "[...] deutschen Michel [...]"
Wer nicht in der Lage ist, sich politisch dergestalt aufzustellen, dass er die demokratischen Mehrheiten für seine Ziele "organisieren" kann, der (und selbstverständlich nicht nur der) sollte sich mit abwertenden Bemerkungen tunlichst zurückhalten.
welche Zahlen benötigen Sie denn ?
Ihr Zitat:"Die krude Logik: Wer meiner Meinung ist, ist klug - wer anderer Meinung ist, der verdient nur die Bezeichnung: defizitärer "[...] deutschen Michel [...]"
Wo haben Sie den Scheiß den her ? Bei dieser Ihrer Sichtweise werde ich mir über ihre inhaltlichen Defizite nun klarer.
-CK-
Der oder die Deutsche pauschal als dumm zu bezeichnen ist zu einfach. Viele Menschen wissen, dass das Experiment des gemeinsamen Europas basierend auf einer gemeinsamen Währung keinen Fortbestand haben wird und kann. Darüber streiten sich die so genannten Experten. Wie viele machen sich Gedanken, was passiert am Tag X, wenn der Euro kollabiert. Wie viele Rettungspakete können noch gestemmt werden?
Viele verlieren dann Erspartes, Rente, Lebensversicherungen etc. Eigentum schützt dann auch nicht mehr vor Verarmung, womit soll bezahlt werden? Tauschgeschäfte:“ gib mir Medizin und ich schenke dir Kartoffeln.“ Unterhältst du dich über mögliche Konsequenzen, dann erhältst du die Antwort: „wird schon nichts passieren, ist immer gut gegangen.“ Es ist spannend in einem Zeitalter eines untergehenden Systems zu leben.
Doch lieber Citzienking, was kommt danach? Wir sind in einem System sozialisiert worden, in dem ein Leben ohne Geld, Wirtschaft und Erwerbsarbeit nicht vorstellbar ist. Tief in uns ist der Wettbewerbsgedanke verankert. Wie sollen Menschen sich von einem fest installierten Paradigma verabschieden? Revolution gut und schön, aber was danach?
Da wäre dann noch die kontroverse Frage des ewigen Wachstums zu diskutieren. Wie sähe eine Welt jenseits des Wachstumsgedanken aus? Ich als bescheidener Laie, sehe nur eines wachsen, die Verschuldung, damit die Verarmung. Wie sieht Ihre Vorstellung einer Welt jenseits nach einer Systemänderung aus? Alle Gleich, dafür sind die Menschen nicht ausgelegt. Ihre Idee des passiven Widerstands ist durchaus ein reizender Gedanke, ich fürchte nur, dass diese Revolutionsgedanken in brutale Gewalt umschlagen werden, und für viele Idioten möchte ich nicht sterben. Das was der Mensch braucht ist eine komplette Vorstellung einer anderen Welt. Wenn sich mit dieser Idee genügend Leute identifizieren können, dann kann eine Bewegung entstehen. Hierzu braucht es nicht die Masse. Sondern authentische Menschen, die andere überzeugen können.
Dass bloße „Aufstehen“ mit anschließender Gewalt-Eskalation ist kein hoffnungsfroher Gedanke.
danke für ihren produktiven Kommentar. Nun, wie eine Gesellschaft nach einer Revolution aussieht kann ich Ihnen nicht in kurzen Worten schildern. Dafür ist der Bereich zu komplex und von sehr vielen Faktoren abhängig, die zeitgleich 'nachjustiert' bzw. synchronisiert werden müßten. Dies geht aber (wie wir in den letzten 40 Jahren erleben durften) nicht durch eine etablierte Partei. Solange die Politik sich die Gesetze selbst schreibt, wird sie keinen Millimeter Macht abgeben. Da kann nur das Volk 'entmachten' und passiver Widerstand ist deutlich besser als eine von Gewalt geprägte Auseinandersetzung auf der Straße.
Was haben Sie für Möglichkeiten erkannt, die sich bieten könnten ?
-CK-
tja gute Frage... Da bin ich zur Zeit überfragt.
Ich hatte die leise Hoffnung, dass sich ein paar Ideen hierzu einfinden würden.
gruß Antigone
Die Griechen wissen jetzt genau, was die letzten Jahre gelaufen ist. Bin gespannt wie sie es machen werden, denke mal mit Militär!!!
Bleibt nur noch zu ergänzen, daß die heutigen Demokratien die bislang am besten versteckten Diktaturen sind.
danke für Ihren absolut unproduktiven Kommentar.
Es gibt Menschen, die achten auf die Zeichensetzung und es gibt Menschen, die sich für das Thema interessieren und versuchen sich wenigstens mit Perspektiven analog zum Inhalt zu befassen. Scheinbar war mein Artikel zu anspruchsvoll für Ihr Erbsenhirn. Wenn es Ihnen Spaß macht Autoren zu verkackeiern, dann versuchen Sie es doch bitte woanders - oder besser noch, schreiben Sie doch mal einen Artikel, dann können wir alle an Ihrem Intellekt teilhaben...
-CK-
Natürlich bin auch ich kein Profi in Politik. Aber immer nur andere niedermachen, welche etwas bewegen möchten, ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Schreiben Sie doch einmal wie eine Lösung aussehen könnte? Oder schreiben Sie doch einmal aus Ihrer Erfahrung heraus, warum wir deutschen immer zu verhalten auftreten. Warum schreiben Sie von schlichten Geist etc? Was soll denn dass? Sie können gerne schimpfen, sollten aber auch einwenig begründen.
Satzbau und Interpunktion sind OpenSource :-).
Die in Schölzls Welt veröffentlichte Erklärung der Kommunistischen Partei Griechenlands (Inland) vom 1. Juli 2011 prangerte die rechtssozialdemokratische PASOK-Politik als "Hirtenhunde des Kapitals" an: http://www.jungewelt.de/2011/07-04/047.php
Massenpolitisch wichtiger war was zwei Wochen vorher die Generalsekretärin des ZK der KKE, Aleka Papariga, auf der ersten großen Demonstration in Athen öffentlich sagte. Hier ist der Text leicht gekürzt:
"Wir fordern Wahlen, damit das Volk einen ersten tiefen Schlag dem bürgerlichen System versetzen kann. Je schwächer die Regierung ist, die da gebildet werden wird, um so leichter wird es für das Volk werden, das Schlimmste abzuwenden. Wir ignorieren die Absicht des Premierministers zurückzutreten, die Bereitschaft des Vorsitzenden der Nea Dimokratia, Samaras, zu einer Koalitionsregierung, sowie auch den Ausgang des Regierungsumbildungsstreichs. Wir ignorieren die Umbildungs-Operette. Es hat überhaupt keine Bedeutung, welcher Minister da geht oder welcher dessen Platz einnimmt. Der Konsens ist zeitweilig gescheitert. Sie werden einen neuen Versuch starten.
Werft ihre Drohungen, dass, wenn das griechische Volk nicht mitspielt, es sich ohne Löhne und Renten wiederfinden wird, in die Mülltonne. Sie versuchen da doch nur, ihre eigenen Dilemmta in Dilemmata für das Volk umzuwandeln. Sie versuchen da doch nur, ihre eigene Panik und Furcht angesichts des Entblößens des kapitalistischen Systems und der EU in eine Panik und Furcht des Volkes umzuwandeln. Wenn die da oben zittern, dann müssen die von unten mit noch viel größerer Kampfbereitschaft zum Gegenangriff übergehen. Die Krise in der Euro-Zone ist eine tiefe Krise, so wie in Irland und in Portugal. Sie sagen Probleme für die italienische Wirtschaft und Verschärfung der Krise in Spanien voraus. Demzufolge werden alle Völker zahlen, es ist keine Sache einer Verhandlungsart über die Schulden, wie Nea Dimokratia und SYRIZA da herumkrakeelen.
Wir müssen hervorheben, was die Geschäftsgruppen, die Monopole, die EU und die NATO dem Volk schulden, und auch die bürgerlichen Parteien Nea Dimokratia und PASOK natürlich [...] das Volk muss gar nichts zahlen. DAS VOLK MUSS MIT SEINEN EIGENEN HÄNDEN ZURÜCKNEHMEN, WAS IHM GESCHULDET WIRD UND IHM GEHÖRT! Sie schulden dem Volk eine Menge wegen des Mehrwertes, welchen sie im Produktionsprozess stehlen […] Sie schulden den Arbeitern im Handel, in den Dienstleistungen, im öffentlichen und privaten Bereich. Sie schulden der überwältigenden Mehrheit der Lohnarbeiter Gehälter, Löhne und Renten. Sie schulden massenhaft Reichtum, welchen sie da in ihren Tresoren in der Schweiz und woanders angehäuft haben. Sie schulden durch den Raub an den Sozialversicherungsgeldern […] Sie schulden alles, was die gewöhnlichen griechischen Familien für Bildung, Gesundheit und Vorsorge, Pflege und Versicherungen bezahlt haben […] Sie schulden gigantische Summen wegen der enormen Ausgaben für militärische Rüstung dank der NATO und der Regionalkriege [...] Es sind produktive Entwicklungsmöglichkeiten an Bodenschätzen vorhanden für viele Verwendungen, Entwicklungsmöglichkeiten in fast allen Industriezweigen, in allen Zweigen der Agrarproduktion, im Schiffsbau, im Fischereiwesen […]
Diese enorme Schuldenlast wird das Volk nur dann kassieren, wenn es die Macht in seine eigenen Hände nimmt, das Privateigentum durch Vergesellschaftung und Volkskooperativen, mit Loslösung von der EU mit Arbeiter- und Volkskontrolle von unten nach oben, mit einem Volksparlament mit Vertretern, die in den Arbeitsstellen gewählt werden, mit den Organisationen der Rentner, der Schüler, der Universitätsstudenten, mit einer landesweiten Planwirtschaft, welche jede Form von Arbeitslosigkeit abschafft. Der Hauptdarsteller dieser Entwicklungen wird nicht allgemein und abstrakt das Volk, sondern die Einheitsfront des Bündnisses der Arbeiter, Selbstständigen, Bauern, Studenten und Frauen der Volksfamilie. Es gibt die Kraft mit konkretem Vorschlag, mit Erfahrung und mit stabiler Kampfbereitschaft ohne gefährliche und opportunistische Machenschaften. Diese Kraft ist die KKE, ist die gesellschaftliche Volksfront der radikalen gesellschaftlichen Organisationen um die PAME, PASEVE, PASY, OGE und MAS. VOLKSFEINDLICHE SZENARIEN WERDEN DERZEIT IM HINTERGRUND VORBEREITET: SIE WERDEN SOGAR AUF DEN STRASSEN UND PLÄTZEN AUSGETESTET. Auf den Plätzen sind nicht nur die ungerecht Behandelten anzutreffen. Auch Vertreter von Lobbys mächtiger wirtschaftlicher und politischer Interessen erscheinen als Wut-Bürger auf den Plätzen, ebenso wie Vertreter der Nichtregierungsorganisationen, welche eine ganz besondere Rolle spielen und möglicherweise auch frühere und jetzige Partner der PASOK-Führung, welche modernisierende und angeblich erneuernde Lösungen formen […] NICHT IRGENDEIN BÜNDNIS MIT EINEM TRÜBEN TITEL LINKER UND FORTSCHRITTLICHER KRÄFTE, MODERNISIERER UND ERNEUERER, SONDERN EIN BÜNDNIS DER ANTIMONOPOLISTISCHEN, ANTIIMPERIALISTISCHEN, ANTIKAPITALISTISCHEN KRÄFTE, EIN BÜNDNIS, DAS SICH FÜR DEN KAMPF GEGEN DIE MACHT DER MONOPOLE UND FÜR DIE MACHT DES VOLKES VEREINT! http://de.kke.gr/news/news2011/2011-06-17-info
danke für die aufschlussreiche Ergänzung zu diesem Thema...
-CK-