Ein Börsenhändler entblößt sich selbst
Deutsche Banken bieten Wetten gegen den Euro an
Geldanlage: Vor allem die Banken machen Kasse
GRÜNEN-Chef Özdemir warnt vor Überforderung der Reichen
Prof. Lorenz Jarass über Vermögensverteilung und Steuersystem
Tafel-Ehrenamt: Helferin kämpft gegen Jobcenter-Sanktionen
Alte werden aus der Arbeitslosenstatistik getrickst
Glücksatlas Deutschland: Nachhaltige Volksverblödung durch die Medien
60 Jahre Bundesverfassungsgericht: Grundrechte als Luxusartikel
CDU/CSU wollen Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür
Rosenheimer Polizeigewalt: Innenminister Herrmann (CSU) fordert mehr Dankbarkeit für Prügelpolizei
Papst-Berichterstattung in den Medien: Prädikat "Besonders peinlich"
Wer stellt endlich mal die richtigen Fragen?
Aufgelesen und kommentiert 2011-09-28
--
Download dieser Linksammlung hier (*.doc/*.odt) zum Weiterverteilen per eMail.
--
Ein Börsenhändler entblößt sich selbst
"Ein Interview der britischen BBC sorgt derzeit für Aufregung und Empörung", schreibt der Nachrichtensender n-tv. Allerdings hat der äusserst gesprächige "Spekulant" lediglich ein paar ehrliche Sätze verkündet. Beispiel: "Ich bin ein Händler. Mich interessiert nicht, wie die Wirtschaftskrise überwunden wird." Wenn es eine Möglichkeit gebe, Gewinn zu machen, nutze er sie. Wie die meisten Händler würde es ihn überhaupt nicht interessieren, wie die Wirtschaft gerettet und die Krise bewältigt werden könnte. "Unser Job ist es, damit Geld zu verdienen."
Und jetzt? Erkenne ich bei euch bereits so etwas wie Empörung? Dann lest mal weiter (Zitat): "Er träume jede Nacht von einer neuen Rezession. Der Händler erinnert an die große Depression in den 1930er Jahren. Auch damals hätten sich einige Investoren darauf vorbereitet und viel Geld damit verdient." Und noch schöner ist es sicherlich, wenn man diese Krisen, an denen man fett verdienen kann, auch noch selber anfeuert. Über private Ratingagenturen beispielsweise, die ein Euro-Land nach dem anderen herunterstufen. "Goldman Sachs regiert die Welt. Und Goldman Sachs würde sich ebenso wenig um die Rettungsbemühungen Europas kümmern wie andere Fonds."
Klare Worte. Und ich wundere mich, warum es deshalb jetzt Aufregung und Empörung gibt? Wahrscheinlich, weil die schwarzgelbrotgrüne Politik mitsamt ihren linientreuen Qualitätsjournalisten dem Pöbel kollektiv ins Hirn geschissen haben, dass "die Finanzmärkte" schon irgendeine wichtige Existenzberechtigung hätten und deshalb schon "zum Wohle aller" gerettet werden müssen. Da passen solche ehrlichen Worte, dass es den Spekulanten NUR ums Abkassieren geht, natürlich nicht so recht ins Bild
"In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt", hat George Orwell gesagt. Wie man sieht, hat er recht.
Unter Spekulanten hingegen gilt der Grundsatz: "Wenn man Gewinne behalten darf, während Verluste von der Allgemeinheit getragen werden; dann wäre man doch dumm, wenn man beim nächsten Mal nicht mit zehnfachen Einsatz spielt." Und falls sich noch jemand fragt, warum die Krisengipfel in immer kürzeren Abständen erfolgen und die Rettungsschirme immer grösser werden, der findet hier die Erklärung. "Die Krise ist schneller als der Rettungsschirm", sagt eine kluge Frau. Wer mag ihr widersprechen?
Dazu passt:
Deutsche Banken bieten Wetten gegen den Euro an
Ein Angebot speziell auch für Kleinanleger, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Auch die Banken, die mit unserem Steuergeld "gerettet" wurden, helfen bei Wetten gegen den Euro mit, wie die Reportage enthüllt. Eine tolle Sache
Allerdings:
Geldanlage: Vor allem die Banken machen Kasse
"Bis zu zwei Dritteln der Gewinne landen beim Geldhaus", schreibt DIE WELT. Welch eine Überraschung
GRÜNEN-Chef Özdemir warnt vor Überforderung der Reichen
"Mehr als 50 Prozent steuerliche Gesamtbelastung für die Reichen in Deutschland sind nicht verkraftbar", wird der GRÜNEN-Chef Cem Özdemir zitiert. Was ja schon einige Kraftanstrengungen benötigen würde, wenn die wirklich Vermögenden hierzulande einer 50-prozentiger Besteuerung unterliegen würden. Denn das Abkassieren von Zinsen wird nur mit einer Abgeltungssteuer von lediglich 25 Prozent belegt. Und eine Vermögensteuer gibt es überhaupt nicht mehr. Das Ergebnis ist bekannt: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Und solange die immer weiter (!) auseinander geht - in den vergangenen zehn Jahren sogar drastisch - kann von einer "Überforderung der Reichen" keine Rede sein.
Dazu passt:
Prof. Lorenz Jarass über Vermögensverteilung und Steuersystem
Kein brandneues Interview, aber immer noch gültig (und sehr hörenswert).
Übrigens: Wenn ein Hartz4-Empfänger mehr als 100 Euro hinzu verdient, werden ihm davon 80 Prozent abgezogen. Bislang hat sich noch kein einziger GRÜNER in die Medien gestellt und von einer "Überforderung der Armen" gesprochen.
Tafel-Ehrenamt: Helferin kämpft gegen Jobcenter-Sanktionen
Weil sie als Hartz4-Empfängerin ehrenamtlich bei einer Tafel mithilft und dafür 19,90 Euro pro Woche als Aufwandsentschädigung erhält, hat das Jobcenter ihren Regelsatz gekürzt. Mal um 75 Euro, mal auch 118 Euro oder 137 Euro.
Alte werden aus der Arbeitslosenstatistik getrickst
Hintergrund: "2007 wurde die 58er-Regelung geändert, denn sie passte schlecht zum Ziel der großen Koalition, Ältere bis zum 67. Lebensjahr arbeiten zu lassen. Die Furcht vor einem Hochschnellen der Zahlen war zu groß. So einigte man sich darauf, die Älteren ab 58 Jahren als Arbeitslose zu streichen, wenn sie innerhalb eines Jahres kein Stellenangebot erhalten."
Bonus: "Zu Beginn des Jahres 2011 sind rund 43 Prozent der Bezieher arbeitslos registriert", heisst es in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von LINKE-Chef Klaus Ernst. "Im Vorjahr waren es nur 39 Prozent und 2007 sogar nur 14 Prozent."
Glücksatlas Deutschland: Nachhaltige Volksverblödung durch die Medien
Noch einmal der Blick auf diese Propaganda rund um den sogenannten "Glücksatlas Deutschland", der von unseren Qualitätsjournalisten unreflektiert breitgetreten wurde. Und sehr schön fand ich diese Passage (Zitat): "Der Kölner Express punktet in Köln damit, dass die Kölner "etwas glücklicher als die Düsseldorfer" sind, als Schlagzeile. Besser als die Düsseldorfer zu sein, kommt in den meisten Köpfen der Stammtische in Köln immer gut an - und so haben diese Leute wieder etwas Zufriedenheit und einige Tage Gesprächsstoff auf der Arbeit und in den Kneipen."
Tja Leute, so plump (aber erfolgreich) wird der aufgeklärte Volkspöbel bei Laune gehalten, während hintenrum Reallöhne sinken, Renten gekürzt und Niedriglohnjobs boomen.
60 Jahre Bundesverfassungsgericht: Grundrechte als Luxusartikel
Zitat: "Deutschland feiert in Karlsruhe, der »Residenz des Rechts«, das 60jährige Bestehen des Bundesverfassungsgerichts. Ganz Deutschland? Gerade mal acht Prozent des Volkes, in dessen Namen Recht gesprochen wird, sagen: »Im Allgemeinen geht es gerecht zu auf der Welt«. 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu: »Auf die Interessen des Volkes wird kaum Rücksicht genommen.« Gerade mal vier Prozent meinen, daß Wahlentscheidungen die Richtung der Politik stark beeinflussen. Das klingt nicht nach starkem Vertrauen in ein gerechtes Staatswesen.
In den letzten zehn Jahren verloren die abhängig Beschäftigten im Durchschnitt real 2,5 Prozent ihres Einkommens, während der erarbeitete Reichtum des Landes wuchs und wuchs. Geringverdiener büßten im selben Zeitraum sogar bis zu 22 Prozent ein, wie das DIW jüngst bekanntgab. Und laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der »atypisch Beschäftigten«, also der Leiharbeiter, der befristet und in Teilzeitjobs Beschäftigten, stark an: Sie machen inzwischen ein Viertel aller abhängig Beschäftigten aus.
Die Umverteilung nimmt bedrohliche Ausmaße an: bedrohlich für die, denen genommen wird, und bedrohlich für die Gesellschaft, die durch die wachsende Kluft zerrissen wird. Es könnte die Stunde des Bundesverfassungsgerichts sein, Regierung und Parlament zur Verwirklichung des sozialen Rechtsstaates zu verpflichten. Denn das Grundgesetz bot nach Faschismus und Krieg eine solide Basis für den Aufbau eines gerechten demokratischen Gemeinwesens. Stattdessen segnet es eine neoliberale Politik samt ihrer Folgen für die Bevölkerung ab, obwohl die Verfassung zwingend etwas Anderes verlangt." Weiterlesen...
CDU/CSU wollen Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür
Diesmal über ein "Nachforderungspapier" zum Telekommunikationsgesetz, mit der die jetzt gültige Drei-Monats-Maximalspeicherung für Abrechnungszwecke kurzerhand auf eine Sechs-Monats-Mindestspeicherung umgewandelt wird. Also genau das eingeführt wird, was das Bundesverfassungsgericht als grundgesetzwidrig aburteilte.
Unnötig zu erwähnen, dass nur die LINKE vom "Verfassungsschutz" beobachtet wird, weil sie ja angeblich gegen unsere Verfassung verstossen wollen. Diejenigen aber, die jedes Quartal von unserem Bundesverfassungsgericht die Hosen strammgezogen bekommen, dürfen weiterhin unbehelligt unser Grundgesetz fleddern.
Ab wann nochmal genau spricht man von einem Unrechtsstaat?
Rosenheimer Polizeigewalt: Innenminister Herrmann (CSU) fordert mehr Dankbarkeit für Prügelpolizei
Ausserdem darf wegen der Prügelaktion jetzt nicht vorschnell eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten gefordert werden, weil solche Kennzeichnungen ja auch verwechselt werden können (Zahlendreher, usw.) und dann der falsche Polizist verantwortlich gemacht werden könnte. Und ja, das ist grob zusammengefasst die Meinung des CSU-Innenministers. Ich verweise angesichts dieses Dokumentes an stolz vorgetragener Intelligenzallergie nur auf diesen Gegenkommentar, den ich gänzlich unterschreiben kann.
Papst-Berichterstattung in den Medien: Prädikat "Besonders peinlich"
Falls das noch jemanden interessiert...
Und zu guter Letzt:
Wer stellt endlich mal die richtigen Fragen?
Pelzig übertrifft sich selbst.
Download dieser Linksammlung hier (*.doc/*.odt) zum Weiterverteilen per eMail.
--
Ein Börsenhändler entblößt sich selbst
"Ein Interview der britischen BBC sorgt derzeit für Aufregung und Empörung", schreibt der Nachrichtensender n-tv. Allerdings hat der äusserst gesprächige "Spekulant" lediglich ein paar ehrliche Sätze verkündet. Beispiel: "Ich bin ein Händler. Mich interessiert nicht, wie die Wirtschaftskrise überwunden wird." Wenn es eine Möglichkeit gebe, Gewinn zu machen, nutze er sie. Wie die meisten Händler würde es ihn überhaupt nicht interessieren, wie die Wirtschaft gerettet und die Krise bewältigt werden könnte. "Unser Job ist es, damit Geld zu verdienen."
Und jetzt? Erkenne ich bei euch bereits so etwas wie Empörung? Dann lest mal weiter (Zitat): "Er träume jede Nacht von einer neuen Rezession. Der Händler erinnert an die große Depression in den 1930er Jahren. Auch damals hätten sich einige Investoren darauf vorbereitet und viel Geld damit verdient." Und noch schöner ist es sicherlich, wenn man diese Krisen, an denen man fett verdienen kann, auch noch selber anfeuert. Über private Ratingagenturen beispielsweise, die ein Euro-Land nach dem anderen herunterstufen. "Goldman Sachs regiert die Welt. Und Goldman Sachs würde sich ebenso wenig um die Rettungsbemühungen Europas kümmern wie andere Fonds."
Klare Worte. Und ich wundere mich, warum es deshalb jetzt Aufregung und Empörung gibt? Wahrscheinlich, weil die schwarzgelbrotgrüne Politik mitsamt ihren linientreuen Qualitätsjournalisten dem Pöbel kollektiv ins Hirn geschissen haben, dass "die Finanzmärkte" schon irgendeine wichtige Existenzberechtigung hätten und deshalb schon "zum Wohle aller" gerettet werden müssen. Da passen solche ehrlichen Worte, dass es den Spekulanten NUR ums Abkassieren geht, natürlich nicht so recht ins Bild

"In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt", hat George Orwell gesagt. Wie man sieht, hat er recht.
Unter Spekulanten hingegen gilt der Grundsatz: "Wenn man Gewinne behalten darf, während Verluste von der Allgemeinheit getragen werden; dann wäre man doch dumm, wenn man beim nächsten Mal nicht mit zehnfachen Einsatz spielt." Und falls sich noch jemand fragt, warum die Krisengipfel in immer kürzeren Abständen erfolgen und die Rettungsschirme immer grösser werden, der findet hier die Erklärung. "Die Krise ist schneller als der Rettungsschirm", sagt eine kluge Frau. Wer mag ihr widersprechen?
Dazu passt:
Deutsche Banken bieten Wetten gegen den Euro an
Ein Angebot speziell auch für Kleinanleger, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Auch die Banken, die mit unserem Steuergeld "gerettet" wurden, helfen bei Wetten gegen den Euro mit, wie die Reportage enthüllt. Eine tolle Sache

Allerdings:
Geldanlage: Vor allem die Banken machen Kasse
"Bis zu zwei Dritteln der Gewinne landen beim Geldhaus", schreibt DIE WELT. Welch eine Überraschung

GRÜNEN-Chef Özdemir warnt vor Überforderung der Reichen
"Mehr als 50 Prozent steuerliche Gesamtbelastung für die Reichen in Deutschland sind nicht verkraftbar", wird der GRÜNEN-Chef Cem Özdemir zitiert. Was ja schon einige Kraftanstrengungen benötigen würde, wenn die wirklich Vermögenden hierzulande einer 50-prozentiger Besteuerung unterliegen würden. Denn das Abkassieren von Zinsen wird nur mit einer Abgeltungssteuer von lediglich 25 Prozent belegt. Und eine Vermögensteuer gibt es überhaupt nicht mehr. Das Ergebnis ist bekannt: Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Und solange die immer weiter (!) auseinander geht - in den vergangenen zehn Jahren sogar drastisch - kann von einer "Überforderung der Reichen" keine Rede sein.
Dazu passt:
Prof. Lorenz Jarass über Vermögensverteilung und Steuersystem
Kein brandneues Interview, aber immer noch gültig (und sehr hörenswert).
Übrigens: Wenn ein Hartz4-Empfänger mehr als 100 Euro hinzu verdient, werden ihm davon 80 Prozent abgezogen. Bislang hat sich noch kein einziger GRÜNER in die Medien gestellt und von einer "Überforderung der Armen" gesprochen.
Tafel-Ehrenamt: Helferin kämpft gegen Jobcenter-Sanktionen
Weil sie als Hartz4-Empfängerin ehrenamtlich bei einer Tafel mithilft und dafür 19,90 Euro pro Woche als Aufwandsentschädigung erhält, hat das Jobcenter ihren Regelsatz gekürzt. Mal um 75 Euro, mal auch 118 Euro oder 137 Euro.
Alte werden aus der Arbeitslosenstatistik getrickst
Hintergrund: "2007 wurde die 58er-Regelung geändert, denn sie passte schlecht zum Ziel der großen Koalition, Ältere bis zum 67. Lebensjahr arbeiten zu lassen. Die Furcht vor einem Hochschnellen der Zahlen war zu groß. So einigte man sich darauf, die Älteren ab 58 Jahren als Arbeitslose zu streichen, wenn sie innerhalb eines Jahres kein Stellenangebot erhalten."
Bonus: "Zu Beginn des Jahres 2011 sind rund 43 Prozent der Bezieher arbeitslos registriert", heisst es in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von LINKE-Chef Klaus Ernst. "Im Vorjahr waren es nur 39 Prozent und 2007 sogar nur 14 Prozent."
Glücksatlas Deutschland: Nachhaltige Volksverblödung durch die Medien
Noch einmal der Blick auf diese Propaganda rund um den sogenannten "Glücksatlas Deutschland", der von unseren Qualitätsjournalisten unreflektiert breitgetreten wurde. Und sehr schön fand ich diese Passage (Zitat): "Der Kölner Express punktet in Köln damit, dass die Kölner "etwas glücklicher als die Düsseldorfer" sind, als Schlagzeile. Besser als die Düsseldorfer zu sein, kommt in den meisten Köpfen der Stammtische in Köln immer gut an - und so haben diese Leute wieder etwas Zufriedenheit und einige Tage Gesprächsstoff auf der Arbeit und in den Kneipen."
Tja Leute, so plump (aber erfolgreich) wird der aufgeklärte Volkspöbel bei Laune gehalten, während hintenrum Reallöhne sinken, Renten gekürzt und Niedriglohnjobs boomen.
60 Jahre Bundesverfassungsgericht: Grundrechte als Luxusartikel
Zitat: "Deutschland feiert in Karlsruhe, der »Residenz des Rechts«, das 60jährige Bestehen des Bundesverfassungsgerichts. Ganz Deutschland? Gerade mal acht Prozent des Volkes, in dessen Namen Recht gesprochen wird, sagen: »Im Allgemeinen geht es gerecht zu auf der Welt«. 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu: »Auf die Interessen des Volkes wird kaum Rücksicht genommen.« Gerade mal vier Prozent meinen, daß Wahlentscheidungen die Richtung der Politik stark beeinflussen. Das klingt nicht nach starkem Vertrauen in ein gerechtes Staatswesen.
In den letzten zehn Jahren verloren die abhängig Beschäftigten im Durchschnitt real 2,5 Prozent ihres Einkommens, während der erarbeitete Reichtum des Landes wuchs und wuchs. Geringverdiener büßten im selben Zeitraum sogar bis zu 22 Prozent ein, wie das DIW jüngst bekanntgab. Und laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der »atypisch Beschäftigten«, also der Leiharbeiter, der befristet und in Teilzeitjobs Beschäftigten, stark an: Sie machen inzwischen ein Viertel aller abhängig Beschäftigten aus.
Die Umverteilung nimmt bedrohliche Ausmaße an: bedrohlich für die, denen genommen wird, und bedrohlich für die Gesellschaft, die durch die wachsende Kluft zerrissen wird. Es könnte die Stunde des Bundesverfassungsgerichts sein, Regierung und Parlament zur Verwirklichung des sozialen Rechtsstaates zu verpflichten. Denn das Grundgesetz bot nach Faschismus und Krieg eine solide Basis für den Aufbau eines gerechten demokratischen Gemeinwesens. Stattdessen segnet es eine neoliberale Politik samt ihrer Folgen für die Bevölkerung ab, obwohl die Verfassung zwingend etwas Anderes verlangt." Weiterlesen...
CDU/CSU wollen Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür
Diesmal über ein "Nachforderungspapier" zum Telekommunikationsgesetz, mit der die jetzt gültige Drei-Monats-Maximalspeicherung für Abrechnungszwecke kurzerhand auf eine Sechs-Monats-Mindestspeicherung umgewandelt wird. Also genau das eingeführt wird, was das Bundesverfassungsgericht als grundgesetzwidrig aburteilte.
Unnötig zu erwähnen, dass nur die LINKE vom "Verfassungsschutz" beobachtet wird, weil sie ja angeblich gegen unsere Verfassung verstossen wollen. Diejenigen aber, die jedes Quartal von unserem Bundesverfassungsgericht die Hosen strammgezogen bekommen, dürfen weiterhin unbehelligt unser Grundgesetz fleddern.
Ab wann nochmal genau spricht man von einem Unrechtsstaat?
Rosenheimer Polizeigewalt: Innenminister Herrmann (CSU) fordert mehr Dankbarkeit für Prügelpolizei
Ausserdem darf wegen der Prügelaktion jetzt nicht vorschnell eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten gefordert werden, weil solche Kennzeichnungen ja auch verwechselt werden können (Zahlendreher, usw.) und dann der falsche Polizist verantwortlich gemacht werden könnte. Und ja, das ist grob zusammengefasst die Meinung des CSU-Innenministers. Ich verweise angesichts dieses Dokumentes an stolz vorgetragener Intelligenzallergie nur auf diesen Gegenkommentar, den ich gänzlich unterschreiben kann.
Papst-Berichterstattung in den Medien: Prädikat "Besonders peinlich"
Falls das noch jemanden interessiert...
Und zu guter Letzt:
Wer stellt endlich mal die richtigen Fragen?
Pelzig übertrifft sich selbst.
Tags für diesen Artikel: arbeitslosenstatistik, börsenhandel, bundesverfassungsgericht, cem özdemir, die linke, ehrenamt, euro-krise, geldanlage, glücksatlas, goldman sachs, joachim herrmann, lorenz jarass, neues aus der anstalt, papst, polizeigewalt, provisionen, regelsatz, rosenheim, sanktion, satire, vermögensteuer
Artikel mit ähnlichen Themen:



















http://www.bohrwurm.net/097.60%20Jahre%20Verfassungsgericht.htm
Mit einer Gala-Veranstaltung und 1000 geladenen in- und ausländischen Gästen wird eine Errungenschaft unserer zivilisierten demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft - die Verfassung - am 28.9.2011 in Karlsruhe gewürdigt.
Rückblicke, Lobreden, Würdigungen, vielleicht Erinnerungen auch an das Jahr 1933, in dem am 24.3. der § 1 des Reichsermächtigungsgesetzes in Kraft trat: Urteile ohne Begründung, geheime Verfahren, Nichtanfechtbarkeit von Urteilen.
Am 11. 8. 1993, 60 Jahre danach, wurde - fast unbemerkt – der § 93 d in das Bundesverfassungsgerichtsgesetz implantiert, der Beschwerde-Ablehnung ohne Begründung, das geheime Verfahren (ohne Verhandlung) sowie die Nichtanfechtbarkeit der Urteile ermöglicht .
(Abschaffung des Rechtsstaats?)
Sie werden feiern in Ihren Roben und das Defilee über den fein geknüpften Teppich des Rechts – am Volk vorbei – genießen, stolpern Sie jedoch nicht über die zahlreichen Knoten, die Rechtsverletzungen darstellen …
Vergessen wir einfach in dieser Stunde, dass Sie als Hüter des Gemeinwohls zum Förderer der Enteignung von Beitragszahlern der solidarischen, gesetzlichen Rentenversicherung mutierten zum Wohle der Staatsfinanzen, der Lobbyisten-Cliquen in Politik und Wirtschaft;
vergessen wir die Ausplünderung der Renten- und Sozialkassen in Milliarden Höhe, durch BVerfG-Urteile legalisiert; vergessen wir einfach die organisierte Unterdrückung elementarer Grundrechte der abhängig Beschäftigten!
Sie erheben das Glas . . .
. . denn es betrifft sie ja nicht.