Bereits gestern Abend gab es eine Meldung, die allen erklärten Nokia-Feinden die Freude ins Gesicht trieb: "
Nokia schließt das Handywerk in Rumänien". Natüŕlich bezieht sich die Freude nicht auf die 2.200 Rumänen die nun arbeitslos sind. Die hätten gute Jobs verdient, aber in Wirklichkeit waren ihre Jobs nur die Folge eines völlig irrsinnigen Subventionssystems und Nokias Sucht nach niedrigsten Löhnen. Es lohnt sich die Geschichte noch einmal hervorzukramen, weil sie ein tolles Beispiel für den Untergang des Neoliberalismus und des Raubtierkapitalismus ist.
Der älteste
Artikel auf Duckhome, der sich mit Nokia beschäftigt, lobt das Unternehmen noch, während es sich mit dem Wahnsinn von Rodenstock und Siemens beschäftigt, die wie all die anderen Abzocker nur möglichst schnell die Produktion aus Deutschland in ein Billiglohnland verschieben wollen um mehr Gewinne zu machen:
Da sind sie sich einig, der Dr. jur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG und Dr. Giancarlo Galli, Leiter der Geschäftsführung der Rodenstock GmbH, sie wollen immer mehr Produktion in Billiglohnländer verlagern. Das ist völlig in Ordnung so.
Meine letzten Brillengläser von Rodenstock kosteten 348 Euro, das biegsame Gestell etwas über 300 Euro. Da muss etwas geschehen. Diese Brillen sind für Deutschland eindeutig zu teuer. Rodenstock muss sich tragfähigere Märkte erschließen. Zum Beispiel die Ukraine. Nach nur fünf bis zwölf Monaten Arbeit kann sich eine Sekretärin dort schon eine solche Brille leisten, wenn sie auf Essen, Kleidung und Wohnung verzichtet. Eine chinesische Näherin braucht nur knapp zwei Jahre so zu arbeiten und schon besitzt sie diese schöne Brille.
Die Siemens Handysparte gibt es nicht mehr und Rodenstock ist schon lange kein deutsches Unternehmen und will heute Brillen in China verkaufen. Ein toller Erfolg. Aber Nokia hat gezeigt, dass man das Ganze noch toppen kann. Im Jahr 2008 beschloss Nokia das
Werk in Bochum zu schließen, In Bochum waren die Subventionen verballert und nun gelüstete es die Betrüger nach neuen Subventionen an einem anderen Standort. Besonder gemein war, dass der
Nokia Chef sich offiziell entschuldigte während Nokia in Rumänien schon die
Subventionen und Steuernachlässe abgriff und die Arbeiter unter dem Landesdurchschnitt bezahlte.
Nokia wollte in
Rumänien sogar eine neue Form der Skalverei einführen scheiterte aber am Widerstand von Gewerkschaften und Staat. Damit war das Ende des Standortes eigentlich schon absehbar, zumal eben nicht
unbegrenzt Billigstarbeiter zur Verfügung standen, was auch dazu führte, das keine Nokia- Zulieferer den Abzockern an diesen Standort folgte. Dazu kam, das auch in Deutschland die
Folgekosten der Nokia Betrügereien immer offensichtlicher wurden.
Der
Boykott von Nokia zeigte langsam Wirkung. Da sich die Geschäftsleitung von Nokia nur noch auf das Abzocken konzentriete, passierte das, was immer passiert, wenn ein Unternehmen größenwahnsinnig wird. Die Entwicklung wurde vernachlässigt, die Produkte sehr schnell völlig unattraktiv. Dies fiel zunächst auch nicht auf, da die Gewinne dank Subventionen und Ausbeutung ja konstant blieben. Um weitere Gewinne durch Subventionen und Betrug zu bekommen zu können, und dabei seine Mitarbeiter überwachen zu dürfen,
erpresste Nokia sein Heimatland Finnland und bekam eine Lex Nokia.
Aber all das nützte schon lange nichts mehr. Wie weit Nokia technisch heruntergekommen war, zeigte sich, als Nokia zur Zusammenarbeit mit Microsoft bei Handybetriebssystemen gezwungen war, weil der eigene Schund keine Käufer mehr fand. Nun sollte die
Addition von Nullen plötzlich mehr als Null ergeben. Real ändern sich natürlich auch wegen der stärksten Wünsche des Nokia-Miss-Managements die Regeln der Mathematik nicht. Null ist Null und bleibt auch Null.
Nun also das Ende in Rumänien. Die Nokia Karawane zieht weiter, der Vorstand hat Durst auf leichte Gewinne. Die sollen nun in Asien erwirtschaftet werden. Vermutlich in chinesischen Gefängnisfabriken. Aber selbst da müssen Löhne gezahlt werden, die das Verhungern der Gefangenen verhindern und den Bewachungsauftrag, sowie einen Gewinn für die chinesische Staatskasse erbringen müssen. Auch das wird schon kurzfristig mit Nokia Produkten nicht mehr möglich sein. Die Sache Nokia hat sich erledigt und das ist gut so. Vielleicht lernen ja einige andere Manager dadurch.
Heute klagt Nokia über die mangelnde Infrastruktur in Rumänien. Die sind selbst zu dämlich um zu begreifen, dass Infrastruktur und gut ausgebildete Arbeitnehmer Steuergelder und gute Löhne erfordern. Abzocken bedeutet für Fertigungsunternehmen am Ende den eigenen Untergang. Nokia ist wohl so etwas wie die FDP der Wirtschaft. Unfähig die Realität zu erfassen.
Die Frage, wie Globalisierung eigentlich funktionieren kann, wird von den regierenden Parteien nie gänlich umfassend beantwortet und kommuniziert.
Würden sich mehr Leute für Wirtschaftspolitik interessieren würde mal Druck aufgebaut werden, so aber wissen die Leute nicht was da passiert und wählen weiter CDU.
Sie werden's erst lernen wenn's wieder zu spät ist :-(
"Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen."
Dieser unsägliche Verein wird weiterhin Menschen ins Unglück stürzen.
http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Gesellschaftsdoku/Blood-in-the-mobile/3688482,CmC=3696176.html
Und Nokia spielt anscheinend ganz vorne mit.