Und zwar in der ganz großen Kiste. An allen möglichen Ecken und Enden. "Besetzt die Wall Street". Auf die Idee hätte man eigentlich gleich kommen können. Aber oft ist es das zu Nahe, was man nicht sieht. Und genau so oft sind die einfachen Ideen, die naheligendensten, die besten. Besetzt die Wall Street!
Wie ich meine, ist in den bürgerlichen Schichten eine große Unruhe zu bemerken. Sie kommt wohl daher, weil sie Angst um ihr System haben. Es sind nicht die Ärmsten, nicht die politisch Linken und auch nicht andere kämpferische Segmente in der Gesellschaft, sondern die bürgerlichen etablierten Schichten. Sie sind es, die wirklich viel zu verlieren haben. Nämlich alles, was sie haben und sind.
In ihrer Angst machen sie Angebote: sie wollen abwechselnd freiwillig mehr Steuern zahlen, oder mit Gesetz und Härte gegen gefährliche Abweichler vorgehen. Sie wollen mal mehr Staat, mal weniger. Sie wollen das Bankensystem regulieren, die Börse sowieso. Um jeden Preis muss der Euro geschützt werden (der Dollar, der Schweizer Franken etc.) Und sie hätscheln ihre etablierte Elite, auch in Hinsicht ihrer Kinder. Den Kindern eine Elite-Ausbildung, dann wird es schon gehen. Der Eliteglauben soll die Zukunftsangst im Zaume halten.
Das System ist die große Kiste. Im System hatte man sich eingerichtet. Man merkte nicht, wie der Pegel der innerartlichen Aggression in der Kiste stieg, bzw. man verdrängte es. Hartz4 waren die anderen, die man aus dem Blickfeld wegdrängte. Aus den Augen, aus dem Sinn. Doch die weggedrängten Verarmten hinterließen Angst. Angst davor, dass einen das gleiche Schicksal treffen könnte. Und so begann der Kampf um die sicheren Plätze in der Kiste. Zahn um Zahn. Schrecklich. Kulturzerstörend. Solidarität und Empathie zersetzend. Barbarisch.
Wir können froh sein, wenn dieser Kampf der einzelnen untereinander aufhört und ein anderer Kampf anfängt. Bei "Besetzt die Wall Street" haben sich mehrere zusammengetan um sich gemeinsam gegen die Herrschenden zu stellen. Immerhin geht es in die richtige Richtung. Egal, was daraus wird. Das weiß man nämlich nie, wenn man einen Kampf um Gerechtigkeit anfängt. Eine neue Ordnung fällt nicht fertig vom Himmel, sondern sie muß erarbeitet werden. Stück für Stück. Wobei ein paar Visionen und ein paar Grundüberzeugungen natürlich unabdinglich sind. Aber die Menschen sind gebildet und reif genug, um das hinzubekommen.
Bei uns hier in Deutschland haben sich momentan die Dinge in Sphären verzogen, wo nur noch Finanzexperten zur Geltung kommen. Die Abstimmung im Bundestag, die diese Woche stattfand ist ein Beispiel hierfür. Um was ging es da nochmal? ES- bla bla, weiß der Kuckuck. (Ich habe es schnell nachgelesen, es heißt EFSF!) Und wofür dient dieses Ding? Die Griechen sollen schon wieder Geld kriegen - nein, die Banken? Wieviele Milliarden? Und was soll das mit dem Schutzschirm, oder sagt man Rettungsschirm? Und als nächstes kommen Italien und Spanien - aha! Und letztendlich profitieren wir Deutschen am meisten vom Euro? Ich auch - ich merke gar nichts davon - tja, da siehst du dummer Bürger mal wieder, dass du von gar nichts was verstehst.
So läßt man sich einschüchtern und macht den Experten Platz. Immer noch läßt er sich wiederbeleben, der deutsche Untertan, der sich klein macht vor der Obrigkeit. Idealtypisch, wenn er (oder sie) als Beamter in seiner Trutzburg sitzt, dem Staatsdient, wo man ihn mit ein wenig Macht über die Mitbürger ausgestattet hat, die er beschämend auskostet. Sehr deutsch, diese Variante der innerartlichen Aggression. Widerlich. (Aber damit ist hier keinesfalls eine Fokussierung auf Beamte beabsichtigt, das Drangsalieren der Mitmenschen können noch ganz andere, und zwar auch nicht schlecht. Zum Beispiel die Genusshasser in Gestalt von Gesundheitsfanatikern oder Bio-Extremisten. Da gibt es welche, die mühelos das Zeug zum Terrorismus haben! Und dann gibt es ja noch die ordinären Mobber und Konsorten.)
Jedenfalls waren meine ersten Gedanken, als ich von dieser Protestbewegung in den USA hörte, etwa die: man muß auf Los zurückgehen und nochmal von vorne anfangen. Das Naheliegendste tun, und was wäre naheliegender, als die Wall Street zu besetzen, ihren Machtplatz, ihre Kathedrale. Da wird er aber staunen, der Gott, der da angebetet wird.
Ob uns die sogenannten Mainstream-Medien mit diesen Nachrichten gut auf dem laufenden halten werden? Ich denke schon. Da geht es nämlich um was. Im Unterschied zur Abstimmungsshow im Bundestag diese Woche. Ich meine, wen interessiert es schon, wie sie ihre neue Maßnahme nennen, mit der sie Geld von unten nach oben transferieren wollen ...
Hier gibt es einen Livestream, gemischt mit verschiedenen internationalen Berichten und Beiträgen.
http://www.livestream.com/globalrevolution
hier ein paar informationen zum aktuellen stand
http://wendepunkt2083.wordpress.com/2011/10/02/immer-mehr/
Wieso eigentlich, wo sie doch nur unser Bestes wollen? Wovor oder vor WEM haben sie Angst, es soll wohl höchste Sicherheitsstufe herrschen!
Und da sie heute bestimmt sehr einträchtig und nicht niederträchtig (Pofalla) bei einander sind sollten sie sich gleich noch beraten, in wie weit das Zelebrieren einer Fäkalsprache in der Sache zielführend sein kann.
Was zeigt uns DAS? die Nerven liegen blank, Das Schiff -D- schlingert bedrohlich und nähert sich dem Riff.
Und die Realitätsverweigerer? Sie gehen zur zentralistisch organisierten Bespaßung....
Ich wünsche mir, dass auch ein entsprechend aufgehübschter Wagen der örtlichen TAFELN im Umzugstross zu finden sein wird ...
Mit spätrömisch-dekadenten 150 000 € teuren Flugbereitschaftsgrüßen...