Klingt doch erst einmal gut. "Linken-Chef Ernst verlangt Bankenverstaatlichung". Aber wie so oft bei Ernst ist es ihm mit seiner Forderung eben nicht besonders ernst. Tatsächlich will er viel weniger, als er vordergründig fordert:
Nun will auch noch der Ernst die Banken verstaatlichen
Klingt doch erst einmal gut. "Linken-Chef Ernst verlangt Bankenverstaatlichung". Aber wie so oft bei Ernst ist es ihm mit seiner Forderung eben nicht besonders ernst. Tatsächlich will er viel weniger, als er vordergründig fordert:
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag-Ausgabe) sagte Ernst: "Bankenrettung heißt Bankenverstaatlichung." Er sei dafür, dass der Staat die Banken, die sich mit Staatsanleihen verspekuliert hätten, "zwangsweise mit Kapital versorgt und dafür auf Dauer Eigentümerrechte erwirbt". Es könne nicht sein, dass der Staat immer nur für die Verluste gerade stehe und die Gewinne in den Taschen der Banken landeten.
"Mittelfristig muss der ganze Bankensektor unter öffentlich-rechtliche Kontrolle", verlangte Ernst.
Selbstverständlich ist er auch dafür gegen die Diktatur der Finanzmärkte einen Aufstand zu probieren. Man könnte nun sagen, das Ernst nur noch mal schnell auf den Zug Lafontaines aufspringen will um sich in der LINKEN an der Macht halten zu können. Dies ist mit Sicherheit auch ein wichtiger Teilaspekt, aber nicht der Hauptgrund. Ernst hat wie viele andere erkannt, dass die Lage langsam kritisch wird.
Das Grummeln in der Bevölkerung wird lauter und Ernst als alter Gewerkschaftsfunktionär, kennt dieses Gegrummel. Immer wenn es dazu kam, mussten die Gewerkschaften mit ihrer Arbeitnehmerverarschung aufhören und wirkliche Tarifverhandlungen mit sichtbaren Ergebnissen führen. Meist spielten die Arbeitgeber mit und es gab großes Tamtam mit Warnstreiks und Streiks und am Ende waren die Ergebnisse genauso mies wie sie längst vorher geplant waren, aber es hatte sich etwas getan. Solche Scheinauseinandersetzungen und Scheinsiege erlaubten es dann immer wieder im alten Trott weiterzumachen.
Etwas ähnliches wollen jetzt Ernst und Lafontaine. Sie stellen sich scheinbar mit Maximalvorstellungen an die Spitze der Bewegung. Bei Ernst sollen die Banken genauso wie bei der CDU, CSU, FDP, SPD und den Grünen gerettet werden. Er fordert nur, dass den Banken keine Kredite sondern Einlagen als haftendes Kapital gegeben werden und verspricht daraus dann Gewinne. Das ist fast so, als ob es die Bayrische Landesbank und die West-LB nie gegeben hätte. Die Politiker sind eindeutig nicht die besseren Bankenlenker. Würde Ernst sein Gerede auch nur für Sekunden ernst nehmen, bliebe ihm nichts anderes als das Wahlprogramm der Linken in NRW von 2010 zu seinem Vorschlag für das Parteiprogramm der LINKEN zu erklären. Aber genau dieses Programm lehnt er ja ab, weil es die Dinge ändern würde.
Natürlich weiß Ernst, das sein Vorschlag Quatsch ist. Aber mit solchen Vorschlägen kann man das Wahlvolk beschäftigen und auch die Leute in der eigenen Partei. Es geht ihm nur um Beschäftigungstherapie und nicht um wirkliche Taten. Er will die Kraft der Menschen in Scheingefechten verausgaben um dann nichts ändern zu müssen. Die SPD ist in ihren Führungsetagen voll von Leuten wie Lafontaine und Ernst. In den Gewerkschaften bilden sie die gesamte Führung und genau dies, ist der Grund dafür, dass es in Deutschland keine positive Entwicklung mehr für den Menschen gibt.
Das beste Beispiel ist der Marsch durch die Institutionen der 68 er. Die Grünen starteten als Friedens- und Umweltschutzpartei und wurden zu Kriegstreibern und werden auch schlimmste Umweltsünden akzeptieren, wenn sie dem Kapital nützen. Eine kluge Kommentatorin machte den Autor gerade erst gestern wieder darauf aufmerksam, dass das Mandat den Menschen verändert und besonders schwache Menschen leicht korrumpierbar sind. Oft reicht die Angst vor dem Mandatsverlust aus, um sich solche Menschen gefügig zu machen.
Bisher bestimmen ja die Parteivorstände wer ein Mandat behalten oder bekommen soll und genau darin liegt der Fehler. Das beste Beispiel ist die frühere Hartz-IV-Empfängerin Elke Reinke aus Sachsen-Anhalt, die sich in ihrer Abgeordnetenzeit nicht von ihren Hartz IV Wurzeln löste und deshalb von der LINKEN nicht wieder aufgestellt wurde.Sie hat ihre angeblichen Parteifreunde mit ihrer Haltung genervt und passte eben nicht in das Bild, das die parlamentarische Linke so gerne von sich selbst zeichnet.
Aber Elke Reinke ist kein Einzelfall. Die Auseinandersetzung Pofalla Bosbach zeigt, das es in allen Parteien gang und gäbe ist die Meinungsfreiheit zu unterdrücken und die Abgeordneten als reines Stimmvieh zu betrachten. Das führt dazu, dass das Kapital nur wenige Parteiführer kaufen muss, um eine ganze Fraktion als Abnicker und Stimmvieh benutzen zu können.
Es geht also gar nicht um Linkenbashing wenn sich nun schon der zweite Artikel in Folge mit Führungskräften der Linken beschäftigt. Es geht darum, dass sich die Duckhome Leser damit vertraut machen, dass aus den Parlamenten keine Hilfe für die Menschen kommen kann. Die Parlamente gehören längst dem Großkapital und alle etablierten Parteien sind längst komplett unterwandert.
Wenn sich etwas ändern soll, geht das nur außerhalb der Parlamente. Eine Parteineugründung würde nur dazu führen, das Leute wie Ernst, der in der SPD nichts werden konnte und mit der WASG keinen Erfolg hatte sich schnell in einer neuen Partei breitmachen und dort dann wieder jede Form von Demokratie und Veränderung verhindern. Es gibt genügend Beispiele für solche Neugründungen und es macht keine Sinn sie aufzuzählen. Nein. Die Piraten sind noch kein Gegenbeispiel und es ist zweifelhaft ob sie eines werden.
Eine außerparlamentarische Opposition (APO) ist natürlich nichts wirklich Neues. Die gab es schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Aber anders als damals, sind heute sehr viel mehr Menschen in einer direkten politischen Diskussion mit einander verbunden. Das Handy und vor allem das Internet haben eine völlig neue Diskussionskultur ermöglicht, die die alte APO nicht hatte.
Heute kann jeder der mag, seine Meinung zu den Dingen im Netz äußern und andere darüber diskutieren lassen. Natürlich gibt es die Revolution nicht zum Download, aber es gibt die Möglichkeit den idealen Staat im Netz zu beschreiben und Parteien aber auch einzelne Mandatsträger auf diese Foderrungen einzuschwören.
Im Lager der Sozialdemokraten, Linken und Marxisten sind genug Leute die zusammen die Kraft hätten etwas zu ändern. Ändern kann man aber nur dann etwas wenn man einen klaren Plan hat. Einige Leute von Duckhome hatten mal versucht, in Form eines Wikis wenigstens die wichtigsten Dinge zu beschreiben. Aber es waren zuwenige und der Aufwand war zu groß. Wenn sich jetzt Leute finden die an dieser Arbeit Spaß haben und langfristig mitarbeiten wollen, dann kann unter "Denkfabrik-Deutschland.de" praktisch sofort mit der Arbeit begonnen werden.
Es ist an der Zeit der offiziellen Politik einen Gegengewicht entgegen zu stellen. Es muss etwas getan werden, damit sich die Dinge wirklich ändern können.

Tags für diesen Artikel: banken, demokratie, ernst, lafontaine, linke, parteidiktatur, verstaatlichung
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Hallo Herr Hoff,
bereits im Juni 2007 schrieb ein Herr Schwarz in wsws:
Aus den Worten Ernsts, eines hochbezahlten IG-Metall-Funktionärs, spricht die Angst des Gewerkschaftsbürokraten davor, dass die wachsende Kluft zwischen SPD und Arbeiterklasse zu revolutionären Erschütterungen führt. Nicht zufällig entstand die WASG als Reaktion auf die Hartz-Gesetze, als sich zahlreiche Wähler und Mitglieder von der SPD abwandten und im Osten die Montagsdemonstrationen spontan wieder auflebten.
.............
Die Wahrscheinlichkeit, dass die SPD "wieder nach links rückt", ist etwa so groß, wie dass die Sonne im Westen auf- und im Osten untergeht.
http://www.wsws.org/de/2007/jun2007/link-j16.shtml
Sind sind also in bester Gesellschaft.
Sie sagen: Wenn sich etwas ändern soll, geht das nur außerhalb der Parlamente.
Wie denn?
Hier würde ich einen Vorschlag begrüßen.
G3, Baseballschläger, Molli???
Oder doch lieber wieder sit in´s?
Oder moderierte Demos wie S21?
Ja, was will das Volk eigentlich?
Oder, was soll das Volk eigentlich wollen?
Ich glaube, dass die Schmerzgrenze für die Unterschicht noch lange nicht erreicht ist.
Die glaubt immer noch was in der Zeitung steht.
Deshalb: Klären Sie weiterhin auf!
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Es fehlt einfach die kritische Masse.
Kennedy, der dies versucht hatte, wurde deshalb erschossen.
Hinter Geld stehen immer Eigentumstitel.
Dreist wenn Du auf die Variante "Vollgeld" abhebst und damit jede Geldschöpfung privater Banken unterbindest, ändert sich nur augenscheinlich etwas.
Beim Vollgeld zb. wäre der Staat derjenige, der als einziges 'neues' Geld über seine Ausgaben in Umlauf bringt.
Jo, er kippt dat aus.
Und dann?
Geht das seinen Weg, wie gehabt.
Wir sind immer noch im Kapitalismus/Marktwirtschaft - das heißt Kapital kommandiert Arbeit.
Was meinste wo binnen kürzester Frist wieder die großen Geldbrocken liegen und nicht wissen wohin?
Finanzprodukte würden dann wieder neu erfunden, ist ja nicht das erste Mal in der Geschichte.
Das einzige, die Zinsen aufs 'neue' Geld fallen für den Staat weg.
Na und.^^
Ob Du auf nix oder auf gar nix Zinsen zahlst, oder ob Du nun auf nix oder gar nix keine Zinsen zahlst, bleibt für Otto-Normalo egal.
Für ihn gehts darum, daß er seine Brötchen durch kapitalverwertbare Arbeit 'verdienen' muß und das hier können muß.
Und die kann er nur verdienen, wenn der Eigentümer der Hütte meint, mit Otto-Normalos Arbeit noch echt Fett machen zu können.
Nicht Geld und/oder Zinsen ist unser Problem - Kapital resp. verwertbares Eigentum ist es...
Daraus ergibt sich Lohnarbeit als ein wichtiges Kennzeichen des Kapitalismus.
Und so lange wir uns nicht vorstellen können, daß Arbeit (gesamtgesellschaftlich) auch anders als mit Lohnarbeit geht, kriegen wir die Kuh wohl nicht wirklich vom Eis.
-privates Eigentum an Produktionsmitteln gehört nicht verstaatlicht sondern vergesellschaftet
-privates Eigentum an Grund und Boden ebenfalls.
-jede Arbeit hat in der Gesellschaft den gleichen Wert und somit steht auch jedem Mitglied der Gesellschaft der gleiche Anteil am Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienstleistungen zu.Und das vom Säugling bis zum Rentner
Wozu sollte der der alle Güter und Dienstleistungen produziert für diese auch noch zahlen sollen?
Ah ja und der Gebrauchswert der produzierten Waren und Dienstleistungen sollte Gesellschaftlich schon hinterfragt werden
Nimm den einzelnen die Möglichkeit sich auf Kosten der großen Masse zu bereichern und schon bist Du die leidigen Probleme los.
Marx vor 160 Jahren,also ein alter Hut.
Was Ernst fordert hat damit nichts zu tun,der fordert einen gezähmten Kapitalismus den es nicht geben kann.
generelle Zustimmung. Aber:
(1) Ob Ihr Verweis auf diesen Langtextriemen NRW-Landtagswahlprogramm Frühjahr 2010 nicht der 3. vorm 2. Schritt ist?
(2) Und NRW, mal zeitgeschichtlich. Der Friedl Neubert (SPD) war doch zwei Jahrzehnte lang der Mächtigste als LZB-Scheff und hat das Ding unglaublich runtergewirtschaftet. (Natürlich nicht er allein - er hatte Hunderte überbezahlter "Experten" im team...)
(3) Der staatsfromme Weg der Sozis aller Schattierungen von Lafontaine über Ernst bis Hickel ist o h n e Investitionslenkung (oben)
und basisdemokratische Kontrolle (unten) der Holzweg der Holzwege.
(4) Selbst Lenin war wie seine Imperialismusbroschüre zeigt zu naiv, der "glaubte" bürgerlichen Wirtschaftsprofessoren noch und hielt sie für Fachleute. Wer Typen wie Hickel oder Rürup auch nur´n Satz glaubt und sie für "Fachleute" hält hat eh schon verloren (und demnächst wohl noch Sparguthaben - freilich mit gegen Nullkaufkraft.)
(5) Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zur immer noch kapitalistischen Krisenbewältigung im aktuellen Eindämmen und tendenziellen Unwirksammachen des G´
und G´´ und G´´´-Mechanismus. Diese sowohl
aufgeblähte als auch beschleunigte Parasitärökonomie ist inzwischen nicht mehr auf realwirtschaftliche Prozesse von gesellschaftlich nützlicher Produktion, produktive Dienstleistungen, stategische Mobilität etc.) rückbeziehbar - wirkt aber als Nervenzone der Gesamtwirtschaft.
(6) Wer immer hier weiterdenkt, überzeugende Perspektiven und Alternativen entwickelt und öffentlich vorstellt wird politisch in Vorhand kommen (können). Einen Automatismus nach links gibt es wie die geschichtliche Krisenlösung in Deutschland 1932/33 zeigte nicht. Insofern wird´s höchste Zeit, daß die Verstaatlichungsparolisten aller Politfarben das tun, was Heinrich Mann weiland zutreffend ABSTINKEN nannte ...
Hallo Herr Hoff,
generelle Zustimmung. Aber:
(1) Ob Ihr Verweis auf diesen Langtextriemen NRW-Landtagswahlprogramm Frühjahr 2010 nicht der 3. vorm 2. Schritt ist?
(2) Und NRW, mal zeitgeschichtlich. Der Friedl Neubert (SPD) war doch zwei Jahrzehnte lang der Mächtigste als LZB-Scheff und hat das Ding unglaublich runtergewirtschaftet. (Natürlich nicht er allein - er hatte Hunderte überbezahlter "Experten" im team...)
(3) Der staatsfromme Weg der Sozis aller Schattierungen von Lafontaine über Ernst bis Hickel ist o h n e Investitionslenkung (oben) und basisdemokratische Kontrolle (unten) der Holzweg der Holzwege.
(4) Selbst Lenin war wie seine Imperialismusbroschüre zeigt zu naiv, der "glaubte" bürgerlichen Wirtschaftsprofessoren noch und hielt sie für Fachleute. Wer Typen wie Hickel oder Rürup auch nur´n Satz glaubt und sie für "Fachleute" hält hat eh schon verloren (und demnächst wohl noch Sparguthaben - freilich mit gegen Nullkaufkraft.)
(5) Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel zur immer noch kapitalistischen Krisenbewältigung im aktuellen Eindämmen und tendenziellen Unwirksammachen des G´ und G´´ und G´´´-Mechanismus. Diese sowohl aufgeblähte als auch beschleunigte Parasitärökonomie ist inzwischen nicht mehr auf realwirtschaftliche Prozesse von gesellschaftlich nützlicher Produktion, produktive Dienstleistungen, strategische Mobilität etc. rückbeziehbar - wirkt aber als Nervenzone der Gesamtwirtschaft.
(6) Wer immer hier weiterdenkt, überzeugende Perspektiven und Alternativen entwickelt und öffentlich vorstellt wird politisch in Vorhand kommen (können). Einen Automatismus nach links gibt es wie die geschichtliche Krisenlösung in Deutschland 1932/33 zeigte nicht. Insofern wird´s höchste Zeit, daß die Verstaatlichungsparolisten aller Politfarben das tun, was Heinrich Mann weiland zutreffend ABSTINKEN nannte ...
Gerade D A S ist unser Vorteil.
Aber nutzen wir es denn auch zielführend!
Nein!!!
Und was besonders schlimm ist, dass ein alter weiser Mann wie Stéphane Hessel UNS sagen muss die vorhandene (Computer)-Technik zielführend zu nutzen, in dem wir uns vernetzen!!!
Das zeigt auch die nachvollziebare Geilheit von Mutti und co. die Vorratsdatenspeicherung voranzutreiben.
Deshalb gilt: VERNETZT EUCH. ORGANISIERT EUCH.
Tut das trotz den Bemühungen der Herrschenden Kaste.
In diesem Sinne kommt nach der Stasi 2.0, O´ ZAFT IS...
Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.
George Bernard Shaw
Gedankensplitter zur Parole "Verstaatlichung"
I.
Marx & Engels sahen damals die empirische Entwicklung vom unternehmerisch bestimmten produktiven Industriekapitalismus zum (vom mir meist Banksterkapitalismus genannten) so parasitären wie systematischen Schwindelkapitalismus. Im von Engels ediertem „Kapital“ Band III: „Kritik der politischen Ökonomie. Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion“ ist von Kapital, Zinsen und „zinstragendem“ Kapital die Rede und von der „Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst“ als „einem sich selbst aufhebenden Widerspruch“, etwa in Form monopolistischer Staatsintervention bei Kapitalakkumulationsprozessen mit einer „neuen Finanzaristokratie, einer neuen Sorte Parasiten in Gestalt von Projektemachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren“ an der Spitze, genauer: „einem ganzen System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.“[1]
II.
Ganz anders sehn das heute Linksparteiideologen und -politiker wie Lafontaine & Flassbeck, der (wieder mal) „Das Ende des Kapitalismus“ behauptet: „Die Marktwirtschaft oder der Kapitalismus ist am Ende. Es gibt kein Wachstum mehr“ infolge eingefrorener Löhne: „Die momentane Krise ist im Kern eine globale Lohnkrise, also eine Krise des Nichtsteigens der Löhne“, was diese Lage schüfe: „fast 70 Prozent der Weltwirtschaft [haben] stagnierende Löhne.“[2] Ja wenns so einfach ginge: über massive Lohnsteigerungen Wachstum schaffen und den „Marktwirtschaft“ genannten Kapitalismus wieder flott machen. Das freilich wird welchem Sozi-„Arzt am Krankenbett des Kapitalismus“ auch immer deshalb nicht gelingen (können), weil geldbezogene Scheinwertschöpfung nach wie vor als das das Gesamtsystem bestimmende Gravitationszentrum der Gesamtwirtschaft (nerves of economy) wirkt. Oder anders gesagt: solange dieses Finanzbankensystems nicht entmachtet bzw. das Finanzbankensystem mit seinen Banksterschwindelmethoden als solches nicht abgeschafft wird, solange wird die nächste Krise mit allen (Folge-) Problemen nächst folgen wird ... Und was die Verstaatlichung betrifft: die Hypo-Real-Estate Banksterholdung (HRE) ist soweit ich weiß seit zwei Jahren als sogenannte bad bank (dt. etwa schlimmer Banksterfinger) komplett verstaatlicht ...
[1] Marx-Engels-Werke (MEW), Dietz, Berlin ²1968, Band 25: 454
[2] Heiner Flassbeck, Das Ende des Kapitalismus; in: clara. Hg. Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Nr. 21/2011: 8-9
Richard Albrecht/13. Okt. 2011
http://wissenschaftsakademie.net
Nun bin ich nicht der große Begriffe-Reiter, aber was Staat tatsächlich ist, sollte schon mehr in den Betrachtungswinkel gerückt werden.
Jedenfalls war und ist Staat zu keinen Zeiten der liebe Überpapi, der sich um alle seine Staatsbürger-Kinder kümmert.
Dazu ist er einfach mal nicht da!
Wenn wir sagen: "Staat ist ein (Rechts-)Konstrukt, das dafür sorgt, daß niemand den Rasen betreten darf, aber nicht dafür, daß das niemand muß", kommen wir der Bestimmung, was Staat eigentlich ist, volkstümlich gesprochen, schon recht nahe.
Ich kann auch meine Keule rausholen, wie ich sie in der Schule einst zu hören bekam: "Der Staat ist das Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse".
So oder so, ändert aber eine Übergabe von Eigentum in "Staatshand" erst einmal grundsätzlich gar nichts.
Man muß sich den Staat als solchen angucken.
Da gibts dann bisher zwei bekannte Varianten. In der einen hat die Kapitalakkumulation nach wie vor jede Priorität bei Entscheidungen.
In der anderen, der von oben(!) abgeschätzte Bedarf der Bevölkerung.
Also für die vielen einzelnen Individuen ist da bei beiden Varianten immer noch nix zu wollen.
Da steht auch bei letzterem immer noch der Verwalter vor, der bestimmt, was gemacht wird.
Liegt nicht an den Verwaltern, liegt an dem Konstrukt, das Verwalter notwendig hat.
Letztendlich liegt es an uns.
Wenn wir was für uns haben wollen, heißt das: Vergesellschaftung!
Mitbestimmungs-, Selbstbestimmungsentscheidung von uns für uns.
Das heißt nicht, daß Staat sofort überflüssig wäre, aber auf ein Minimum reduziert werden könnte/sollte/müßte.
Das ist aber nicht per Dekret umsetzbar.
Das bedarf einer Bewegung aus den vielen einzelnen, die das wollen...
... sonst ersetze ich nur einen Herren mit einem anderen.
Statt Nachfragemangel jebbet dann eben zur Abwechslung Nachfrageüberschuß... auch nicht so der Hit.
Emanzipation oder Kapitalismus - also - Freiheit für uns oder Kapitalismus.
(Daß wir als Lebewesen immer erst wirklich frei sind, nachdem wir satt sind, es warm haben, uns zugehörig fühlen (können), sollte uns dabei schon klar sein...)
Wer an den Staat appelliert, erhofft sich von anderen etwas zu tun, zu dem er selbst noch nicht bereit ist, sorry ;-)