Den durch zu stehen, ist eine Leistung, den Brechreiz gibt es gratis dazu (das einzige was gratis sein dürfte).
Ein Bericht auf den NachDenkSeiten von Martin Betzwieser.
Ein Abend mit Bernd Raffelhüschen, Versicherungsvertreter mit Professorentitel
Er hört einfach nicht auf, der Herr Raffelhüschen.
Geschützt von seinem Dienstherrn
Was ist das für eine Universität, die einen von uns allen alimentierten Professor durch die Lande reisen läßt, damit er in übelster Weise Unwahrheiten verbreiten kann. Dieses Gedankengut wird den Studenten gelehrt?
Diese sind vielfältig widerlegbar u.a.: Siehe u.a. bei Flegelskamp
oder hier
und hier
auf den NachdenkSeiten
bei Karl Weiss
Was der gesetzlichen (nicht staatlich!) Rentenversicherung massiv seit 1957 schadet und den Versicherten einen Teil ihrer Beiträge und Renten wegnimmt, sind die versicherungsfremden Leistungen: Altersversorgung in Deutschland
Herr Raffelhüschen allerdings versteht unter versicherungsfremden Leistungen die Witwen- (r) und Waisenrenten, damit auch daraus private Versicherungen Profit schlagen können und auch diese Lebensrisiken wieder dem Einzelnen überlassen bleiben. Die Witwen- (r) und Waisenrenten sind keine versicherungsfremden Leistungen und nur im Zusammenhang mit den Beitragsleistungen der Einzahler zu verstehen:
Grundlagen dieses Sozialstaates ist das Sozialstaatsgebot
siehe auch hier
Nun hat der Professor (oder besser Scharlatan??) wieder verbal zugeschlagen.
Bei der Sparkasse in Darmstadt.
Auf den Nachdenkseiten ist dieser unbedingt zu empfehlende Bericht zu finden
sowie hier
und hier
Danke an die Nachdenkseiten für diesen Bericht und die freundliche Genehmigung durch den Autor ihn hier zu veröffentlichen :
Professor Dr. Bernd Raffelhüschen ist als viel zitierter und viel gesendeter Finanzwissenschaftler, „Rentenexperte“, „Sozialexperte“ und als ehemaliges Mitglied der Rürup-Kommission bekannt. Weniger bekannt ist, dass Prof. Raffelhüschen Lobbyist der Arbeitgeberverbände und der Versicherungswortschaft ist.
Kürzlich bekam ich den Hinweis, dass Professor Dr. Bernd Raffelhüschen im Auftrag der dortigen Sparkasse einen Vortrag in Darmstadt hielt. Ich meldete mich an, war da und erlebte eine denkwürdige Veranstaltung.
Am Montag, den 17. Oktober geht es um 19:00 Uhr los. Rechtzeitig bin ich um kurz nach 18:00 Uhr da. Vor dem Veranstaltungsgebäude verteilt eine Gruppe aus Gewerkschaftern und Mitgliedern einer Darmstädter Initiative für Renten- und Generationengerechtigkeit Infomaterial. Einen kenne ich und wir kommen etwas ins Gespräch. Die Betreiber des Darmstadtiums wollten deie Stände verhindern, aber die Darmstädter Stadtverwaltung erlaubte sie. Was da vorgeht, bekommen natürlich die Veranstalter bis ins Detail mit und das hat später Konsequenzen. Vor dem Veranstaltungssaal gibt es ein reichhaltiges Sekt,- Wein- und Häppchenbuffet. Für die Zukunft muss ich mir angewöhnen, meine Digitalkamera immer mitzunehmen. Im Saal zähle ich 22 Sitzreihen mit bis zu 28 Stühlen. Vorsichtig geschätzt gibt es bis zu 600 Sitzplätze und diese sind bis auf wenige Einzelplätze belegt. Viel Fachpublikum mit Sparkassen-Namensschildchen ist da.Um 19:00 Uhr sagt ein Vorstandssprecher der Darmstädter Sparkasse den prominenten Gastredner an und er ist an diesem Abend bis auf eine Ausnahme der Einzige, der etwas von privater Altersvorsorge ins Mikrophon sagt.
Raffelhüschen spricht fast 80 Minuten und ich gebe seine Show so gut wie es geht wieder.
Über das, was war müssen wir nicht reden, denn das war schon. Und wenn Sie denken, dass das, was ich Ihnen erklären werde noch kommt, dann liegen Sie falsch, denn, was Ihrer Meinung nach noch kommt, war auch schon alles.
Demographie ist komisches Zeug. (Eine Präsentation der Bevölkerungsentwicklung wird in mehreren Kapiteln abgespielt. Wir sehen die Bevölkerungspyramide) Und es gibt nichts Stabileres als eine richtige Pyramide. Aber es ist eigentlich keine Pyramide, denn wären die Originalpyramiden so gebaut wie die deutsche Bevölkerungspyramide, dann wäre nicht mehr viel übrig. Denn bei der deutschen Bevölkerungspyramide ist die breiteste Stelle – der Gnubbel – in der Mitte und diese Mitte sind wir. Und deswegen sprechen wir in Freiburg auch nicht von einer Pyramide sondern von einer Dönerspieß-Struktur und diese wird sich im Laufe der Jahre in eine Pilz- bzw. in eine Urnenstruktur entwickeln. (Quelle der Grafiken sind jeweils Daten von Prognosen des Statistischen Bundesamtes).
Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber bei der Reproduktion waren Sie, die Sie hier Sitzen, ähnlich erfolgreich wie die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft. Das ist nicht persönlich gemeint, denn ich möchte ja nicht dauernd Anzeigen wegen Beleidigung bekommen. Aber in Ihrer Fertilität waren Sie der größte Rohrkrepierer in der Geschichte. Ihre Kinder sind so wenig wie noch nie – mit Ausnahme der Endjahre des Zweiten Weltkrieges; damals trieben sich allerdings die meisten Mitglieder der männlichen Bevölkerung irgendwo in Europa herum anstatt beim Kinderzeugen. Die haben alle eine gute Entschuldigung, Sie nicht. Und diese Kerbe konnten auch die paar Fremdarbeiter nicht ausgleichen. Aber Sie werden in die Geschichte eingehen als die Generation in der Geschichte, die über 40 Jahre die Fertilitätsrate deutscher Bombennächte hatte.Und wenn Sie diese zukünftigen Erwerbstätigen und zukünftigen Rentner von ca. 2033 (auf der Grafik an der Leinwand) für zukünftig halten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie falsch liegen. Die sind nicht zukünftig, die sind alle schon da. An Ihnen ist nichts Zukünftiges, Sie sind ja alle hier. Und die Kinder, die uns hier aus den letzten 40 Jahren als Beitragszahler fehlen, kriegen wir nicht mehr rein – auch nicht so, wie es das Statistische Bundesamt als Möglichkeit einplant, 150.000 Beitragszahler als Zuwanderer hinzuzurechnen, jedes Jahr. Das ist die offizielle Projektion, tja. Aber wir sind ein Auswanderungsland. Es wandern jedes Jahr mehr Menschen aus als ein. Hätten wir nur die 150.000 Einwanderer jedes Jahr – die Richtigen natürlich. Und das können Sie und wir nicht mehr ändern.
Wir werden in Zukunft doppelt so viele Rentner sein wie jetzt und das ist eine Tatsache, denn die sitzen schon alle hier. Die Frage ist nur, wie viele Erwerbstätige wir dann haben werden. Und Sie fühlen sich gesund, laufen am Wochenende mal einen halben Marathon, nicht wahr, glauben Sie mir, das wird sich ändern. Und wir werden auch in Zukunft doppelt so viele Kranke haben. Und diese Alten und Kranken werden immer länger leben und versorgt werden müssen wie heute. Und wir werden Pflegefälle und wir werden verdammt viele Pflegefälle. Jeder vierte von Ihnen, der hier sitzt, wird kein Pflegefall werden. Und wer wird das bezahlen? Na die gleichen Beitragszahler wie bei der Rente, die gar nicht geboren wurden. Und wenn Sie meinen, das man das mit Steuergeld regeln könnte, muss ich Ihnen leider sagen, dass die Steuerzahler, die das bezahlen können, genau so wenig geboren wurden wie die Beitragszahler. Jede Generation wird vier Jahre länger leben als die Generation davor, sagt das statistische Bundesamt. Und die Anderen müssen das bezahlen und sind gar nicht erfreut darüber.
Und wenn Ihr Bürgermeister in Darmstadt im Jahr 2055 noch bei allen Hundertjährigen zum Gratulieren vorbei schaut mit Blumenstrauß und dort eine Tasse Kaffee trinkt, dann wird er einen Koffeinschock bekommen bei den vielen Hundertjährigen und bei dem vielen Kaffee.
Und wenn dann jedes Jahr mal ein paar Schlagzeilen in den großen deutschen Tageszeitungen kommen wie „Wir sterben aus.“ Oder „Die Deutschen sterben aus.“ Woher wissen die das? Weiß ich nicht. Wir Wissenschaftler und wir Statistiker wissen so etwas nicht. Wir haben davon keine Ahnung. Denn das ist dann wirklich Zukunft. Und deshalb wissen wir nur, dass wir ein paar weniger sein werden als jetzt, aber nicht wie Viele. Wenn sie wissen möchten, wie die Zukunft 2075 aussehen wird, suchen Sie sich eine alte Frau mit Glaskugel. Aber aussterben werden wir nicht. Der sibirische Tiger ist bei 400. Das ist wirklich kritisch.
Und ein paar Probleme werden nur dann gelöst sein, wenn ein paar von Ihnen nicht in dieser Urne (der Bevölkerungsgrafik Marke Raffelhüschen in Urnenform) sondern in einer echten Urne sitzen werden.
Und wenn Sie immer mehr Rentner immer länger versorgen wollen, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie behalten das Leistungsniveau bei und Ihnen explodieren die Beiträge und das macht Ihre Güter noch teuerer und wir haben irgendwann eine deindustrielle Zone. Und gegenseitig Haare Schneiden ist nicht bei allen von Ihnen lukrativ. Oder die Leistung muss sinken. Und Sie denken, das wird kommen. Ne, das haben wir alles schon gemacht. Sie werden in Zukunft länger arbeiten müssen und dafür kürzer weniger Rente bekommen.
Und das wurde vorgeschlagen von der Rürup-Kommission und da war ich dabei. Und Rürup müsste Ihnen ja ein Begriff sein. Der wohnt hier in der Gegend und müsste für seine Vorschläge eigentlich Ehrenbürger dieser Stadt werden. Die Rürup-Kommission schlug die Rente mit 67 vor. Und zeitgleich gab es die Kommission der damaligen Opposition unter Roman Herzog. Und als die den Vorschlag der Rürup-Kommission mit Rente 67 hörten, sagten die: Ja, stimmt. Und da hätten Sie stutzig werden müssen. Denn nicht nur Regierung und Oppisition und sämtliche Wissenschaftler waren einer Meinung. Dann kann das gar nicht so falsch sein. Und wenn jede Generation länger leben muss und dafür zwei Jahre länger arbeiten muss, ist das umsonst, denn Sie zahlen ja nicht länger ein.
Umsonst ist hier nichts, auch nicht die Häppchen vorhin.
(Nach ca. einer ¾ Stunde geht ein älterer Herr der Darmstädter Initiative für Renten- und Generationengerechtigkeit an die Bühne und kritisiert Raffelhüschen. Der reagiert schlagfertig. „Ja glauben, Sie etwa, das ist eine Diskussionsveranstaltung?“ Der alte Herr ist akkustisch nicht zu verstehen und wird von Teilen des Publikums nieder gebrüllt und aufgefordert, auf seinen Platz zurück zu kehren oder zu gehen. Es hat keinen Zweck so. Diese Diskussion muss später direkt im Rahmen einer Fragerunde geführt müssen – falls es diese geben wird, abwarten. )
Und dann wird uns immer wieder vorgeworfen, wir würden eine verkappte Rentenkürzung machen. Wieso denn verkappt? Das ist natürlich eine Rentenkürzung, was soll das denn sonst sein. Das ist eine Rentenkürzung von 0,3% für jeden Monat, den vorzeitig in Rente gehen. Und wenn Sie nicht vorzeitig in Rente gehen, sondern bis zum 67. Durchhalten, dann arbeiten Sie zwei Jahre länger und bekommen ihre ungekürzte Rente für zwei Jahre kürzer und das ist ebenfalls eine Rentenkürzung von 7,2%. Sie dürfen sich nur aussuchen, ob Sie Ihre Rentenkürzung monatlich oder am Stück haben wollen. Und das hat keiner kapiert und es wurde auch wirklich nicht gut erklärt. Und die Große Koalition hat das dann endlich geschafft, die Rente mit 67 zu beschließen. Aber Rot-grün schaffte 2003 noch viel mehr, nämlich den Nachhaltigkeitsfaktor. Aber das und die modifizierte Bruttorentenanpassung kann ich jetzt nicht erklären, weil das zu lange dauert. Und das ist auch sehr schwer zu erklären. Und Journalisten können das auch nicht erklären. Und weil sie das nicht verstehen und nicht erklären können, weil das ein Riesenbruch mit griechischen Buchstaben ist, schreiben sie meistens nichts darüber und die Rente mit 67 bleibt übrig. Dabei war der Nachhaltigkeitsfaktor die größte Rentenkürzung aller Zeiten, doppelt so groß wie die Rente mit 67, 13 – 14%. Wir haben in Deutschland eine Basisrente eingeführt. Und diese Basisrente ist sicher, das sage ich ihnen ganz unverBLÜMt. (Applaus, Riesenlacher.)
Und Sie dachten, Sie bekommen hier etwas über Ihre Probleme erzählt. Sie haben keine Probleme, Sie sind das Problem, also nicht die Graumelierten. Die Graumelierten hier wollten Oma und Opa werden, aber wir haben es vermasselt und die Probleme verursacht. Und daher ist es fair und gerecht, wenn wir die Rente gekürzt bekommen. Es trifft immer die Richtigen.
Und ob die Rente am Kapitalmarkt hier (das Einzige mal, dass er dieses Wort an diesem Abend sagt) so viel bringt wie z.B. in Norwegen, kann ich nicht sagen, das ist der Wissenschaft egal. Und ob Sie Ihr Geld in eine betriebliche oder eine private Altersvorsorge stecken, in eine Riester-Rente oder eine Wohn-Riester, ist uns aus der Wissenschaft auch egal, uns war sicher, dass Sie die Beiträge von der Steuer absetzen können und die Rente nachhaltig besteuert wird. Und keine Angst – so hoch, dass Sie von Ihrer Rente Steuern zahlen müssen, wird die Rente in den meisten Fällen nicht sein.
Und Altersarmut ist deutlich übertrieben. Statistisch nachweisbar: Es gibt keine Altersgruppe in Deutschland, die so wenig von Armut betroffen ist wie die Rentner. Und dann bekommen Sie in den Talkshows über Altersarmut immer die gleichen Tränendrüsen vorgeführt, die zusammeng gesammelt werden, und es sind immer die Gleichen, weil es kaum welche gibt. (Lacher) Und das wird in Zukunft anders sein, keine Frage.
Ach ja. Auch wenn sich zwei von drei Personen, die heute abend anwesend sind, sich später im Alter zu Hause pflegen lassen sollten, wird das teuer – mangels Tochter, die Sie nicht zeugen werden, bzw. mangels Sohn, der Ihnen eine Schwiegertochter gibt.
Nach ca. 80 Minuten ist die Show zu Ende. Eine Diskussion mit dem Publikum im Saal gibt es nicht. Natürlich nicht. Sie wären ja dumm. Nachdem ein Grüppchen Demonstranten vor der Halle war, muss ja klar sein, was eine Diskussion bringt, nämlich unangenehme Fragen und Fakten. Das ist aber keine Diskussionsveranstaltung sondern eine Verkaufsveranstaltung und die Geschäfte mit bis zu 600 potentiellen Kunden lassen sie sich nicht kaputt machen.
So viele Argumente und Fakten hatte ich, mit denen ich den Versicherungsvertreter mit Professorentitel konfrontieren wollte. Aber er nahm sie mir fast alle aus dem Mund. Sein Text vor Publikum unterscheidet sich nicht mehr von dem Text vor Volksvertretern
Was er noch vor knapp über einem Jahr vermied, baut er inklusive dem Gag „unverBLÜMt“ in seine Reden ein, spricht ganz offen über Rentenkürzungen
und bekommt dafür noch Applaus. Dass sich Raffelhüschen an manchen Stellen selbst widerspricht, nämlich Prognosen für die nächsten 50 bis 60 Jahre als unausweichlich darstellt, aber später selbst zu gibt, Wissenschaftler hätten keine Ahnung davon, scheint nur den Wenigsten aufzufallen. Damit, dass die erwerbfähige Bevölkerung immer die Teile der Bevölkerung ernähren müssen, die zu jung, zu alt oder zu krank zur Erwerbsarbeit sind – egal ob mit Umlageverfahren, kapitalgedeckten Systemen oder direkt von der Hand in den Mund, s. Mackenroth-Theorem
– ist ein Argument, welches niemandem einfällt und das nicht vorgetragen werden kann.
Von Raffelhüschens zahlreichen Lobby- und Aufsichtsratstätigkeiten dürften den meisten in der Halle unbekannt sein. So ist er Aufsichtsratsmitglied bei der ERGO-Versicherungsgruppe und bei der Volksbank Freiburg eG, Berater des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und so genannter Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, einer Lobbyorganisation des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall / Elektrol , die 2011 über einen Gesamtetat von über 7 Millionen Euro verfügt. Sein Forschungszentrum Generationenverträge an der Universität Freiburg , dessen Logo wir auf den Vortragsfolien sehen, wird über einen Förderverein
von der Industrie, Versicherungsbranche und eben von der Arbeitgeberlobby Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft finanziert. Der Vorstand des Fördervereins besteht aus Raffelhüschen selbst und Günther Knortz , einem ehemaligen Vorstandsmitglied der ERGO-Versicherungsgruppe.
Auch das mit der Einwanderung und Auswanderung ist eigentlich ganz anders
In einem Punkt hat der Professor allerdings völlig recht. Das Häppchen-Buffet und der Sekt draußen sind nicht umsonst. Genauso wenig sind die Kosten für die Halle oder das Honorar des Professors oder seine Reisekosten umsonst. Das zahlen wir alle doppelt oder dreifach. Wir zahlen das mit der Kürzung unseres Rentenniveaus und mit der Förderung für Riester-Renten. Und wer eine Riester-Rente hat oder noch abschließen wird, zahlt mit den Versicherungsbeiträgen. Und dieses Geld kommt erst einmal nicht auf den Konten der Anleger/innen ankommen sondern bei den Banken und Versicherungen, die davon Provisionen, Werbung und solche Veranstaltungen mit Riesenhalle, Buffet, Honorarprofessor und Reisekosten finanzieren.
Und eines muss man dem Professor bei aller Ablehnung lassen. Er ist ein perfekter Rethoriker, der sein Publikum langsam weich kaut. Anders, als Sie es aus dem Fernsehen kennen, reichert der Professor seinen Vortragsstil mit pausenlosem Geplapper und Satzwiederholungen an und bewegt sich dabei sehr oft auf der Bühne hin und her. Ja, nicht war, nun, Sie sehen, sehen Sie, Sie verstehen doch, verstehen Sie, Ja, oder, dann ist das so, dann ist das doch so, oder etwa nicht, das muss ich Ihnen sagen, leider muss ich Ihnen das sagen, ja nicht wahr, au weia. Er benutzt einen Sprachstil, der improvisiert wirken soll, so als ob es dem Mann tatsächlich unangenehm ist, dass er Ihnen angebliche Wahrheiten erklären muss, deren Wahrheitsgehalt wir teilweise gar nicht nachprüfen können. Dabei ist hier nichts improvisiert sondern genau einstudiert.
Die Show ist zu Ende und die Publikumsdiskussion bleibt wie beschrieben aus. Ein Grüppchen bildet sich um den Professor und der alte Herr von vorhin versucht, ihn bloß zu stellen, ist ihm aber rethorisch hoffnungslos unterlegen.
Schließlich verteile ich Infomaterial, dass ich mir für einen eigentlich geplanten Redebeitrag aufgehoben hatte und informiere Gäste im Saal über die weiter oben zusammengestellten Lobbyverflechtungen des Professors. Dabei bekomme ich als Antworten auf seine Interessensverflechtungen mit der Versicherungsbranche Sprüche wie „Und was ist daran so schlimm? Wir sollten froh und dankbar sein, dass es jemand macht, der sich so gut auskennt. Zwei junge Männer nehmen Teile der Veranstaltung mit einem Videotelefon auf. Als ich sie darüber informiere, dass dieses Forschungsinstitut von der Versicherungsbranche finanziert bekommen, antworten sie, dass sie das wissen, denn sie kommen von dort. Ein Phänomen, dass ich sonst nur von besonderen Filmfestivals kenne, erlebe ich nun hier. Ein Vortragsprofessor nimmt seine Studenten zum Jubeln und zur Dokumentation mit und wir bezahlen alles.
Das war ein sehr ernüchternder Abend, aber eine lehrreiche Information über den Umgang mit Lobbyisten.
Anbei noch ein bescheidener Artikel aus dem Darmstädter Echo Die Autorin hielt offensichtlich nur die Hälfte des Vortrags durch – wenn sie überhaupt anwesend war – und sparte sich bei ihrem vermutlich nicht üppigen Zeilenhonorar die oben beschriebenen Lobbytätigkeiten des Professors.
Erstveröffentlichung auf den NachDenkSeiten- der kritischen Website
Geschützt von seinem Dienstherrn
Was ist das für eine Universität, die einen von uns allen alimentierten Professor durch die Lande reisen läßt, damit er in übelster Weise Unwahrheiten verbreiten kann. Dieses Gedankengut wird den Studenten gelehrt?
Diese sind vielfältig widerlegbar u.a.: Siehe u.a. bei Flegelskamp
oder hier
und hier
auf den NachdenkSeiten
bei Karl Weiss
Was der gesetzlichen (nicht staatlich!) Rentenversicherung massiv seit 1957 schadet und den Versicherten einen Teil ihrer Beiträge und Renten wegnimmt, sind die versicherungsfremden Leistungen: Altersversorgung in Deutschland
Herr Raffelhüschen allerdings versteht unter versicherungsfremden Leistungen die Witwen- (r) und Waisenrenten, damit auch daraus private Versicherungen Profit schlagen können und auch diese Lebensrisiken wieder dem Einzelnen überlassen bleiben. Die Witwen- (r) und Waisenrenten sind keine versicherungsfremden Leistungen und nur im Zusammenhang mit den Beitragsleistungen der Einzahler zu verstehen:
Grundlagen dieses Sozialstaates ist das Sozialstaatsgebot
siehe auch hier
Nun hat der Professor (oder besser Scharlatan??) wieder verbal zugeschlagen.
Bei der Sparkasse in Darmstadt.
Auf den Nachdenkseiten ist dieser unbedingt zu empfehlende Bericht zu finden
sowie hier
und hier
Danke an die Nachdenkseiten für diesen Bericht und die freundliche Genehmigung durch den Autor ihn hier zu veröffentlichen :
Ein Abend mit Bernd Raffelhüschen, Versicherungsvertreter mit Professorentitel – leibhaftig und in voller Länge
Professor Dr. Bernd Raffelhüschen ist als viel zitierter und viel gesendeter Finanzwissenschaftler, „Rentenexperte“, „Sozialexperte“ und als ehemaliges Mitglied der Rürup-Kommission bekannt. Weniger bekannt ist, dass Prof. Raffelhüschen Lobbyist der Arbeitgeberverbände und der Versicherungswortschaft ist.
Kürzlich bekam ich den Hinweis, dass Professor Dr. Bernd Raffelhüschen im Auftrag der dortigen Sparkasse einen Vortrag in Darmstadt hielt. Ich meldete mich an, war da und erlebte eine denkwürdige Veranstaltung.
Am Montag, den 17. Oktober geht es um 19:00 Uhr los. Rechtzeitig bin ich um kurz nach 18:00 Uhr da. Vor dem Veranstaltungsgebäude verteilt eine Gruppe aus Gewerkschaftern und Mitgliedern einer Darmstädter Initiative für Renten- und Generationengerechtigkeit Infomaterial. Einen kenne ich und wir kommen etwas ins Gespräch. Die Betreiber des Darmstadtiums wollten deie Stände verhindern, aber die Darmstädter Stadtverwaltung erlaubte sie. Was da vorgeht, bekommen natürlich die Veranstalter bis ins Detail mit und das hat später Konsequenzen. Vor dem Veranstaltungssaal gibt es ein reichhaltiges Sekt,- Wein- und Häppchenbuffet. Für die Zukunft muss ich mir angewöhnen, meine Digitalkamera immer mitzunehmen. Im Saal zähle ich 22 Sitzreihen mit bis zu 28 Stühlen. Vorsichtig geschätzt gibt es bis zu 600 Sitzplätze und diese sind bis auf wenige Einzelplätze belegt. Viel Fachpublikum mit Sparkassen-Namensschildchen ist da.Um 19:00 Uhr sagt ein Vorstandssprecher der Darmstädter Sparkasse den prominenten Gastredner an und er ist an diesem Abend bis auf eine Ausnahme der Einzige, der etwas von privater Altersvorsorge ins Mikrophon sagt.
Raffelhüschen spricht fast 80 Minuten und ich gebe seine Show so gut wie es geht wieder.
Über das, was war müssen wir nicht reden, denn das war schon. Und wenn Sie denken, dass das, was ich Ihnen erklären werde noch kommt, dann liegen Sie falsch, denn, was Ihrer Meinung nach noch kommt, war auch schon alles.
Demographie ist komisches Zeug. (Eine Präsentation der Bevölkerungsentwicklung wird in mehreren Kapiteln abgespielt. Wir sehen die Bevölkerungspyramide) Und es gibt nichts Stabileres als eine richtige Pyramide. Aber es ist eigentlich keine Pyramide, denn wären die Originalpyramiden so gebaut wie die deutsche Bevölkerungspyramide, dann wäre nicht mehr viel übrig. Denn bei der deutschen Bevölkerungspyramide ist die breiteste Stelle – der Gnubbel – in der Mitte und diese Mitte sind wir. Und deswegen sprechen wir in Freiburg auch nicht von einer Pyramide sondern von einer Dönerspieß-Struktur und diese wird sich im Laufe der Jahre in eine Pilz- bzw. in eine Urnenstruktur entwickeln. (Quelle der Grafiken sind jeweils Daten von Prognosen des Statistischen Bundesamtes).
Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber bei der Reproduktion waren Sie, die Sie hier Sitzen, ähnlich erfolgreich wie die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft. Das ist nicht persönlich gemeint, denn ich möchte ja nicht dauernd Anzeigen wegen Beleidigung bekommen. Aber in Ihrer Fertilität waren Sie der größte Rohrkrepierer in der Geschichte. Ihre Kinder sind so wenig wie noch nie – mit Ausnahme der Endjahre des Zweiten Weltkrieges; damals trieben sich allerdings die meisten Mitglieder der männlichen Bevölkerung irgendwo in Europa herum anstatt beim Kinderzeugen. Die haben alle eine gute Entschuldigung, Sie nicht. Und diese Kerbe konnten auch die paar Fremdarbeiter nicht ausgleichen. Aber Sie werden in die Geschichte eingehen als die Generation in der Geschichte, die über 40 Jahre die Fertilitätsrate deutscher Bombennächte hatte.Und wenn Sie diese zukünftigen Erwerbstätigen und zukünftigen Rentner von ca. 2033 (auf der Grafik an der Leinwand) für zukünftig halten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie falsch liegen. Die sind nicht zukünftig, die sind alle schon da. An Ihnen ist nichts Zukünftiges, Sie sind ja alle hier. Und die Kinder, die uns hier aus den letzten 40 Jahren als Beitragszahler fehlen, kriegen wir nicht mehr rein – auch nicht so, wie es das Statistische Bundesamt als Möglichkeit einplant, 150.000 Beitragszahler als Zuwanderer hinzuzurechnen, jedes Jahr. Das ist die offizielle Projektion, tja. Aber wir sind ein Auswanderungsland. Es wandern jedes Jahr mehr Menschen aus als ein. Hätten wir nur die 150.000 Einwanderer jedes Jahr – die Richtigen natürlich. Und das können Sie und wir nicht mehr ändern.
Wir werden in Zukunft doppelt so viele Rentner sein wie jetzt und das ist eine Tatsache, denn die sitzen schon alle hier. Die Frage ist nur, wie viele Erwerbstätige wir dann haben werden. Und Sie fühlen sich gesund, laufen am Wochenende mal einen halben Marathon, nicht wahr, glauben Sie mir, das wird sich ändern. Und wir werden auch in Zukunft doppelt so viele Kranke haben. Und diese Alten und Kranken werden immer länger leben und versorgt werden müssen wie heute. Und wir werden Pflegefälle und wir werden verdammt viele Pflegefälle. Jeder vierte von Ihnen, der hier sitzt, wird kein Pflegefall werden. Und wer wird das bezahlen? Na die gleichen Beitragszahler wie bei der Rente, die gar nicht geboren wurden. Und wenn Sie meinen, das man das mit Steuergeld regeln könnte, muss ich Ihnen leider sagen, dass die Steuerzahler, die das bezahlen können, genau so wenig geboren wurden wie die Beitragszahler. Jede Generation wird vier Jahre länger leben als die Generation davor, sagt das statistische Bundesamt. Und die Anderen müssen das bezahlen und sind gar nicht erfreut darüber.
Und wenn Ihr Bürgermeister in Darmstadt im Jahr 2055 noch bei allen Hundertjährigen zum Gratulieren vorbei schaut mit Blumenstrauß und dort eine Tasse Kaffee trinkt, dann wird er einen Koffeinschock bekommen bei den vielen Hundertjährigen und bei dem vielen Kaffee.
Und wenn dann jedes Jahr mal ein paar Schlagzeilen in den großen deutschen Tageszeitungen kommen wie „Wir sterben aus.“ Oder „Die Deutschen sterben aus.“ Woher wissen die das? Weiß ich nicht. Wir Wissenschaftler und wir Statistiker wissen so etwas nicht. Wir haben davon keine Ahnung. Denn das ist dann wirklich Zukunft. Und deshalb wissen wir nur, dass wir ein paar weniger sein werden als jetzt, aber nicht wie Viele. Wenn sie wissen möchten, wie die Zukunft 2075 aussehen wird, suchen Sie sich eine alte Frau mit Glaskugel. Aber aussterben werden wir nicht. Der sibirische Tiger ist bei 400. Das ist wirklich kritisch.
Und ein paar Probleme werden nur dann gelöst sein, wenn ein paar von Ihnen nicht in dieser Urne (der Bevölkerungsgrafik Marke Raffelhüschen in Urnenform) sondern in einer echten Urne sitzen werden.
Und wenn Sie immer mehr Rentner immer länger versorgen wollen, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie behalten das Leistungsniveau bei und Ihnen explodieren die Beiträge und das macht Ihre Güter noch teuerer und wir haben irgendwann eine deindustrielle Zone. Und gegenseitig Haare Schneiden ist nicht bei allen von Ihnen lukrativ. Oder die Leistung muss sinken. Und Sie denken, das wird kommen. Ne, das haben wir alles schon gemacht. Sie werden in Zukunft länger arbeiten müssen und dafür kürzer weniger Rente bekommen.
Und das wurde vorgeschlagen von der Rürup-Kommission und da war ich dabei. Und Rürup müsste Ihnen ja ein Begriff sein. Der wohnt hier in der Gegend und müsste für seine Vorschläge eigentlich Ehrenbürger dieser Stadt werden. Die Rürup-Kommission schlug die Rente mit 67 vor. Und zeitgleich gab es die Kommission der damaligen Opposition unter Roman Herzog. Und als die den Vorschlag der Rürup-Kommission mit Rente 67 hörten, sagten die: Ja, stimmt. Und da hätten Sie stutzig werden müssen. Denn nicht nur Regierung und Oppisition und sämtliche Wissenschaftler waren einer Meinung. Dann kann das gar nicht so falsch sein. Und wenn jede Generation länger leben muss und dafür zwei Jahre länger arbeiten muss, ist das umsonst, denn Sie zahlen ja nicht länger ein.
Umsonst ist hier nichts, auch nicht die Häppchen vorhin.
(Nach ca. einer ¾ Stunde geht ein älterer Herr der Darmstädter Initiative für Renten- und Generationengerechtigkeit an die Bühne und kritisiert Raffelhüschen. Der reagiert schlagfertig. „Ja glauben, Sie etwa, das ist eine Diskussionsveranstaltung?“ Der alte Herr ist akkustisch nicht zu verstehen und wird von Teilen des Publikums nieder gebrüllt und aufgefordert, auf seinen Platz zurück zu kehren oder zu gehen. Es hat keinen Zweck so. Diese Diskussion muss später direkt im Rahmen einer Fragerunde geführt müssen – falls es diese geben wird, abwarten. )
Und dann wird uns immer wieder vorgeworfen, wir würden eine verkappte Rentenkürzung machen. Wieso denn verkappt? Das ist natürlich eine Rentenkürzung, was soll das denn sonst sein. Das ist eine Rentenkürzung von 0,3% für jeden Monat, den vorzeitig in Rente gehen. Und wenn Sie nicht vorzeitig in Rente gehen, sondern bis zum 67. Durchhalten, dann arbeiten Sie zwei Jahre länger und bekommen ihre ungekürzte Rente für zwei Jahre kürzer und das ist ebenfalls eine Rentenkürzung von 7,2%. Sie dürfen sich nur aussuchen, ob Sie Ihre Rentenkürzung monatlich oder am Stück haben wollen. Und das hat keiner kapiert und es wurde auch wirklich nicht gut erklärt. Und die Große Koalition hat das dann endlich geschafft, die Rente mit 67 zu beschließen. Aber Rot-grün schaffte 2003 noch viel mehr, nämlich den Nachhaltigkeitsfaktor. Aber das und die modifizierte Bruttorentenanpassung kann ich jetzt nicht erklären, weil das zu lange dauert. Und das ist auch sehr schwer zu erklären. Und Journalisten können das auch nicht erklären. Und weil sie das nicht verstehen und nicht erklären können, weil das ein Riesenbruch mit griechischen Buchstaben ist, schreiben sie meistens nichts darüber und die Rente mit 67 bleibt übrig. Dabei war der Nachhaltigkeitsfaktor die größte Rentenkürzung aller Zeiten, doppelt so groß wie die Rente mit 67, 13 – 14%. Wir haben in Deutschland eine Basisrente eingeführt. Und diese Basisrente ist sicher, das sage ich ihnen ganz unverBLÜMt. (Applaus, Riesenlacher.)
Und Sie dachten, Sie bekommen hier etwas über Ihre Probleme erzählt. Sie haben keine Probleme, Sie sind das Problem, also nicht die Graumelierten. Die Graumelierten hier wollten Oma und Opa werden, aber wir haben es vermasselt und die Probleme verursacht. Und daher ist es fair und gerecht, wenn wir die Rente gekürzt bekommen. Es trifft immer die Richtigen.
Und ob die Rente am Kapitalmarkt hier (das Einzige mal, dass er dieses Wort an diesem Abend sagt) so viel bringt wie z.B. in Norwegen, kann ich nicht sagen, das ist der Wissenschaft egal. Und ob Sie Ihr Geld in eine betriebliche oder eine private Altersvorsorge stecken, in eine Riester-Rente oder eine Wohn-Riester, ist uns aus der Wissenschaft auch egal, uns war sicher, dass Sie die Beiträge von der Steuer absetzen können und die Rente nachhaltig besteuert wird. Und keine Angst – so hoch, dass Sie von Ihrer Rente Steuern zahlen müssen, wird die Rente in den meisten Fällen nicht sein.
Und Altersarmut ist deutlich übertrieben. Statistisch nachweisbar: Es gibt keine Altersgruppe in Deutschland, die so wenig von Armut betroffen ist wie die Rentner. Und dann bekommen Sie in den Talkshows über Altersarmut immer die gleichen Tränendrüsen vorgeführt, die zusammeng gesammelt werden, und es sind immer die Gleichen, weil es kaum welche gibt. (Lacher) Und das wird in Zukunft anders sein, keine Frage.
Ach ja. Auch wenn sich zwei von drei Personen, die heute abend anwesend sind, sich später im Alter zu Hause pflegen lassen sollten, wird das teuer – mangels Tochter, die Sie nicht zeugen werden, bzw. mangels Sohn, der Ihnen eine Schwiegertochter gibt.
Nach ca. 80 Minuten ist die Show zu Ende. Eine Diskussion mit dem Publikum im Saal gibt es nicht. Natürlich nicht. Sie wären ja dumm. Nachdem ein Grüppchen Demonstranten vor der Halle war, muss ja klar sein, was eine Diskussion bringt, nämlich unangenehme Fragen und Fakten. Das ist aber keine Diskussionsveranstaltung sondern eine Verkaufsveranstaltung und die Geschäfte mit bis zu 600 potentiellen Kunden lassen sie sich nicht kaputt machen.
So viele Argumente und Fakten hatte ich, mit denen ich den Versicherungsvertreter mit Professorentitel konfrontieren wollte. Aber er nahm sie mir fast alle aus dem Mund. Sein Text vor Publikum unterscheidet sich nicht mehr von dem Text vor Volksvertretern
Was er noch vor knapp über einem Jahr vermied, baut er inklusive dem Gag „unverBLÜMt“ in seine Reden ein, spricht ganz offen über Rentenkürzungen
und bekommt dafür noch Applaus. Dass sich Raffelhüschen an manchen Stellen selbst widerspricht, nämlich Prognosen für die nächsten 50 bis 60 Jahre als unausweichlich darstellt, aber später selbst zu gibt, Wissenschaftler hätten keine Ahnung davon, scheint nur den Wenigsten aufzufallen. Damit, dass die erwerbfähige Bevölkerung immer die Teile der Bevölkerung ernähren müssen, die zu jung, zu alt oder zu krank zur Erwerbsarbeit sind – egal ob mit Umlageverfahren, kapitalgedeckten Systemen oder direkt von der Hand in den Mund, s. Mackenroth-Theorem
– ist ein Argument, welches niemandem einfällt und das nicht vorgetragen werden kann.
Von Raffelhüschens zahlreichen Lobby- und Aufsichtsratstätigkeiten dürften den meisten in der Halle unbekannt sein. So ist er Aufsichtsratsmitglied bei der ERGO-Versicherungsgruppe und bei der Volksbank Freiburg eG, Berater des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und so genannter Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, einer Lobbyorganisation des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall / Elektrol , die 2011 über einen Gesamtetat von über 7 Millionen Euro verfügt. Sein Forschungszentrum Generationenverträge an der Universität Freiburg , dessen Logo wir auf den Vortragsfolien sehen, wird über einen Förderverein
von der Industrie, Versicherungsbranche und eben von der Arbeitgeberlobby Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft finanziert. Der Vorstand des Fördervereins besteht aus Raffelhüschen selbst und Günther Knortz , einem ehemaligen Vorstandsmitglied der ERGO-Versicherungsgruppe.
Auch das mit der Einwanderung und Auswanderung ist eigentlich ganz anders
In einem Punkt hat der Professor allerdings völlig recht. Das Häppchen-Buffet und der Sekt draußen sind nicht umsonst. Genauso wenig sind die Kosten für die Halle oder das Honorar des Professors oder seine Reisekosten umsonst. Das zahlen wir alle doppelt oder dreifach. Wir zahlen das mit der Kürzung unseres Rentenniveaus und mit der Förderung für Riester-Renten. Und wer eine Riester-Rente hat oder noch abschließen wird, zahlt mit den Versicherungsbeiträgen. Und dieses Geld kommt erst einmal nicht auf den Konten der Anleger/innen ankommen sondern bei den Banken und Versicherungen, die davon Provisionen, Werbung und solche Veranstaltungen mit Riesenhalle, Buffet, Honorarprofessor und Reisekosten finanzieren.
Und eines muss man dem Professor bei aller Ablehnung lassen. Er ist ein perfekter Rethoriker, der sein Publikum langsam weich kaut. Anders, als Sie es aus dem Fernsehen kennen, reichert der Professor seinen Vortragsstil mit pausenlosem Geplapper und Satzwiederholungen an und bewegt sich dabei sehr oft auf der Bühne hin und her. Ja, nicht war, nun, Sie sehen, sehen Sie, Sie verstehen doch, verstehen Sie, Ja, oder, dann ist das so, dann ist das doch so, oder etwa nicht, das muss ich Ihnen sagen, leider muss ich Ihnen das sagen, ja nicht wahr, au weia. Er benutzt einen Sprachstil, der improvisiert wirken soll, so als ob es dem Mann tatsächlich unangenehm ist, dass er Ihnen angebliche Wahrheiten erklären muss, deren Wahrheitsgehalt wir teilweise gar nicht nachprüfen können. Dabei ist hier nichts improvisiert sondern genau einstudiert.
Die Show ist zu Ende und die Publikumsdiskussion bleibt wie beschrieben aus. Ein Grüppchen bildet sich um den Professor und der alte Herr von vorhin versucht, ihn bloß zu stellen, ist ihm aber rethorisch hoffnungslos unterlegen.
Schließlich verteile ich Infomaterial, dass ich mir für einen eigentlich geplanten Redebeitrag aufgehoben hatte und informiere Gäste im Saal über die weiter oben zusammengestellten Lobbyverflechtungen des Professors. Dabei bekomme ich als Antworten auf seine Interessensverflechtungen mit der Versicherungsbranche Sprüche wie „Und was ist daran so schlimm? Wir sollten froh und dankbar sein, dass es jemand macht, der sich so gut auskennt. Zwei junge Männer nehmen Teile der Veranstaltung mit einem Videotelefon auf. Als ich sie darüber informiere, dass dieses Forschungsinstitut von der Versicherungsbranche finanziert bekommen, antworten sie, dass sie das wissen, denn sie kommen von dort. Ein Phänomen, dass ich sonst nur von besonderen Filmfestivals kenne, erlebe ich nun hier. Ein Vortragsprofessor nimmt seine Studenten zum Jubeln und zur Dokumentation mit und wir bezahlen alles.
Das war ein sehr ernüchternder Abend, aber eine lehrreiche Information über den Umgang mit Lobbyisten.
Anbei noch ein bescheidener Artikel aus dem Darmstädter Echo Die Autorin hielt offensichtlich nur die Hälfte des Vortrags durch – wenn sie überhaupt anwesend war – und sparte sich bei ihrem vermutlich nicht üppigen Zeilenhonorar die oben beschriebenen Lobbytätigkeiten des Professors.
Erstveröffentlichung auf den NachDenkSeiten- der kritischen Website
Tags für diesen Artikel: darmstadt, demografie, generationenvertrag, lobbyist, mietmaul, raffelhüschen, rente, rentenkürzungen, uni freiburg, versicherungen
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......Und Sie fühlen sich gesund, laufen am Wochenende mal einen halben Marathon, nicht wahr, glauben Sie mir, das wird sich ändern. Und wir werden auch in Zukunft doppelt so viele Kranke haben. Und diese Alten und Kranken werden immer länger leben und versorgt werden müssen wie heute. Und wir werden Pflegefälle und wir werden verdammt viele Pflegefälle....
Das ist ein kleiner Auszug aus der Mitschrift (Martin Betzwieser, siehe oben) von Raffelhüschens Rede im Auftrag der Sparkasse Darmstadt vor ca. 600 Gästen. Diese Rede ist mit seiner Rede in Jever im Auftrag der Raiffeisenbank identisch. Nur die Bausteine “demographische Zombies” und “nicht sterben wollende Hundertjährige”, die zu Anzeigen wegen Beleidigung geführt haben wurden abgeschwächt.
Umbringen wollen sie uns nicht**!
Nein, das wollen sie wirklich nicht. Aber lebenslänglich krank sein, ja das sollen die Bürger schon. Das ist das Ziel eines jeden in der Kette, der über Nacht Millionär werden will.
Wie stellen sie das an?
Die Messlatten für den Einstieg in die Medikamentenabhängigkeiten wurden nach unten korrigiert. Egal ob es bei den Blutdruck- Cholesterin- oder “Zucker”Werten ist. Somit wird der Kreis der behandlungsfähigen Patienten immer umfangreicher und jünger. Es wird verschrieben, was das Zeug hält. Nur allein daran verdienen sich die verschreibenden Ärzte, die Apotheken und die Pharmaindustrie dumm und dämlich.
Nach dieser Phase ist warten angesagt. Die Nebenwirkungen brauchen Zeit, aber sie kommen (Und wir werden auch in Zukunft doppelt so viele Kranke haben, weiß Raffelhüschen).
Depressionen, Haarausfall, Arthrose, Osteoporose, Güner Star, Diabetes, um nur einige zu nennen, zwingen die Patienten in die Arztpraxen und zur Einnahme weiterer Pharma-Gifte. Manchmal stirbt auch ein Patient an diesem Pharmacocktail vorzeitig (Schwund ist überall). Nach Auftreten der diversen Nebenwirkungen ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem die Kollegen dieses Arztes mitverdienen. Krankenhäuser, Sanitätshäuser und Pflegeheime sind die nächsten, die profitieren. Alle freuen sich, nur der Patient nicht. Er verlor für die Geldgier seines behandelnden Arztes seine Gesundheit und was ebenso schlimm ist, seine Lebensqualität.
Das wirklich Verwerfliche ist, dass entweder der Arzt sich nicht umfassend informierte, ihm Informationen vorenthalten wurden oder sein Wissen um einfache nebenwirkungsarme Maßnahmen aus Profitgier unterdrückt.
Muss jede Chemo-Therapie sein? Sind die ganzen Blutdruck- Cholesterinsenker, Blutverdünner und Blutgerinnungsverzögerer wirklich erforderlich?
Nur ein Beispiel: Mit Marcumar blüht das Geschäft mit der Angst! Die Ärzte verweigern die Verordnung vom nebenwirkungsfreien Strophanthin. Warum? Wer steckt dahinter?
Wer es nicht glaubt, der guckt hier mal rein: http://bewusst.tv/2010/06/rettung-vor-herzinfarkt/
sollte künftig folgendes Wissen Pate stehen:
Er verbreitet zielgerichtet schlicht falsche sogenannte
wissenschaftliche "Erkenntnisse" (Demographieschwindel),
die allein von der Absicht getragen sind, die Menschen
über die tatsächlichen demographischen Tatsachen und ihre rentenpolitischen Folgen zu täuschen, um über Kaffeesatz-Prognosen die jungen Leute zu animieren "private" Riesterrenten-Verträge abzuschließen und sie damit schamlos auszunehmen. Strafrechtlich dürfte es sich somit um geradezu klassisches Betrugsverhalten handeln, dessen Gegenstück die
schwindlerische Propaganda darstellt, der zufolge angeblich die solidarorganisierte Rentenkasse der Arbeitnehmer so desolat
dastehe, daß die Arbeitnehmer später mit derart spärlichen Renten
auskommen müssten ( natürlich in 50 Jahren = Kaffeesatz-Lesung")
daß eine private Riesterrente unabdingbar notwendig wäre, um der Armut im Alter zu entgehen.
Dieser Scharlatan ist daher nicht ein Fall für die Universität sondern einer für die Staatsanwaltschaft. Und hier fängt das Problem an:
Er ist nämlich Teil eines riesigen Betrugssystems und wird durch den Staat getragen. Um zu ermessen wie groß dieses Rad ist, welches dort gedreht wird, sollte man sich einprägen:
Professor Scharlatan kommt -wie auch immer - von der Universität Freiburg. Diese Universität Freiburg steht mit dem sogenannten "Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" in Essen in Verbindung.Dieser Verband ist der Öffentlichkeit weitgehdend unbekannt. Er stellt jedoch das zentrale
Sozial-Zerstörungs-Geschwür unserer Republik dar. Mitglieder sind dort alle Versicherungs- , Wirtschafts- und Finanzkonzerne sowie die Pressekonzerne. Schirmherren sind die jeweilig amtierenden Bundespräsidenten. Und nun kommt es ganz dick:
Von dieser Universität in Freiburg kommt auch unser Herr Bundesverfassungspräsident Dr. Andreas Voßkuhle; und dieser hat - offenbar weil er als Verfassungsgerichtspräsident
nicht richtig ausgelastet ist- dort noch nebenbei einen "Leerstuhl" inne, und zwar am " Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie". Und weil nun unser
Herr Präsident des Bundesverfassungsgerichts,Dr. Andreas Voßkuhle, von der Freiburger Albert-Ludwig-Universität kommt, zusammen mit dem Professor Scharlatan, haben sie die gleiche Wurzel zum Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, in dem
alle Versichrungs- und Finanzkonzerne, die Riesterrenten verhökern wollen, vereint sind. Und nun wird es arg kriminell und spannend: Das Verfassungsgericht stellt arbeitsteilig mit Professor Scharlatan fest,
daß der Staat aus der Rentenkasse aus "sozialen Gründen" Milliarden für "allgemeine Staatsausgaben" (für soziales eben)
herausrauben darf , womit die Kasse dann ruiniert wird, und Kumpel Scharlatan walzt dann durch die Gegend und verkündet, daß man private Riesterrentenverträge abschliessen müssen, um den illegalen
Ausraub der Rentenkasse damit wieder auszugleichen. Als Vehikel
für diese schlicht staatsverbrecherische Organisation haben diese Herrschaften den Schwindel mit der demographischen Katastrophe
entwickelt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es wird daher Zeit, daß diese Bande komplett verhaftet wird wegen Betreibens einer kriminellen Vereinigung. Siehe hierzu in www.Bohrwurm.net
" Demographieschwindel-Tabelle " und " 60 Jahre Verfassungsgericht".
Günter E. V ö l k e r
e
Was soll der Blödsinn? Hätten wir mehr Kinder bekommen, wären die noch obendrauf auch noch arbeitslos. Weltweit wird die steigende Bevölkerungszahl beklagt und Raffelhüschen will das Gegenteil?
Raffelhüschen: ...Und wenn Ihr Bürgermeister in Darmstadt im Jahr 2055 noch bei allen Hundertjährigen zum Gratulieren vorbei schaut mit Blumenstrauß und dort eine Tasse Kaffee trinkt, dann wird er einen Koffeinschock bekommen bei den vielen Hundertjährigen und bei dem vielen Kaffee.
Das ist auch totaler Blödsinn!
Heute wurde in allen Tageszeitungen veröffentlicht, dass auf 1000 Einwohner bezogen, 8,1 Geburten und 10,5 Sterbefälle verzeichnet werden. Das ist zwar ein Indiz für einen Bevölkerungsrückgang, aber gleichzeitig der Beweis, dass sich Deutschland verjüngt. Wer noch mit vernünftigem Menschenverstand ausgerüstet ist, über längere Zeit die Todesanzeigen verfolgt und die Zahlenreihen des Statistischen Bundesamtes hinzuzieht, muss zu der Erkenntnis gekommen sein, dass Menschen, die älter als 80 Jahre werden, die berühmten Ausnahmen sind. Diese Ausnahmen hat es immer gegeben. Dass es zahlenmäßig mehr als z. B. 1970 sind, liegt an der Wiedervereinigung, was Leute wie Raffelhüschen systematisch unterschlagen.
Beispiel: Wenn von 1000 Einwohnern jährlich 105 sterben, sind es schließlich nicht nur Menschen, die das 80 Lebensjahr überschritten haben. Der Großteil der Menschen stirbt im Alter zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Diese fallen als künftige Hundertjährige schon mal weg. Und setzt man die 81 Geburten dagegen, wird man schnell zur Überzeugung kommen müssen, dass die deutsche Bevölkerung sich verjüngt.
Deshalb behaupte nicht nur ich, der so propagierte demographische Wandel ist eine riesengroße Lüge, nur um den Menschen das Geld für dubiose Versicherungsgeschäfte, u.a. Riesterverträge, aus der Tasche zu ziehen.
Ihr Beitrag ist gut angelegt, auch materialreich & kritisch gegenüber einem besonders dreisten Prostituierten mit akademischem (Heiligen-) Schein, dem Herrn Professor Raff.
Lassen Sie sich bitte durch die beiden Textejakulate oben #1 und #2 nicht beirren.
Es grüßt ZWG
Nur der Anfangstext ist von mir.
Immer wieder der dümmliche Gag mit Blüm.
Aber eben genau die Lokalpolitmischpoke lachte sich scheckig, offenbar gut im Alter durch das Volk alimentiert.
Da war noch eine Diskussion erlaubt, die aber nach zwei kritischen Wortmeldungen, vom Sparkassenchef abgebrochen wurde, na und sowas will man nicht nochmal erleben, dass gefragt wird, wie sich Lobbyarbeit mit der wissenschaftlichen Lehre verträgt u.s.w.
Selten habe ich festgestellt, dass der Begriff Kotzbrocken doch mitunter noch geschmeichelt ist.
Professor ist kein Titel, sondern nur eine Berufsbezeichnung (wie Friseur oder Industriekaufmann oder Tischlermeister oder …) und wird dem zu Folge auch nicht den den Personalausweis eingetragen (Titel hingegen auf Antrag durchaus).
Das passt den Damen und Herren Professoren natürlich gar nicht und es wurde auch in den letzten 30 Jahren verschiedentlich schon dagegen geklagt, aber bisher immer erfolglos.
Natürlich ist der Nicht-Titel Professor pures Geld wert (die Preise für Gutachten und Vorträge steigen sofort sprunghaft) und wäre vermutlich noch wertvoller, wenn es denn ein richtiger Titel wäre.
Aber man braucht für den Professor nicht zwingend irgendeine nachgewiesene berufliche oder fachliche Qualifikation, ein Lehrstuhl an einer (Fach)hochschule reicht aus. Nur so ist es überhaupt möglich, dass irgendwelche Künstler an irgendwelchen Hochschulen für Kunst und Gestaltung auf einmal als Professoren tätig sind.
Alle Kritik bis auf eine Einzelheit verstanden - gibts jetzt wirklich schon in Deutschland an den früheren Höheren Fach- und Ingenieursschulen LEHRSTÜHLE (= Prof. jetzt W 3 früher C 4)? Seit wann - seit Schröderfischer, seit der "Wiedervereinuigung", seit der "Großen" schwarzroten 2005/09 oder seit der "Kleinen" schwarzgelben Bundeskoalition? - Erbitte Aufklärung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lehrstuhl
"Als Lehrstuhl oder Lehrkanzel wird die planmäßige Stelle eines Hochschullehrers mit der Bezeichnung ordentlicher Professor an einer Universität (nach Duden auch: an einer sonstigen Hochschule) bezeichnet. Solche Professorenstellen sind mit personellen und finanziellen Mitteln zur Wahrnehmung bestimmter Aufgaben in Forschung und Lehre ausgestattet. In einigen Fächern spricht man stattdessen von Arbeitsgruppe oder kurz AG, in Österreich auch von Forschungsgruppe.
Lehrstuhlinhaber werden auch als Ordinarius bezeichnet. In der Bundesrepublik Deutschland werden sie heute in der Regel nach der Besoldungsgruppe W3 (früher C4) besoldet.
Die Aufforderung an eine Lehrkraft, einen Lehrstuhl oder eine Professur zu übernehmen, wird als Berufung (umgangssprachlich Ruf) bezeichnet. Hochschulprofessur und Lehrstuhl sind nicht unbedingt miteinander verbunden – jeder Lehrstuhlinhaber ist Professor, aber umgekehrt gilt dies nicht . . . . . . "
. . . das muss nicht unbedingt stimmen, wie wir schon des öfteren feststellen mussten, gibt es auch Einträge bei Wikipedia die offensichtlich interessensgesteuert sind.
1. Verstanden: o.Prof.=Ordinarius=Lehrstuhlprof. < Professor (verhält sich wie Teilmenge zur Gesamtmenge), aus seiner Prof.-Uni-Seite Freiburg/Br. wird nicht klar, was fürn Prof. der Prof. Raff. denn nun genau ist, da er mal Mitte der 1990er Jahre Lehrstuhlvertreter war aber seitdem´n Lehrstuhl nie wieder erwähnt wird ist Prof. Raff vermutlich W-2-Uni-Prof., also kein Lehrstuhlprof. od. Ordinarius (was die Nachdenkseitenleute leider aufzuklären "vergaßen").
2. Das andre Problem ist der Bereich: Genehmigungspflichtigkeit a l l e r Nebentätigkeiten des Prof. Raff. durch den Dienstherrn, hier´s die neue Landes(fach)ministerin Frau Theresia Bauer (*1965) von Bündnis 90/Grüne als Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst "zuständig", sie könnte ihren Referatsleiter anweisen, die diversen bezahlten „Nebentätigkeiten“ von Prof. Raff. auch mit Blick auf Widerruf evtl. erteilter Genehmigungen (falls vorhanden, falls n i c h t sind für jeden "Fall" per legem und von Amts wegen Disziplinarmaßnahmen einzuleiten) sich anzuschaun, denn w e n n der Herr wirklich so aktiv ist wie er selbst behauptet - etwa zehn Beraterjobs, etwa ebensoviel Fachzeitschriftengutachtereien, dazu drei Aufsichträte -> http://www.vwl.uni-freiburg.de/fakultaet/fiwiI/raffelhueschen/lebenslauf.html#Wissenschaftliche_Beratungstaetigkeit - dann ist zu fragen, warum & wozu Prof. Raff. sein W-2-Prof.-Gehalt, ohne Zulagen an 4.000 € netto monatlich, überwiesen kriegt (auch das aufzuklären „vergaßen“ die Nachdenkseitenleute leider).
Gruß von & aus
Felix Austria