Schöner Essay von Tomasz Kurianowicz im
Berliner Tagesspiegel: vom Menschen, der sich selbst zur Mitgliedschaft von Zahlengemeinschaften degradiert, anstatt sein Bedürfnis und seine Fähigkeit zum Denken, Fühlen und Reflektieren zu pflegen. Und zum Erinnern, wie der Autor anmahnt: Robert Musil nannte Europa bereits 1922 ein "babylonisches Narrenhaus".
Wir erinnern uns lieber nicht. Eher versuchen wir im Auf und Ab der Dummheiten und "Krisen" surfen zu lernen und setzen uns schlichte Ziele - wer oben bleibt, hat gewonnen - zum Beispiel. Und wir leugnen die Angst, die wir vor uns selbst bekommen. Das hält uns beschäftigt.
Die Chance, eine neue Realität zu formulieren, die sich den Erwartungen der Finanzmärkte widersetzt, ist leicht vertan. Eher werden die Fehler der Vergangenheit wiederholt und der Mensch, der laut Musil der „Menschenfresserei wie der Kritik der reinen Vernunft“ fähig ist, entscheidet sich für Ersteres.