Die armen Banken - plötzlich gibt es Risiko
Das Auseinanderdriften der Risikoprämien für Euro-Staatsanleihen hat bei den Banken eine gefährliche Gemengelage geschaffen. Schon die damit verbundenen Kursverluste bringen manche Bank an den Rand des Abgrunds. Hinzu kommt, dass sich für Banken aus finanzschwachen Euroländern die Finanzierungskosten erhöht haben. Denn beinahe ausnahmslos sind die Risikoprämien für zum Beispiel italienische Banken höher als für den italienischen Staat und für französische Banken höher als für den französischen Staat. Inzwischen liegen die Risikoprämien für viele Banken über denen von Industrieunternehmen. Mancher an Unternehmen vergebene Kredit wird damit aus Sicht der Bank zu einem Verlustgeschäft.
Obendrein geraten auch solide Banken aus soliden Ländern in Selbstzweifel. Gerade hat Joseph Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank, seiner Branche eine düstere Zukunft vorhergesagt, weil das Prinzip der Risikofreiheit von Staatsanleihen gebrochen sei. Es sei unklar, welche Anlagen überhaupt noch als risikofrei gelten könnten. Und weil das so ist, sei es fraglich, was Geschäftspartner künftig als ausreichende Sicherheit akzeptieren würden.
Da fällt einem nur ein alter Witz aus dem Englischunterricht ein: "I break together". Allerdings vor Lachen. Für die Banken war es bisher ganz selbstverständlich, dass sie auf billigste Art und Weise Geld schöpfen und dies für teures Geld ohne jedes Risiko verleihen konnten und das diese Art von Wucher als ihr normales Geschäft angesehen wurde.
Das gesamte Geldsystem beruht auf der Annahme, dass die Gläubiger die Geld verleihen auf jeden Fall geschützt werden müssen. Da darf übersichert werden, was das Zeug hält und selbstverständlich bürgen die Geschäftsführer von Unternehmen auch noch privat für die Schulden ihres Unternehmens. Wer Waren oder Leistung liefert, läuft ständig Gefahr sein Geld nicht zu bekommen, weil der Kunde oder Arbeitgeber Konkurs geht, aber wer feige nur Geld verleiht ohne sich am Risiko zu beteiligen, der wird geschützt und im Zweifelsfall von allen arbeitenden Menschen gerettet.
Solch ein System würden normale Menschen als Wahnsinn bezeichnen. Es gibt überhaupt keinen Grund für die Gewinne von Banken. Diese Gewinne entstehen nicht durch Arbeit sondern nur durch Betrug und Zinswucher. In einer freien Wirtschaft besteht immer die Gefahr des wirtschaftlichen Scheiterns. Das gilt für Einzelpersonen, Firmen und selbstverständlich auch für Staaten. Das nennt man Geschäftsrisiko. Wer als normaler Unternehmer in die Insolvenz muss, verliert im Normalfall alles was er sich für sein Leben und sein Alter aufgebaut hat und ist dauerhaft erledigt.
Seine Vermögenswerte werden von den Bankstern verramscht und die Restschulden bleiben ihm. Eine Privatinsolvenz nach sieben Jahren, bedeutet, dass ein Unternehmer der eigentlich etwas unternehmen würde, dazu erzogen wird, möglichst wenig Geld zu verdienen und am Ende dieser sieben Jahre mut- und kraftlos dazustehen und die Dinge nur noch von außen zu betrachten. Und dies alles nur, weil zwischen dem heiligen Verleihen von Geld und Waren- oder Leistungskrediten ein derartiger Unterschied gemacht wird.
Was die Banken und die neoliberalen Journalisten (die Leute die den Text zwischen den Werbeanzeigen schreiben) scheinbar völlig vergessen haben, ist das Geschäft auch das Wort Schaffen beinhaltet.Die Banken schaffen aber nichts, nicht einmal eine Dienstleistung. Sie kassieren lediglich Geld dafür, dass sie sich Geld praktisch kostenfrei und ohne Absicherung beschaffen können. Für den größten Teil dieser Tätigkeit prüfen sie nicht einmal ob ein Risiko besteht, sondern entscheiden schematisch ohne Berücksichtigung des Einzelfalles, praktisch ohne jeden Aufwand.
Ja, es gibt keine sicheren Anlagen mehr. Die hat es aber in Wirklichkeit nie gegeben. Schon immer sind Staaten pleite gegangen, hat es Währungsreformen gegeben und haben Kriege Schulden negiert. Was die FAZ Schreiberlinge und die Bankster beklagen ist also die Normalität. Die Banken werden lernen müssen, sich wieder auf die reale Wirtschaft zu konzentrieren und diese mit Krediten zu versorgen.
Das schafft natürlich nicht die Renditen wie sie Ackermann mit seinen risikolosen Luftgeschäften erzeugte, für die schon seit langem der deutsche Steuerzahler aufkommen muss. Aber die Zeit des starken Ackermanns in Deutschland ist ja wohl eh vorbei. Natürlich wird er sich an den rechtlichen Folgen seines Handelns vorbeimogeln können und sein Raubgeld dürfte eh in der Schweiz sein, aber für Deutschland ist ja schon ein Sieg, wenn ein Ackermann nicht in den Aufsichtsrat der deutschen Bank gehen kann.
Die Bankster werden sich mit geringeren Renditen begnügen müssen. In der Realwirtschaft wird eben nur zwischen 1,5 und sieben Prozent verdient und diese Gewinne müssen auch für schlechte Jahre gespart werden. Da bleiben für die Kreditgeber nur geringe Margen und das ist gut so. Unternehmen brauchen dauerhaftes Kapital. Kredite sind nur kurzfristige Lösungen. Ausnahmen und nicht die Regel. Man kann kein Wachstum auf Krediten aufbauen, zumindest nicht dauerhaft. Das gleiche gilt natürlich auch für Privatpersonen, die eben ihren wachsenden Komfort und steigende Lebenshaltungskosten auch nicht dauerhaft mit Krediten finanzieren können.
Auch wenn Deutschland formal am 3. Oktober 2010 die letzten Schulden aus dem 1. Weltkrieg bezahlt hat, ist dies in Wirklichkeit eine Täuschung. Denn die Staaten tilgen ihre Schulden nicht, sie nehmen nur immer neue auf und ersetzen abgelaufene Staatspapiere durch neue. Die Verschuldung steigt trotz Inflation. Das kann nicht gut gehen.
Radikaler Schuldenabbau, auch durch harte Schuldenschnitte, sind die einzige Lösung. Es gibt keine Freiheit ohne die Freiheit von Schulden und die Leute die von den Schulden anderer gelebt haben, die haben eben auf das falsche Pferd gesetzt. Da hilft es auch nicht über die armen Pensionsfonds zu weinen. Auch deren Manager kannten das Risiko und sind es bewusst eingegangen oder wurden gerade in den USA praktisch ständig dazu aufgefordert. Bei einem vollständigen Crash wären diese Gelder aber ebenfalls verloren. Ein kräftiger Schuldenschnitt der weltweit deutlich größer als 60 Prozent sein müsste, würde dem verbleibenden Rest bei einem gleichzeitigen Verbot von Neuverschuldung einen echten Wert verleihen, den die heutigen Papiere nicht mehr haben.
Für die Zukunft muss gelten, dass wenn man sich mit Geld an einem Unternehmen beteiligen will, dies nur mit voller Haftung geht und das Erträge aus der Vergabe von Krediten einfach nicht lohnen, weil sie so hoch besteuert werden, das nichts übrig bleibt. Dann steht plötzlich auch genügend Kapital für die Realwirtschaft und Forschung / Entwicklung zu Verfügung, weil ja der Gewinn nur noch aus der Produktion stammen kann. Daraus ergeben sich automatisch neue Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen. Das System könnte sich selbst retten, wenn man die Verluste der Abzocker lächelnd in Kauf nimmt.

Tags für diesen Artikel: ackermann, banken, bankster, betrug, geld, geldschöpfung, kredite, schulden, schuldenschnitt
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da kann ich mich Patric nur anschliessen. Der einzige Weg. Als kleiner Junge gabs ws hinter die Löffel wenn man Pfennige zum werfen nahm. "Mit Geld spielt man nicht." Die Spekulanten müssen Chips bekommen. Das Geld aus der Realwirtschaft muß getrennt behandelt werden. Wer eine Firma aufbaut dem muß sie gehören. Er weiss daß diese Kuh nur ihn und seine Mitarbeiter ernährt wenn sie alle pfleglich behandeln. Wenn die Kuh krank wird muß man sich um sie kümmern. Wird sie vererbt muß man sicherstellen, dass die "hauptberuflichen Erben" die Kuh nicht anfangen teilweise zu schlachten. Robert Bosch hat eine Möglichkeit aufgezeigt.
Eine Beteiligung an einer Kuh kann nur stattfinfen wenn ich mich auch an der Arbeit mit der Kuh beschäftige. Nur von Ihrer Milch zu profitieren kann nicht funktionieren. Die Börsen und Spekulanten nehmen aber nicht nur Milch sie wollen am Ende des Jahres Ihren Braten haben. Schwachköpfe.
"Wenn ihr der Kuh jedes Jahr eine Keule abnehmt und einen Holzfuß gebt, dann wird der Milchertrag im nächsten Jahr schlechter für alle. Wenn die Kuh nach vier Jahren mit 4 Holzfüssen auf die Weide soll wird sie nicht mehr weit genug runter kommen um fressen zu können. Damit habt ihr die Kuh getötet und jeden der für das Wohlergehen der Kuh arbeitet vernichtet"
Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Verdammt wenn so eine Kuh zur ersten Beinamputation gebracht werden soll müßt IHR die, die Kuh pflegen streiken. Wenn die Kuh einige Tage (oder Wochen) nichts zu fressen bekommt, kann sie überleben. Der Braten wird nur trokener und uninteressanter.
Gruß aus Baden.
STELL DIR VOR
ES IST BANKENZUSAMMENBRUCH
UND NIEMAND MERKTS