Ja, mir tut es leid um das kleine Land am äußeren Ende von EU-Europa. Das Land, das Geschichte atmet. Das Land der unwirklich schönen Inseln in der Ägäis. Das Land der verkarsteten Hügel, des schlechten Essens, der alltäglichen Bestechung.
Vor vielen Jahren habe ich mal bei einem Urlaubsaufenthalt eine kleine Szene erlebt, an die ich mich noch lebhaft erinnere. Vor unserer kleinen Pension tauchten Urlauber auf, die ein Zimmer mieten wollten, standen aber verschlossener Tür. Mein Freund lief daraufhin zum Strand um die Pensionsbesitzerin und ihre Tochter zu holen. Sichtlich ungern machten sich die beiden auf den Weg. Und ich dachte, was für eine verkehrte Welt! Der deutsche Urlauber handelt geschäftstüchtig, die griechische Geschäftsfrau, als sei sie in Urlaub.
Ich hätte mich nicht eingemischt. Die Griechen sind eben so, dachte ich mir damals. Vielleicht wollen sie nicht "geschäftstüchtig" sein, vielleicht reichten ihr drei vermietete Zimmer, statt volles Haus. Vielleicht schmeckt ihnen ja auch ihr matschig gekochtes Gemüse, wer weiß? Also, ich will aufrichtig sein: ich konnte mit den Griechen wenig anfangen. Aber ihr Land und ihre antiken Stätten fand ich umwerfend schön. Dessen Bewohner zu sein, darin sah ich ihre Hauptaufgabe. Den Rest sollten sie regeln, wie sie es für richtig hielten.
Ihre Lebensart zu respektieren, war die eine Sache. Aber das eine oder andere "regeln" wäre doch wichtig gewesen, anstatt Steuerhinterziehung und Bestechungsgelder als Alltagsgeschäfte zu etablieren. An vielen Stellen haben sie schlecht auf ihr Land aufgepaßt und zwar schon vor dem aktuellen Schuldendesaster.
Nun sollen sogenannte Technokraten für Ordnung sorgen. Was soll das für eine Ordnung sein? Und wer vereinbart die Regeln? Vielleicht wollte Papandreou in letzter Minute das Ruder herumreißen, indem er das Volk mitreden lassen wollte. Da war es aber zu spät. Da hat man aus der EU ein Machtwort gesprochen, und Aus wars mit der Volksbefragung. Armes Griechenland.
Und die anderen? Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland? Überall müssen Dinge neu geregelt werden. Keiner kann sich ausnehmen. Schauen wir uns bloß an, was in Deutschland die sogenannten V-Leute des sogenannten Verfassungsschutzes anstellen. Kann mir mal jemand sagen, wozu wir V-Leute brauchen (und finanzieren) wenn sie nichts zur Verbrechensbekämpfung beitragen? Viele Jahre lang?!!! Die ganze Angelegenheit stinkt doch zum Himmel. Kann man so eine Scheiße fassen?
Wollen wir demnächst wieder als die bösen und häßlichen Deutschen dastehen? Als Nazis? Wollen die Deutschen das zulassen? Könnten wir mal bitte ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen? Und könnten sich bitte ganz schnell und ganz laut diejenigen Deutschen zu Wort melden, die das nicht wollen? Könnten sie bitte aktiv etwas dafür tun, um das zu verhindern?
Ich möchte an der Stelle daran erinnern, dass der vom Staat verordnete Antifaschismus in der DDR nicht gereicht hat. Es braucht etwas mehr, um faschistoide Tendenzen zu verhindern. Es braucht denkende Menschen, die ethische Grundsätze verinnerlicht haben, die aufstehen und aktiv mitwirken. Manchmal braucht es sogar zivilen Ungehorsam gegenüber dem Staat! Vor allem, wenn er anfängt, ins Technokratische zu mutieren. Der Technokrat schert sich nicht um Kultur, Ethik und Bürgerwillen. Der Technokrat dient nur mächtigen organisierten Interessen.
Kehren wir also vor unserer eigenen Tür.
1. Wer denkt denn hier faschistoid. wenn Deutschland aufgrund .seiner Regierung abgeurteilt wird.
Solln wir die mit Gewalt entfernen? (=Menschen töten)
Wem die Presse so gehört, dürfte dir wohl auch klar sein.
2." Natürlich" denken Menschen , und zwar überall auf der Welt) faschistoid - das liegt in der Natur des Menschen.
Egoismus und Materialismus boomt.
So ist er kreiert worden.
Lies mal Milgram Experiment oder Herr der Fliegen.
Dir dürfte auch aufgefallen sein, dass der Mensch mit der jetzigen Situation = an allen Fronten wird unsere Gesellschaft "aufgerollt"- psychologisch überfordert ist.
Er kann soviel Negatives nicht verarbeiten.
Ich finde , dass die Menschen zu diesen Entwicklungen trotzdem schon eine Menge auf die Beine stellen.
Was die Wahlen übrigens betrifft - Mein Glaube an die Korrektheit ist eher dürftig. Die beispielsweise absolute Mehrheit der SPD (für Bilderberger Olaf Scholz der hat über 50% in Hamburg bekommen) halte ich für äußerst suspekt.
Dass die Verfassungsmanngeschichte ein Skandal ist, sehe ich auch so - kannst gleich Agent Provocateur durch diese und /oder Polizei noch drauflegen- undundund...
Leider ergibt dies ein eher düsteres, aber wohl realistisches Bild.
Nur eins dazu: faschistoides Denken, egal ob es durch einzelne Menschen oder durch Staatspolitik befördert wird, muß man stets aktiv zurückdrängen, um zu verhindern, dass es Übermacht bekommt. Das erledigt man nicht nebenbei, oder ein für allemal, und auch nicht durch ein Verbot von oben. Das war mir wichtig zu sagen.
Von Natur aus hegen wir tiefes Mitgefühl für jeden Menschen auf der Welt. Unsere Erziehung, unser Umfeld und Medien können diese Denkmuster hervorrufen. Und zwar auch bei Menschen die ansonsten sehr tollerant und offen erzogen wurden.
Der Author z.B, eigentlich ein gescheiter Mensch, so kommt doch ein Hauch dieses Denkmusters durch.
Das jeder solch ein Verhalten zeigt, beweist ja nur wie fremdenfeindlich wir im grunde aufwachsen.
last but not least kann ich Luise nur zustimmen, man muss diese Gedanken beim enstehen bereits hinterfragen und aktiv zurückdrängen.
-Denkt euch in den jeweils "Anderen" hinein-
Dann werdet ihr vieles auch anders sehen.
Über das schlechte Essen bin ich doch erstaunt, da allein die Gemüse- und Obst-Produkte
qualitativ mit den besten der Welt gehören. Wussten Sie, dass es über hunderte von verschiedenen Tomatensorten existieren. Wenn Sie aber nur in Touristen-Restaurants gegessen haben, muss ich zugeben, dass es leider dort keine Korrelation zwischen Preis und Qualität, wenn ich das als Ingenieur sagen kann, scheinbar existiert. Aber ist es in anderen Ländern anders?
Beruflich bedingt, habe ich viele Länder bereist und meist durch mehrwöchigen Aufenthalt viel mehr mitbekommen können als ein normaler Tourist in der Lage wäre. Und ich kann ihnen versichern, dass man in einem fremden Land vieles nicht versteht und jeder nur seine persönlichen Erfahrungen macht. Es wäre naiv zu denken, dass man mit persönlichen Erfahrungen einen gesamten Überblick über das Land erhält.
Im übrigen. Ich kann als Touristin natürlich nur die Erfahrungen einer Touristin machen. Und wenn man Touristen mieses Essen serviert, was kann der Tourist dafür? Wenn Sie als Ingenieur viele Länder bereist haben, dann freut es mich für sie. Auch wenn man Ihnen besseres Essen als den Touristen kredenzte.
vielleicht aus Kenia oder Brasilien. Das Getreide, aus dem das Mehl für die aufgebackenen Brötchen verwendet wurde, wuchs nicht auf der Insel.
Und der "einheimische Fisch" zum Abendessen wird tagtäglich tonnenweise für den Massentourismus in der Ägäis aus anderen Regionen der Welt eingeflogen. Coca-Cola und deutsches Bier werden auch nicht in GR produziert.
(Aus "Die kostbarsten Tage des Jahres" von Gerhard Amanski).
Fakt ist, dass die Massen an Touristen, die aus den permanent landenden Jumbos und Kreuzfahrtschiffen in die Zentren der Erholung und der Erlebnisse in GR gespült werden, nicht aus den Ressourcen des Landes versorgt werden können. Wenn der deutsche Michel wieder auf dem Heimweg ist, sind seine Devisen längst auf den Konten der Tourismusindustrie außerhalb Griechenlands gelandet.