Eine Schilleranekdote (1793) als Beitrag zum nächsten deutschen Schillerjahr.
Mitgeteilt und aktualisiert von
Richard Albrecht
Als Friedrich Schiller noch plante, deutscher Professor (in Mainz) zu werden, setzte
er auf Unterstützung des neuen Bischofs von Konstanz und Mainz, weil der Arzt Schiller damit rechnete, daß der noch amtierende alte Bischof von Konstanz "längst fort sein sollte". Der freilich gab nicht so schnell wie erhofft den Löffel ab, so dass Schiller monatelang wartete.
Als die erwartete Todesnachricht, mit der Schiller jeden Tag gerechnet haben soll, nicht eintraf ... soll Schiller gesagt haben:
"(...) Das grosse Übel bei diesen Herren ist, dass sie nichts denken; käme auch nur eine einzige Idee in den Kopf des betagten Bischofs, so würde es die Organisation seines Gehirns nicht aushalten, er müsste plötzlich an einem Schlagfuß dahinfahren."
(zitiert in: Schiller. Ein Lesebuch für unsere Zeit. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1993: 251-252)
Bekannt ist: Damaliger Bischof war Friedrich Karl Joseph v. Erthal (von 1774-1802), dem Karl Theodor Frhr. v. Dalberg als Bischof (von 1802-1803) folgte. Weniger bekannt ist, daß das von Schiller erkannte "große Übel bei diesen Herren" bis heute in Ganzdeutschland dominant ist: Würde im Laufe des Jahres in deren Köpfe "auch nur eine einzige Idee" kommen ... so wäre dies ein nachhaltiger Beitrag erstens zum Kampf gegen Erwerbslosigkeit, zweitens zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen und drittens zur Hygienisierung sowohl der intellektuellen als auch der Medienlandschaft in Deutschland.
Anfang 2005 erstveröffentlicht in rechtskultur.de. Unabhängiges online-Magazin für Bürgerrechte, 3. Jg. (2004/05) ->
http://www.rechtskulturaktuell.de. Erneut als copyleft-Text ins Netz gestellt am Freitag, 13. Januar 2012.
Richard Albrecht ist unabhängiger Sozialforscher & freier Autor in Bad Münstereifel und veröffentlicht seit Oktober 2010 regelmäßig unregelmäßig in diesem Blog ->
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