Negativzinsen - Die Selbstverarschung des Kapitalismus
So bezahlt nicht etwa Deutschland für die neueste sechsmonatige Bundesanleihe Zinsen, nein die Anleger müssen einen Strafzins von 0,0122 Prozent bezahlen, wenn sie Deutschland Geld leihen wollen. Deutschland hätte übrigens auch zu diesem für das System recht perversen Kurs, gut das Doppelte an Schuldverschreibungen verkaufen können, als die 3,9 Milliarden um die es diesmal ging. Insider witzeln bereits über eine Parkplatzgebühr für Geld, die irgendwie doch an das Freigeld des Silvio Gesell erinnert, das immer so böse verunglimpft wird, obwohl es doch als Wörgler Schwundgeld wahre Wunder bewirkte, bevor Banken und Großkapital diesen Versuch mit Gewalt beendeten.
Verrückte Welt auch für die Schuldenstaaten Spanien und Italien. Spanien verkaufte mit 9,90 Milliarden Euro fast doppelt soviel Anleihen wie geplant und zahlte mit 3,38 Prozent Zinsen, 1,8 Prozent weniger als beim letzten Mal, obwohl sich an der Situation Spaniens nichts geändert hat. Italien konnte 12 Milliarden an Anleihen verkaufen und bei denen mit einjähriger Laufzeit und einer Gesamtsumme von 8,9 Milliarden Euro sanken die Zinsen um fast drei Prozent auf 2,735 Prozent.
Das ist übrigens nicht eine Folge der 500 Milliarden die die EZB den Banken zu Niedrigstzinsen geliehen hat, um den Verkauf von Anleihen der europäischen Länder zu fördern. Dieses Geld wird mit rund 460 Milliarden Euro noch Nacht für Nacht zu einem Zinssatz von 0,25 Prozent bei der EZB geparkt, da die Banken nicht den Mut haben dieses Geld irgendwo zu investieren. Wer aber kauft dann die Anleihen zu Niedrigstzinssätzen oder bezahlt sogar eine Parkplatzgebühr oder ein Strafgeld um sein Geld nicht woanders anlegen zu müssen?
Die Antwort ist einfach. Geld ist wie Wasser. Der stärkste Mann kann es nicht halten. Es muss irgendwo angelegt werden. Das gilt gerade für die Anleger, die keine Banken sind und ihr Geld nicht bei der EZB parken können. Aber so wie ein Wasserstrahl im Sand versickert, haben diese Anleger eine große Angst davor, ihr Geld könne einfach versickern oder doch zumindest am Ende viel weniger wert sein. Es gibt viel zu viel Geld, aber in Wirklichkeit kaum vernünftige Einsatzgebiete für dieses Geld.
Zur Bewältigung der Bankenkrise wurden weltweit Billiarden Schulden gemacht und dieses Geld, soll nun durch Sparen bei den normalen Arbeitnehmern wieder hereingeholt werden. Niedrige Renten, niedrigste Löhne und massiver Sozialabbau sollen überall dafür sorgen, dass Gelder frei werden. Die Folge ist eine weltweite Rezession. Nur Idioten glauben daran, dass China oder Russland die Lokomotiven sein könnten, die die Weltmärkte aus dem Dreck ziehen. Chinas Wirtschaft profitiert von den mit Gewalt gegen Arbeitnehmer künstlich niedrig gehaltenen Löhnen und Millionen von Wanderarbeitern die praktisch rechtlos sind.
Der Aufwand um die eigenen Leute in Schach zu halten wird in China aber immer größer und China wird die Bedürfnisse seiner Menschen nach anständigen Löhnen befriedigen müssen oder einen Aufstand und ein Auseinanderbrechen des Landes riskieren müssen. Gleichzeitig brechen in einer Rezession gerade die Billigartikelmärkte die China beliefert als erstes ein, was den Druck erhöht. Russland kann sich aufgrund seiner Bodenschätze zwar weiter entwickeln, aber die quälend langsame Geschwindigkeit mit der die Ergebnisse beim Volk ankommen, lassen auch da Übles befürchten.
Tatsächlich könnte nur eine weltweite Stärkung der Binnenmärkte helfen, die Wirtschaft wieder flott zu bekommen. Das aber würde zwingend höhere Löhne und niedrigere Kapitalgewinne voraussetzen. Da die Politik, wie das Beispiel des Bundespräsidenten Wulff zeigt, aber dem Großkapital gehört, und dieses ohne Rücksicht auf die Gesamtheit nur am eigenen Ertrag interessiert ist, wird es keine Stärkung der Binnenkonjunktur geben. Damit ist die Rezession nicht aufzuhalten.
Deshalb suchen die Anleger Anlagemöglichkeiten bei denen Sie liquide bleiben, also schnell wieder über ihr Geld verfügen können, falls sich irgendwo ein Lichtschimmer zeigt, bei dem sie aber gleichzeitig ihr Geld vor Verlust schützen. Es geht nicht mehr darum einen Ertrag auf das Geld zu bekommen, sondern nur noch darum, das Geld vor dem Totalverlust zu schützen. Das ist übrigens ein grausames Signal an all die Sachwertefreunde.
Gold und andere Edelmetalle werden weiter verlieren, weil sie in einer Rezessionsindustrie weniger gebraucht werden. Immobilien werden sich nicht mehr rechnen, weil die fantastischen Mieteinnahmen mit denen in der Vergangenheit gerechnet wurden auch in Toplagen nicht zu erzielen sind und im Massenmarkt dürften die Einbrüche schon bald zu einem Preisverfall führen. Die Fiktivschweine die gestern per Kredit finanziert wurden, sind heute nicht einmal mehr gesunde Ferkel sondern vielfach schon Kadaver. Eine Finanzierung die Gestern noch bei 80 Prozent des Immobilienwertes lag, ist heute vielleicht schon bei 120 Prozent und die Banken werden diese Hypotheken kündigen und auch kündigen müssen um sich selbst zu schützen.
Zwar sind für 2012 alle Bankenstresstests abgesagt, damit die Wahrheit nicht zu schnell bekannt wird und die Banken mehr Zeit haben, solche Engagements loszuwerden, aber im Endeffekt werden die Banken handeln müssen, was nicht nur Immobilien- sondern auch Firmenkredite betrifft. Obwohl die Welt in zuviel Geld ertrinkt, wird die Realwirtschaft am Geldmangel Schaden erleiden.
Aber egal wieviel die Staaten auch an ihren arbeitenden und kranken Menschen, ihren Kindern und alten Leuten sparen. Egal wie viel sie bei den Zinsen für ihre Schulden nicht nur sparen sondern sogar Geld einnehmen. Es wird nicht reichen um die Schulden abzubauen. Die reale Wirtschaft wird geopfert um die Bankster und das Großkapital noch ein paar Monate weiter zu retten. Aber ohne einen drastischen Schuldenschnitt, also ohne drastische Verluste beim Großkapital wird es nicht gehen. Das Großkapital kann sich nur die Frage stelllen, ob es lieber 75 oder 100 Prozent verliert. Gestern hätten noch 50 Prozent gereicht, Heute könnten 75 Prozent schon zu wenig sein und Übermorgen müssen es dann 100 Prozent sein.
Wäre es für die arbeitenden Menschen, die Kinder und Jugendlichen, die Alten und Kranken nicht so schlimm, könnte man sich eigentlich beruhigt im Sessel zurücklehnen und mit einem Eimer Popcorn zuschauen, wie sich das System selbstvernichtet. Aber es geht um die Menschen und deshalb muss es ein Frühjahr des weltweiten Protestes geben. Regierungen müssen fallen, Reiche enteignet werden, damit sich etwas ändert. Die Zeiten der Ackermänner, Quandt und Klatten sind endgültig vorbei. Die haben fertig.

Verrückte Welt auch für die Schuldenstaaten Spanien und Italien. Spanien verkaufte mit 9,90 Milliarden Euro fast doppelt soviel Anleihen wie geplant und zahlte mit 3,38 Prozent Zinsen, 1,8 Prozent weniger als beim letzten Mal, obwohl sich an der Situation Spaniens nichts geändert hat. Italien konnte 12 Milliarden an Anleihen verkaufen und bei denen mit einjähriger Laufzeit und einer Gesamtsumme von 8,9 Milliarden Euro sanken die Zinsen um fast drei Prozent auf 2,735 Prozent.
Das ist übrigens nicht eine Folge der 500 Milliarden die die EZB den Banken zu Niedrigstzinsen geliehen hat, um den Verkauf von Anleihen der europäischen Länder zu fördern. Dieses Geld wird mit rund 460 Milliarden Euro noch Nacht für Nacht zu einem Zinssatz von 0,25 Prozent bei der EZB geparkt, da die Banken nicht den Mut haben dieses Geld irgendwo zu investieren. Wer aber kauft dann die Anleihen zu Niedrigstzinssätzen oder bezahlt sogar eine Parkplatzgebühr oder ein Strafgeld um sein Geld nicht woanders anlegen zu müssen?
Die Antwort ist einfach. Geld ist wie Wasser. Der stärkste Mann kann es nicht halten. Es muss irgendwo angelegt werden. Das gilt gerade für die Anleger, die keine Banken sind und ihr Geld nicht bei der EZB parken können. Aber so wie ein Wasserstrahl im Sand versickert, haben diese Anleger eine große Angst davor, ihr Geld könne einfach versickern oder doch zumindest am Ende viel weniger wert sein. Es gibt viel zu viel Geld, aber in Wirklichkeit kaum vernünftige Einsatzgebiete für dieses Geld.
Zur Bewältigung der Bankenkrise wurden weltweit Billiarden Schulden gemacht und dieses Geld, soll nun durch Sparen bei den normalen Arbeitnehmern wieder hereingeholt werden. Niedrige Renten, niedrigste Löhne und massiver Sozialabbau sollen überall dafür sorgen, dass Gelder frei werden. Die Folge ist eine weltweite Rezession. Nur Idioten glauben daran, dass China oder Russland die Lokomotiven sein könnten, die die Weltmärkte aus dem Dreck ziehen. Chinas Wirtschaft profitiert von den mit Gewalt gegen Arbeitnehmer künstlich niedrig gehaltenen Löhnen und Millionen von Wanderarbeitern die praktisch rechtlos sind.
Der Aufwand um die eigenen Leute in Schach zu halten wird in China aber immer größer und China wird die Bedürfnisse seiner Menschen nach anständigen Löhnen befriedigen müssen oder einen Aufstand und ein Auseinanderbrechen des Landes riskieren müssen. Gleichzeitig brechen in einer Rezession gerade die Billigartikelmärkte die China beliefert als erstes ein, was den Druck erhöht. Russland kann sich aufgrund seiner Bodenschätze zwar weiter entwickeln, aber die quälend langsame Geschwindigkeit mit der die Ergebnisse beim Volk ankommen, lassen auch da Übles befürchten.
Tatsächlich könnte nur eine weltweite Stärkung der Binnenmärkte helfen, die Wirtschaft wieder flott zu bekommen. Das aber würde zwingend höhere Löhne und niedrigere Kapitalgewinne voraussetzen. Da die Politik, wie das Beispiel des Bundespräsidenten Wulff zeigt, aber dem Großkapital gehört, und dieses ohne Rücksicht auf die Gesamtheit nur am eigenen Ertrag interessiert ist, wird es keine Stärkung der Binnenkonjunktur geben. Damit ist die Rezession nicht aufzuhalten.
Deshalb suchen die Anleger Anlagemöglichkeiten bei denen Sie liquide bleiben, also schnell wieder über ihr Geld verfügen können, falls sich irgendwo ein Lichtschimmer zeigt, bei dem sie aber gleichzeitig ihr Geld vor Verlust schützen. Es geht nicht mehr darum einen Ertrag auf das Geld zu bekommen, sondern nur noch darum, das Geld vor dem Totalverlust zu schützen. Das ist übrigens ein grausames Signal an all die Sachwertefreunde.
Gold und andere Edelmetalle werden weiter verlieren, weil sie in einer Rezessionsindustrie weniger gebraucht werden. Immobilien werden sich nicht mehr rechnen, weil die fantastischen Mieteinnahmen mit denen in der Vergangenheit gerechnet wurden auch in Toplagen nicht zu erzielen sind und im Massenmarkt dürften die Einbrüche schon bald zu einem Preisverfall führen. Die Fiktivschweine die gestern per Kredit finanziert wurden, sind heute nicht einmal mehr gesunde Ferkel sondern vielfach schon Kadaver. Eine Finanzierung die Gestern noch bei 80 Prozent des Immobilienwertes lag, ist heute vielleicht schon bei 120 Prozent und die Banken werden diese Hypotheken kündigen und auch kündigen müssen um sich selbst zu schützen.
Zwar sind für 2012 alle Bankenstresstests abgesagt, damit die Wahrheit nicht zu schnell bekannt wird und die Banken mehr Zeit haben, solche Engagements loszuwerden, aber im Endeffekt werden die Banken handeln müssen, was nicht nur Immobilien- sondern auch Firmenkredite betrifft. Obwohl die Welt in zuviel Geld ertrinkt, wird die Realwirtschaft am Geldmangel Schaden erleiden.
Aber egal wieviel die Staaten auch an ihren arbeitenden und kranken Menschen, ihren Kindern und alten Leuten sparen. Egal wie viel sie bei den Zinsen für ihre Schulden nicht nur sparen sondern sogar Geld einnehmen. Es wird nicht reichen um die Schulden abzubauen. Die reale Wirtschaft wird geopfert um die Bankster und das Großkapital noch ein paar Monate weiter zu retten. Aber ohne einen drastischen Schuldenschnitt, also ohne drastische Verluste beim Großkapital wird es nicht gehen. Das Großkapital kann sich nur die Frage stelllen, ob es lieber 75 oder 100 Prozent verliert. Gestern hätten noch 50 Prozent gereicht, Heute könnten 75 Prozent schon zu wenig sein und Übermorgen müssen es dann 100 Prozent sein.
Wäre es für die arbeitenden Menschen, die Kinder und Jugendlichen, die Alten und Kranken nicht so schlimm, könnte man sich eigentlich beruhigt im Sessel zurücklehnen und mit einem Eimer Popcorn zuschauen, wie sich das System selbstvernichtet. Aber es geht um die Menschen und deshalb muss es ein Frühjahr des weltweiten Protestes geben. Regierungen müssen fallen, Reiche enteignet werden, damit sich etwas ändert. Die Zeiten der Ackermänner, Quandt und Klatten sind endgültig vorbei. Die haben fertig.

Tags für diesen Artikel: anleihen, kapital, kapitalismus, negativzins, rezession, staatsanleihen, systemfrage, zinsen
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"Es gibt viel zu viel Geld, aber in Wirklichkeit kaum vernünftige Einsatzgebiete für dieses Geld. "
Es gäbe jede Menge vernünftige Einsatzgebiete. So lange Hunger und Elend in der Welt herrscht, so lange wir ineffiziente Industrien haben und Energieverschwender produzieren, so lange wir nicht unabhängig vom Öl sind, so lange gibt es genug zu investieren. Aber in diesen Bereich gibt es ein Risiko. Viele Investoren haben verlernt, dass man sein Geld auch verlieren kann. Der Glaube an den ewig wachsenden Finanzmarkt ist noch tief verwurzelt.
Zuviel Geld bezieht sich nur auf das Gegengewicht an Waren und Dienstleistungen. Deshalb wird das Geld ja auch in fiktiven Waren wie Derrivaten auf nichts angelegt, die real betrachtet gar keinen Wert haben.
In Grundlagenbüchern werden oftmals beide Seiten angeschnitten.
"VWL ist eine Religion."
Dann ist jede Sozialwissenschaft eine Religion. Vielen in der Ökonomie gefällt es nicht und sie wären gerne mehr als eine Sozialwissenschaft. Darum die Ganzen Formeln und Absolutismen. Wie in einer Sozialwissenschaft üblich bleibt alles grau.
Eric Hobsbawm nannte „Volkswirtschaftler“ „Theologen mit mathematischen Algorithmen“.
Von "Negativzinsen" versteh ich nichts. Aber die F.D.P.-Führung um Dr. Rösler und den Obermoschler soll jetzt auch glauben, daß netto immer weniger als brutto und brutto immer mehr als netto ist. Schaunwermal ob es denen nützt, bei der nächsten Bundestagswahl an fast drei Prozent ranzukommen.
http://www.linke-buecher.de/k-einst.htm