Ach ja, was wir auch lernen werden. Das Vermögen der Schleckers ist sicher. Ihr Unvermögen trotz massivster Ausbeutung ihren Laden profitabel zu machen wir ihnen nicht schaden. Den 47.000 Mitarbeitern oder besser Opfern von Schlecker im In- und Ausland wird die Unfähigkeit der Schleckers im Zweifelsfall den Job kosten, mit Sicherheit aber werden sich ihre miesen Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtern, wenn die Konzernreste nach Insolvenz weiter existieren.
Vermutlich wird sich Anton Schlecker eine Demenz nehmen, wie es auch Ernst Albrecht der Vater von Ursula von der Leyen tat, um nicht für Gorleben und andere Dinge haftbar gemacht werden zu können. Wie Ursula von der Leyen werden die Schlecker Kinder unschuldig tun, und natürlich jede Verantwortung weit von sich weisen. Die Arbeitsämter werden Konkursausfall- und Insolvenzgelder bezahlen. Die arbeitenden Menschen in Deutschland haften ja immer, im Zweifelsfall über höhere Beiträge. Leute wie Schlecker haften niemals.
Daran könnte auch ein wirklich interessierter Insolvenzverwalter nichts ändern. Die deutschen Gesetze lassen es zwar zu, dass ein dusseliger GmbH Geschäftsführer von den Banken und dann von den Staatsanwaltschaften endgültig erledigt wird, aber Leute mit viel Geld und Macht, wie die Schleckers, sind davon nicht betroffen. Ganz Deutschland hat gerätselt warum in Dachau ein Staatsanwalt erschossen wurde. Der Arbeitsrechtler Wolf Reuter prangert die
Gnadenlosigkeit des System gegenüber kleinen Selbstständigen zu recht an. Mit etwas Vernunft hätte dieser Mord verhindert werden können.
Aber während die Kleinen gehängt werden, ist das gleiche System gegenüber den Schleckers machtlos. Oder besser gesagt, es macht gar nicht erst etwas. Gerade im Fall der Ausbeuterfamilie Schlecker müsste es aber ein Recht geben, dass es erlaubt zunächst einmal für die eh schon betrogenen Arbeitnehmer eine Sicherheit zu schaffen. Lange bevor alle anderen an die Reihe kommen. Denn diejenigen die sich von Schlecker auf Hartz IV Niveau ausbeuten lassen mussten, verdienen eine, wenn auch späte Würdigung ihrer Arbeit.
Die Banken und Lieferanten, die in Wirklichkeit aber die Restmasse bekommen werden verdienen eigentlich nichts. Wer Schlecker belieferte oder Schlecker Kredite gab, hat das System Schlecker gut geheißen und sich damit mitschuldig gemacht. Mit schuldig gemacht an der Misere haben sich auch die Arbeitsämter die Menschen zu Schlecker getrieben haben und sie mit Entzug von Arbeitslosengeld oder gar Hunger bei teilweisem Entzug von Hartz IV bedroht haben. Mit schuldig gemacht haben sich auch die Gewerkschaften, die das System Schlecker als Tarifpartner anerkannt haben, anstatt Schlecker weg zu streiken.
Es gibt viele Schuldige. Bestraft werden wie immer die Unschuldigen.
Im Fall Schlecker sehen wir klar, dass man Geld nicht fressen kann.
Und DAS ist auch gut so!!!
Ich bedauere JEDEN Einzelnen wohlmeinend gehandelten Angestellten, aber auch NUR die.
MIT SPÄTRÖMISCH-DEKADENTEN WOCHEND-GRÜßEN!!!
Wir sind veraten und vekauft. Unsere angebliche Demokratie ist inzwischen marktkonform. Sie ist zu Kleptokratie verkommen, in der der Wille des Bürgers überhaupt nicht mehr zur Kenntnis genommen wird.
Jeglicher Widerstand wird in den Arm genommen und mit der Würgeschlangentaktik erdrosselt. Wenn das Opfer ausatmet, spannt die Schlange an, bis das Opfer erstickt ist.
Unsere Mitbestimmung via Wahlen läuft ins Leere,a. da man das was man vor den Wahlen versprochen hat nicht halten muss. b. weil die etablierten Parteien eine kapitalistische Form der SED gebildet haben. Die Linken wollen scheinbar nicht und die Piraten drängen auch nur an die Fleischtöpfe. Politik scheint ein risikoloser Weg zu Reichtum zu sein. Unser Wahlgesetz ist ein Hohn, da es die willentliche Stimmenthaltung nicht zu lässt.
Insgesamt komme ich zu dem Schluss das unsere Demokratie fertig hat.
Wie man ein Diktatur beseitigt lernt man aus der Geschichte. Wie man sich von einer marktkonforme Demokratie befreit leider nicht.
Vielleicht muss man doch auf traditionale Methoden zurück greifen.
Deshalb hebe ich auch alte Schuhe auf!!!
"Kleptokratie" (dt. vulgo: Herrschaft der Klauer/innen) ist gut;-)
Aber ernsthaf(er): Als ich heute den ver.di-Aufruf an Herrn Großunternehmer Schlecker las dachte ich spontan ähnlich wie Sie, Herr Hoff, ad Gewerkschaftens (denen ich dreißig Jahre lang zahlend angehörte: zuerst ötv -> IG Drupa -> IG Medien -> zuletzt ver.di): anstatt Kämpfe zu organisieren jabbernse, der Boß möge doch die "Arbeitsplätze erhalten" ...
Wie gesagt: spontan. Beim Nachdenken meine ich immer noch: Es darf von politisch links nicht hinter die - zugegeben - realexistierend miserabelste "Zivilisationsfunktion" des Rechts gegangen werden, vielmehr muß diese erhalten und ausgebaut werden, sonst ist vandatta, (Blut-) Rache, Privat- und Selbstjustiz. (Von links, auch von mir, wird ja seit Jahr(zehnt)en das kritisiert, was ich 2005 StaatRache nannte). Also bitte bei aller berechtig-erfahrungsbezogenen Wut nie´s Kind mit´m Bade ausschütten (sonst besteht die Gefahr, daß Du auf der Ebene der angewandten Mittel der Gegenseite strukturanalog wirst). Und das mein´ ich allgemein und denk´ drüber nach, wie ich das mal, sei´s hier sei´s andernorts, nachvollziehbar darstellen kann,
Gruß;-)
Richard Albrecht/210112
Natürlich wünsche ich eine Lösung ohne Gewalt. Alles andere würde zur Vernichtung sämtlicher menschlichen Werte führen.
siehe Syrien http://denkbonus.wordpress.com/2012/01/21/syrien-ein-blick-hinter-die-kulissen/
Aber was ich erlebe hat nichts mit meinem Demokratieverständnis oder meinem Begriff der Menschlichkeit zu tun.
http://goettingenwohnungslos.wordpress.com/
http://www.shortnews.de/id/939219/Gedankenspiel-in-Potsdam-Hartz-IV-Empfaenger-umsiedeln
Aber mir fallen einfach keine Wege zur Lösung ein.
Montadsdemos gegen H4, sie finden statt, keinen interessierts. Occupy findet statt, keinen interessierts.
Die Öffentlichkeit ist abgeschaltet worden!
Man hat Meinungsfreiheit, aber die wenigsten hören zu.
Statt dessen werden den Bürgern die Augen und Ohren mit Propaganda zu geschmiert. "Noch nie ging es der DDR so gut wie heute"
Man fühlt sich einfach machtlos und alternativlos ausgeliefert.
Vielleicht braucht man für eine Veränderung einfach eine andere Bevölkerung.
... NICHTS!
Glückwunsch, der (die) freischwebenden Arschlöcher. Gigantische Deppen?
und wen´s sonst noch interessieren mag
Naja, dann wärn wir ja wieder beim Bert Bert, der zum 17. Juni 1953 drüben sarkastisch gesagt haben soll: Möge sich die Regierung doch´n andres Volk wählen.
Das ist heuer auch im ganzdeutschen Westen m.E. nicht so grundanders: Man(n) muß weder Beichtpfarrer oder Psychotherapeut noch Sozialwissenschaftler sein, um zu wissen, WIE HOHL die "Gesellschaft" genannte Veranstaltung auch hierzulande ist.
Das Hauptproblem ist m.E. TINA (alles soll als alternativlos gelten.)
Worum´s geht ist m.E. klar: HEGEMONALE ALLTAGSKULTUR:
"Es geht darum eine Alltagskultur zu schaffen, die […] von radikalen Gedanken und subversiven Bedürfnissen geprägt ist […] Hegemonial kann im Sinne von Gramsci eine sozialistische, auf die Überwindung der bestehenden Verhältnisse ausgerichtete [politische] Partei nur werden, wenn ihr Denken, ihre Werte und Sinngebungen zunächst in einem relevanten Teil der Bevölkerung […] mehrheitsfähig sind.“ (Harald Werner)
In diesem - präzisen - Sinn: Sonntagsnachmittagsgruß;-)
Richard Albrecht
http://eingreifendes-denken.net