Entweder man gehört zur unteren Hälfte, wo man schuften geht, Niedrigstlöhne verdient, Leiharbeiter ist oder Minijobber oder wo man mehrere Jobs macht, dann gehört man zur Kaste, in der auch Schlecker-Mitarbeiterinnen eingeordnet werden. Oder man geht zu Meetings, ist gerade "bei Tisch", besucht Konferenzen und Events an interessanten "locations", und bekommt "give aways" und andere schöne Dinge umsonst. Dann gehört man zur anderen Hälfte.
Das, was die großen Eventmanager vormachen, das reicht dann bis in die Reihen der Arbeitskultur der Mittelschicht hinunter, natürlich nur in die bessere Hälfte, versteht sich. Geld ist genug da. Es kann von Unternehmern kommen, die dafür ihre Mitarbeiter zu Sklaven machen, denen sie gerechten Lohn vorenthalten. Und die grotesken Gewerkschaften schauen dabei zu. Oder es kann von staatlichen Stellen kommen, die es als Steuern von den Lohnsklaven dieses Landes einziehen. Die Besseren haben zum Schutz ein Heer von Steuer- und Vermögensberatern.
Im Normalfall kriegt der untere Mob von den schönen Events der oberen Zehntausend nichts mit. Die eine oder andere Boulevardzeitschrift zeigt zwar regelmäßig ein paar Fotos von Parties, aber daran sind wir gewöhnt. Wir sehen dann ein paar zurecht gemachte Damen und dazu unauffällig bekleidete reiche Herren. Das wars. Was wir nicht sehen sind die Eventmanager. Und das gefällt mir an der Causa Wulff: es offenbart, wie umfassend dieses Systems der Events, ihrer Manager und dem vielen Geld das dabei fließt, ist.
Ja, man kann kostenloses Fressen und Saufen auch Nord-Süd-Dialog nennen. Man braucht nur Eventmanager, die die Party organisieren und das Geld dafür besorgen.
Schön, wenn sie es mal übertreiben und eine Lawine des Enthüllens ins Rollen kommt. Dann sehen die verdutzten Normalsterblichen mal, was es nebenbei noch alles umsonst geben kann! Urlaubsflüge und Feriendomizile, Eintrittskarten, Bobby-Cars. Ach übrigens, ich hätte noch eines im Keller stehen. Ich glaube, ich schicke es ans Präsidialamt und dafür möchte ich dann auf den nächsten Empfang eingeladen werden. Sonst verlange ich nichts - bin ja nicht gierig.
Und schön, wenn mal jemand aus dem Amt kippt, wegen so etwas. Wie Rüttgers damals. Und wie demnächst hoffentlich ein paar weitere.
Schön auch, wenn ein System wie Schlecker nun pleite geht. Unter anderem war das schlechte Image schuld, wie es heißt. Ja, haben sie versäumt, das Image aufzupolieren, die Trottel.
Wie das mit dem Image wiederum funktioniert kann man am System der Hannover-Bande sehen: einer wie Wulff muß nach außen hin der vorzeigbare Amt- und Würdenträger sein. Und andere, meist unansehlichere wie Glaesecker machen die schmutzigen Sachen im Hintergrund. Die einen brauchen die anderen. (Hat doch lange recht gut geklappt, also nicht klagen, meine Damen und Herren! Und irgendwann heißt es eben immer "game over").
Das ist es, was Schlecker offensichtlich nicht kapiert hat. Hier hat man das ganze Elend immer gezeigt: Tristesse in den Verkaufsräumen und den Gesichtern der Verkäuferinnen. Tja, dumm gelaufen. Eine Zeitlang ging das wohl gut, aber irgendwann mochten es die Kunden nicht mehr sehen. Und was sagen unsere grotesken Gewerkschaften? Schade um die Arbeitsplätze. An diese Arbeitsplätze würde man die Gewerkschaftsfunktionäre gerne mal platzieren. Die gehören nämlich schon viel zu lange zu denen, die täglich zu Meetings gehen, "give aways" einheimsen und an irgendwelchen "Dialogen" teilnehmen.
Okay, dann schauen wir dem munteren Treiben mal weiter zu und den Offenbarungen, was sich hinter dem schönen Image abspielt an häßlichen, korrupten, verlogenen, ungesetzlichen und zutiefst charakterlosen Dingen.
und auch für "die Nachgeborenen" (Bertolt Brecht) gab´s in der CAUSA WULFF die auch von Ihnen im Text genannte Einzelheit, die ich für so wichtig halte, daß ich´s mal das BOBBYCAR-SYNDROM - BIZARR(ER ALS BIZARR) oder GROTESK(ER ALS GROTESK) nennen und fragen möchte:
Geht´s in der Causa Wulff noch bizarrer oder grotesker?
An sich interessiert (jedenfalls mich) die auch in der Verfassung n i c h t vorgesehene) Frau B. Wulff nicht … aber die instruktive Einzelheit, daß sich die Familie des BP-Wulff für deren Sohn ein Kinder“bobbycar“ nicht selbst kaufte, sondern schenken ließ, folglich nicht mal das Kinderspielzeug selbst bezahlte, ist m.E. für „die Nachgeborenen“ höchsterhaltenswert nach dem Motto:
Und genau diese Typen sind seit Jahrzehnten führende ganzdeutsche „Spitzenpolitiker“ oder Politspitzen … ich fürchte, tiefer kann man/Mann nicht sinken.
Oder doch?
Könnte demnächst - wie weiland bei Peter-Hartz-Vier aus Braunschweig bekannt geworden und auch vom ganzdeutschen Großliteraten Martin Walser bei Rowohlt-Hamburg genüßlich mitgeteilt - noch ´n Gratispuffbesuch in Braunschweig oder/und andernorts in Niedersachsen (NS) und/oder wo auch immer andernorts herauskommen? Schaunwermal ...
Gruß
Richard Albrecht/210112
Schaunwermal! Gruß von Luise
PS: Gerüchteweise war ja schon die Präsidentengattin im Gespräch. Aber auf Gerüchte geben wir hier natürlich gar nichts!
diese events werden sehr gerne von ganzen unternehmensbelegschaften angenommen, weil diese ja immer gratis sind, d.h. immer der andere bezahlt. aber hier muss jeder selbst antscheiden ob er sich dass seiner leber antun will, es sei denn es wird als schleichender arbeitsunfall deklariert.
Einen schönen Sonntag noch.
Es ist wiklich unglaublich, was sich da u.a. (noch) BP Wulf damals in den Allerwertesten schieben hat lassen. Wie groß muß eigentlich ein Arschloch sein, damit sogar ein BOBBY-CAR darin Platz findet?
Man, was haben wir für (angebliche) Vorbilder.