Eine Randbemerkung oder Marginalie
von
Richard Albrecht
Die taz übernahm aus Le Monde die Würdigung Axel Honneths, Lehrstuhlprof. und seit April 2001 geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Universität Frankfurt/Main, von
Pierre Bourdieu zu dessen zehntem Todestag: "Erst Bourdieu hat im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als Franzose geleistet, wozu hierzulande nach dem Krieg die intellektuellen Kontinuitäten fehlten: eine Versöhnung von Simmel und Weber zustande zu bringen."[1]
In seiner "Skizze einer anarchistischen Erkenntnistheorie" kritisierte Paul Feyerabend schon 1976 öffentlich
„Cliquen von intellektuellen Parasiten, die ihre miserablen Projekte auf Kosten der Steuerzahler ausarbeiten und der jüngeren Generation als ´fundamentale Erkenntnisse ´einbläuen“ und
„die […] ganze Universitätsinstitute in Besitz nehmen und bestimmen, wer in ihren Kreis aufgenommen wird und in den Genuß von Steuergeldern kommt“ [3]. Und Feyerabend polemisierte später, 1984, auch so enragiert wie zutreffend gegen intellektuell verzwergte
„akademische Rotznasen“, die
„mit Wohlgefallen ihre großen Gehälter einkassieren, ohne Dankbarkeit, ohne ein Gefühl der Verpflichtung jenen Menschen gegenüber, die ihr Vertrauen in sie setzten, ohne einen Sinn für Perspektive.“ [3]
[1] 31. Januar 2012
[2] Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang. Skizze einer anarchistischen Erkenntnistheorie. Frankfurt/Main 1976: 17, Anmerkung 6
[3] Paul Feyerabend, Wissenschaft als Kunst. Frankfurt/Main 1984: 1
Richard Albrecht ist unabhängiger Sozialforscher & freier Autor in Bad Münstereifel und veröffentlicht seit Oktober 2010 regelmäßig unregelmäßig in diesem Blog ->
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