< Aufgelesen und kommentiert 2012-02-02 | „HERVORRAGENDE LEISTUNGEN AUF DEM GEBIET DER ÖFFENTLICHEN WIRKSAMKEIT DER SOZIOLOGIE“ >
Kirche ohne Kirchensteuer und Subventionen
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat eine Diskussion über die Zukunft der Kirchensteuer angestoßen.
München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kirche könne "selbstverständlich" auch ohne Kirchensteuern überleben, doch "man müsste dann diskutieren, welche Aufgaben für das Gemeinwesen die Kirche künftig nicht mehr schultern soll", sagte Marx im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Es wäre ja wirklich abenteuerlich, zu meinen, die katholische Kirche würde ohne Kirchensteuer untergehen", so der Erzbischof von München und Freising, "dann müsste die Weltkirche ja längst untergegangen sein."
Denn natürlich spricht er sofort davon, dass die Kirche dann natürlich einige Aufgaben für das Gemeinwesen nicht mehr schultern könne. Die einzige "Aufgabe" die die Kirche durch die Priester immer wieder gerne am Gemeinwesen schultert, ist der Missbrauch von Kindern und die Verhinderung der Strafverfolgung der Täter. Ansonsten gibt es keine Aufgabe die die katholische Kirche in Deutschland für das Gemeinwesen auf eigene Kosten schultert. Da wo sie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Altersheime betreibt, zahlt der Staat die Kosten und die Kirche bestimmt lediglich die religiöse Ausrichtung. Bei Kindergärten und Schulen bekommt sie subventioniert den Einfluss auf die Kinder, um diese in ihrem Sinne mit mittelalterlichen Vorstellungen zu quälen und sich für das Leben gefügig zu machen.
Gerade die frühkindliche Prägung mit religiösen Wahnvorstellungen macht Kinder oft lebensuntauglich und öffnet dadurch das Priester quasi in den Himmel gehoben werden dem Kindesmissbrauch Tür und Tor. Aber selbst in Krankenhäusern schafft es die katholische Kirche ihren Ungeist immer wieder durchzusetzen. Sei es, dass Andersgläubige diskriminiert und ausgegrenzt werden, oder das Geschiedene einfach die Kündigung erhalten, weil eine Scheidung nicht mit dem kaputten Weltbild der Kirche übereinstimmt.
Selbst die Kirchensteuer ist ja keine Einnahme der Kirchen sondern eher ein Verzicht des Staates auf Steuereinnahmen. Die Kirchensteuer wird von den anderen Steuerverpflichtungen abgezogen. 2006 subventionierte der Staat die Kirchen auf diesem Weg mit 3,1 Milliarden Euro. Tatsächlich ist das aber nur die Spitze des Eisbergs:
Seit dem zweiten Weltkrieg hat die katholische Kirche 6,4 Milliarden Euro an Staatsleistungen erhalten, mit der die Verluste durch die Säkularisation wohl schon mehrfach ausgeglichen sein dürften. Trotzdem bekommt die katholische Kirche jährlich immer noch 190 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen.
Dabei gab es nie einen vernünftigen Grund für diese Zahlungen. Das was der Kirche weggenommen wurde, war doch nur das Raubgut, das sie sich über die Jahrhunderte angeeignet und erpresst hatte. Selbst da wo das Geld freiwillig gegeben wurde, stammte es dennoch aus Betrug, weil im Gegenzug Ablass und ein Leben im Paradies versprochen wurde. Ein Versprechen das mangels eines Gottes und eines Paradieses nicht realisiert werden kann, also ein bewusster und gewollter Betrug ist. Würde irgendein anderer, nicht religiöser Verein, mit derartigen Lügen Geld einfordern, käme sehr schnell die Staatsanwaltschaft und das ganze würde wohl mit Haftstrafen enden.
Dazu kommt natürlich auch noch, das im Rahmen des Denkmalschutzes und anderer Übereinkünfte, die Gebäude der Kirche und die Kirchen selbst hoch subventioniert werden, aber die größte Frechheit ist wohl, das die Steuerzahler noch die Gehälter der Kirchenfürsten und ihres Hofstaates was wie das Beispiel Bayern zeigt auch sehr schön summiert:
Allein das Bundesland Bayern zahlte im Jahr 2000 für derartige Zwecke die stolze Summe von rund 121 Millionen DM (62 Millionen. Euro) allein an die sieben (!) katholischen Bistümer im Freistaat – von den "Jahresrenten für 7 Bischöfe/Erzbischöfe" und "60 Kanoniker" über "Dienstentschädigungen für 7 bischöfliche Sekretäre" und "Einkommensergänzungen der 15 Leiter und 33 Erzieher an den bischöflichen Priester- und Knabenseminaren" bis hin zu den "Beiträgen zum Sachbedarf der Domkirchen" (Carsten Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002, S.104).
Selbst den Weihrauch zahlt der Steuerzahler. Wenn Kardinal Marx also davon spricht, dass die Kirche auch ohne Kirchensteuer überleben könne, dann erwähnt er vorsichtshalber nicht, dass die Kirchensteuer nur der kleinste Teil der Subventionen ist, die sein Verein erhält. Er will also in Wirklichkeit davon ablenken, dass sogar sein eigenes Gehalt vom Steuerzahler kommt. Wieviel von den deutschen Subventionsmilliarden an den Vatikan und die Weltkirche fließen, vermag man nicht so genau nachzuweisen, aber welche Meinungen oder besser Verwirrungen mit gutem deutschen Steuergeld unterstützt werden hat der Schockwellenreiter gerade noch einmal aufgezeigt:
Der Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, hat eine seltsame Theorie aufgestellt, warum so viele katholische Priester kleine Jungen mißbrauchen. Die Kinder sind selber schuld, sie wollen es einfach so. Catholic Bishop: Children Want to Be Sexually Abused. Mir bleibt da nur noch die Spucke weg. Auch sonst ist der ranghohe spanische Geistliche schon durch einige arg einfache Gleichungen aufgefallen: »Schwule sind Kinderschänder«. Darf ich daraus im Gegenzug schließen, daß alle katholischen Geistlichen schwul sind? [Hans G. B. per Email, queer.de]
Die Aufgaben die die katholische Kirche angeblich für das Gemeinwesen übernimmt gibt es nicht. Tatsächlich nimmt die Kirche nur ohne irgendetwas dafür zu geben. Dafür aber steht sie nach wie vor ungebrochen zum Kindesmissbrauch, auch dem Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, haben weder Kardinal Marx noch der Ratzingerpapst widersprochen. Der Mann darf weitermachen und stellt damit klar, dass er die wirkliche Meinung der Kirche vertritt.
Eine solche Kirche darf aber nicht subventioniert oder gefördert werden. Sie ist gemein, aber nicht gemeinnützig. Sie darf keine von der Steuer abziehbare Spenden erhalten. Kardinal Marx behauptet ja, das die Kirche ohne Kirchensteuer überleben kann. Ob sie auch überleben kann ohne die schönen staatlichen Subventionen in einer aufgeklärten Welt, in der selbst Kirchenmitglieder immer weniger an den offiziellen Humbug glauben, darf bezweifelt werden.
Aber bitte schön. Marx und Ratzinger sollen ihre Chance haben. Wenn Deutschland die Mittel für Kirchensteuer, Subventionen sofort nicht mehr auszahlt und Spenden nicht mehr abzugsfähig sind, kann die Kirche beweisen wie lebendig sie ist. Allerdings bekommt Herr Marx dann kein fürstliches Gehalt von über 10.000 Euro im Monat mehr, was seinen Spaß an seinem Kirchenfürstentum wohl deutlich mindern dürfte. Vielleicht geht er dann ja arbeiten.
Bevor jemand nachfragt. Natürlich gibt es in der Kirche tiefgläubige und ehrliche Mitarbeiter und Priester vor denen man nur größte Hochachtung haben kann. Aber diese Menschen sind eine Minderheit und in der offiziellen Kirche eher verfemt. Die wollen keine Arbeiterpriester und keine kleinen Schwestern oder Brüder, die das Leben und die Sorgen ihrer Mitmenschen teilen. Die offizielle Kirche ist eine Kirche des Hochmuts und Marx ein typischer Vertreter dafür.
Tags für diesen Artikel: gemeinnützigkeit, katholische kirche, kindesmissbrauch, kirchensteuer, marx, ratzinger, spenden, subvention
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Die beste Entscheidung für die Brieftasche und das psychische Wohlbefinden:
http://www.kirchenaustritt.de
Diese Heuchler machen natürlich auch den Austritt schwer und in jedem Bundesland muß man woanders hin zum Austreten - mit o.g. Webseite ist das aber kein Problem.
§ 26
Austritt aus einer Religionsgemeinschaft
(1) Jeder hat das Recht, aus einer Religionsgemeinschaft durch eine Erklärung gegenüber dem für seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt zuständigen Standesbeamten mit bürgerlicher Wirkung auszutreten. Die Erklärung ist persönlich zur Niederschrift abzugeben oder in öffentlich beglaubigter Form einzureichen; sie darf keine Bedingungen oder Zusätze enthalten. Der Nachweis der Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft ist nicht erforderlich. Für Personen unter 14 Jahren richtet sich die Berechtigung zur Erklärung des Austritts nach dem Gesetz über die religiöse Kindererziehung vom 15. Juli 1921 (RGBl. S. 939).
und weiter in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_religi%C3%B6se_Kindererziehung
dass ein kind bis zum 10ten lebensjahr gar nicht ohne kirchenzugehörigkeit sein kann. oder habe ich das falsch verstanden wenn da steht:
§ 2 Abs. 2 besagt: „Es kann jedoch während bestehender Ehe von keinem Elternteil ohne die Zustimmung des anderen bestimmt werden, daß das Kind in einem anderen als dem zur Zeit der Eheschließung gemeinsamen Bekenntnis oder in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen, oder daß ein Kind vom Religionsunterricht abgemeldet werden soll.“ Für gerichtliche Auseinandersetzungen legt Abs. 3 fest: „Das Kind ist zu hören, wenn es das zehnte Jahr vollendet hat.“
Siehe: http://www.stern.de/panorama/bischof-mixa-es-tut-mir-im-herzen-weh-1560234.html
Bei uns in Regensburg haben 2011 über 800 Menschen eine der beiden großen christlichen Kirchen verlassen. Viele von ihnen wurden durch die Säuglingstaufe gegen ihr Selbstbestimmungsrecht christlich gemacht.
Wir haben mit dem Humanismus und den Wissenschaften etwas Besseres als die Religionen.
Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.
Fragen und Diskussion zu religiösen Weltbildern und zu einer naturwissenschaftlich-philosophischen Weltanschauung gerne unter:
http://www.monopole.de/forum/index.php?board=42.0
Joachim Datko - Physiker, Philosoph
Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
http://www.monopole.de
Allein, daß die Kirche über zwei Jahrtausende so agieren konnte wie geschehen ist doch schon ein Wunder.
Zynismus aus
der Rest ist bekannt, Unglaublich