In der
Frankfurter Rundschau schreibt Friedrich Schorlemmer: "Seine Nominierung ist eine Würdigung des Freiheitskampfes der Ostdeutschen. Dass Gauck auch die innere Einheit wirklich anpackt, scheint mir allerdings unwahrscheinlich. Und das ist schade."
Friedrich Schorlemmer, evangelischer Theologie, ebenso wie Joachim Gauck. Und ich grüble nach - innere Freiheit, war es nicht diejenige, die Luther anstrebte, während er der äußeren Freiheit, für die die Bauernkrieger kämpften, eine deutliche Absage erteilte? Also genau andersherum?
Und noch verwirrender: Gauck kämpfte doch für die äußere Befreiung der Ostdeutschen, damals 1989. Die fand er also richtig. Die Befreiung, die occupy heute im Sinne hat, findet er aber unsäglich albern. Na, was denn nun?
Mich überfordert die Flexibilität, mit der Joachim Gauck in Sachen Freiheit unterwegs ist. Mir scheint, er benutzt den Freiheitsbegriff, wie es ihm gerade am besten in den Kram paßt.
Vielleicht muß man dafür evangelische Theologie studiert haben und ich bin einfach zu doof.
Würde Gauck Freiheit, oder gar Denken zulassen, müsste er sich selbst einweisen. Deshalb ist sein Freiheitsbegriff wie auch sein Leben eine einzige Lüge.
Sie "zu doof" und Wulff, Gauck etc. zu "klug"?
Wird wohl eher vice versa (umgekehrt) ´n Schuh draus, ich bezweifel, daß Herr G. die Frage "welche Freiheit" überhaupt stellen und wenn dies, dann eh nur ex-negativo, also Richtung "Antitotalitarismus", beantworten könnte ...
Wie auch immer: Die rhetorische Frage des Stückeschreibers Bertolt Brecht:
„Die Staatsgewalt geht vom Volke aus, aber wo geht sie hin?“
läßt sich aktuell ganzdeutsch empirisch so beantworten:
Sie ging von Köhler zu Wulff und soll nun an Gauck gehn …
Mit einer unglaublichen Penetranz wird Joachim Gauck beständig und überall als "DDR-Bürgerrechtler" bezeichnet, ohne auch nur die kleinste Andeutung abzugeben, wofür er sich in der DDR ernsthaft eingesetzt haben soll? Jedenfalls über das Maß hinaus, welches ihm hinter dem Status der Kirche als eher distanzierte Organisation ohnehin eingeräumt wurde?
Sein Widerstand mit VW-Bus und Westreisen mutet schon sehr seltsam an - um es mal vorsichtig auszudrücken.
Der Lebenslauf von Joachim Gauck und der von z.B. Ingrid Köppe verläuft doch irgendwie ganz andere. Joachim Gauck hingegen hat sich unter Helmut Kohl ebenso arrangiert, wie in der DDR.
"Gauck vertritt die Mächtigen. Das tat er in der DDR, das tut er jetzt", sagt beispielsweise Gerichtsreporter Rolf Schälike, der (anders als Gauck) in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert war. Und einem Schälike verbot der Stasi-Unterlagenbehörden-Chef Gauck zur Belohnung auch noch die Einsichtnahme in seine
Akte. Und später waren sie dann "verschwunden".
Fassen wir also zusammen: Wer Gauck als einen Bürgerrechtler bezeichnet, macht sich der Beleidigung sämtlicher Bürgerrechtler schuldig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Schult
Es kann natürlich aber auch sein, dass jegliche Versuche dieser Art von unseren "Leit- und Qualitätsmedien" rigoros unterdrückt werden...
Dafür habe ich einen interessanten Text gefunden, der die Rollen von Gauck und Bürgerrechtlern damals zu Wendezeiten beleuchtet.
Werde ich in Kürze hier posten ;-)
Mit geht´s beim Gauck wie vor 80 Jahren dem Kraus beim Hitler: Mir fällt zu dem nichts mehr ein ...
- Frau Klarsfeld hat schon öffentlich erklärt, daß Herr Gauck ein ehrenwerter Mann ist ... da bleibt dann Professor Butterwegge als Kampfkandidat
- Eingefallen ist mir doch noch was zur Besonderheit der Gauck-Kandidatur: rechte Gemütssozis reicht es nicht mehr aus, einen rechten Gemütssozi öffentlich als rechten Gemütssozi auffn Schild zu heben - nein, sie behaupten öffenlich, der Mann sei Freiheitskämpfer und Bürgerrechtler und habe außerdem ein Herz fürs Volk ... verlogener geht´s nimmer
man kratzt ja jeden Krümel Optimismus und Freude zusammen - Frau Klarsfeld hat immerhin mal einen Nazi (in Amt und Würden!) öffentlich geohrfeigt. Dafür gebührt ihr lebenslange Ehre.
Prof. Butterwegge ist auf jeden Fall ein toller Kandidat, der ENDLICH einmal diejenigen vertreten würde, die von den Wohlhabenden penetrant vergessen werden, oder schlimmer noch: verachtet!