Es ist kein Geheimnis, dass ich und viele Andere Oskar Lafontaine nicht mehr über den Weg trauen, seit er bei den Sozialdemokraten die Brocken hingeschmissen hat, anstatt für seine Position und die Menschen in diesem Land zu kämpfen. Einmal ein Verräter bedeutet für Leute wie mich, immer ein Verräter. Daran kann Lafontaine nichts mehr ändern und will es vermutlich auch gar nicht, weil ihn meine Meinung nicht sonderlich interessieren dürfte. Allerdings muss ich Oskar Lafontaine immer mal wieder loben, weil er kluge Dinge sagt und damit Menschen zum Nachdenken anregt.
Ein solcher Beitrag war auch sein Vorschlag Georg Schramm als Kandidaten der Linkspartei für die Wahl des Bundespräsidenten vorzuschlagen. Ein wunderbares Stück Realsatire, das ja vor allem einen tollen Hintergrund durch Schramm selber hat:
Das hätte man schön so stehen lassen können und die intelligenten Menschen in diesem Land, also eigentlich das klassische Wählerpotenzial der Linken hätten begriffen, fein gelächelt und sich gefreut, während der politische Gegner sich darüber mokiert hätte, das Schramm eine Verunglimpfung des ach so tollen Amtes des Bundespräsidenten bedeutet, was natürlich nicht stimmt weil Schramm dieses Land liebt und deshalb so stark leidet. Aber leider hat die Linke keinen intelligenten Parteivorsitzenden sondern Klaus Ernst, eine Gewerkschaftsfunktionär, dessen Innovationsfähigkeit sich auf das Erstellen neuer Antragsformulare beschränkt, die dazu dienen sollen weitere Antragsformulare anzufordern:
Dieser Funktionär Ernst machte wie das bei derartigen Leuten so üblich ist, die Arbeit des politischen Gegners und stellte böse und tief verletzt fest:
Das wird nicht unser Kandidat! Herr Schramm steht nicht auf dem Zettel.
Nach unbestätigten Berichten soll er dabei geknurrt und finstere Blicke in die Richtung geworfen haben, in der er wohl Saarbrücken vermutete, die aber eher in Richtung Amsterdam gingen, wo einige Politiker nun rätseln weshalb man ausgerechnet sie, die ja gar nichts tun, mit bösen Blicken bewirft. Was Ernst übrigens nicht verraten hat, ist wer ihm den Zettel gab auf dem seine Kandidatenliste stand und wer ihren Inhalte bestimmte. Für die forschende Jugend ist aber klar, dass Ernst lesen kann, da er ja wusste das Schramm nicht auf dem Zettel stand. Aber vielleicht hat ihm auch das jemand anders gesagt.
Aber auch das Zentralorgan zur Verhinderung von linken Wahlerfolgen, der Parteivorstand der LINKEN hat sich zu Wort gemeldet. Anonym wie das beim Zentralorgan so üblich ist, aber selbstverständlich für den ganzen Vorstand, die ganze Partei und alle Sozialisten und Kommunisten dieser Welt:
Zugleich wurde aus dem Parteivorstand Kritik am ehemaligen Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine laut, der Sympathien für den Kabarettisten bekundet hatte. Es sei vereinbart worden, die Entscheidung am Donnerstag zu fällen und bis zu dahin zu schweigen, so ein Vorstandsmitglied. Man hoffe, "dass sich ab morgen auch Oskar Lafontaine daran hält".
Ach ja, die berühmte Parteilinie. Die Partei bewegt sich entlang dieser Linie wie auf Schienen und wenn die Linie in den Abgrund führt, dann fährt die Partei eben in den Abgrund. In der Partei wird nicht gedacht und schon gar nicht nachgedacht. In der Partei wird gehorcht. Früher einmal hatte die Partei immer recht, heute reicht es wenn ein diffuser Parteivorstand und ein völlig ungeeigneter und nicht sehr demokratisch bestimmter Parteivorsitzender von sich behaupten recht zu haben:
Die Partei hat natürlich nicht recht, die Partei ist eine Sammlung von Menschen, von Menschen die sich irren können, und die sich vor allem auch irren dürfen. Das heutige Bild das die LINKE ihr großer Vorsitzender, der Funktionär und der Vorstand abgeben zeigt eine Partei in der zwar der Herrschaftsanspruch der Funktionäre geblieben ist, die Wärme des demokratischen Sozialismus aber fehlt. Es gibt keinen Humor aber dafür Linie. Tabus und Denkverbote aber keine Solidarität in offener Demokratie. Bei Ernst ist es klar. Der kommt aus dem Funktionärskader der Gewerkschaften. Er brauchte die WASG und die Vereinigung mit der PDS um für sich ein Pöstchen zu generieren, dass er in der SPD nicht erhalten konnte.
Ernst ist kein Sozialist, vermutlich noch nicht einmal ein sozialer Demokrat. Er ist Funktionär. Aber auch als Funktionär ist Ernst nur Amtsträger und nicht der, der für Funktion oder gar Weiterentwicklung steht. Deutschland. oder besser die arbeitenden Menschen in Deutschland braucht aber eine sich weiter entwickelnde linke und sozialistische Partei die demokratisch und offen ist. Eine solche Partei ist mit Ernst nicht machbar. Deshalb kann es nur eine aktuelle und wichtige Forderung geben. Ernst muss so schnell wie möglich abgelöst werden und es ist zu überlegen ob nicht ein Parteiausschlussverfahren am ehesten klar macht, das die Partei "Die Linke" solche U-Boote nicht braucht.
Für mich persönlich ist Oskar Lafontaine als Parteivorsitzender keine gute Besetzung, weil ich kein Vertrauen zu ihm habe, aber gegenüber Ernst, wäre er nicht nur erste Wahl sondern eine Verbesserung um Lichtjahre. Besser als Ernst wäre sogar mein Dackel, denn der hat immerhin ab und an mal freundliche Momente.
Die Partei hat immer Recht - ist doch auch für alle unsere Parteien gültig, siehe Fraktionszwang.
Somit verstoßen "fast alle" Abgeordneten bewusst gegen Artikel 38 (1) Grundgesetz.
Leider kann das Volk diese Abgeordneten nicht vor dem BVerfG verklagen. Nur KÖNNTE das Volk, wenn es den einmal erwachen würde, durch ihre Stimme bei einer Wahl jene Abgeordnete aus der Verantwortung entlassen.
Ich finde ja Georg Schramm meist sehr lustig, komisch, unterhaltsam. Doch er verteidigt die Sup prime Kredite an insolvente Bevölkerungsschichten? HOH ist auch nicht mein Messias, doch es ist wohl das Gesetz der Serie, dass auch so einer mal was wahres sagt. Ein weites Feld ist das ganze Thema.
Martin du musst schon zuhören. Der Rassist Henkel wollte die schwarze Bevölkerung in ihren typischen Wohngebieten ganz von Krediten abschotten. Egal ob sie zahlen können oder nicht, weil er als weißer Arier die Schwarzen hasst.
Die Subprime Kredite wurden an die normale amerikanische Bürgerschaft vergeben, ja sie wurden ihren aufgedrängt, damit Leute wie Josef Ackermann damit Geld verdienen konnten.
u-boote aus gewerkschafts- und alt-spd klüngel hat die "linke" leider zuhauf. wenn man die alle entfernen würde, wäre das ergebnis wohl eine splitterpartei. leider, aber für mich eben auch ein grund, diese partei nicht zu wählen, solange solche leute in den gremien sitzen.
Ich denke, vor einem solchen Hintergrund wird diese Partei nie fürs Gros des Wahlvolks wählbar sein. Ohne Funktionärsspinner wird wachrscheinlich nicht nur eine Splittergruppe aus der Partei, wahrscheinlich wird sie da zur Lachnummer. Auf jeden Fall unkoalitionierbar. Denn jedwede andere Parteiensplittergruppe wird mit den Ansichten des nach dem genannten Ausschluss verbliebenen "harten Kerns" nichts anfangen können.
@seit er bei den Sozialdemokraten die Brocken hingeschmissen hat
ich konnte ihn schon zu SPD-Zeiten und im Saarland nicht ab - aber diese spezielle Entscheidung - da gibt es wenige.
Was ist besser :
- im vergeblichen Kampf (anstatt für seine Position und die Menschen in diesem Land zu kämpfen) eine als unverantwortbare Politik mitzutragen (weil es eine "demokratische" Mehrheit dafür gibt)
- eine Grenze zu ziehen, ab der man eine bestimmte Politik nicht mehr mitverantwortet und "die Brocken hingeschmissen"
Das war wohl die einzige Entscheidung von Lafontaine, die mir Respekt abgenötigt hat!
Vielleicht war die Begründung nur eine politische Wahrheit - aber damit kann ich mich identifizieren: lieber keinen Dienstwagen als eine Politik mit verantworten, die ich für falsch halte!
Und solange Sie nicht belegen können, daß die Begründung unecht war, werde ich diesen speziellen Punkt positiv bewerten!
mfg zdago
Somit verstoßen "fast alle" Abgeordneten bewusst gegen Artikel 38 (1) Grundgesetz.
Leider kann das Volk diese Abgeordneten nicht vor dem BVerfG verklagen. Nur KÖNNTE das Volk, wenn es den einmal erwachen würde, durch ihre Stimme bei einer Wahl jene Abgeordnete aus der Verantwortung entlassen.
Wovon träume ich Nachts?
Schramm braucht Unterstützung.
http://openpetition.de/petition/online/die-linke-unterstuetzt-georg-schramm
Die Subprime Kredite wurden an die normale amerikanische Bürgerschaft vergeben, ja sie wurden ihren aufgedrängt, damit Leute wie Josef Ackermann damit Geld verdienen konnten.
(Oh, ich liebe Wortkreationen und Schlangensätze)
ich konnte ihn schon zu SPD-Zeiten und im Saarland nicht ab - aber diese spezielle Entscheidung - da gibt es wenige.
Was ist besser :
- im vergeblichen Kampf (anstatt für seine Position und die Menschen in diesem Land zu kämpfen) eine als unverantwortbare Politik mitzutragen (weil es eine "demokratische" Mehrheit dafür gibt)
- eine Grenze zu ziehen, ab der man eine bestimmte Politik nicht mehr mitverantwortet und "die Brocken hingeschmissen"
Das war wohl die einzige Entscheidung von Lafontaine, die mir Respekt abgenötigt hat!
Vielleicht war die Begründung nur eine politische Wahrheit - aber damit kann ich mich identifizieren: lieber keinen Dienstwagen als eine Politik mit verantworten, die ich für falsch halte!
Und solange Sie nicht belegen können, daß die Begründung unecht war, werde ich diesen speziellen Punkt positiv bewerten!
mfg zdago