Rätseln mit den Ratingagenturen
Manch einer wird sich jetzt fragen, warum denn noch ein Hilfspaket verabschiedet werden muss, wenn klar ist, das Griechenland nun als Pleite gilt und keine Kredite mehr bekommt. Ja selbst die EZB will keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit nehmen oder gar ankaufen. Das Geld wurde gebraucht um die Ausfälle für das Großkapital zu beschränken. Denn die 130 Milliarden haben ja nichts mit Griechenland zu tun. Sie dienen nur dazu, um die vom Schuldenschnitt verschonte andere Hälfte der Schulden bedienen zu können.
Damit haben Bankster und Großkapital in der Realität gar keinen Ausfall durch den Schuldenschnitt. Was als Ausfall zu verbuchen ist, wird mit der jeweiligen Steuerschuld verrechnet und muss von den Arbeitnehmern der jeweiligen Länder bezahlt werden, die einfach mehr Steuern zahlen müssen, weil das Großkapital sich verzockt hat. Die andere Hälfte bezahlen die gleichen Steuerzahler auch, damit das Großkapital wenigstens anständig abgesichert die letzten griechischen Anleihen noch verhökern kann. Vermutlich an die Fonds in denen der dumme Bürger seine Rente riestert oder rürupt.
Aber wenigstens müssen die Griechen leiden, die sparen Merkel und Sarkozy nun zu Tode. Den Armen nehmen und den Reichen geben, dafür stehen ja beide mitsamt ihren verkommenen Parteien. Klar ist auch, dass Griechenland noch viel tiefer abstürzen wird und am Ende die armen Griechen alles verloren haben werden, während sich das Kapital freut und die reichen Griechen in der Schweiz am Kaviar ersticken.
Bleibt also nur das Problem mit den Ratingagenturen. Die wollen sich einfach nicht an die gewünschte Linie halten. Aber dafür gibt es ja das europäische Parlament und in diesem Parlament einen besonderen Schlaumeier, nämlich den Italiener Leonardo Domenici der als Berichterstatter des Parlamentes für die anstehende Regulierung der Ratingagenturen zuständig ist und zusammen mit den anderen Deppen dort eine tolle Lösung gefunden hat:
Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - "Ratingagenturen soll es verboten werden, unbeauftragte Staatenratings zu veröffentlichen", heißt es laut der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) im Entwurf einer Beschlussvorlage des Europaparlaments. Sie stamme vom zuständigen Berichterstatter des Parlaments für die anstehende Regulierung der Ratingagenturen, dem Italiener Leonardo Domenici. Mitgliedsländer sollten "die Erlaubnis dazu verweigern können, dass ihre Kreditwürdigkeit bewertet wird", heißt es im Entwurf seines Berichts, den Domenici Ende Februar vorstellen will.
Sind sie nicht süß diese Europabgeordnete. Wenn man deren Einfälle hört, dann wird einem die Koch-Mehrin noch ganz lieb, die wenigstens einfach nicht hinging, anstatt solchen Unfug zu verzapfen. Wenn diesen politischen Pfeifen das Ergebnis nicht passt, dann wollen sie einfach das Rating verbieten, was im Umkehrschluss nur bedeutet, dass eine europäische Ratingagentur nur deshalb gegründet werden soll, damit diese über den wahren Zustand einzelner Länder in Europa Lügen verbreitet. Sie wollen Propaganda und nicht die Wahrheit. Das ist ja nicht neu. Nach der gleichen Methode arbeiten ja auch die Nationalen Ämter für Lügen, die sich selbst als Ämter für Statistik tarnen. Die verkünden auch nur das, was die Regierungen hören wollen. So entstand übrigens ein großer Teil der Schieflage in Griechenland.
Man könnte sich ja hämisch grinsend zurücklehnen, weil das Theater um diesen Gesetzesentwurf genauso ein Schwachsinn wie das ganze europäische Parlament ist und dieses Europa eh nichts als eine gigantische Geldumverteilungsmaschine ist, die die Armen ärmer und die Reichen reicher macht. Dummerweise sind es aber genau diese politischen Deppen in Europa und den Nationalstaaten die der Wirtschaft ein Kreditscoring, also ein Rating, erlaubt haben, bei dem der Wohnort mit etwas Pech darüber entscheidet ob man einen Mobilfunkvertrag bekommt oder nicht:
Auf Basis von Kreditnehmer-Merkmalen wie „Kunde seit“, „Wohnort“, „Beruf“, „Sicherheiten“ werden Punkte vergeben, diese gewichtet und dann zu einer einzelnen Bonitäts-Note zusammengefasst, um mit diesem Gesamtscore die Kreditvergabe zu erleichtern. Ist die Bonität ausreichend, kann ein Kredit gewährt werden. Scores können allerdings nicht nur zur Kreditentscheidung an sich, sondern auch zur Festlegung von Zinssätzen und Kreditlinien dienen.
Motivation ist, Risiken zu vermeiden und auf Basis einer statistisch unterfütterten Methode objektivierte Entscheidungen zu erhalten.
Das Hauptmotiv ist in Wirklichkeit die Vermeidung von Verantwortung. Wer ein automatisiertes System vorschieben kann muss nicht mehr selber denken und natürlich braucht man an dieser Position auch keine Menschen mehr die denken und einschätzen können, was den Ertrag steigert, da Billigstkräfte eingesetzt werden können.
In einem Europa in dem die arbeitenden Menschen auf eine derartig fiese und unprofessionelle Art abqualifziert und abgewertet werden, kann es doch nicht zu viel verlangt sein, dass die Nationalstaaten sich das gleiche gefallen lassen mǘssen. Je unfairer so ein Rating ist und je mehr es den politischen Entscheidern weh tut, desto besser ist es. Vielleicht kommen sie dann auf die Idee die Menschen in Europa erst einmal vor solchen Ratingsystemen zu schützen bevor sie Schutz für ihre Fehlentscheidungen verlangen.
Die Einschätzungen der Ratingagenturen zu Griechenland und zu den diversen Rettungschirmen haben auf jeden Fall eine deutlich
höhere Qualität, als das was die Scoreagenturen so abliefern. Die Meinung der Ratingagentur wird zudem noch vom Anleger, als von Menschen kontrolliert, während das Scoring den Menschen per Computer durchs Raster und aus dem System fallen lässt. Ohne jedes Nachdenken.




















wie sind denn die Interessen der US-Finanzeliten gelagert, denen diese Agenturen gehören ?
Wenn sie das erkennen, werden sie auch wissen, was diese Agenturen sagen !
mfg zdago