Die kleine Kneipe - Fiktive Realität
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Die Show geht weiter
Ais technischen Gründe war es leider nicht möglich in der Überschrift die korrekte Bezeichnung "FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™" zu verwenden, auf die, die FIFA als Besitzerin der Marke so großen Wert legt. Ach ja die FIFA. überall wo ein paar Leute zusammenstehen oder sitzen ist sie ein Thema. Viele sprechen davon, dass der Weltfußball einfach die Blattern habe. ["FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 - Die Show geht weiter" mehr »]
Fußball WM - jetzt geht es los - Merkel atmet auf
Selten herrscht in der kleinen Eckkneipe Einigkeit. Schon gar nicht beim Fußball. Selbst mitten in der Berliner Realität gibt es Fans von Bayern München. Es gibt eben Leute denen ist nichts zu blöd. Aber Gestern waren sich alle einig. Deutschland muss schon in der Gruppenrunde bei der Fußball Weltmeisterschaft rausfliegen. Alles andere wäre ein Unglück für Deutschland.
Nun sind Eckkneipen meist alles andere als unpatriotisch. Oft gibt es dort viel zu viel Patriotismus und manchmal gebärden sich die Migranten patriotischer als die Deutschen. Eckkneipe eben. Aber diesmal ist es patriotisch für eine schnelle Niederlage zu sein. Nicht weil man Deutschland schaden, sondern weil manDeutschland nützen will. ["Fußball WM - jetzt geht es los - Merkel atmet auf" mehr »]
Ein Lied für alle die jetzt ein echtes Lied brauchen
Det muss man nicht kommentieren, det kann man fühlen. ["Ein Lied für alle die jetzt ein echtes Lied brauchen" mehr »]
Böse Gerüchte aus NRW
Am Pfingstsonntag hatte mal wieder einer seinen Besuch mit in die kleine Eckkneipe gebracht. Das lässt sich an solchen Feiertagen leider nicht immer vermeiden, auch wenn es die Ordnung erheblich stört, weil solche Neuankömmlinge nicht nur das Gastrecht missbrauchen, sondern auch noch mitreden wollen. Dadurch gerät die ganze schöne Ordnung durcheinander und da wo eigentlich nur noch Floskeln getauscht werden, muss wieder argumentiert werden. Solche Gäste machen nur Arbeit und ihre Einwürfe stören noch wochenlang die festgelegten Positionen.
Diesmal war es wohl der Vetter eines Vetters oder sonstwie etwas viertgradiges an Verwandtschaft. Aber ein sehr wichtiger. Selbstverständlich akzeptierte er nicht die Sitzordnung, sondern verschob sogar das Bier des Leitwolfes, um sich auf dessen Platz zu setzen, als der grade mal zur Toilette ging. Aus diesem Frevel konnte ihn sein Verwandter gerade noch rechtzeitig retten, aber er wollte partout nicht einsehen, dass es eine festgelegte Sitzordnung gibt, bei denen die Plätze auch für Nichtanwesende reserviert sind. ["Böse Gerüchte aus NRW" mehr »]
Bayernwahl - Er hat angerufen - Der Vollhorst
Im Grunde genommen war ja klar das ER anrufen würde. Das Wahlergebnis seiner CSU war einfach zu niederschmetternt, als dass er es schweigend übergehen könnte. Viele haben mich gefragt warum ich nichts zur Bayernwahl geschrieben habe. Ich genieße es einfach. Es ist zu schön. ["Bayernwahl - Er hat angerufen - Der Vollhorst" mehr »]
Sensationeller Fund: Herrenloses radikaldemokratisches Parteiprogramm entdeckt
Investigative Berichterstattung lebt von Informanten. Der Leser Ingo R. hat unter schwersten geistigen und körperlichen Gefahren ein Papier beschafft, wie es wichtiger in der aktuellen Situation gar nicht mehr sein könnte. Es enthält erprobte Lösungen für all die anstehenden Probleme und ist ethisch und moralisch eine absolute Sensation. ["Sensationeller Fund: Herrenloses radikaldemokratisches ... »]
Eine amerikanische Vorstadt stirbt
Suburbia ist der amerikanische Traum schlechthin. Endlose Reihen von Eigenheimen, die meist ihren Besitzern, oder besser deren Banken gehören und innen wie außen viel Platz für die amerikanische Art zu leben bieten. Bauen war in den USA immer billiger, da es unsere Regulierungswut, aber auch unser Anspruchsdenken dort nicht gibt.
Als ich das erste amerikanische Haus entstehen sah war ich entsetzt. Aber es funktioniert. Dünne Latten mit seltsamen Dämmmaterialien, Installationen die nicht dem rechten Winkel sondern dem kürzesten Weg folgen. Holz innen, Holz aus. Immer sehr dünn. Viel Pappe. Sowie sich ein Deutscher die schlechteste Art von Fertighaus in seinen Alpträumen vorstellt. Trotzdem werden auch diese Dinger bei guter Pflege leicht 200 Jahre alt.
Die Amerikaner lieben sie. Viel Platz für wenig Geld auf Grundstücken die für deutsche Verhältnisse schamlos billig sind. Man hat Nachbarn, sitzt sich aber nicht auf der Pelle, die Grundstücke sind groß, erfordern aber auch Arbeit, genau wie die Häuser. Die Nachbarschaft bietet gesicherte Infrastruktur und Sicherheit, da diese Vorstädte meist über personell und technisch besser ausgestattete Polizei verfügen.
Ein Freund von mir wollte in so einer Stadt dass Haus seiner Schwester an einen Käufer zu einem festgesetzten Preis verkaufen. Nichts dramatisches, es ging nur um die Abwicklung, da seine Schwester seit Jahren in Berlin lebt. Der Freund kennt die Gegend gut, weil er selber bis vor ein paar Jahren auch da gewohnt hat.
Was er mir erzählte ist erschreckend und hat ihn wohl auch erschreckt:
Ich hatte mich richtig gefreut mal wieder in Bellevue zu sein. Nicht das ich noch wirklich an dem Kaff hänge, aber es ist doch ein Stück Heimat. Das letzte mal war ich vor anderthalb Jahren hier, um mit dem Mieter meiner Schwester ein paar Reparaturen zu besprechen. Damals wäre das Haus auf dem großen Grundstück ungefähr 650.000 Dollar wert gewesen. Meine Schwester hat es für 380.000 Dollar vor 12 Jahren gebaut. Jetzt wird es für 250.000 Dollar verkauft. Das ist wenig, entspricht aber wohl der aktuellen Marktlage.
Da das Haus voll ausgestattet ist, hatte ich mir kein Hotel genommen, sondern habe dort übernachtet. Als ich abends ankam, sah ich zwar das einige Häuser nicht erleuchtet waren, habe mir aber nichts dabei gedacht. Erst beim joggen am nächsten Morgen wurde mir klar, was passierte. Vor vielen Häusern standen Schilder, das sie zu verkaufen waren.
Der Polizeichef erzählte mir später am Tage, das ungefähr jedes fünfte Haus betroffen sei. Das ist dramatisch, da es sowohl bei Feuerwehr als auch bei der Polizei schon Entlassungen geben musste, weil weniger Bewohner und Steuerzahler eben auch weniger Einnahmen bedeuten. 4 Streifenwagen von 20 weniger im Einsatz, sieht zunächst nicht nach viel aus, aber es sind eben 20 Prozent weniger.
Ähnliches erzählte mir die Maklerin. Häuser bis zum abwinken und ich hätte damals noch rechtzeitig verkauft. Die Preise hätten sich seitdem fast halbiert und trotzdem gäbe es kaum Käufer. Als ich wieder zum Haus meiner Schwester fuhr, achtete ich bewusst auf diese Häuser. Im Rasen zeigte sich die wilde Möhre, die in dieser Gegend schnell kommt, die Hecken und Büsche waren zwar beschnitten, aber eben von Leuten die dafür bezahlt wurden und die keiner wirklich kontrollierte.
Da wo ein Besitzer geschickt das Grün über dem vertrockneten Teil stehen gelassen hätte, sind jetzt kahle Stellen in Hecken und Büschen. Rasen mähen bedeutet nicht Unkraut ausstechen und die vielen kleinen Reparaturen die in bewohnten Häusern einfach so nebenbei gemacht werden finden nicht statt. Es ist noch nicht Verfall, aber auf dem Wege dort hin.
Hier ein loses Brett, dort eine kaputte Scheibe. Graffiti an den Rückseiten der Häuser. Man sieht die Anfänge und es macht traurig. In den ärmeren Bereichen sollen auch schon Häuser von Durchfahrenden einfach okkupiert worden sein. Ich glaube ich werde nicht noch einmal herkommen. Ich habe mein altes Haus gesehen, da ist sogar die Tür aufgebrochen. Ein ehemaliger Nachbar wohnt jetzt zwischen lauter leeren Häusern. Er kann nicht mehr verkaufen, er bekommt nichts für sein Haus und fürchtet sich in der Nacht, weil sich die Polizei auf die bewohnten Bereich beschränkt..
Natürlich soll man nicht verallgemeinern. Aber das ist ein Bild das Amerikas Vorstädte an vielen Orten zeigen. Ein Bild das sich auch nicht bessern wird, weil einfach die Bewohner fehlen, die den Verfall aufhalten könnten. Ohne Bewohner keine Polizei und keine Feuerwehr. Zum Schluss werden diese Gegenden einfach sich selbst überlassen.
Anders als bei uns gibt es in den USA Grund und Boden genug. Es macht keinen Sinn an einer solchen Stelle der Niederlage zu renovieren. Da bauen die Leute lieber in neu erschlossenen Gebieten und schaffen Zuzugskommissionen die festlegen wer dort wohnen darf. Dabei geht es weniger um Moral, als um anhaltende Wirtschaftskraft. Suburbia ist eben nur für Sieger. Was aber wird aus Suburbia wenn alle verlieren.
Die gleiche Frage stellt sich auch bei manchen Flächen in Berlin. Am Potsdamer Platz bröckeln Fassaden, in der Friedrichtstraße haust der Schimmel fingerdick in einigen Zwischendecken. Überall in teuren, nicht vermieteten Bürohäusern, schlägt sich die Feuchtigkeit nieder. Undichte Fenster, Dächer werden wochenlang nicht bemerkt. Die Schäden steigen und Nachts fährt einsam der Streifenwagen, an einer völlig toten Gegend vorbei.
An anderer Stelle wird nach gleichem System neu gebaut. Die, die es sich leisten können, ziehen aus den schnell alternden Gebäuden weg und bevölkern für ein paar Jahre die neuen, aber meist schon zu billigeren Mieten. Bei ein paar Bauten wird auch schon ernsthaft über Abriss geredet, aber auch der kostet Geld.
Es ist auch nicht nur Berlin. In allen anderen Städten gibt es ähnliche Bereiche. In Frankfurt verlassen die Firmen die Stadt. Ganz leise und ohne viel Aufhebens. Aber wer einmal weg ist, kommt nicht wieder. Alles Geld in die Büroflächen führte natürlich dazu die Wohngebäude zu vernachlässigen. Neubau statt Sanierung oder Instandhaltung. Aber was tun wenn diese Neubauten, weder in Sachen Wärmedämmung noch beim Schimmel zu gebrauchen sind? Weggehen als Mieter.
Ich weiß nicht was wir an Blase in unseren Büroflächen stecken haben. Aber ich sehe, das selbst Vermietungsschilder abgenommen werden, weil diese Schilder in der Menge untergehen. Interessanterweise gibt es aber immer mehr Schilder an den Häusern auf denen dezent die Anschrift des Vermieters vermerkt ist. Falls denn mal wer kommt, der mieten möchte.
Es ist nicht nur Amerika, England oder Spanien. Es ist längst hier. Wir müssen es nur wahrnehmen wollen.
Die Rache des Apothekers
In den letzten Wochen und Monaten gab es bei uns in der Kneipe immer wieder ein Thema. Der Kampf des Apothekers gegen einen seiner Mieter und die deutsche Justiz war immer wieder Anlass den Pillenverkoofmich durch die Mangel zu drehen. Es hat ja schon etwas seltsames, wenn Leute die selbst jedes Rechtsmittel wahrnehmen, anderen im Grunde genommen jedes Rechtsmittel verweigern wollen.
Das hatten wir vor kurzem in der Blogwelt ja auch, wo sich ein bloggender Rechtsanwalt darüber aufregte, das sein Gerichtsverfahren genauso schleppend bearbeitet wurde, wie alle anderen und das der gegnerische Anwalt bei der Räumungsklage genau die gleichen Tricks anwandte, die er auch angewendete hätte. Aber zwischen dem eigenen Rechtsanspruch und dem Recht das man dem anderen zubilligt, klafft ja oft eine sehr große Lücke.
Ich kannte den Mieter des Apothekers vom Sehen und Grüßen auf der Straße. Er hatte ein Taxi und hat mich auch ein- oder zweimal gefahren. Koreaner, Japaner, vielleicht auch Chinese, ich habe ihn nicht gefragt. Er fuhr meist Nachts und kam morgens wieder. Sieben Tage die Woche. Ich sah ihn oft, wenn ich mit dem Dackel Zeitung lesen ging. Zwölf bis vierzehn Stunden Arbeit täglich. Manchmal auch mehr.
Aber das Berliner Taxigewerbe nährt seinen Mann nicht mehr und schon gar keine Familie. Ein altes Taxi ist ein teures Taxi weil es dauernd repariert werden muss. Aber die Menschen klammern sich lange an ihre mühsam errungene Selbstständigkeit und verschulden sich immer weiter. Irgendwann kommt das dicke Ende, so auch bei ihm. Ich sah wie er sein Taxi ausräumte und kannte den Käufer. Er zuckte nur mit den Schultern und meinte das die Zeiten schwer seien. Ich konnte ihm nicht helfen.
Nun war er nur noch Fahrer, für irgendeinen Unternehmer. Sicher nicht für den besten Unternehmer, praktisch fuhr er ein älteres Taxi als er selber besessen hatte und so dürfte auch sein Lohn gewesen sein. Auf jeden Fall hat er die Miete nicht gezahlt. Ich weiß natürlich nicht, was er mit seinem Geld gemacht hat, aber der Besitzer des Thai-Restaurants meinte, das er nicht gespielt habe. Für Drogen war er zu alt und gesoffen hat er auch nicht.
Es wird ihm wie vielen gegangen sein. Die Schulden stiegen, die Einnahmen sanken. Am Ende blieben nur Schulden, die mit Arbeit nicht mehr zu bezahlen sind. Natürlich gibt es Möglichkeiten. Privatinsolvenz mit sieben Jahren Wohlverhalten. Aber auch das erfordert Geld, Zeit und Beratung wenn man vorher selbständig war. Nicht einfach und oft fehlen auch Unterlagen, die der Steuerberater nicht rausrückt, weil er nicht bezahlt wurde oder die einfach im Chaos des Untergangs verschwanden.
Es ist ja häufig so, das im Untergang Post nicht mehr geöffnet wird, die Schuldner sich einfach in sich zurückziehen und erstarren. Natürlich ist das nicht sinnvoll, aber für die Betroffenen bricht meist eine Welt zusammen. Ich hab zweimal Anlauf genommen mit ihm zu reden. Aber ich war nicht gut genug, ich hab ihn nicht erreicht und dann wie die anderen auch nur zugesehen. Vielleicht hätte ich ihn an den Ohren zum Sozialamt schleifen sollen. Aber ich habe es nicht getan.
Dafür klagte uns der Apotheker sein Leid. Die Miete kam schleppend, die Altschulden vergrößerten sich eher als dass sie eingedämmt wurden. Der Apotheker hatte Dollarzeichen in den Augen. Der Mann war lange Mieter, dem hätte er die Miete nicht erhöhen können. Natürlich wurden auch die Vorwürfe immer aberwitziger. Nun war der Mieter unsauber, ein Mietnomade der ja auch nur vierzehn Jahre bei ihm gewohnt hatte.
In meinem Beisein hörte der Apotheker dann damit auf, weil ich ihm anbot mich näher mit seinen Geschäften zu beschäftigen. Das wollte er dann doch lieber nicht, zumal auch immer die Gefahr besteht, dass ich ihm was aufs Maul haue wenn er mich nervt. Ich bekam also nur über die anderen den Stand der Dinge übermittelt. Das Verfahren war einfach. Der Taxifahrer wehrte sich nicht und der Apotheker hat eine gute völlig mitleidslose und niederträchtige Anwältin. Sie ist zwar bildhübsch, wird von mir aber total ignoriert, was sie zur Weißglut treibt. Vor allem weil sie mir kein Gespräch aufzwingen kann.
Trotz dieser Anwältin dauerte das Verfahren. Monat um Monat. Irgendwann kam dann der Räumungsbescheid und dann auch der Tag der Räumung. Gerichtsvollzieherin, Anwältin und Apotheker genossen gemeinsam ihren Sieg. Eine Bande von Möbelvernichtern zerstörte die Einrichtung mehr, als dass sie sie transportierten und der Taxifahrer rettete einen kleinen Rest in einem Klaufix, wie die alten einachsigen Trabantanhänger in der DDR genannt wurden. Der Dackel und ich machten das wir wegkamen, da war leider keine Hilfe mehr möglich und ich habe mich geschämt, das ich vorher nicht mehr getan habe.
Der miese Apotheker hat dann am schwarzen Brett seines Hauses einen Zettel angebracht, auf dem er nicht nur behauptete der Mieter habe seine Wohnung so schwer verwohnt, das größere Reparaturen notwendig sei, sondern er machte seine Rache auch noch vollkommen, in dem er den Namen des Mieters mit allen Vor- und Nachnamen noch einmal laut verkünden musste. Ein Arschloch-Apotheker halt.
Der Zettel verschwand dann schnell wieder, weil ein paar nette Menschen dem Apotheker erklärt haben das sie ihn andernfalls kackbraun anstreichen würden um seine Gesinnung zu verdeutlichen. Das machte ihm Angst, zumal ich mich mit anderen laut darüber unterhalten habe, wie man sein Auto durch entsprechende Schnitte mit der Flex so kürzen könnte, dass er es in die Parklücken bekommt und nicht die Bürgersteige belegen muss.
Nach Angaben der Mieter in dem Haus und einer beauftragten Firma war die aufwendige Renovierung nach zwei Eimern Farbe aber auch schon zu Ende. Die Kosten für die "aufwendige" Renovierung anhand von vermutlich gefälschten Rechnungen und die Räumung wird der Steuerzahler bezahlen müssen, weil der Apotheker, sie als Verluste aus Vermietung und Verpachtung voll vom Gewinn seiner Apotheke abzieht und somit entsprechend weniger Steuern zahlt. Glücklicher Apotheker. Allerdings kenne ich sein Finanzamt und kann ihn nicht leiden.
Einen doofen Apotheker rund zu machen, ist das eine, am wirklichen Problem sind wir aber trotzdem gescheitert. Die Räumung war sinnlos. Sie hat nur Kosten verursacht. Dem Verlust der Wohnung folgt meist der Verlust des Jobs, was bei den Schulden auch schon egal ist und jemand der vor ein paar Monaten noch nützliches Mitglied der Gemeinschaft war, wird plötzlich zur Last für alle.
Das zerstörte Leben kostet uns viel mehr Geld, als es ein frühzeitiges Eingreifen von Seiten des Staates gekostet hätte. Ich bin dafür bei Räumungsklagen zunächst eine Mediationspflicht einzuführen und das Sozialamt zwingend in den Ablauf einzuschalten. Selbst wenn das Mietverhältnis so zerrüttet ist, das eine Weiterführung unmöglich ist, kann durch eine begleitende Betreuung viel erreicht werden.
Zusätzlich würde ich vorschlagen, das auch bei der Aufforderung zur Abgabe der eidestattlichen Versicherung automatisch ein Mediationsverfahren zu starten ist und das Sozialamt eingeschaltet wird. Natürlich wird das manchem Gauner etwas Zeit verschaffen, aber es ermöglicht auch den Schutz der Gläubigerinteressen weil amtsseitig genauer nachgesehen werden kann und es ermöglicht dem Schuldner in eine gut begleitete Privatinsolvenz zu gehen, die auch der Gesellschaft und dem Steuerzahler gerecht wird.
Auch wenn es den einen oder anderen Rechtsanwalt und Apotheker geben mag, den Hilfe für den Schuldner stört, ist das, das kleinere Übel. Zerstörte Menschenleben lassen sich nämlich kaum wieder reparieren oder nur zu unvorstellbar hohen Kosten.
Ich möcht so gern Bin Laden sehen und auch den Weihnachtsmann
Der menschliche Geist ist schon etwas seltsames. Keine Ahnung wie ich das zusammengekriegt habe, aber ich bin schon mit diesem Gedanken aufgewacht: "Ich möcht so gern Bin Laden sehen und auch den Weihnachtsmann"
Bei Truck Stop kann ich mich nur entschuldigen, aber die wissen das ich das Lied liebe und es auch live mehrfach hintereinander hören könnte. Dave Dudley, Hank Snow und Charley Pride spielt mir heute mein MP3-Player, im Radio gibts die nicht mehr, denn AFN ist seit 1994 aus Berlin weg und auch an anderen Plätzen nur noch ein trauriger Abklatsch des einstigen Glanzes. Das beste was uns die USA jemals gaben, ist eben auch Vergangenheit.
Aber dafür haben wir etwas neues bekommen, einen Todfeind. Osama Bin Laden. Gut das mit dem Todfeind ist für uns etwas schwerer zu verstehen, denn eigentlich hat der so richtig nichts gegen uns. Er ist eher so ein hausgemachtes Problem der Amerikaner. Sie brauchten nämlich jemanden der ihre Sprache sprach und ein gewisses Organisationstalent hatte, was wohl auf Bin Laden zutraf, um die Russen in Afghanistan zu bekämpfen. In wie weit der Bin Laden Clan in diese Dinge eingebunden war lässt sich heute nicht mehr klären. Aber die sind gute Freunde von Papa Bush und seinem dummen Sohn.
Aber so wie Saddam Hussein der amerikanische Büttel für den Iran war, sollte Bin Laden in Afghanistan Amerikas Büttel gegen die Russen sein. Leider war er so schlau zu merken, das es den Amerikanern nur darum ging die Russen zu beschäftigen und das sie auch sonst nur dort angebliche Freiheitskämpfer unterstützten, wo ihnen das einen wirtschaftlichen oder poltiischen Vorteil verschaffte. Das hat er als Händler sicherlich verstanden, als Betroffener war er weniger begeistert.
So mutierte er schnell zum Staatsfeind. Niemand wird jemals noch herausfinden in wie weit die ihm zugeschriebenen Taten wirklich von ihm befohlen und beauftragt wurden, oder ob er Aktionen die ohne sein Wissen liefen, aber mit saudischem Geld bezahlt wurden, einfach für sich reklamierte. Auch wer letztendlich der Auftraggeber für 9/11 war, werden wir nicht mehr erfahren.
Aber dann wurde Bin Laden übermächtig. Die Bomben auf seine Bergfestung, die jahrelange Jagd auf ihn. Niemand kann ihn fangen. Er ist der Weihnachtsmann und der Osterhase in einem. Selbst wenn man ihm Salz auf den Schwanz streut, was ja angeblich beim Osterhasen wirkt, ist er nicht zu fangen. Dafür bekommen wir aber immer wieder Videobotschaften von ihm. natürlich alles echte. Vom CIA gemacht, geprüft und für gut befunden, oder so ähnlich.
Nie sagt er uns heute ist Dienstag der 1. April und ich mißbillige den chinesischen Einsatz in Tibet, die olympischen Spiele sollten nicht stattfinden und außerdem habe ich es heute am Magen oder Fußpilz. Nichts aktuelles. Nur immer finstere Drohungen aus dem Off. Beste Grundlagen für Verschwörungstheorien. Aber mal im Ernst, ich hab ja gehört das Osama mit Mulla Omar einen Gemüsestand in der Wallstreet in New Yorck hat. Zumindest hat die Schwägerin von Yussuf dem Rasiermesserstumpfschleifer, das von ihrer dritten Kusine mütterlicherseits gehört, die es ihrerseits von der verlassenen Freundin des zweiten Lieblingsleibwächters von Mulla Omars Sohn hat. Also praktisch aus erster Hand.
Olle Osama und ich sind übrigens ein Jahrgang. Verdammt mühsam da noch durch Afghanistan und Pakistan zu kraxeln und schlaue Reden zu halten. Aber egal.
Ich möcht so gern Bin Laden sehen und auch den Weihnachtsmann
Die Muslime wollen mich fertigmachen
Ich bin ja schon mal von Muslimen überrannt worden, wobei es sich in dem Fall nur um einen einzelnen Muslim handelte, was die generelle Gefahr durch Muslime allerdings nicht minimiert.
Nachdem ich nun sogar vom Frankfurter Landgericht belehrt wurde, das ich mich viel zu leicht beeinflussen lasse und viel zu gutmütig bin, habe ich natürlich beschlossen vorsichtig zu sein. Immer dann wenn mir vermeintlich echtes Material wie zum Beispiel diese Website untergeschoben werden soll, werde ich vorsichtig. Ich glaube einfach nicht mehr, das die Leute das meinen was sie da sagen und mache wie die Richterinnen am Frankfurter Landgericht ganz fest beide Augen zu. Das wirkt tatsächlich. Mit geschlossenen Augen ist alles böse weg und das ist gut so.
Deshalb wusste ich auch gleich das mich die Muslime verführen wollten, als ich folgendes Bild zugespielt bekam:

Als erstes fiel mir auf, das Filip De Winter als bekanntermaßen gut gekleideter Fraktionsvorsitzender vom Vlaams Belang im Belgischen Parlament mit Sicherheit kein Sakko oder Jackett in einem rötlichen Farbton vor rotem Hintergrund tragen würde. Diese Farbe erinnert doch sehr stark an die Farbe dessen, was Hunde hinterlassen wenn sie zu viel Frolic Hundefutter gefressen haben. Ich habe übrigens nie verstanden welchen Sinn es macht Hundescheiße auch noch auffällig einzufärben.
Aber schon das nächste Bild zeigte dann, das es sich beim ersten um eine Montage handelte die vermutlich von verwirrten Menschen auch noch als lustig empfunden wird. Natürlich soll durch die Abfolge der Botschaften ein Gedanke bei mir verfestigt werden.

Ich soll glauben das der gute Filip De Winter da im belgischen Parlament den Hitlergruß darbietet. Aber nicht mit mir. Ich wurde vom Landgericht Frankfurt belehrt, das nicht sein kann, was nicht sein soll. Mein Vater sagte schon immer zu mir:
Junge, wenn man dir sagt:
"Das Wasser fließt den Berg hinauf"
Dann sag du:
"Es ist schon oben"
Ich bin mir also sicher dass dieses Bild keinen Hitlergruß zeigt. Vielleicht versucht Herr De Winter eine lästige Fliege einzufangen, oder winkt einem Bekannten zu. Man muss doch nicht immer gleich Schlimmes vermuten. Was mich aber ganz sicher macht, ist die Tatsache, dass sich ein anderer Mann, nämlich Herr Dr. Udo Ulfkotte mit Filip De Winter trifft, wie das nächste Bild beweist.

Bei Herrn Ulfkotte weiß ich ganz sicher, dass der mit Nazis nichts zu tun hat. Das hat mir das Landgericht Frankfurt nämlich gesagt, dass ich da völlig auf dem Holzweg bin. Dass ist wieder so typisch für diese Muslime. Sie wollen mich verführen und auf falsch Wege, also auf Abwege leiten. Ich vertraue dem Gericht und Herrn Ulfkotte. Da bin ich auf der sicheren Seite.
Ich vermute auch, das in der flämischen Sprache das von mir falsch verstandene Breekijzer nicht Brecheisen wie im niederländischen bedeutet. Schuld ist auf jeden Fall Wikipedia die im niederländischen bei Breekijzer auf Koevoet (gereedschap) verweisen. Die dort im Bild gezeigten Gerätschaften heißen bei uns zu Hause allerdings Brecheisen, weil sie meist zum Aufbrechen von Türen oder Fenstern benutzt wurden.
Ich lasse mich auch nicht irritieren, wenn man mir nachweist, das der nette Dolmetscher und Freund von Herrn Ulfkotte, der Herr Bart Debie angeblich mit Pro Köln zu tun haben soll. Ich schäme mich schon dafür das ich geglaubt habe, das Herrn Debie wegen des Schürens von Rassismus, von einem belgischen Gericht für fünf Jahre die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt hat und dass er zusätzlich mit Gefängnis bestraft worden ist. Das kann gar nicht wahr sein, da Herr Ulfkotte ja gesagt hat, das ihm der Vlaamse Belang nahe steht, wie ein Arzt der seinem krebskranken Kind helfen würde.
Ich habe überhaupt keinen Zweifel das es sich um gute Menschen handelt. Ich werde mich auch da von irgendwelchen Muslimen nicht mehr verwirren lassen. Ich folge dem Frankfurter Landgericht. Treu und brav. Deshalb irritieren mich solche Artikel nicht mehr. Schließlich kann jeder behaupten in Antwerpen mit Herrn De Winter und Herrn Debie zusammengetroffen zu sein:
Mit zwei Bussen fuhren am Samstag die Mitstreiter der Bürgerbewegungen pro Köln und pro NRW zu ihrer Schwesterorganisation Vlaams Belang nach Antwerpen. Dort wurden die Gäste aus Köln und ganz Nordrhein-Westfalen eigens vom Fraktionsvorsitzenden des Vlaams Belang im belgischen Parlament, Filip Dewinter, bei einem äußerst herzlichen Empfang im Parteihauptquartier begrüßt. Anschließend übernahm der flämische Landtagsabgeordnete und Antwerpener Spitzenfunktionär Bart Debie die Führung für die deutschen Besucher durchs weitere Programm.
Das ist bestimmt alles nur Angeberei. Der Herr Ulfkotte hatte doch extra seine Großdemonstration in Köln abgesagt, weil er mit diesen Pro Köln Leuten nicht zusammen gegen die Muslime demonstrieren wollte. Das gleiche gilt wohl auch für die Frechheit die sich Pro NRW leistet, die ihre Website gleich mit dem Logo des Vlaams Belang aufwerten wollen.
Aber die Muslime hatten noch einen weiteren Trumpf um mich zu verwirren. Ein Video auf belgisch und eine handgestrickte deutsche Übersetzung.
Ich kann kein belgisch und bin schon alleine deshalb vorsichtig. Warum soll ich dem glauben. Nur weil der Muslim eine Kippa trägt. Ich bin wirklich unentschlossen. Die Übersetzung irritiert mich auch:
Das Antwerpener jüdischen Monatsmagazins "Joods Actueel", Monatsblatt für die Juden von Antwerpen greift Filip Dewinter und den VB frontal an. Unter dem Titel "die 10 Todsünden des Vlaams Belang" sammelte sie Tatsachen, die beweisen, daß Antisemitismus und Nazismus in der Partei von Filip Dewinter noch immer lebendig sind.
Moderatorin: "Ihr Ansinnen an die Partei war sehr deutlich: Entschuldigungen für die gemachten Fehler und Ausschluß der Neonazis unter den Mitgliedern. Hat die Partei das gemacht?"
Antwort (Chefredakteur Michael Freilich http://www.joodsactueel.be/p2r.html ):
"Das war nicht ganz genau die Frage. Anlass war ein Brief, den wir von Filip Dewinter bekommen haben.
Darin schrieb er:
Die jüdische Gemeinschaft muß vor dem VB keine Angst haben. Wir sind Eure besten Freunde. Wir befinden und gemeinsam in einem Krieg gegen den Islam.
Das hat für uns überhaupt nicht hingehauen, und daraufhin haben wir den VB etwas näher untersucht und sind dabei auf eine Menge Tatsachen gestossen: daß es Parteimitgliedergibt, die den Hitlergruß vollführen und trotzdem in der Partei bleiben oder Neonazi-Treffen in Österreich besuchen; es gibt auch welche, die negationistische Negationismus=Holocaustleugnung)Broschüren verkaufen. Will jemand wirklich unser Freund sein, bitten wir doch um einige elementare Dinge: schließt die, die den Hitlergruß zeigen und auf Nazi-Feste gehen aus der Partei aus und entschuldigt Euch für die Fehler der Vergangenheit. Erst dann können wir anfangen zu reden. Einerseits sagen sie, sie seien unsere besten Freunde, andererseits darf jemand, der sagt, die Ermordung von 6 Millionen Juden sei fabriziert, in der Partei bleiben.
Moderatorin: Warum schreiben Sie denn in Joods Actueel nicht aktiv gegen den VB an?
Michael Freilich: Das haben wir mit unserer Untersuchung doch bereits gemacht. Ansonsten möchten wir dieser Partei nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.
Moderatorin: Solange sich Filip Dewinter nicht als Freund der Juden bezeichnet.
Michael Freilich: Ja.
Nun habe ich ein wenig weiter nach diesem seltsamen jüdischen Muslim gesucht und ein weiteres Video gefunden, das zumindest zeigt das Herr De Winter und dieser Herr Freilich sich kennen.
Das sieht alles sehr böse aus. Das sind auch die Bilder aus dieser deutschen Übersetzung. Ich werde immer verwirrter. Mein Großvater, ja genau der, der seine Schweine am Gang erkennen konnte und schon einmal ziemlich teuer für mich war, hatte noch einen anderen Spruch für mich:
Wenn irgendwas wie scheiße aussieht
und wie Scheiße riecht,
dann geh einfach davon aus,
das es sich um Scheiße handelt
du musst nicht extra probieren,
wie es schmeckt.
Aber ich traue meinem Großvater lieber nicht mehr. Das wird mir zu teuer. Trotzdem hab ich mich noch ein wenig umgesehen. Also der mit der Kippa scheint ein echter Jude zu sein und wohl auch für dieses Joods Actueel zu schreiben. Aber das tut er auf belgisch. Das was die Leute in Belgien denken und machen ist aber für das Frankfurter Landgericht nicht von Bedeutung wie ich schmerzlich erfahren durfte. Die Erkenntnisse der belgischen Sicherheitsbehörden, wie das was der Brüsseler Bürgermeister sagt, zählt in Frankfurt beim Landgericht nicht. Was kann da schon diese Kippa wert sein.
Ja ich gebe zu, auch ich habe mal ernsthaft geglaubt, das gleiche zu erkennen wie Michael Freilich. Aber der zählt als belgischer Jude am Frankfurter Landgericht, sicher noch weniger als der Bürgermeister von Brüssel. Nein ich habe meine Lektion gelernt. Wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.
Ich habe meine Lektion wirklich gelernt und lass mir sogar von Albert dabei helfen:

Da dieser Text in der Kategorie "Die kleine Kneipe - Fiktive Realität" geschrieben wurde handelt es sich selbstverständlich um Satire und Kunst. Dass ist auch gut so. Was sollten wir in Deutschland denn auch mit Wahrheiten anfangen. Von Cicero stammt der Spruch: "Wehret den Anfängen!" und Cicero ist tot.
Einer ist mir bei den Recherchen zu diesem Artikel zugelaufen und wird die Verwirrung vollkommen machen:
Was ist Zionismus?
Eine Krankheit, von der man nur in Israel geheilt wird.
Einen freundlichen Gruß an Henryk M Broder, möge er am Schabbat nur Freunde an seinem Tisch finden.
Das Kreuz mit dem eisernen Kreuz
Mit Orden stirbt es sich einfach leichter. Orden und Ehrenzeichen machen aus Männern erst richtige Kerle. Das sieht man jedes Jahr beim Karneval, bei den diversen Schützenvereinen und auch der deutsche Schäferhund wird durch eine Medaille erst zum richtigen Hund. Wir kennen das ja auch aus dem Urwald, wo sich zweit- und drittrangige Tiere aus Schimpansen- oder Gorillafamilien mit allerlei Gebüsch behängen um wichtiger auszusehen. Nur bei den Bonobos ist das anders, die ficken lieber. Ist mir auch sympathischer.
Nachdem Peter Struck ja die Freiheit Deutschlands am Hindukusch und auch sonst überall außerhalb von Deutschland verteidigt, während hier Schäuble, Bosbach, Wiefelspütz und die anderen vollen Demokraten das Grundgesetz zerreißen und sich damit den Arsch abwischen, ist es an der Zeit den Krieg auch offen zu führen.
Das macht man am leichtesten indem man, wie einige Offiziere der Bundeswehr und unser Kriegsminister Jung, laut darüber nachdenkt, das eiserne Kreuz wieder zu verleihen und über diesen Gedanken absolut begeistert ist. Kluge Menschen wissen, das in Deutschland und Preussen das eiserne Kreuz nur verliehen wurde, wenn sich Preussen oder Deutschland im Krieg befanden. Natürlich auch in Kriegen die Deutschland selbst angefangen hatte, wie Weltkrieg I und Weltkrieg II.
Wenn unser Bundeskriegsminister also jetzt das eiserne Kreuz wieder vergeben will, befinden wir uns im Krieg. Das wollten unsere Politischen Lügenbarone zwar bisher nicht laut sagen, aber nun ist es heraus. Wir führen Krieg gegen das afghanische Volk. Das ist nämlich das Volk das in Afghanistan lebt und gerade in großen Mengen stirbt. Es ist sozusagen ein Kollateralschadenvolk. Aber auch im Iran werden wir bald marschieren.
Unser Außenminister, der zwar noch nie von einem Bürger gewählt wurde, aber im Rahmen unserer Parteiendiktatur behauptet das deutsche Volk zu vertreten, findet es gut, das die USA neue Sanktionen durchgesetzt hat, die an das internationale Seerecht gekoppelt sind, das von den USA allerdings nicht anerkannt wird. Das macht einen Krieg gewiss und Steinmeier will dabei sein. Also nicht er und sein persönlicher Hintern. Nein Gott bewahre, dafür ist Steinmeiers, Strucks und Jungs Hintern doch viel zu kostbar.
Es sollen also normale Bürger, abwertend als das Volk bezeichnet, geopfert werden. Dafür bekommt Steinmeier dann auch eine Schüssel, neben der des jeweilen US-Präsidentenhundes. Die Bürger aber wollen nicht so recht. Sterben macht augenscheinlich keinen Spaß. Die ersten schwersttraumatisierten Soldaten sind auch schon wieder da und die Gerüchteküche brodelt daüber, das schon mehr als drei Verfahren um Versorgungsbezüge für Kriegsversehrte im Gange seien.
Logisch. Sind doch selbst Schuld wenn die sich schwer verwunden lassen und dann frecherweise auch noch überleben. Wer soll denn das bezahlen. Das Geld der Waffenschieber ist doch für die Schäubles gedacht und nicht für die Soldaten. Also muss die Todessehnsucht der deutschen Soldaten verstärkt werden. Was liegt da näher als ein Orden. Das eiserne Kreuz. Das sieht in der Zeitung dann auch gleich viel besser aus wenn da steht:
In stolzer Trauer
geben wir den Tod unseres
geliebten Sohnes, Bruders und Freundes
Träger des eisernen Kreuzes 4. Klasse
Erwin Kuwalke
*1.06.1999 +1.02.2008
bekannt.
Niemand muss ja wissen, das dieses Kreuz aus billigstem Blech war und in einem billigen Plastiketui lag. Es wurde posthum verliehen, was nichts anderes bedeutet als dass es der Briefträger mit einem Formschreiben ohne Unterschrift brachte.
Warum Erwin Kuwalke das eiserne Kreuz bekam. Vielleicht weil der die Nacht über im Schützengraben so ruhig gestorben ist. Er hat nur ein paar Mal gestöhnt. Medikamente und Verbandsmittel waren mal wieder keine da. Vermutlich hatte die Bertelsmanntochter VAW-Arvato gerade keinen billigen Transport für Medikamente und Verbandsmittel gefunden. Aber wenigstens gab es in dieser Woche Munition. Vielleicht war aber einfach nur die Ration schon verbraucht.
Sicher man hätte Erwin Kuwalke retten können. Aber wozu. Keine Beine nur noch Oberschenkel. Der hätte sich in Deutschland doch nur den Bettelsack nehmen können. So darf man nicht nach Hause kommen. Einige haben dann ja auch selbst Schluss gemacht. Bei anderen halfen die Sanitäter. Erwin Kuwalke starb ganz ruhig. In der gleichen Nacht ist auch Fritz Kuhn gestorben. Nein nicht verwandt mit dem Bundestagsabgeordneten. Deren Verwandte sind nicht hier. Die sind zu Hause oder in der Etappe.
Fritz Kuhn lag zwischen den Linien. Er wurde um 21 Uhr 15 getroffen und hat bis 5 Uhr 03 geschrien. Dann hat ihn ein Scharfschütze der anderen Seite erlösen können. Von der deutschen Seite aus gab es ja kein Schussfeld und in der Nacht konnten auch die anderen nichts tun, weil das Licht fehlte. So hat er geheult, gejammert und geschrien. Die ganze Nacht lang. Er wollte zu seiner Mutter. Der bekommt bestimmt kein eisernes Kreuz.
Aber es gibt das Kreuz ja nicht nur für die Dummen von der Front. Nein auch für die Bundeswehrlieferanten, für die Ärzte die Kriegsverwendungsfähig schreien, bevor sie den Soldaten gesehen haben, für die Politiker die immer neue Kriegssschauplätze finden und natürlich für die Herren Offiziere. Da gibt das eiserne Kreuz sogar in Gold und in Platin.
Was mag nur der Köhler haben, das der so mäkelig ist. Er meint das eiserne Kreuz sei mit zuvielen Verbrechen verbunden. Man möchte ihm zurufen, das sich in seiner Amtszeit ein Verbrechen an das andere reihte. Das die Menschen bestohlen und gequält wurden, das sie rechtlos gemacht wurden, während er Deutschland präsidierte. Aber wozu. Er hat keine Ohren um zu hören.
Aber wenigsten wollte er für das eiserne Kreuz einen anderen Namen und er meinte es solle auch in Friedenszeiten vergeben werden. Letzteres damit wir nicht merken, wann wir Krieg haben. Aber auch das Umbennen ändert doch nichts. Wenn ich den Arsch als Kopf bezeichne wird er nicht singen, sprechen oder denken. Er wird weiterhin furzen und stinken. Aber der Köhler hat recht, er heißt dann wenigstens nicht auch noch Arsch.
Warum etwas benennen das Mann nicht kennt?
Emanzipation oder Barbarei wünscht sich das wir "DAS KIND BEIM NAMEN NENNEN – ODER - DEM KIND DEN NAMEN NENNEN". Einen Namen für das unbekannte Kind:
Laut Siggi (ollle Sigmund der Unfreudige) entdecken kleine Mädchen irgendwann, dass sie „verstümmelt“ sind – keinen Penis haben, nur eine Klitoris. An dieser Stelle der Diskussion merkte eine aufmerksame Genossin an: „Sagt mal, mir fällt gerade auf: Es gibt noch nicht mal ein Wort dafür!“ Sehr richtig. Jungs haben einen Puller, Pimmel, Piephahn… Mädchen haben maximal eine Mumu, Muschi… All diese Bezeichnungen beziehen sich allerdings eher auf die Vagina, für die Klitoris gibt es höchstens das, eher als deutsche Übersetzung gebrauchte, Synomym „Kitzler“. Aber kein Mensch sagt einem kleinem Mädchen „Bert hat einen Puller und du hast einen Kitzler.“ der Satz endet meistens „…und du hast eine Muschi.“.
Jaja, das mag alles banal klingen. Aber ist es nicht erstaunlich, dass es keinen umgangssprachlichen, etablierten Ausdruck für diesen Körperteil gibt? Vielleicht spiegelt die Sprache an dieser Stelle, die eigentliche „Verstümmelung“ wieder.
Auf dem Niveau eines Herrn Freud mag ich nicht diskutieren. Die einen sagen weil ich es nicht kann, die anderen verstehen mich. Also nähere ich mich dem Thema mal ganz praktisch. Ich versuchs mal mit deutsch oder starkdeutsch. Klartext?
Beginnen wir bei dem Anfang, nicht bei den Träumen sondern bei dem ersten Anfang. Wo Knabenhände fremdes Terrain erforschen. Patsch. Lass das, ich das hass dass, meine Mama will das nicht. Natürlich ist ihr ihre Mama egal und sie will durchaus, aber Patsch.
Dieser Patsch wird jenen Knaben immer begleiten. Vorkampf ersetzt Vorspiel. Der Knabe ist Forscher, möchte jene Stelle im Urwald ergründen, erforschen, detailliert kennen lernen. Patsch. Selbst im Dunkeln Patsch. Warum soll er etwas mit Namen benennen was er nie kennen lernen durfte.
Setz dich an irgendeinen deutschen Stammtisch, so zu der Zeit, wo die Helden eigentlich nach nach Hause müssten. Noch ein Bier oder häuslichen Frieden? Dann lehn dich zurück, lächle überheblich und frage den mit dem größten Maul. "Sag mal weißt du eigentlich wie Frauen pinkeln? Aus welchem Loch und so?"
Schon hat sich die Sache mit dem häuslichen Frieden erledigt und eine hitzige Diskussion entbrennt. Sie sind Ehemänner und Väter von Töchtern, aber bei diesem Thema liegt der Nordpol am Äquator. Die etwas ehrlicheren können sich an den Patsch erinnern. Die Luft über der Kampfzone beginnt zu glühen. Jahrzehnte alte Freundschaften werden binnen Sekunden gekündigt. Bis dann der eine, der nach Hause will, aber nicht als Feigling dastehen möchte, einfach mit der Wahrheit kommt. "Also meine Else sagt heute noch, wenn ich da genauer nachsehe das ich eine alte Sau sei. Also stecke ich in rein und lass da sein, was da ist. Zähne sind da keine also wird er nicht abgebissen."
Alles lacht pflichtschuldigst über die nicht vorhandenen Zähne, einer erwähnt, das die Abends auch von der Stelle vielleicht im Glas liegen und die Horde trollt sich lachend, froh dem Thema glimpflich entronnen zu sein. Also dreh dich rum zu den feixenden Mopedfreaks, die 50 Kubik für die Eroberung der Welt halten. Sie erzählen dir was von den fantastischen Fähigkeiten ihrer Finger, wissen vielleicht sogar aus dem Sexualkunderunterricht andeutungsweise wie und woher Frauen pinkeln und wenn es ganz gut geht, rühmen sie ihre Zunge.
Neulich ging ich durch den Park, wo so ein Held mit seiner Tagesabschnittsgefährtin rummachte. Das Geräusch das er produzierte klang irgendwie ähnlich, wie das, was der Dackel produziert wenn er in seinem Wassernapf rumfuhrwerkt. Ihr Kommentar riss dann den Dackel und mich fast von den Beinen: "Du sollst mich lecken und nicht waschen!". Ob es dann noch viel Sinn machte, das er mit den Fingern den Rammbock machte, wage ich zu bezweifeln. Das ist doch keine Tresortür dort, die man aufbrechen müsste.
Sie wissen es nicht. Patsch. Warum also sollten sie einem weiblichen Körperteil mit dem sie nie in Berührung kommen einen Namen geben. Es heißt ja auch nur Zeh. Da wird nicht großartig unterschieden. Es sind halt Zehen. Frauen die sowieso etwas anders gebaut sind als "Menschen" haben eben eine Klitoris. Nicht der Rede wert. Nutzlos. Aus der Abteilung Patsch.
Weshalb aber sollten die Mädchen und Frauen einen Namen für etwas haben, das keinen interessiert. Sie müssen das Ding ja nicht ansprechen. Im Mittelalter galt die Klitoris als umgestülpter Penis was ihr automatisch Aufmerksamkeit bescherte. Denn Karl und Franz wussten was so eine Penis braucht oder konnten es sich zumindest vorstellen. Kirchenwahn und Prüderie beendeten das lustige Leben und seit dem gilt jenes Loch der Löcher mit all seinen Details als schmutzig.
Selbst die Gestalter dieser Heimatfilme lassen die Klitoris praktisch Klitoris sein. Da darf sie höchstens mal mit einem Ring verschönt werden, hat aber nur Sekundenauftritte während die Schamlippen und dieses Loch die Hauptrollen übernehmen. Das mit dem Loch rührt wahrscheinlich noch aus diesem alten Kampf zwischen Loch und Rand. Aber selbst jener G-Punkt ist in aller Munde, obwohl man mit dem Mund da sicher nicht hinkommt.
Von der Klitoris kein Wort. Die kann heißen wie sie will. Sie hat verloren. Es ist ihr Schicksal. Was nützt einem der schönste Fotoapparat ohne Auslöser. Aber alle reden über Objektive. Es ist eine Schande. Die Klitoris kann einem Leid tun. Aber mal ehrlich? Wer kann mit jemanden der Klitoris heißt schon Mitleid haben? Sie ist eben nur ein Patsch-Auslöser. Soll sie doch bleiben wo sie ist.
via classless Kulla
Viel zu viele Götter
Wissen sie ich hab grundsätzlich nichts gegen Götter. Ich bin Händler. Es ist ganz schön praktisch wenn man beim Auslaufen der Schiffe die Götter beschwören lässt. Das beruhigt die Mannschaft. Bei der Rückkehr von einer erfolgreichen Handelsfahrt, opfert man den Göttern, das ist Marketing. Je größer das Opfer das man gibt, desto mehr ärgern sich die anderen Händler und die Kunden reißen einem die Ware aus der Hand. Ich hatte letztens Amphoren, eine Scheißqualität, absolut unbrauchbar, da sie nicht stehen blieben, Ramsch ohne Wert. Ich hab ein Riesenopfer zelebrieren lassen und den Schund zum doppelten Preis von brauchbaren Amphoren verscheuert.
Aber wir haben zu viele Götter, den einen hierfür, die andere dafür. Dann haben die sich auch noch dauernd am Kopf. Ficken ständig rum, sind beleidigt. Egal was in deren Götterwelt passiert wir müssen zahlen. Häufig für die gleiche Sache an drei oder mehr Götter. Die reine Abzocke. Nein die Götter kommen natürlich nicht persönlich. Die reden nur mit ihren Priestern, Jungfrauen, Rückenkratzern oder was es da auch immer gibt. Überall stehen deren Tempel und Heiligtümer. Es ging ja noch, wenn wir pro Gott ein Heiligtum im Land hätten. Pustekuchen, jedes Kaff hat praktisch für jeden Gott einen Tempel.
Gut manchmal vergessen sie einen. Aber oft haben sie für den gleichen Gott sogar mehrere Tempel. Da ist Händler sein kein Vergnügen. Jeder Tempel, jedes Heiligtum will bedacht werden. Man muss sich die Städte schon aussuchen in denen man seine Verkaufszelte aufstellt. Kleine Städte oder Dörfer lohnen sich einfach nicht. Je mehr Waren ein Händler anbietet, desto mehr Opfer fordern die Tempel und Heiligtümer. Das ist eine echte Opferindustrie. Das verteuert natürlich die Waren.
Es hat sogar zu Zwischenhandel geführt, der mit weniger Waren die kleineren Orte beliefert. Das verteuert natürlich auch. Es ist eine furchtbare Last mit diesen Göttern. Wir haben ja auch noch eine Regierung die Abgaben will. Man sollte das vereinfachen. So wie es die Juden, die Mohamedaner und neuerdings diese seltsamen Christen machen. Ein Gott und Ruhe ist. Ein Tempel, einmal Abgabe und die Gewinne steigen, die Investitionen lohnen sich. Ich bin für diesen Monotheismus. Der ist praktisch und viel billiger.
Die Unbehaarten oder Religion ist Politik
Man ruft mich Pie. Ich bin Jäger bei den Behaarten. Jäger hört sich gut an, ist im Grunde aber ein Scheißjob. Die Viecher die wir jagen sind alle größer als wir, oder wollen uns fressen. Manchmal auch beides. Bei uns besteht eine ständige Nachfrage nach neuen Jägern. Jäger sind Verbrauchsmaterial. Aber wenigstens sterben wir schnell. Die Viecher die uns fressen wollen sind verfressen und da wo die anderen Viecher hintreten, ist alles platt. Jäger ist echt ein Scheißjob.
Früher wohnten wir auf der anderen Seite des Flusses. So auf halber Höhe am Hang. Es war nicht schlecht dort. Jäger war auch dort ein Scheißjob, aber wir waren nicht so oft krank und hatten mit unseren Nachbarn kaum Ärger. Das waren Behaarte wie wir. Meist saßen wir vor unserer Höhle und sahen auf diese Seite des Flusses, auf der wir jetzt leben, hinüber. Das hatte einen guten Grund. Auf dieser Seite des Flusses war und ist, auf halber Höhe des Hanges, die Höhle der Unbehaarten. Dauernd liefen ihre Weibchen vor der Höhle auf und ab.
Es war zum Haare ausreißen. Ständig diese unbehaarten Weibchen. Unseren behaarten Weibchen gefiel das ganz gut. Wir waren ständig rattenscharf und dreimal war Behaartenpflicht. Unser Chef Klas hat hin und her gerechnet. Aber wir kamen einfach nicht über den Fluss um ein paar unbehaarte Weibchen zu stehlen oder uns wenigstens mal kurz, oder etwas länger mit ihnen zu paaren. Klas wurde immer unruhiger und steckte dauernd mit unserem Shamanen Aiu zusammen.
Unser Shamane ist schon alt, die unbehaarten Weibchen interessieren ihn nicht mehr. Die behaarten allerdings auch nicht. Selbst die Knaben will er nur noch selten. Klas und Aiu hingen so oft zusammen, das man sie schon fast für ein Paar hätte halten können, aber wie gesagt, über dieses Thema ist unser Shamane Aiu weitgehend hinweg.
Mich macht das immer mißtrauisch. Chef und Shamane auf einem Haufen. Staat und Kirche. Das riecht nach Ärger. Aber meine Mitjäger interessierte das nicht. Sie schauten zu den unbehaarten Weibchen und trieben es mit unseren behaarten. Dann begannen mal Klas und mal Aiu uns auf die Jagd zu begleiten. Nicht wirklich auf die Jagd, sondern nur gerade ein Stück aus dem sicheren Lager heraus. Dort erzählten sie uns von den ubehaarten Weibchen und was die alles besser könnten, als unsere Weibchen. Ich hab als Jäger gute Augen. Die haben drei Löcher wie unsere Weibchen und die Bewegungen sind auch die gleichen. Was soll da anders sein.
Ich bin Jäger. Das sagen haben andere. Jäger ist echt ein Scheißjob. Die anderen Jäger wollten die unbehaarten Weibchen. Ich hätte auch gerne welche, wobei mir behaart oder unbehaart ziemlich egal ist, solange sie ständig verfügbar sind. Aber ich bin Jäger, da gibt es keine festen Beziehungen. So was haben Häuptlinge, Shamanen und Älteste, aber eben keine Jäger. Ich versuchte unsere behaarten Weibchen aufzuwecken und erzählte ihnen, das sie durch die unbehaarten Weibchen ersetzt werden sollten. Das gab etwas Stimmung und Klas hatte eine Woche lang ein schiefes Maul, weil seine Olle ihn mit dem Jagdbeil attackiert hat.
Genutzt hat es nichts. Der Shamane musste Klas gefällig sein, weil seine Vorhersagen immer weniger zutrafen. Also wurde das große Orakel befragt, wir mussten dazu extra einen großen Säbelzahntiger heranschaffen, aus dessen Innereien uns Aiu dann die Zukunft vorausagte. Staat und Kirche. Das Ergebnis war klar. Unsere Zukunft lag auf der anderen Seite des Flusses und würde herrlich sein. Ich nickte mit all den anderen und dachte auch ein wenig an die unbehaarten Weibchen.
Also kämpften wir und drei Tage lang den Fluss herauf, dauernd im Streit mit den jeweiligen Bewohnern dort, dann über den Fluß und wieder den Flut herab, mit noch mehr Streit und Verlusten an Leben. Dann endlich waren wir im Schilf am Fluss, gegenüber unserer früheren Höhle. Die wurde schnell von anderen Behaarten bezogen, die dann zu den unbehaarten Weibchen hinübersahen und ihre Schwänze zeigten. Uns zeigten sie die Fäuste. Dahin konnten wir nicht wieder zurück.
In unserem Rücken der Fluss, vor uns oben am Hang die Höhle der Unbehaarten. Die Unbehaarten kämpften zwar nicht so gut wie wir, aber es waren viel mehr als wir. Wir konnten nur wenig jagen, mussten viel Wache stehen und immer öfter mit unserem Häuptling losgehen und für ihn unbehaarte Weibchen fangen. Klar bekamen wir ab und an auch mal ein Weibchen ab, aber so richtig was anderes war das nicht. So ohne Fell fühlt es sich anders an, aber an den Stellen auf die es ankommt, gibt es überhaupt gar kein Fell, bei denen nicht und bei unseren auch nicht. Alles andere war gleich wie bei unseren Weibchen.
Aiu machte eine tolle Vorhersage nach der anderen. Ich war nahe daran ihm mit meinem Beil den Schädel einzuschlagen. Aber ohne Shamanen, hatte man mir erklärt, würde unser Stamm untergehen. Ich begann zu lernen. Sah genau auf das was Aiu machte. Ich lernte schnell. Erst hatte ich noch gedacht einfach Klas zu erschlagen. Aber dann wäre Aiu geblieben. Dummerweise fangen unsere Leute an langsam wegzusterben. Das Leben am Fluss bekommt uns nicht. Die unbehaarten Weibchen wissen das, deshalb laufen die auch immer schnell wieder weg. Manchmal habe ich das Gefühl, sie machen es gerne mit uns, aber sie wollen hier nicht leben. Versteh einer die Weibchen.
Meine Mitjäger sind ganz begeistert von mir. Ich kann jetzt vorausagen wann wir ungestört jagen können. Das ist einfach. Immer wenn der Mond voll am Himmel steht, feiern die Unbehaarten drei Tage lang ein Fest. Dann stören sie uns nicht beim Jagen, sie überlassen uns sogar kampflos ihre Beute um beim Fest dabei zu sein. Die unbehaarten Weibchen sagen, das es um einen mächtigen Gott geht, der gefeiert werden muss, damit er nicht zornig ist.
Ich habe einen Plan. Morgen werde ich Aiu und Klas erschlagen. Dann bin ich der Shamane. Meine Jäger erzählen schon bei unseren und den unbeharten Weibchen aber auch bei unseren Ältesten von meinen besonderen Fähigkeiten. Übermorgen beginnen die Feiern bei den Unbehaarten wieder, dann gehen wir jagen und machen so viel Fleisch wie möglich und am letzten Tag von deren Feiern, wenn sie müde und erschöpft sind, dann werden wir die Unbehaarten überfallen und erschlagen. Natürlich nur die Männchen. Die Weibchen können wir gut gebrauchen. Wir haben viele Leute verloren.
Und dann werde ich sagen, das die Götter keine Häuptlinge mehr wollen. Nur den Rat der Ältesten unter dem Vorsitz des Shamanen. Jeder Älteste bekommt zwei unbehaarte Weibchen zusätzlich. Das wird es ihnen leichter machen. Dann bin ich Häuptling und Vertreter Gottes. Die Höhle der Unbehaarten wird uns ein Leben wie früher ermöglichen, plus unbehaarter Weibchen. Ich fühle mich gut. Ich werde nie wieder jagen müssen. Priesterhäuptling ist ein toller Job.
Gut das heute bei uns die Müllabfuhr nicht streikt
Im Parlament tagen heute die Politiker und stimmen gegen das Volk. Da ist es schön, das der Müll abtransportiert wird. Ach könnten die doch allen Müll mitnehmen die Männer in Orange. Wir gönnen ihnen gerne bessere Löhne. Der Schäuble will gerade mal die Arbeitszeitverlängerung ausgleichen. Vielleicht kümmern sich die Männer in Orange mal um den Schäuble und seine Freunde. Den Reichstag als Müllabladeplatz, das Kanzleramt für den Sondermüll und das Innenministerium für den Giftmüll. Beim Steinbrück die falschen Papiere, die Betrüger und Lügner. Wir hätten soviel Platz, da wo schon der schlimmste Müll lagert. Kippt sie ganz zu.
Aber so bleibt den Männern wohl nur eins. Sie alle Freitag ab zehn wenigstens aus der Stadt zu karren, damit der Müll uns am Wochenende in Ruhe lässt. Da lügen und betrügen sie dann von zu Hause aus und kassieren die Bestechungsgelder.
Welche Stadt in Deutschland nimmt sie freiwillig auf? Diese Regierung und diese Politiker. Wir Berliner sind sie so maßlos satt. Wir lagern hier lieber den Müll aus Neapel, als dieses Pack ständig zu dulden. Es ist nämlich nicht die Berliner Regierung. Es sind die Maß- und Zügellosen, die neidigen Hunde die selbst die Hand beißen die sie füttert, aus der ganzen Republik. Wir haben sie in Berlin nun lange genug gehabt. Nun muss sie mal jemand anders nehmen.
Wie wär es eigentlich mit Helgoland. Für die Helgoländer haben wir Platz auf den friesischen Inseln. Wir bringen unsere Politiker hin und postieren dann die Marine. Die soll verhindern das jemand entkommen kann. Nach ein paar Jahren haben die sich gegenseitig aufgefressen, zum Fischen sind die alle zu dumm und selbst Kartoffeln können die nicht pflanzen. Dann fahren wir hin und kehren die Reste ins Meer. Ein paar Jahrzehnte bis die Mikroben der Dummheit gestorben sind und Helgoland ist wieder bewohnbar.
Oder wir schicken sie nach Frankfurt. Zum Ackermann und zum Koch. Da passen sie auch ganz gut hin. Nur lassen sie sich da schlechter abriegeln. Nein es muss wohl Helgoland sein. Entschuldigung liebe Leute vom Hiligen Land. Aber ihr opfert euch für uns alle.
Das große Spiel - Bayern gegen Werder
Noch 10 Minuten bis zum Anpfiff. In der kleinen Kneipe steigt die Spannung. Der Wirt muss endlich mal arbeiten. Da kommt auch schon die erste Nachricht. Wahrscheinlich wird das Spiel der Bayern gegen Werder in der Allianz-Arena abgesagt. Scheinbar hat sich Werder Bremen nicht an die Absprachen gehalten. Uli Hoeneß wird mit folgenden Worten zitiert: "Das wird ein Nachspiel haben. Wenn Werder glaubt hier einfach illegal mit Fußballern auftreten zu können, so werden wir uns das nicht gefalllen lassen. Das ist mit dem DFB so nicht abgemacht. Fußballer bei einem Fußballspiel. Wer kommt denn auf solche Ideen?"
Dem Vernehmen nach hat Oli Kahn angeboten den Schiedsrichter und die Linienrichter zu fressen, aber wegen Olis fortgeschrittenem Alter und seiner starken Beanspruchung durch die holde Weiblichkeit, wird er gebeten davon Abstand zu nehmen. Eins ist klar. So kann Allofs nicht der Nachfolger von Hoeneß werden. So nicht!
Nachdem die Tränen der Bayernstars von kundiger Hand getrocknet wurden, und auch alle, ohne große Probleme angezogen werden konnten - die Fachwelt wird sich erinnern, das dies schon öfter mit unlösbaren Problemen verbunden war - sind die Stars bereits zumindest mal bereit auf den Platz zu laufen.
Die Fans, die seit Ulis letztem Ausfall wissen, was ihre Pflicht ist, jubeln bereitwilligst. Es ist ja auch schon eine reife Leistung all diese Stars bis auf den Platz zu bekommen. Eine schnelle Zählung ergibt, jawohl, es ist keiner unterwegs verloren gegangen. Böse Gerüchte erzählen ja immer wieder von Geistern der Bayernspieler die auch schon in diesem Stadion spuken. Allerdings hat Rudi Assauer angeblich gesagt, das Geister mit Geist zu tun haben und er sich das Vorkommen von Geistern in einer Arena des FC Bayern nicht vorstellen kann.
Bevor die Bayernstar den Jubel ihr Fans so richtig genießen können und bevor eigentlich wirklich klar ist, ob sie gegen diese unfairen Bremer überhaupt spielen wollen, ertönt ein Pfiff. Es scheint sich wirklich um einen Unparteiischen zu handeln, der hier als Schiedsrichter auftritt. Oh. Oh. Das ist ein böser Fehler des DFB. Das macht man doch nicht. Hatte denn Waldemar Hartmann keine Zeit? Der ist doch für seine faire Hofberichterstattung bekannt. Der hätte auch pfeifen können.
Was heißt laufen. Sobald die gegnerische Mannschaft die Spielfeldhälfte des FC Bayern betritt ist das ein Foul. Dazu müsste Waldi nicht laufen. Da kann man ihm einen Sessel hinstellen. Während Olli Kahn noch fordert das den Bayern drei Tore gutgeschrieben werden, weil sie das Stadion und den Rasen stellen, beginnt das Spiel zu laufen.
Während die Bayernstars noch damit beschäftigt sind, sich umzusehen um zu prüfen ob auch die bestellte Anzahl an Jubelmädchen und Masseusen am Spielfeldrand und in den vorderen Zuschauerrängen anwesend sind, beginnt Bremen schon unfair mit Fußball spielen. Das ist wieder einmal typisch für diese kulturlosen Fischköppe. So ein Spiel dauert 90 Minuten. Wer muss da in der ersten halben Stunde schon mit Fußball anfangen. Zunächst müssen doch mal die letzten Discoabende durchgesprochen werden.
Aber Bremen lässt nicht locker und zwingt die Bayern zum Fußball. Das sorgt natürlich für eine gewisse Mißstimmung. Jetzt scheinen die wirkliche jede Scham verloren zu haben. Die betreten bayrisches Hoheitsgebiet, die bayrische Spielhälfte. Alles schaut auf den Schiedsrichter. Der reagiert einfach nicht. Das ist nicht Abseits, das ist pervers. Bremer Spieler in der bayrischen Spielhälfte und der Schiedsrichter pfeift nicht.
Natürlich kann Sagnol soetwas nicht fassen. Es nicht etwa die Geschwindigkeit von Diego, die dazu führt, das Sagnol wie stehengeblieben aussieht. Es ist das Unfassbare an Schiedsrichterleistung das hier geboten wird und Sagnol in seiner gesamten Zeit bei Bayern noch nicht erlebt hat. Natürlich ist auch Kahn nicht vorbereitet. Man schießt doch nicht einfach auf das Tor von Oliver Kahn. So doch bitte nicht.
So doch bitte wirklich nicht. Und was macht der Schiedsrichter. Unfassbar. Der erklärt das Tor für regelkonform. Dabei waren Bremer Spieler auf der bayrischen Spielhälfte. So nicht. Uli Hoeneß scheint schon mit DFB-Präsident Zwanziger zu telefonieren. Wahrscheinlich wird der Schiedsrichter gleich abgelöst.
Nun versuchen die Bayern alles was sie können. Endlich ist soweit. Bayern hat den üblichen Elfmeter bekommen. Der Schiedsrichter scheint langsam wieder zur Vernunft zu kommen. Als Anlaß nahm er ein wunderhübsche Schwalbe die Luca Toni produzierte als er über Wiese fiel. Aber was ist das. Wiese wird vor Ausführung des Bayernelfers nicht gefesselt und so kann Luca Toni natürlich kein Tor schießen.
Ein ungefesselter gegnerischer Torwart beim Elfmeter. Die Blicke die der Schiedsrichter von den Bayernstars und der Bayernbank erhält, müssen einfach körperlich spürbar sein. Vielleicht wird er auch deshalb noch etwas großzügiger zu den Bayern. Na bitte es geht ja doch. Wenn man nicht berücksichtigt wie Bommel an den Ball kam dann wäre das sogar ein sportlich einwandfreies Tor. Aber um Sportlichkeit geht es ja bei den Bayern nicht, sondern um die Meisterschale.
Dieser erfolgreiche Powerangriff in der 32. Minute hat die Bayern so erschöpft, das sie bis zur Halbzeitpause im Ruhestand verschwinden. Die Bremer spielen währendessen im wesentlichen gegen den Schiedsrichter.
Dann Halbzeit. In der kleinen Kneipe herrscht Entsetzen. Das hatte niemand erwartet. Wie wird der Zwanziger das dem Kaiser erklären? Wird der deutsche Fußball jemals wieder so sein wie vorher? Es gibt allerdings auch besonnene Kräfte die abwiegeln. Das kommt schon alles wieder ins Lot. Gespannt wird auf die zweite Halbzeit gewartet.
Und richtig. Tim Borowski tut einmal so als ob er spielen würde, aber sicher plaziert er den Ball da, wo kein Bremer ist. Schließlich ist er ab dem Sommer ein Bayer und weiß was sich gehört. Dann wird der Schiedsrichter noch einmal unfair. Er bezeichnet ein Abseits als Abseits obwohl es die Bayern betrifft. Der Mann dürfte in der Bundesliga erledigt sein.
Wenigstens lässt er van Bommel im Spiel und ahndet wie auch sonst üblich die bayrischen Fouls nicht. Das ist gut so. Es sähe doch etwas lächerlich aus, wenn zum Schluß nur noch drei Bayern ohne Torwart auf dem Platz stünden. Aber es hilft alles nichts. Nach dieser katastrophalen Schiedsrichterleistung bleibt es beim Unentschieden und die Bayern können nicht die erwarteten drei Punkte ihrem Konto gutschreiben. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Wahrscheinlich ist der Kaiser schon auf dem Weg zum DFB und morgen wird das Ergebnis am grünen Tisch neu bewertet.
So kann man doch mit den Bayern nicht umgehen.
Stanislav und die Ökostalinisten
Stanislav hat es nicht leicht. Er sollte erst am Freitag geboren werden, weil seine Mutter am Dienstag zur Hochzeit ihrer Schwester wollte. Stanislav kam am Montag und versaute seiner Mutter die Woche. Diese Fähigkeiten anderen den Tag zu versauen entwickelte er dann sehr erfolgreich zur Kunstform. Soweit ich weiß ist das übrigens die einzige Kunst, die er wirklich beherrscht. Dann gehört Stanislav auch noch zu den zu kurz gekommenen. Er ist klein, nicht winzig, sondern einfach nur nicht groß. Kein Makel, würde ihm jeder Lange jederzeit gerne bestätigen. Leichte Schläge auf den Hinterkopf sollen zwar das Denkvermögen erhöhen, aber ständig gegen Deckenbalken zu rennen kann nicht gesund sein. Man merkt das an mir.
Aber Stanislav nimmt übel. Er nimmt eigentlich alles Übel, den Sonnenschein wie den Regen, geregeltes und ungeregeltes. Einfach alle. Klar das wir schon früh ein Pärchen wurden. Stanislav ist Apotheker und hatte damals schon die Angewohnheit, die Altmedikamente die er zurücknehmen musste, auf die Mülltonnen der umliegenden Häuser zu verteilen. Irgendwann hatte ich die Nase davon voll und hab ihm in betont freundlicher Form, von dieser Vorgehensweise abgeraten. In Wirklichkeit habe ich ihm natürlich was aufs Maul angedroht, wenn er nicht sofort mit der Scheiße aufhört. Er nahm übel, aber er hörte auf. Ich weiß ich bin gemein. Es ist nicht nett jemandem Schläge anzudrohen der einem bestenfalls den Bauchnabel beatmen kann.
Seit jener Zeit nimmt er mich also übel. Das ist mir Ansporn. Selbst wenn ich nicht gegenteiliger Meinung zu ihm sein sollte, würde ich erst einmal widersprechen. War ich schon mal mit ihm einer Meinung. Ich kann mich nicht erinnern. In letzter Zeit regt er sich ständig über die Ökostalinisten auf, die ihm sein Leben versauern. Er möchte seine Heizung solange betreiben, wie es ihm gefällt, egal was da oben rauskommt. Er will seine Altmedikamente einfach verbrennen, wenn er sie schon nicht strategisch auf den Hausmüll verteilen kann. Und da lassen ihn diese Ökostalinisten nicht.
Selbst draussen in Brandenburg durfte er nicht, wie er gewollt hätte. Er meinte er hätte ja nur ein wenig Laub verbrannt. Das da der eine oder andere Autoreifen, einige Farbreste und rund fünf Kilo Altmedikamente in ihren Blisterpackungen dabei waren, war sicher nur Zufall. Genau wie die große schwarze Rauchwolke nur Zufall war. Feuerwehr und Ordnungsamt haben aber geschaltet und die Erde bis auf die Lehmschicht in drei Meter Tiefe ausheben lassen. Die Erde war auf jeden Fall gesund. Die muss gesund gewesen sein, bei sovielen gesunden Medikamenten die dort wohl schon verbrannt wurden.
Stanislav hat für einen Apotheker wenig Ahnung von Chemie, sonst würder er diesen Dreck nicht auch noch selbst verbrennen. Aber auch seine apothekernde Frau mit Fachausbildung hat wohl dümmlich grinsend daneben gestanden. Das war im vorigen Herbst, im Winter wurde Stanislav verurteilt die Kosten zu tragen und Strafe zu bezahlen. Nun nimmt er übel. Mir nimmt er vor allem übel, das ich die Story kannte und in der Kneipe erzählt habe.
Nun entsorgt er auf eine neue Art. Die Packungen landen im Hausmüll. Wieder überall verteilt, weil Müll ja Geld kostet und nicht seins kosten soll. Die Pillen sammelt er angeblich in gebrauchten Plastetüten und verteilt sie von Zeit zu Zeit auf die öffentlichen Mülltonnen in der Stadt. Hier ein Tütchen und da ein Tütchen. Er ist ein echtes Herzchen. Sollte ich ihn erwischen, kriegt er einen kräftigen Tritt.
Gestern kam er nun stolz wie Oscar in die Kneipe. Den Grund kannte ich schon. Er hat ein neues Auto. Einen Audi Q7, so eine Riesenschüssel. Dabei sind er und seine Frau alleine. Ich kenne auch niemanden der mit ihnen fahren würde. Das einzige Gelände das die kennen ist die Landstraße in Brandenburg. Selbst der Weg auf ihrem Grundstück dort, ist mit Beton ausgegossen. Ich mag das Auto und für meine Großfamilie mit Hund wäre die Möhre ganz in Ordnung, man könnte auch zwei Pferde damit zum Tunier fahren. Aber was will Stanislav damit.
Grinsend knallte er seinen Autoschlüssel neben mich und meinte dann so von unten nach oben herablassend: "Ich hab nen Q7." Ich grinste ihn freundlich und fragte: "Was sagt der Arzt? Ist das auch in deinem Alter noch heilbar?" Ich glaube wir sind ein Alter, mag sein er ist ein paar Tage älter. Er wurde noch herablassender, was witzig ist, denn nebeneinander sehen wir aus wie eine fette Dogge und ein halb verhungerter Rehpinscher. "Das ist mein neues Auto. Ein Audio Q7. 4,2 Liter Quattro, 350 PS. Eine Wucht!"
Er begann mir Spaß zu machen: "Wieso kaufste dir denn einen Quattro, bei euch beiden hätten doch zwei Sitze auch gereicht. Vielleicht hättest du sogar mal einen Parkplatz gefunden, in den selbst du einparken kannst."
"Du hast aber auch gar keine Ahnung von Autos. Quattro heißt das alle vier Reifen angetrieben sind. Damit kann ich unser Rennpferd auch alleine transportieren."
"Hmm. Meinst du wirklich, das sich das Pferd im Kofferraum oder auf der Rückbank wohlfühlt. Ich hab meine immer in Anhängern gefahren."
"Du willst mich wohl verarschen. Natürlich im Anhänger. Aber wenn wir demnächst an den großen Rennen teilnehmen, dann entfallen die Transportkosten."
"Ja klar ist ja auch billiger dein viertel Pferd bei dir auf den Hänger zu laden, und extra zu fahren, während die anderen mit dem Transporter gebracht werden. Sag mal welches Teil von dem Gaul, gehört denn noch mal dir? War das nicht der Arsch..."
"Du kannst auch nur lästern. Sieh ihn dir lieber mal an. Das ist was anderes als dein Gebrauchtschrott. Das ist richtig edel."
Das richtig edle Teil sah zweifelsohne nicht schlecht aus. Dummerweise war es nur quer über den gesamten Gehsteig geparkt. Kinder, Kinderwagen, alte Leute, alle mussten auf den Radfahrweg oder die Straße ausweichen, damit Stanislav sein edles Teil parken konnte. Ich sah die Straße auf und ab, während jemand Stanislav fragte ob das Ding keine Einparkhilfe habe. "Ja. natürlich hat es. Aber ich habe diese ganzen Hilfen erst mal abschalten lassen bis ich die Bedienungsanleitung gelesen habe. Hoff was suchst du eigentlich dauernd auf der Straße?"
"Och nichts. Ich frage mich nur wo du den Tankwagen geparkt hast, den du für das Möbel da brauchst. Was nimmt der? Über 30 Liter pro 50 Kilometer oder mehr?"
"Du Spinner keine sieben Liter. Was suchst du jetzt da hinten."
"Nichts, gar nichts. Ich überlege nur wie du ein Pferd ohne Anhängerkupplung mit einem Anhänger transportieren willst."
Er hastete zu mir. Am Arsch des Autos war nichts. Unser syrischer Autohändler schüttelte sich vor Lachen: "Da ist nix. Nicht mal eine Vorbereitung. Wahrscheinlich will er den Hänger anbinden oder mit Superkleber befestigen." Lachend ging die Truppe zurück ins Warme. Hier überschlug sich Stanislav fast. Er könne jederzeit alles nachrüsten lassen und selbst wenn er Benzin ohne Ende verbrauche, das sie doch egal. Wir hätten doch alle einen Ökospleen. Er glaube übrigens auch gar nicht, das die Menschen etwar mit er Erwärmung der Erde zu tun hätten. Das sei alles nur Erfindung und kluge Wissenschaftler hätten längst bewiesen, das alles rein natürlich sei.
"Klar!" grinste ich ihn an: "Alles reine Natur. Auch wenn wir Kohle, Öl und Gas die sich in Jahrmillionen gesammelt haben, in knapp 150 Jahren verbrauchen, dann ist das völlig natürlich. Ungefähr so natürlich wie deine Medikamente. Unsere Eltern haben noch aus Unwissenheit Scheiße gebaut. Wir wissen Bescheid. Wenn wir heute solch einen Blödsinn erzählen wie du, dann ist das entweder Dummheit, wie bei dir, oder die Leute sind einfach gekauft, wie deine Experten und ihre Propagandisten.".
Irgendwer gab Szenenapplaus und ein anderer meinte, das er doch sein Viertel von dem Gaul vor seinen neuen Wagen spannen solle, dann sei selbst die Karre umweltgerecht. Stanislav stand beleidigt auf, zahlte und ging zur Tür. Dort drehte er sich um, sah zu uns auf und quetschte sein letztes Wort an uns zwischen seinen Zähnen hindurch: "Ihr seid alles Ökostalinisten!. Dann verschwand er. Draussen kurvte er noch ein Weilchen mit seinem Auto auf dem Gehweg rum, um Riesenschiff wieder auf die Straße zu kriegen. Jeder vernünftige Mensch, hätte auf so ein Fahrzeug zumindest in der Stadt verzichtet. Auch auf dem Land gibt es sparsameres und sinnvolleres.
Wenigstens wissen wir jetzt das wir alle Stalinisten sind. Selbst der CDU-Mann, dem das nach den Wahlergebnissen nun doch wieder ein Lächeln entlocken konnte. Stanislav wird nur ein paar Tage brauchen bis er wieder kommt und uns neuen Spaß bereitet. Er ist unverwüstlich in seiner Gier nach Niederlagen.
Chancengleichheit
Hallo Kollege Huber, was verschafft mir die Ehre ihres Anrufes.
Ja ich verstehe. Immer dieser Paul. Wir haben da ja auch schon diese Vorbelastungen. Nein, lassen sie nur Herr Kollege man muss es ja mal sagen. Wir können da einfach keine Ausnahme machen. Für niemanden. Ich bin da für ein hartes Durchgreifen. Schließlich müssen wir den anderen Schülern und deren Eltern gegenüber unserer Verantwortung gerecht werden.
Nein, Herr Kollege wir sollten den Fall ganz nüchtern angehen. Alle Grenzen sind schon lange überschritten. Ein Schulverweis ist die einzig konsequente Antwort unsererseits. Der Paul hat sich einfach zuviel geleistet. Ich bin da völlig ihrer Meinung.
Nein, nein wir müssen alle Kinder gleich behandeln. Unabhängig von der Herkunft und dem gesellschaftlichen Rang der Eltern. Ich nenne das konsequente Fairness. Nein Herr Kollege, davon lasse ich mich nicht mehr abbringen. Jetzt werden die Konsequenzen sofort gezogen.
Was? Ob ich Dr. Huber, die schlechte Nachricht ...
Ach soooo. Diesen Paul meinen sie. Herr Kollege schießen sie da nicht etwas über das Ziel hinaus. Ich meine der Paul Schrader ist doch der viel schlimmere Fall. Und dann dieses Elternhaus. Hartz IV. Die kommen doch eh nie wieder hoch. Liegen uns ständig auf der Tasche. Was soll der Junge da mit Abitur.
Ja richtig, der Paul Huber hat anderen Kindern Dinge unter Einsatz seiner körperlichen Mittel weggenommen. Aber muss man das Diebstahl nennen und gleich von Gewalt reden. Er ist halt ein ungestümer Jüngling und Dr. Huber ist im Stadtrat. Wir müssen ja doch irgendwie die Kirche im Dorf lassen.
Nein natürlich nicht. Die Regeln gelten für alle. Aber was sie da als versuchte Vergewaltigung bezeichnen, dann ist doch schlimmstensfalls pubertäre Neugier. Ja. Auch ich weiß das es kein Einzelfall ist. Aber das Subsumieren von Einzelfällen schafft doch auch keine neuen Tatbestände. Das wächst sich aus. Denken sie doch mal an den Vater. Der war früher auch ein Draufgänger und sein Vater auch. Landsknecht werde hart. Noch die gute alte deutsche Schule.
Das er die Referendarin Frau Meyer umgestoßen und geschlagen hat. Natürlich kenne ich den Vorgang. Er wird auch nicht bemerkenswerter dadurch, das sie ihn Vorfall nennen. Die Dame, die sich darum bemüht vielleicht einmal Kollegin zu werden, was ich im übrigen nicht begrüßen würde, hat einfach überreagiert und ihm doch praktisch keinen Ausweg gelassen. Sie hatte schließlich Nachsitzen angeordnet, obwohl Paul mit seinem Vater in den Tennisclub wollte. Da muss man doch mehr Augenmaß beweisen.
Natürlich behandeln wir alle Kinder gleich. Das heißt aber doch nicht, das wir sie alle über einen Kamm scheren müssen. Wir sind doch auch der Individualität gegenüber verantwortlich. Dem persönlichen Entwicklungstand auf der vorhersagbaren Entwicklungslinie. Da hat Paul Huber doch alle positiven Merkmale vorzuweisen.
Nein. Nein Herr Kollege. Schlagen sie sich das aus dem Kopf. Hier gibt es keinen Anlass für irgendwelche Maßnahmen. Was heißt überhaupt er hat ein Messer in der Hand gehalten. Vielleicht wollte er einen Apfel schälen. Ich bin nicht bereit an meiner Schule etwas derartig aufzubauschen. Ich werde jetzt umgehend mit Herrn Dr. Huber reden und sie sind gut beraten, wenn sie die Aufregung etwas zurückfahren und auf das angeblich verletzte Kind und dessen Eltern einwirken. Sorgen sie mir dafür das wieder Ruhe einkehrt. Erwähnen sie die Noten. Dafür sind sie ja schließlich Lehrer geworden.
Ach ja und wenn dieser Paul Schrader auffällig wird, dann dürfen sie ihr Exempel statuieren. Auch für ein Exempel muss man die richtige Person auswählen. Aber sie sind ja noch jung Herr Kollege, sie lernen das schon noch und schicken sie den jungen Huber nach Hause. Der hat Aufregung genug gehabt.
Und dann fahren wir nach Venedig
"Karl ist tot!". Irgendwie klang das wie ein Vorwurf. Natürlich weiß ich, das Karl tot ist. Schließlich habe ich ihn selber mit beerdigt. Das heißt wir haben ihn nicht beerdigt. Er wollte nie in diese feuchten Erdlöcher, in denen einen die Würmer fressen. Er wollte verbrannt werden und "dann in so ein Loch in einer Wand, mit ner Platte davor, damit die Viecher nicht rankommen und keiner Unkraut zupfen muss.". Er wollte in ein Kolumbarium. Nur gut das er nicht wusste, das der Name vom römischen columba, dem Taubenschlag stammt.
Tauben hat er eigentlich nie besonders gemocht. Für ihn waren sie immer die Ratten der Lüfte. Trotzdem wollte er sein Leben lang mit seiner Margarete nach Venedig. Da schreckten ihn auch die Tauben nicht. Die beiden haben nie eine Hochzeitsreise gemacht. Auch nie eine Urlaubsreise. Zu Hochzeiten und Beerdigungen mal zu Verwandten, aber auch das waren nicht viele. Karl und seine Margarete gehörten zu den ganz Lieben. Immer fröhlich, immer zufrieden. Sie hatten nur einen Traum. Venedig.
Fünf Kinder haben sie groß gezogen. Sie haben sie nicht nur großgezogen, sondern auch zu graden, anständigen Menschen gemacht. Mit viel Bildung. Sie haben sich die Bildung ihrer Kinder vom Munde abgespart und ihre Kinder hatten und haben immer noch einen Blick für die Erziehungsleistung und die Hingabe ihrer Eltern. Karl war Arbeiter. So richtig in einer Fabrik. Sein ganzes Leben lang. Margarete hat geputzt, an der Kasse gesessen, Kinder beaufsichtigt und manchmal Haare geschnitten. In ihrer Küche. "Nur für Männer. Die sind nicht so anspruchsvoll.".
Die Ziele waren immer klar. Die Kinder durchs Studium bringen. Ein anständiges und sauberes Zuhause bieten und wenn dann noch was übrig bleibt: "Und dann fahren wir nach Venedig!". Das war kein reales Venedig. Das war nur der Wunschtraum eines Wunschtraumes. Das hätten sich die beiden nie zu träumen gewagt. Ich war so etwas wie ein guter Bekannter. Freund wäre zuviel gesagt gewesen. Aber es war mehr als guten Tag und guten Weg. Wir haben uns geholfen. Mit Rat und Tat. Ich war für sie eine andere Welt. Eine Welt, die sie ihren Kindern erschlossen haben.
Irgendwann klingelte Margarete bei mir. Ob ich nicht in den nächsten Tagen abends mal auf eine Stunde und ein Bier Zeit hätte. Schon daran das sie klingelte, anstatt mich irgendwann zufällig im Hausflur zu treffen, sagte mir das etwas wichtiges passiert sein musste. Natürlich hatte ich sofort Zeit. Karl las mit zitternden Händen ein ziemlich offiziell aussehendes Papier. Er hatte schon die zweite Flasche Bier am Wickel ohne die erste raus gebracht zu haben. Meist trank er nur eine Flasche Bier am Abend und das längst nicht an jedem Wochentag.
Ich setzte mch, bekam eine Flasche, ein Glas, mir wurde eingeschenkt. Mit Schaum. Das Glas war vorher nochmal kalt durchgespült, damit ja kein Spülmittel die Krone zum einstürzen bringt. Dann bekam ich den Brief. Es war gar nichts schreckliches. Es war etwas Gutes. Ein entfernter Verwandter war gestorben und Margarete und Kurt hatten, knapp 50.000 DM also etwa 25.000 Euro geerbt.
Es war nicht etwa die Trauer um den Verwandten den sie so gut wie gar nicht gekannt hatten. Karl war bei der Beerdigung gewesen. Das war schon ein paar Wochen her. Es war dieses Geld, das ihr wohlgeordnetes Leben durcheinander brachte. Margarete brachte es auf den Punkt: "Jochen, was sollen wir denn jetzt damit machen. Wir haben doch genug. Ich kann jetzt in dem Kaufhaus auch noch putzen. Da kommen wir sehr gut über die Runden. Und jetzt das viele Geld. Wir haben doch nie gelernt mit so viel Geld umzugehen.". Geld kann wirklich unglücklich machen.
Ich weiß genau was ich mit dem Geld gemacht hätte, an ihrer Stelle. Ich wäre morgen nach Venedig gefahren, wenn sie dort hinwolllten. Aber das kam gar nicht in Frage. Zum Schluß gab es einen neuen Küchentisch und einen neuen Fernseher, weil der nach einer Stunde Einschaltzeit das Bild immer durchlaufen ließ. Die Kiste war steinalt, aber den beiden immer gut genug gewesen. Nun gab es also Farbe. Ziemlich genau zehn Jahre nach der Einführung des Farbfernsehens.
Der Rest des Geldes wurde angelegt. Mündelsicher und trotzdem sehr gut verzinst. Zunächst aus steuerlichen Gründen festgelegt, dann blieb es dabei. Immer wenn die Rede auf das Geld oder die Zukunft kam, wurde der alte Spruch aktiviert. "Und dann fahren wir nach Venedig. Ende 2006 hätte das Geld aus steuerlichen Gründen vollständig umgeschichtet werden müssen. Ihre Kinder brauchten nichts, hatten selbst mehr als genug und es wurde höchste Zeit, Venedig zu realisieren, wenn sie es noch erleben wollten.
Nach vielem hin und her wurde für den Sommer eine Reise nach Venedig gebucht, der Rest des Geldes an die Enkel übertragen, weil Karl und Margerete immer noch genug hatten oder ehrlicherweise einfach viel zu bescheiden waren. Natürlich musste mit dem Zug nach Venedig gefahren werden. "So ein Flugzeug ist ja wie ein Grab", sagte Margarete.: "Dann können wir ja gleich mit dem U-Boot fahren und Karl geht in kein U-Boot!". Alles kein Problem im Juni ging es los. 14 Tage Venedig und die Reise in der ersten Klasse. Ein wohlerzogenes Enkelkind machte die Bärenführerin.
In der Kneipe frotzelten wir über den vierten Frühling. Venedig sehen und sterben. "Und dann fahren wir nach Venedig" war längst ein geflügeltes Wort. Ich bekam auch eine Ansichtskarte. Markusplatz mit Tauben, Karl und Margarete und die Enkelin mitten drin. Karl war ganz begeister davon, das man in Venedig vom eigenen Bild eine Postkarte machen konnte. Fast alle bekamen eine. Natürlich mit dem gleichen Motiv. Margarete hat bestimmt einen Rabatt ausgehandelt.
Die Enkelin hatte zwar mal zu Hause angerufen und war von Venedig begeistert, aber wir waren gespannt was die beiden sagen würden. Ich hatte bei meinem einzigen Besuch das ganze nicht so toll gefunden. Aber ich hatte als Ausgleich die Insel Amurianum, wie Murano ursprünglich hieß und dort die Glasbläser bei denen ich Jahre hätte verbringen können. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, was die beiden sagen würden.
Als wieder da waren, hatte ich, nachdem sie sich etwas erholt hatten, eine Kiste kaltes Bier mitgebracht und harrte nun der Geschichte. Die Fahrt war toll gewesen. Die Bahn, die Berge, die Landschaft, das Schiff, die Gondel und überhaupt. Dann kam der erste Seufzer. Nein sie waren nicht enttäuscht von Venedig. Der nächste Seufzer folgte. Nach und nach zog ich den beiden die Geschichte aus der Nase.
Klar waren sie in Venedig. Ja Venedig war toll. Zumindest das Venedig das sie gesehen hatten. Aber das Venedig war nicht ihr Venedig gewesen. Nicht das Venedig ihrer Träume. Die Paläste in ihrem Venedig waren prächtiger, die Lagune blauer und selbst mein Glas bunter. Venedig war wirklich ganz nett, aber kein Vergleich zu dem Traum von Venedig, den sie in ihrem Kopf gehabt hatten.
Margarete starb im Herbst. Sie war voller Krebs. Das war nicht die Entäuschung wegen Venedig. Karl folgte ihr kurz vor Weihnachten. Auch er starb nicht wegen Venedig. Kurz bevor er starb habe ich ihn noch besucht. Als ich schon in der Tür stand, winkte er mich noch einmal zu sich: "Unser Traumvenedig war doch viel schöner. Am schönsten aber war, das wir uns ein Leben lang einen Traum geteilt haben.".
Karl ist tot. Aber ein Stück von ihm und seiner Margarete lebte noch in mir.
Berliner Winter vollständig ausgenutzt
In Berlin war rund drei Stunden Winter und wir waren dabei. Es ist ja schwierig den Berliner Winter zu erwischen. Meist findet er nachts statt, wenn alle schlafen. Als Wahloberösterreicher habe ich allerdings ein besonderes Gespür für Winter. Ich kann ihn selbst auf 700 km Entfernung erspüren und natürlich auch, wenn er mal für ein paar Minuten in Berlin vorbeikommt. Selbst in der Nacht.
Ja, ja. Auch ich kann mich noch an Zeiten erinnern als wir am Teufelsberg so richtig Wintersport hatten und Berlin schon fast von einer Winterolympiade träumte. Wir hätten zumindest Eiskunstlauf auf dem Tegeler See machen können. Aber irgendwie ist uns der Winter in den letzten Jahren abhanden gekommen. Deshalb machen wir keine Winterolympiade. Die Münchner sind da anders. Die wollen eine machen. Ist ja auch zu verstehen. Schließlich kostet es nicht ihr Geld.
Gestern Nachmittag war auf jeden Fall Winter. Der Schnee blieb liegen und die Zeit die man braucht um drei Kinder anzuziehen war nicht zu lang. Ist uns im letzten Jahr in der Nacht passiert. Da war der Winter schon wieder vorbei, bevor die Kinder angezogen waren. Aber nicht so gestern. Im Gegenteil es schneite immer mehr. Dicke Flocken. So wie man sich als Kind Schnee vorgestellt hat. Der Park war im Handumdrehen völlig weiß.
Die Leute von der Persönlichen Inkontinenz (PI) sollen jetzt mal weghören. Frecherweise hatte auch ein Migrantenvater mit seinen Kindern die Gelegenheit ergriffen, den Winter zu genießen. Syrer oder Iraki, aber da bin ich mir nicht so ganz sicher. Was machen Väter mit Kindern zusammen im Schnee. Einen Schneemann bauen! Einen multikulturellen Schneemann in diesem Fall.
Es lag übrigens nicht nur an der Schneemenge, das ein, die kulturellen und religiösen Grenzen überschreitender Schneemann gebaut wurde. Es macht in der Gruppe einfach mehr Spaß. Der Schneemann als gemeinsame Leitkultur. Pofalla würde wahrscheinlich im Sechseck springen. Sind damit doch all seine politischen Pläne ad absurdum geführt. Bosbach wird vermutlich einen Antrag ins Parlament einbringen, der multikulturelle Schneemänner verbietet. Ich würde ja lieber unsere Dreckspolitiker verbieten bzw. einsperren lassen.
Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Wir haben den Berliner Winter 2007/2008 alle drei Stunden lang ausgenutzt. Nass, müde und völlig eingeschneit kehrten wir nach Hause zurück. Das einzige was gefehlt hat, war der Glühweinmann. Aber der war an Neujahr eben noch nicht einsatzbereit. Das ist nicht die Dienstleistungswüste, sondern die Nachwirkung von Silvester. Aber irgendwo habe ich noch einen Campinggaskocher. Vielleicht sollte ich Glühwein in Kartons und eine Gaskartusche sowie ein Fläschen Rum bereitlegen. Für den nächsten Winterausbruch.
Die große Schlacht ist geschlagen
Nein nicht die Schlacht am kalten Büffet. Die kommt erst Silvester und ist harmlos im Vergleich zu der allweihnachtlichen Schlacht an der toten Gans. Dabei ist es nicht nur die Schlacht selbst, sondern schon ihre Vorbereitungen, die alljährlich meine Haare noch weiter ergrauen lassen. Zum Glück vor allem an den Schläfen, ganz oben geht ja auch nicht, da beginnen sie auszugehen. Haarausfall ist bei vielen Männern eine typische Folge von Weihnachten. Die raufen sich die Haare aus, oder bekommen Sehnenscheidenentzündungen vom Ringen der Hände.
Selbst ich als schlachterprobtes Weihnachtsroß, zucke immer noch zusammen, wenn die beste aller Lebensgefährtinnen so mitten im August fragt, was es denn dieses Jahr zu Weihnachten geben soll. Die Frage ist natürlich rhetorisch gemeint, aber ich schlage tapfer Krustentiere, Steaks, gebackene Ameisen und sonstige Köstlichkeiten vor, aber das Urteil ist gefallen. Gans. Kein Mitleid liegt im Auge jener Dame. Die niedlichen kleinen, aber wachsamen Tiere, die bei unseren Freunden im Luch, so fröhlich über die Wiese toben, die müssen es sein.
Natürlich ist das längst keine Überraschung mehr. Die Gänse sind längst geordert. Wie immer. Meinetwegen könnten sie leben, bis sie am Gras ersticken. Ich mag Gans nicht. Weder ganz noch in Teilen. Der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen geht es genau so. Aber trotzdem muss es Gans sein. Wir haben schließlichlich Gäste und Verpflichtungen. Die erwarten von uns die Weihnachtsgans. Natürlich müssen es mehrere von den Viechern sein, wir haben viele Gäste.
Gänse sind übrigens eine Fehlkonstruktion der Natur. Die Mistviecher haben nur zwei Keulen und die Flügel verabscheut selbst der Dackel. Den Rücken will auch keiner. Theoretisch müsste so ein Vieh mindestens 8 Keulen und vier Brüste haben. Natürlich könnten wir weniger Gäste einladen. Aber tatsächlich laden wir nicht unsere Gäste ein, sondern die Gäste sich.
Am heiligen Abend taucht wie selbstverständlich die vergammelte Verwandtschaft auf. Einige fahren sogar weite Strecken, um bei uns Gänse mit Klößen und Rotkohl zu vernichten und mit der sonstigen Sippschaft zu streiten. Nur das mit dem Übernachten haben wir abgestellt. Der Dackel lässt keine Fremden über Nacht zu und außerdem haben wir soviel Kinder, das kein Platz bleibt. Aber die Gänse haben wir zu braten.
Wer jemals mit einer ganzen Gans und ihren Geschwistern vor dem heimischen Einbaubackofen stand, war sicherlich überrascht. Im Gegensatz zu Hühnchen, passen eben nicht mehrere Gänse in diesen Backofen. Das liegt nicht so sehr daran, das an den Gänsen so viel Fleisch ist, sondern daran, das die Viecher in der Mitte ein relativ großes Loch haben. Mag ja sein, das da früher der Magen und andere Innereien drin waren. Ist das meine Schuld. Wenn ich aus einem Fußball die Luft rauslasse wird er auch klein und handlich.
Apropo Fußball. Wenn man bei diesen Biogänsen nicht aufpasst, können sie leicht zäh wie Leder werden. Anders als ihre Verwandten aus der konventionellen Landwirtschaft, wurde ihr Gewicht nämlich nicht mit der doppelten Menge an Wasser verbessert. Das rächt sich. Während man die konventionellen problemlos braten kann, weil es Tage dauern würde, das Wasser wieder heraus zu kriegen, müssen die biologischen betreut, also begossen werden. Wer den Job als Chefgänsebegießer bekommt, dürfte auch klar sein.
Trotzdem passen die Gänse nicht auf einmal in den Backofen. Selbst der alte, der im Keller nur zum Zwecke der Gänsebratenherstellung noch ein verschlafenes Dasein fristet, hilft nur bedingt. Er erhöht die Zahl der gleichzeitig fertigstellbaren Gänse auf zwei. Zwei von fünf ist trotzdem ein Problem.
Unsere Verwandtschaft ist nicht nur verfressen sondern auch zahlreich. Also beginnt die Gänsebraterei bereits zwei Tage vor dem großen Fressen. Nur werden die Gänse nicht fertiggestellt, sondern quasi nur nahe an ihr endgültiges Ziel gebracht. Ein Jahr haben wir versucht, die Viecher bereits zerlegt aus der Küche zu bringen. Die Kritik war vernichtend.
Heute sind wir gewitzter und spielen den ganzen heiligen Abend über Gänsejonglieren. Mal ist die eine im Ofen, dann wieder die andere. Dazwischen Zeiten in einem Wärmeschrank den Klaus gebaut hat. Ich warte jedes Jahr darauf, das dieser Schrank in Flammen aufgeht. Unnötig zu sagen, das auch der Baum geschmückt werden muss. Aber da rase ich zwischen Keller und Küche hin und her und begieße die Gänse.
Außerdem habe ich einen Tannenbaumallergie. Meine Mutter meckerte schon immer wegen dieser Scheiß-Jahresend-Krüppelfichte. Dabei konnte sie sich bereits im Sommer in einem ganzen Wald von Weihnachtsbäumen ihren aussuchen. Aber der, der kam, war immer der Falsche. So entwickelte ich früh eine Tannenbaumallergie. Es ist mir egal ob das Ding schief ist, oder Äste fehlen. Manchmal sind sogar welche zu viel.
Die Kerzen sind entweder zu kurz an den Drähten oder sich gegenseitig im Wege und es ist mir auch egal ob die Kugeln, rot, blau oder gelb sind. Wenn man mich fragen würde, wären sie silbern und es gäbe nur Engelshaar, Lametta und Holzfiguren aus dem Erzgebirge am Baum. Aber mich fragt keiner und mir ist es recht. Irgendwie kriegen die unter tätiger Mithilfe der Kinder den Baum immer aufgerichtet und geschmückt. Ich komme dann loben.
Natürlich helfen die Kinder mit. Wir unterstützen den Weihnachtsmann. Eltern die so doof sind den ganzen Nachmittag im streng verschlossenen Wohnzimmer zu verbringen und ihren Kindern dann verkaufen wollen, den Baum habe der Weihnachtsmann oder wer auch immer geschmückt, gehören verhauen. Kinder sind nicht doof.
Bei uns schmücken die Kinder den Weihnachtsbaum, weil sie zählen können. Sie wissen wie lange das dauert, und das der arme Weihnachtsmann schon am 1. Januar losfahren müsste um alle Weihnachtsbäume dieser Welt zu schmücken. Bescherung ist bei uns auch nicht am Weihnachtsabend sondern am ersten Weihnachtstag. Wenn wir schon Gänse dressieren will ich auch in Ruhe essen. Nichts ist schlimmer als Kinder die auf Geschenke warten müssen. Da ist Ärger vorprogrammiert.
Im Oktober geht es bei uns um die Tischordnung. Wer ist gerade mit wem tödlich verfeindet, Tante Martha darf keinesfalls neben Tante Hilde sitzen weil die seit Omas Tod immer noch über die Ohrringe streiten. Ich finde es gut, so hat jede einen. Mich stört die beschlossene Tischordnung nicht, weil sie sich noch ungerfähr dreißig mal ändert. Aber wehe ich zeige kein Interesse. Schließlich ist es zum Teil ja auch meine Familie. Ich darf auch nicht sagen, wohin ich meine Familie schießen würde.
Ganz zum Schluß stelle ich zu meinem privaten Vergnügen immer noch mal die Tischordnung um. Die größten Säufer und Säuferinnen zusammen. Je schneller die anfangen zu singen, desto eher werden sie von ihren ehelichen oder außerehelichen Vorgesetzten ins Bett gebracht. Auch ruhig ein paar streitende Weiber nebeneinander. Das lenkt von den angebrannten Keulen bei der einen Gans ab und auch die Klöße sind nicht ganz so wie ich sie gerne hätte.
Die beste aller Lebensgefährtinnen hat noch nie mitbekommen, das ich die Gästeliste umwürfle. Sie glaubt immer die Gäste machen das. Ich kaufe auch immer rechtzeitig Sprit ein. Süß und hochprozentig für die Frauen, für die Kerle reicht hochprozentig. An solchen Tagen haben wir zum Glück artige Kinder. Die sind eben schlau. Sie wissen genau, wenn sie sich da zurück halten, können sie es die nächsten Tage um so ärger treiben.
Aber als Weihnachtsfeierzwangsveranstalter ist man ja schon freudig erregt, wenn überhaupt irgendwas klappt. Wenn Tante Cäcila und Onkel Arthur endlich eingetroffen sind, kann das Essen losgehen. Die beiden kommen immer etwas später, um zu zeigen, das sie es nicht nötig haben woanders als zu Hause zu essen. Dafür nehmen sie dann auch immer die dicksten Pakete mit Restessen, mit nach Hause. Aber eigentlich fehlt ihnen immer etwas Trüffel an der Gans.
Sobald alle am Essen sind kann man zwischendurch auch mal die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen küssen. Das kam die letzten Tage doch etwas kurz. Dann schnell ein Glas Selter und nachschenken bei den Gästen. Jede neue Gans wird mit einem Ausruf der Freude begrüßt und dann gnadenlos gefressen. Im Ofen sind schon die für morgen, wenn die Freunde kommen. Freunde kann man sich aussuchen. Verwandte nicht.
Wenn die Schlacht ihren Höhepunkt erreicht, die fettglänzenden verschwitzten Gesichter strahlen dann hat sich die Sache gelohnt. Man hat seine weihnachtlichen Pflichten, Folge eins, erfüllt. Die Teller wandern in die Küche, der Cheftellerwäscher tritt in Aktion. Reste in den Müll oder das magere für den Köter retten. Teller heiß abspülen und dann in den Geschirrspüler. Ohne Abspülen schafft er das Fett nicht. Hatten wir schon.
Wenn der Geschirrspüler rumpelt, die Gänseknochen und sonstigen Reste bereits draußen in der Mülltonne sind, dann komme ich auch langsam zur Ruhe. Ich genieße die ersten Betrunkenen. Das macht Spaß vor allem seit ich selber nicht mehr trinke. Ich hatte meine Anteil für dieses Leben schon. Genau wie beim Rauchen. Die Streihähne hängen auch programmgemäß aneinander. Ich frage zur Vorsicht noch mal nach der genauen Lage der Dinge bei den Ohrringen. ein Vetter der mit 40 noch bei seiner Mutter wohnt, macht eine komische Geste der Verzweifelung.
Dann lichten sich die Reihen. Einige lassen Geschenke für die Kinder da, andere nur ihren Müll. Mir ist es gleich, der Geschirrspüler ruft und die Kinder bekommen eh zu viel. Ich stehe zwar eigentlich über den Weihnachtsdingen, kaufe und schenke lieber dann, wenn ich etwas finde, das mich überzeugt, aber dann verfalle ich doch auch oft in den weihnachtlichen Kaufrausch. Was solls. Das Geld ist eh immer weg.
Die Kinder müssen ins Bett. Eine Geschichte wird vorgelesen. Heute ist es das letzte Kapitel aus der Weihnachtsgeschichte von Janosch. Oberförster Pribam hat zwar die Krippe nicht gebaut, aber der Weihnachtsbär hat alles richtig verstanden und alles wird gut. Ich mag es wenn alles gut ausgeht. Aber die Geschichte ist zu kurz, also muss Harry Potter noch ein Kapitel abliefern und dann gibt es noch eines aus Peterchens Mondfahrt. Alles schläft was Kind ist und der Vater muss wieder zum Geschirrspüler.
Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen hat sich den Gästen gewidmet und sie auch teilweise verabschiedet. Ich frage obligatorisch ob wir noch einen trinken wollen. Die meisten verstehen das Signal "Schleicht euch!". Der Rest geht einfach mit. Den Qualm rauslüften und die schlechte Laune. Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen braucht meine Hilfe um Pakete aus ihren Verstecken zu holen. Natürlich sind alle Verstecke oben und sie ist klein. Zwischendurch will mich der Geschirrspüler noch einmal sehen. Dann sind wir fertig. Fix und Fertig.
Aber es wird eine kurze Nacht. Um drei will der mittlere nachsehen ob der Weihnachtsmann schon da war. Ich rate ab, weil er den Weihnachstmann stören könnte. Um halb vier kommt der Kleine. Er redet zwar nicht mit uns, will aber das ich "Komm" und "An" mache, was bedeutet, das der junge Herr Licht wünscht und ich ihn doch lieber begleiten soll, falls der Weihnachtsmann beißt. Auch er landet bei uns im Bett. Es wird langsam eng. Dann kommt die Große, die mit ihren fünf eben doch nicht so groß ist, wie sie immer gerne tut.
Die bester aller Lebensabschnittsgefährtinnen schläft bereits auf der Bettkante. Ich stehe auf um Kaffee zu machen. Die Kinder müssen im Bett bleiben. Der Weihnachtsmann darf nicht gestört werden. Um sechs haben sie auch die Mama hellwach. Nun gibt es kein Halten mehr. Der Weihnachtsmann war tatsächlich da. Eine Werkbank für den kleinsten, eine Ritterburg für den Mittleren und einen CD-Player für die Große. Peter und Wolf dazu. Viele Kleinigkeiten. Ein Zelt von der Nennoma, die besser als jede Oma ist.
Jubel Trubel Heiterkeit. Ich ziehe mich ein wenig zurück und schimpfe in meinem Blog darüber, das die Welt auch am ersten Weihnachtstag noch so ist, wie sie ist. Revolution ist ein mühsames Geschäft. Aber dann geht es wieder in die Weihnachtsschlacht. Diesmal kleiner mit ausgewählten Freunden. Arbeit macht es trotzdem. Ist aber netter. Wieder die Gänse, der Rotkohl und die Knödel, die heute viel besser sind.
Der Geschirrspüler rumpelt, es gibt kleine Gesprächsgrüppchen. Natürlich ist die Politik ein Thema, wann wäre sie das nicht. Streit gibt es nur um Details. Selbst die Kinder zanken leise. Es ist Weihnachten. Der Abend ist früh zu Ende. Heute liest Mama vor. Es gibt nur Harry Potter. Sie mag den Herrn Sumsemann und Peterchens Mondfahrt nicht.
Es ist vorbei. Die Schlacht um Weihnachten ist wieder einmal geschlagen. Ich frage die beste aller Lebensgefährtinnen ob wir nicht nächstes Jahr in Felix Austria sein sollten. Sie lächelt und sagt vielleicht. Aber irgendwo dahinten, tief in ihr drin, sehe ich schon eine Gästeliste für Österreich, Zimmerreservierungen und Gänse die meinen Berg emporklettern, um gebraten zu werden.
Vielleicht machen wir doch lieber die Weltrevolution und sagen Weihnachten einfach ab.
Der irre Pit
Gestern Abend tauchte der irre Pit mal wieder bei uns in der Kneipe auf. Eigentlich heißt er ja nicht Pit, aber da er seit Jahrzehnten als einzige Droge, auf jene prickelnden Brausebonbons steht, die mal als Prickel-Pit bekannt waren, ist der Name Pit an ihm haften geblieben. Mir fällt sein richtiger Name zwar noch ein, aber der tut nichts zur Sache.
Pit ist Saisongast. Er taucht nur zu den Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und nur natürlich Pfingsten auf, dazu meist noch ein paar mal im Sommer in der Ferienzeit. Er ist Insasse einer psychatrischen Klinik, die früher mal Nervenheilanstalt, Klapse oder Irrenhaus hieß. Scheinbar werfen die da in den Ferien und zu den Feiertagen alles raus, was nicht an der nächsten Straßenecke ein Messer zückt und Passanten zerlegt. Pit würde nie Passanten zerlegen. Pit ist und war immer schon anders. Er ist tödlich, aber eher nervtötend.
Diesmal trat er in einem hellen Kamelhaarmantel auf, der Schnallen mit dunkelbraunen Lederknöpfen auf den Schultern und sonst auch ziemlich knopfbesetzt war. Auf den Schulterklappen waren jeweils zwei USB-Videocameras befestigt von denen eine nach vorne und einenach hinten sah. Die Drähte aus den Kameras liefen auf dem Rücken in einem alten C-Netz Funktelefon der Firma Siemens zusammen, das in einer Ledertasche steckte, die mit dem Mantelrücken vernäht war.
Die Anschlüsse sahen professionell aus, wenn auch die Anzeige des Funktelefons verriet, das es schon lange keinen Strom mehr hatte. Aber es gab ja auch schon lange kein C-Netz mehr. Während der Mantel in die 60er Jahre gehörte, passte das Handy ans Ende der 80er Jahre.
Wir brauchten Pit nicht zu befragen, was das ganze sollte. Das war ja schließlich sein Auftritt. Er erklärte uns, das er jetzt für das Innenministerium arbeite und gerade die aktuelle Version der neuen Bürgertotalüberwachung teste. Das sei viel besser als all die Abhörmaßnahmen, die ja doch nicht funktionierten. So könne Wolfgang Schäuble oder seine Beauftragten direkt mit dabei sein. Die Kameras hätten ja alle neben dem Objektiv auch ein Mikrophon.
Pit erwartet schon lange keine Kommentare mehr zu seinen Auftritten. Eigentlich erwartet er gar nichts mehr. Er will kein Geld, keinen Alkohol. keine Drogen. Gerade weil er nichts mehr will, macht er doppelt betroffen. Aber Pit wäre nicht Pit, wenn er uns nicht auch noch einen Ausblick auf die Zukunft schenken würde.
Vor Ostern soll er ein neues Modell der Bürgertotalüberwachung bekommen. Viel leistungsfähiger. Die Kameras sollen dann in einer Brille integriert sein und an den äußeren Ecken positioniert, quasi wie Froschaugen einen seitlichen, sowie einen nach vorne gerichteten und sogar einen rückwärtigen Blick erlauben, wobei nur noch an der Scharfeinstellung in den Grenzbereichen gearbeitet würde.
Der wirkliche Clou aber sei, das auf die Innenseite der Brille Nachrichten und Filme dargestellt würden, um dem Bürger die notwendigen Anweisungen und Anregungen zum Denken zu geben und ihn in Notfällen ganz vom Blick auf seine reale Umwelt zu trennen. Unnötig zu sagen, das dies von Musikeinspielungen in Hörgeräte unterstützt würde. Damit sei dann endlich nicht nur die Rundumüberwachung, sondern auch der Rundumschutz des Bürgers vor schlechten Wahrheiten gewährleistet.
Ich glaube ich sagte schon das Pit nervtötend ist. Verrückte und kleine Kinder können Dinge aussprechen, die man selber kaum zu denken wagt. Früher konnten wir uns ja immer fragen, welche Droge er gerade genommen hat, aber heute wissen alle, das bei Pit keine Drogen mehr wirken. Daran verzweifeln ja auch seine Irrenärzte. Sie können in ihn reinpumpen was auch immer sie wollen, er reagiert nicht und wenn dann nur mit einem übergangslosen Totalzusammenbruch.
Genauso beim Alkohol. Er kann trinken, bis die die Leber versagt. Ihm sind auch zwei Flaschen Wodka nicht anzumerken, bis er zusammen bricht. Er schiebt das auf seine erste Runde in der Klapse. Das war damals, als die alle ruhig stellten, bis sie die Patienten auf die Leine hängen konnten. Damals müssen sie seiner Meinung nach, seine Rezeptoren für Drogen durchgebrannt haben.
Ich kenne ihn schon ewig. Er hat damals an der TU Maschinenbau studiert. Da er körperlich groß ist, interessierte er sich für Mikromaschinen. Logisch. An den Großmaschinen waren die ganz kleinen Ingenieure. Er war damals noch ziemlich normal. Nur das er ab und an auf die Aussichtsplattformen an der Berliner Mauer ging, seinen Schwanz rausholte und onanierte bis er abspritzte und dabei rief, das er den deutschen Osten befruchten wolle, verwirrte andere ein wenig.
Aber in jener irren Zeit, in der unser Zeitungszar gegem jeden und vor allem die Mauer und die Menschen im Osten hetzte, war dieses Verhalten nicht absonderlich genug, um wirklich Aufmerksamkeit zu erregen. Da gab es viel verrücktere Vorschläge. Außerdem war, wenn auch nicht die Befruchtung des Osten, so doch ein regelmäßiger Verkehr, durchaus das, was viele wollten.
Selbst hässliche Männer mit überzähligen Jeans und wenigen Westmark fanden im Osten schöne, kluge und vor allem sexuell freie Frauen, die den Jungs aus der Hose und zur Befreiung verhalfen. Die mangelnde Moral des real existierenden Sozialismus wirkte sich positiv auf das Selbstwertgefühl der Westberliner Männer aus.
Vor allem aber diente die Mauer als sichere Grenze. Dabei wäre die bei den Ostfrauen, die ja viel selbstständiger und freier als die im Westen waren, gar nicht nötig gewesen. Die wollten häufig ja gar keinen festen Kerl, sondern befanden sich ständig in den Wechseljahren. Nur wechselten sie die Kerle. Aber ich schweife in fröhlichen Erinnerungen ab.
Nachdem Pit mit seiner Mauerwichserei nicht so richtig Erfolg gehabt hatte und ihm für sein Studium entweder das Geld oder die Lust fehlte, ergriff er einen der beiden wichtigsten Berufe für Hochschulabgänger in Berlin und wurde Taxifahrer. Das war schwierig, da man dort Kenntnisse der Berliner Straßen nachweisen musste. Deshalb wurde die Mehrzahl ja auch Kellner. Aber Pit fuhr Taxi. Meist in der Nähe der Uni.
Ich weiß nicht ob er irgendwie noch weiter studierte, oder nur die Nähe von Bekannten suchte. Irgendwann war er jedoch verschwunden. Das war damals nicht weiter wild. Die Leute kamen und gingen. Ein paar gingen sogar wieder nach Hause um sich ihren Eltern und deren Vorstellungen von einem wirklichen Leben zu unterwerfen. Solange kein unbezahlter, trauender Vermieter zurückblieb, interessierte das niemanden.
Irgendwann hörte ich das Pit in eine Kirche eingetreten sei. Zu der Zeit hatte ich eine Kneipe, in der ich allabendlich dafür sorgen musste, das nicht nur Bier, Schnaps und Essen in ausreichender Menge und angemessener Qualität vorhanden waren, sondern auch noch für die Unterhaltung meiner Gäste verantwortlich. Die Ansprüche waren damals sehr hoch.
Deshalb war jeder Wirt bemüht, sich einen endlosen Strom von Miniauftritten zu sichern. Das war aber nicht weiter schwierig weil viele Leute nur davon lebten, solche Auftritte zu gestalten. Egal ob die Laugenbrezelverkäufer, die Händler von Raubdrucken, Wanderbands, das alternde Blumenmädchen, das mit Ende vierzig nicht nur Blumensträußchen im Biedermeierstil vertickerte, sondern auch oft genug einen jungen willigen Hahn auf der Toilette vernaschte.
Natürlich auch "Wollen Rose kaufen", die Heilsarmee, den Einzelsänger oder Gedichtevortragskünstler und jene Afrikaner, die echtes Elfenbein aus Rinderknochen und ganze Elefantenherden aus Holz anboten, aber auch Tiermasken und Schilde. Hauptsache es passierte was.
Der Wirt hatte nur dafür zu sorgen, das diese Gauklertruppen sich nicht gegenseitig ins Gehege und in die Haare gerieten. Es war eine schöne Zeit. Auch Pit tauchte da immer wieder als Verkünder seinen charismatischen, pfingstlerischen Glaubens auf. Seine Kirche glaubte, das Gott sie so lieb habe, das er an ihnen das Pfingstwunder ständig wiederholte. Sie glaubten das sie in fremden Sprachen reden könnten, wenn sie im religiösen Überschwang vor sich hin brabbelten. Aber die Show war gut. Zumal er auch Prophezeiungen bot und in seiner Kirche sogar Heilungen versprach.
Damals freute sich Pit noch über ein Essen. Trank den Schnaps aber nur heimlich hinter der Tür mit dem Schild "Privat". Der Weg vom Frommen zum Pharisäer ist eben kurz. Ich gebe allerdings zu, das ich meinen Spaß daran hatte und ihm eher einen mehr gab. Bei Gras hatte er übrigens weniger Probleme, weil das den Geist angeblich erweiterte. Da hatte er ja auch nicht ganz unrecht. Auf Gras spinnt sich viel leichter als auf Wodka.
Plötzlich veränderte sich Pits Aussehen. Vom ewigen Studenten zum Mann im Anzug. Zwar hatte er immer noch kein Geld, aber nun wollte er Mitglied bei den Geschäftsleuten des vollen Glaubens werden. Wenn ich ihn richtig verstand, waren das welche, die viel spendeten und deshalb einen besseren oder schnelleren Platz im Himmel bekommen würden. Ich sah sie eher, als diejenigen, die jene Gutgläubigen abzockten. Aber damals war mir das egal.
Mit seinem Taxifahreinkommen und den paar Spenden die er auf den Kneipentouren einsammelte, konnte er aber kaum mit diesen Geschäftsleuten mithalten. Das sah auch Pit ein und kam auf eine verblüffend einfache Lösung. Er raubte eine Bank aus. Auf den veröffentlichten Fahndungsfotos, war er in voller Größe und ohne jede Tarnung zu erkennen. Trotzdem dauerte es Wochen oder gar Monate bis ihn jemand verpfiff.
Als Pit dann erklärte das Gott ihm befohlen habe, die Bank zu überfallen und das Geld zu spenden, trennten sich seine Kirche und die gläubigen Geschäftsleute von ihm und der Richter steckte ihn nicht in den Knast, sondern in eine damals berüchtigte Klapse, wo sie ihn in einem rosaroten Nebel der Glückseeligkeit versenkten.
Obwohl sie die Dosis immer weiter erhöhten, bekamen sie ihn nicht ruhig. Freunde spielten mir später mal die Dosierungen zu. Damit hätte man sämtliche Insassen längerer afrikanischer Flüsse auf einen Dauertrip schicken können. Moral ist eben wenn man trotzdem lacht und verordnet. Aber bei Zwangseinweisungen war man damals auf der sicheren Seite. Nur selten kümmerten sich Bürger um das, was diese Art von Ärzten trieb.
Auf jeden Fall wurde Pit wohl immer klarer und anstatt den Rasen mit der Nagelschere zu mähen, verabschiedete er sich aus der Klapse und tauchte nach einigem hin und her Nachts bei uns in der WG auf. Als ich mitten in der Nacht nach Hause kam, saß Pit in unserem Wohnzimmer und anstatt mit der mitgebrachten Frau für die Nacht meinen Spaß zu haben, durfte ich Pits Horrorgeschichten aus der Irrenanstalt über mich ergehen lassen.
Weil ich ja schon damals zu jedem Scheiß meinen Senf dazugeben musste, hatte ich das Ding natürlich an der Backe. Man breitete den Fall vor mir aus und erwartete einen detaillierten Plan, was zu tun sei. Natürlich war in dieser Nacht nichts mehr mit vögeln und die Frau von damals bewundert mich nach eigenem Bekunden zwar heute noch, aber wir haben nie miteinander geschlafen, weil sie am nächsten Mittag abreiste und wir nur noch telefonischen und brieflichen Kontakt hatten.
Die Sache an sich war einfach. Vom geraubten Geld hatte Pit ein Auto der Oberklasse gekauft, das aber noch nicht geliefert war, um mit den Geschäfsleuten auf du und ich oder so ähnlich agieren zu können und den wesentlichen Rest gespendet. Für sich selbst hatte er nur eine Miete bezahlt und einen weiteren Anzug mit Socken gekauft. Die Socken waren ihm damals wichtig.
Die Kirche gab die Spende wieder zurück und das Autohaus mache den Vertrag und die Anzahlung rückgängig. Ein paar Freunde brachten die fehlende Summe auf und ich konnte mit einem Anwalt, sowohl die Bank, als auch die Staatsanwaltschaft davon überzeugen, die Sache etwas herunter zu fahren und dafür zu sorgen das Pit nicht in die Klapse sondern in den Knast kam. Er kriegte sieben Jahre, mit denen er ganz zufrieden war, zumal er schon vor der Zweidrittelstrafe wieder herauskommen sollte.
Dummerweise verlor er im Knast seinen Glauben, nicht weil die JVA-Tegel so gemein zu ihm gewesen wäre, sondern weil sein Pastor beim Fremdficken erwischt wurde und ein paar seiner Geschäftsleutefreunde wohl mit den Händen in der Kasse der Kirche waren, was in diesem Zusammenhang auch hochkam. Ich hatte das ganze nicht wirklich verfolgt, nur der bumsende Paster bestätigte mal wieder meine Vorurteile über die Frommen.
Nun hatte Pit keinen Glauben mehr und entwickelte sich immer extremer. Mal wurde er an der Gedächtniskirche mit jener Frau beim öffentlichen Geschlechtsakt erwischt, die Ficken für den Frieden propagierte, mal hat er öffentlich eine Ziege in einem Park gevögelt, wobei mir immer noch nicht klar ist, wo er mitten in Berlin die Ziege her hatte.
Für Pit begann damit die typische Drehtürkarriere. Rein in die Klapse, Therapieversuch, raus aus der Klapse. Da Medikamente nicht halfen, kam die Gesprächstherapie. Pit wurde zum ausgefuchsten Hasen. Egal womit der Seelenklempner auch kam, Pit erkannte schon an den ersten drei Worten welche Melodie gespielt wurde, und spielte eifrig mit. Irgendwann müssen die Jungs in Weiß aufgegeben haben.
Der Gesellschaft waren Pits Eskapaden auch ziemlich egal. Nur das er in der Psychatrie eine weibliche Patientin und eine Pflegerin wohl ziemlich gleichzeitig geschwängert hat, sorgte noch einmal für Rauschen im Blätterwald. Ich weiß nicht ob sie ihn dann kastriert haben, aber es liefen solche Gerüchte rum. Ihn selbst habe ich nie gefragt.
Allerdings wurden seine Auftritte anders. Das kann aber auch am Alter liegen. Er wurde kritischer. Trat in immer neuen Rollen auf, in denen er die Dinge erschrecken auf den Punkt brachte. Ich erinnere mich noch gut wie er mit einem Gestell und vielen Leinen auftauchte.
Er hatte auch eine Erklärung. Er übe das Führen von Pferden an den Fahrleinen, das Griffeklopfen, da er demnächst Fahrer bei Wolfgang Clement werden solle, der unbedingt mit einem Sechzehnerzug von Arbeitslosen gefahren werden wolle, und da müsse er doch mit Leinen zurechtkommen, damit die Arbeitslosen in den Kurven nicht übereinander fallen.
Genauso war er mal Fallensteller für Angela Merkel. Er sollte die CDU und CSU Obermimen wegfangen die ihr im Weg waren, oder sie doch zumindest zu Fall bringen. Davor lief er mit einem ganz kleinen Hämmerchen durch die Gegend und klopfte alles ab um dann in Blümschen Tonfall zu erklären, das die Rente und der Tisch oder das Haus sicher seien. Da war er vom Rententüv.
Natürlich ist Pit irre. Vollständig irre. Warum zum Teufel erscheint er mir nur ab und so verflucht normal? Ich habe da einen Verdacht. Gerade als er den Tester für Schäubles Bürgerüberwachtung gab. Ist er vielleicht gar nicht verrückt. Sieht er vielleicht nur Dinge, vor denen wir unsere Augen fest verschlossen haben.
Natürlich ist Schäubles Bürgerüberwachung in Pits Stil schon rein technisch nicht machbar. Aber wird das Schäuble und Co. aufhalten. Der BKA-Herold hat bei seinen Rasterfahndungen damals auch Ergebnisse eingefahren und Daten gespeichert, die wir bis heute noch nicht alle verarbeitet haben. Hauptsache sammeln. Was tun, wenn Pit gar nicht so verrückt ist?
Der kleine Guido möchte aus der neoliberalen Sackgasse abgeholt werden
"Guiiiiiiiiiieeeeeeeeeeehhdooooooooo, mein Guieeeeeeeeeehdolein", war in meiner Jugend der Kampfruf von Frau Herbst. Frau Herbst war alleinerziehend, obwohl das damals noch nicht so hieß. Das Dorf sprach nur davon, das ihr der Kerl weggelaufen war. Der war angeblich zur Fremdenlegion gegangen, weil er da ein ruhigeres Leben hatte.
Für das Dorf und wahrscheinlich auch für den lieben kleinen Guido wäre es besser gewesen, wenn die Olle zur Fremdenlegion gegangen wäre. Bei dem Kasernenhoftonfall und ihrem Aussehen, hätte die ganz Indochina und China alleine erobern können. So nervte sie uns mit ihrem ewigen Geschrei nach ihrem Guido.
Dabei war der ganz ungefährdet. Niemand spielte mit ihm. Das war auch unmöglich. Der kleine Guido durfte nichts, und wenn er einen Ruf der Ollen überhörte, dann raste die wie ein angeschossener Keiler durch die Wälder, um ihren Guido zu suchen. Ergo ließen wir Guido keine Chance, wir verjagten ihn sofort, da wir die Kontrolle seiner Alten nicht gebrauchen konnten. Außerdam sah Guido schon mit zwölf Jahren aus, wie ein Beerdigungskuchen. So hieß bei uns der Streuselkuchen.
Dank fehlender Beherrschung - wie hätte er die bei der Mutter auch lernen sollen - kratzte er ständig in seiner Visage rum, sodaß sich die Pickel auch noch entzündeten. Dazu noch seine schleimscheisserische Art bei Lehrern und Amtspersonen und seine ständige Petzerei. Es kam wie es kommen musste, Guido bekam neben den Schlägen seiner Mutter, auch noch von uns ständig Keile, wobei die Aufgabe Guido zu verhauen, eine Art Strafe für denjenigen war, der ihn verhauen musste. Niemand wollte ihn anfassen.
Nun kann man nicht von dem einen Guido Herbst auf den Guido Westerwelle schließen. Schließlich haben die ja ganz andere genetische Grundlagen. Aber wenn ich mir das tuntenhafte Gehabe und das Gesicht von dem Guido Westerwelle so ansehe. Der könnte glatt ein Zwilling zu unserem Guido sein. Es wäre schon eine ziemlich Strafe den anfassen und verhauen zu müssen.
Deshalb beschäftigt sich ja auch unsere Medienlandschaft so ungern mit dem Guido Westerwelle und seiner FDP. Früher war er ja wenigstens noch größenwahnsinnig, fuhr mit dem Guidomobil durch die Lande und qäkte auf irgendwelchen Dorffesten herum. Da hatte er auch noch eine 18 auf die Schuhsohlen tätowiert. Ich habe nie verstanden warum die anderen ihn ständig ausgelacht haben. Es wäre doch schön gewesen, wenn Guido die Reife eines Achtzehnjährigen jemals erreicht hätte. Auch FDPler dürfen träumen.
Aber dann kam alles anders. Er wurde nicht reifer, sondern nur neoliberaler und wirtschaftsfaschistischer. Das ist auch nicht schlecht, vor allem wenn man in einer Klientelpartei als Führungskraft beschäftigt ist. Da hilft auch die Unreife. Man lässt sich leichter von anderen sagen, wohin die Reise gehen soll. Nicht von Parteifreunden. Die lässt man Fallschirm springen oder schiebt sie in eine Stiftung ab.
Nur den Brüderle ist er nicht losgeworden. Der läuft immer noch mit der roten Laterne durch Gegend und erklärt uns, das Deutschland das Letzte ist. Er hat aus seiner Warte ja auch recht. In einer vernünftigen Welt würde er Tabletten bekommen und psychologische Unterstützung. Bei uns muss er seine Wahnvorstellungen im Fernsehen vortragen, unter dem stillen Gelächter aller anderen.
Es ist überhaupt schwer geworden, heute noch in der FDP zu sein. Die Rollen sind fest verteilt. Knapp 10 Prozent der Menschen besitzen mehr als zwei Drittel des Volksvermögens und diese 10 Prozent schmelzen noch dahin. Damit schmilzt auch die Wählerbasis der FDP. Aus hundert Superreichen, die Klientel, die, die FDP betreut, werden eben schnell 80 Supersuperreiche. Das Kapital konzentriert sich immer schneller. Damit schwinden die FDP-Wähler.
Die Handwerksmeister und kleinen Selbständigen, aber auch die mittelständischen Unternehmen, sind längst verarmt und wissen das neoliberaler Wirtschaftsfaschismus ihren Untergang bedeutet, da Verantwortungslosigkeit und Raffigier, sich eben nicht mit Unternehmertum vereinbaren lassen.
Nun stehen sie da die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten von der FDP. Ihre Inhalte, oder besser die Befehle, die sei früher ausführen durften, als sie noch an der Macht waren, werden heute bereitwilligst von der SPD, den Grünen und der CDU durchgeführt. Es bleiben der FDP einfach keine Themen mehr. Es ist die SPD, die den Hartz IV Empfängern Geld abzieht, wenn die im Krankenhaus sind. Sonst kämen wohlmöglich die Angehörigen noch auf die Idee, von dem Geld, das nicht fürs Essen gebraucht wird, die Kranken zu besuchen.
Beim Mindestlohn wollte die FDP wenigstens noch einmal punkten. Aber außer den Managern, die nur noch am Tropf des Steuerzahlers und durch Lohnsubvention existieren können, wollte niemand mit in das Boot der FDP. Kein Wunder, der Kahn sieht auch schon ziemlich zerfallen und leck aus. Vermutlich haben selbst die Würmer das alte Holz schon verlassen. Ein Mißfelder ersetzt doch heute locker zwanzig FDP-Leute.
Auch mit den FDP Anhängern wird es knapp. Um etwas mit Anhängern anzufangen, braucht man eine Zugmaschine. Ich hör da schon wieder Frau Herbst: "Guiiiiiiiiiieeeeeeeeeeehhdooooooooo, mein Guieeeeeeeeeehdolein". Aber wen soll der Guido Westerwelle noch hinter dem Ofen hervorlocken. Eine Pressemitteilung der FDP jagt die andere. In keiner steht irgendwas lesenswertes drin.
Guido greift sogar zu äußersten Mitteln. Er zitiert Karl Marx. Schon irgendwie eigenartig wenn ein neoliberaler Wirtschaftsfaschist, keine anderen Begründungen mehr für seinen Schwachsinn findet, als Marx aus dem Zusammenhang gerissen, falsch zu zitieren. Aber falsch ist ja schon die Grundlage der FDP. Deshalb darf der das.
Wenn er nur aufhören würde in seiner Ecke rumzugreinen. Das ist unerträglich. Kann nicht mal irgendwer den kleinen Guido aus seiner neoliberalen Sackgasse herausholen. Er steht da nur dumm rum und greint. Das nervt. Es nervt nicht so sehr, das er dumm rumsteht, das wir von deutschen Politikern ja nicht anders gewohnt. Aber sein Geheule ist einfach zu viel.
Nimm ihn doch mal jemand auf den Arm. Vielleicht kann ja auch irgendein Qualitätsmedium, mal einen Qualitätsjournalisten über den kleinen Guido berichten lassen. Egal was. Hauptsache er hört auf zu heulen. Ihr könnt ihm auch Pillen geben. Politiker dürfen ja gedopt werden. Die stehen ja in keinem Wettbewerb zueinander.
Schwedischer Löwe kastriert - wieder mal die Moslems?
In den Zeiten fortschreitender Muslimisierung Deutschlands, auf der Geflügelwurst in unserem Kühlschrank steht ZYBEK - Biberli Tavuk Salam Dilimli und sie ist außerdem noch mit kommunistenfarbigen (ROTEN) Paprikastückchen durchsetzt. Unser Joghurt heißt Ömur Yogrudu und schmeckt noch wie richtiger Joghurt. So zum reinbeißen, nicht wie dieses wässrige Zeug, das als deutscher Joghurt verkauft wird, und dem selbst alle Beimischungen künstlicher Aromen und Farbstoffe keinen Geschmack verleihen können. DIe Muslims sind überall, zumindest in unsere Kühlschrank.
Am impertinentesten ist allerdings, das diese Muslims in Form eines türkischen Gemüseverkäufers auch noch öffentlich im Laden zugeben, ebenfalls Angst vor ihren Frauen zu haben, wie wir deutschen Männer auch. Es ging um wunderbare kleine französiche Pellkartoffeln, die man nach dem Kochen und Schälen noch herrlich in guter Butter anbraten und mit echtem Parmesan der älter als 24 Monate sein sollte, abschmecken kann. Ein Gedicht. Nur die Frauen murren, wenn sie die vielen ganz kleinen Kartoffeln pellen müssen. Erstaunerlicherweise habe ich dann immer wichtige Termine. Der türkische Gemüsehändler auch. Seltsames gemeinsames Schicksal.
Aber wir ertragen es wie Männer. Ich erzähle der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen, das der Türke in seiner maßlosen Gewinnsucht mir einfach mehr Winzartoffeln verkauft hat als ich eigentlich wollte, was er bei ihrem nächsten Besuch auch zähneknirschend bestätigen wird. Dafür erzähle ich seiner Frau das, das Pellen von kleinen Kartoffeln eine typisch weibliche Aufgabe ist, weil die Frauen die kleineren und geschickteren Hände haben. Hätte Gott / Allah gewollt, das Männer kleine Kartoffeln pellen, hätt er uns kleinere Hände gegeben. Vermutlich werden wir beide Prügel beziehen, aber gute Kartoffeln zum Essen bekommen. Damit ist das wichtigste Ziel erreicht.
Nein an der Kastration des schwedischen Löwen sind die Muslime nicht beteiligt, zumindest keine männlichen Muslime. Die Presse.com berichtet wie es wirklich ist:
Ein um sein Geschlecht gebrachter Wappenlöwe sorgt in Schweden für Ärger. Nachdem sich Soldatinnen beschwert hatten, waren seine Genitalien wegretuschiert worden. Das Tier dient als Abzeichen für die schwedische internationale Friedenstruppe.
Es war also typisch weiblicher Schwanzneid. Wenn sie keinen haben, soll der Wappenlöwe auch keinen haben. Dabei hat der sogar zwei, wobei der zweite ihnen wohl egal war. Ob sich unter den Soldatinnen auch Mulima befanden ist nicht bekannt, aber ich wette, das die Geschichte sich in wenigen Tagen, als muslimische Kastration auf den einschlägigen Seiten der Muslim- und Menschenhasser wiederfindet.
Der arme Künstler der das Abzeichen gestaltet hat, ist übrigens ganz geknickt. Ein Löwe ohne Genitalien, oder überhaupt ein männliches Wappentier ohne Genitalien wurde nämlich nur an Verräter verliehen. Sind die Frauen nun die Verräterinnen des abendländischen Schwanztragens? Wohl nicht alle. Ich kenne welche die mit männlichen Genitalien durchaus mehr anzufangen wissen, als die wegzuretuschieren. Nach meiner privaten Statistik befinden sich die Befürworterinnen männlicher Genitalien durchaus in der Mehrheit.
Es ist eine Zeit angekommen
Ich halte es ja nach wie vor für eine Krankheit. Natürlich werde ich das nur in den Kreisen laut äußern, in denen ich auf Verständnis hoffen kann. Niemals gegenüber Frauen. Frauen haben diese Krankheit nämlich fast alle und sie endet auch nicht mit den Wechseljahren. Ich meine die Weihnachtskrankheit.
Je nach Gemütslage beginnen die ersten Symptom schon mit Beginn des Herbstes, so Ende August. Auf jeden Fall aber geht es los, wenn in den Auslagen der Läden die ersten Weihnachtsmänner auftauchen. Dann beginnt der Kaufrausch. Mit dem wilden Argument, "Die werden bestimmt nicht billiger" stürzt sich die Damenwelt auf weihnachtliche Hohlfiguren und sonstiges Gedöns. Weihnachtsteller. Braucht man schließlich immer wenn Weihnachten ist. Die knapp 631 vorhandenen Weihnachtsteller könnten ja nicht ausreichen und außerdem sind die ja so süüüüüüüüüß.
Werden aus den nicht verkauften Osterhasen und Eiern aus Schokolade eigentlich Weihnachtsmänner? Wenn ja, wie kriegen die dann die verdammte Silberfolie aus dem flüssigen Matsch. Gibt es vielleicht den Saisonberuf Schokoladenosterhasenauspacker? Aber wer will das schon wirklich wissen.
Spätestens mit dem ersten Dezember wird es dann richtig ernst. Ab Null Uhr wird zurückgeleuchtet. In den Fenstern und an den Häuserwänden tauchen bunte Lichtlein in Unmassen auf. Einige Fenster, Wohnungen und Häuser erreichen schnell den Status eines schlechten Bordells. Aber das ist nur Versprechen. Soweit geht die Liebe dann doch nicht.
Beim Beleuchtungskrieg gibt es sogar schon Männer die mitmachen. Ab einer gewissen Stromstärke muss eben ein Mann die Sicherung knallen lassen. Aber diese Männer sind für die männliche Gemeinschaft der Aufrechten eh verloren. Die haben ja gar keine Zeit mehr für gar nichts. Ständig müssen sie die durchgeknabberten Kabel ersetzen und Hunde, Ratten, Meerschweinchen und sonstige Kabelfreunde beerdigen oder gar einige von den Millionen Lämpchen austauschen.
Ich halte mich von solchen Aktivitäten immer weit entfernt. Mir reicht es wenn ich die Kabel an meinem Computer soweit verfilzt habe, das nur noch mit dem Trennschleifer ein Durchkommen ist.
Weihnachten ist eine einsame Zeit für Männer. Die Frauen hasten mit irgendwelchen Paketen, Bändern, Kerzen und unbekannten Düften durch das Haus, sind nicht ansprechbar und schon gar nicht in die Kneipe zu entführen. Auf zaghafte Anfragen hin, kommt der barsche Hinweis: "Es ist Weihnachszeit, ich hab noch so viel zu tun.". Da wird gebacken, vorgekocht und gemeckert das die Gefrier- und Kühlkapazität nicht ausreicht und die Töpfe und Pfannen zu klein sind.
Dazu noch Kinder, die von dem nervenzerreißenden Trouble leicht angesteckt werden und aus dem Fernsehen gelernt haben wie Kind am besten nervt. Kinder die sonst brav um halb sieben oder halb acht in der Heia sind, werden zu Pfadfindern, die überall im Haus rumliegen, damit ihnen auch ja nichts entgeht. Morgens sind Mutter und Kinder völlig übernächtigt, aber am Abend geht das Theater wieder von vorne los.
Da gibt es für die echten Männer nur eins. Die Flucht. Nicht das Männer feige wären. Nie nich. Aber es gibt eben Momente, in denen die Klugheit den geordneten Rückzug gebietet. Selbst der Dackel hilft und fiept jämmerlich, um dem Weihnachtsgeschehen zu entkommen. Wohin echte Männer flüchten ist auch klar. In die Kneipe.
Leider ist die Kneipe auch kein Trost. Der Jude hat Hanuka und muss acht Tage feiern. Selbst die Frau von Mohammed wurde von dem weihnachtlichen Virus angesteckt und werkelt am Abend im Haus herum, als sei sie längst konvertiert. Da kapituliert auch der Muslim. Wo weihnachtsverrückte Frauen schalten, da kann der klügste Mann nicht bleiben.
Aber irgendwie hat der Weihnachtsvirus auch die Männer erwischt. Lorenz, Softwareentwickler a.D. - sein Arbeitsplatz ist jetzt in Indien - wird moralisch und will die Welt verbessern. So als weihnachtliche Aufgabe für Männer. Er bittet uns tatsächlich, einen Bundespolitiker zu nennen, dem wir persönlich trauen. Es wurde ein sehr schweigsamer Abend. Selbst der Dackel wollte schnell nach Hause. Dann doch lieber Weihnachten als so ein frustrierendes Thema.












