Schon wieder so ein Tag, an dem man schon beim ersten Augenaufschlag weiß, dass er zu der eher doofen Sorte gehören wird. Draußen ist es trübe, die prüfende Stippvisite auf dem Balkon bestätigt alle Befürchtungen: nass und kalt. Beim Espressokochen erzählt irgend so ein CDU- oder FDP-Heini im Radio, wie toll er es findet, dass man jetzt den Steuerflüchtlingen auf die Spur kommen könne, und dass man ganz viel in dieser Richtung unternehmen werde. Manchmal weiß ich nicht, wer mich mehr nervt: Die bigotten Verbrecher, die uns regieren oder die Idioten, die sich das alles gefallen lassen.
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Weinkolumne
Der „Arme-Leute-Spargel“
Es ist schon irgendwie pervers. Während sich die Supermärkte so langsam mit bitterem und meist holzigem griechischen Billig-Spargel füllen, muss man nach Schwarzwurzeln so richtig suchen. Die gerne als „Arme-Leute-Spargel“ diffamierte saisonale Delikatesse fristet zu Unrecht ein Mauerblümchendasein in deutschen Küchen.
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Jetzt geht’s los
Nein, die Welt ist am 1. März nicht besser geworden. Finanzmarodeure und die Lebensmittelmafia ziehen uns weiter am Nasenring durch die Manege. Doch wenigstens ist es schlagartig heller geworden.
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Früher war alles besser
Wer diesen Blog regelmäßig besucht, wird festgestellt haben, dass ich mich in den vergangenen zwei Wochen ziemlich rar gemacht habe. Keine Bange; ich habe keineswegs die Lust verloren. Vielmehr schreibe ich mal wieder ein Buch, und das - wie in der Branche üblich - unter menschenunwürdigem Zeitdruck. Alles Weitere ist noch streng geheim.
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Von mir aus könnt Ihr mich "Körnerfresser" nennen
In meiner häuslichen Vorratskammer sieht es mittlerweile aus wie im Körnerlager. Wo andere Menschen ihre Konserven aufbewahren, stapeln sich bei mir Tüten und Gläser mit Getreide und trockenen Hülsenfrüchten in verschiedenster Form. Irgendwas muss ich ja schließlich essen.
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Schwarze Trüffel, denn Genuss ist Notwehr
Es ist der übliche mediale Zynismus. Erst wird man wochenlang mit Tipps bombardiert, wie man sich in der Advents- und Weihnachtszeit die Plauze vollhaut, bis der Arzt kommt. Doch während die gehorsamst vertilgten Stollen, Dominosteine, Printen und natürlich diverse warme Fettbomben noch in den Gedärmen rumoren, treten die Gesundheits- und Schlankheitsapostel mit allerlei Diät- und Fitness-Ratschlägen auf den Plan.
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Frohe Arschnachten den Weihlöchern
Kaum nähert sich der Kalender dem Weihnachtsfest, scheint es in der Politik und in den Medien nur noch mitfühlende, gar empathische Menschen zu geben. Rund um die Uhr wird betroffen und mahnend von der „wachsenden Armut“ und „großen Kluft in der Gesellschaft“ gesäuselt. In den großen bürgerlichen Leitmedien dürfen sich die verkannten Sozialreporter austoben, und auch der hinterletzte Parteifuzzi fühlt sich derzeit bemüßigt, etwas von „notwendigen Konsequenzen“ aus den derzeit fast im Tagestakt veröffentlichten Armutsstatistiken zu faseln. Natürlich nicht ohne zu erwähnen, dass man dafür seiner Truppe bei den kommenden Wahlen die Stimme geben müsse. Kurzum: Es ist ekelhaft.
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Lob der Eckkneipe
Allmählich stirbt sie aus, die gute alte Eckkneipe. Das gilt besonders für die begehrten innerstädtischen Aktstadtkieze. Wo früher Männer nach Feierabend ihr Bier tranken und über Fußball, Frauen und Politik diskutierten, sind heute mehr oder weniger schicke Szene-Bars oder Cafés.
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Sterneflut über Deutschland
Die Juroren des neben dem Gault Millau wohl einflussreichsten Gournetmagazins „Guide Michelin“ haben gesprochen. 255 deutsche Restaurants – soviel wie nie zuvor – dürfen jetzt mindestens einen der begehrten Michelin-Sterne auf ihre Visitenkarten drucken. Damit sei Deutschland nach Frankreich das Land mit der größten Anzahl an Sternerestaurants, erklärte der Direktor des Magazins, Michael L. Ellis Anfang der Woche.
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Kampf zweier Linien
Nein, es gibt jetzt keine Abhandlung über die Politik der Kommunistischen Partei Chinas in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Doch der damals propagierte „Kampf zweier Linien“ zwischen Revolutionären und Opportunisten lässt sich durchaus auf die Beurteilung professioneller- und ambitionierter Hobbyköche übertragen.
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Fischcurry - "klack" - Muskateller!
Auch wenn man als mehr oder weniger professioneller Weinpublizist einige Hundert Weine pro Jahr verkostet, bleiben einige Tropfen nachhaltig in der Erinnerung. Das sollte zumindestens so sein. Und wenn man dann wieder mal plant, ein grünes thailändisches Fisch-Curry zu fabrizieren, macht es „klack“ im Geschmackserlebnisspeicher. Die Schärfe des Currys und seine intensiven Aromen, unter anderem Zitronengras und Limonenblätter, docken hervorragend an so genannten Bukettsorten an.
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Wellness in der Datsche
Draußen stürmt`s, und die Temperaturen sind auch nicht mehr so berauschend. Die Woche war hart, als journalistischem Tagelöhner blieb mir diesmal so gut wie nichts erspart; von der beginnenden Mieterverdrängung in Berlin-Lichtenberg schnurstracks zu schrottreifen Dieselloks, die unsere Umwelt verpesten. Dann ein kleiner Abstecher zum deutschen Presserat, der sich mit den Beschwerden pikierter Leser rumschlagen muss und schließlich eine etwas schräge Diskussion ehemaliger DDR-Kombinatsleiter über die Frage, was man aus ihren Erfahrungen für künftige Wirtschaftsformen lernen könnte.
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Mein Freund das Pferd
Wer eine minderjährige Tochter hat und es sich gründlich mir ihr verderben will, hat eine ziemlich einfache und absolut sichere Möglichkeit: Einfach mal leckeres Pferdefleisch auf den Esstisch stellen. Doch auch viele erwachsene und – im Gegensatz zu minderjährigen Mädchen – vernunftbegabte Menschen schütteln sich bei dem Gedanken an dessen Verzehr und haben bei heldenhaften Selbstversuchen mit Würgereizen zu kämpfen, wie ich es neulich bei einem kleinen Grillgelage in Wandlitz erlebte.
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Flucht aus Moabit
Nicht nur in Erdbebengebieten, sondern auch in Berlin-Moabit tut sich manchmal der Schlund der Hölle auf. Und zwar mit steter Regelmäßigkeit am ersten Septemberwochenende. Denn findet das „Turmstraßen-Fest“ statt; ein Event, welches den ohnehin potthässlichen „Boulevard“ des Stadtteils für drei Tage in einen Ort des permanenten visuellen, akustischen und sensorischen Terrors verwandelt.
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Vergiftete Geschenke
Als Mensch, der sich in der Medienöffentlichkeit gelegentlich über Wein äußert, hat man sicherlich ein paar Vorteile. Z.B. traut sich mittlerweile kaum noch jemand, mir eine Flasche Wein zu schenken oder gar zum Essen mitzubringen. Und wenn doch, dann in der Regel in der Grand Cru- oder Großes Gewächs-Liga.
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Zwischen Rasierklingen und Duschgel
Es gibt tatsächlich Leute, die vermuten, dass ich dem Weingenuss entsagt haben könnte. Dabei habe ich mir lediglich eine längere Weinschreibe- und keine Weintrinkpause gegönnt. Dies war auch dringend nötig, denn im Manuskript-Endspurt für mein 2. Weinbuch („Der kulinarische Notfallkoffer“, erscheint im Oktober beim Mondo Verlag Heidelberg) habe ich wirklich den letzten Tropfen aus meinem Schreiberhirn gepresst, um in der Weinsprache zu bleiben.
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Ein Glas auf die Verhältnisse
Wenn es überall brodelt und stinkt, gibt es auch ständig Gelegenheit, sich mit einem angemessenen Tropfen an den Ereignissen zu erfreuen. Als Weinfreund sollte man daher über ein möglichst flexibles Reservoir verfügen.
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1. Mai - Kampftag des Spargelschälers
Am 1. Mai haben viele frei. Was also tun mit der geschenkten Zeit? Demonstrieren in Berlin ist in der Regel öde oder gefährlich. Beim DGB mischen sich Bier- und Gewerkschaftsfahnen mit Rostbratwurstgestank und allerlei langweiligen Reden. In Kreuzberg gibt’s meistens zunächst Multikultifood auf dem Mariannenplatz und zum Nachtisch Haue und Tränengas.
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Der unvergorene Wein
Es gibt Dinge, die gehen einfach gar nicht. Dazu gehört mit Sicherheit alkoholfreier Wein, denn trotz jahrzehntelangen Anstrengungen ist es – anders als bei Bier – bis heute nicht gelungen, einigermaßen genießbare Tropfen zu produzieren.
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Manchmal geht es auch für wenig Geld
Der deutsche Weinbau hat viele Gesichter. Eines der jüngsten gehört dem 23jährigen Benjamin Ehrhart, der seit 2009 bestimmt, was im Keller des elterlichen Weinguts im rheinhessischen Eschbach geschieht. Nach Lehr- und Wanderjahren durch einige renommierte deutsche Weingüter und abgeschlossenen Ausbildungen zum Weinbauwirtschafter und Techniker fühlt er sich trotz (oder wegen) seiner Jugend reif genug, den Laden ein wenig zu entrümpeln.
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Landpartie in Brandenburg
Es dürfte in der „großen“ Weinwelt für wenig Aufsehen gesorgt haben, aber seit 2009 hat Brandenburg den offiziellen Status eines Landweingebietes. 25 Betriebe haben mittlerweile 30 Hektar in der märkischen Sandbüchse mit Keltertrauben bestockt.
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Ökologische Geschmackspanscherei
Die Liaison zwischen Wein und Käse ist zweifellos eine der ganz großen Erfolgsstorys der europäischen Genussgeschichte. Die mannigfaltigen Veredelungen des Reben- und des tierischen Lebenssaftes haben herausragend dazu beigetragen, den puren Genuss von der reinen Nahrungsaufnahme zu emanzipieren.
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Die "100 besten Weine der Welt"
Am deutschen Gourmet-Magazin-Himmel leuchtet seit März 2010 einer neuer Stern. Während die hiesigen Flagschiffe Der Feinschmecker, Vinum, Selection und Weinwelt in den Untiefen des Leserschwunds dümpeln, setzt Falstaff auf volle Fahrt voraus.
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Das "Festival der Sinne"
Für Stars und Sternchen der deutschen Gourmet-Szene sind Events wie die jährlich in Düsseldorf veranstaltete Fachmesse ProWein Großkampftage. Gegen auskömmliche Honorare lassen sich bekannte Köche, Sommeliers und Publizisten von Weingütern und regionalen Vermarktungsverbänden anheuern, um deren Erzeugnisse publikumswirksam in ein möglichst gutes Licht zu rücken.
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