<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>

<rss version="2.0" 
   xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
   xmlns:admin="http://webns.net/mvcb/"
   xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
   xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
   xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
   xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
   >
<channel>
    <title> - Literaturversuche</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/</link>
    <description></description>
    <dc:language>de</dc:language>
    <generator>Serendipity 1.5.5 - http://www.s9y.org/</generator>
    <pubDate>Thu, 19 Jan 2012 08:58:10 GMT</pubDate>

    <image>
        <url>http://www.duckhome.de/tb/templates/kinetic/img/s9y_banner_small.png</url>
        <title>RSS:  - Literaturversuche - </title>
        <link>http://www.duckhome.de/tb/</link>
        <width>100</width>
        <height>21</height>
    </image>

<item>
    <title>Wohlorganisierte Trostlosigkeit</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9790-Wohlorganisierte-Trostlosigkeit.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/9790-Wohlorganisierte-Trostlosigkeit.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=9790</wfw:comment>

    <slash:comments>2</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=9790</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
                           &lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://vg08.met.vgwort.de/na/f8bf2a86f0ff44f18cf28ef3147e80dc&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;Ich weiß wirklich nicht ob es tatsächlich an jenem Bild liegt, wenn ich Nacht für Nacht hier bin. Aber ich bin immer hier und sitze immer genau gegenüber diesem Bild, das den einzigen Schmuck der ansonsten kahlen gelbweißen Wand bildet. Natürlich ist das Bild &lt;a href=&quot;http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/hopper/street/hopper.nighthawks.jpg&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;nur ein Druck des Nachtfalken&quot;&gt;nur ein Druck des Nachtfalken&lt;/a&gt;. Und wie auf dem Bild von Edward Hopper ist auch hier nichts echt oder gar lebendig. Wir Untoten blicken auf seine Untoten. Nur das man uns keine hölzernen Möbel gegönnt hat. Noch nicht einmal Imitate. Poliertes, kaltes Aluminium und weißgraues Resopal. Dazu ein hartes Neonlicht wie in der Aufnahmezelle der Bahnhofswache. Wahrscheinlich bin ich nicht wegen des Bildes hier. Ich bin hier weil alle anderen Kneipen so langsam schließen. Auch hier. Mitten in Charlottenburg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klinische Reinheit des Raumes soll uns auf Abstand halten. Wir sind hier bestenfalls geduldet. Geparkte Körper am Tropf ihrer Droge. Natürlich trinken wir alle Kaffee. Dazu noch einen kleinen doppelten Aufwärmer. Mann und Frau trinkt den Hochprozentigen mit einem Schluck, das sieht nebensächlicher aus. Tatsächlich ist der Kaffee die Nebensache. Wenn der Pegel schon jetzt fällt, kommen wir nicht in den neuen Tag. Manchmal versuchen sich Männer und Frauen gegenseitig zu wärmen. So etwas wie Trost aufkommen zu lassen. Scheue Zärtlichkeit, die im grellen Neonlicht verbrennt, sich nur in schneller Flucht ins Dunkle retten könnte. Aber Flucht erfordert Mut und Bewegung. Der Tropf beruhigt. Auch das überlaute Zischen der Kaffeemaschine, die längst mehr Aufschäumendes und gequirltes als Kaffee produziert. Die Musiklöcher in der Decke sind auf extrem leise gestellt. Das soll uns dazu bringen selber auch leise zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollen trinken und nicht mit einander reden. Gespräche könnten Ansichten transportieren die nur Gegenreden und Gegenansichten herausfordern. Wir sollen scheu bleiben an diesem halbvertrockneten Wasserloch. Ein ruhiges und sicheres Opfer jenes Krokodils in der Mitte, das uns mit immer neuen Drinks und ab und an mit Kaffee versorgt. Ich bekomme den Kaffee sogar kostenlos zu jedem sechsten Doppelten. Fast regelmäßig jede Stunde. Ich muss mich auch nicht mehr entscheiden. Meine Schlagzahl ist festgelegt und die Zigaretten werden erneuert, wenn ich die Schachtel zerknülle. Ich bin in versorgter Sicherheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe den Blick nach draußen längst aufgegeben. Wozu auch. Es ist draußen nicht anders als drinnen. Es hasten die immer gleichen gesichtslosen Schatten durch die Nacht und jene mit Gesichtern und brennenden Augen die gerne in dieses Licht möchten, mag ich nicht sehen. Es ist eine gefährliche Sicherheit in der ich hier bin. Ein festgefügtes Ritual, das mich genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Bett fallen lässt und es mir ermöglicht zum richtigen Zeitpunkt wieder aufzustehen und zu funktionieren. Es ist ein Gleichgewicht des Schreckens und der Abschreckung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich diese Sicherheit verlasse und das Gleichgewicht verliere, werde ich zu einem jener Schatten dort draußen. Dann sind es meine Augen die brennend in dieses Licht schauen. Ich kenne das. Im Januar, wenn die Versicherungen fällig sind, werde ich für Tage, manchmal für Wochen zu einem solchen Schatten. Ich kenne den Geruch der Schatten, wenn ich dann Nacht für Nacht in ihr Reich eintauche und ein Teil von ihnen werde. Es ist dieser Geruch den kein Duschbad dieser Erde abwaschen kann und gegen den kein Deo hilft. Es ist dieser Geruch der Abstand schafft und schlussendlich dauerhaft ausgrenzt. Selbst meine Kollegen kennen ihn. Sie die sie ihre bürgerliche Respektierlichkeiten wie ein Banner vor sich hertragen. Ob auch sie ihre neonbeleuchteten Sicherheitszellen haben? Ich werde es nie erfahren. Wir Verlorenen schätzen den Abstand. Entfernung ist Schutz und Nähe ist Gefahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Angst vor der Nähe ist übrigens wohlbegründet. Wir sind Veteranen. In den wenigen Momenten wo wir uns untereinander unsere Narben zeigen und die Schilde kurzfristig herunterlassen, verstehen wir uns als Geschlagene dieses Krieges. Der Wehrpass ist das Foto der gewesenen Freunde, der gewesenen Ehefrau, der gewesenen Kinder, des gewesenen Hundes und des gewesenen Hauses. Es ist gewesen und wir stoppen die Verwesung nur dadurch, das wir uns in Alkohol einlegen. Das einzige was uns noch mehr Angst als Nähe und die Gegenwart macht, ist die Zukunft. Wir spüren das in dieser Zukunft eine Gefahr liegt, die viel größer ist, als alle Gefahren der Vergangenheit. Aber unsere Angst kann unsere Seele nicht mehr aufessen. Wir haben uns schon lange von unserer Seele getrennt. Sie war nur noch Stückwerk und schmerzte je mehr sie verletzt wurde. Nun sind wir getrennt aber der Schmerz blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmerz ist übrigens ein guter Indikator für Leben. Wenn der Schmerz endet, ist auch das Leben vorbei. Schmerz als Beweis des Seins. Wir müssen uns nicht kneifen um sicher zu gehen das wir nicht träumen. Unser Alptraum ist Realität wie unser Schmerz. Es ist ein kostbarer Schmerz, weil er uns bestätigt das wir noch leben. Der Schlaf verdeckt den Schmerz und wir können nie sicher sein, ob wir schlafen oder tot sind. Wir flüchten dem Schlaf, weil wir dem Tod flüchten wollen. Natürlich ereilen uns beide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe übrigens gelernt zu trinken und gleichzeitig zu denken. Das Trinken ist wichtig. Meine Bestellungen sind die Einwürfe in die Parkuhr, die mir das Sitzen hier gestatten. Die mir meine Einsamkeit in der Gemeinschaft der Einsamen erlauben. Aber nun ist es auch mit dieser Gemeinschaft vorbei. Irgendwie ist das Licht noch heller geworden, die Musiklöcher kochen über und atmen dampfenden Lärm über uns. Es ist die Fanfare die uns auf den nächsten Schritt zwingt.  Wir greifen zum Geld und flüchten in die Dunkelheit. Ich eile in meinen Schlafkäfig. Nicht weil ich den Schlaf suche, sondern weil ich mich davor fürchte, was passiert, wenn ich die Sicherheit meiner Rituale verlasse. Ich unterwerfe mich dem Schlaf, weil er mich vom Aufwachen trennt. Aufwachen ist Zukunft und neue Gefahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://flattr.com/thing/467223/Wohlorganisierte-Trostlosigkeit&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png&quot; alt=&quot;Flattr this&quot; title=&quot;Flattr this&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 18 Jan 2012 08:04:00 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/9790-guid.html</guid>
    <category>alkohol</category>
<category>angst</category>
<category>einsamkeit</category>
<category>nachtcafe</category>

</item>
<item>
    <title>Recycling von Texten</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8505-Recycling-von-Texten.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8505-Recycling-von-Texten.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8505</wfw:comment>

    <slash:comments>0</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8505</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
                                       &lt;br /&gt;
Es ist Sonntag und wer ein wenig Zeit übrig hat, sollte sich nochmal diesen alten Text durchlesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://duckhome.de/tb/archives/1605-Der-irre-Pit.html&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;Der irre Pit&quot;&gt;Der irre Pit&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
 Es scheint fast so, als sei seit 2007 kaum eine Sekunde vergangen. Pit gibt es immer noch. Momentan gibt er den Mappus, der sich die Zukunft Deutschlands mit Bürgerblut zusammenhämmert. In diesem Zusammenhang verweist auch &lt;a href=&quot;http://blog.fefe.de/?ts=b24ebffa&quot; target=&quot;blank&quot; title=&quot;fefe&quot;&gt;fefe&lt;/a&gt; auf ein &lt;a href=&quot;http://www.n-tv.de/img/16/1666056/O_1000_680_680_2tqe0932.jpg8274810227054215758.jpg&quot; target=blank&quot; title=&quot;wichtiges Bild&quot;&gt;wichtiges Bild&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der junge Mann mit dem Zettel verkündet eine Wahrheit, die so ohne weiteres auch vom irren Pit stammen könnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;strong&gt;Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt;&lt;br /&gt;
die Wahrheit steht von alleine aufrecht.&lt;/strong&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bleibt nur zu hoffen, dass es diesem jungen Mann in seinem Leben besser ergehen möge als dem irren Pit. Dadurch, dass er die Wahrheit aussprach dürfte er sich den Hass von Mappus und seinen Helfern zugezogen haben und die werden sicher nicht ruhen, bis sie auch dieses Leben zerstört haben werden. Denn Deutschland ist heute nur noch Hass und Verfolgung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leute wehrt euch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 10 Oct 2010 13:01:17 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8505-guid.html</guid>
    <category>demokratie</category>
<category>freiheit</category>
<category>mappus</category>
<category>staatsgewalt</category>
<category>wahrheit</category>

</item>
<item>
    <title>Rontha 43</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8364-Rontha-43.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8364-Rontha-43.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8364</wfw:comment>

    <slash:comments>1</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8364</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
            Dafür, dass ich diese ganze Raumfahrerei hasse, komme ich ganz schön rum. Eigentlich hatte ich mich ja nach dem Abschluss der Verwaltungsakademie auf Antiochia auf einen ruhigen Posten in irgendeiner Kolonie gefreut. Sehr zum Leidwesen meiner Frau, die als Biochemikerin auch noch aus akarischen Feuerwanzen irgendwelche nützlichen Medikamente zu kochen versucht. Anders als die meisten Fachkollegen werde ich ständig auf wichtigere Posten versetzt. Böse Zungen behaupten zwar, meine schnellen Beförderungen ständen mit einigen unglücklichen Zufällen in Verbindung. Dem ist nicht so. Meine Vorgesetzten waren stets mit meiner Arbeit zufrieden und haben die von mir getroffenen Entscheidungen auch nachträglich noch unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grunde genommen läuft alles auf das alte Dilemma hinaus. Der Kampf zwischen uns Administratoren und  den Wissenschaftlern und Technikern, die für die verrücktesten Dinge Geld in schwarzen Löchern versickern lassen oder zum Schutz der ebulanischen Roggennacktschnecke den Abbau von Werit verhindern und auch dafür noch Geld haben wollen. Selbst bei der zufälligen Vernichtung der Ursprungserde durch irgendwelche Transporterstrahlenanwendungen haben diese Nichtskönner versucht, die Schuld uns Administratoren zuzuschieben, weil angeblich die benötigte Energiemenge nicht genehmigt wurde. Als wenn Energie vom Himmel fallen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen sie zum Beispiel meinen Einsatz auf der Unterwasserwelt Rhin 3. Meine Aufgabe bestand in der Abwicklung der Abfallwirtschaft. Vor der Verfahrensoptimierung durch mich, wurde der Abfall aller 20 Stationen täglich an die Oberfläche verbracht und dort entsorgt. Ich ließ den Abfall stationsnah lagern und monatlich abtransportiert, was die Kosten auf ein Minimum reduzierte. Selbst die Wissenschaftler hatten mir bestätigt das die Folien absolut undurchlässig seien und die vorgetragenen ökologischen Bedenken trafen auf die 30 Tage Frist nicht zu. Wer hätte also ahnen können, das irgendwelche Podisaurusse nichts besseres zu tun haben, als die Abfallpakete aufzubeißen und zu fressen. Angeblich waren diese Viecher vom Aussterben bedroht. In Wirklichkeit gab es so viele von ihnen, dass uns nach der Zerstörung unserer Stationen, in denen diese Bestien nach weiterem Futter suchten nur die Aufgabe von Rhin 3 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gleiche mit den redundanten Abwasserpumpen auf Alkos. Laut dem galaktischen Handlexikon bedeutet Redundanz, dass etwas öfter vorhanden ist als eigentlich nötig ist.&lt;br /&gt;
Im Klartext also etwas überflüssiges. Warum also soll ich Geld bereitstellen mit dem die Wartung und Ersatzteile von überflüssigen Pumpen finanziert wird? Erst nachdem die Station bis zur 46. Etage mit Fäkalien voll gelaufen war, geruhten die Herren Ingenieure zu erklären, dass sie unter Redundanz Ersatzsysteme verstehen, die anlaufen sollen, wenn die eigentlichen System kaputt sind. Mit dem Geruch wird die Station trotzdem noch ein paar tausend Jahre leben müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind auf der Verwaltungsakademie eindringlich gewarnt worden. Die Technokraten sind grundsätzlich nicht bereit Verantwortung zu übernehmen und interessieren sich nie für die Kosten. Eigentlich ist schon meine Ehe ein Unding. Wenn ich sehe welche Mittel meine Frau für die Erforschung von Mausvogellarven oder bewegliche Leuchtschimmelpilze ausgibt, wie viel Transportkapazität da nutzlos vergeudet wird. Aber zum einen sind es ja keine Mittel aus meinem Budget und zum anderen sollen Frauen ruhig ein Hobby haben. Stricken wäre deutlich teurer, da das Rohmaterial so gut wie nicht mehr zu bekommen ist und wir es selbst bezahlen müssten. Außerdem liebe ich meine Frau. Aber gehen sie mir weg mit den Wissenschaften. Nichts haben die uns gebracht. Kein Transporterstrahl für fast kostenlose Beförderung von Waren und Personen. Statt dessen sind wir immer noch auf diese Raumjockeys angewiesen, die uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit erklären das sie viel lieber neue Sternensystem erkunden möchten, als Erze und Lebensmittel zu transportieren. Ja, es gibt Hyperfunk. Na und? Es gibt auch Hyperfunkviertelsjahresabrechnungen. Wenn ich mir mal eine richtige böse Bürowoche gestalten will, überprüfe ich dieses Mittelverschwendungssysteme. Danach gibt es Hyperfunkverkehr nur noch mit meiner ausdrücklichen Genehmigung. Das schlimme ist, dass wir auch ankommende Sprüche bezahlen müssen, wenn die nicht schon von vornherein blockiert werden, was ich standardmäßig anweise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider haben die Wissenschaftler versäumt, uns damals auf Elisa 23 mit normaler Post darauf hinzuweisen, dass ronindische Schwingfalter unbedingt mit Mezuran gefüttert werden müssen, damit ihre Schwingungen nicht den ganzen Planeten zerstören. Die Produktion von Schwingfalterparfum könnte heute noch laufen. Überhaupt diese ganze Angelegenheit mit extraterristischen Viechern. Bis auf ganz wenige Ausnahmen machen die nur Arbeit und verursachen Kosten. Intelligenz, geschweige denn so etwas wie eine organisierte Verwaltung haben wir nirgendwo gefunden. Meine Frau meinte zwar der bewegliche Leuchtschimmel auf Rinuin hätte versucht mit uns in Kontakt zu treten. Ich weiß nur, dass er zusammen mit dem Sauerstoff den wir für eine vernünftige Arbeitsatmosphäre brauchen, wie Nitroglyzerin reagiert hat. Hätten wir vielleicht den Schimmel fragen sollen wie er es denn am liebsten hätte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Arbeiter bereiten immer mehr Probleme. Eigentlich benötigen wir gar keine Arbeiter mehr. Im Lurian-Bergbau auf Isus-Agak mussten wir aufgrund gewerkschaftlicher Bestimmungen für je zehn Produktionssysteme einen Arbeiter einstellen und den sogar mit Gewinnanteilen entlohnen. Außer Wettrennen mit Elektroautos haben die nichts zu tun gehabt. Als die Transporter für die Beförderung von tiefgekühlten Lebensmitteln in ihren leeren Erzfrachtern eine Beobachtungsgebühr haben wollten – sie hätten die Container überhaupt nicht beobachten können – haben wir die Situation allen Arbeitern erklärt. Sie waren einverstanden dass nur alle drei Monate derartige Kost geliefert wird, um ihre Gewinnanteile nicht zu schmälern. Sie hätten den Aufstand erleben müssen, als zwei Lieferungen hintereinander verdorben waren. Dabei hatten wir Nudeln und Konserven im Überfluss. Nein. Sie haben lieber die Anlagen zerstört. Gut die Konserven bestanden zu gleichen Teilen aus Sojafleisch mit roter Tunke und Bohnen mit Sojafleisch. Da muss irgendein Computerprogramm in der Zentrale Mist gebaut haben. Aber was konnten die Maschinen dafür. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also Rhonta 43. Wieder eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Rhonta 43 ist der einzige Planet im bekannten Universum auf dem Gras und Heu gedeihen. Das sind Pflanzen von der alten Erde, die nur einen Nutzen haben nämlich tierische Artefakten von der Erde als Futter zu dienen. Diese Tiere leben laut dem Handbuch für Planeten in einer seltsamen Familiengemeinschaft die sich Rinder nennt. Zu jeder Familie gehören Kälber, Färsen, Stiere, Ochsen und Kühe und die Population kann nur erhalten werden wenn alle diese Viecher gleichzeitig vorhanden sind. Wahrscheinlich tanzen die Kälber und Färsen um die Ochsen die die Stiere befruchten während die Kühe die Sonnen anbeten oder so ähnlich. Einen Nutzen haben diese komplizierten Viecher natürlich nicht. Dafür liegt direkt unter der obersten Erdschicht von Rhonta 43 Werit, das im Tagebau abgebaut werden kann. Allerdings würden dann Gras und Heu nicht mehr wachsen und diese Rinder fressen angeblich nichts anderes, was mich bei deren komischen Liebesleben nicht wundert. Meine Frau hält die Viecher natürlich für wichtig und will aus denen sogar Käse gewinnen. Leider soll Rhonta 43 Werit erzeugen und nicht Käse, was auch immer das sein mag. Da werden die Rinder wohl schnell lernen müssen etwas anderes zu fressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 29 Aug 2010 12:12:49 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8364-guid.html</guid>
    <category>bürokratie</category>

</item>
<item>
    <title>Trockenschwimmer</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8336-Trockenschwimmer.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8336-Trockenschwimmer.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8336</wfw:comment>

    <slash:comments>2</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8336</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
            Damals. Als ich noch jung war.  Da war nicht nur der Schnee noch weißer und die Menschen viel besser, da gab es in dem Tal, in dem ich aufwuchs noch ein Schwimmbad. Ein gemauertes Becken. Auf der einen Seite für die Nichtschwimmer etwas flacher, auf der andern so tief, das man vom Block springen konnte. In jenem türkisgrün gestrichen, das seitdem glücklicherweise nicht mehr angemischt wird. Die Umkleide war eine Holzbaracke. Dazu ein Donnerbalken. Nach Geschlecht getrennt. Umkleide wie Donnerbalken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wasser kam aus dem Bach. Es war kalt. Saukalt. Wahrscheinlich viel zu kalt für Bakterien. Wenn im Steinbruch oberhalb der Badeanstalt gesprengt wurde, war das Wasser weiß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war kein öffentliches Schwimmbad in dem Sinne, das einfach Steuergelder verheizt wurden. Nein, es gehörte dem Schwimmverein. Der Schwimmverein wurde von den Honoratioren getragen. Mein Vater und meine Onkel waren auch dabei. Dazu gab es einen Kiosk. Die Einnahmen des Kiosk, die Einnahmen vom Eintrittsgeld und die Fördergelder der Honoratioren mussten alle Kosten erbringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentlichster Kostenpunkt war ein Bademeister. Eigentlich war es ein kombinierter Job. Eintrittskartenverkäufer, Kioskbetreiber, Papierkorbleerer, Reinigungskraft, Gärtner und Bademeister. Eine Multifunktionskraft. Das was heute überall vorausgesetzt wird. Dazu kamen noch hohe moralische Anforderungen. Er sollte nicht in die Damenumkleide linsen. Das Bier verkaufen, aber nicht selbst austrinken und über die lockere Moral der Jugend wachen, die neben rauchen und trinken, gerade auch das andere Geschlecht entdeckte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mann war wirklich ausgelastet. Weil aber die Bezahlung so gering war, musste er zudem auch noch Rentner sein, damit er nicht verhungerte. Auch das wird heute ja wieder gefordert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hatte der Mann auch noch eine zusätzliche Aufgabe. Er erteilte Schwimmunterricht und nahm Schwimmprüfungen ab. Er war beeindruckend. Meist trug er mausgraue kurze Hosen und ein weißes Rippunterhemd, das in Richtung der maximalen Bauchauslage auch immer grauer wurde. Dazu sportliche Filzpantoffeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Schwimmunterricht wurden die Zöglinge mit einer Korkschwimmhilfe umwickelt, dann wurde ihnen eine Stange mit einem Ring vorgehalten, hinter dem sie herschwimmen sollten und an dem sie sich im Notfall auch festhalten konnten. Der Anblick war einfach riesig. Leider nicht so häufig wie wir uns gewünscht hätten. Die meisten von uns mussten Schwimmen lernen ohne derartig fachliche Anleitung. Besonders schön war immer die Abteilung Trockenschwimmen, in der die für das Schwimmen notwendigen Körperbewegungen auf dem Trockenen vollführt wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenschwimmen gab der Gute gerne. Zum einen konnte er da mehrere Schüler gegen Entgelt gleichzeitig betreuen, zu anderen musste er sich nicht am Beckenrand mit der Stange abquälen. Er war überhaupt nicht gerne am Beckenrand. Im Becken haben wir ihn nie gesehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dauerte nicht lange und in uns keimte ein Verdacht. Von uns ließ er sich nicht leimen, egal wie oft wir auch die Ertrinkenden mimten. Er drohte uns mit Rauswurf und Badeverbot für den Sommer. Ein Sommer ohne Blick in die Damenumkleide, nicht mit uns. Also überredeten wir die gute brave Susanne. Sie stürzte verabredungsgemäß ins Becken und rief um Hilfe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Bademeister war eifrig, er warf Rettungsringe, fuchtelte mit der Stange und rief schließlich, das er nicht schwimmen könne. Daraufhin rettete ich die gute Susanne und begründete damit die Liebe zweier Sommer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre aber falsch jetzt zu glauben, das der Bademeister abgelöst worden wäre. Der Vorstand des Schwimmvereins befand, das dies ein Mangel sei, den man dem guten Manne nicht zum Vorwurf machen könne und schließlich sei doch nie etwas passiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas ähnliches gilt für die tollen Beiträge zum Thema Erziehung und Elternverantwortung die wir zur Zeit von Leuten hören die keinen Elternalltag kennen. Sie wollen anderen das Schwimmen / Erziehen beibringen, das sie selber nicht können. Aber wie bei dem Bademeister ist das ein entschuldbarer Mangel. Die Natur hat ja dafür gesorgt, das sie nicht wirklich in die Erziehungsverantwortung kamen und Trockenschwimmen schadet nicht. Aber Trockenerziehen ist eine Kunst die keiner kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 22 Aug 2010 09:20:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8336-guid.html</guid>
    <category>eltern</category>
<category>erziehung</category>
<category>erziehungspflicht</category>
<category>kinder</category>
<category>kinderarmut</category>

</item>
<item>
    <title>Hinweise an einen werdenden Vater</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8318-Hinweise-an-einen-werdenden-Vater.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8318-Hinweise-an-einen-werdenden-Vater.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8318</wfw:comment>

    <slash:comments>1</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8318</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
                                             &lt;br /&gt;
Dabei beginnt das ganze so harmlos. Ich glaube ich bin schwanger. So morgens beim Frühstück. Wehe du sagst als Mann jetzt. Ok. Ich glaube auch an deine Schwangerschaft. Dann wirst du sofort als unsensibler Trottel beschimpft. Also Vorsicht. Ein einfaches Ja, mit leichter Fragenote ist eine angemessene Antwort. Es wird in Wirklichkeit ja gar keine Antwort verlangt. Nur ein Geräusch um den Redefluss erneut anzustacheln. Wehe du beißt jetzt einfach wieder in dein Brötchen. Nein, nun musst du die gespannte Erwartung mimen. Also siehst du bedauernd dein Brötchen und den Kaffee an und machst auf bedeutend und erwartungsvoll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon geht es los. Rund siebenhunderteinundsechzig unverrückbare Tatsachen werden dir geschildert, die eindeutig darauf hinweisen das sie schwanger ist. Egal wie abstrus das ganze auch ist. Mach einen auf wohlwollend und mitfühlend. Natürlich müsstest du jetzt langsam ins Büro. Egal. Wenn du jetzt gehst, leidest du den Rest dieser Beziehung darunter. Also greifst du die nicht ganz so bescheuerten Begründungen ruhig auf, bestätigst die Verdachtslage und bringst dann das entscheidende Wort. Schwangerschaftstest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich braucht sie keinen Test. Sie kennt ja schließlich ihren Körper. Und sie ist ja auch schon drei Stunden und vierundzwanzig Minuten über ihre Tage hinaus. Sie muss einfach schwanger sein. Nun kommt es darauf an das du geschickt bist. Red mal von Kinderzimmer und sonstigen Beschaffungen. Frauen kaufen für ihr Leben gerne ein. Da kriegst du sie immer. Dann wenn sie am Haken  hängt, dann sag ihr dass ihr natürlich nichts kaufen könnt, ohne sicher zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwangerschaftstest. Sie willigt ein und hurra. Nun sollst du natürlich gleich und sofort zur Apotheke und so einen Test holen. Langsam. Sag du willst Sicherheit und deinen Jugendfreund Karl anrufen, der Biochemiker oder sonstwas ist und ganz sicher den besten Test kennt. Eigentlich schade, das du ihn seit zwanzig Jahren aus den Augen verloren hast. Aber du bist frei. Als treusorgender Vater und Mann, darfst hungrig, aber mit einer echten Aufgabe dein Heim verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du stoppst an dem Kiosk neben der Apotheke. Kaufst dir einen Kaffee und zwei belegte Brötchen, die du im Akkord verzehrst. Dann gehst du einfach in die Apotheke und verlangst einen Schwangerschaftstest. Scheiß egal, wer den Kram produziert hat. Nun bist du gewappnet. Wenn du Glück hast, kannst du das ganze noch ein paar Tage rauszögern, bist du offiziell den besten aller möglichen Tests gefunden hast. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird Mutter. Das du auch Vater wirst interessiert niemanden. Außer deiner Kreditkarte wirst du nicht mehr gebraucht. Vorläufig. Das ändert sich spätestens dann, wenn das Baby auf der Welt ist. Nun musst du die Einkaufslust bremsen. Niemand weiß ob es ein Männlein oder ein Weiblein wird und deshalb ist bei Klamotten und Kinderzimmer noch abwarten angesagt. Wenn du schlau bist, sprichst du von Mehrlingsgeburten in deiner Familie und du kriegst die Einkauferei im wesentlichen weg, bis sicher klar ist, das es nur eins mit einem bestimmten Geschlecht und gesund ist.  Aber Einkaufen ist nicht dein größtes Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wird Mutter. Schlagartig verändert sich ihr Metabolismus. Sie kann jetzt nicht mehr zu ihrem Lieblingschinesen gehen, muss aber unbedingt bei Würger King so einen Matschburger auf dreckiger Tischplatte haben. Die Erdbeermarmelade die du so liebst, verbreitet beim Frühstück einen so ekelhaften Geruch, dass sie durch irgendeine rein chemische Aprikosendingsbums mit garantiert echten eingelegten Gummiteilchen ersetzt werden muss. Dein Badeschaum den du ja erst seit 12 Jahren benutzt, wird genauso gewechselt, wie die Farbe der Vorhänge. Rette bloß die Alten. Du brauchst sie noch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommen ständig neue Probleme. So drei Tage nach Feststellung der Schwangerschaft, werden die Beine dick und der Bauch muss eingecremt werden. Das du nichts siehst, liegt an deiner Ignoranz, also halt die Klappe. Dann kommt das erste Babyfoto per Ultraschall. Natürlich erkennst du nichts. Wie auch. Du sagst ja auch nichts aus einer Kristallkugel voraus. Aber halt die Klappe wenn sie dich fragt, ob du diese Flecken auf dem Bild nicht auch sooo süß findest. Dann bewegt sich das Kind. Das ist zwar biologischer Unfug, für dich aber Gottes Wort. Du hast den Fuß oder Ellebogen einfach zu fühlen. Das ist deine Aufgabe, du bist Vater. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das der Hund, der Müll, das Einkaufen und große Teile des Haushaltes nun deine Aufgabe sind, ist auch klar. Die Investition in eine Putzfrau ist sinnlos. Sie wird in ihrer Schwangerschaft keine andere Stute in ihrem Beritt dulden. Schwangerschaft gegenüber anderen Frauen ist nämlich längst nicht so schön, wie Schwangerschaft gegenüber Männern. Weil Männer keine eigenen Schwangerschaftserfahrungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dein Arbeitszimmer, der einzige geeignete Raum für ein Kinderzimmer ist, musst du hinnehmen. Die drei anderen möglichen Räume passen eben nicht Zieh gleich in den Keller. Da bist du bis zum 14. Lebensjahr meist vor Ansprüchen der Kinder sicher. Danach wird dein Arbeitszimmer zum Partyraum. Aber es gibt sehr billige Gartenhäuschen im Baumarkt. Natürlich unbeheizbar. Für dich wird es reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommt die Phase in der die Zweifel kommen, ob es richtig ist dieses Kind jetzt zu bekommen. Das diese Frage im vierten Monat nun wirklich durch Fakten erledigt ist, siehst auch nur du Trottel so. Danach kommt die Gewissensfrage ob Fruchtwasserspiegelung oder humangenetische Untersuchung. Diverse neue Babyfotos per Ultraschall und natürlich die Schwangerschaftsgymnastik mit Vätern. Die ist wirklich toll. Wenn du mal einen Haufen Kerle sehen willst, die sich vollständig zum Affen machen, dann bist du da richtig. Seltsam auch, das die Kerle besser hecheln knnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beklag dich nur nicht darüber, das du dauernd mitten in der Nacht irgendwelche Nahrungsmittel einkaufen musst, die sie sonst nie essen würde und die sie spätestens im Rahmen der Morgenübelkeit wieder los wird. Nimm es hin. Bald kennst du jede Nachttankstelle mit ihren speziellen Angeboten. Die Chips von Aral und der Käsedip von Shell. Das Malzbier muss von der Jet kommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber irgendwann sieht sie dann aus als ob sie einen Medizinball verschluckt hätte. Du bist längst am Ende deiner Nerven. Selbst die große Diskussion über die Art der Geburt hast du durchgestanden. Natürlich hast du dich nicht durchgesetzt. Es soll eine natürlich Geburt sein. Weil der Schmerz doch die Mutterbindung stärkt. Dafür braucht sie beim Zahnarzt dann eine Vollnarkose, um auch nur den Mund aufzukriegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun beginnen die Nächte in denen sie glaubt, das sie die Wehen hat. Das sind aber nur vier bis sechs Wochen und die Sache mit dem Schlaf hat sich für dich eh erledigt. Dann wird sie plötzlich aktiv. Sie kann über ihren Bauch zwar ihre Füße nicht mehr sehen, aber nun muss in der Wohnung umgeräumt oder renoviert werden. Nicht widersprechen. Das ist Teil der Geburt. Wenn du Glück hast, richtet sie nur wenig Chaos an. Dann platzt die Fruchtblase. Natürlich auf der weißen Leinencouch. Wo sonst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du schlau bist, fahr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Mit deinem eigenen Auto müsstest du alle paar Meter anhalten und eine Wehe abwarten. Im Krankenhaus angekommen ist natürlich nichts. Das ist wie mit den Zahnschmerzen beim Zahnarzt. Also Wehentropf, der macht Herzrasen beim Kind. Du kennst die Lösung, darfst sie aber nicht zu früh bringen. Irgendwann sind sie und die Hebamme plus die mittlerweile drei Ärzte es leid. Da sagst du das Zauberwort, Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie. Erst ein wenig Widerspruch, wegen der fehlenden Natürlichkeit und so, aber dann geht es los. Dann geht es auch sehr schnell. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du so groß bist wie ich, kannst du über die Abdeckplane hinwegsehen und verfolgen wie sie deine Frau aufschneiden und das Zwergenkind rausholen. Nein du willst die Nabelschnur nicht durchtrennen. Sonst hörst du dein Leben lang, dass du den Bauchnabel versaut hast. Du nimmst das Kind verschmiert wie es ist pflichtschuldigst an und legst es der Mutter auf die Brust. Friede Freude Eierkuchen allenthalben. Dann stellt die Hebemme glücklicherweise fest, das es zu kalt für das Blag im OP ist. Du darfst mit dem Kind zurück auf Station. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hast du es zum ersten Mal für dich alleine. Schäm dich nicht, du darfst dem Kind ruhig sagen was du fühlst. Es wird nichts weitererzählen. Du darfst es auch küssen und kontrollieren ob alles dran und an der richtigen Stelle ist. Für ein paar Momente ist es nämlich dein Kind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommt die wilde Meute wieder. Du bist nur Vater um Taschen auf Station zu transportieren und eigentlich bist du überflssig. Sie ist müde und geschafft, das Baby auch. Also verdufte und geh dich besaufen. Das geht nur beim ersten Kind. Danach wartet zu Hause nämlich immer ein Kind auf dich. Das will nicht die Oma oder Tante Helga, das will dich, wenn Mama so einfach ins Krankenhaus gegangen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens bekommst du dein Kind dann auch zu Hause manchmal für dich. Wenn das mit dem Fläschchen anfängt. Dann darfst du nachts, zuerst nur das Fläschchen machen, aber später darfst du auch füttern. Noch später musst du es. Aber das ist Klasse. In einem ruhigen Wohnzimmer mit deinem Baby alleine ist einfach toll. Da klappts auch mit dem Bäuerchen. Dann kommen erst die Dreimonatskoliken und dann die Zähne. Die sind gut für deine Sportlichkeit. Du erwanderst mit dem Baby auf dem Arm, dein ganzes Haus. Du siehst Stellen die dir noch nie aufgefallen sind. Du bist Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 15 Aug 2010 08:58:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8318-guid.html</guid>
    <category>geburt</category>
<category>kinder</category>
<category>vater</category>
<category>vaterschaft</category>

</item>
<item>
    <title>Wohlorganisierte Trostlosigkeit</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8261-Wohlorganisierte-Trostlosigkeit.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8261-Wohlorganisierte-Trostlosigkeit.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8261</wfw:comment>

    <slash:comments>1</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8261</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
                                                  &lt;br /&gt;
Ich weiß wirklich nicht ob es tatsächlich an jenem Bild liegt, wenn ich Nacht für Nacht hier bin. Aber ich bin immer hier und sitze immer genau gegenüber diesem Bild, das den einzigen Schmuck der ansonsten kahlen gelbweißen Wand bildet. &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 600px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;a class=&#039;serendipity_image_link&#039; href=&#039;http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/hopper/street/hopper.nighthawks.jpg&#039; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:1688 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;600&quot; height=&quot;327&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/hopper.nighthawks-klein.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-size:0.9em&quot;&gt;© Foto www.ibiblio.org&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist das Bild nur ein Druck des Nachtfalken. Und wie auf dem Bild von Edward Hopper ist auch hier nichts echt oder gar lebendig. Wir Untoten blicken auf seine Untoten. Nur das man uns keine hölzernen Möbel gegönnt hat. Noch nicht einmal Imitate. Poliertes, kaltes Aluminium und weißgraues Resopal. Dazu ein hartes Neonlicht wie in der Aufnahmezelle der Bahnhofswache. Wahrscheinlich bin ich nicht wegen des Bildes hier. Ich bin hier weil alle anderen Kneipen so langsam schließen. Auch hier. Mitten in Charlottenburg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klinische Reinheit des Raumes soll uns auf Abstand halten. Wir sind hier bestenfalls geduldet. Geparkte Körper am Tropf ihrer Droge. Natürlich trinken wir alle Kaffee. Dazu noch einen kleinen doppelten Aufwärmer. Mann und Frau trinkt den Hochprozentigen mit einem Schluck, das sieht nebensächlicher aus. Tatsächlich ist der Kaffee die Nebensache. Wenn der Pegel schon jetzt fällt, kommen wir nicht in den neuen Tag. Manchmal versuchen sich Männer und Frauen gegenseitig zu wärmen. So etwas wie Trost aufkommen zu lassen. Scheue Zärtlichkeit, die im grellen Neonlicht verbrennt, sich nur in schneller Flucht ins Dunkle retten könnte. Aber Flucht erfordert Mut und Bewegung. Der Tropf beruhigt. Auch das überlaute Zischen der Kaffeemaschine, die längst mehr Aufschäumendes und gequirltes als Kaffee produziert. Die Musiklöcher in der Decke sind auf extrem leise gestellt. Das soll uns dazu bringen selber auch leise zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollen trinken und nicht mit einander reden. Gespräche könnten Ansichten transportieren die nur Gegenreden und Gegenansichten herausfordern. Wir sollen scheu bleiben an diesem halbvertrockneten Wasserloch. Ein ruhiges und sicheres Opfer jenes Krokodils in der Mitte, das uns mit immer neuen Drinks und ab und an mit Kaffee versorgt. Ich bekomme den Kaffee sogar kostenlos zu jedem sechsten Doppelten. Fast regelmäßig jede Stunde. Ich muss mich auch nicht mehr entscheiden. Meine Schlagzahl ist festgelegt und die Zigaretten werden erneuert, wenn ich die Schachtel zerknülle. Ich bin in versorgter Sicherheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe den Blick nach draußen längst aufgegeben. Wozu auch. Es ist draußen nicht anders als drinnen. Es hasten die immer gleichen gesichtslosen Schatten durch die Nacht und jene mit Gesichtern und brennenden Augen die gerne in dieses Licht möchten, mag ich nicht sehen. Es ist eine gefährliche Sicherheit in der ich hier bin. Ein festgefügtes Ritual, das mich genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Bett fallen lässt und es mir ermöglicht zum richtigen Zeitpunkt wieder aufzustehen und zu funktionieren. Es ist ein Gleichgewicht des Schreckens und der Abschreckung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich diese Sicherheit verlasse und das Gleichgewicht verliere, werde ich zu einem jener Schatten dort draußen. Dann sind es meine Augen die brennend in dieses Licht schauen. Ich kenne das. Im Januar, wenn die Versicherungen fällig sind, werde ich für Tage, manchmal für Wochen zu einem solchen Schatten. Ich kenne den Geruch der Schatten, wenn ich dann Nacht für Nacht in ihr Reich eintauche und ein Teil von ihnen werde. Es ist dieser Geruch den kein Duschbad dieser Erde abwaschen kann und gegen den kein Deo hilft. Es ist dieser Geruch der Abstand schafft und schlussendlich dauerhaft ausgrenzt. Selbst meine Kollegen kennen ihn. Sie die sie ihre bürgerliche Respektierlichkeiten wie ein Banner vor sich hertragen. Ob auch sie ihre neonbeleuchteten Sicherheitszellen haben? Ich werde es nie erfahren. Wir Verlorenen schätzen den Abstand. Entfernung ist Schutz und Nähe ist Gefahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Angst vor der Nähe ist übrigens wohlbegründet. Wir sind Veteranen. In den wenigen Momenten wo wir uns untereinander unsere Narben zeigen und die Schilde kurzfristig herunterlassen, verstehen wir uns als Geschlagene dieses Krieges. Der Wehrpass ist das Foto der gewesenen Freunde, der gewesenen Ehefrau, der gewesenen Kinder, des gewesenen Hundes und des gewesenen Hauses. Es ist gewesen und wir stoppen die Verwesung nur dadurch, das wir uns in Alkohol einlegen. Das einzige was uns noch mehr Angst als Nähe und die Gegenwart macht, ist die Zukunft. Wir spüren das in dieser Zukunft eine Gefahr liegt, die viel größer ist, als alle Gefahren der Vergangenheit. Aber unsere Angst kann unsere Seele nicht mehr aufessen. Wir haben uns schon lange von unserer Seele getrennt. Sie war nur noch Stückwerk und schmerzte je mehr sie verletzt wurde. Nun sind wir getrennt aber der Schmerz blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmerz ist übrigens ein guter Indikator für Leben. Wenn der Schmerz endet, ist auch das Leben vorbei. Schmerz als Beweis des Seins. Wir müssen uns nicht kneifen um sicher zu gehen das wir nicht träumen. Unser Alptraum ist Realität wie unser Schmerz. Es ist ein kostbarer Schmerz, weil er uns bestätigt das wir noch leben. Der Schlaf verdeckt den Schmerz und wir können nie sicher sein, ob wir schlafen oder tot sind. Wir flüchten dem Schlaf, weil wir dem Tod flüchten wollen. Natürlich ereilen uns beide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe übrigens gelernt zu trinken und gleichzeitig zu denken. Das Trinken ist wichtig. Meine Bestellungen sind die Einwürfe in die Parkuhr, die mir das Sitzen hier gestatten. Die mir meine Einsamkeit in der Gemeinschaft der Einsamen erlauben. Aber nun ist es auch mit dieser Gemeinschaft vorbei. Irgendwie ist das Licht noch heller geworden, die Musiklöcher kochen über und atmen dampfenden Lärm über uns. Es ist die Fanfare die uns auf den nächsten Schritt zwingt.  Wir greifen zum Geld und flüchten in die Dunkelheit. Ich eile in meinen Schlafkäfig. Nicht weil ich den Schlaf suche, sondern weil ich mich davor fürchte, was passiert, wenn ich die Sicherheit meiner Rituale verlasse. Ich unterwerfe mich dem Schlaf, weil er mich vom Aufwachen trennt. Aufwachen ist Zukunft und neue Gefahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 25 Jul 2010 08:47:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8261-guid.html</guid>
    <category>alkohol</category>
<category>einsamkeit</category>

</item>
<item>
    <title>Wurmkur - Achtung Katzencontent wegen Sommerloch!</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/8253-Wurmkur-Achtung-Katzencontent-wegen-Sommerloch!.html</link>
            <category>Literaturversuche</category>
    
    <comments>http://www.duckhome.de/tb/archives/8253-Wurmkur-Achtung-Katzencontent-wegen-Sommerloch!.html#comments</comments>
    <wfw:comment>http://www.duckhome.de/tb/wfwcomment.php?cid=8253</wfw:comment>

    <slash:comments>2</slash:comments>
    <wfw:commentRss>http://www.duckhome.de/tb/rss.php?version=2.0&amp;type=comments&amp;cid=8253</wfw:commentRss>
    

    <author>nospam@example.com (Jochen Hoff)</author>
    <content:encoded>

            
                                            &lt;br /&gt;
&quot;Nimmt deine Katze dir eine Tablette ab?&quot; fragte mein Freund Eckehard, seines Zeichens unser Haus- und Hoftierarzt. &quot;Ansonsten müsstest du noch zweimal zum Spritzen mit ihr vorbeikommen&quot;.  Meine Katze fährt gerne Auto. Überall hin, nur nicht zum Tierarzt. Normalerweise bewegt sie sich frei im Auto, aber in der Nähe des Tierarztes muss sie im Katzenkorb sein. Leider ist die Öffnung des größten Katzenkorbes genau drei Zentimeter kleiner als die Gesamtspreizweite unserer Katze. Ich werde sauer die Katze wird sauer. Es ist ein Graus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also nicke ich frenetisch und bejahe etwas, was ich noch nie ausprobiert habe. Dann erhalte ich drei Pillen. Klein weiß und unschuldig. Ich verfrachte eine weitgespreizte Katze in die zu kleine Boxenöffnung. Dabei ist das ein Transportkorb für mittelgroße Hunde. Meine Katze beschimpft mich im Auto noch auf das Übelste, aber bald haben wir die Bundesstraße erreicht und ich lasse sie wieder frei. Sie beruhigt sich und lässt es auch gnädig zu, das ich ihr auf dem Hof die Tür öffne. Hoch erhobenen Hauptes und Schwanzes tänzelt sie an mir vorbei. Ich bin Luft für sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich verfrachte den Transportkorb in den Stall und greife in die Jackentasche. Drei Pillen. Morgen, übermorgen und überübermorgen. Die Katze steht wie ein Racheengel auf ihrem Katzenbaum. Kein Wasser, kein Katzenfutter. Das ist typisch für schlechte Tage. Ein gelangweilter Leonberger erreicht stehend meine 1,93. Wo soll da das Katzenfutter sicher sein. Der Hund wedelt freundlich die Unschuld vom Lande mimend und ich gebe der Katze neues Wasser und Futter. Nein so nicht. Sie betrachtet das Futter, als ob ich sie vergiften wolle, sieht mich schief an und wandert zu den Hundenäpfen. Pfft. Wer braucht dich schon, du katzeneinsperrender Mensch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder fallen mir meine drei Pillen ein. Das kann ja heiter werden. Abends hat die Katze ihrer Meinung nach genug mit mir gemeckert und außerdem gönnt sie den Hunden die Extrastreicheleinheiten die sie mangels Katze erhalten auch nicht. Also darf ich ihr den Pelz kraulen und Unfug mit ihr anstellen. Sie geht sogar soweit, das sie ein wenig Leberwurst von meinem Finger nimmt. In der Nacht brüte ich einen Plan aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am frühen Morgen, als selbst Hund und Katze nichts anderes als schlafen wollen, geistere ich bereits durch die Wohnung. Ich nehme die Leberwurst aus dem Kühlschrank, die Pillen aus der Jacke und gehe in die Sattelkammer. Dort zerreibe ich die drei Pillen nacheinander im Mörser und packe zwei davon weg. Die dritte mische ich mit Leberwurst zu einer kleinen Kugel. Oh was bin ich schlau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin sogar noch schlauer. Etwas später am Tage als die Damen und Herren Hunde und die weibliche Katze mit dem schönen Namen Fridolin sich für ihre Umwelt interessierten, habe ich die Hunde ganz geheimniskrämerisch zu mir gerufen und ihnen etwas Leberwurst als Leckerli gegeben. Dabei achtete ich sehr sorgfältig darauf, dass die Katze nichts sehen konnte. Sie fand das Spiel lustig obwohl sie sicher längs gerochen hatte um was es ging. Auf jeden Fall nahm sie huldvoll die Leberwurstkugel mit der zerdrückten Pille. Eins zu null für mich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ganzen Tag über ging ich wie auf Wolken. Ich hatte gesiegt. Ich war der Katze überlegen. Welch ein Fest. Ich war nahe daran mir einen Lorbeerkranz zu kaufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings schwand mein Hochgefühl am nächsten Morgen. Ich war etwas später aufgestanden. Meine Katze folgte mir auf dem Fuße. Als ich die bereits zerdrückte Pille auf eine Untertasse umfüllte um sie mit der Leberwurst zu vermengen, sprang die Katze auf das Sidebord, schob mit ihrem Kopf meine Hand weg und leckte wie selbstverständlich die Pille auf um dann energisch pillenfreie Leberwurst zu fordern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag lief es genauso. Die Katze hat von da an jede Pille problemlos als Pulver genommen. Sie war mir einfach über. Ich vermisse sie immer noch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 20 Jul 2010 08:31:10 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/8253-guid.html</guid>
    
</item>

</channel>
</rss>
