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    <title> - Weinkolumne</title>
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    <pubDate>Sat, 12 May 2012 17:17:45 GMT</pubDate>

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    <title>Ein Glas auf die Verhältnisse</title>
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            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Wenn es überall brodelt und stinkt, gibt es auch ständig Gelegenheit, sich mit einem angemessenen Tropfen an den Ereignissen zu erfreuen. Als Weinfreund sollte man daher über ein möglichst flexibles Reservoir verfügen.&lt;br /&gt;
 Beginnen wir mit den Wahlen. In Frankreich wurde endlich ein Präsident aus dem Amt gejagt, der nach eigenem Bekunden keinen Schluck Wein trinkt. Das geht in der großen Genießernation natürlich gar nicht. Begrüßen wir also den ausgewiesenen Feinschmecker Francoise Hollande mit einem satten roten Burgunder. In Frage käme besonders ein Hospice de Beaune, da die Erlöse dieses Weingutes sozialen Zwecken zu Gute kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Griechenland haben die Wähler die großen korrupten Staatsparteien vorerst in die Wüste geschickt. Wird ihnen wohl nicht viel helfen, aber einen kräftigen Mount Athos aus der einzigen Mönchsrepublik der Welt ist das dennoch wert. Zwar betreiben auch die orthodoxen Mönche den griechischen Volkssport Steuerhinterziehung, doch im Vergleich zu den Oligarchen sind es kleine Fische, und ihr Wein ist großartig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Schleswig-Holstein gibt es eigentlich weniger zu feiern. Wenigstens haben es die Piraten geschafft, dass die bekanntermaßen besonders asoziale Regierungskonstellation „rot-grün“ jedenfalls nicht in Reinform agieren kann. Auf die doofen Piraten anzustoßen geht allerdings nicht, zumal die alle nur Club Mate trinken. Prosten wir also den lustigen Dänen zu, die mit ihrer unter Artenschutz stehenden Volksgruppenpartei SSW vielleicht ein paar richtige Dinge in der Bildungspolitik auf den Weg bringen. Doch was bitte kann man trinken, wenn man an Dänen denkt? Am besten vermutlich Faxe-Pils in der Literdose.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommen wir nach Nordrhein-Westfalen, ebenfalls ein Bierland. Auch da wird es was zu begießen geben, nämlich den Rausschmiss der Linken aus dem Parlament. Schließlich braucht kein Mensch eine Linke, die sich in weiten Teilen als staatstragende Regierungspartei im Wartestand fühlt und nun staunend zur Kenntnis nehmen muss, dass sie eigentlich niemand braucht. Gönnen wir uns zum Abschied von den (West)-Linken also einen richtig guten Ost-Tropfen, z.B. den Naumburger Steinmeister Riesling trocken vom Weingut Gussek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zum Schluss landen wir natürlich wieder in der deutschen Hauptstadt, wo man sich längst zwar noch nicht als Nabel der Welt, aber wenigstens Europas geriert. Dass die Funktionseliten der Stadt zu dämlich sind, einen Flughafen pünktlich betriebssicher zu eröffnen, ist einen großen deutschen Wein wert. Also schon wieder einen Riesling, diesmal vielleicht den 2006er Laubach Schiefer von Heymann-Löwenstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bliebe noch der von allen Humanisten und Fußballästheten ersehnte und bereits fast besiegelte Abstieg von Hertha BSC. Darauf muss man dann am kommenden Dienstag gegen 22.15 Uhr ein schönes Düsseldorfer Altbier trinken, am besten ein Schumacher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 12 May 2012 16:36:47 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>1. Mai - Kampftag des Spargelschälers   </title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/10058-1.-Mai-Kampftag-des-Spargelschaelers.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Am 1. Mai haben viele frei. Was also tun mit der geschenkten Zeit? Demonstrieren in Berlin ist in der Regel öde oder gefährlich. Beim DGB mischen sich Bier- und Gewerkschaftsfahnen mit Rostbratwurstgestank und allerlei langweiligen Reden. In Kreuzberg gibt’s meistens zunächst Multikultifood auf dem Mariannenplatz und zum Nachtisch Haue und Tränengas. &lt;br /&gt;
 In den vergangenen Jahren pflegten sich manchmal auch revolutionäre Mitbürger verschiedenster Herkunft aufgrund gewisser Meinungsverschiedenheiten über die Rolle Stalins oder ähnlichem gut auf die Glocke zu geben. Bleibt, schönes Wetter vorausgesetzt, eine ausgedehnte Fahrradtour in das Umland, was aber aufgrund des an diesem Tag in der Regel vatertagsreifen Alkoholpegels der meisten Ausflügler auch kein reines Vergnügen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schluss mit dem Unfug und den ganzen Ritualen. Balkon oder Terrasse ist angesagt! Immerhin liegt der 1. Mai ja mitten in der Spargelzeit. Deswegen bei einem der unzähligen Brandenburger Direktvermarkter ein paar Kilo des herrlichen Wurzelgemüses besorgen. Den Vorabend verbringt man dann mal nicht bei irgendwelchen Walpurgisnacht-Gelagen mit anschließendem Spießrutenlaufen durch Spaliere erlebnishungriger junger Beamter, sondern mit einem Spargelschäler in der heimischen Küche. Wem das nicht revolutionär genug ist, der kann bei der nun folgenden gleichermaßen notwendigen wie nervigen Tätigkeit des Schälens ja dröhnend laut »Der Kampf geht weiter« von Ton Steine Scherben, »Bandera Rossa« vom Arbeiterkulturensemble des Chemiekombinats Guben und »Bullenschweine« von den Drecksäcken als Endlosschleife aufdrehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Spargelschalen wandern schließlich in einen großen Topf und werden mindestens eine halbe Stunde lang ausgekocht. Den geschälten Spargel wickelt man in ein nasses Handtuch und packt ihn in den Kühlschrank. Danach hat man genug Muße, bei einem guten Glas Wein die Planung für den nächsten Tag zu präzisieren. Eines ist jedenfalls klar: Man wird am 1. Mai nicht demonstrieren gehen und ein paar Freunde dazu überreden, es einem gleich zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vormittag beginnt man dann mit den konkreten Vorbereitungen des Kampftages der Spargelschälers. Auf dem Terrassentisch wird eine alte rote Fahne ausgebreitet, und größere Mengen Weißwein der Kühlung zugeführt. Wenn die Kumpels kommen, werden die Kartoffeln (am besten Linda) gegart oder gedämpft, es wird ein wenig Petersilie gezupft, etwas Butter zerlassen und schließlich der Spargel in dem Schalensud erhitzt. Hollandaise oder ähnliche Pampe ist ebenso verboten wie Schnitzel oder Schinken. Es gibt Spargel satt! Dazu trinken wir auch diesmal wieder (hatte sich in den vergangenen Jahren bewährt) einen jungen Weißburgunder von der südlichen  Mosel. Was Stephan Steinmetz da aus den Muschelkalkböden holt, ist Sommer pur. Wiesenduft in der Nase bildet den Opener für einen klarer, erfrischenden Tropfen mit ein bisschen Steinobst und angemessener Säure. Passt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Spargelgelage beginnt der gemütliche Teil. Beliebt sind der Austausch alter Kampferlebnisse vom brennenden &lt;a href=&quot;http://www.myfest36.de/pressespiegel/176-vor-25-jahren-brannte-bolle-berlins-haesslichstes-jubilaeum-berliner-kurier-18042012.html&quot;&gt;Bolle-Supermarkt &lt;/a&gt;am Görlitzer Bahnhof in Kreuzberg (1987) und bei älteren Semestern von der Besetzung des AKW-Bauplatzes in &lt;a href=&quot;http://www.brokdorf-antiakw.de/geschichte/25_jahre_anti-akw-bewegung.html&quot;&gt;Brokdorf&lt;/a&gt; (1977). Falls man doch noch Bock auf Randale bekommt, kann man seine Anlage so laut aufdrehen, bis die Bullen kommen und sie beschlagnahmen wollen. Was auf den Straßen passiert ist, läßt sich, Interesse vorausgesetzt, in Nachrichtensendern wie N-TV oder Inforadio eruieren. Irgendwann geht man dann schlafen. Und ab dem 2. Mai steht man der Revolution wieder voll und ganz zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Weißburgunder 2011 von &lt;a href=&quot;http://www.der-weinmacher.de/35.0.html&quot;&gt;Stephan Steinmetz &lt;/a&gt;gibt es für 6,40 ab Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 29 Apr 2012 11:09:39 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Der unvergorene Wein</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/10036-Der-unvergorene-Wein.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Es gibt Dinge, die gehen einfach gar nicht. Dazu gehört mit Sicherheit alkoholfreier Wein, denn trotz jahrzehntelangen Anstrengungen ist es – anders als bei Bier – bis heute nicht gelungen, einigermaßen genießbare Tropfen zu produzieren. &lt;br /&gt;
 Zwar ist man heutzutage nicht mehr auf archaische Verfahren wie die Destillation angewiesen, wo der enthaltene Alkohol einfach verdampft wird – und mit ihm auch die meisten Geschmacksstoffe. Doch auch weniger brachiale Methoden, wie etwa die Vakuumrektifikation, bei der man Aromastoffe, die bei der Verdampfung abgetrennt werden, dem entalkoholisierten Wein wieder zuführen kann, zeitigten bislang keine überzeugenden Ergebnisse. Experimentiert wird ferner mit extrem feinporigen Membranen, durch die Alkoholmoleküle hindurchpassen, währen die grösseren Aromamoleküle zurückgehalten werden. Klingt gut, scheint aber auch nicht zu klappen, wie man bemerkt, wenn man sich entsprechende Produkte einverleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Hartmut Heintz hat mit alkoholfreiem Wein nichts am Hut. Dem Inhaber des Weinguts Im Zwölberich in Langenlonsheim will nicht in den Kopf, dass man den frischen, süßen Most erst durch Vergärung veredelt, um ihm anschließend „seine Seele wegzunehmen“, so Heintz im Gespräch. Und das mit der Seele hat in einem biologisch-dynamisch wirtschaftenden Demeter-Betrieb natürlich eine ganz besondere Bedeutung. In seinem renommierten Nahe-Weingut kultiviert Heintz vielmehr etwas, was man gemeinhin als Traubensaft bezeichnet, von ihm aber „unvergorener Wein“ genannt wird. Schließlich gehe es bei der „spirituellen Dimension des Weines vom Dionysos-Kult im alten Griechenland bis zum Messwein in christlichen Kirchen“ weniger um „den Alkohol an sich“, sondern um „die wärmende, entspannende, verbindende und wohlige Atmosphäre schaffende Strahlkraft des Weines“, heißt es dazu im Prospekt des Gutes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon ziemlich harter Tobak und für weniger beseelte Gemüter recht schwer verdaulich. Die Latte, die man auf dem Weg zu Heintz’ unvergorenen Weinen überqueren muss, ist ohnehin ziemlich hoch. Ich entdeckte sie erstmals im Regal eines mir nicht sonderlich sympathischen Weinhändlers, und zwar zum Preis von 8 Euro für eine 0,75-Liter Flasche. Dies veranlasste mich seinerzeit in einer Kolumne zu ziemlich heftigen Beschimpfungen des Händlers, dessen Preisgestaltung ich unter anderem als „abenteuerlich“ bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch ab Hof werden die unvergorenen Weine für Preise zwischen 6,90 und 12,80 abgegeben. Einigermaßen rauflustig sann ich nunmehr nach einer Gelegenheit, Vertreter des Weinguts Im Zwölberich „zur Rede zu stellen“ und angesichts dieses offensichtlichen Esorterik-Wuchers  anschließend nach allen Regeln der journalistischen Kunst zu massakrieren. Schließlich besuchte ich eine Demeter-Weinpräsentation, bei der Herr Heintz persönlich anwesend war. Dem schien das Geschimpfe von 08/15-Traubensaft-geschädigten Weinfreunden nicht ganz fremd zu sein. Entsprechend geduldig hörte er sich meine Tiraden an – um mir anschließend kräftig den Kopf zu waschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn sein unvergorener Wein stammt aus denselben Lagen wie der vergorene. Das bedeutet Ertragsreduzierung, manuelle Lese und natürlich das ganze Demeter-Programm von Hornmist bis Urgesteinsmehl. Und die Weinbereitung unterscheidet sich zwar deutlich von der der vergorenen Artgenossen, erfordert aber bei derartigen Premium-Produkten einen ziemlichen Aufwand. Das, was man gemeinhin als Traubensaft angeboten bekommt, stammt dagegen entweder aus dem Saft simpler Tafeltrauben oder aus der Reste- und Abfallverwertung von Winzern. Ganz zu schweigen von eher rustikalen Fertigungsprozessen bei konventionell und industriell gefertigten Traubensäften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch entscheidend ist bekanntlich im Glas. Vorweg: Alles schmeckte mehr oder weniger großartig. Zwei Highlights gilt es jedoch herauszuheben. Da wäre zum einen der 2011er Riesling Langenlonsheimer Löhrer Berg., gelesen am 7.Oktober mit über 8o° Oechsle. Eine glasklare Rieslingfrucht gepaart mit Anklängen an Melone. Ein wenig Honig im Mund und alles wunderbar ausbalanciert von knackiger Säure.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den mit 90° Oechsle Ende September 2011 gelesenen Spätburgundertrauben vom Langenlonsheimer Steinchen hätte der Winzer auch eine trockene Spätlese machen können. Doch auch da wanderte eine Partie in die Herstellung eines unvergorenen Weines der Extraklasse. Wieder trotz des hohen Zuckergehaltes verblüffende Sortentypizität. Ein hochkonzentrierter Stoff, bei dem es keinesfalls ehrenrührig ist, ihn mit Wasser zu mischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem großen Genusserlebnis war meine Begegnung mit den unvergorenen Weinen von Zwölberich aber ohnehin äußerst lehrreich. Schließlich bin ich voll in die Preis-Wert-Falle getappt. Die Preise des Gutes erschienen mir aberwitzig – weil ich ein vollkommen limitiertes Verständnis von Traubensaft hatte. Und die Suche nach einem „guten“ alkoholfreien Wein werde ich mir in Zukunft komplett verkneifen. Denn wer braucht schon ein Getränk ohne Seele.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Säfte vom &lt;a href=&quot;http://www.weinpaket.de/index.php?cat=c9_Traubensaft.html&amp;XTCsid=3ij4pisp9asfd0r5773sstrnvtbb59b1&quot;&gt;Weingut Im Zwölberich&lt;/a&gt; sind ab Hof und in einigen Fachgeschäften erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 21 Apr 2012 14:17:17 +0200</pubDate>
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    <title>Manchmal geht es auch für wenig Geld</title>
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            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
    <content:encoded>

            
            Der deutsche Weinbau hat viele Gesichter. Eines der jüngsten gehört dem 23jährigen Benjamin Ehrhart, der seit 2009 bestimmt, was im Keller des elterlichen Weinguts im rheinhessischen Eschbach geschieht. Nach Lehr- und Wanderjahren durch einige renommierte deutsche Weingüter und abgeschlossenen Ausbildungen zum Weinbauwirtschafter und Techniker fühlt er sich trotz (oder wegen) seiner Jugend reif genug, den Laden ein wenig zu entrümpeln. &lt;br /&gt;
 Dran glauben mussten unter anderem die im deutschen Weinrecht vorgesehenen Prädikate wie Kabinett, Spätlese etc. die ohnehin nur der Verbrauchertäuschung dienen. Ehrhart setzt vielmehr auf eine bestechend einfache Qualitätspyramide. Sie beginnt mit einigen Gutsweinen in der Literflasche. Es folgen mit 2 bzw. 3 Sternen versehene Produktlinien, und auch beim Premiumsegment verzichtet Benjamin Ehrhart auf mehr oder weniger phantasievolle Bezeichnungen wie „Reserve&quot; oder „Selection&quot;, sondern verwendet schlicht die Lagennamen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Besonders beim Spätburgunder macht es ungeheuren Spaß, sich von unten nach oben durch diese Pyramide zu trinken. Die beginnt hier bei zwei Sternen, und schon in dieser einfachen Kategorie bekommt man einen sehr klaren Pinot mit  rubinroter Farbe, kräftiger Struktur und einem Duft nach Kirsche und Brombeere ins Glas. Langsame Maischegärung und der Ausbau im großen Holzfass sorgen dafür, dass das berüchtigte Marmeladen-Feeling in keiner Sekunde aufkommt. Auch wird die reintönige Kirschfrucht nicht mit unangemessen hohen Alkoholwerten zerstört. Ein schlichter, gradliniger Trinkspaß für jede denkbare Gelegenheit. Und das zu einem sensationellen Preis, aber dazu später&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Bei 3 Sternen geht es dann richtig zur Sache. Benjamin Ehrhart arbeitet mit streng selektiertioniertem, vollreifem  Lesegut, setzt eine Ertragsbeschränklung auf 60 Hektoliter pro Hektar fest und verfügt eine längere Maischestandzeit mit etwas höherer Temperatur (mechanisch kontrolliert, z.B. durch Folienabdeckung). Der Ausbau in gebrauchten Barriques gibt den letzten Schliff. Veilchen und Vanille ergänzen die Primäraromen, alles getragen von einem stabilen Säuregerüst. Angeboten wird derzeit der Jahrgang 2009. Das heißt, der Wein hat sich bereits einigermaßen gefunden und beglückt auch nach dem Runterschlucken noch mit warmen Nachklängen wie Süßkirsche. In jeder Sekunde mit diesem Wein spürt man im Mund die Traubenreife.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unserem sternefähigen, aber leider unambitionierten Hilfskoch Lindmüller ratterte nach den ersten Schlucken spontan eines seiner gleichermaßen schrägen wie simplen Rezepte zu diesen Weinen durch den Kopf: Linsensuppe mit Kaninchenleber. So richtig schön mit in Butter angeschwitztem Suppengrün, Zwiebel und Speck, Brühe, einem Schuss Essig und separat gebratener Leber, die nebst einiger nicht pürierter Linsen als Suppeneinlage fungiert. Schmeckte großartig zu Erharts Spätburgunder (der mit den drei Sternen), dessen dezente Holznote hervorragend mit der „bitteren&quot; Leber harmonierte. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass Lindmüller das Rezept aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung geklaut hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eigentliche Hammer sind allerdings die Preise. . Der Spätburgunder ** 2010 kostet 4,20 Euro. Der Spätburgunder *** 2009 kostet 5,00. Die Weine vom &lt;a href=&quot;http://www.weingut-ehrhart.de/go.php?p=weine&quot;&gt;Weingut Ehrhart&lt;/a&gt; gibt es direkt ab Hof. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 15 Apr 2012 20:24:36 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://www.duckhome.de/tb/archives/10023-guid.html</guid>
    
</item>
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    <title>Landpartie in Brandenburg</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9991-Landpartie-in-Brandenburg.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
    <content:encoded>

            
            Es dürfte in der „großen“ Weinwelt für wenig Aufsehen gesorgt haben, aber seit 2009 hat Brandenburg den offiziellen Status eines &lt;a href=&quot;http://www.wein-land-brandenburg.de/&quot;&gt;Landweingebietes&lt;/a&gt;. 25 Betriebe haben mittlerweile 30 Hektar in der märkischen Sandbüchse mit Keltertrauben bestockt.&lt;br /&gt;
 Das klingt absurder als es in Wirklichkeit ist, denn ab dem 12. Jahrhundert wurde in Brandenburg gewerblicher Weinbau betrieben, eine Tradition, die erst 1945 vorläufig beendet wurde. Einzelne Standorte, wie beispielsweise auf der nahe Potsdam gelegenen Insel Töplitz wurden von Zisterziensermönchen angelegt, woran die Macher des &lt;a href=&quot;http://www.weingut-toeplitz.de&quot;&gt;Weinguts Klosterhof&lt;/a&gt; jetzt anknüpfen. Auf 2,5 Hektar in reiner Südhanglage gedeihen auf von Löß-Lehm-Schichten durchzogenen Sandböden vor allem Riesling, Grauburgunder, Baccus und Regent. In Zukunft sollen noch St. Laurent und besonders pilz- und frostresistente Sorten wie Cabernet blanc und Cabernet Jura in den Ertrag kommen. Zweifler werden mit dem Hinweis auf die kleinklimatischen Bedingungen des Standortes Töplitz zum Schweigen gebracht. Denn diese unterschieden sich deutlich vom Brandenburger Durchschnitt: Sonnenstundensummen wie in großen Teilen der Pfalz und eine wegen der unmittelbaren Nähe zum Wasser ausgesprochen weinkompatible Feuchtigkeitsbilanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halbe Sachen macht man im Klosterhof nicht. Hier sind erfahrene Profis am Werk, die im Weinberg konsequent auf biologische Bewirtschaftung, Ertragsreduzierung und Handarbeit setzen.  Durchgängig trocken ausgebaut wird im eigenen Keller in feinstem Edelstahl, in Fuderfässern und in Barriques pro Jahrgang rund 20.000 Flaschen abgefüllt. Die meisten Weine würden mühelos die Kriterien für die Einstufung als Qualitätswein erfüllen, doch darauf verzichtet der Betrieb ganz bewusst. Denn dann würden die Erzeugnisse weinbaurechtlich dem Anbaugebiet Saale-Unstrut zugeordnet werden, und auf die Vermarktung mit dem Label „Brandenburger Landwein“ will man keineswegs verzichten. Schließlich sorgt auch der Exotenbonus dafür, dass man trotz recht offensiver Preispolitik keine Absatzsorgen hat.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit sechs Jahren ist die Rebanlage noch relativ jung. Ihr Potenzial kann natürlich noch nicht endgültig beurteilt werden. Doch eine Verkostung lohnt sich durchaus – allerdings mit Abstrichen. Der Riesling hat keinerlei Biss und ein äußerst diffuses Aromaspektrum. Eine echte Überraschung dagegen der Grauburgunder. Trotz ungewöhnlich kräftiger Säure zeigt er sich mit klarer ausgewogener Struktur, feinem Mandelduft, deutlicher Zitrusnote und einer Spur Ananas am Gaumen. Endlich kann man den Highlights der brandenburgischen Küche, wie z.B. Spargel oder Zander, einen angemessenen heimischen Begleiter zur Seite stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum idyllisch gelegenen Weingut gehört auch eine nur am Wochenende geöffnete „Besenwirtschaft“, die perspektivisch eine Art Leuchtturm der ambitionierten brandenburgischen Regionalküche werden will und bereits in dieser Saison allerlei Events rund Wein anbietet. An der Wiedereröffnung eines in unmittelbarer Nähe gelegenen alten Hotels wird ebenfalls gearbeitet. Man zielt vor allem auf Berliner Weinfreunde, für die ein Besuch in Töplitz wenig mehr als ein Katzensprung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer dem Brandenburger Weinbau jetzt immer noch nicht traut, sei auf eine andere märkische Spezialität verwiesen – Obstwein. Das müssen nicht immer klebrige Kopfschmerzbringer sein. Nicht weit von Töplitz hat sich ein Betrieb der Verarbeitung von Sanddorn in allen erdenklichen Spielarten gewidmet.  Dazu gehört auch ein trockener Wein mit 11% Alkohol, der alle Fruchtweinhasser gewaltig ins Grübeln bringen sollte. Zum in diesem Fall äußerst unaufdringlichen Sanddorngeschmack gesellen sich ein wenig Bitterorange, frische Mandel und dezente Säure. Könnte man zu – natürlich brandenburgischen – Flusskrebsen in Dillsauce durchaus mal als Alternative zu Bukettweinen wie Traminer und Muskateller probieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grauburgunder trocken 2011 (bio) vom Weingut Klosterhof gibt es für 8,90 Euro bei &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/dp/B0077C99HE/ref=asc_df_B0077C99HE7142555?smid=AIS1WSGOIWDG2&amp;tag=shopzilla_mp_de_388-21&amp;ascsubtag=13327549493040148066910230400008005&amp;linkCode=asn&amp;creative=22514&amp;creativeASIN=B0077C99HE&quot;&gt;amazon&lt;/a&gt;, sowie in der &lt;a href=&quot;http://www.suffberlin.de/&quot;&gt;Weinhandlung Suff&lt;/a&gt; in Berlin-Kreuzberg und direkt beim Erzeuger (kein Versand).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Sanddorn-Wein trocken gibt es für 4,50 bei &lt;a href=&quot;http://www.sandokan.de/catalog/product_info.php?cPath=1_34&amp;products_id=31&quot;&gt;sandokan&lt;/a&gt; und in einigen großen Edeka-Märkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 30 Mar 2012 12:44:55 +0200</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Ökologische Geschmackspanscherei</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9949-OEkologische-Geschmackspanscherei.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Die Liaison zwischen Wein und Käse ist zweifellos eine der ganz großen Erfolgsstorys der europäischen Genussgeschichte. Die mannigfaltigen Veredelungen des Reben- und des tierischen Lebenssaftes haben herausragend dazu beigetragen, den puren Genuss von der reinen Nahrungsaufnahme zu emanzipieren.&lt;br /&gt;
 Wein und Käse, das geht eigentlich immer. Natürlich vorausgesetzt, man wählt die richtigen Kombinationen und macht einen großen Bogen um industriell hergestellte Einheitsware und absurd verunstaltete Lifestyleprodukte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Käse ist das ähnlich wie beim Wein. Es wird getrickst, getarnt und getäuscht was das Zeug hält. Nehmen wir z.B. den zunehmend beliebten „Bergkäse“. Der muss nach deutschem und europäischem Recht mitnichten von einem Berg stammen,  sondern kann auch aus pasteurisierter Milch von mit Heu und Kraftfutter gefütterten Hochleistungskühen in einer Großmolkerei hergestellt worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur bei Bergkäse werden „Reifungsprozesse“ häufig durch bestimmte Enzyme und technische Verfahren simuliert. Bei anderen Käsesorten werden beispielsweise Edelschimmelkulturen erst in den fertigen Käse eingeimpft. Das erinnert dann doch sehr stark an gewisse moderne önologische Verfahren bei der Weinbereitung. Auf der anderen Seite ist der Terroir-Gedanke bei gutem Käse ähnlich prägend wie bei Weinen. Denn der Geschmack des fertigen Produktes wird bei handwerklicher Herstellung entscheidend von den verwendeten Milchkuh-, Schafs- und Ziegenrassen, den Wildkräutern auf den Futterwiesen, dem jeweiligen Wetter- und Vegetationsverlauf und den jeweiligen Reifungs- und Lagerbedingungen beeinflusst. Und nicht vom Arsenal der eingesetzten Lebensmittelchemiker und-techniker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch stößt man besonders in szenigen Bio-Läden allenthalben auf Käse mit Beigaben wie Honig/Sesam, Quitte/Vanille, Honig/Curry, Olivenöl/Chilipfeffer, Cumin, Chili, Bärlauch, Dill, Bockshornklee, Hanf, Basilikum oder Schwarzkümmel und zwar egal ob von der Kuh, vom Schaf oder von der Ziege, egal ob frisch, weich, halb- oder schnittfest. Alles natürlich voll Bio, selbst wenn Würzmischungen in Pulverform verwendet werden. Das schmeckt so langweilig, wie es klingt, da der Käse von diesen Fremdattacken regelrecht erschlagen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch wir wollen uns den Spaß an der großartigen Liaison von Käse und Wein nicht verderben lassen. Daher noch ein paar Tipps, z.B. für Ziegenkäse. Dazu passt in allen Varianten Weißwein besser als roter. Zu Frischkäse kann es gerne ein junger, trockener, mineralischer Riesling sein. Für etwas deftigere Varianten – z.B. einen mittelalten Ziegenbrie – sollte es schon ein etwas gereifter, aber nicht zu mächtiger Wein mit einer Spur mehr Restsüße und einer feinen Salznote sein. Da kann man nicht nur bei Riesling fündig werden, sondern auch bei den Rebsorten Voignier und ganz besonders Petit Arvine (wird nur in der Schweizer Region Wallis angebaut).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt noch die Abteilung ungewaschene Wandersocken nach mehrwöchiger Lagerung im feuchten Keller. Denn das ist der erste Geruchseindruck von gewissen reifen Ziegenkäsevarianten – vor allem wenn man sie nicht kühlschrankkalt sondern zimmerwarm serviert. Doch die Strenge weicht beispielsweise bei einem gereiften Crottin de Chavignol oder vermeintlich überlagerten Ziegen-Blauschimmel schnell einem intensiven Vergnügen zwischen Salz, Schärfe, Kräuter- und Säurenoten. Ganz ohne Beimengung von obskuren Würzmischungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sollte es dann doch nicht nur edel, sondern auch edelsüß sein. Und da ich es einfach nicht lassen kann, mir über die Finanzierbarkeit hochwertiger Genüsse auch für Normalverdiener Gedanken zu machen, lasse ich Sauternes, edlen Portwein  oder Trockenbeerenauslesen von der Mosel mal ganz weit außen vor. Schließlich gibt es ja noch französische Geheimwaffen wie den Château Bélingard Monbazillac 2007. Aus dieser Region stammen Süßweine, die es durchaus mit Sauternes aufnehmen können, aber in der Regel das Budget weniger strapazieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wein ist für schlappe 9,99 Euro bei &lt;a href=&quot;http://www.schneekloth.de/de/weinshop/weisswein/frankreich-sonstiges/bergerac/chat-belingard-monbazillac--456.html&quot;&gt;schneekloth.de&lt;/a&gt; erhältlich. Die Cuvée aus Sémillon, Sauvignon blanc und Muscadelle bietet das ganze süße Wohlfühlprogramm mit Honig, Dörrobst, merklicher Botrytis, Mandeln, ohne – vor allem dank der filigranen Säure am Gaumen - dabei schwer zu wirken. Dazu kommt ein feiner Muskatton und eine dezente Holznote. Ein Wein um nach dem Genuss einer Flasche eine – natürlich weltliche – Kantate im spätbarocken Stil zu komponieren. Und natürlich ein Wein, der auch den härtesten (über)reifen Ziegenkäse nicht nur zivilisiert, sondern veredelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 17 Mar 2012 18:06:47 +0100</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Die &quot;100 besten Weine der Welt&quot;</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9933-Die-100-besten-Weine-der-Welt.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Am deutschen Gourmet-Magazin-Himmel leuchtet seit März 2010 einer neuer Stern. Während die hiesigen Flagschiffe Der Feinschmecker, Vinum, Selection  und Weinwelt in den Untiefen des Leserschwunds dümpeln, setzt Falstaff auf volle Fahrt voraus. &lt;br /&gt;
 Der deutsche Ableger einer erfolgreichen österreichischen Mediengruppe wurde mit enormem Werbeaufwand eingeführt und strebt erklärtermaßen die Marktführerschaft an. Die Auflage des zweimonatlich erscheinenden Magazins wird mit 50.000 angegeben, wie viele Exemplare davon aber tatsächlich verkauft werden, ist derzeit nicht nachprüfbar. Erklärtes Ziel ist es, mittelfristig den Feinschmecker als Nummer 1 auf dem deutschen Markt abzulösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweifellos hat das Blatt ein flotteres Layout als die eher altbackene Konkurrenz und ist auch wesentlich übersichtlicher. Doch wer glaubt, dass da inhaltlich und stilistisch mehr passiert, als das sattsam krude Gemisch aus Journalismus, PR und Lifestyle-Geschwätz sollte sich das Falstaff-Sonderheft zur ProWein im März 2012 zu Gemüte führen. Denn der Leitartikel „Die 100 besten Weine der Welt“ bündelt so ziemlich alles, was ich an Weinjournalismus (falls man das in diesem Fall überhaupt so nennen kann) oftmals so abstoßend finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer naiverweise glaubt, dass das Ranking der „Falstaff Top 100“  etwa durch eine seriöse Verkostung entstand, ist schon mal auf dem Holzweg. Zwar heißt es in dem Artikel zunächst: „Im Vordergrund steht die Qualität eines Weines“. Doch das ist nicht sonderlich ernst gemeint. Denn ferner bedarf laut der Autoren „Unverwechselbarkeit und Originalität (hallo Kollege, da läuft ein weißer Schimmel), die aus der guten Flasche Wein ein gesuchtes Objekt für Kenner und Sammler werden lassen“. Und natürlich „die Präsenz in (sic!) den wichtigsten Weinauktionen der Welt sowie auf den Weinkarten der führenden Restaurants“. Je teurer und je seltener desto besser, lautet also das Motto.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist auf dieser Grundlage klar, dass der Romanée-Conti, dessen derzeit in Deutschland verfügbarer Jahrgang für 8500 Euro pro Flasche gehandelt wird, den Platz 1 belegt. Begründung: „Bestes Terroir, auf einfachste Weise gemacht“. Weder bei diesem, noch bei den folgenden 99 Weinen gibt es auch nur ein Sterbenswörtchen über die anfangs noch erwähnte „Qualität“ des Produktes, also seinen Geschmack. Auch die Zuordnung der Einstufung zu einem bestimmten Jahrgang hält man bei Falstaff offenbar für überflüssig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stattdessen heißt es beispielsweise über den Chateau Pétrus (Platz 4, 2800 Euro für den Jahrgang 2010) ganz allgemein, dass dieser „den puren Hedonismus“ und ein „faszinierendes wie auch luxuriöses Trinkvergnügen vermittelt“. Zum Champagner Clos des Mesnil von Krug (Platz 14) erfährt man, dass „dieser Blanc de Blanc ein Kronjuwel in der umfangreichen Kollektion des Luxuskonzerns LVMH“ sei. Beim Domino de Pingus (Platz 17, 840 Euro), von dem derzeit der Jahrgang 2008 gehandelt wird, ist das hervorstechende Qualitätsmerkmal, dass bereits der 1995er Wein des Gutes „dank hoher Parker-Punkte wie eine Bombe einschlug“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Wein ist der „purste“ (sic!) aus der Hermitage, und dem Moselweingut J.J. Prüm (Wehlener Sonnenuhr, Platz 29) wird attestiert, dass dort „vom Kabinett bis zur bis zum edelsüßen Versteigerungswein Erzeugnisse mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks gekeltert werden“. Irgendwo wurden dann noch „Geschichte mit Geschmack verbunden“, „100 Parker-Punkte wie am Fließband gesammelt“, „Respekt vor dem Erprobten und Mut, neue Türen aufzustoßen“ attestiert oder „den Reben die besten Trauben abgerungen“. Wie gesagt: Der Titel lautete: „Die 100 besten Weine der Welt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für mich ist die spannende Frage, ob es tatsächlich eine auflagenträchtige Zielgruppe gibt, die derartiges Geschwurbel lesen möchte. Und ob überdurchschnittlich zahlungskräftige Genussfreunde tatsächlich in ausreichender Anzahl so verblödet sind, sich von diesem Geschwätz zum Kauf einer sehr teuren Flasche Wein animieren zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 10 Mar 2012 15:59:16 +0100</pubDate>
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</item>
<item>
    <title>Das &quot;Festival der Sinne&quot;</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9921-Das-Festival-der-Sinne.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Für Stars und Sternchen der deutschen Gourmet-Szene sind Events wie die jährlich in Düsseldorf veranstaltete Fachmesse ProWein Großkampftage. Gegen auskömmliche Honorare lassen sich bekannte Köche, Sommeliers und Publizisten von Weingütern und regionalen Vermarktungsverbänden anheuern, um deren Erzeugnisse publikumswirksam in ein möglichst gutes Licht zu rücken.&lt;br /&gt;
 Auch die Stuttgarter Sommelière Christina Hilker gehört zu dieser Szene. Nachdem Sie 2004 und 2005 vom Bertelsmann Verlag bzw. dem Gault Millau als Sommelière des Jahres ausgezeichnet wurde, hat sie sich 2006 selbständig gemacht und fungiert mittlerweile als Gesellschafterin und regionale Geschäftsführerin der Sommelier-Consult Köln, zu deren Geschäftfeldern laut Website auch „Vorbereitungen und Moderationen von Weinveranstaltungen für Unternehmen und Privatleute“ sowie „Seminare zum Thema Harmonie von Wein und Speisen“ gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilkers Job ist nicht einfach. Egal ob Weine aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Spanien oder Südafrika – so ihre Fachgebiete - muss sie stets das Besondere, ja Einzigartige an den jeweiligen Produkten kommunizieren, und auch müdeste Tropfen müssen noch mit ein paar netten bis begeisterten Worten bedacht werden. Schließlich werden Sie und ihre Berufskollegen von den Auftraggebern nicht dafür bezahlt, potenzielle Kunden mit kritischen Anmerkungen zu verunsichern.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilker kann das gut. Seit Jahren nimmt auch das Conseil Interprofessionel des Vins dAlsace (CIVA) ihre Dienste in Anspruch. Gleich drei Mal wurde die Sommeliere während der diesjährigen ProWein, die am Dienstag zu Ende ging, an die Front geschickt, um „Elsässer Weine und kulinarische Genüsse aus aller Welt“ zu präsentieren. Natürlich nicht ohne einen ähnlich prominenten Koch im Schlepptau. Walter Manhardt hat der Angestelltenfron in Sterne-Etablissements mittlerweile den Rücken gekehrt und betreibt sein eigenes erfolgreiches Unternehmen für Catering und Events.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei derartigen Veranstaltungen üblich outet sich die Sommelière sofort als glühende Verehrerin der elsässischen Weinkultur. Diese habe ein „typisches Terroirprofil“ und werde von einer besonders strengen Qualitätsphilosophie geprägt. Außerdem passten die Weine ganz hervorragend zu allen erdenklichen Gerichten und besonders zu bestimmten Kräutern und Gewürzen. Letzterer Hinweis bekam im Laufe der Veranstaltung noch eine besondere Bedeutung, doch dazu später. Zudem seien Winzer und auch alle anderen Menschen in dieser Region von einer besonderen Herzlichkeit und Gastfreundfreundschaft beseelt. Natürlich würde sie das alles auch erzählen, wenn es um Weine aus anderen Teilen der Welt ginge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleiben wir beim Elsass. Von dort kommen in der Regel rebsortenreine und meistens auch –typische Weine, die im besten Fall das Terroir ihrer Herkunftslagen wieder spiegeln. Das Spektrum ist groß und reicht vom einfachen Zechwein bis hin zu hervorragenden trockenen, rest- und edelsüßen Gewächsen. Wie es sich eigentlich gehört, hat auch die regionale Küche eine besondere Affinität zu diesen Weinen. Egal ob Gänseleberpastete, Weinbergschnecken, Choucroute, Baeckeoffe, Coq au Vin  oder Truite au Riesling;  Es gibt kaum ein Gericht, zu dem man sich nicht einen guten Elsässer Wein vorstellen kann. Sei es ein mineralischer Riesling, ein erdiger Silvaner, ein feinwürziger Muscat d’Alsace oder ein opulenter, restsüßer Gewurztraminer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber im globalisierten Weinbusiness hat Regionalität nur den Stellenwert eines folkloristischen Farbtupfers. Marktkonformität und Internationalität sind Trumpf. Und so wird Frau Hilker nicht müde zu betonen, dass viele der von ihr vorgestellten Weine auch „dem deutschen Geschmack“ entsprächen, was immer das sein mag. Den globalen Part übernimmt ihr Kochpartner Manhardt, der für die Verkostung unter anderem ein paar lustig marinierte Garnelen und einen südostasiatisch inspirierten Glasnudelsalat anbot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden drei Crémants eingeschätzt. Mit dieser seit 1994 EU-rechtlich geschützten Bezeichnung versuchen das Elsass, aber auch andere französische Regionen, Luxemburg und immer mehr deutsche Winzer etwas vom großen Schaumweinkuchen im mittleren Preissegment abzubekommen. Wie bei derartigen nivellierenden Bezeichnungen üblich, verbergen sich hinter Crémants sowohl Tropfen, die den Vergleich mit den in der Regel höherpreisigen Marktmatadoren aus der Champagne nicht scheuen brauchen, als auch Schaumweine, die ungefähr so schmecken, wie dieser Begriff intendiert. Längst sind die ersten Cremants für rund fünf Euro in den Discounterregalen angekommen. Spaß machen sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück zu Frau Hilkers Promotion-Show. Was dort mit Attributen wie „animierende Säure“, „schöne exotische Fruchtnoten“  oder einfach nur „modern“ versehen wurde, stellt sich in meinen Verkostungsnotizen etwas anders dar: Nr. 1, eine „Cuvée Prestige“ erschien mir als vollkommen gesichtsloses Britzelwasser, die Nr.2, ein „Extra brut 2008“ war schlicht säuerlich, und die der Nr. 3, einem „Calixte rosé“, zugeschriebenen „exotischen Fruchtnoten“ identifizierte ich als glasklare Brausepulver-Aromen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten ein ebenfalls flacher und säuerlicher Pinot noir im angeblich „internationalen Stil“ sowie ein laut Hilker „moderner“ Silvaner, den ich mangels erdiger Noten wohl bei keiner Blindverkostung als solchen identifiziert hätte. Auch beim ersten Riesling wurde es nicht besser. Welche Euphemismen Frau Hilker für dieses leicht brandig schmeckende Missvergnügen fand, ist mir leider entfallen. Sie macht halt ihren Job. Und der bestand eben darin, 33 Elsässer Weine des CIVA-Gemeinschaftsstandes unter dem wenig originellen Motto „Festival der Sinne“ zu promoten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da so was natürlich nicht ohne „Synergieffekte“ geht, war da auch noch ein Geschäftspartner der Sommelière im Boot. Die Düsseldorfer Culinary Networx UG hat sich laut Website auf „innovative Firmenpräsente und zündende Verkaufsförderungsideen“ im Gewürzsektor spezialisiert. Speziell für das „Festival der Sinne“ wurde eine „Grand Cru Edition Elsässer Weine“ kreiert. So besteht die Gewürzmischung „Pinot noir“ aus Tomatenpulver, rosa Beeren, Paprika, rosa Beeren, Meersalz und bengalischem Stangenpfeffer und soll besonders zu „hellem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten“ passen und diese dann derartig gewürzt zu Pinot noir aus dem Elsass. Für Gewurztraminer und die viel bemühte, aber als Oberbegriff vollkommen unsinnigen „asiatischen Küche“ sowie „kräftigen Käse“ wurde „ein Blend aus Kurkuma, Kreuzkümmel, Kardamon, Ingwer und Meersalz“ komponiert. Und zum Silvaner und erneut  „hellem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten“ soll es dann „Meersalz, Galgant, Ingwer und australische Lemonmyrtle“ sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gab es außer flüssiger und pulverisierter Ramschware auch noch richtig guten Stoff, wie zum Beispiel einen kräftigen, leicht botritischen Pinot gris Grand Cru Mambourg 2008 mit schöner Mandelnote oder einen Gewurztraminer Rotenburg 2008, der mit einem Füllhorn von Rosen, Lychees, überreifen Birnen und Marzipan aufwartete. Tolle Weine, die ich  mir – wie auch viele andere aus dem Elsass – bei Gelegenheit mit großer Freude zu Gemüte führen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilker, Herr Manhardt und die Kollegen von der Culinary Networx UG haben die Sache jedenfalls hochprofessionell erledigt. In ihren Büros liegen sicherlich bereits die nächsten Aufträge für PR-Events rund um Wein und Speisen. Sicherlich wird man sie wieder sehen, denn es gibt unzählige Gelegenheiten, für gutes Honorar vermeintlichem Fach- und real existierendem Laienpublikum atemberaubend unsinniges Zeug über bestimmte Weine und dazu angeblich passende Speisen und spezielle Gewürze zu erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich dagegen freue mich eine hoffentlich bald mal wieder realisierbare Tour ins Elsass. Dort bekomme ich statt Glasnudelsalat hoffentlich einen ordentlichen Coq au vin nebst einem passenden Riesling serviert. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Koch nicht auf die Idee kommen wird, den Hahn, also helles Fleisch, mit Tomatenpulver, Kardamon oder australischer Lemonmyrtle zu traktieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. Im Herbst 2012 erscheint im selben Verlag sein nächstes Weinbuch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 07 Mar 2012 18:54:32 +0100</pubDate>
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    <title>Langweiler mit Schwindel-Etikett</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9890-Langweiler-mit-Schwindel-Etikett.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Rein theoretisch ist der Kapitalismus ja eine Wettbewerbsgesellschaft, in der die weise Hand des „Marktes&quot; dafür sorgt, dass die Wirtschaft funktioniert. Zu dieser eher esoterischen Weltanschauung gehört ferner, dass im Wettbewerb letztendlich jeder die gleichen Chancen hat, wenn er denn nur ein Produkt anbietet, für das es genügend Nachfrage gibt. Und auf diese Art und Weise würden sich auch die Preise, also der „Wert&quot; einer Ware regulieren. &lt;br /&gt;
 Aber selbst einem makro- und mikroökonomisch eher desinteressierten Weintrinker dürfte bereits aufgefallen sein, dass diese Art der Wertdefinition ein paar Pferdefüße. Denn was da mit allen möglichen Formen der Manipulation und gezielten Verblödung zu erstaunlichen Preisen an den weintrinkenden Bürger gebracht wird, erzeugt nicht selten Kopfschütteln oder gar Übelkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etikettenschwindel ist Trumpf: So wird die altehrwürdige französische Qualitätseinstufung „Cru Bourgeois&quot; für vermeintlich höherwertige Weine aus dem Medoc immer noch benutzt, obwohl die Klassifikation 2007 annulliert wurde und somit derzeit keine verbindlichen Qualitätskriterien mehr existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Cru Bourgeois sind daher austauschbare Medoc-Langweiler mit meist hohem Merlot-Anteil, mehr oder weniger deutlichem Holz und oftmals nervigen Alkoholwerten von 14 Prozent und mehr. Wie z.B. der Chateau Grand Clapeau Olivier 2008. Ein renommierter Weinversender preist ihn als „äußerst wohlgeratenen Wein von einem hierzulande noch unbekannten Château&quot; an. Dieser dufte „appetitlich nach schwarzen Johannisbeeren und Kirschen, umflort von einer rauchigen Barriquenote. Dank seines hohen Merlot-Anteils hat er gut abgestimmte Tannine und ist schon jetzt schön zugänglich. Ein Preistipp - und ein Kandidat für unsere Kundenfavoriten!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9,90 Euro soll der „umflorte&quot; Wein kosten. Und da es - hoffentlich - nicht genug Dumme gibt, die auf diesen Schwall reinfallen und sich somit der Absatz für diesen Preis nur begrenzt realisieren lassen wird, ist dieser „äußerst wohlgeratene Wein&quot; bei einer Berliner Supermarktkette für schlappe 6,99 Euro erhältlich. Für Importeure ist das eine durchaus übliche Mischkalkulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellt sich die Frage, ob er wenigstens dieses Geld wert ist. Der Grand Clapeau Olivier ist durchaus unfallfrei trinkbar. Vordergründige Erwartungen wie die Merlot-Kirsche die Cabernet Sauvignon-Johannisbeere werden ebenso bedient, wie die nach Eiche. Doch ein bisschen wirkt das wie aus dem Weinbaukasten, nach dem Motto: Wie bastel ich mir einen Medoc-Wein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gesagt: Lässt sich trinken, aber warum muss man so was „Cru Bourgeois&quot; nennen. Die Antwort liegt nahe: um ihn etwas höherpreisiger verkaufen zu können als andere, einfache Medoc-Weine. Versuchen wir&#039;s also mit essen: schließlich soll dieser Wein gut zu Wildgerichten passen. Doch zur bei Niedrigtemperatur gegarten Rehkeule zerfällt er regelrecht in seine Bestandteile und verliert die letzte Andeutung einer Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So langsam wird es Zeit, einem Champion der gleichen Preisgewichtsklasse in den Ring zu stellen. Wie z.B.  Horst Hummel, der aktuell seinen Villányi Kékfrankos 2008 ausliefert. Der kommt ausgesprochen saftig, mineralisch und frisch daher. Süß- und Sauerkirschen setzen sich nach vorne, umspielt von feiner Säure und gewürzt mit einem Schuss Pfeffer. Für das Duett mit der Rehkeule ist er nahezu prädestiniert. Und jetzt kommt&#039;s: Der Kékfrankos Villányi 2008 vom Weingut Hummel kostet nur 7,50 Euro. Bestellung per Mail (hh@weingut-hummel.com) möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als Politikredakteur und Weinpublizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 25 Feb 2012 15:10:58 +0100</pubDate>
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    <title>Wie das Netz den Weingeschmack nivelliert</title>
    <link>http://www.duckhome.de/tb/archives/9864-Wie-das-Netz-den-Weingeschmack-nivelliert.html</link>
            <category>Weinkolumne</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Rainer Balcerowiak)</author>
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            Jahrelang erlebte die Branche einen gewissen Boom. Doch jetzt ist offenbar der Lack ab. Die etablierten deutschen Wein- und Gourmetzeitungen verlieren rasant Leser. Feinschmecker, Vinum, Weinwelt und Selection mussten binnen eines Jahres sowohl bei den Abonnenten als auch beim Kioskverkauf kräftig Federn lassen, wie aus den aktuellen Zahlen des für die Reichweitenprüfung zuständigen Branchendienstes IVW hervorgeht. Branchenprimus Der Feinschmecker hat demnach seit 2007 27,8 Prozent seiner Abonnenten und 31,6 Prozent seiner Kioskkäufer verloren. Insgesamt sind das fast 20.000 Leser binnen fünf Jahren.&lt;br /&gt;
 Damit stehen die Gourmetmedien wahrlich nicht alleine. Viele gedruckte Fach- und Spartenmagazine leiden in der Regel an einer Art demografischem Leserschwund. Nachwuchsleser sind für derartige Blätter kaum in Sicht. Informationen holt man sich heute aus dem Internet, wo man zudem über die Inhalte kommunizieren kann. Zudem wirken das elitäre Getue und die gestelzte Sprache in vielen Genussmagazinen nur noch als trauriges Relikt eines vergangenen Medienzeitalters. Dazu kommt die oftmals unübersehbare Grauzone zwischen Journalismus und PR.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das soll nicht heißen, dass die schöne neue Webwelt per se eine bessere ist. Egal ob Wein, Weltverschwörungen oder schlichter Betrug: Noch nie in der Menschheitsgeschichte war es so einfach, auch den allergrößten Wahnsinn um den Planeten zu jagen. Kein vernünftiger Mensch fordert Zensur, aber das Bewahren journalistischer oder ganz allgemein zivilisatorischer Standards ist in diesem virtuellen Umfeld ist eine kaum lösbare Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich hat die Verlagerung vieler Diskurse und Informationen ins Netz auch Vorteile. Ein Wein-Blogger muss keine Angst haben, dass gleich ein paar überlebenswichtige Anzeigenkunden und eine Kompanie Abonnenten einen schlanken Fuß machen, wenn ihnen mal was nicht passt. Und so was kann tatsächlich nur im Netz funktionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt ein weiterer Faktor. Immer mehr Menschen bestellen auch ihren Wein im Internet. Da bietet ein Link zum entsprechenden Webshop des Winzers, Importeurs oder Vertreibers bei jeder Weinbesprechung natürlich einen Service, den kein Hochglanzmagazin bieten kann. Doch auch das hat ein paar Nachteile. Die scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit von allem kann auch eine Nivellierung befördern. Wer als Winzer noch nicht in der globalisierten Netzwelt angekommen ist und für seine möglicherweise sehr speziellen Weine auch keinen Importeur für den umkämpften deutschen Markt hat, kann unverdientermaßen dauerhaft im Abseits bleiben. Zumal es engagierte, meist kleine Weinhändler, die auf den Direktimport solcher meist persönlich entdeckten Perlen setzen, im Internetzeitalter auch nicht gerade leichter haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer z.B. den großartigen Luminense Rouge 2009 von den Caves de lumieres im südfranzösischen Ort Goult probieren möchte, kann natürlich mal eben vorbeifahren oder ihn für 12,50 Euro pro Flasche bei dem Betrieb im Internet ordern - sofern er bereit ist, 29 Euro Versandkosten für eine 12er-Kiste in Kauf zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein tiefer, schwerer, beeriger Traum aus Grenache und Syrah wird da offeriert. Der Ausbau in neuer französischer Eiche gibt ihm Struktur, aber keinen vordergründigen Holzgeschmack. Im Gegenteil: Die Vanille aus dem Eichenfass paart sich auf das Trefflichste mit dem Aroma der feinen süßen Rosinen, das diesen - natürlich konsequent trockenen - Wein prägt. Und da ist noch einiges mehr: süße Mandeln, ein wenig Sauerkirsche, Erdiges, ein Schuss Rumpunsch, Kräuternoten und nicht zuletzt eine feine, spielerische Säure. Mit der Zeit werden die Tannine noch etwas weicher werden, doch schon jetzt ist er mit großem Genuss zu trinken. Für die oft unterschätzte Appellation Ventoux ist er jedenfalls ein schillernder Botschafter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gesagt: Das Internet hilft beim Bestellen dieses großartigen Weines nur begrenzt. Berliner haben allerdings Glück. Der Luminense 2009 von den Caves de Lumieres ist für 13,50 pro Flasche bei pèbre d&#039;ai in Berlin-Schöneberg erhältlich. (Akazienstr. 12) und ist jeden Cent davon wert. Und auch dieser kleine, auf südfranzösische Spezialitäten fokussierte Laden hat ganz andere Sorgen, als sich um eine angemessene Internetpräsenz zu bemühen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1756 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;200&quot;  src=&quot;http://www.duckhome.de/tb/uploads/weinberg.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rainer Balcerowiak lebt und arbeitet als Politikredakteur und Weinpublizist in Berlin und Wandlitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erschien von ihm „Das demokratische Weinbuch“ (&lt;a href=&quot;http://mondo-heidelberg.de/bestellung.php#demoweinbuch&quot;&gt;Mondo Verlag Heidelberg&lt;/a&gt;) 14,95 Euro. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner schreibt er regelmäßig Beiträge bei &lt;a href=&quot;http://www.captaincork.com&quot;&gt;Captain Cork&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
   
        </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 18 Feb 2012 14:58:00 +0100</pubDate>
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