Von Lopez Suarez auf
Womblog.de
Wir brauchen einen Cemp, müssen sich die Grünen gedacht haben, als sie Cem Özdemir 2008 zum Bundesvorsitzenden der Grünen wählten. Dass er als Kapitän auf der Ersatzbank sitzen würde, da seine Basis ihm einen Listenplatz für den Bundestag dann doch nicht gewähren, ihn quasi als Mannschaftsführer auf der Tribüne wollte.
Dabei will das so gar nicht zum anatolisch-schwäbischen Grünen passen, dem manche vorwerfen, er habe es politisch und inhaltlich niemals über die Funktion als Quoten-Türke hinaus geschafft, seinen Migrationshintergrund gar als willkommene Kulisse für seine politische Karriere ins Rampenlicht gestellt. Wer weiß, vielleicht waren es auch die Grünen selbst, die in seinem Aufstieg eine Steilvorlage für das Propagieren einer Multikulti-Gesellschaft sahen. Cem Özdemir selbst gehört jener Schicht an, die nicht nur er selbst als bildungsfern- und fremd definieren. Als Sohn einer türkischen Arbeiterfamilie schließt er nach der Mittleren Reife eine Ausbildung als Erzieher ab. Gerade diese Berufswahl, erzählt er oft, habe ihn aufgrund seines kulturellen Hintergrunds immer wieder in Erklärungsnöte gebracht. Wenn seine türkischen Verwandten beispielsweise fragten, welchen Beruf er ausübe und Özdemir sagte, er arbeite in einem Kindergarten, ließen sich die Fragenden davon nicht beirren und bestanden darauf, seinen wirklichen, richtigen Beruf zu erfahren.
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