Während hier bei uns ja einige schon wieder das dümmliche Grinsen im Gesicht haben, weil die Aktien sich ein wenig erholten, spricht die Nachrichtenlage eine andere Sprache. Da sieht es eher düster aus.
Bei den Investmentbanken ist jeder siebte Job gefährdet Im grössten Finanzzentrum der Welt fürchtet man den Verlust von 40 000 Jobs. Besonders die grossen Institute trifft es hart.
Nein nicht New York. London. Die haben 800.000 Leute in diesem Bereich beschäftigt. Zuerst einmal werden davon fünf Prozent entlassen, aber es werden wahrscheinlich viel mehr. Damit ist nicht nur das Jobwachstum der letzten Jahre wieder weg sondern es geht auch um länger bestehende Jobs. Ich tippe mal auf 30 Prozent noch in diesem Jahr, es kann aber auch mehr werden. Weniger Geschäfte bedeutet weniger Mitarbeiter. Die Geschäfte werden noch lange schlecht sein:
Der führende finanzpolitische Ratgeber des Industriellenverbandes CBI, Ian McCafferty, warnt, in den nächsten sechs Monaten sei für die Finanzbranche eine deutliche Verschlechterung zu erwarten, und man müsse sich auf eine längere Durststrecke einstellen: «Die Kreditkrise wird für geraume Zeit ein ernstes Problem bleiben.» Sie habe «sich vertieft und einen neuen Charakter angenommen».
Die Entwicklung widerspiegelt sich auch im Bau neuer Bürohäuser, wo die grossen Pläne der Vorjahre neuerdings radikal gestutzt werden. Immobilienhändler melden «beinahe eine Halbierung» des neuen Bedarfs und der geplanten Erweiterungen. Bei den bestehenden Büroräumen beginnen die Mieten zu sinken.
Die Krise füttert die Krise. Mietsenkungen bedeuten gefährdete Hypotheken, die Halbierung des Baubedarfs braucht wohl auch nicht in Arbeitsplätzen ausgedrückt zu werden. Die einzige Frage ist nur, ob weitere Maßnahmen der Bank of England den Absturz in ein langsames Abrutschen ablenken können. Das Pfund dürfte es schwer haben in nächster Zeit.
Die Royal Bank of Scotland (RBS) könnte Branchenkreisen zufolge in der kommenden Woche Wertberichtigungen in Milliardenhöhe wegen der internationalen Kreditkrise bekanntgeben. Im Zuge einer Buchbereinigung könnte das Geldhaus fünf bis sieben Mrd. Pfund (6,3 bis 8,8 Mrd. Euro) abschreiben, wie Informanten erklärten.
n-tv titelt zwar "Jetzt auch die RBS" verfällt dann aber gleich wieder in das alte Eia-Popeia Wiegenlied und erzählt das die RBS bislang die internationale Finanzkrise relativ glimpflich überstanden habe und nur zwei Milliarden abschreiben musste. Aber dann kommt eben doch die Wahrheit:
Am Freitag hatte es aus Branchenkreisen geheißen, die RBS plane eine massive Kapitalerhöhung. Diese könnte sich Analysten zufolge auf mehr als zwölf Mrd. Pfund (15 Mrd. Euro) belaufen und eine ganze Reihe von Kapitalerhöhungen bei anderen Instituten nach sich ziehen. Es wäre die erste größere Mittelbeschaffung einer britischen Bank seit Beginn der Kreditkrise und eine Kehrtwende für die RBS. Das Geldinstitut könnte jedoch auch den Verkauf von Vermögenswerten erwägen, um die Kosten für die Buchbereinigung zu senken und seine Kapitaldecke zu stärken.
Klar bei der Bank mit der geringsten Eigenkapitaldecke in Europa kaufe ich auch Vermögenswerte, aber nur zum halben Marktpreis. Selbstverständlich bringt auch sofort jemand 15 Milliarden Euro für eine Kapitalerhöhung auf, um dann festzustellen, das 30 oder 50 Milliarden gebraucht würden. Ich höre das Raunen. Northern Rock, Northern Rock flüstert es aus allen Ecken. Will heißen, das die Bank of England wohl bürgen muss, wie sie es bei der Northern Rock tat.
Wieviele Banken kann die Bank of England auf diese Art und Weise scheinbar retten und was soll sie damit. Irgendwann wird sie nein sagen müssen. Wäre es nicht besser das jetzt zu tun. Das Geld ist nicht zu retten und irgendeine Notenbank wird damit anfangen müssen, Banken über die Klinge springen zu lassen, wenn nicht das ganze Land zum Teufel gehen soll.
Nächste Übernahme gescheitert Blackstone muss einstecken In den USA ist im Zuge der Kreditkrise eine weitere Milliardenübernahme geplatzt. Der Kreditkarten-Dienstleister Alliance Data Systems erklärte die knapp sieben Milliarden Dollar schwere Offerte der Beteiligungsgesellschaft Blackstone für gescheitert. Blackstone habe die Verhandlungen mit den Regulierungsbehörden in die Länge gezogen und dadurch einen Abschluss des Geschäfts verhindert. Alliance Data habe den Finanzinvestor deshalb am Freitag auf 170 Millionen Dollar Vertragsstrafe verklagt.
Ja das Leben ist schon hart wenn das Geld alle ist. Dies scheint so langsam aber sicher das Ende im sinnlosen Übernahmepoker einzuleiten. Die armen Leute die diese Hedgefonds in ihrem Depot haben. Die können den Papieren nun beim sterben zusehen. Aber wenigsten haben die Hedgefondmanager noch einen guten Schluck aus der Gehaltspulle genommen.
Der Niedriglohnsektor in Deutschland wächst nach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» stark. Innerhalb eines Jahrzehnts habe der Anteil der Geringverdiener von 15 auf 22 Prozent. zugenommen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Länderstudien. Damit habe Deutschland 2005 knapp über dem britischen und nur noch knapp unter dem amerikanischen Niveau gelegen. Schon heute arbeiten demnach 6,5 Millionen Beschäftigte für wenig Geld.
Und wo fast nichts ist da haben die Spekulanten auch nichts mehr, womit sie die Büger betrügen könnten um ihre Pokerverluste auszugleichen. Klar ist auch, dass diese 6,5 Millionen und die real 9 Millionen Arbeitslose das Spekulantengesindel nicht mehr retten kann. Vermutlich geht deshalb auch die restliche Konjunktur zum Teufel, weil man eben die paar Menschen die noch mehr als Hartz IV haben, auch auf diesen Niveau runterbringen will. Steinbrück wetzt schon die Messer.
Armut wird bald zur staatsbürgerlichen Pflicht. Da tröstet es nur wenig das die Mitarbeiter der deutschen Bank nicht mehr auf Spesen vögeln dürfen. Obwohl das ja ein gutes für die deutschen Männer hat. Wenn die Spitzenkunden wegbrechen oder Preisnachlässe brauchen, sinkt der Preis in der gesamten Branche bis hin zu Poller-Elli. Aber selbst diese Preise kann sich keiner mehr leisten.
Ach nur noch einmal am Rande. Gold und andere Metalle kann man nicht essen. Die Papiere auf Metalle oder Rohstoffe sind auch nicht essbar. Natürlich können sie noch die nächste Runde abwarten. Vielleicht machen sie ja ein Schnäppchen. Dann können sie mit den Banknoten wenigstens den Kamin anheizen.


















