Die "Morgendämmerung " ist zu Ende, jene endgültige Schlacht des George W. Bush gegen die Terroristen im Irak auf dem Boden der Stadt Falludscha. Welch ein grandioser Sieg. Die Stadt ist weitgehend vernichtet, kein Strom, kein Wasser und keine medizinische Versorgung mehr. Die Straßen voller Leichen. Nur 22 amerikanische und 5 irakische Soldaten sind tot, dafür aber 1.000 Aufständische. Die Wortwahl ist gut. Aufständische statt Terroristen. Sie machten den Fehler aufrecht und dumm in der Gegend rumzustehen oder in ihren Betten zu liegen, als die amerikanischen Maschinengewehrsalven, Granaten und Bomben einschlugen.
Das Töten von Frauen, Kindern und Greisen ist übrigens eine gute Methode um Frieden zu schaffen. Herodes, die Sowjetunion in Afghanistan und die amerikanischen Erfahrungen in Vietnam belegen das. Gut, alle diese Kämpfe gingen letztendlich verloren, aber das ist sicherlich nur ein kleiner Schönheitsfehler. Aber nun herrscht Ruhe in Falludscha und im Irak.
Nicht ganz. Obwohl die Amerikaner und ihre irakische Marionettenregierung den Sieg verkündet haben, wird in Falludscha weitergekämpft. Je nach Seite sind 20 - 40 Prozent von Falludscha eben noch nicht besiegt. Natürlich ist das nur eine Zeitfrage. Gegen die letzte Supermacht dieser Erde haben die Iraker nichts aufzubieten. Falludscha erledigt. Punkt.
Dummerweise ziehen die Iraker nicht die richtigen Schlüsse daraus. Sie machen einfach weiter. In Howeidscha, Samarra, Bagdad und überall. Heute hier und morgen da. Langsam aber sicher können wir anfangen nachzurechnen, ob Saddam Hussein mehr Iraker als George W. Bush umgebracht hat. Bush ist unaufhaltsam auf der Siegerstrecke. Spätestens bis zum Ende des nächsten Jahres dürfte er vor Saddam liegen, da dieser ja nicht mehr mitspielen kann.
Vor allem aber kann der Krieg gegen den Terror unendlich weiter gehen. Die Ermordung von Frauen, Kindern und Greisen führt bei Männern unweigerlich zu Rachegelüsten. Diese Rache wird dann wieder als Terror bezeichnet und schon geht das Spiel weiter. Amerika schafft sich seine Gegner von morgen bereits heute selbst. Die gelungenste Produktplacementaktione der amerikanischen Rüstungsindustrie aller Zeiten.
Am Ende wird Amerika jenen deutschen Satz lernen müssen: "Wir hätten den uns aufgezwungenen Krieg, besser gar nicht erst angefangen."
Das macht die Toten auf allen Seiten allerdings nicht wieder lebendig.