Von Julie – Mein Politik-Blog
Die meisten G20-Teilnehmer tragen kräftig schuld an der Krise, wollen es aber nicht einräumen.
Deutsche und Franzosen zeigen auf die unreglementierte Verschuldung in USA und Großbritannien. Die schieben die Schuld Deutschland, China und Japan in die Schuhe, weil von deren irrsinnigen Leistungsbilanzüberschüssen die globalen Krediteströme in großem Umfang ausgegangen sind. Hauptspielverderber war Deutschland.
Im Jahr des Ausbruchs der Krise 2007 hat Deutschland nur noch rund 70 % seiner Bruttoersparnis (Wirtschaftsleistung minus Konsum) im eigen Land investiert. Der Rest wurde als Kredit nach Draußen gegeben (Abb. 03917). China kam auf 84 % und Japan auf 83 %. Die USA und Großbritannien haben den Fehler umgekehrt getan, indem sie sich hemmungslos verschuldet haben.
(…) Besonders schlimm treibt es wieder einmal die Bundesregierung. Da erklärt die Bundeskanzlerin vor dem Gipfel in der Financial Times: „Die Krise ist nicht eingetreten, weil wir zu wenig ausgegeben haben, um Wachstum zu schaffen, sondern zu viel. In USA wurde der Geldumlauf zu sehr erhöht.” Und dann diese schier unglaublichen Worte: „Deutschland kann den Binnenverbrauch nicht zu Lasten des Exports steigern. Das ist nichts, was wir überhaupt ändern wollten. Wir wollen statt dessen versuchen, die Turbulenzen durchzusitzen und dabei nicht zu viel industrielle Kraft zu verlieren, so daß wir von dem Aufschwung profitieren, wenn er kommt”.
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Jahnke, Infoportal Globalisierung