Abwasserzweckverband Pfattertal - Privatisierung und Banken
Die Geschichte wäre eigentlich nicht weiter wichtig. Wieder einmal wurde eine Kommune von Beratern und Bankstern abgezockt. Wieder einmal zahlt der kleine Mann die Schulden und wieder einmal gibt es so recht keinen Schuldigen, außer einem Herrn St. der wohl die Alleinschuld tragen muss. ["Abwasserzweckverband Pfattertal - Privatisierung und Banken" mehr »]
Aufgelesen und kommentiert 2010-05-06
NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU): "Mit der SPD drohen NRW griechische Verhältnisse"
Herzlichen Glückwunsch zum 5-jährigen Jubiläum, Hartz IV!
Urteil des Bundessozialgerichts: Kein Hartz IV-Zuschlag für schwerbehinderte Kinder
Zeitarbeitsmesse 2010: Aufklärung und Protest unerwünscht
IG Metall Initiative: Gleiches Geld für gleiche Arbeit
SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Anstand
Hebammen in der Krise: Aufstand der Geburtshelfer
Trotz Qualifikation: Arbeitslose Pflegekräfte finden keine Jobs
Arbeitslosigkeit wird zur allgemeinen Erfahrung
Informationsfreiheitsgesetz? Mauern, ausweichen, abweisen!
60 Jahre ARD - Den Privaten mit Verblödungsprogrammen immer ähnlicher
Merkels Regierungssprecher wird BR-Chef: Angela Berlusconis Statthalter in München
Jugendmedienschutz-Staatsvertrages dient als Ersatz für Zensursula
Atomkraft: Sachverständigenrat der Bundesregierung gegen Laufzeitverlängerung
Attentatsverdacht: Großeinsatz der Polizei bei Merkel-Wahlkampfauftritt
Video: Gregor Gysi über Banken und Spekulanten, die an den Kosten zu beteiligen sind
Ehemalige HRE-Vorstände können auf rückwirkende Millionenzahlungen hoffen
Bankberatung nach der Krise: Alles wie gehabt
Klassenrassismus: Soziale Herkunft bestimmt die Schulart
Bürger Nordrhein-Westfalens, wählt Rüttgers! ["Aufgelesen und kommentiert 2010-05-06" mehr »]
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Det is nich mein Berlin
Der Berliner ist seßhaft. Er ist verwurzelt. Selbst der zugezogene Berliner wie ich. Man verwurzelt in seinem Kiez oder doch zumindest um einige wenige Achsen herum. Paulchen Kuhn bekommt einen Ehrenecho und hat ihn sicherlich verdient. Doch warum fällt mir Paulchen Kuhn nicht ein, wenn ich an Musike und Berlin denke. Nein er ist nicht zu alt. Ich bin ja selber längst altes Eisen. Aber er war nie mein Berlin. Er war wie die Knef ein anderes Berlin. Ein Berlin, dass man zwar nicht ablehnte, dass aber irgendwie anders war.
Harald Juhnke war mein Berlin. Gleich und gleich gesellt sich gern. Die Schnapsdrosseln kannten ihre Tränken. Er war und ist seltsam lebendig. Dabei haben wir uns gar nicht so oft getroffen. Aber er war ein Kerl dem man glauben konnte. Verwurzelt bis zur Verzweiflung. Todglücklich in all dem Unglück. Er hat für mich die Berliner Nationalhymne geschaffen.
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Machen wir doch mal in Adaptivität
Immer dann wenn wenn dem Beratervolk die Ideen ausgegangen sind, oder alle tollen Empfehlungen offensichtlich in die Hose gehen, dann braucht es neue Worte, die dann doch nur alte Inhalte neu verpacken. Das ganze Spiel dreht sich wie immer nur darum, dem zukünftigen Beratungsopfer künstlich einen Mangel einzureden, der dann durch Beratung behoben werden kann.
Jetzt ist gerade das "anpassungsfähige Unternehmen"im absoluten Fokus der Berater.
Aus der Krise geht gestärkt hervor, wer sein Unternehmen konsequent auf Anpassungsfähigkeit (Adaptivität) ausrichtet. Nur wer die Instrumente und Werkzeuge dafür rechtzeitig implementiert, kann sein Überleben in Krisenzeiten sichern["Machen wir doch mal in Adaptivität" mehr »]
CFDs der heißeste Tipp der Börsengauner
In Großbritannien spekulieren schon Millionen mit Contracts for Difference (CFDs), die in Deutschland als Differenzkontrakte bezeichnet werden. In Deutschland ist dieses Geschäft im Moment noch eher gering, aber schon kommen aus allen möglichen Ecken zweifelhafte Börsengurus und Berater, die den Menschen fast unentgeldlich dabei helfen wollen, riesige Gewinne einzufahren. Es gibt sogar schon Banken die für derartige Geschäfte auch noch Kredite bereitstellen, wenn den Zinssatz und Sicherheiten stimmen und somit bei der Verführung helfen.
Das ganze Geschäft mit den Differenzkontrakten spielt sich außerhalb der Börsen ab und wird durch Broker abgewickelt. Meist arbeiten die Einflüsterer genau für diese Broker und sollen die Kundschaft anlocken. Dabei geht es im Grundsatz nur um eine Wette, ob der Kurs einer Aktie, eines Indexes oder die Preisentwicklung bei Zinsen und Rohstoffen steigt oder fällt. Dabei wettet der Kunde gegen den Broker. ["CFDs der heißeste Tipp der Börsengauner" mehr »]
Von einem der auszog um Millionär zu werden
Kennen sie die Männer und Frauen mit umgehängtem Mikro, die ständig an den Eingängen der Kaufhäuser lauern und von der tollsten Bratpfanne aller Zeiten, über Staubsaugerbürsten bis zum Gurkenhobel alles so enthusiastisch wie möglich verkaufen. Diese Prediger eines Konsums des Nonsens. Sie alle wollen reich werden und bleiben doch ständig nur Getriebene.
Markus Frick war ein angeblicher Börsenguru. Die Erfolgsgeschichte schlechthin. Bei N24 pries er sich selbst und seine Erfahrung an, er war enthusiastisch. Dabei war mit 22 Jahren schon Bäckermeister und wie er selbst auf seiner Website schildert, aus eher einfachen Verhältnissen. Aber er hat etwas aus sich gemacht, zumindest wenn man seiner Selbstdarstellung glaubt. ["Von einem der auszog um Millionär zu werden" mehr »]
Niemand hat die Absicht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer vorzunehmen
Am 15. Juni 1961 erklärte Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!". Am 13. August 1961 begann der Bau der Mauer. Noch Fragen?
Am 25. Juni 2009 erklärte Roland Pofalla, dass alle Gerüchte um eine Mehrwertsteuererhöhung absoluter Unsinn seien. Volker Kauder schloss sich ihm am 26. Juni an. Am 27. Juni sprach Frau Merkel ein Machtwort und schloss eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus. Seehofer stimmte ihr zu.
Jochen Hoff behauptet heute am 28.06, dass die Union die Mehrwertsteuer nach der nächsten Wahl erhöhen wird, sobald sie die Möglichkeit dazu hat. Ulbricht lässt grüßen. Der niedrige Mehrwertsteuersatz kommt auf 20 Prozent, der normale auf 25 Prozent. Es wird erklärt werden, das zwei Prozent dieser Erhöhung für die Stützung der Krankenkassenbeiträge verwendet würden, was natürlich nicht stimmen wird.
Weiterhin wird die CDU/CSU die Steuern für die Bestverdienenden, ab 250.000 Euro senken und damit zurecht darauf verweisen, dass sie die Steuern gesenkt haben. Die FDP wird ihnen glücklich um den Hals fallen. Notfalls macht die SPD oder die Grünen auch gerne mit.
["Niemand hat die Absicht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ... »]
Bundesamt für Statistik oder besser Volksverarschung und Betrug
Dieses Leben ist eines der härtesten Leben die überhaupt vorstellbar sind. Die Welt ist einfach schlecht. Ein Viertel der Steuerpflichtigen zahlte 80% der Einkommensteuer. Alle drei Jahre bringt das Statistische Bundesamt Deutschland die Untermauerung der ewigen neoliberalen Lüge. Die armen Reichen müssen für alles zahlen. ["Bundesamt für Statistik oder besser Volksverarschung und Betrug" ... »]
Die Produktion kommt zurück
Es gab ja schon lange ein Rumoren unter den Firmen die sich auf Anraten ihrer tollen Berater mit ihren Produktionen ins Ausland begeben hatten und teilweise auf genau so dämliche Ratschläge hin ihre Produktion aufgaben. Aber Outsourcing war eben über lange Zeit das Wort, mit dem jeder Unternehmensberater bei seinen Kunden auftauchte und wahre Wunder versprach. Für den Berater bedeutete Outsourcing immer eine lange Beratungsdauer, da er ja den gesamten Weg begleiten musste.
Die zweite tolle Idee war die Produktion im Ausland. Egal ob gleich hinter der Deutschen Grenze oder im weit entfernten China. Im Verhältnis zu Deutschland kostet Arbeitskraft bis heute dort nicht viel, aber auch diese Kosten steigen. Die Firmen die hinter die tschechische Grenze gezogen sind, müssen heute Leute aus Deutschland einstellen, weil die teilweise schon billiger als die Tschechen sind. Facharbeiter sind hinter mancher Grenze schon Mangelware.
Die Polen haben England verlassen, weil es sich nicht lohnt dort zu arbeiten und auf den deutschen Spargelfeldern sind jetzt die Leute aus Rumänien, weil Polen oder Ungarn schon lange nicht mehr kommen. Aber auch die Rumänen werden bald zu Hause bleiben. Der Staat zahlt schon Prämien an Heimkehrer.
Aber nicht nur die Lohnkosten sondern auch die Qualität wird immer mehr zum Thema. Meist fällt China auf. Die Rückrufaktionen von Spielzeug soll den Hersteller Matell über 100 Millionen Dollar gekostet haben, der Imageverlust seiner Marken ist ein vielfaches davon. Natürlich sind auch andere Hersteller betroffen. Die Palette umfasst alle nur denkbaren Umweltgifte und reicht bis zur atomaren Verseuchung von Stahl, weil im chinesischen oder indischen Stahlwerk eben nicht die Standards herrschen von denen man in Europa ausgehen kann.
Es sind auch nicht nur die oft hochbelasteten Materialien die Probleme bereit, genauso häufig wird einfach ein Material durch ein billigeres aber nicht gleichwertiges ersetzt ohne das der Auftraggeber informiert wird. Das kann erheblichen Einfluss auf die Betriebssicherheit haben. Überbrückte Thermosicherungen an Kaffeemaschinen sind da nur ein Teil des Problems.
Natürlich müssen die Haftungsrisiken in die Produktionskosten eingerechnet werden. Ein weiteres Problem ist der geistige Diebstahl. Wer für eine Marke Schuhe fertigt, verfügt auch über das Wissen gleichzeitig jede Menge Plagiate herzustellen. Häufig laufen der Originalschuh und die Kopie auf der gleichen Fertigungsstrecke nacheinander.
Dazu kommt der immer größer werdende Bedarf an Kommunikation. Es ist viel schwieriger in der Ukraine oder in China einen Betrieb zu führen und mit anderen Fertigungsstätten zu koordinieren, als all dies vor der eigenen Haustür zu haben. So ist auch der aktuelle Schritt von Lego, das Outsourcing der Produktion zu beenden und die Werke in denen gefertigt wird zu kaufen, nur der erste Schritt. Lego wird schon bald den zweiten Schritt tun müssen und die Arbeit zurück nach Dänemark holen.
Die Firma Steiff ist da schon einen Schritt weiter. Sie holt ihre gesamte Fertigung aus China nach Deutschland zurück und begründet das damit, dass Qualitätsprobleme und Lieferzeiten die Produktion der hochwertigen Steiff-Produkte in Fernost einfach nicht kalkulierbar machten. Das gilt eigentlich schon jetzt für viele Produkte. Auch andere Marken werden folgen müssen.
Hersteller die aufgrund des Preisdrucks meinen die Fertigung nicht zurückholen können, werden viel Geld in die Hand nehmen müssen um durch aktive und nachträgliche Qualitiätskontrolle die Risiken klein zu halten. Dabei stellt sich sehr schnell die Frage ob diese Kosten für Kontrolle nicht höher sind, als gleich hier zu fertigen.
Für innovative Firmen die wie der Maschinenbau sehr auftragsbezogen oder nur in Kleinserien fertigen stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Entwicklung und Produktion eng beieinander zu halten, ist die Voraussetzung für den Erfolg.
Es macht übrigens wenig Sinn über Länder wie Indien und China zu schimpfen. Der Preisvorteil bestand ja vor allem darin, das weder Umweltschutz noch Arbeitsbedingungen ein Thema waren. Anstatt also nur unsere Maschinen und die Tätigkeiten dort hin zu bringen, hätten wir auch unsere Standards exportieren müssen. Unsere Standards sind aber zu diesen Preisen und Bedingungen auch in China nicht zu haben.
China und Indien können sich keine gerechte Marktteilnahme erarbeiten, wenn sie nur als verlängerte Werkbank für geringen Lohn, miese Arbeitsbedingungen und mit großer Umweltverschmutzung genutzt werden. Das wird gerade für China noch schwieriger weil selbst die im inneren so teuer bezahlten Exporterfolge meist Erfolge in Dollar sind. Einem Dollar der mit wachsender Geschwindigkeit schmilzt.
Natürlich macht der sterbende Dollar es für manche Glücksritter noch interessanter sich aus China mit Waren zu versorgen, aber der sinkende Dollar treibt auch dort die Kosten für Energie und Nahrungsmittel und damit die Löhne. Der Vorteil wird nur kurz vorhanden sein. Wer dauerhaft mit hoher Qualität schnell liefern will, kommt nicht darum herum dem Beispiel Steiff, und einiger Mittelständler zu folgen und die Arbeit zurück nach Deutschland zu holen.
Siemens will den anderen Weg gehen und sich dabei als Weltkonzern auch im Vorstand und dann im Aufsichtsrat international aufzustellen. Dagegen ist nichts zu sagen. Bei Siemens sind die Kosten für Kommunikationsprobleme schon jetzt in einer Größenordnung, das ihr Ansteigen gar nicht mehr bemerkt wird. Effizienz ist in solchen Weltkonzernen mit sehr gemischter Produktpalette häufig kein Unternehmensziel mehr, weil sie sich nicht mehr erreichen lässt.
Kleinere Unternehmen sollten aber immer abwägen ob die Verluste die durch schlechte Kommunikation entstehen nicht eventuell höher sind, als die Gewinne die mit billigen Standorten gemacht werden können. Insbesondere die schnelle Umsetzung von Produktideen oder Produktvarianten ist häufig nach der Auslagerung nicht mehr möglich.
Wer also jetzt zurückkehrt gehorcht der wirtschaftlichen Vernunft. Es macht überhaupt keinen Sinn diese Firmen mit Vorwürfen zu belegen. Meist waren die Auslöser sogenannte Unternehmensberater die meist keine Erfahrung in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen haben und fast immer die Bedeutung des internen Zusammenspiels unterschätzen.
Unternehmensberater glauben an Unterlagen wie Arbeitspläne oder Stellenbeschreibungen. Stellenbeschreibung sind in Deutschland meist der pure Hohn, weil sie von Leuten angefertigt wurden, die den Arbeitsplatz um den es geht nie gesehen haben. Da wird der Hilfsarbeiter im Bereich Transport entlassen, weil die Gabelstabler schneller fahren können, aber niemand hat daran gedacht, das dieser Hilfsarbeiter die Bereitstellung für die Arbeitsfolge an verschieden Arbeitsplätzen erledigte und der Gabelstabler die kleinen Behälter gar nicht transportieren kann.
Das gleiche passiert auf der Ebene der Arbeitspläne. Es ist eben keine Ausnahme, das eine Fertigung gar nicht auf der Maschine läuft, die im Arbeitsplan steht. Es ist leicht denkbar das es diese Maschine schon seit Jahren nicht mehr gibt. Normalerweise verlässt man sich im Alltag auf die Arbeitsvorbreitung durch den Meister, während sich die eigentliche Arbeitsvorbereitung meist nur mit neuen Produkten oder mi Kostensenkungen für Einzelprodukte beschäftigt.
Wer also nur theoretisch mit falschen Unterlagen und ohne jede Kenntnisse des Unternehmens plant, wie es viele Unternehmensberater machen, der kann nur zu falschen Ergebnissen kommen. Unternehmensberater sind häufig wie die vielen Trainer an deutschen Tresen. Sie wissen vortreffliches zu sagen über Dinge von denen sie leider nichts verstehen.
Die Wirtschaft brauchte also Unternehmensberater, die ein Unternehmen bei der Auswahl eines Unternehmensberaters beraten. Man kann allerdings auch den eigenen wirtschaftlichen Sachverstand der im Unternehmen ist benutzen und seine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn es zum Schwur kommt, ist der Unternehmensberater schon lange weg und selbst wenn man ihn fragt, wird er mit vielen schönen Worten aufzeigen, das man einfach schon längst hätte weiterziehen müssen mit seinem Betrieb.
Betriebe brauchen aber Ruhe und Kontinuität um hohe Leistung zu erbringen. Die Firmen die jetzt vor der Entscheidung stehen wieder nach Deutschland zurückzukehren, sollten dies erhobenen Hauptes tun. Sie wurden falsch beraten und im Prinzip weiß das jeder. Anders als die Politik die auf eben diese Berater auch herein gefallen ist, haben Unternehmer etwas zu verteidigen. Einen Fehler zuzugeben und zu korrigieren ist immer noch besser als den Fehler solange zu verneinen bis es zur Katastrophe, dem Firmenzusammenbruch kommt.
Die Politik wird nie zur Verantwortung gezogen und darf deshalb verantwortungslos handeln, genau wie viele dieser Berater. Ein Unternehmer oder Manager der seinen Gesellschaftern oder Aktionären noch direkt verantwortlich ist, wird die Verantwortung immer übernehmen müssen. Nur die ganz Großen, die DAX-Unternehmen und ihre Vorstände sind nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen, weil sie sich gegenseitig abdecken und von Politik und Justiz geschont werden.
Natürlich kostet die Rückkehr nach Deutschland Geld und die Lohnkosten sind hoch. Andererseits ist es aber auch eine Chance durch effizientere Produktion und größere Produktvielfalt und mehr Varianten diese Kostensteigerung nicht nur auszugleichen, sondern sogar mehr Gewinn zu erwirtschaften.
Haben sie eigentlich schon Reputationsmanagement
Letztens ging ich am Abend über einen Platz auf dem ein Maler lebendsecht eine nackte Frau gemalt hatte. Sie wirkte auf mich wirklich so, als würde sie sich gleich vom Pflaster lösen und mit dem Hintern wackelnd vor mir her gehen. Natürlich wäre ich ihr gefolgt. Aber im Moment lag sie einfach da rum und mein nächster Schritt hätte meinen Fuß in eine Gegend gebracht, in die ein fairer Mann noch nicht einmal andere Männer tritt, geschweige denn Frauen. Also stoppte ich und genoss das Bild. Dann machte ich einen Sidestep weil die Dame keine weiteren Einladungen an mich aussprach und ich weiß wann ich gehen muss.
In letzter Zeit lese ich immer wieder das Wort Reputationsmanagement. Wenn ich diesem Worte begegne geht es mir wie bei der auf das Pflaster gemalten nackten Frau. Ich stoppe erst einmal. Wer tritt schon auf Reputationen. Allerdings wirkt das Wort Reputationsmanagement noch flacher auf mich als die gemalte nackte Frau, die zwar optisch an den richtigen Stellern erhöht aus, aber eben trotzdem aufgrund ihrer Gestaltungsform als Zeichnung, flach bleibt.
Google kennt 766.000 Eintragungen für das Reputationsmanagement und die englische Wikipedia kennt das Wort, aber die deutsche Wikipedia beschäftigt sich lieber mit dem Reputationsrisiko für Unternehmen.
Die Sache scheint also wichtig zu sein. Im Netz sind allerlei Berater für Firmen und Privatpersonen unterwegs die auf eine oder andere Art versprechen etwas für eine bessere Reputation zu tun. Die netten Leute die damit Geld verdienen werden wahrscheinlich böse sein, wenn mir dazu nur der Satz einfällt: "Wir machen Sie Respekt." oder die weinerliche Aufforderung an einigen Berliner Hauswänden "Respekt" als Graffiti oder die Frage von einem spätjugendlichen Krakeler nach der dritte Ohrfeige "Warum hasse keinen Respekt vor mir?".
Respekt kriegt man nicht in Flaschen und auch nicht im Einzel- oder Großhandel. Respekt und Reputation muss man sich erarbeiten. Wer glaubt er könne seine Reputation dadurch verbessern, das er den Kauf von Flaschenbier in Kästen mit dem Schutz von Urwald verbindet oder wer annimmt, dass die von seinem Imageberater ausgewählte Krawatte ihm Stil oder gar Respekt verschafft, der zeigt damit nur, dass er Reputation vortäuschen oder erschleichen will und muss, weil er keine hat.
Wer ein Reputationsmanagement braucht, gibt damit zu, das er eben keine Reputation hat. Wer Respekt fordern muss, hat sich keinen Respekt verdient. Genau das gleiche gilt für all die vielen netten Modelle in irgendwelchen Community-Projekten wo man sich Reputation durch allerlei Wohltaten anderer erwerben, in Wirklichkeit aber nur eine scheinbare Reputation eintauschen kann.
Es ist eine Frage des Selbstwertgefühls. Eine Firma die so arbeitet, das sie sich die Achtung derjenigen verdient auf deren Achtung sie wert legt, meist sind das ihre Kunden und Lieferanten, ist immer auf der sicheren Seite. Eine solche Achtung durch aktives Marketing oder einen Verhaltenskodex vorzutäuschen ist eine gefährliche Geschichte. Marketing explodiert einem in solchen Fällen fast immer unter den Händen. Lügen haben hier besonders kurze und empfindliche Beine, wie jene Ökostromgesellschaft mit dem Atomstrom gerade erfährt.
Wer aber von Anfang an ehrlich ist und auch sofort zu seinen Fehlern steht, der hat es nicht nötig sich ein Reputationsmanagement zu leisten, dem fliegt die Reputation zu. Das gleiche gilt für die die persönliche Reputation. Wer davon erzählt, dass all das was man im Netz von sich gibt, gegen einen verwandt werden kann, der vergisst, dass mich bei jemandem der sich aktiv im Netz bewegt, mir ein fehlen von Fehlern viel mehr sagt. Sobald ich weiß, oder auch nur vermute, das gedreht wurde, bin ich mehr als misstrauisch.
Tatsächlich ist es so das jeder Personalchef mit Verstand etwas über die Fähigkeiten, Ansichten und Möglichkeiten eines Bewerbers wissen will. Ob der mal auf einer Party den nackten Bauch oder mehr gezeigt hat, wird ihn weniger interessieren. Sobald der Personalchef aber genau auf dieser Ebene seine Interessen hat, macht es keinen Sinn in einem solchen Unternehmen zu arbeiten. Jeder Chef kann mehr mit einem Widerspruchsgeist als mit einem Jasager anfangen. Das wissen gute Chefs und die anderen brauchen keine guten Leute.
Reputation ist ein Gesamtbild das nur entsteht, wenn es sich aus Leistung und Fehlleistung, aus passendem und unpassendem zusammensetzen kann. Stellen wir uns vor wenn wir aus einem Foto eine Grundfarbe herausnehmen. Das Bild sagt nichts mehr, mit dem man etwas anfangen könnte. Deshalb äußerste Vorsicht bei Reputationsmanagement, es könnte sein, dass man da wo man vermeintliche Fehler ausbügelt, das ganze Bild so verfälscht, das es entweder unbrauchbar wird, oder das Gegenteil des Erwünschten bewirkt.
Lustlos, mutlos, hoffnungslos - Kein Bock auf Arbeit
Nein es geht nicht um die Arbeitslosen. Die werden mit Arbeit wohl so schnell keine Probleme bekommen. Die müssen weiter ohne Arbeit leben. Es geht um die anderen. Beginnen wir doch einfach mal mit den Managern:
Deutsche Topmanager befinden sich auf Jobsuche
- 75 % wollen wechseln, davon die Hälfte möglichst bald
- 89 % versprechen sich durch neuen Arbeitgeber einen
Karriereschub
37 Prozent der deutschen Topmanager würden lieber heute als morgen ihren Job wechseln. Und ähnlich viele (38 %) planen mittelfristig eine berufliche Veränderung. Somit hegen nur 25 Prozent der Führungskräfte keine Wechselabsichten. Das sind Ergebnisse des "15. LAB Managerpanels", durchgeführt von der internationalen Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company in Kooperation mit der "Wirtschaftswoche."
..
Über die Gründe für sinkende Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber lassen die Umfrageteilnehmer keinen Zweifel: 89 Prozent versprechen sich durch einen Wechsel des Unternehmens einen beruflichen Vorteil. "Karrieresprünge innerhalb der Firma sind bedeutend schwerer", urteilt ein Teilnehmer stellvertretend.
Im Klartext will die Führungselite Deutschland am liebsten sofort aus ihrer jeweiligen Firma weg. Identifikation mit der Firma gleich Null. Interesse an der Aufgabe noch unter Null. Ziele in der aktuellen Firma gibt es nicht. Die Herren sind anwesend, weil sie auf finanziellen Gründen nicht abwesend sein können.
Damit ist der Höhepunkt des neoliberalen Wirtschaftssystems erreicht. Nichts verbindet die Manager mit ihren Firmen. Es ist interessiert sie einfach nicht. Langfristigkeit, Verantwortlichkeit, Vertrauen, Geduld alles ausgestorbene Worte. Heute hier morgen dort. Problemlos, weil völlig ahnungslos.
Es ist eben vollständig egal wer, wo, nicht führt. Da kaum ein Manager von dem was er eigentlich machen müsste Ahnung hat und alle mit den Produkten ihrer Firmen bestenfalls mal als Konsumenten in Berührung kommen, gibt es überall nur noch Stagnation. Innovation kostet Geld und rentiert sich eben nicht in Quartalen sondern in Jahren.
120 Tage, also ein Quartal sind zwar fast zweimal die Tragezeit einer Katze, aber nicht die Zeit in der ein neues Produkt markt und produktionsreif gemacht werden kann, um dann produziert und so erfolgreich verkauft zu werden, das es 25 Prozent Rendite abwirft. Der Preis für junge Katzen liegt eben fast bei Null, wenn es um die Eigenschaft Katze geht.
Leistungsträger die außer ihrem Gehaltsscheck und der Sonnenbrille nichts tragen sind eben keine Leistungsträger, sondern Leistungsverweigerer die zudem noch den Verkehr aufhalten. Sie sind sinn- und zwecklos. Neoliberale Leuchttürme die nicht leuchten sondern stinken. Stinken wie der gesamte langsame verwesende Neoliberalismus.
Das ganze hat mittelfristig die wirtschaftliche Folge, das wir nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden. Nicht weil unsere Arbeit zu teuer ist, sondern weil Neoliberale immer nur Fische aus Teichen entnehmen, aber nicht füttern und auch keine neuen einsetzen wollen. Ernten ohne zu säen und anderen die Ernte stehlen.
Das wirkt sich natürlich auch die Mitarbeiter dieser neoliberalen Stinktürme aus:
Die meisten Deutschen sind vom Job genervt
Nur noch jeder achte Deutsche geht motiviert und engagiert an seine Arbeit. Dies zeigt eine neue Studie zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Demnach spult die Mehrheit der Befragten ihren Job nur noch ab – und viele würden am liebsten ihren eigenen Chef aus der Firma werfen.
Viele Deutsche gehen nur mit mäßigem Elan zur Arbeit. Gerade einmal zwölf Prozent der Beschäftigten fühlen sich einer Erhebung zufolge ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet und sind im Job motiviert und engagiert. Im Vorjahr waren es noch 15 Prozent. Die Mehrheit der Beschäftigten – das sind 64 Prozent – spule am Arbeitsplatz ein Pflichtprogramm ab, so das Arbeitsklima-Barometer 2008 des Ifak-Instituts aus Taunusstein.
Der Anteil derer, die innerlich bereits gekündigt haben, liegt demnach bei 24 Prozent, zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Jeder Siebte würde am liebsten seinen Chef entlassen.
Die faulen, miesen und vor allem unfähigen neoliberalen Manager ohne Firmenbindung, haben durch ihre ständigen Fehlentscheidungen, die Mitarbeiter vollständig verunsichert. Niemand weiß mehr wofür er arbeiten soll, weil irgend so ein neoliberales Arschloch ja morgen doch auf die Idee kommt, diesen Betriebszweig zu schließen, oder von ahnungslosen Unternehmensberatern so umkrempeln zu lassen, das er überhaupt nicht mehr funktioniert.
"Wie der Herr, so das Gescherr!" pflegte man in besseren Zeiten zu sagen, als noch klar war, dass der Besitzer eines Bauernhofes für die Ordnung, Pflege und Sauberkeit bis in die letzte Ecke seines Unternehmens verantwortlich war. Das kaputte Geschirr am Wagen oder auf dem Acker wurde nicht dem Knecht, oder Großknecht angerechnet sondern dem Besitzer. Der trug die Verantwortung und hatte dafür zu sorgen, das sein Gut nicht nur erhalten und gepflegt wurde, sondern auch noch tadellos aussah. Schon optisch eine Freude war.
Neoliberalismus ist die Lehre von der totalen Verantwortungslosigkeit der Besitzer, Führer und Manager. Verantwortlich ist der Knecht. Dem werden zwar die Mitte für den Erhalt und die Pflege des Geschirrs verwehrt, aber er wird bestraft oder entlassen wenn es nicht in Ordnung ist. Neoliberalismus ist eben neben der Verantwortungslosigkeit auch noch Lüge und Betrug gepaart mit Unfähigkeit.
Das Mittel gegen all diese Dinge, die den Menschen in Deutschland, dem Land aber durch unsere Schwäche auch der ganzen Welt schaden, ist einfach. Pflicht zur Verantwortung. Einklagbare Pflicht und eine strikte Strafverfolgung bei Verstößen. Wer andere führen will, muss an sich selbst eine härte Meßlatte anlegen lassen, als an die, die er führt.
Ein Manager der sich mit Nichtwissen herausreden kann, wie Herr von Pierer, während gleichzeitig die Leute, die auf seine Anweisung gehandelt haben, verurteilt werden, schadet allen und ist ein Stinkturm von Vorbild, das alles um ihn herum verfaulen lässt. Allerdings gibt es noch weitere Verantwortliche. Das sind die Anteilseigner die zwar die Gewinne einstreichen, aber auch nicht die Verantwortung für ihre Manager übernehmen wollen.
Wird eine Firma bestraft, gehen die Kosten dafür meist in die Abschreibungen, bzw. werden vom Gewinn abgezogen. Bestraft wird der normale Steuerzahler. Bestraft werden aber müssten die Aktionäre. Am besten durch die zwangsweise Ausgabe von Aktien der betroffenen Firma zum Nennwert, bis zur Höhe der Strafe. Kursverluste für die, die eben ihre Beauftragten nicht kontrolliert haben.
Da tönt es natürlich sofort, dass der einzelne Aktionär ja nichts bewirken könne, weil er nicht die Mehrheit habe. Zum einen muss man ja keine Aktien an zweifelhaften Firmen besitzen, man muss auch nicht Herrn Ackermann das Depotstimmrecht übertragen, der ist ja schon wegen seiner kriminellen Handlungen aufgefallen. Wenn man alleine zu schwach ist muss man sich organisieren. Anlegergemeinschaften bilden, die den Kurs der Firma beeinflussen können. Solidarisieren.
Erst wenn wir in der Wirtschaft wieder Verantwortlichkeit eingeführt haben, wird sich die Stimmung der Mitarbeiter heben, werden Mut und Vertrauen zurückkehren und sich als Innovation in zukünftige Gewinne verwandeln. Die besten und sichersten Gewinne macht man mit guten Leuten die auch in der Not ihre Frau und ihren Mann stehen. Mitarbeiter möchten stolz auf ihr Unternehmen sein können.
Martin Recke, SinnerSchrader und die next08
Nein, falsch gedacht. Das ist nicht Folge 761 meiner allgemeinen next08 Einladungskritik. Das ist ein Lob. Ähemm. Nun ja. Das was man bei mir so als Lob ernten kann. Gemäßigte aufbauende Kritik. Oder so ähnlich. Aber zunächst einmal zur Sache, ich meine zum Fischmarkt und zu Martin Recke von SinnerSchrader:
Guy Kawasaki hat die 10-20-30-Regel für Powerpoint erfunden: 10 Folien in 20 Minuten mit einer Schriftgröße von mindestens 30 Punkt. Auf der next08 verschärfen wir diese Regel noch einmal: 10 Folien in 200 Sekunden vor 1.000 Menschen.
Das ist die Idee des Elevator Pitch für unentdeckte Talente, mit dem wir nach der Mittagspause sämtliche Restmüdigkeit aus den Köpfen vertreiben wollen. 10 Stockwerke reichen, um zu überzeugen.
Wir haben den Fahrstuhl (besser: das Plenum der next08), wir bieten Dutzende Wagniskapitalgeber als Mitfahrer - und Sie liefern uns die Antwort auf folgende Frage:
Und? Was ist Ihre Geschäftsidee?
Eigentlich erfüllt dieser Text alle Voraussetzungen um mir zu missfallen. Powerpoint, "Elevator Pitch", Wagniskapitalgeber, Geschäftsidee. Wenn ich trotzdem nicht auf den nächsten Feedeintrag wechsle muss das einen Grund haben.
Es ist nicht die 30 Punkt Schrift, die für alte Menschen wie mich sicherlich gut ist, es ist auch nicht die Mittagspause und die Restmüdigkeit. Es ist ganz sicher auch nicht der "Elevator Pitch" oder die Aufzugspräsentation, weil ich schon den "Elevator Fuck" nur dadurch sinnvoll gestalten kann, das ich den roten Schalter betätige der das Scheißding anhält und mir dann die Zeit gibt, das was ich tue, auch vernünftig, oder doch eben so gut zu machen, wie ich es kann. Bitte meine Damen jetzt keine Kritik, nicht hier.
Nachdem ich bei meinem ersten Auftritt vor großem Publikum in der Hans Martin Schleyer Halle, mal kurzerhand all meine Folien auf der Treppe zu Bühne verteilt habe, bin ich auch von folienbasierten Vorträgen vollständig geheilt. Powerpoint habe ich mir von Anfang an geschenkt, wenn ich schon nichts zu sagen habe, muss ich das nicht auch noch bunt dokumentieren.
Ich halte auch nichts von Geschäftsideen. Die gibt es nämlich nicht. Es gibt Ideen und mit einigen Ideen kann man Geschäfte machen, wenn man sie zu einem Produkt entwickeln kann. Der Begriff Geschäftsidee ist für mich unverbrüchlich seit Ende der siebziger Jahren mit Norman Rentrop und seinem Verlag verbunden und ich lache immer noch wenn ich an unseren ersten Kontakt denke.
Trotz all meinem Gemeckere hat mich die Idee so sehr beschäftigt, das ich ihr diesen Text gewidmet habe. Es hat auch ehrlicherweise gesagt eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe was mich an der Idee interessiert.
Niemand kann in 200 Sekunden eine Idee wirklich präsentieren, ja noch nicht einmal ernst zu nehmend anreißen. Aber jeder könnte in 200 Sekunden sagen, warum er oder selbstverständlich auch sie, der oder die richtige ist um diese Idee, die ich gar nicht kennen will umzusetzen. Keine Folie sondern ein Mensch der anderen erzählt warum er seine Idee, sein Produkt zum Erfolg führen wird. Was ihn von den Millionen anderen Geldverschwendern abhebt, ihn zu der Bank macht, auf den die Investoren setzen sollen.
Ich fuhr mal mit dem Vorstandsvorsitzenden und dem Vorstand für Forschung und Verwickeltes eines Unternehmens in einem Aufzug, in dem der ziemlich verwickelte Vorstand etwas vortrug. Ich mischte mich ein und fragte den Vogel, ob er schon mal einen Kunde gesehen hätte? Nach sechs Sekunden kannte er meinen Standpunkt und glühte vor Wut. Mir brachte es einen guten Chef und fast so etwas wie einen Freund ein.
Wie wäre es mal wieder nach Menschen, nach Überzeugungstätern zu suchen. Wie oft sehen wir Präsentationen die von demjenigen, der von uns Geld oder Unterstützung, will noch nicht einmal verstanden werden. Wenn auf der next08 wirklich Wagniskapitalgeber und nicht nur Wagniskapitalredner sind, dann bietet ihnen Persönlichkeiten. Leute die auf einer Postkarte die Welt erklären können, Fanatiker, Besessene.
Aber bitte sperrt die Powerpointer, die schon das Betriebsergebnis des vierten Geschäftsjahrs, vor dem Bau des ersten Prototypen kennen, in den Heizungskeller. Da sitzen sie warm und trocken. Sie dürfen auch Essen und Trinken bekommen und aufs Klo. Aber lasst sie nicht an richtige Menschen heran. Schon gar nicht an Leute mit Geld.
Nein. Ich habe zur Zeit nichts zu vermarkten und auch kein Geld um es zu investieren. Aber es wäre schön mal wieder echte Power in echten Projekten zu sehen. Ich mag es nämlich auch wenn andere siegen. Nur gut müssen sie sein.
Wahrheitstage bei der FTD - Parallelwelten
Ich weiß nicht was bei der FTD passiert ist, vielleicht liegt es daran, das für einige schon sicher ist, das sie ihren Job verlieren werden und sie deshalb einfach mal den Mut haben, die Wahrheit zu schreiben:
Die deutsche Wirtschaftselite wird in einer Welt groß, die mit dem Alltag nichts zu tun hat. Nur manchmal bricht die Realität bei ihr ein - wenn der Steuerfahnder klingelt.
Es gibt Neues zum Thema Parallelwelten: Künftig gehören nicht mehr nur Ahmed und Aishe, die schlecht Deutsch sprechen und an Allah glauben, dazu. Neu am - diesmal oberen - Rand der Gesellschaft sind Konstantin und Dorothee, die mehrsprachig aufwachsen und an nichts so sehr glauben wie an sich selbst.
"Für Eltern ist Elite werden absolut erstrebenswert", sagt Friedrichs. Das führt zur Auslese. Wer keine 10.000 Euro pro Jahr erübrigen kann, kann seine Sprösslinge etwa nicht auf die European Business School (EBS) schicken. Und nur, wer 750 Euro monatlich investiert, kann dem sechsjährigen Sohn Biologieunterricht und dessen dreijährigem Bruder Wochenendseminare in Marketing bieten. Dass immer mehr Eltern ihre Kinder früh zu Höchstleistungen treiben wollen, führt Friedrichs auf die Unsicherheit der Mittelschicht zurück: "Die Leute haben Angst, dass es anders nicht klappt."
Tatsächlich ist dieses Verhalten nicht elitär, sondern kleinbürgerlich. Ich weiß das. Ich bin in diesem Punkt ein typischer Kleinbürger. Schon deshalb, weil ich meine eigenen Bildungschancen, die mir mein kleinbürgerliches Elternhaus großzügig einräumte, immer nur nach erheblicher Anwendung von Gewalt und Überredung angenommen habe. Ob ich etwas bedauere. Natürlich. Das ist aber weniger Bedauern, als Wut auf den großkotzigen Idioten der sich schnelle und leichte Wege unbedingt kompliziert machen musste.
Meinen Kindern versuche ich Bildung als Selbstzweck zu verkaufen. Ich glaube als Verkäufer bin ich besser als meine Eltern. Natürlich muss ein Kind nicht zu früh Höchstleistungen bringen. Dummerweise werden in unserer Gesellschaft aber genau diese Höchstleistungen gefordert. Das richtige Gymnasium, der Reit- oder Tennisverein anstelle von Fußball, die richtige Verbindung, das richtige Studium an der richtigen Universität. All das gab es schon immer.
Mit einem wichtigen Unterschied. Das reichte um in ein System oder eine Seilschaft herein zu kommen. Aber nicht um drinzubleiben. Drin blieb nur, wer etwas konnte und wer sich brutal schlau machte und schlauer war, als die anderen, kam nach vorne. Wissen war Macht, heute macht Wissen nichts kaputt. Wissen ist aber nicht mehr erforderlich. Es ist egal was jemand gelernt hat. Da wird der Neurobiologe über eine Station als Unternehmensberater zum Vorstandchef eines Großdienstleisters und ich frage mich warum.
Es mag ja sein, das es sich wirklich um einen Top-Mann handelt, aber woher kommt seine Qualifikation. Als Neurobiologe zu schlecht um nach vorne zu kommen, als Unternehmensberater in der richtigen Seilschaft um von seinem Vorgänger im Amt nachgeholt zu werden, wird er mir jetzt als die beste Lösung verkauft. Ich sage gar nicht das er nicht die beste, vielleicht sogar die allerbeste Lösung ist, aber ich glaube es nicht.
Diese gesamten Unternehmensberatungsheinis zeichnen sich doch nur dadurch aus, das sie Kosten sparen und verhindern das jemand was unternimmt. So etwas nennt man Inzucht. Auch wenn streng genommen mehrere Firmen an der Züchtung eines solchen Gewächses beteiligt waren.
Wenn wir durch die Spitzen unserer Wirtschaft gehen, finden wir diese Vögel überall. Die können wirklich zu jedem Taxifahrer sagen: "Bringen sie mich irgendwo hin, ich werde überall gebraucht.". Natürlich werden sie genommen, sind aber nicht zu gebrauchen. Unternehmertum heißt Wagnis, Mut, Kampfbereitschaft. Alles das was diese Typen nicht haben. Sie bilden schon seit einiger Zeit eine Parallelgesellschaft.
Sie müssen sich auch abschotten. Sobald echte Fachleute in ihre Nähe kommen, fallen sie sofort auf. Sie haben zwar zweihundertsiebenundzwanzig gut gelernte, meist englische Schlagworte aber null Substanz. Der Manager als Verwalter. Ein Verwalter verwaltet etwas und versucht seinem Herrn Profit vorzuweisen, ohne dabei ein Risiko einzugehen. Ein Verwalter geht immer den Weg der Feigheit. Wer zum Beispiel ein großes Bauerngut ruinieren will, der setzt einen Verwalter darauf. Der wird nichts ändern, höchstens die Leute mehr schinden, um auf den Ertrag zu kommen. Selbst wenn auf den Äckern das Korn nicht mehr wächst, wird er keine Rüben anpflanzen, weil er weiß das dort immer Korn wuchs. Unflexibel und mutlos.
Die Ausbilder an diesen Schulen in der Parallelwelt stammen übrigens aus der selben Zucht. Die Ergebnisse sind klar. Wir können sie jeden Tag erleben. Neoliberale Verantwortungslosigkeit. Groß geworden in dem Gedanken das nur andere Verantwortung haben und Regeln nur für andere gelten. Aber das ganze hat ein Gutes. Inzucht führt immer zum Aussterben.
Tu du mir nichts, ich tu dir auch nichts
Der DIHK-Chef Ludwig Georg Braun hat die moderate Managerkritik von Angela Merkel zurückgewiesen und sie gleich bei ihrem Schwachpunkt erwischt:
Eine pauschale Managerschelte sei ebenso verfehlt wie eine generelle Politikerschelte. Letztlich müssten die Aufsichtsräte entscheiden, welche Gehälter die Unternehmen zahlen wollten, um die besten Manager für sich zu gewinnen
Der DIHK ist so eine Art oberste Funktionärsclique der Industrie- und Handelskammern, die sich durch die Erpressung von Zwangsgebühren bei den kleinen und mittelständischen Firmen finanzieren um die Interessen des Großkapitals zu vertreten. Zusammen mit den Arbeitgeberverbänden bilden sie den harten Kern der neolibalen Politikbeeinflusser und sind so eine Art von Krebsgeschwulst am Körper der deutschen Wirtschaft und der der Politik.
Normalerweise ist der DIHK so nützlich wie ein Kropf, dafür aber lästiger als jede bekannte Fliegen- oder Mückenart. Es lohnt sich nicht, auch nur mit wenigen Zeilen über seine Aktivitäten zu berichten. Da ist selbst die Landesmeisterschaft im Graswachsenhören in Vorpommern interessanter.
Diesmal jedoch fasst der DIHK Obermime Braun, zwei Dinge zusammen, die zusammen gehören. Miese Manager und miese Politiker. Zwar möchte Braun nicht, das beide gescholten werden, aber das muss ja niemanden interessieren. Abzockende Manager, abzockende Politiker, bestechende Manager die nicht verfolgt werden, wie bestochene Politiker die ebenfalls nicht verfolgt werden. Verantwortungslose Manager und verantwortungslose Politiker.
Ja. Man muss und darf sie beide schelten. Sie taugen in Deutschland nämlich beide nicht. Es ist sogar ein Pauschalurteil gerechtfertigt. Denn die paar guten Manager und die paar guten Politiker verschwinden in der Masse der unfähigen, unwilligen und unfairen Manager und Politiker vollständig.
Einfach mal Nein sagen zu INSM und Mohn/Bertelsmann
Ein dickes fettes Nein sagt gerade der INSM Watchblog und fordert dazu auf die Mietmäuler der INSM aus den Medien zu verbannen, indirekte Korruption hart zu bestrafen und Industrie-Propaganda deutlich zu kennzeichnen. Dem ist natürlich zuzustimmen.
Wenn ich mir allerdings so n-tv und die News im RTL-Universum, sowie die entsprechenden Tendenzberichte so ankucke, dann hätten wir einen großen Programmanteil der nur aus Demagogie und Propaganda besteht. Natürlich um das Reich von Mohn/Bertelsmann auszubauen, in dem die Sonne für die Mitglieder der Familie Mohn nie untergehen soll und in dem die Sonne für alle anderen Menschen gar nicht mehr aufzugehen braucht.
In den öffentlich rechtlichen Gebührenerpresserredaktionen ist es die INSM, die ihre Leute in jedes Bild zu schieben versucht und die vielen "unabhängigen" Berichten ihren Lügenstempel mit Pesthauch aufdrückt. Alle kennen die Presseartikel die nichts als dumme Propaganda sind. Gestützt von angeblichen Wissenschaftlern, die nur Mietmäuler sind und alles verkünden würden, wofür sie bezahlt werden.
Da ist die ganze Verkommenheit dieser neoliberalen Wirtschaftsfaschisten noch sichtbar. Aber wie Streukrebs ist sie mittlerweile überall. In der Abschiedsvorlesung von Bodo Zeuner, gehalten am 11. Juli 2007 im Otto Suhr Institut der Freien Univeersität Berlin, wird deutlich wie weit der Krebs schon ist.
Unter dem Titel "Die Freie Universität Berlin vor dem Börsengang?" fasst Zeuner zusammen, was in den letzten Jahren passiert ist und wohin uns die Ökonomisierung der Wissenschaft noch führen wird. Ich empfehle unbedingt den ganzen Artikel zu lesen.
Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der „unternehmerischsten Universität" Deutschlands, er macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen Hehl. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Diese „Initiative" ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im Sinne seiner Auftraggeber herzustellen. Rudolf Speth, Privatdozent des OSI und vom OSI - aus leicht erklärlichen Gründen bisher vergeblich - für die Ernennung zum applizierten Professor vorgeschlagen, beschreibt die INSM als „PR-Unternehmen für die Interessen der Wirtschaft", als „Ausdruck einer Radikalisierung der ökonomischen Eliten, die die Politik (...) stärker unter Druck setzen" (Speth 2004: 43). Wer auch nur in den Verdacht gerät, die Wissenschaft in den Dienst einer solchen Propagandamaschine stellen zu wollen, müsste nach traditionellen Maßstäben disqualifiziert sein für ein Präsidentenamt, das die Autonomie der Wissenschaft zu verteidigen hat.
Man könnte über den FU-Präsidenten noch eine ganze Menge mehr sagen und Zeuner tut das im Rest seiner Vorlesung auch unverblümt.
Wie Zeuner bin ich der Meinung, das eine Universität sich nur in der Freiheit der Forschung und Lehre manifestieren kann und das die von INSM und Mohn/Bertelsmann gewünschte Universität als Wirtschaftsbetrieb der helle Wahnsinn und ein Verbrechen an den Wissenschaften ist. Wissenschaft braucht nämlich Wahrheit. In der Wirtschaft ist Wahrheit ein Gut, das höchstens tief verschleiert in einer dunklen und feuchten Ecke für den Bruchteil von Sekunden gezeigt wird.
Der gesamte Exellence-Kram ist nichts anderes als der Anfang vom Ende. Es verleitet gerade zu Betrug, wenn Geld nach Kritierien vergeben wird, die nichts mit der Universität und der Wissenschaft zu tun haben, es aber über die Ranking-Institute für Mohn/Bertelsmann und INSM einfach machen, die Steuerung der Universität und damit von Forschung und Lehre zu übernehmen.
Es ist absehbar das es bald keine Professuren in den kritischen Wissenschaften mehr geben wird. Forschung darf nur noch zur Bestätigung bereits getätigter Annahmen gemacht werden. In der Lehre wird es nur noch die Lehrmeinung der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten geben und nur wenige Studenten werden überhaupt zugelassen.
Die geplante Kommerzialisierung der Sekundarstufe II durch Mohn/Bertelsmann wird die Zahl der Zugangsberechtigten dramatisch drücken und damit viele Universitäten überflüssig machen. Warum sollte jemand Abitur haben, für den es doch keinen Arbeitsplatz mehr geben wird. Arbeitslos auf Hartz IV kann er oder sie auch mit Hauptschulabschluß machen.
Es ist die 20:80-Gesellschaft die mit solchen Maßnahmen in die Wege geleitet wird. Es werden eben auf Dauer nur noch 20 Prozent der Menschen gebraucht, wozu soll man sich um die restlichen 80 kümmern oder diese gar ausbilden.
Natürlich ist dieser Gedanke blöd, aber er kommt immer mehr durch. Zumindest bei den heutigen neoliberalen wirtschaftsfaschistischen Eliten, die sich gottgleich wähnen, aber real nur Kasperles sind. Aus unserer Vergangenheit wissen wir, was aus den meisten Fürsten wurde. Sie wurden gestürzt. Dem Geldadel der Ausbeuter wird es nicht anders gehen. 20:80 ist ein mieses Verhältnis wenn man seinen Reichtum verteidigen will.
Außerdem verdummt eine Elite die nur unter sich bleibt bereits nach wenigen Generationen, vor allem aber verzichtet sie auf Talente deren Wert sie gar nicht einschätzen kann. Bildung nur für wenige ist ein Gedanke der nur in sehr dummen Köpfen entstehen kann. Natürlich glauben diese Leute, das sie die paar Talente schon erkennen werden, die sie brauchen könnten. Das aber wird nicht der Fall sein, weil die Erkenntnisse von Dummen nur Dummes bewirken.
Natürlich wollen die Mohns und Kanngiessers nur die Kosten für Bildung und anderes drücken um selbst mehr abgrapschen zu können. Aber dadurch bringen sie die Zukunft der Deutschen und mit ihren internationalen Freunden die Zukunft der Welt in Gefahr. Die Zukunft unserer Kinder.
Wir brauchen Bildung, mehr Bildung und noch viel mehr Bildung. Jeder sollte die Chance erhalten sich zu bilden und vor allem weiter zu bilden. Wir brauchen Geld für Bildung und keine Subventionen und Steuererlässe für Leute wie INSM und Mohn/Bertelsmann. Wir müssen diese Leute stoppen. Jetzt. Auf jeden Fall müssen wir ihnen ein deutliches NEIN entgegen schreien.
Da wo sie oder ihre Mietmäuler öffenlich auftreten, sollte auch ein lauter Protest sein. Pfeifen wir die Pfeifen aus.
Hexaware und Pressemitteillungen zu Outsourcing
Ich mag es wenn mir jemand seine Sicht der Dinge über eine angeblich wissenschaftliche Studie verkaufen will. So versucht es heute morgen die Firma Hexaware mit einer kämpferischen Studie für das Outsourcing von IT-Dienstleistungen ins Ausland:
Die Verlagerung der Informationstechnologie (IT) ins Ausland (Outsourcing) bietet sich als Bestandteil einer langfristigen IT-Strategie "auf jeden Fall" an, meinen fast ein Drittel (32 Prozent) der deutschen Manager. Laut einer aktuellen
Umfrage unter 100 Fach- und Führungskräften wollen 42 Prozent vor
allem umfassende IT-Aufgaben wie beispielsweise den Betrieb ganzer
Rechenzentren ins Ausland abschieben. "Damit erweist sich Outsourcing zusehends als langfristige strategische Planungs¬komponente jenseits der Abfederung kurzfristiger Kapazitätsengpässe", interpretiert Sunil Surya, Europachef des IT-Dienstleistungskonzerns Hexaware, der die Umfrage in Auftrag gegeben hat.
Nun ja wenn Suil Surya das so sieht, dann wird es doch wohl stimmen. klicke ich doch einfach mal auf den Link zu diesem tollen Unternehmen. Ups. Was ist denn das?
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Mhmm. Das also ist ein internationaler IT-Konzern. Habe ich mir genauso vorgestellt. Absolute Flachmänner auf jeder Ebene. Aber ich kann nicht nur Boogie-Woogie sondern auch noch googeln. Und siehe da, es gibt ein Hexaware.com/de. Nun wenigsten scheint die Firma für Outsourcingsreklame zu existieren. Auch wenn sich mir ein bunter Gemischtwarenladen zeigt, der schon im ersten Ansatz, jedes mögliche Vertrauen in diese Bude zerstört.
Darum geht es aber auch nicht. Es ist das Thema Outsourcing ins Ausland, das mich wütend macht. IT kann zum Nutzen eines Unternehmens oder zur Förderung der Bürokratie eingesetzt werden. IT begann mit den Rechenzentren, wurde dann individualisiert und später in sogenannten Superprogrammen wieder rechzentrumsfähig.
Tatsächlich ist IT aber Werkzeug. Hammer, Kugelschreiber, Zange und Trittleiter zur lokalen Verwendung. Um in Möbelrückwände kleine Nägeln einzuschlagen, ist der Vorschlaghammer nicht sonderlich nützlich. Auch das Erdbeerplücken mit Leitern ist nicht unbedingt sinnvoll.
Die Lösung muss also zur Aufgabe passen. Ich erinnere mich noch gut. Unser Rechenzentrum druckte Listen, als wollten wir ganz alleine Schweden abholzen. Die Dinger wurden verteilt, abgeheftet und dann herrschte Stille. Also kam ich nach irgendeinem Bier zuviel auf die Idee, einfach per Zufall Listen nicht verteilen zu lassen. Nach einem halben Jahr waren wir auf der Hälfte der Listen. Die Leute arbeiteten nicht damit, weil sie ihre Bedürfnisse nicht erfüllten.
Genauso wie die unnötigen Listen, waren die ersten Erfassungsmasken. Völlig überkandidelt, weil man Seite für Seite mit irgendwelchem Datenmüll überspringen musste der für die eigene Arbeit nicht notwendig war. Dann haben wir angefangen mit Generatoren nur die Informationen in die Masken zu packen, die wirklich gebraucht wurden. Das erforderte schnelle Änderungsmöglichkeiten, da, sich die Anforderungen änderten.
Kommunikation mit dem Anwender war eine Zeitlang unser absolutes Ziel. Das ist allerdings schwierig. Der Kunde/Auftraggeber ist ja nicht identisch mit dem Mitarbeiter mit dem wir kommunizierten. Der hatte selbst ja meist keine Ahnung von dem, was seine Leute wirklich brauchten. Der rief eher einen Unternehmensberater, anstatt seine Leute zu fragen. Das die meisten Unternehmensberater nun gar nichts verstanden, schadete nicht wirklich. Denn wenn sie ein paar Kenntnisse hatten, versuchten sie die IT eines Großkonzerns für Autos auf eine Dorfbrauerei zu übertragen.
Viel schwieriger aber war es, den Mitarbeiter zu gewinnen, das er uns wirklich sagte, wie er vor ging. Natürlich gibt es überall Arbeitsplatzbeschreibungen und Vorgaben über Abläufe. Es gibt auch fast überall Klopapier, nur das Klopapier weniger kratzt. Die meisten Mitarbeiter hatten eigene Abläufe kreiert, die zumeist sogar einsichtiger als die Vorgaben waren.
Als das Outsourcing begann, gab es für eine Übergangszeit noch feste Bindungen über Kundenbetreuer. Dann Kundendienstzentren. Der Schwabe verstand die Kunden in Norddeutschland nicht und die Hamburger verzweifelten an den Bayern. Selbst innerhalb Deutschlands gab es schon so starke Begriffs- und Vorgehensunterschiede, das es schwierig war, die Leistung hoch zu halten.
Dann konnte man gleich ins Ausland outsoucen, wenn die Qualität schon so schlecht war. Das Ergebnis sehen wir heute an jeder Ecke. Verzweifelte Mitarbeiter in den Jobcentern, die Abends beim Bier fragen, warum man diese Programmkrücken, nicht repariert bekommt. Wie aber soll man etwas reparieren, das von Ahnungslosen nach fiktiven Vorgaben entworfen und dann von Leuten programmiert wurde, denen es nicht um das Ganze ging, sondern darum ihren Teilbereich fertig abzuliefern, egal welche Löcher dieser Mist, bei anderen riß.
Wer richtig Spaß haben will, hebt einmal ohne seine PIN bei der Postbank Geld vom eigenen Konto ab. Da gibt es dann eine Kombination von Telefon und Computer die locker ein halbes Stündchen für diesen Vorgang verballert. Ein Flashmob von hundert Kunden, würde die meisten Postämter für den Tag lahm legen.
Outsourcing ist ganz toll, wenn ich horizontale Programme wie Textverarbeitung, Präsentation oder Bildbearbeitung habe. Auch Telefon. und Chatsoftware funktioniert so ganz gut. Aber sobald ich etwas im Unternehmen verbessern will, muss ich mir die Kompetenz zurückholen. Entweder als eigene Mitarbeiter, oder als Dienstleister in meiner Nähe. Bei sich fast täglich ändernen Produktionsmethoden und Materialien kann und darf die IT nicht in einem starren Korsett stehen bleiben. Es macht keinen Sinn, dem Zerfall der eigenen Softwaretechnologie zuzusehen und sich damit zu trösten, das man SAP oder Oracle kaufen kann.
Das Zeug wurde schon immer verkauft. An jeden der es bezahlte. Bei der Menge an Beratern, die heute hinter solchen Supersystemen steht, dürfte allerdings jedem klar sein, das er die für sein Unternehmen notwendige Individualität nicht bekommt und selbst Zusatzprogrammierungen nichts anderes als Rucksäcke sind, die zwischen den Beinen hängen und das Gehen unkomfortabel machen. Außerdem sind sie meist nach dem nächsten Update nicht mehr brauchbar.
Outsourcing ist eine gute Lösung für faule Manager. Im Moment werden Kosten gespart, die auf Dauer durch mangelnde Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu viel höheren Folgekosten führen. Aber dann ist der betreffende Manager ja schon beim nächsten Unternehmen, um das zu zerstören.
Wieder einmal die Unternehmensb(e)rater
Es muss schon schlimm um das Ansehen einer Branche stehen, wenn die WiWo aus einer extra für sie angefertigten Studie so gar nichts positives herauspressen kann.
Aber ein bischen geht immer. Nach diesem Motto wird ein breiter Fächer vom Ökoberater über die allgemeine Beraterschelte bis hin zu der ach so extra für die WiWo erstellten Studie die man auch einfach für die Kleinigkeit von 1250 Euro bestellen kann.
Aber das magere Ergebnis das die Wiwo aus der Studie gezogen hat, animiert mich nicht, sie zu kaufen. Denn das der Erfolg von Beratungsleistung nicht nach objektiven Kriterien, sondern aus dem Bauchgefühl beurteilt wird, weiß jedes Kind schon seit langem.
Eigentlich ist ein "Nachweis des Wertschöpfungsbeitrags von Beratereinsätzen" grundsätzlich überflüssig, weil die meisten Beratereinsätze ja nicht der Beratung, sondern der Absicherung dienen.
Ein feiger Manager oder Politiker, der nicht für seine Entscheidungen und sein Management gerade stehen will, baut um sich herum eine chinesische Mauer aus Gutachten und Beraterpapieren auf und verschanzt sich dahinter. Einige wurden seit Jahren nicht mehr gesehen. Mag sein, das sie tot in ihren Zinnen liegen.
Das ist für die Beraterbranche egal. Sie produziert weiter Papier, Papier, Papier und zwar in allen Richtungen die ein Kunde wünschen könnte oder die andere Kunden für gut halten. Beratung und Erkenntnis stehen in einem diamtetralen Gegensatz. Über Wahrheit muss in diesem Zusammenhang gar nicht diskutiert werden, da sie noch nicht einmal in der Beratungstheorie vorkommt.
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