Ein pisswütender Gewerkschaftsfunktionär
Mir wurde soeben der Kopf gewaschen. Ich hatte einen pisswütenden Gewerkschaftsfunktionär am Telefon, der zwar nicht zur GEW gehört, dem aber mein. "zur Zeit ständiges rumgemosere an den Gewerkschaften" mächtig auf den Geist geht. Das ist schön, das es ihm auf den Geist geht, war meine erste Antwort. Keine Sorge er ist nicht am anderen Ende des Rohres geplatzt. Er benutzte die Leitung als Entladungsgerät.
Tatsächlich bin ich wirklich erfreut, wenn sich in Deutschland noch Leute aufregen und etwas unternehmen, auch wenn sie nur anrufen um mir die Meinung zu geigen. Ich glaube das solche Leute auch anderen die Meinung geigen und das ist gut und wichtig für unser Land. Nun aber zu seinen Vorwürfen im Einzelnen.
"meine Linkspartei
Es gab nur eine Partei in Deutschland die mal meine Partei war. Das ist nicht nur lange Monde, sondern viele Winter her. Es ist fast schon nicht mehr wahr. Diese Partei war die SPD. Das meiste was ich zur SPD zu sagen habe, ist nur endlose Wiederholung von bereits vielfach gesagtem. Nach meiner Ansicht, habe ich meine Meinung zur SPD am besten in diesem wütenden Artikel ausgedrückt.
"Meine Linkspartei" gibt es nicht. Lafontaine ist und war nie mein Mann und Gysi ist vom gleichen Schlag. Die treten mal eben schnell zurück und lassen die Menschen im Regen stehen. Verantwortungslos wie all die anderen Politiker. Aber es gibt in der Linkspartei, Leute die meine Achtung haben. Die gibt es allerdings auch in anderen Parteien. Prozentual sind es in der Linkspartei aber am meisten. Nur gut das es da keine fünf Prozent Hürde gibt, bei mir.
Mit der Linkspartei glaube ich am ehesten meine sozialdemokratischen Positionen realisieren zu können. Ich glaube nämlich nicht an Kommunismus oder Sozialismus mit Menschen wie wir. Einen besseren Menschen wollte die DDR erziehen. Trotz aller Mühe ist es ihr nicht gelungen. Der Kapitalismus, also die persönliche Bereicherung ist eine der stärksten Triebfedern der Menschen. Neben dem Sex und der Freude an der Unterwerfung anderer. Deshalb kann und will ich den Kapitalismus nicht abschaffen, sondern ich will ihn, wie ein gefährliches Tier, in relativer Freiheit, aber doch begrenzt halten. Dafür gab es in Deutschland schon einmal Gesetze die ganz gut funktionierten. Das ist machbar.
"Gewerkschaften brauchen einen starken politischen Arm
Äh. Ja. Mhm. Am stärksten ist dann wohl die Einheitsgewerkschaft zusammen mit der Einheitspartei. Gut, war ja nur ein Scherz. Ich heiße ja nicht Merkel und ich glaube nicht an eine Partei, die ein starker Arm der Gewerkschaften wäre. Bisher hat die Nähe zu einer Partei die Gewerkschaften immer nur geschwächt. Dabei ist es völlig egal welche politische Richtung diese Partei angeblich vertritt. Bisher haben sich alle Parteien mehr oder weniger offen kaufen lassen.
Gewerkschaften müssen unabhängig von Parteien und Unternehmen sein. Auch unabhängig voneinander. Eine Gewerkschaft ist ausschließlich ihren Mitgliedern verpflichtet. Ich habe nichts dagegen, wenn dabei auch die gesamtgesellschaftlichen Interessen nicht aus dem Auge verloren werden, aber das ist zweitrangig. Zuerst die eigenen Leute. Dann lange gar nichts, dann die Gesellschaft, derer die zusammen leben und arbeiten wollen, dann die Unternehmen und erst dann Kirchen, Parteien und sonstiges Volk, das sich noch nie für die Sorgen der Arbeitnehmer interessiert hat.
Meinetwegen auch einen Dachverband. Aus wirtschaftlichen Gründen, aber ohne jede Weisungsrechte. Im Grunde genommen ohne Rede- und Bewertungsrecht.
Was wir brauchen ist einfach. Freie Gewerkschaften. Wirklich freie Gewerkschaften.
"Mein Bildungsideal"
Mein Bildungsideal. In diesem unserem Staat ist das reine Fantasie. Hier geht es nicht mehr um Ideale. Hier geht es um das Notwendigste. Nix Ideal. Einfach nur um das Abwenden von Not. Ich bin 50 und das ist bei mir bestimmt nicht Halbzeit, so habe ich nicht gelebt. Aber ich würde mir wünschen, wenn wir am Ende der nächsten 25 Jahre wenigsten die pure Not gelindert haben. Schon das wird schwer genug.
Bildung ist kein Tattoo. Bildung kann man sich nicht einmal auf den Arsch pieksen lassen und trägt sie dann ein Leben lang mit sich rum. Bildung muss ständig gepflegt werden. Viel besser wie die Lebensabschnittsgefährten und auch viel besser als das Auto, Papas größten Stolz. Bildung kann man nicht erwerben um sie zu besitzen. Sie rieselt leise aus allen Taschen wieder heraus. Wie der ganze feine Sand vom letzten Urlaub. Ein paar Tage hat man ihn noch überall und dann ist er weg, nur noch eine Spur in der Erinnerung und vielleicht ein letzter Rest in der Falte jenes alten Koffers.
Wir müssen uns ständig aus- und weiterbilden. Der eigentliche Beruf oder besser die eigentliche Berufung muss das Feilen an der eigenen Bildung sein. Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur, mittlere Reife, Oberschulreife, Fachhochschulreife, Hochschulreife, Diplom, Doktorat oder Berufsausbildung und Weiterqualifizierung. Alles nur Momentaufnahmen. Sobald ein Abschluss erreicht ist muss es weitergehen. Stillstand heißt Rückschritt. Lernen endet erst mit dem Tode. Bis dahin muss gelernt werden.
Ich will das Lernen nur einfacher machen. Oder vielmehr das Angebot verbessern. Soll doch jeder lernen wann er will. Der eine nachts um vier, der andere um zwanzig vor sieben. Internet macht es möglich. Wir können jede nur denkbare Lehrstunde ins Netz stellen. Dort kann sie von jedem, egal wie oft und wann abgerufen werden. Kostenlos. Bis es auch der letzte begriffen hat. Dazu computergesteuerte Test. Viele unterschiedliche. Damit die Leute sich selbst prüfen können, oder aber auch um Empfehlungen bei Tutoren bitten können, was sie, wie lernen sollen. Die Tutoren können von zu Hause aus arbeiten. Einige in der Nacht, andere am Tage. Alle bundesweit, egal wo sie sitzen.
Dazu ein Angebot von Präsenzunterricht und Präsenztutorien. An den Schulen, die Abends und an den Wochenenden eh verwaist sind. Verbunden mit Tests und Prüfungen. Wiederholbar bis es klappt. Bieten wir Bildung an. Überall. Wie Klingeltöne fürs Handy. Damit wir jeden, wirklich jeden erreichen. Diese Unterrichtsstunden können wir auch aktuell halten. Viel leichter als viele Lehrer dazu zu bringen, aktuell zu sein. Nicht als Ersatz der Präsenzschule sondern als Erweiterung.
Das ist kein Ideal. Das ist einfach machbar.
Ich mag Gewerkschaftsfunktionäre die sich aufregen, wie ich schon am Anfang sagte. Aber nur wenn sie nicht nur wie ein wütendes Nashorn durch die Gegend rasen sondern mitdenken. Dieser Staat wird uns keine Bildung für die Menschen geben. Dieser Staat ist bildungsfeindlich. Also gründen wir wieder einen Arbeiterbildungsverein. Denn alle die nicht von den Erträgen ihres Kapitals leben können sind Arbeiter. Die künstliche Trennung in Arbeiter, Angestellte und sogar leitenden Angestellte ist Quatsch. Es gibt die wenigen Reichen und ihre Helfershelfer. Der Rest ist Arbeiter und braucht eine starke Gewerkschaft die seine Interessen und die seiner Kinder vertritt.
Ich will nur starke, freie und unabhängige Gewerkschaften. Ich bin übrigens der Meinung, das diejenigen die nicht in der Gewerkschaft sind, auch nicht von den Tarifabschlüssen profitieren sollen. Auch das kann man tariflich vereinbaren. Bei einer großen Einheitsgewerkschaft wäre mir die Gefahr zu groß, das dadurch eine Art Diktatur entsteht. Bei vielen Gewerkschaften die bestimmte Teile der Arbeitnehmerschaft vertreten besteht diese Gefahr nicht.
Also nicht aufregen, wenn ich auch weiterhin gegen die Art von Gewerkschaften schreibe, die wir jetzt haben. Die brauchen wir nämlich nicht. Die braucht nur das Kapital als ihre willfährigen Helfer.
Wie bitte - Grundrecht auf Berufsausbildung?
Immer wenn man glaubt, die dümmsten Sprüche dieser Welt schon zu kennen, dann wird es noch blöder. Gestern war es der Schäuble, vor dessen krimineller Energie auch das Wort unantastbar, eben nicht nur antastbar ist, sondern auch völlig egal ist. Heute kriecht die GEW aus ihren Löchern und setzt über dpa noch einen drauf:
Gewerkschaft GEW will Grundrecht auf Berufsausbildung
Berlin - Zur Eindämmung der Jugendkriminalität fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein Grundrecht auf Berufsausbildung. Eine Gesellschaft schütze sich am besten vor Gewalt, wenn sie allen jungen Menschen eine Perspektive gebe. Das sagte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne der „Neuen Osnabrücker Zeitung”. Stattdessen werde es in Deutschland hingenommen, dass 13 Prozent der unter 25-Jährigen keine Ausbildung hätten.
Haste da noch Töne, wenn der Herr Thöne da so schön tönt. Ich hab noch welche. Ich möchte das Grundrecht auf Sonnenschein, wenn ich vor die Tür gehe und selbstverständlich auch das Grundrecht auf vollständige sexuelle körperliche Befriedigung, wann immer mir da nach ist, zusammen mit dem Grundrecht auf Reichtum und mein Idealgewicht. Man merkt das Lehrer die ganzen Jahre falsch geschrieben wurde. Das muss Leerer heißen, denn viel leerer geht wirklich nicht mehr.
Der Töne spielt nicht wie Flasche leer, sondern denkt wie Flasche gar nicht vorhanden. Ehrlich von solchen Gehirnakrobaten bekomme ich Ausschlag. GEW hieß früher einmal Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Das waren die Unkündbaren. Sichere Lebensstellung, die konnten es wagen den Mund aufzumachen, sobald sie im System waren. Es gab damals nur die Hürde des Berufsverbotes. Bei Leerern wurde darüber gesprochen, bei normalen Menschen nicht. Die mussten immer schon aufpassen was sie sagten.
Während die anderen für Kinderläden und bessere Schulen kämpften, bekamen unsere Leerer BurnOut-Syndrome oder Abgeordnetenmandate, meist bei der SPD. Die Ausgebrannten waren auf Kur und dienten den Kultusministern um nachzuweisen, das wir genügend Lehrer hätten, genau wie diejenigen die ständig aus politischen Gründen abwesend waren. Nur arbeiten und unterrichten wollte von den Kameraden und Kameradinnen so richtig niemand. Die gingen auch zu Weiterbildung. Reiki und Shamanisches Tanzen. Origami für fortgeschritten Gelangweilte und klöppeln ohne Sehnenscheidenentzündung.
Franz Josef Degenhardt hat sie gut beschrieben diese Lehrer in seiner Lehrerin. Wir hätten ihm viel besser zuhören sollen.
In einer kleinen schönen Stadt die alten Dinge in Bewegung setzen,
wenden, über junge Köpfe,
so hatten sie in Seminaren und in langen, heißen Nächten diskutiert.
Im Schwarz-Rot-Gold das ROT zum Leuchten bringen, müßte möglich sein,
gerade auch in der Provinz.
Die Zeichen waren gesetzt mit Willy Brandt und Gustav Heinemann.
Es roch nach Vormärz, und man sang die alten Lieder.
Diesmal müßte es gelingen, trotz Radikalenerlaß und
trotz alledem, trotz alledem.
Es lief auch gleich gut los:
Die Schüler mochten sie, und ein paar Kollegen dachten so wie sie.
Demokratie wurde gewagt im Schülerparlament.
Die Schülerzeitung haute auf den Putz. Flugblätter auf dem Schulhof.
Das Jugendzentrum wurde selbstverwaltet, und sie saß mit in dem Verwaltungsrat.
Sie demonstrierten gegen Nazi-Treffen, Waffenexport und den NATO-Flugplatz vor der Stadt.
Sie lasen Brecht in Deutsch, den kannte man noch nicht,
und in Geschichte Bundschuh, Bauernkrieg und '48 - die revolutionären Traditionen -
und diskutierten durch die langen, hellen Maiennächte,
und sie schwammen unterm Silbermond und nackt im Fluß.
Ihr Kursus in der Volkshochschule über Lohnarbeit und Kapital, der wurde abgesetzt.
So fing es an.
Man schloß das Jugendzentrum. Vorwand: Drogenhandel, Schlägerei.
Und sie bekam von ihrer Schulbehörde den Verweis.
War das der Grund, weshalb sie aus der Wohngemeinschaft ausgezogen ist?
Sie weiß es nicht mehr, weiß auch nicht mehr, wann die ersten Eltern von Verführung sprachen.
Indoktrination; und die Kollegen Vorsicht rieten.
Darüber hat sie nur gelacht.
Doch daß sie dann im Unterricht beim Bauernkrieg
statt Thomas Münzer immer mehr dem Martin Luther recht gab,
war das diese Vorsicht?
Oh ja. Vom Vormärz zum wilhelminischem Untertanengeist. Den Weg haben sie schnell gefunden, die Leerer. In meinen Kreise war Lehrer schon damals nur ein anderes Wort für angepasster Idiot. Ich weiß wovon ich rede. Ich weiß es leider zu genau. Dann gingen die Herrschaften in das was sie die innere Imigration bezeichneten. Sie flohen vor der bösen Umwelt ins Lehrerzimmer. Da kommen sie seit dem nur noch mit Scheuklappen wieder heraus. Ob die Einrichtung der Schule verheizt, die Tische, Wände, Stühle und Karten beschmiert sind, ob der Projektor geklaut wurde. Sie sind nicht mehr zuständig.
Da draußen sind freilaufende Kinder. Man kann doch von ihnen nicht erwarten, das sie die erziehen. Auf Elternabenden erklären sie den Eltern was Pädagogik ist. Reinhard Mey hat es in seinem Elternabend so schön und richtig gefasst:
Nichts ist so erlabend,
wie ein Elternabend.
Und gar nichts macht mich strahlender,als die Aussicht im Kalender.
Nichts ist so gewaltsam,
nett und unterhaltsam.
Und wer das nicht kennt, der hat sein Dasein echt verpennt.
...
Dann wird es hochtrabend
auf dem Elternabend.
Der Lehrkörper erklärt die Logik
und den Sinn der Pädagogik.
Hier ein Kichern, da ein Gähnen.
Da puhlt einer in den Zähnen.
Alles schläft und einer spricht:Genau wie einst im Unterricht!
Nun wollen also diejenigen, die ihre Pflicht seit Jahren mit einem Lachen nicht erfüllt haben, die, die sich nicht wehrten als Lehrer nicht mehr verbeamtet wurden, als die Schülerzahlen in den Klassen immer weiter anstiegen, die, die nichts sagten, als Migrantenkinder für die Deutsch eine Fremdsprache war, in dreißiger Gruppen in Klassenräume getrieben wurden, in denen sie bestenfalls das Pausenzeichen verstand, ausgerechnet die wollen ein Grundrecht auf Berufsausbildung.
Ich habe keine Ahnung welche Qualifikation Herr Ullrich Thöne noch hat, außer GEW-Chef zu sein. Mein Dackel hält sich auch für den Chef in unserem Hause. Zumindest solange bis er Futter braucht, und ich scheinbar vergessen habe, wo ich es aufbewahre und wo seine Näpfe sind. Ich will auch Herrn Thönes Qualifikation nicht kennen. Es ist mir nicht einmal das googeln wert.
Die GEW hat zunächst einmal die Aufgabe dafür zu sorgen, das die Kinder in der Schule das lernen, was im Lehrplan steht, aber vor allem aber das lernen, was gebraucht wird. Kultusminister und in Kultusbehörden sind nämlich meist auch nur Leerer, die zu ihrem Glück zwar nicht mehr in die Schule müssen, aber ansonsten auch keine Ahnung haben. Wenn nicht genügend Geld und Leute dafür da sind, unsere Kinder vernünftig auszubilden, dann muss die Gewerkschaft laut um Hilfe schreien und notfalls streiken. Das tut sie aber nicht. Sie kuschelt viel lieber mit der Bertelsmannstiftung, die im Auftrag der Familie Mohn, ja auch Auswege aus der Schule bietet. Das diese Auswege bedeuten, das man in Zukunft Bildung bei Bertelsmann kaufen muss, damit die zu eigenem wirtschaften unfähigen Kinder der Familie Mohn wenigstens alimentiert werden, interessiert diese Gewerkschaft ja auch nicht.
Wer mit Mohn kuschelt, ist schon nicht mehr ernst zu nehmen. Der hat sich verkauft. Mohn und freie Ausbildung passt nicht zusammen, genausowenig wie Mohn und Demokratie. Eine GEW die nicht einmal in der Lage ist ihre ureigenste Aufgabe, nämlich seine solide Schulausbildung unserer Kinder zu liefern, hat jedes Recht verwirkt sich über weitere Themen zu unterhalten. Sie muss erst einmal ihre Hausaufgaben machen.
Falls dann aus einem neuen Ausbildungssystem auch kompetente und einigermaßen intelligente GEW-Vorsitzende kommen, dann wird denen klar sein, das es eben kein Grundrecht auf Ausbildung geben kann, weil für Ausbildung in jedem Beruf, Wissensgrundlagen vorhanden sein müssen. Ständig steigende Wissengrundlagen, bei einer ständig schwächer werdenden Schule übrigens. Ich kann einen 2-Meter-Mann mit 140 kg nicht zum erfolgreichen Springreiter ausbilden. Zu schwer, zu groß. Es geht nicht. Ich kann keine halben Analphabeten zu Lehrern machen, obwohl das ja scheinbar doch geht.
Natürlich meint Thöne ein Ausbildungssystem das alleine auf staatliche Berufsausbildung setzt. Also eine Ausbildung in der Maurer, die niemand auf der Baustelle sehen will, weil sie dort nicht zu gebrauchen sind, andere Maurer ausbilden, die dann ebenfalls nicht zu gebrauchen sind. Was Thöne nicht wissen kann, weil er ja nie so eine Erfahrung machen durfte.,Ausbilder sollten die besten ihrer Zunft sein. Pfeifen die ausbilden erzeugen eben nur Pfeifen. Pisa lässt grüßen. Was ein GEW-Vorsitzender auch nicht wissen kann, Ausbildung macht Arbeit. Deshalb bilden gute Meister nur wenige Lehrlinge aus, weil sie die Zeit dafür nicht haben. Lehrlingszüchtereien sind wie Legebatterien. Im Endeffekt völlig witzlos.
Je besser gebildet unsere Kinder aber aus der Schule kommen, desto weniger an Allgemeinbildung muss ihnen in der Ausbildung vermittelt werden. Das macht Ausbildung leichter und erhöht die Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz. Ausbildung erfordert aber auch dann noch ständige Weiterbildung des Ausbilders. Gerade in einer sich ständig verändernden Produktionswelt. Das kann ein Thöne natürlich auch nicht wissen. Der ist ja in der Gewerkschaft, hat also mit Realität nichts zu tun.
Was wir hier also wieder einmal haben, ist eine Gewerkschaft, die so tut als würde sie ein Thema besetzen. Diesmal ist es besonders auffällig das sie Blödsinn redet und das müsste selbst einem GEW-Vorsitzenden klar sein. Wenn er aber trotzdem solche Sprüche absondert, dann muss er eine gute Begründung haben. Ich vermute das es ihm völlig egal ist, was er absondert, er muss nur mal wieder in der Presse sein, um nachzuweisen, das es ihn zum einen gibt und er zum anderen wichtig genug ist, das über ihn geschrieben wird.
Den Lehrern und sonstigen Mitgliedern der GEW kann ich nur raten, schafft euch eine neue Gewerkschaft. Die, die ihr jetzt habt, taugt in der Wurzel nichts. Über ihre Spitze habe ich das wichtigste heute noch einmal zusammengefasst.
Einfach mal Nein sagen zu INSM und Mohn/Bertelsmann
Ein dickes fettes Nein sagt gerade der INSM Watchblog und fordert dazu auf die Mietmäuler der INSM aus den Medien zu verbannen, indirekte Korruption hart zu bestrafen und Industrie-Propaganda deutlich zu kennzeichnen. Dem ist natürlich zuzustimmen.
Wenn ich mir allerdings so n-tv und die News im RTL-Universum, sowie die entsprechenden Tendenzberichte so ankucke, dann hätten wir einen großen Programmanteil der nur aus Demagogie und Propaganda besteht. Natürlich um das Reich von Mohn/Bertelsmann auszubauen, in dem die Sonne für die Mitglieder der Familie Mohn nie untergehen soll und in dem die Sonne für alle anderen Menschen gar nicht mehr aufzugehen braucht.
In den öffentlich rechtlichen Gebührenerpresserredaktionen ist es die INSM, die ihre Leute in jedes Bild zu schieben versucht und die vielen "unabhängigen" Berichten ihren Lügenstempel mit Pesthauch aufdrückt. Alle kennen die Presseartikel die nichts als dumme Propaganda sind. Gestützt von angeblichen Wissenschaftlern, die nur Mietmäuler sind und alles verkünden würden, wofür sie bezahlt werden.
Da ist die ganze Verkommenheit dieser neoliberalen Wirtschaftsfaschisten noch sichtbar. Aber wie Streukrebs ist sie mittlerweile überall. In der Abschiedsvorlesung von Bodo Zeuner, gehalten am 11. Juli 2007 im Otto Suhr Institut der Freien Univeersität Berlin, wird deutlich wie weit der Krebs schon ist.
Unter dem Titel "Die Freie Universität Berlin vor dem Börsengang?" fasst Zeuner zusammen, was in den letzten Jahren passiert ist und wohin uns die Ökonomisierung der Wissenschaft noch führen wird. Ich empfehle unbedingt den ganzen Artikel zu lesen.
Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der „unternehmerischsten Universität" Deutschlands, er macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen Hehl. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und finanzierten „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Diese „Initiative" ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im Sinne seiner Auftraggeber herzustellen. Rudolf Speth, Privatdozent des OSI und vom OSI - aus leicht erklärlichen Gründen bisher vergeblich - für die Ernennung zum applizierten Professor vorgeschlagen, beschreibt die INSM als „PR-Unternehmen für die Interessen der Wirtschaft", als „Ausdruck einer Radikalisierung der ökonomischen Eliten, die die Politik (...) stärker unter Druck setzen" (Speth 2004: 43). Wer auch nur in den Verdacht gerät, die Wissenschaft in den Dienst einer solchen Propagandamaschine stellen zu wollen, müsste nach traditionellen Maßstäben disqualifiziert sein für ein Präsidentenamt, das die Autonomie der Wissenschaft zu verteidigen hat.
Man könnte über den FU-Präsidenten noch eine ganze Menge mehr sagen und Zeuner tut das im Rest seiner Vorlesung auch unverblümt.
Wie Zeuner bin ich der Meinung, das eine Universität sich nur in der Freiheit der Forschung und Lehre manifestieren kann und das die von INSM und Mohn/Bertelsmann gewünschte Universität als Wirtschaftsbetrieb der helle Wahnsinn und ein Verbrechen an den Wissenschaften ist. Wissenschaft braucht nämlich Wahrheit. In der Wirtschaft ist Wahrheit ein Gut, das höchstens tief verschleiert in einer dunklen und feuchten Ecke für den Bruchteil von Sekunden gezeigt wird.
Der gesamte Exellence-Kram ist nichts anderes als der Anfang vom Ende. Es verleitet gerade zu Betrug, wenn Geld nach Kritierien vergeben wird, die nichts mit der Universität und der Wissenschaft zu tun haben, es aber über die Ranking-Institute für Mohn/Bertelsmann und INSM einfach machen, die Steuerung der Universität und damit von Forschung und Lehre zu übernehmen.
Es ist absehbar das es bald keine Professuren in den kritischen Wissenschaften mehr geben wird. Forschung darf nur noch zur Bestätigung bereits getätigter Annahmen gemacht werden. In der Lehre wird es nur noch die Lehrmeinung der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten geben und nur wenige Studenten werden überhaupt zugelassen.
Die geplante Kommerzialisierung der Sekundarstufe II durch Mohn/Bertelsmann wird die Zahl der Zugangsberechtigten dramatisch drücken und damit viele Universitäten überflüssig machen. Warum sollte jemand Abitur haben, für den es doch keinen Arbeitsplatz mehr geben wird. Arbeitslos auf Hartz IV kann er oder sie auch mit Hauptschulabschluß machen.
Es ist die 20:80-Gesellschaft die mit solchen Maßnahmen in die Wege geleitet wird. Es werden eben auf Dauer nur noch 20 Prozent der Menschen gebraucht, wozu soll man sich um die restlichen 80 kümmern oder diese gar ausbilden.
Natürlich ist dieser Gedanke blöd, aber er kommt immer mehr durch. Zumindest bei den heutigen neoliberalen wirtschaftsfaschistischen Eliten, die sich gottgleich wähnen, aber real nur Kasperles sind. Aus unserer Vergangenheit wissen wir, was aus den meisten Fürsten wurde. Sie wurden gestürzt. Dem Geldadel der Ausbeuter wird es nicht anders gehen. 20:80 ist ein mieses Verhältnis wenn man seinen Reichtum verteidigen will.
Außerdem verdummt eine Elite die nur unter sich bleibt bereits nach wenigen Generationen, vor allem aber verzichtet sie auf Talente deren Wert sie gar nicht einschätzen kann. Bildung nur für wenige ist ein Gedanke der nur in sehr dummen Köpfen entstehen kann. Natürlich glauben diese Leute, das sie die paar Talente schon erkennen werden, die sie brauchen könnten. Das aber wird nicht der Fall sein, weil die Erkenntnisse von Dummen nur Dummes bewirken.
Natürlich wollen die Mohns und Kanngiessers nur die Kosten für Bildung und anderes drücken um selbst mehr abgrapschen zu können. Aber dadurch bringen sie die Zukunft der Deutschen und mit ihren internationalen Freunden die Zukunft der Welt in Gefahr. Die Zukunft unserer Kinder.
Wir brauchen Bildung, mehr Bildung und noch viel mehr Bildung. Jeder sollte die Chance erhalten sich zu bilden und vor allem weiter zu bilden. Wir brauchen Geld für Bildung und keine Subventionen und Steuererlässe für Leute wie INSM und Mohn/Bertelsmann. Wir müssen diese Leute stoppen. Jetzt. Auf jeden Fall müssen wir ihnen ein deutliches NEIN entgegen schreien.
Da wo sie oder ihre Mietmäuler öffenlich auftreten, sollte auch ein lauter Protest sein. Pfeifen wir die Pfeifen aus.
Dussmanns Einheiten dürfen nun doch nicht die Schulhöfe unterwerfen
Es sah doch schon so gut aus. Es war ja fast schon perfekt. Dussmanns Schergen wollten und sollten die Neuköllner Schulhöfe unterwerfen. Ich hatte mich innerlich schon auf eine Menge Spaß vorbereitet. Das sind nämlich die Truppen, die in irgendwelchen Einkaufszentren zwar Omis und Volltrunkene quälen können, aber ansonsten eher eine Lachnummer sind. Nachtwächter im Tageslicht.
Wie die Personalpolitik im Hause Dussmann läuft, ist ja leicht daran zu erkennen, das Dussmann sogar unseren unfähigsten Wirtschaftsminister vor Gloß, den Wolfgang Clement in seinen Aufsichtsrat berufen hat. Aber vielleicht ist das eher die Dankbarkeit mit der Dussman sich dafür bedankt, das ihm Clement soviel Arme produziert hat, die selbst für Dussmanns Löhne arbeiten müssen.
Dussmann gegen die Schüler. Das finde ich gut. Schüler - ich war selber mal einer - sind geradezu darauf geeicht, Repression mit Ungehorsam zu beantworten. Je härter also irgendwelche Dussels zuschlagen, desto mehr Gegendruck würden die bekommen. Das muss irgendjemand sogar Herrn Dussmann klar gemacht haben. Ich hätte nicht geglaubt das der irgendwelcher Vernunft zugänglich ist, aber es geschehen eben doch noch Wunder. Jetzt müsste er nur noch den Clement rausschmeißen, aber so große Wunder gibt es nun doch nicht.
Der Bürgermeister von Neukölln Heinz Buschkowsky aus der SPD hat seine Schulen ja schon lange aufgegeben. Anstatt Mittel für viel mehr Lehrer, Soziologen und Betreuer bereitzustellen, setzt dieser SPD-Genosse auf Abschreckung. Aus jedem Schulhof eine Berliner Mauer machen. Völlig merkbefreit. Ich sehe schon Sechsjährige wie sie sich den Weg zu Vorschule freischießen müssen.
Das Thema ist nämlich noch nicht zu Ende. Da wo Dussmann nicht will und sich nicht traut, da werden andere auftreten. Gab es da nicht einen Wachschutz der den Neonazis sehr nah steht und der schon nachgefragt hat?
Egal. Politik ist immer ein Problem auf die schlimmste Art und Weise zu verstärken. Wie man es richtig denken könnte, sagt die Tageskritik
Illegale Grundschule in Bremen aufgeflogen
Es ist schon zum Schreien komisch. Heute lugt hinter jedem Gartenzaun ein Aufpasser hervor, der genau registriert was in seinem Umfeld so passiert, dazu Schäubles Saubermänner, die ihre gierigen Finger, Augen und Ohren in jedem Briefkasten und in jeder Mülltonne haben und dann bringt n-tv diese Nachricht:
Mehr als 14 Jahre lang sind Kinder in Bremen in einer illegalen Grundschule unterrichtet worden. Insgesamt seien mehr als 200 Kinder in der nicht genehmigten Einrichtung dem staatlichen Schulsystem entzogen worden, bestätigte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung.
...
Die Kinder seien mit gefälschten Angaben auf weiterführende Schulen geschickt worden. Aufgefallen sei dies nicht.
...
Eltern hätten vor 14 Jahren versucht, eine freie Schule nach ihrem Sinn zu gründen. Dies war damals jedoch von der Schulbehörde abgeblockt worden. Daraufhin betrieben die Eltern die Schule ohne Genehmigung.
Was für geile Eltern. Wir haben damals nicht den Mut gehabt, und unsere Kinder auf Privatschulen eingeschult, anstatt sie ins staatliche Verblödungssystem zu schicken. Schon damals galt, das Geld den schulischen Erfolg bestimmt. Vielleicht hätten wir unser staatliches Schulsystem schon damals zum Teufel jagen und in ein Eltern- und Lehrer dominiertes Schulsystem umwandeln sollen. Aber uns fehlte der Mut. Wir gingen den Weg des geringsten Widerstandes.
Putzig finde ich, das die Kollegen von der Bremer CDU nun aber sofort reflexartig auf die SPD einschlagen. Anstatt einmal nach den Gründen zu fragen, anstatt einmal nach dem Erfolg dieser illegalen Schule zu fragen. Aber das interessiert die Bremer CDU wie unsere ganzen Arschlochpolitiker ja nicht. Denen geht es nur darum gegen den jeweiligen politischen Gegner zu motzen. In der Sache sind die Herrschaften ja nicht interessiert, zumindest solange nicht, wie sie kein Bestechungsgeld bekommen.
Und dann war da noch Ilse Aigner von der CSU
Dieses bayrische Schmuckstück der Bundespolitik, ist die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Wenn jemand von unseren Poltiheinis zum Sprecher für einen Bereich gemacht wird, bedeutet das normalerweise, das derjenige absolut keine Ahnung von diesem Bereich hat, und auf jede Einflüsterung der Lobbyisten sofort gehorsam reagiert.
Diese Dame gibt nun auch noch Pressemitteilungen heraus, mit denen sie ihre absolute Unfähigkeit dokumentiert:
Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem OECD-Bericht auf die im Vergleich zum OECD-Durchschnitt geringere Studienanfänger- und Hochschulabsolventenquote in Deutschland hingewiesen. Zwar sind die Zahlen rechnerisch richtig. Politische Schlüsse rechtfertigen sie aber nicht. So werden in dem Vergleich nicht nur Äpfel mit Birnen verglichen, sondern auch mit Kirschen, Bananen und Melonen. Alle verglichenen Bildungssysteme haben ihre Besonderheiten, besonders aber das deutsche. Anders als in Deutschland gibt es in andern Ländern zur Hochschulbildung nur die "Alternative" ungelernte Kraft.
Wie bitte. Woher hat die Tante denn nun diese Weisheit. War die vielleicht schon mal irgendwo im Ausland. Wahrscheinlich nicht. In Österreich wollen die, die Bayern ja auch nicht. Aber darum geht es ja gar nicht. In Bayern sind die nicht einmal in der Lage genügend Abiturenten durch ihre Schulen zu kriegen, weil sie zu faul und zu geizig sind. Dafür werben sie dann die gut ausgebildeten Leute aus anderen Bundesländern ab.
Natürlich haben wir zu wenig Studienanfänger, wie wir auch zuwenig Absolventen haben. Aber das ist ja erklärtes Ziel der deutschen Bildungspolitik. Insbesondere die christlich undemokratisch regierten Länder sparen an der Bildung wo sie nur können und haben mit den Studiengebühren zusätzlich noch eine Hürde aufgebaut, die unsere Jugend vom Studium abhalten soll.
Anstatt bei uns Leute ordentlich auszubilden will dieses Politikerpack lieber Leute aus anderen Ländern nach Deutschland holen, um auch die Löhne der Akademiker noch drücken zu können, wie es ja Frau Schavan mit ihren 30.000 Euro schon versucht.
Was Frau Aigner betreibt ist nichts anderes als eine dreiste Lügerei um die Vorwürfe der OECD abzulenken. Frau Aigner betreibt das Geschäft von Mohn/Bertelsmann und INSM, die ja die Bildungausgaben auf Null drücken wollen, um dem Großkapital noch mehr Steuervorteile zu gewähren.
Wir müssen uns entweder damit abfinden, das Leute wie diese Aigner unser Land ausrauben und unseren Kindern die Bildung verweigern, oder wir müssen unser politisches Pack loswerden. Wer die Aigner wieder in den Bundestag wählt, ist gegen seine eigenen Kinder und Enkelkinder.
Es spricht übrigens nichts dagegen der Dame ihre Äpfel, Birnen, Kirschen, Bananen und Melonen an den Kopf zu werfen, solange diese so angefault sind, das keine Verletzungsgefahr besteht. Dann dürfen auch gerne ein paar überlagerte Eier dabei sein. Vielleicht begreift diese Dämlichkeit dann, das sie diesmal wirklich zu weit gegangen ist.
Sofort die Studiengebühren erhöhen und Bafög senken
dpa meldet gerade das unsere Regierung was gemerkelt hat:
Regierung besorgt über Fachkräftemangel
Berlin - Die Bundesregierung ist besorgt über den Mangel an Ingenieuren, Informatikern und Naturwissenschaftlern sowie weiterer Fachkräfte. Absehbare Engpässe auf dem Akademiker-Arbeitsmarkt drohten zur Wachstumsbremse für die Wirtschaft zu werden, heißt es in der Vorlage für eine „Nationale Qualifizierungsoffensive”. Das Kabinett will die Vorlage auf seiner Klausur Ende der Woche in Meseberg beschließen. Schon 2014 könnten je nach Konjunktur bis zu 95 000 Ingenieure und bis zu 135 000 Naturwissenschaftler fehlen.
Ja. Ja. Ja. Laber. Laber. Laber. Eine Koalition die Studiengebühren will und Studienzeiten bei der Rente nicht anrechnet, sollte entweder die Klappe halten oder noch besser zurücktreten. Diese Regierung will doch gar keine Studenten, sonder sie will den neoliberalen Wirtschaftsfaschisten zu Gefallen, aller Kosten auf die Eltern abwälzen. Die sollen sogar die Professoren noch bezahlen, die nur Mietmäuler der Abzocker sind, damit die weniger Steuern bezahlen müssen.
Wer unsere Universtitäten unter die Leitung von Mohn/Bertelsmann stellt, darf sich nicht wundern, wenn alles Geld in deren Taschen fließt oder für deren politischen Interessen ausgegeben wird. Es ist diese Regierung die, die Menschen am studieren hindert, weil die Risiken einfach zu hoch sind.
Lehrer mit Lücken
Wie gut das es die EU gibt. Gäbes es sie nicht schon, man müsste sie glatt neu erfinden. Nun hat sie mit einer aufwendigen Untersuchung etwas in Erfahrung gebracht, was Eltern, Schüler und Lehrer schon lange wissen. dpa meldet:
Lehrer haben Lücken
Brüssel - Fachleute der 27 EU-Staaten sehen große Lücken bei der Lehrerausbildung in Europa. Die Kenntnisse vieler Lehrer seien veraltet oder ungenügend, erklärte die EU-Kommission in Brüssel. Das gelte für den Umgang mit Computern ebenso wie für Sprachkenntnisse oder pädagogisches Wissen. Um Abhilfe zu schaffen, legte die Brüsseler Behörde Vorschläge zur Verbesserung der Lehrerausbildung vor, die gemeinsam mit den Mitgliedstaaten erarbeitet worden waren.
Die Lücken sehen wir alle. In fast allen Berufen. Bildung und Weiterbildung funktionieren mehr schlecht als recht. Einmal aus der Schule,Universität oder Berufausbildung heraus, gibt es kaum noch Anreize und nur ganz wenige kostenfreie Angebote. Zwar treiben da einige Fernlehrinstitute ihr seltsames und oft ziemlich teueres Spiel und es gibt auch Volkhochschulen in denen die Kunst des Origami und shamanisches Tanzen gelehrt werden, aber ansonsten ist es dunkel.
Keine Internetschule oder Internetuniversität für jedermann. Keine theoritsche Berufskunde im Internet. Selten mal Abendschulen, die aber als reine Präsenzschulen, die Hürden sehr hoch legen. Jede nur denkbare Unterrichtsstunde wird tausende Male im Jahr gehalten. Aber keine wird aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Unterrichtsmaterialen werden in tausenden von Stunden erarbeitet, kommen aber selten bis nie über das Umfeld des einzelnen Lehrers hinaus.
Klar sollten wir unsere Lehrer besser ausbilden. Aber nicht nur die Lehrer sondern alle. Dafür brauchen wir Angebote. Dringend.
Und dann war da noch Martin Wansleben
Der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben lebt davon, das alle selbständigen in den völlig nutzlosen und kontraproduktiven Industrie und Handelskammern oder Handwerkskammern, als Zwangsmitglieder bezahlen müssen. Er ist eine Drohne die von dem Fleiß der vielen kleinen und kleinsten Selbständigen lebt und als eine Art Oberzunftmeister unsere Berufe solange durcheinanderwirbelt, bis keine Qualifikation mehr gilt. Er vertritt die neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Ansichten des Großkapitals und schikaniert die kleinen Unternehmen wo er nur kann.
Nun präsentiert er eine neue Gemeinheit für die Arbeitnehmer wie dpa berichtet:
Arbeitnehmer sollen sich laut DIHK im Urlaub weiterbilden
Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag will, dass die Deutschen ihren Urlaub künftig verstärkt zur Weiterbildung nutzen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der Zeitung „Die Welt”, die Bundesbürger hätten zusammen mit Schweden die meisten Urlaubs- und Feiertage in Europa. Da sei genug Luft für Erholung und Weiterbildung. Dies müsse gerade auch vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels gesehen werden. Wansleben regierte auf einen neuen EU-Bericht zur Entwicklung der Arbeitszeiten in Europa.
Mal ganz davon abgesehen das die theoretischen Urlaubszahlen nichts mit der Praxis zu tun haben, und nirgendwo in Europa soviel Druck auf den Arbeitnehmern lastet, wie im neoliberal verseuchten Deutschland, ist das ganze nur wieder eine der vielen Methoden, davon abzulenken, das die Arbeitgeber in der Masse, ihrer Verantwortung zur Weiterbildung nicht gerecht geworden sind. Es muss aber auch erwähnt werden, das Musterbeispiele von Arbeitgebern in der Weiterbildung gibt. Das sind die Schlaueren.
Würde der DIHK etwas taugen, wäre er nur einen Cent der Millionen wert, die er sinnlos verballert, hätte er vor Jahren schon Weiterbildungspläne erarbeiten lassen. Er hätte Lehrmaterial erstellen lassen und nicht nur ständig neue Berufsbezeichnungen erfunden, sondern auch Wege aufgezeigt, wie eventuelle zusätzliche Qualifikationen aus ähnlichen Berufsbildern, in die neuen Berufsbilder führen.
All das hat er natürlich nicht getan. Neoliberal bedeutet immer absolut verantwortungslos. Neoliberal bedeutet immer, das man die Verantwortung mit großem Geschrei auf andere schiebt. Meine Kinder bezeichnen ein solches ungerechtes Verhalten immer mit "Petzekuh", wobei ich nicht weiß was die Kuh damit zu tun hat. Aber ich weiß das Wansleben wieder einmal eine neoliberale Lüge in die Welt setzt.
Die Arbeitgeber und ihre Verbände geben keine Weiterbildungsrichtung und auch keine Weiterbildungsziele vor. Ständig werden von irgendwelchen Leuten die noch nie gearbeitet haben, neue Berufe kreiert um alte Berufsausbildungen wertlos zu machen und die Menschen aus diesen Berufen wie Hilfsarbeiter bezahlen zu können. Frau Schavan von der CDU ist ein typisches Beispiel für dieses Vorgehen.
Wir brauchen eine Weiterbildungsoffensive. Das ist sicher. Aber erst einmal müssen wir Ziele definieren, damit Weiterbildung nicht in shamanischem Tanzen oder Kursen für Hochperuanisch endet. Allerdings wären da auch die Gewerkschaften gefordert.
Richtig gefordert ist aber unser Staat, der Weiterbildung in allen Schulformen inklusive der Universitäten, als kostenlosen Dienst über das Internet anbieten und sowohl Tutoren im Chat, als auch Präsenztutorien und die entsprechenden Prüfungen zur Verfügung müsste.
Aber die neoliberale große Koaltion schiebt Verantwortung auch immer nur anderen zu, anstatt sie wahr zu nehmen. Es sind eben alles Neoliberale, die immer Verantwortungslos sind.
Österreich ist in seinen Dummheiten doch sehr deutsch
Robert Misik setzt sich mit dem mehrgliedrigen Schulsystem auseinander und bedauert das in Österreich wieder einmal ein hoffnungsvoller Ansatz schon gescheitert ist, bevor wirkliche Überlegungen angestellt werden durften. Da ist sich der schwarze Block mit den Ultrakonservativen und vorgetäuschten Liberalen in Deutschland einig. Da sind die Österreicher sehr deutsch in ihrer Dummheit.
Es nützt auch nicht, wenn man diesen Leuten das finnische Beispiel vor Augen führt:
Das finnische System ist leicht erklärt – aber das Erfolgsgeheimnis liegt im Detail. Es gibt eine Einheitsschule für alle 6- bis 14jährigen. Wer nicht mitkommt, wird nicht abgeschoben, sondern mitgenommen. „Sozialistischer Einheitsbrei“, wie die Kritik von konservativer Seite lautet, ist das dennoch keiner: Die Schulen selbst sind innerlich hoch differenziert, und jede Schule ist anders – denn sie sind viel autonomer als die hiesigen.
Das ist das Prinzip. Die gute Nachricht: Man könnte dieses Prinzip kopieren. Die schlechte Nachricht: Mit der Kopie des Prinzips alleine wäre es wohl nicht getan. Denn die finnische Bildungspolitik ist von einer Philosophie getragen, die tief in der politischen Kultur des Nordlicht-Landes verwurzelt ist. Finnland ist ein dünn besiedeltes Land am Rande der Welt. „Wir brauchen hier jeden, hoffnungslose Fälle können wir uns nicht erlauben“, fasste Jukka Sarjala, der Präsident des Zentralamtes für Unterrichtswesen in Helsinki schon vor Jahren die Grundhaltung der Finnen zum Schulsystem zusammen.
Autonome Schulen die hochdifferenziert auf die Bedürfnisse ihrer Schülere und deren Hintergrund reagieren können. Das klingt wie ein Traum. Viel wichtiger ist jedoch der Satz:
„Wir brauchen hier jeden, hoffnungslose Fälle können wir uns nicht erlauben“
Das ist der große Unterschied. Bei uns erzählen wir den Jungen, den Arbeitenden wie den Alten seit fünfzehn Jahren ständig, das sie alle überflüssig sind. "Wir brauchen euch alle nicht!" tönt es ständig aus allen neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Lautsprechern. Haut ab. Ihr taugt nichts.
Die ganz alte Wahrheit, das wir jeden brauchen. Jeden mit seinen Stärken und Schwachen. Diese Wahrheit wurde zugelogen. Von den Ackermännern, den Kannegiesser und den Mohn. Wir brauchen jeden. Unbedingt.
Das bedeutet im Umkehrschluss, das wir jeden fit machen müssen. Vom Kind bis zum Greis. Wir brauchen sie nämlich alle. Also bilden wir die Kinder in geeigneten, durchlässigen Schulen, ohne frühzeitige Festlegung auf irgendwelche Endziele, umfassend aus. Erlauben wir den Menschen zwischen Berufsausübung und Bildung zu wechseln. Wir müssen uns alle ständig weiterentwickeln und das heißt in erster Linie weiterbilden, ohne dabei soziale Kompetenzen zu vernachlässigen.
Natürlich bietet sich die Gesamtschule als Ganztagesschule an. Gar keine Frage. Aber das darf nur der Anfang sein. Wir haben schon auf zu viele großkotzig verzichtet, die wir jetzt sehr gut brauchen könnten. Wir brauchen die Schule zu jeder Zeit. Fernunterricht per Internet. Mit Videos, Lehrmaterial, Tutorenchat, Präsenzunterricht an den Wochenenden. Aber natürlich auch mit Leistungskontrolle. Leistung ist ja nichts Falsches, wenn die Leistungskontrolle nicht dazu benutzt wird, zu diffamieren sondern weiterzuhelfen, dann ist Leistungskontrolle auch sozial. Natürlich brauchen wir so nicht nur die Schule, sondern auch die Hochschule, die theoretische Berufsausbildung und die Universität.
Sebstverständlich ist Bildung. wie Information, eine Holschuld. Aber ich kann mir nur das holen, was auch real angeboten wird. Daran scheitert unser System immer wieder. Am mangelnden Angebot. In der Schule fehlen die Lehrer und die Ausstattung. Auf dem zweiten Bildungsweg passt gar nichts, alles muss mit viel Aufwand gangbar gemacht werden. Aber wir erlauben uns in Deutschland ein milliardenteures Gebührenfernsehen, das seinen Bildungsauftrag im Wiederholen von Schwachsinn sieht.
Wir zahlen Hartz IV und Arbeitslosengeld, ohne damit eine Weiterbildungspflicht zu verbinden. Wir finanzieren zweifelhafte Weiterbildungen, an denen noch zweifelhaftere Unternehmen verdienen. Warum erweitern wir nicht unser bestehendes Bildungssystem rund um die Uhr. Wir haben das Geld und die Technik ist im Internet schon lange kostenlos vorhanden. Sogar Teile der Lehrinhalte gibt es schon. Machen wir ernst, machen wir Bildung. Bildung für jeden, jederzeit.
Rohstoff Bildung - Bildung 2.0
An allen Ecken und Kanten erzählt uns irgendjemand wie wichtig Bildung ist. Dann klatschen alle und Redner wie Zuhörer setzen sich hin und warten bis der Anfall vorbei ist. Die größten Schreihälse kürzen am heftigsten am Bildungsetat. Kindergartengebühren, zusätzliche aber dringend erforderliche Schulbücher, Nachhilfe und Studiengebühren sowie Bafögrückzahlungen machen Bildung für den Einzelnen und seine Familie zu einer Großinvestition.
Natürlich könnte man unser bisheriges Bildungssystem verbessern, modifizieren, ja vielleicht sogar den heutigen Bedürfnissen und Erkenntnissen anpassen. Aber das würde unter den heutigen Verhältnissen ca. 200 Jahre dauern und wahrscheinlich hätte man dann gerade den ersten Schritt getan.
Bildung ist etwas das Open Source sein sollte. Jederzeit an jedem Ort für Jedermann verfügbar. Bildung muss sich anbieten, ja hinter dem Bildungsunwilligen hinterherlaufen. Wir brauchen eine Bildungskultur, in der Bildungserfolge Statussymbole sind.
Bildung 2.0 kann sich anfänglich eigentlich nur an die durch den Rost gefallenen wenden. Jenen die zwar schreiben und lesen grundsätzlich beherrschen, deren Bildung aus unterschiedlichen Gründen aber an den verschiedensten Stellen ohne Abschluss oder ohne echte Kenntnisse endete. Das bringt aber sofort ein sehr menschliches Problem mit sich. Scham. Die meisten können zugeben das sie nicht singen, tanzen oder schwimmen können, aber kaum einer ist bereit und in der Lage über Bildungslücken zu reden. Scham.
Logischerweise kann Abhilfe aber erst nach der Erkenntnis des Mangels erfolgen. Als erstes wird also eine Möglichkeit gebraucht, den Mangel anonym zu erkennen. Dafür eignet sich das Internet wie kein anderes Instrument, wenn wir mal die Kontrollsucht von Herrn Schäuble und anderen Terroristen vergessen. Der erste Schritt wären virtuelle Prüfungen der Kenntnisse in den einzelnen Fächern und Jahrgangstufen, die jeder für sich alleine, unbeobachtet machen kann.
Dann brauchen wir den Lehrstoff jedes Fachs von der Vorschule bis zum Abitur, die Inhalte aller Vorlesungen zu allen Studien- und Ausbildungsgängen, die Inhalte aller Berufs- und Fachschulen, als virtuelle Lehrstunden im Netz. Dazu virtuelle Tests und Prüfungen zur eigenständigen Erfolgskontrolle.
Das ergibt ein sich selbstreferenzierendes Lernen aus Lernphase und Kontrolle. Bei positivem Ergebnis der Kontrolle, kommt die nächste Lernphase, ansonsten eine Wiederholungsphase. Dazu das Angebot von Präsenztutorien für die an den Wochenenden und Abenden die vorhandenen Schulen genutzt werden können.
Für die ständige Betreuung stehen uns Chaträume, Mailinglisten, Foren und Wikis zur Verfügung. Die Werkzeuge sind alle vorhanden und müssten nur zusammengefasst werden. Ein Internettutor könnte große Mengen von Schülern gleichzeitig betreuen, was die Kosten gering hält.
Der tägliche Unterhalt dieses Bildungssystems wäre billig, er läge in der Größenordnung von drei bis vier Gesamtschulen und würde nur steigen, wenn immer mehr Leute zugreifen und ihre Bildungsziele höher stecken. Aber diese Kosten, in der Weiterbildung würden sich sehr schnell in höheren Steuereinnahmen auszahlen.
Das bisherige Bildungssystem wäre in keiner Weise beeinträchtigt. Alle staatlichen Prüfungen würden vom bisherigen System abgenommen. Virtueller Unterricht gilt nicht als Ersatzschule für schulpflichtige Kinder und Jugendliche, weil denen in der Schule über die Bildungsinhalte hinaus, auch Sozialverhalten beigebracht werden soll, was die ständige Interaktion mit der Gruppe erfordert.
Ein Problem könnte sich allerdings für die bisherige Schule ergeben. Schüler die vom Normalunterricht nicht ausreichend gefordert sind, würden vermutlich neue Lerninhalte von Folgejahren aus dem Netz lernen und den Druck auf Lehrer und schwächere Schüler erhöhen. Da hilft nur dir vorzeitige Versetzung der Leistungsstarken und eine umfassende Betreuung der Schwachen.
Der Haken an Bildung 2.0 ist das dieses System beim Start sehr teuer ist und an den Besitzständen der bisherigen Fernlehrinstitute knabbert. Bis auf die Leistungen der Fernuni Hagen, müssten alle Inhalte im Prinzip neu geschaffen werden. Das kostet wahrscheinlich so um die zwei bis Milliarden Euro wenn es richtig gut gemacht sein soll. Allerdings wäre dieses Geld bestens angelegt. Vielleicht lässt sich ein großer Teil der Kosten auch über eine zielgruppengenaue und dezente Werbung refinanzieren. Das klappt auf jeden Fall für die notwendigen Tutoren und die Weiterentwicklung in der Zukunft.
Ich weiß nicht wie viele arbeitslose oder verrentete Lehrer, Professoren, Ingenieuere, Wissenschaftler und Techniker wir zur Zeit zur Verfügung haben. Wie viele Kameraleute und Regisseure, wie viele Sprecher, Wissenschaftsredakteuere und Autoren sofort gerne an eine solche Aufgabe gehen würden. Aber ich glaube das es sehr viele sein werden.
Wenn wir schon unseren Staat nicht bewegen können, dann bewegen wir uns doch einfach mal selbst.
Hartz-IV Bezüge an Mindestlohn koppeln
Die Perspektive 2010 fordert Tarifverhandlungen für Arbeitslose. Eine an sich gute Idee, aber bei der Pressemacht über die, die neoliberale Religion verfügt, ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Vor allem gibt es niemanden der die Hartz-IV-Empfänger vertritt.
Die Gewerkschaften fühlen sich nicht zuständig, die Linkspartei ist in ihrer Daueroppositionsrolle gefangen, CDU/CSU, FDP und Grüne hassen die Hartz-IV-Menschen zutiefst und der SPD ist alles egal, Hauptsache sie darf regieren und es gibt hinterher Aufsichtsratsmandate und dicke Kohle. Die Kirchen und die gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände sind zwar gemein, brauchen das Geld aber für sich selbst und würden gerne noch mehr haben.
Beim Thema Mindestlohn, sieht das etwas anders aus. Die Gewerkschaften und die neoliberalen Faschisten sind zwar beide nicht begeistert, genausowenig wie die Arbeitgeber, weil sie ja nur in Tarifauseinandersetzungen mit ihren Muskeln spielen können. Aber im Bereich der unteren Lohngruppen wissen selbst diese Herrschaften das etwas passieren muss. Es besteht einfach die Gefahr das sich eine neue Gewerkschaft gründet, wenn die Leute trotz Vollerwerbsarbeit nicht leben können. Selbst unsere Politiker aller Parteien wollen das im Prinzip, weil es die Haushalte entlastet.
Die FDP möchte das natürlich noch unter dem heutigen Hartz-IV, aber als Partei der Gemeinheit war sie ja auch schon früher bekannt. Schade das davon nicht mehr Fallschirmspringen. Die CDU hat da Klientel die sie sich gerne erhalten und nicht an die Nazis verlieren will. Den Grünen und der SPD ist der Mindestlohn im Prinzip egal, Müntefering macht ein Späßchen mit 6 Euro, aber der dreht das Messer gerne in der Wunde. Das treibt ihm dann immer so ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht, wenn er anderen weh tun kann.
Da der Mindestlohn überall in Europa im Vormarsch ist, wird er auch bei uns kommen. Genau an dieser Stelle besteht die einzige Chance etwas für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu tun. Fordern wir einen Mindestlohn von 9,50 Euro. Die wird es natürlich nicht geben. Aber wenn wir gleichzeitig vorrechnen was das für unsere Sozialversicherungssysteme bedeutet, sieht die Gemengelage schon anders aus. Wir werden also vermutlich bei, 9 Euro oder knapp darunter landen.
Wenn wir dann noch festlegen das Hartz-IV genau 80 Prozent von einer 38 Stunden Woche zum Mindestlohn betrifft, haben wir eine automatisierte Anpassung die dem Mindestlohn folgt. Können uns bis auf das alte Wohngeld, alle Zuzahlungen sparen und auch die Hartz-IV-Empfänger zahlen ihren Sozialversicherungsanteil selber. Der Kaufkraftschub würde ca. 1 Prozent Wachstum im Bruttosozialprodukt bedeuten und weiteres Wachstum auslösen.
Anders als uns die Niebel, Brüderle und die anderen neoliberalen Prediger erzählen, würde das auch der deutschen Wirtschaft nicht schaden. Sie würde direkt vom Kaufkraftzuwachs profitieren, weil die Menschen in dieser Einkommensklasse praktisch hundert Prozent ihres Einkommens konsumieren und Ersparnisse, meist nur für Ersatzbeschaffung von Einrichtungsgegenständen, Zahnersatz und evtl. das Auto gemacht werden.
Es würde auch unsere Ausfuhren nur unwesentlich verteuern, weil die Ersparnisse in den Sozialsystemen und bei den steuerfinanzierten Unterstützungen sofort weiter gegeben werden könnten. Wenn es sehr hart kommt würden die Gewinne nicht um 19 sondern nur um 18,2 Prozent steigen. Das ist aber nichts, was irgend jemanden wirklich treffen würde.
Wenn wir dann noch aus anderen Quellen ein paar Milliarden für eine Bildungsoffensive über das Internet lostreten, haben wir fast gewonnen. Wir müssen alle theoretischen Bildungsgänge die es in Deutschland gibt, über das Internet allen verfügbar machen. Mit virtuellen und Präsenztutorien und Prüfungen. Geld kostet da nur der Anschub, die Produktion von Lehrfilmen und die Aufbereitung der Lehrinhalte. Der Unterhalt ist dann lächerlich gering. Die Wirkung wäre aber explosiv. Jeder kann lernen was und wann er will. Wir bekämen eine Weiterbildungskultur.
Es ist nämlich Bildung aus der neue Arbeit entsteht, nicht die Lohndrückerei.
Unruhige Nacht
Gestern Nacht begann Joshua im Schlaf zu weinen. Zwar fiel weder mir noch der besten aller Lebensabschnittsgefährtinnen ein Grund dafür ein, aber wir haben wenigstens ein Rezept dagegen. Ein warmes Fläschen und elterliche Nähe im Elternbett. Das ist bei unseren Dreien zwar nicht oft nötig aber hin und wieder doch. Es wirkt fast immer. Aber es hat Nebenwirkungen. Nicht für das Kind sondern für die Eltern. Kinder scheinen irgendwie mit Hubschrauberrotoren verwandt zu sein. Zumindest im Schlaf. Sie kreisen ständig. Unsere haben zudem noch Ambitionen als Faustkämpfer und Fußballer.
Kaum ist also wieder alles am schlafen. Beginnt der Kleine zu routieren, zu treten und zu boxen. Quasi in Zeitlupe. Es reicht um dazwischen immer wieder einzunicken und hochzuschrecken.
Die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen ist dabei hart im Nehmen. Sie dreht der Szene den Rücken zu, polstert sich mit ihrem Deckbett und schläft. Ich habe es da schwerer. Mag sein das dies an meinem ständig schlechten Gewissen liegt oder einfach eine Alterserscheinung ist. Ich schlafe schwer wieder ein.
Aber das ist nicht schlimm. Beleuchtet von den Straßenlaternen sehe ich dieser kleinen Person in ihrem Windelhintern zu, wie sie kreist, sich mal an mich schmiegt, dann wieder versucht einen Fuß in meine Nase zu bohren oder mit der Hand meinen Fuß streichelt. Es ist einfach wunderbar. Wer braucht da schon Schlaf. Natürlich bin ich auch ein wenig stolz. Das darf man als einzig wacher in dunkler Nacht ja auch mal sein. Vor allem aber bin ich glücklich.
Aber ein kleiner Wurm nagt da an meinem Herzen. Dieses schlafende Kind wirft mir ein Stöckchen hin. Ich muss unwillkürlich daran denken, was in den Müttern vorgegangen sein muss, die ihre Kinder getötet, eingefroren oder sonstwie weggepackt haben. Ich glaube ich werde diese Stöckchen aufnehmen. Ich halte die Ermordung von Kindern nämlich für ein deutliches Alarmsignal.


















