Kein Euro für VanityFair
Es gibt Blättchen die in ihrem Todeskampf einfach wild um sich schlagen und praktisch überall präsent sind, ohne das es ihnen etwas nützt. Zur Zeit kann man keinen Klodeckel anheben, ohne das daraus irgendwer "VanityFair kauft VanityFair. Bitte bitte kauft den Dreck doch, wir legen auch noch was drauf!" schreit.
Ich versteh ja das die Truppen von Condé Nast ihre Totgeburt immer noch für lebendig hält. Da ist Trauerarbeit notwendig und wir geben denen gerne alle Zeit die sie brauchen. Aber ob das Blättchen nun ein Euro oder zwei Euro kostet ist unerheblich, wenn der Inhalt keine drei Cent wert ist. Da helfen auch keine beigelegten DVD-Schnulzen oder CDs. Vielleicht wäre ein Paket Rohlinge nicht schlecht, dann können die Kinder das Blättchen zum Bemalen nehmen.
Da nützt es auch nichts, wenn die Agentur Römer Wildberger noch so viele Kino-, Rundfunk-, oder Fernsehspots schaltet. Selbst die dümmste Tussy will sich nicht mit dem Blättchen zeigen. Es ist einfach unten durch. Content ist nicht durch Werbung zu ersetzen und wer schon von Anfang an Bilder und dummes Geschwafel für Content hielt, der liegt heute in Deutschland eben schief.
Also lasst das Blatt in Ruhe sterben. Ist ja fast schon Tierquälerei war ihr da macht.
Land in Sicht
Land in Sicht ist der hoffnungsvolle Titel eines neuen Blogs. Ich sehe zwar eher Land unter, aber das hindert mich ja auch nicht daran, hoffnungsvoll gegen die Misere anzuschreiben. Hoffen wir also alle das wir Land in Sicht bekommen und unsere Machthaber abstreifen können.
F!Xmbrirrte Ideen
Es ist ja nicht so, das ich selber nicht gerne einen ganz groben Keil zusammen mit dem Vorschlaghammer verwende. Ich halte auch Kritik an Werbung für angebracht und notwendig. Aber irgendwo hat jedes Ding auch seine Grenzen. Die wurden jetzt mit diesem Beitrag von Chris eindeutig überschritten.
Erst wird gemeckert weil adical für Yahoo und Cisco wirbt. Dann wirbt adical mal eine Zeitlang nicht und es ist auch wieder nicht recht. Vielleicht denken die gerade darüber nach, welche Werbepartner wie auf ihre Akzeptabilität zu prüfen sind, oder es gibt gerade keinen, weil niemand sich in Klein-Bloggersdorf verprügeln lassen will. Wie dem auch sei. Wenn es keine Nachrichten von und über adical gibt, dann berichtet und kritisiert man eben das Fehlen von Nachrichten. Eine Endlosschleifenkritik die niemanden nutzt und Leute wie mich verärgert.
Nein ich werbe immer noch nicht bei adical oder sonstwo, weil es sich bei meiner sehr begrenzten Reichweite einfach nicht lohnt. Ich habe also leicht lachen. Aber ich habe ebenso oft schon deutlich gesagt, das ich dann werben werde, wenn es sich lohnt, also wenn mindestens meine Server und Internetkosten plus der Verwaltungsaufwand dabei rauskommen. Das dürfte ungefähr 2036 der Fall sein. Aber egal. Ich bin für die Freiheit.
Aber es gibt nicht nur die Freiheit der Kritisierenden sondern auch die Freiheit der Werbenden. Beide nutzen ihre Freiheit lediglich auf unterschiedliche Weise. Dabei hat nicht die eine Gruppe die andere zu beurteilen oder umgekehrt. Das Urteil treffen die Leser, die entweder weiterlesen oder wegbleiben.
Wir haben in diesem Land genügend Probleme die es wert sind angefasst zu werden. Von werbenden und nichtwerbenden Bloggern. Um diese sollten wir uns kümmern und uns nicht selbst in dem Versuch ersticken, andere aus schon fast rassistischen Gründen auszugrenzen. Wer nur in den eigenen Reihen kämpft, kämpft für gar nichts, sondern nur gegen etwas.
Fast 10 Jahre Weblog
Wie das WALL STREET JOURNAL selber feststellt sind zwar erst am 23. Dezember die 10 Jahre vergangen die damit begannen das Jorn Barger seinen Blog robot wisdom weblog mit folgendem Satz eröffnete:
"I decided to start my own webpage logging the best stuff I find as I surf, on a daily basis,"
Ich hätte das damals wahrscheinlich als völlig übrig bezeichnet.
Kommunistische Fotocommunity
Das geht dann aber doch zu weit. So nicht. Da haben wir doch gerade erst die Mauer eingerissen, sogar der Zaun in Heiligendamm ist wieder offen und dann so was. In die reinen kapitalistischen Bloggerherzen, schleicht sich ein gemeiner kommunistischer Vorstoß. Gemeinsamer Besitz der Produktionsmittel. Mitbestimmung. Demokratie. Alle Schundworte aus unserer Vergangenheit tauchen wieder auf. Wo ist eigentlich dieser Schäuble wenn er wirklich mal gebraucht wird. Kann da nicht mal eben ein Tornado hinfliegen und Aufklärungsbilder schießen?
Den unsäglichen Verstoß gegen das neoliberale und wirtschaftsfaschistische Weltbild findet ihr unter pictopedia.com. Yahoo und Flickr in den Arsch treten in seiner schönsten Form, fällt mir dazu sofort spontan ein.
Hingehen, mitmachen und mitwerben. Nein ich bin nicht im Organisationskommitee, ja ich werde mitmachen, habe aber kaum Bilder, was ich auch ändern will. Ja das ist ein unbezahlter und unbezahlbarer Werbelink.
Ich würde meine Kinder lieber auf den Bau schicken, als in den Journalismus
Das der Don Alphonso nicht kommt, um Journalistenküken über die Federn zu streicheln, kann sich jeder ausrechnen, der seine Blogs liest. Das dies den Küken nicht gefällt ist auch klar, zumal sie nach eigener Aufzählung bisher Typen aus der Realität hatten, die eigentlich keinen Journalismus betreiben, sondern entweder Gewünschtes nacherzählen oder als Moderatoren so tun, also ob sie selbst journalistisch gearbeitet hätten. Das ganze ist eigentlich nicht erwähnenswert, sondern nur ein harter Kratzer für die Journalistenküken, denen das Leben schon bald zeigen wird, das ihre Eltern den Spruch des Dons besser beherzigt hätten.
Ich greife das Thema nur auf, weil Don Alphonso heute noch einmal nachgelegt hat um seinen Spruch zu untermauern. Nicht für die Küken sondern für die verständigeren Leser.
Seine Ode an die heitere, gelassene und qualitativ hochwertige Arbeit der Installateure unter und in der Autofabrik, ist leider soweit in der Vergangenheit, wie die Schulzeit des Dons. Unsere Wegwerfgesellschaft braucht eben keine Qualität mehr, weil die Einsatzdauer eines Produktes immer kürzer wird. Qualitätsmängel sind definierte Sollbruchstellen. Es interessiert nicht ob eine Billig-Waschmaschine nach drei Jahren durchgerostet ist, weil Hersteller, Marke und Modell kaum wieder auffindbar sind. Kinderspielzeug das maximal von einem Kind kurzfristig bespielt werden kann. Geiler Geiz der sehr teuer ist.
Die Welt die der Don beschreibt, gibt es so gut wie nicht mehr. Dafür aber Ein-Euro-Shops, Resterampen und Billigläden, in denen Wertloses, wenn auch zu Kleinstbeträgen, aber immer noch zu teuer für die miese Qualität, verkauft wird. Made in ganz billig und haltbar bis zum Auspacken. Verpackter Schrott ist die Realität. Der Don sucht sich die Nischen und macht das richtig und gut.
Aber diese Nischen finden die Journalistenküken und der größte Teil der Menschheit doch nie. Das kleine Seitental ist doch nur dazu da, das der Verkehr schnell an seinem Eingang vorbeirauscht. Andere Wege gehen, bedeutet langläufig doch nur Umwege machen. Ich habe lange Jahre so getan als ob ich Vertriebsleute führe und mich gut dafür bezahlen lasse. Immer wenn die mich gefragt haben, wo sie neue Kunden herbekommen sollen, habe ich sie gefragt wie sie durch ihr Gebiet fahren. Immer möglichst gerade, die Hauptstraßen lang und ohne jeden Blick zur Seite, war die Antwort in Zusammenfassung. Die waren immer ganz entsetzt, wenn ich ihnen aufzählte, an wieviel Firmenneubauten, Erweiterungen oder ganzen Gewerbegebieten sie vorbeifuhren. In der damaligen Zeit des Papiers habe ich den Leuten einen Block mit einem Kugelschreiber für Notizen ins Auto kleben lassen. Bei den meisten völlig witzlos. Den hätte ein Kunde vom Himmel vor das Auto fallen können, die hätten ihn überfahren und sich beschwert, über den Trottel, der da im Weg ist.
Dons Welt der Qualität. Eine schöne Welt, weil es auch eine Welt der Würde ist. Arbeit kann Anerkennung ja nur von Leuten finden, die wissen was Arbeit ist. Deshalb haben wir ja heute überall Manager die möglichst weit von der realen Arbeitswelt weg sind und in ihrem Wolkenkuckucksheim, das sie für einen Elfenbeinturm mit Aussicht halten, an Ideen basteln, die nichts mit der Realität zu tun haben. Hochbezahlte Spinner, die nur das Glück haben, das es unter ihnen intelligente Leute gibt, die trotz ihrer Führung, den Laden noch am laufen halten.
Die Medien sind nicht anders. Deshalb ist es egal ob meine Kinder auf dem Bau Mist bauen oder in der Zeitung. Die Zukunftschancen sind auch überall die gleichen.
Und dann ist da noch die Frage der Zukunftssicherheit. Ich bin jetzt rund 10 Jahre dabei, von der Jobmaschine Internet bis zur Verlagerung der Schreibarbeit auf Programme und in die Tschechei oder nach China. Ich glaube, man wird im Journalismus sehr bald mit einem Callcentenproblem konfrontiert sein, und die Standorte werden nicht in Deutschland liegen. Das meiste, das heute als Textmaterial für Medien produziert wird, können mutmasslich auch gut ausgebildete Inder billiger in die Zeilenvorgaben pressen. Den eigentlichen Job werden die Mediendesigner übernehmen, der Journalist oder was davon übrig ist wird so individuell und ersetzbar sein wie der Soldat in einem Massenheer. Das ist keine Zukunftsvision, das ist das, was heute bereits ausprobiert wird. Mit dem Niedergang der Abozeitung und den zynisch konsumierenden Internetlesern geht die lokale Bindung ohnehin verloren, man wird sich vermehrt auf Zuträger verlassen, oder es kommt zu einer Kannibalisierung durch Fanblogs. Journalismus in Deutschland im Sinne von Nachrichtendurchreiche ist ein schrumpfender Beruf unter enormen Kostendruck und billigen Alternativen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber das Leben eines Menschen währt 80 Jahre, und da ist es schon ein Unterschied, ob er 30 Jahre von Billigjob zu Billigjob tingelt, oder konsequent ein Auskommen hat, weil man seine Leistung hier und jetzt braucht.
Dem ist nicht zu widersprechen. Dem kann ich nur etwas hinzufügen. Frau Schavan will nämlich jetzt dafür sorgen, das die Einkommen nach oben gedeckelt werden. Ab 40.000 Euro per Anno will sie den Leuten von außerhalb der EU den jederzeitigen unbeschränkten Zutritt zu unserem Arbeitsmarkt erlauben. Die Idee ist nicht neu. Das hatten wir alles schon mal mit den Gastarbeitern. Aber jetzt geht es darum nicht nur die unteren Lohngruppen zu drücken sonder alle zu begrenzen. Die Frage der Zukunft ist also, ob jemand für maximal 40.000 seine Dienste anbietet, oder ob derjenige arbeitslos wird.
Die Welt der Qualität die der Don so preist und die ich auch gerne hätte, rückt damit in weite Ferne. Es ist eigentlich egal wo unsere Kinder kein Geld verdienen und ihre Meinung nicht sagen dürfen. Wenn sie nichts mehr gut, oder gar besser machen dürfen, sondern alles nur billiger sein muss, dann sollten sie den Schrott nur ohne nennenswerten eigenen Aufwand herstellen und sich in die innere Emigration in ihren Garten und die Familie zurückziehen können.
Sie hat sich unsere Verachtung verdient.
Das sind so Sätze, da muss ich erst einmal schlucken. Frauen verachte ich normalerweise überhaupt nicht. Gefangen hatte mich die Schlagzeile "Das ist kein Spaß hier" in der FAZ. Zwar stand Fernsehen dabei in meinem Feedreader, aber ich dachte es geht um Fernsehgebüren. Erst als ich klickte, sah ich das der Grimme Online Award Preisträger Stefan Niggemeier der Autor ist, und das es um eine Fernsehtante geht, die mir noch nie aufgefallen ist. Aber ich dachte mir, wenn sich der Niggemeier so aufregt, dann lies doch mal.
Sie an, die Dame war die "Bachelorette“. Habe ich nie gesehen und wenn die einen aus fünfhundert Kerlen ausgewählt, oder alle im Rudel gevögelt hätte, wäre es mir egal gewesen. Das sie die Freundin von dem Pocher ist, ist ihr persönliches Problem und mein Bedauern ist ihr sicher. Das sie sich ausgezogen hat, für Magazine finde ich auch gut, obwohl ich es lieber mag wenn Frauen sich für mich ausziehen. Das mit Papier und auf Video spricht mich nicht so direkt an. Aber immer noch kein Grund für einen Aufreger.
Dann gehst es um "Das Model und der Freak“
Mit unfassbarer Lust und Selbstverständlichkeit macht die Show schwächere Menschen, kontaktscheue, gescheiterte, unsichere Außenseiter, verächtlich. Als Menschen kommen die „Freaks“ nicht vor - bis sie den Crashkurs der „Models“ absolviert haben, die mit ihrer hohlen Schönheit zu engelsgleichen Rollenmodellen überhöht werden. Aus jeder Szene trieft die Herablassung, der Abscheu.
Habe ich leider auch noch nicht gesehen. Aber ich kenne Big Brother, diverse Casting-Shows und den Vorzeigearbeitslosen bei unseren Talkshows. Da gilt das gleiche Schema. Ich glaube auch nicht, das kontaktscheue Menschen in eine Fernsehsendung gehen, oder Unsichere. Selbst so hübsche Exemplare wie ich tun das nicht, weil sie ja nie sicher sein können, das die Linsen wirklich platzen wenn sie in voller Schönheit auftreten. Bei mir würde nur eine Panoramakamera helfen, um mich umfassend darzustellen.
Da gehen Leute hin, die mit Verlaub gesagt, einen an der Waffel haben. Sockenschuss. Denen es völlig egal ist wie lächerlich sie sich machen, Hauptsache sie waren im Fernsehen. Meine letzte Amtshandlung des Abends ist immer, das Fernsehprogramm auf den Kanal zu stellen auf dem Nick läuft, damit meine Götterkinder, falls sie um 4 Uhr aufstehen, wenigstens etwas Schutz durch dumme Zeichentrickfilme haben. Auf dem Kanal werden jahrzehntealte Talkshows in der Nacht recycelt. Schon da liefen genau diese Typen rum. Nein. Kein Mitleid. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um und wer sich ins Fernsehen begibt, macht sich lächerlich. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Therapie besteht darin, dass „Tänzerin“ Sharon dem Ivan an ihrem Arbeitsplatz, einer Tabledance-Bar, ausgiebig ihren nackten Hintern ins Gesicht schüttelt.
Und Monica Ivancan holt einen der Männer zu sich in die Umkleidekabine, demonstriert ihm im Detail, woran er ihre Körbchengröße erkennt, und als er später unsicher kichert, weil ihm gesagt wird, er rieche und solle sich die Augenbrauen rasieren, ermahnt sie ihn streng, das sei kein Spaß hier.
Sie hat sich unsere Verachtung verdient.
Was hat Niggemeier nur gegen nackte Hintern. Wenn sie mir nicht gefallen. lehne ich mich zurück und die Schwester macht ihre Gymnastikübung alleine. Warum sollte er nicht ihre Körbchengröße erkunden, so häßlich ist Dame ja nun wieder nicht. Ich kenne übrigens auch viele Leute die nicht riechen, sondern stinken. Denen schenke ich dann öfter mal ein Deo. Ist höflicher kommt aber auf das gleiche heraus. Aber egal.
Ich begreife nicht warum ich diese Monica Ivancan nun verachten soll. Weil sie ihre Kohle mit einer beschissenen Show verdient in der Leute, die sich selbst als Freaks sehen, an der Nase herumgeführt werden, weil sie mit Olli Pocher zusammen ist, oder weil sie sich nackt fotografieren lassen hat. Ich kriege es nicht auf die Reihe.
Ich kann eine Sabine Christansen verachten, weil sie jahrelang alles getan hat, um die Menschen in Deutschland zu spalten und auseinander zu dividieren. Ich vermag eine Journalistin zu verachten, die einseitig berichtet und damit Leute auf falsche Weg schickt. Aber mir fällt kein Grund ein, warum ich dieses Mädchen verachten sollte. Kein einziger.
Aber vielleicht muss man sich mit Qualtitätsjournalismus beschäftigen, um da Verachtung zu empfinden. Da darf man zwar nicht gegen Sabine Christansen sein und muss die INSM und Mohn/Bertelsmann, Yahoo und andere für toll halten. Aber so eine Monica Ivancan die darf man voller Qualität verachten. Das finde ich schon recht eigenartig. Aber wem es gefällt der soll es tun. Aber macht sich zumindest lächerlich. Für Verachtung reicht das allerdings alleine auch nicht.
Unbedeutende Randerscheinungen
UPLOAD stellt wie die meisten Printmedien fest, das Weblogs, Blogs oder wie auch immer man diese selbstreferenzierenden Schreiberlinge nennt, eine unbedeutende Randerscheinung im Bereich des großartigen Medienuniversums sind. Diese Feststellung ist richtig.
Täglich werfen ungefähr 5.000 mal mehr Menschen die FAZ ungelesen in den Müll, als mein Block Leser hat. Selbst wenn ich die Leser über den Feed mitrechne bleiben es noch noch rund 3.000 mal mehr Menschen die, die FAZ nicht lesen, aber bezahlen, als ich Leser habe.
Das tut gar nicht weh. Nicht weil ich so schmerzunempfindlich bin, sondern weil ich keine FAZ herausgebe. Ich mache auch keine Bild, obwohl das die ideale Diät für mich wäre, ich könnte dann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen müsste. Ich schreibe einen Blog mit meinen Themen. Meist politischen Themen. Tendenziös, mit einer ziemlich festgelegten Meinung, die in Deutschland eben nicht mehrheitsfähig ist. Ich gebe mir auch gar keine Mühe mehrheitsfähig zu schreiben, weil ich es dann auch lassen könnte.
Mein Produkt, mein Blog, ist also durch seine Art schon sehr stark in seiner Reichweite begrenzt. Jemand der auf die Idee kommen könnte, mich zu lesen, muss nach politischen Themen suchen und dann noch meine Randmeinung gut finden. Was aber noch viel schlimmer ist, er muss mich erst einmal finden. Meinen Blog gibt es seit 2003, immer mal wieder unterbrochen, weil ich keine Zeit hatte. Er ist also jung. Im Verhältnis zu Spiegel, FAZ und der Bild sogar sehr jung. Ich schreibe alleine. Da waren es von Anfang an mehrere. Aber die wollten ja auch keinen Blog machen sondern eine Zeitung, Zeitschrift, oder wie bei Springer einfach mal kräftig Mist bauen.
Neulinge, die bislang “professionelle” Angebote gewohnt sind, haben es mit Blogs meistens schwer. In vielen Weblogs gehen die Themen bunt durcheinander. In der Regel interessiert die Leser aber nur ein Teil davon. Um zu den interessanten Informationen zu gelangen, müssen sie sich oftmals täglich durch ein Dickicht aus YouTube-Videos, unkommentierten Linklisten und Gedankenfetzen schlagen. Das ist anstrengend und auf Dauer frustrierend.
Ich war immer schon dafür Bibliotheken zu verbieten. Die meisten Menschen sind zu dumm, sie zu bedienen und stehen staunend vor so viel Büchern. Warum sollten die lernen wie man mit Katalogen umgeht. Das braucht doch kein Mensch. Es reicht doch die professionellen Lehrbücher zu lesen. Bibliotheksarbeit wird doch für kein Studium und keine Arbeit gebraucht. So sehen die Diplom- und Doktorarbeiten dann auch aus. Natürlich kann ich meine Informationen auch alle aus der Bild bekommen. So sehen häufig die Wahlergebnisse aus. Das ist wie mit den Millionen Fliegen, die sich einfach nicht irren können.
Leser mögen es, wenn man ihnen etwas vorbereitet und für sie ordnet. Ich spreche hier nicht über die Leser, die Blogs heute haben. Ich spreche über die Leser, die Blogs haben könnten, sofern es ihnen auf eine hohe Reichweite ankommt.
Ja. Man muss eine Vorauswahl für den unmündigen Leser treffen. Man muss ihn an die Hand nehmen. Deshalb haben ja auch die Printmedien ständig steigende Auflagen. Wie die Auflagen sinken? Sollte es Leute geben die ihre Informationen auch anders finden?
Da ein Blog in der Regel keine bekannte Marke hat und keinen Ruf, muss es gegenüber jedem neuen Leser wieder seine Kompetenz beweisen, bei jedem Artikel, auf jeder Seite.
Autorität kann man nicht erzeugen. Man bekommt sie verliehen. Glaubwürdigkeit ist etwas das man sich erarbeitet. Wie wir bei dem ehemaligen Nachrichtenmagazin Spiegel sehen, verliert man diese Glaubwürdigkeit auch schnell wieder. Der Stern beweist das beeindruckend. Aber was ist schlimm daran sich Autorität und Glaubwürdigkeit zu erarbeiten. Das muss man doch überall tun. Bei seinen Kunden, als Lehrer, als Vater, innerhalb seines Freundeskreises und man muss ständig weiterarbeiten, um es zu bleiben. Eine Marke zu verteidigen, ist übrigens deutlich schwieriger, als eine aufzubauen.
Zugleich wünsche ich mir, dass sehr viel mehr Menschen entdecken, dass es im Internet Möglichkeiten gibt, sich ausführlicher und fundierter zu informieren und sich mindestens eine zweite Meinung einzuholen. Aber das wird nur klappen, wenn es wenigstens einige Weblogs gibt, die ihren ursprünglichen Charakter behalten und trotzdem auf die Leser ein, zwei Schritte zugehen. Ich würde mich freuen, wenn viele Weblogs genau so bleiben wie sie heute sind, sich aber einige von ihnen aufmachen, mehr Leser zu gewinnen, aus der Enklave Blogosphäre ausbrechen und sich dorthin wagen, wo derzeit die alten Medien mit ihrer alten Arbeitsweise, ihrer alten Sicht der Dinge und ihren alten Ritualen alles beherrschen.
Alles soll bleiben wie es ist, nur schöner, größer, professioneller und anders. Das ist das Schlimme an den gutgemeinten Vorschlägen. Das Heimattheater von Kleinsiehstemichnicht am Rande des Nichts ist unbedeutend gegenüber den großen Häusern dieser Welt. Wenn man da jetzt einen bedeutenden Regisseur, der natürlich bedeutende Schauspieler und ein technisch ausgereiftes Haus braucht, einsetzen würde, dann hat man ein großes Theater in Kleinsiehstemichnicht am Rande des Nichts. Die Freizeitschauspieler sind verprellt, wie auch der Freizeitregisseur. Aber selbst wenn die noch den Mut haben, beim Raschenwirt im Hinterzimmer aufzutreten, wird man ihnen böse sein. Machen sie doch dem wichtigen großen Theater böswillige Konkurrenz.
Kleinsiehstemichnicht hat sich der großen weiten Welt geöffnet. Ob die allerdings auf diese Öffnung gewartet hat, ist fraglich. Sie kommt nicht nach Kleinsiehstemichnicht. Weshalb auch. Das was sie dort heute findet, das hat sie überall. Dafür muss sie nicht nach Kleinsiehstemichnicht am Rande des Nichts. Ja wenn dort noch das alte frische erdverbundene Heimattheater wäre, dann ...
Was wäre denn wenn wir einfach Klein-Bloggersdorf so lassen wie es ist. Es ist ja nicht gerade eintönig. Es schillert in allen Facetten. Von den tierisch professionellen Preisabgreifern, über die coolen Werbeeinnahmenverwalter bis zu den gutmenschigen Totalverweigerern die eigentlich sogar die Leitung ins Internet ablehnen, weil sie ja abhängig macht. Eine bunte Blumenwiese, die sich selbst ständig neu aussät. Die Schönheit des Einfachen. Freuen wir uns über die Leute die sich daran freuen können.
Die Grimme-Preisfrage und die dümmstmögliche Antwort darauf
Nun hatte Stefan Niggemeier so lange geschwiegen, das man ihn schon beinahe für eine Philosophen hätte halten können, oder doch zumindest für die deutsche Eiche, der es völlig egal ist, welche Bloggersau sich an ihr kratzt. Mir war klar das er seinen Preis abholen würde und das alles andere, nichts weiter als ein Kokettieren einer Sechsernutte mit dem Freier ist.
Überhaupt nicht zu beanstanden. Ich habe für diesen Preis mein Häkchen bei Stefan gemacht. Ich kenne niemanden der ihm den Preis aus sachlichen, in Stefan Niggemeier liegenden Gründen abspricht. Der einzige, den im letzten Moment der Mut verlassen hat, oder bei dem eine Art innerer Anstand die Zweifel ziemlich groß werden ließ, war Stefan selbst. Anders ist sein Artikel nicht zu erklären. Er war und ist in das Tohubawohu des Grimme-Institutes nämlich nicht eingebunden, er wurde zumindest sichtbar nicht bevorzugt. Er hätte nichts sagen müssen.
Aber scheinbar glaubt er sich rechtfertigen zu müssen, was immer ein schlechter Ratgeber ist. Wenn ich mich für eine Handlung, die ich noch vermeiden könnte, meine im Vorfeld meine rechtfertigen zu müssen. Dann lasse ich es. Wenn ich feige bin, werde ich krank. Wenn ich nichts sagen will, schreibe ich eine Absage, in diesem Fall, in den ich (saure Trauben) nie kommen werde, hätte ich wahrscheinlich im Vorfeld meine Bewerbung zurückgezogen, um nicht mit Leuten in einen Topf geworfen zu werden, die zu Recht Dresche beziehen.
Aber Stefan hat einen anderen Weg gewählt. Er fährt eine Art verzweifelten Angriffskrieg. Natürlich nicht gegen die, die Mist gebaut haben, die mahnt er nur freundlich, weil sie ja Preise vergeben. Auch nächstes Jahr. Nein er greift die an, die gemerkt haben, das der Kaiser nicht nur nackt ist, sondern auch einen verdammt kurzen Schwanz hat:
Dass die Abläufe, die manche Verschwörungstheorie widerlegen, vielen Kritikern nicht bekannt sind, liegt zum Teil daran, dass einige von ihnen seit Wochen so sehr damit beschäftigt sind, laut zu brüllen, dass sie inzwischen nur noch ihre eigenen Echos hören.
Ja. Sicher. Wenn wir alle geschwiegen hätten, hätte es keine Echos gegeben und die Mauschelei mit der Nachnominierung und der Nominierung, eines nicht existierenden Angebotes, wäre geräuschlos durchgegangen und Herr Niggemeier hätte jetzt keine Bauchschmerzen. Wäre nett gewesen. Wünschen sich unsere Politiker auch immer. Volk halts Maul.
Aber manche Kritik ist maßlos, hysterisch und abwegig. Zum Teil zielt sie erkennbar ohnehin nicht auf den Preis, sondern nutzt ihn nur, um mit anderen Gegnern abzurechnen. Zum Teil steckt dahinter anscheinend auch die Lust an der gemeinsamen Jagd auf ein leichtes Opfer.
Auf welches leichte Opfer? Sixtus, der sich selbst dazu gemacht hat, indem er nicht widersprach. Der Grimme-Verein, der die Mauschelei erst möglich machte und damit gezeigt hat, das Grimme an sich wertlos ist, weil ein so großes Fehlverhalten, mit Sicherheit kein Zufall und kein Einzelfall ist? Oder das leichte Opfer Stefan Niggemeier dem unwohl dabei ist, im gleichen Topf mit den Mauschlern zu sitzen.
Der massivste Vorwurf ist der der „Mauschelei”; er ist auch der unbegründetste. Wenn es die Absicht der Jurymitglieder gewesen sein sollte, einem befreundeten Kollegen „mit undurchsichtigen Geschäften” oder „nach geheimen Absprachen” (die Bedeutung von „mauscheln”) einen Award zuzuschustern, sind sie die schlechtesten Mauschler der Welt. Sollte mit „Mauschelei” eigentlich „Vetternwirtschaft” gemeint sein, muss die Jury im Fall des „Elektrischen Reporters”, wie gesagt, mit diesem Vorwurf leben. Jenseits dieses Einzelfalls sehe ich aber keine Indizien, die es rechtfertigen würden, die Entscheidungen der Nominierungskommission und der Jury pauschal durch diesen Vorwurf zu entwerten.
Der Vorwurf der Mauschelei ist immer unbegründet. Selbst die Siemens-Bestechungen sind ja nur nützliche Aufwendungen. Es ist natürlich immer Scheiße, wenn man erwischt wird. Macht keinen Spaß. Aber eine Mauschelei damit zu entschuldigen, das sie ja keine Mauschelei sein kann, weil sie den anderen aufgefallen ist, das ist der Höhepunkt der Dreistigkeit. Jeder der Mauschler lebt davon, das er annimmt schlauer zu sein, als der Rest der Menschheit. Die erwischen uns nie, ist die Nationalhymne aller Kriminellen weltweit.
Aber Stefan Niggemeier, die meisten werden trotzdem erwischt. Weil sie strunzdoof und überheblich sind. Das ist das Hauptmerkmal der Mauschler. Sie sind meist saublöd. Genau wie die, die hier am Werke waren.
Jeder der sich mit dem Thema auch nur ein bisschen auseinander gesetzt hat, wusste sofort was los ist. Ich hätte den Quark komplett links liegen lassen, weil es egal ist, wer sich welchen Preis zumauschelt. Wir haben in diesem Land andere Probleme. Ich war erst genervt als mir Alexander Svensson vom Wortfeld die Taschen vollhaute.
Man kann mir natürlich vorwerfen, als Preisträger und Juror selbst schon Teil des korrupten Grimme-Systems zu sein. Man kann überhaupt allen alles vorwerfen und man wird, wenn man nur verblendet genug ist, für jede seiner Verschwörungstheorien Indizien finden. Man riskiert damit aber, eine Institution wie Grimme, mutwillig und dauerhaft zu beschädigen – und das noch unter dem scheinheiligen Vorwand, sie retten zu wollen. Ich glaube, wir brauchen so eine Institution wie Grimme. Und ich glaube, wir brauchen einen Preis wie den Grimme-Online-Award.
Die Vorwürfe an dich sind im wesentlichen Selbstreflexion. Es ist dein schlechtes Bauchgefühl, ein schlechtes Gewissen brauchst du nämlich nicht zu haben, das dich treibt. Egal welchen Satz du liest. Du wärst gerne auf der anderen Seite, aber da ist der Preis. Hier der Preis, da die Wahrheit. Das zerreißt manches Herz. Ich halte uns alle für käuflich. Mich eingeschlossen und denke da anders als der Don.
Glaubst du wirklich das dieser Preis und dieses Institut gebraucht wird. Oder glaubst du an dieses Institut weil du schon zweimal Preisträger bist? Gar kein Vorwurf. Das ist menschlich. Ich habe meine SPD seit meinem 12. Lebensjahr mit Zähnen und Klauen verteidigt. Sogar gegen die, die nur den Finger in die Wunde legten. Insgesamt fast 37 Jahre lang. Aber irgendwann muss man sich auch von liebgewordenen Fehlern trennen. Der Preis ist bedeutungslos. Ja er ist mittlerweile vergiftet. Ein Trojaner in deinem Geist und in deinen Gefühlen. Natürlich auch bei anderen.
Deine Bedeutung und deine Autorität, die rühren nicht aus Preisen. Die spülen dir ab und an einen Schwall neuer Leser in den Blog. Das würde ein Video von Paris Hilton beim bumsen, auch tun. Oder Merkel im Badeanzug. Bedeutung und Autorität wird dir von deinen Stammlesern verliehen. Die verlinken ja nicht auf dich, um dir einen Gefallen zu tun, sondern weil sie deine Texte für wichtig halten. Aber selbst wenn sie dir nur widersprechen wollen, erweisen sie dir Respekt und wie ich meine auch Ehre. Deine 7.000 Besucher täglich, die du ja schon einige Zeit interessierst, die sind den Aufwand wert, nicht irgendwelche Preise oder Werbeeinnahmen.
Selbst wenn du von den Werbeeinnahmen deines Blogs gut leben kannst, finde ich daran nicht verwerfliches. Gar keine Frage. Auch bei der Auswahl deiner Partner bist du meiner Meinung nach völlig frei. Man kann dich kritisieren, aber es ist dein Blog, dein Image, deine Autorität. Damit kannst du tun und lassen was du willst. Du hast die Freiheit in jeder Weise unmoralisch zu sein, oder eben auch moralisch. Auch alles dazwischen.
Nur bitte versuch dich nicht als Politiker. Das kannst du nämlich nicht. Passt auch irgendwie nicht.
Jedenfalls bin ich jetzt in Köln, gehe gleich zu der Verleihung und bin wild entschlossen, mich über meinen Preis zu freuen und sogar ein bisschen stolz zu sein.
Hättest du diesen Satz, inklusive der sichtbaren Schilderung deiner Bauchschmerzen, ohne Beschimpfung der Kritiker gesagt, wäre das genug gewesen. Ich gönn dir den Preis, die Freude und den Stolz. Ich habe auch nicht das Recht deine Entscheidung zu kritisieren. Bemäkeln will ich nur das Brimborium, diesen politischen Umweg, um dann das zu tun, was du von Anfang an, tun wolltest und was dein gutes Recht ist. Es ist dein Blog, deine Person, deiner Haltung und deine Autorität.
Yahoo, flickr, trigami, adical und Google
Heute also zensiert flickr. (Bei mir übrigens scheinbar nicht. Vielleicht suche ich auch nur die falschen Bilder?) Gestern war es Yahoos fröhliche Zusammenarbeit mit den Chinesischen Behörden und trigami, mit möglicherweise illegaler Werbung. Davor war es adical mit cisco und Yahoo. Google gibt jeden Tag neuen Grund für irgendwelche Klagen. Ich würde mal sagen wir haben ein Problem, das weit über das Problem mit der Werbung hinausgeht.
Wir nutzen Yahoo, flickr und Google. Wir alle täglich und immer wieder. Geht ja auch gar nicht anders. Einige von uns nutzen auch die Telekom die Fünfzigtausend um ihren Lohn betrügen wollen. War da nicht auch was mit Wordpress und dem INSM-Watchblog. Kann ich einen Reifen von Continental kaufen, wenn ich weiß, wie die mit Arbeitnehmern in Südamerika umgehen? Darf ich Aspirin nehmen oder unterstütze ich damit Generdbeeren in meiner Konfitüre? Darf ich ein Auto besitzen wenn das die Umwelt vergiftet? Darf ich noch furzen, oder kill mein Methan die Erde?
Das ist das Problem mit der Verantwortung. Sobald man anfängt nachzudenken und sich verantwortlich zu fühlen, wachsen die Mauern um einen herum. Selbst gezogene Mauern der Selbstbeschränkung. Zum Schluß habe ich mich in meinem eigenen Käfig gefangen. Dann mache ich nichts mehr, weil ich ja ständig gegen meine Regeln verstoßen würde um etwas zu tun und die, die ich bekämpfen will und meine bekämpfen zu müssen, kommen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf, weil ich in meinem selbstgebauten Käfig festsitze.
Es kann also nicht die Lösung sein, mich selbst zu beschneiden, um damit auszudrücken, das ich ein Guter bin. Ich verwende ständig Einkaufstüten aus Leinen, aber wenn ich keine mithabe, oder sie umsonst bekomme wie beim Türken, dann nehme ich eben auch Plastik. Ohne mich deshalb schlecht zu fühlen. Ich fahre meistens mit der Bahn, weil das in Berlin schneller und trotz der Fahrpreise immer noch billiger ist, als ein Parkhaus oder Ticket. Ich verbrenne auch gerne Sprit, um mit der Familie ins Grüne zu fahren, Ritterspiele zu betrachten oder Kirschen zu klauen.
Ich bin gegen die Zensur durch Yahoo und dagegen, das die einfach chinesische Bürger verpetzen. Soll ich deshalb die Schreibgruppen oder andere Mailinglisten bei Yahoo verlassen, die denen eben kein Geld bringen. Das wäre doch bescheuert. Damit bestrafe ich nicht die, sondern mich. Also muss ich dagegen schreiben, wenn es mich stört. Das ist doch der Sinn des Bloggens. Anschreiben für und gegen die Welt. Bejubeln und abstrafen. Subjektiv, aber wenigstens ehrlich.
Man muss auch nicht jeden Scheiß mitmachen. Leute die flickr Content geben, haben das Recht ihren Content und sich zurückzuziehen und Leute, die denen auch noch Geld dazu geben, erst recht. Ich, der ich nur schamlos den Content anderer nutze, kann gegen die Zensur schreiben, aber niemanden zum Boykott auffordern. Das kann ich nur bei den Dingen die ich selber kaufe. Bei Bertelsmann zum Beispiel. Man muss auch nicht bei Google, technorati, feedburner oder blogscout seine Besucher und Links zählen lassen. Aber wer das eine will, der muss das andere mögen. Sagte meine dritte Schwiegermutter, die eine kluge Frau ist, obwohl ich ihre Tochter nie geheiratet habe.
Ich sage es mal ganz deutlich. Erfolgreichen Bloggern stehen Einnahmen für ihre Arbeit zu. Das ist keine Frage sondern eine Feststellung. Wenn diese Blogger für sich selbst sagen, das sie aus Gründen der persönlichen Unabhängigkeit und des eigenen Freiheitsgefühles auf diese Einnahmen verzichten, dann ist das ehrenhaft. Es ist aber nicht weniger ehrenhaft, nicht zu verzichten.
Wenn jemand wie ich keine Werbung macht, ist das nicht ehrenhaft sondern der Tatsache geschuldet, das sich bei meinen wenigen Besuchern, der Aufwand nicht lohnt. Hätte ich die Zahlen vom Spreeblick oder vom Parteibuch, hätte ich auch Werbung. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Meine Arbeit ist vielleicht vergebens, aber nicht umsonst.
Natürlich wäre da auch Werbung bei, hinter der ich nicht stehen könnte. Schätzungsweise 99,5 Prozent. Na und? Muss ich denn die Geschäftspolitik der Telekom bejubeln, nur weil ich deren HotSpot nutze, oder aus einer öffentlichen Telefonzelle telefoniere? Sicher nicht. Ich werde weiter dagegen schreiben. Auch und gerade dann, wenn die auf meinem Blog werben. Google macht uns das doch vor. Es listet genauso brav seine Watchblogs, wie jeden anderen Kram. Das ist nicht die Eiche, der es egal ist welche Sau sich an ihr scheuert, sondern das ist das Geschäft von Google. Allen alles zu bieten was sie suchen. Bietet Google das nicht mehr, stößt ein anderer in die Lücke und kassiert.
Ich bin der Meinung, das die Autorenpersönlichkeit, die hinter einem Blog steht, und die kaufmännische Entscheidung Werbung zuzulassen, nichts miteinander zu tun haben. Das ändert sich erst, wenn die Werbung die Inhalte bestimmt. Es kann also nicht darum gehen die werbenden Blogger anzugreifen, und auch nicht um die Werbemakler, sondern es muss um die Firmen gehen, deren Verhalten wir für falsch und gemein halten. Wir müssen nicht die Werbetafel kritisieren sondern die Firma, für die geworben wird.
Die Freiheit zu werben, ist auch eine Freiheit. Genau wie die, nicht zu werben. Freiheit kann man nicht gegeneinander aufmessen.
Google Analytics
Ich war einige Zeit nicht mehr auf der Seite, weil mich mein Besucherelend immer so traurig macht. Da hat sich ja einiges getan. Es gibt sogar eine Beta Oberfläche. Als ich die anklicke macht mein feuriger Fuchs die Grätsche und das komplette X-System stürzt ab. Wie bitte?
Nochmal versucht. Gleiches Ergebnis. Grübel. Die alte Version aufgerufen. Wie bitte? Bildersalat. Nichts sinnvolles zu erkennen. Was ist denn das?


















