Der S-Bahn Berlin GmbH droht Presseberichten zufolge möglicherweise der Entzug der Betriebserlaubnis. Berlin wäre dann ohne S-Bahn. Eine verkehrspolitische Katastrophe, ein Desaster für Wirtschaft, Umwelt, Mobilität und Lebensqualität in der Hauptstadt.
Die Auflagen des Eisenbahn-Bundesamtes führen aktuell dazu, dass der S-Bahn Betrieb in Berlin stark eingeschränkt und zum Teil durch Busse ersetzt werden muss. Diese Einschränkungen werden noch Monate andauern. Die auf die S-Bahn angewiesenen Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Arbeitsplätze zu erreichen, weil die in stark ausgedünntem Takt fahrenden Züge oft so überfüllt sind, dass sie nicht mehr zusteigen können.
Dabei ist die Aktuelle Verkehrskrise in Berlin noch der Glücksfall. Der Unfall mit einem gebrochenen Rad am 1. Mai in Berlin ist glimpflich ausgegangen und hat das Eisenbahn-Bundesamt zum Einschreiten gebracht. Damit ist möglicherweise ein folgenschwerer Unfall in Berlin verhindert worden. In Italien (Viareggio) kam es kürzlich zu einer Katastrophe.
Gelder der S-Bahn Berlin GmbH zur Überweisung an die Deutsche Bahn AG sind nur "übrig", wenn weiter auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste, der Qualität und Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs und der Berliner Steuerzahler gespart wird. Mit der Entlassung des kompletten Vorstands der S-Bahn Berlin GmbH ist es nicht getan (wenngleich dieser Schritt notwendig und richtig war, die Manager gehören allerdings abfindungslos entlassen).
Die Deutsche Bahn AG muss ihre Strategie grundlegend ändern. Es ist höchste Eisenbahn, dass der Konzern wieder den Fahrgast in den Mittelpunkt stellt und nicht das Geldverdienen.
Dieser Text befindet sich als Begründung zu einer eingereichten Petition zur Behandlung vor dem Bundestag in Sachen Deutsche Bahn AG und dem Berliner S-Bahn-Verkehr. Gefordert wird darin:
- die Renditeziele der Bahn-Tochter S-Bahn Berlin GmbH deutlich zu senken,
- das Budget für Investitionen und Instandhaltung der Bahn-Tochter S-Bahn Berlin GmbH deutlich zu erhöhen und insbesondere
- Schließungen von Werkstätten rückgängig zu machen und
- Personal zur Instandhaltung zusätzlich einzustellen.
Berliner Bürger und Bürgerinnen bitten um rege Unterstützung der eingereichten Petition. Mitzeichnen können Sie hier:
E-Petition Bundestag ID 5948