Nachdem gestern Abend bereits die ersten Hochrechnungen teils überschwenglich gefeiert und andererorts verhalten beobachtet wurden, machte sich in vielen Wohnzimmern der Republik Enttäuschung breit. Viele außerparlamentarische Unterstützer, die auch noch ihre letzte freie Minute dem Wahlkampf opferten um einen politischen Wechsel herbeizuführen, fielen in ein tiefes Loch der Trauer, gemischt mit einem leichten Hauch an Wut. Wut darüber es nicht geschafft zu haben eine Mehrheit wachzurütteln; Wut darüber das viele Wähler -mehr noch als bei den letzten Bundestagswahlen -lieber in Resignation fallen, anstatt selbst, durch ihre Stimmabgabe, für etwas mehr Demokratie zu sorgen.
Ich will nicht leugnen, daß es mir viele Stunden nach der ersten Hochrechnung ähnlich ging. Ich wußte nicht ob ich eher traurig, oder mehr wütend war. Doch mit zunehmendem Abstand zu den Ergebnissen und wiederholten Ausschmückungen der Immer-noch-Kanzlerinnenschaft, betrachte ich das Ergebnis mittlerweile eher als Erfolg. Wenngleich wir es nicht geschafft haben auch noch unsere letzten Mitbürger und Mitbürgerinnen von der Wichtigkeit des Wählengehens zu überzeugen, so kann sich das Ergebnis dennoch sehen lassen und muß sich hinter nichts verstecken.
["Gedanken zum Wahlergebnis der Bundestagswahl 2009" mehr »]