Der Lack ist ab. Hongkong ist schon lange wieder China. Das "British Empire" ist nur noch Geschichte und hinterlässt einen dauerhaften Phantomschmerz, wie amputierte Organe das so an sich haben. Die Queen und ihre Familie dürfen im "British Commonwealth of Nations" noch freundlich lächelnd den Grüßaugust geben, aber selbst das auf Kosten der kleinen Nordseeinsel. Natürlich ist man noch Atommacht und hat ein Entsorgungsproblem für den radioaktiven Dreck und Millionen anderer Probleme dazu. Es gibt das Pfund noch, aber es ist bestenfalls noch eine interne Bezahlwährung. Gerechnet wird schon lange in Euro.
Man hat alles getan was die Brüder in den USA wollten. Jeden Schwachsinn mitgemacht und unnütze Kriege geführt. Ja. Die Falklandinseln wurden zurückerobert. Einfach grandios. In Afghanistan und im Irak gibt es richtig was vor den Kopf und die versprochenen Gewinne aus dem gestohlenen Öl werden wohl nie kommen. Man möchte lieber heute als morgen raus aus dem Unfug, findet aber keinen ehrenhaften Weg um unehrenhafte Schlachtfelder zu verlassen. Die Suche ist auch sinnlos. Da braucht es Mut zum Nein sagen.
Aber das ist bald keine Frage des Mutes mehr. Während die Regierung ein Kataster aller Häuser in England erstellen lässt, mit allen Daten von Räumen, Heizung und Renovierungsstand und sogar die Aussicht auf einen Park oder eine Schnellstraße mit einbezieht, haben sich schwarze Wolken über eben diesen Häusern zusammengeballt.
Die Immobilienpreise in England befinden sich praktisch im
freien Fall:
Dem Hauspreisindex der britischen Hypothekenbank HBOS zufolge hat sich der seit Monaten andauernde Preisrückgang am britischen Immobilienmarkt zuletzt noch verstärkt. Im März fielen die Preise für Eigenheime so stark wie seit 1992 nicht mehr. Der Durchschnittspreis sei im Vergleich zu Februar um 2,5 Prozent auf 191.556 Pfund gefallen - vor allem, weil Banken nicht mehr im großen Stil Immobilienkäufe finanzieren. Volkswirte hatten ein Minus von nur 0,3 Prozent erwartet. Im ersten Quartal 2008 sind die Preise damit im Vergleich zum vierten Quartal um 1 Prozent gefallen, das war der größte Verlust seit 1995.
Tatsächlich gilt in England das, was überall auf der Welt gilt. Sobald die Preise für Häuser sinken, geraten die Hypotheken in Gefahr. Die Engländer sind zwar bei weitem nicht so verschuldet, wie die US-Amerikaner, aber auch sie haben für ihre eigentlich immer schon zu teuren Häuser Kredite aufgenommen. Für Renovierung und vielleicht auch fürs Auto, Meist aber schlicht für den Unterhalt. Die Häuser sind vielfach alt. Sehen nach außen oft hübsch aus, sind aber kaum isoliert und die Leitungen stammen teilweise noch aus den Schiffen mit denen die Spanier geschlagen wurden.
Die Häuser sind mehr als überbewertet, was auch für viele Grundstücke gilt. Nicht nur in den Städten sondern auch draußen, wo man wohnt. Vieles ist mehr Schein als Sein. Bald wird mit den in Europa üblichen Maßstäben nachgemessen und das könnte ein schreckliches Erwachen geben. Die Preise müssen noch mindestens um 20 Prozent herunter, wenn man positiv gestimmt ist.
Doch damit nicht genug. Es gibt ein weiteres Problem. Den Engländern laufen die
billigen Arbeitskräfte weg und dieser Exodus macht ihnen Angst:
Sie arbeiten in Kindergärten und Kliniken, in Fischpackereien, im Baugewerbe, als Busfahrer und füllen die Bänke der katholischen Kirchen. Doch nun verlassen immer mehr Osteuropäer Großbritannien.
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Der Exodus der Osteuropäer aus Großbritannien hat begonnen. Genaue Statistiken gibt es nicht. Aber Jan Mokrzycki, Präsident der Federation of Poles in Großbritannien, bestätigt: „Es gehen wohl mehr zurück und weniger Neue kommen – gerade in London, wo die Lebenshaltungskosten so astronomisch sind.“ 2007 schickten die Polen vier Mrd. Pfund in ihre Heimat zurück. Aber war ein Pfund am 1. Mai 2004, als die Briten die Tore für die EU-Neulinge öffneten, noch 7,1 Zloty wert, sind es heute nur noch 4,3 Zloty. Außerdem wird in Polen die Wirtschaft stärker. Und die Regierung in Warschau lockt Migranten mit Steuererleichterungen zurück in die Heimat.
Offiziell sind im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Arbeiter aus den neuen osteuropäischen EU-Staaten registriert worden als im Vorjahr. Nun fällt die Zahl „wie ein Stein“, so Wright. Dabei gibt die Statistik keine Auskunft über die Abgänge. Wright sah das kommen. „Gut ausgebildete, junge, dynamische Arbeiter in Jobs, für die gerade der Mindestlohn bezahlt wird – das hat keine Zukunft.“
Man wird höhere Löhne zahlen müssen. Wir erleben es ja mit den Erntehelfern aus Polen und Rumänien auch schon, das die für diese Löhne in Deutschland nicht mehr arbeiten wollen. In Deutschland versklavt man dann einfach die eigene Bevölkerung für Löhne, die nicht einmal für die Fahrt zur Arbeitsstelle reichen. Das geht in England nicht, weil die Engländer sich das von ihrer Regierung nicht bieten ließen. Die Abstimmung der Osteuropäer mit den Füßen, wird die Löhne nach oben schieben und damit auch die Inflation.
Die Bank of England hat eigentlich nur die Möglichkeit die Zinsen hoch zu halten, müsste sie aber senken um die Hypotheken und den Finanzmarkt zu stärken. Was auch immer sie macht, wird verkehrt sein. Es handelt sich um eine Zwickmühle, aus der es kein Entkommen geben wird.
Allerdings eines muss man unseren Freund von der Insel lassen, während wir hier noch mit Deutschland sucht den Suppenstar und ähnlichem Schwachsinn vollgeblödelt werden, haben die da
vernünftige Ideen die den Menschen helfen sollen:
Wegen der Rezession in Grossbritannien plant Jamie Oliver eine neue TV-Kochshow für diesen Sommer, um den Briten zu zeigen, wie sie mit wenig Geld nahrhafte Speisen zubereiten können.
Ich gebe zu ich bin ein Fan von Jamie Oliver, vor allem weil wir eine ähnliche Beziehung zu wirklich gutem Essen haben und auch in anderen Punkte mit ähnlichen Vorstellungen belastet sind. Aber das ist vernünftiges Fernsehen. Davon sollten sich unsere öffentlich rechtlichen Geldverschwender mal ein Stück abschneiden, aber bei denen reicht es ja Propaganda für die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten und Schleichwerbung zu machen. Mit den Menschen in diesem Land haben die ja schon lange nichts mehr zu tun.
Jamie Oliver geht das ganze grundsätzlich an:
Sein Konzept geht zurück auf das Ernährungsprogramm der Regierung während des II. Weltkriegs, wo die Behörden in Grossbritannien der Bevölkerung zeigten, wie man mit einfachen Mitteln, Essen auf den Tisch brachte.
Offensichtlich wird auf der Insel wegen der Finanzkrise und Lebensmittelverteuerung eine Verarmung erwartet, mit Geld- und Lebensmittelknappheit, und Oliver will den Menschen vormachen, wie sie über die Runden kommen können.
Ich will den Leuten zeigen, wie sie mit einfachen Lebensmittel, welche im eigenen Garten angepflanzt werden können, sich ein günstiges und nahrhaftes Essen zubereiten können. Die Zeiten sind für viele vorbei, wo man nur noch teuere Fertiggerichte im Supermarket kauft oder auswärts Essen geht, sagte Oliver.
Schon mit dem Satz über die teuren Fertiggerichte wäre im deutschen Privatfernsehen Feierabend, weil die ja davon leben uns dieses Zeug aufzuschwatzen. Ein Hinweis auf Anbau im eigenen Garten und gar die Haltung von Kaninchen. Das geht in Deutschland gar nicht. Menschen mit Autonomie, und sei es auch mit einer noch so einer kleinen Teilautonomie passen bei uns nicht in den gewollten Rahmen. Abhängigkeit ist das was den Deutschen gegönnt wird. Totale Abhängigkeit.
Trotzdem können wir uns diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen:
Ich hoffen, wenn die Leute sehen, wie schnell, billig und einfach ... sowie auch dankbar ... es sein kann gutes Essen für sich und die Familie zu kochen, werden sie das teure Fertigessen und Junkfood verschmähen.
Vielleicht sollten wir im Internet Lehrgänge über den Anbau von Gemüse und die Haltung von Kleintieren veröffentlichen und wie man ordentlich kocht. Denn gebraucht werden diese Informationen auch bei uns. Die Sache wird nicht an uns vorbei gehen. Wenn wir uns schon politisch und wirtstschaftlich nicht von unseren neoliberalen Herren und ihrer Diktatur befreien können, sollten wir es wenigsten im Kleinen tun.