Als ich gestern über Che Guevara schrieb, bin ich an einem alten Lieblingslied von mir hängen geblieben. Bella Ciao.
Ja ich weiß. Rom wird wieder faschistisch und der faschistische Pöbel freut sich ein weiteres Loch in den Arsch. Aber das ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Das der faschistische Mob Angst vor allen hat, die noch selber denken, zeigen die haßerfüllten Website wie PI und Kewil.
Ich bin der Meinung, das der Mob auch Grund zur Sorge hat. Denn trotz eines offensichtlichen Rechtsruckes der offiziellen Politik werden die linken Kräfte und die der linken Mitte deutlich stärker. Das verdanken wir in Deutschland natürlich auch der SPD die alles verraten hat, wofür diese Partei einmal stand.
Aber man hört sie wieder die alten Lieder. Mal eher traditionell:
Mal zwischen Gestern und Morgen schwankend:
Auf deutsch und italienisch haben ich es hier noch von Hannes Wader und Konstantin Wecker, allerdings erst ab Minute 7 auf diesem Sampler. Aber die anderen Lieder sind wirklich auch hörenswert:
und man singt es immer noch, wie hier in 2007
Natürlich kann man sich einreden, das die Leute die dort mitfeiern nicht wüsten, was das gesungen wird, aber das klappt nur kurzfristig.
Fotoaustellung über Che in Wien
so lapidar schildert der Che Blog eine wie ich finde bemerkenswerte Ausstellung, aber ein klein wenig Text gibt er uns dann noch mit:
Ausgehend von Alberto Kordas Originalvorlage, der Ikone aller Guevaradarstellungen, werden in dieser Ausstellung größtenteils Vintage prints kubanischer und international bekannter Fotografen, u.a. von Alberto Korda, Osvaldo Salas, René Burri, und anonymer Fotografen von Che Guevara, Fidel Castro und ihren Mitstreitern zu sehen sein.
Ich verzichte hier bewusst darauf, eines der Bilder im Rahmen der Ausstellungswerbung zu verwenden, da ich die etwas seltsame Rechtesituation, die mir verbieten würde, dieses Bild in anderem Zusammenhang als mit der Ausstellung nochmals zu verwenden, nicht akzeptieren will:
HINWEISE ZU BILDVERWENDUNG UND CREDITS
Das Bildmaterial ist für die einmalige Veröffentlichung in Print-Medien oder temporäre Online-Publikation freigegeben und darf ausschließlich in direktem Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Ausstellung im WestLicht von 27. Mai bis 31. Juli 2008 verwendet werden. Die Bilder dürfen weder beschnitten noch bearbeitet werden. Bilddateien sind nach Verwendung aus den Archiven zu entfernen. Bilder dürfen nur unter Angabe des Credits veröffentlicht werden.
Es ist schon seltsam wie der Besitz von Rechten, den Willen zur Verteidigung des Besitzes vor die Sache stellt. Aber wegen solch einer Kleinigkeit wollen wir uns die Freude an der Ausstellung nicht verderben lassen.
80 Jahre Che Guevara. Das Kultbild einer Generation
27.05.2008 - 31.07.2008
im
WestLicht Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40, 1070 Wien
27.05.2008 - 31.07.2008
im
WestLicht Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40, 1070 Wien
Das Vergangene ist nicht vergessen. Es ist noch nicht einmal vergangen.
Franz Josef Degenhardt
Es ist nicht das wilde Blut welches die Menschen lieben, sondern das tapfere Herz und den gerechten Sinn.
Sie konnten Che ermorden, aber sie konnten ihn nicht töten. Das ist es was die amerikanischen Imperialisten heute noch zur Weißglut treibt. Je mehr Kugeln sie in ihn pumpten, desto unsterblicher machten sie ihn.
Berliner aufwachen, Flughafen Tempelhof stilllegen
Nein ich halte einfach meine Klappe, Citronengras hat das, was ich sagen möchte, viel schöner und unaufgeregter gesagt.
Kosmar twitterte gestern, dass er heute noch einen Flughafen stilllegen müsste, davon stammt die Überschrift.
Es reicht wirklich nicht, einfach zu hoffen, das die Gegenseite nicht die notwendigen Stimmen bekommt. Demokratie bedeutet, das man aktiv das mögliche macht. Auch wenn wir nur wenig demokratische Möglichkeiten haben, stellen wir uns ein Armutszeugnis aus, wenn wir die dann aus Trotz nicht nützen.
Ohne deinen Einsatz gibt es auch die Restdemokratie nicht mehr. Ohne Demokratie keine Freiheit.
Et kütt wie et kütt
Es kommt wie es kommen muss, war eine dieser Spruchweisheiten meiner Jugend, allerdings kam dieser Satz immer erst dann zum tragen, wenn das Kind im Brunnen war. Vorher wurde alles getan um zu verhindern, das es gar nicht erst so weit kommt.
Fefe klingt heute mit seinem Gedanken des Tages ähnlich fatalistisch:
Dass alles so Scheiße ist wird nicht dadurch besser, dass man es kommen sah. Und davor gewarnt hat.
Dieser Satz ist grundsätzlich falsch. Weil wir es kommen sehen und warnen, bekommen wir ein paar Leute wach. Wir bewirken keine Wunder, weil wir als Einzelkämpfer zu schwach sind und uns nur schwer in Gruppen fassen lassen. Aber wir bewirken etwas. Vielleicht nicht genug. Ich habe für solche Zeiten in denen man die Brocken am liebsten in die Ecke schmeißen möchte immer den einen Text den Rosa Luxemburg an Luise Kautsky schrieb und den ich hier und anderer Stelle schon so oft zitiert habe:
Dein Kopf ist voller Sorgen um die schiefgehende Weltgeschichte und Dein Herz voller Seufzer um die Erbärmlichkeit der Scheidemänner und Genossen. Und jeder, der mir schreibt, stöhnt und seufzt gleichfalls. Ich finde nichts lächerlicher als das. Begreifst Du denn nicht, daß der allgemeine Dalles viel zu groß ist, um über ihn zu stöhnen? Ich kann mich grämen, wenn mir die Mimi krank wird, oder wenn Dir etwas fehlt. Aber wenn die ganze Welt aus den Fugen geht, da suche ich nur, zu begreifen, was und weshalb es passiert ist, und hab ich meine Pflicht getan, dann bin ich weiter ruhig und guter Dinge (...)
Schau z.B. wie ein Goethe mit kühler Gelassenheit über den Dingen stand. (...) Und wenn Du etwa sagst: Goethe war eben kein politischer Kämpfer, so meine ich: Ein Kämpfer muß erst recht über den Dingen zu stehen suchen, sonst versinkt er mit der Nase in jedem Quark.
Da wir kämpfen, sind wir Kämpfer und dann haben wir uns eben nicht von Dingen unterkriegen zu lassen sondern müssen über ihnen stehen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Mut verlangt aber immer auch ein fröhliches Herz.
Lasst uns warnen, fluchen oder weinen, aber lasst uns kämpfen und nein sagen.
Und wenn ich wüsste das Morgen die Welt unterginge,
so wollte ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.
Und wenn ich wüsste das Morgen die Welt unterginge,
so wollte ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.
23. März 1933 - Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich
Das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich oft auch vereinfacht Ermächtigungsgesetz genannt, war das Ende der ungeliebten Weimarer Republik und der Beginn der nationalsozialistischen Diktatur.
Bei der Aussprache zu diesem Parlament wurden auf lange Zeit die letzten freien Worte in einem Deutschen Parlament gesprochen. Deshalb ist es wichtig festzuhalten, wie sich die einzelnen politischen Gruppen verhielten. Das die Nazis dafür waren ist wohl keine Frage. Die Abgeordneten der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) konnten nicht mehr abstimmen weil sie ihre Mandate bereits im Zusammenhang mit dem Reichtstagsbrand, durch die Reichstagsbrandverodnung aufgehoben wurden.
Nur um den braunen Geschichtsklitterern von heute die Segel aus dem Wind zu nehmen, sei noch einmal darauf hingewiesen das der Reichstagsbrand nur den Nazis nutzte und bis heute nicht aufgeklärt ist. Egal was Springer und Bertelsmann behaupten.
Von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) sowie von dem Zentrum, der Bayerischer Volkspartei (BVP) und der Deutschen Staatspartei wurde das Gesetz angenommen. Die Liberalen der Deutschen Staatspartei haben genau so freudig mitgemacht, wie die Katholiken des Zentrums das die CDU ja immer noch als ihre Vorläufer betrachtet. Das gleiche gilt für die Bayrische Volkspartei die in ihrer Nachkriegsversion in der CSU aufgegangen ist.
Die einzige Partei die sich weder von den Drohgebärden der SA noch den Drohungen der anderen Parteien einschüchtern ließ, war die Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) was einen alten Sozialdemokraten wie mich heute noch stolz macht, auch wenn es diese mutige SPD leider nicht mehr gibt und es innerhalb der jetzigen SPD auch keine Sozialdemokratie mehr gibt.
Trotzdem oder besser trotz alledem sollen die Worte des damaligen SPD-Vorsitzende Otto Wels im Reichstag über diesem Tag stehen:
„Die Wahlen vom 5. März haben den Regierungsparteien die Mehrheit gebracht und damit die Möglichkeit gegeben, streng nach Wortlaut und Sinn der Verfassung zu regieren. Wo diese Möglichkeit besteht, besteht auch die Pflicht. Kritik ist heilsam und notwendig. Noch niemals, seit es einen Deutschen Reichstag gibt, ist die Kontrolle der öffentlichen Angelegenheiten durch die gewählten Vertreter des Volkes in solchem Maße ausgeschaltet worden, wie es jetzt geschieht und wie es durch das neue Ermächtigungsgesetz noch mehr geschehen soll. Eine solche Allmacht der Regierung muss sich umso schwerer auswirken, als auch die Presse jeder Bewegungsfreiheit entbehrt […]
Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten […]
Auch aus neuen Verfolgungen kann die deutsche Sozialdemokratie neue Kraft schöpfen. Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten. Wir grüßen unsere Freunde im Reich. Ihre Standhaftigkeit und Treue verdienen Bewunderung.“
Es ist lächerlich, wenn sich die heutige SPD oder ganz speziell ein Dr. Peter Struck auf diese Sozialdemokraten beruft, die in der heutigen SPD nicht nur keinen Platz mehr hätten, sondern im Auftrag der SPD auch von Schäubles Bluthunden gehetzt würden. Aber auch das kann diese SPD nicht mehr erkennen in ihrem Wahn nach Pöstchen und Belohnungen aus der Hand der Reichen.
Es ist geradezu kriminell wenn heute die CDU oder CSU sich zu diesem Tag äußert und so tut als wäre sie betroffen oder gar im Herzen angerührt. Wir Bürger dieses Landes wissen was die Bosbach, Schäuble Beckstein und das sonstige Pack für die Bevölkerung vorgesehen haben. Sie wollen die gleiche Totenstille, die totale Angst und die Unterwerfung wie wir sie von 1933 bis 1945 hatten.
Selbstverständlich werden sich auch die schleimigen Liberalen äußern. Immer vorne mit dabei, wenn es gegen die Menschen geht, möchten sie auch hier noch etwas Glanz abbekommen. Denen sei gesagt auf die neoliberalen Liberalen wird in Deutschland nicht einmal mehr gespuckt. Selbst die Spucke ist wertvoller als diese Liberalen.
Mein Gruß gilt jenen Genossen, die immer noch kämpfen. Ob in der SPD, in den Arbeiterflügeln der CDU und CSU, bei den Kommunisten und bei der Linken. Wie es aussieht sind wir wieder einmal zu schwach, werden wir wieder einmal untergebuttert. Vielleicht ist es an der Zeit, das wir uns erheben und unser Land wieder in die eigenen Hände nehmen. Denn die Nachfolger von denen die damals ja geschrien haben, sind heute auch nicht mutiger. Sie werden fliehen oder jammern wenn das Volk kommt. Aber zu jeder Art von Verteidigung fehlt denen der Mut.
Es kann sein das sie nächstes Jahr schon die Bundeswehr, also unsere Kinder auf uns schießen lassen. Also sollten wir sie dieses Jahr überrennen. Sie haben sich aus dem Grundgesetz schon fast ihr Ermächtigungsgesetz gebastelt. Sie sind vielleicht keine Nazis, sondern nur gekaufte Subjekte, aber sie sind genau so schlecht für uns wie die Nazis. Lasst uns kämpfen. Dies Land ist unser Land.
Morgendliche Träumereien
Im Laufe eines Tage kommen viele Nachrichten bei mir vorbei, die ich nur mit halbem Auge wahrnehme, aber oft in BasKet übernehme. BasKet ist für mich der Zettelkasten, der es mir erlaubt unter verschieden Titeln, Gliederungen oder einfach nur nach Uhrzeit, Texte, Urls und alles das was ich nicht sofort verwerten kann, zu speichern.
Selbstverständlich sammelt sich da auch viel Müll, der nie ausgewertet wird und irgendwann mal die Basis für meinen "Zettels Traum" bildet. Aber jeden Tag sehe ich kurz durch diesen Kasten und nicht selten, finden sich da Glanzstücke. Nicht immer unbedingt wichtig, aber einfach schön.
Heute morgen fand ich eine Notiz des Markenblogs. Die Nachricht an sich ist erst einmal ziemlich bedeutungslos:
Marke Kreidler wechselt den Besitzer
Die KREIDLER Zweiradgesellschaft mbH aus Oldenburg hat die nachfolgenden Marken übernommen.
790 177
Wortmarke: Kreidler
Nizzaklasse: 12
Anmeldedatum: 10.03.1964
..
Bisherige Inhaberin der Markenrechte war die Prophete GmbH & Co. KG aus Rheda-Wiedenbrück.
Da sind gestern schon alle Lampen angesprungen, denn der nächste Eintrag auf diesem Notizzettel betrifft mich ganz persönlich Kreidler Florett RS Da steht sie. Meine RS ganz in rot. Ich bin ganz andächtig. Ein Traum von einer Karre. Kein Moped, ein Traum, eine Königin. Der Bock schlechthin.
Ich hab sie schon gebraucht gekauft. ROT. Nicht nur in Schuss, sondern topp. Wie kommt dieser blöde Autor nur darauf, die Karre sei nach 4 Jahren abgeritten gewesen. In meiner Gegend nicht. Die Kreidler Florett RS war die Göttin. Göttinen werden gepflegt. Das leiseste Hüstelchen bedeutete Totalzerlegung. Ich glaube das könnte ich heute noch bei vielen Teilen mit verbundenen Augen. Kreidler Florett RS. Das kann man nicht beschreiben, das muss man fühlen und gefühlt haben.
Danach gab es viele schöne Motorräder. Die Münch 4 Mammut TTS mit dem 1200 NSU Prinz Motor war sicher mein persönlicher Höhepunkt. Ja, ich weiß das Biest durfte nie Mammut genannt werden, aber wir haben es immer getan.
Auch wenn Friedel Münch nie wirklicher wirtschaftlicher Erfolg beschieden war, glaube ich das uns heute solche Leute fehlen. Ideen gepaart mit Ehrgeiz und sehr viel Fleiß. Das wäre auch ein schönes Erziehungsziel. Aber in einem Land in dem es wichtiger ist, die Biegung von Salatgurken zu regeln, als Fantasie auszuleben, ist das wohl eher ein blöder Wunsch.
Aber es gibt die Firma Kreidler wieder. Ich werde bald mal versuchen solch ein Gefährt in die Hand zu bekommen. Vielleicht spüre ich ja irgendwo noch den Geist der Göttin.
Diese Unabhängigkeit die wollt ich nicht
Der nervtötendste Sänger meiner an nervtötenden Sängern so reichen Jugendzeit, war jener Heintje Simon dessen Gejaule mir heute noch Gänsehaut beschert. Von ihm gab es das Lied von Mamatschieeeh, die ihm ein Pferdchen schenken sollte. Wahrscheinlich hatte der keine Ahnung wieviel Mist solch ein Pferdchen macht und wieviel Arbeit. Zum Schluss bekam er die Pferde vorm Totenwagen seiner Mutter und jammerte das er solche Pferdchen nicht gewollt habe.
So ähnlich geht es mir heute mit den Kossovaren. Natürlich wollte ich ihre Unabhängigkeit von Serbien. Schließlich wusste ich von Anfang an das es nur die harte Hand Titos war, die Jugoslawien gegen alle Widerstände zusammenhielt. Ganz einfach weil er gemein zu allen war, ohne Ansehen der Herkunft. Dann kam eine Zeit von Großserbischen Träumereien, die nach meinem Dafürhalten stets zum Scheitern verurteilt waren.
Nun ist der Kossovo oder das Kossova frei. Was man halt heutzutage so frei nennt.. Mein Parteibuch ist auf jeden Fall nicht glücklich.
Richtig übel ist es aber dann vermutlich, mit jemandem wie dem Chef des frisch ausgerufenen Staates, Kosovo, Hashim Thaçi, eingesperrt zu sein. In der Wikipedia ist unter der Zwischenüberschrift Organisierte Kriminalität über den “Staatsmann” zu lesen:
Seit seiner UÇK-Zeit genießt Hashim Thaçi einen notorisch schlechten Ruf. Immer wieder werden ihm Verbindungen zur organisierten Kriminalität im Kosovo nachgesagt. Der Balkankorrespondent der New York Times Chris Hedges beschuldigte ihn zusammen mit zwei weiteren Vertrauten, andere UÇK-Führer und politische Opponenten ermordet zu haben. Auch Bujar Bukoshi, Premier der zunächst pazifistisch orientierten albanischen Exilregierung Ibrahim Rugovas, erklärte, dass Thaçi um seiner Karriere willen „über Leichen gehen würde“.
In einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes, den die Schweizer Weltwoche veröffentlichte, wird Thaçi als einer der drei Schlüsselfiguren bezeichnet, die im Kosovo als Verbindungsglied von organisierter Kriminalität im Kosovo und Politik funktionieren. Er kontrolliere einen bedeutenden Teil der kriminellen Aktivitäten im Kosovo und sei Auftraggeber eines Profikillers. Während seiner Zeit als UÇK-Führer habe Thaçi einen “Sicherheitsdienst” kontrolliert, “ein im gesamten Kosovo aktives kriminelles Netzwerk”. Außerdem soll er nach dem Krieg direkte Kontakte zur organisierten Kriminalität in Tschechien und Albanien unterhalten haben. Nach BND-Angaben war Thaçi zumindest im Oktober 2003 in umfangreiche Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt.
Bei diesen Berichten handelt es sich um nachrichtendienstliche Erkenntnisse. Gerichtsverwertbare Erkenntnisse der UNO-Polizei wurden nicht bekannt, auch gibt es im Kosovo kein Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren gegen Thaçi.
Na, wenn das nicht beste Referenzen sind. Natürlich ist Hashim Thaci - logisch bei der Biografie - ein guter Kumpel von amerikanischen Möchtegern-Weltherrschern, NATO-Militärs, EU-Verantwortlichen und deutschen Politikern wie Frank-Walter Steinmeier. Das sollte man aber in Deutschland nicht zu laut sagen, denn womöglich sind da Staatsinteressen im Kern betroffen.
Das klingt nicht nur nicht gut, das klingt ziemlich übel. Aber auch Prof. Michael Wolffsohn hat sich ein paar kluge Gedanken gemacht die ich durchaus teilen kann:
Zweifel sind erst recht erlaubt, wenn ein Serben-Exodus nach Serbien beginnen sollte, denn selbst, wenn Serbien die Flüchtlinge aufnehmen will, kann es das kaum schaffen. Neuankömmlinge sind selten beliebt, besonders wenn sie den ohnehin kleinen Kuchen mitessen wollen, ja, müssen, um zu überleben.
Wird jener Auszug aus dem Kosovo friedlich verlaufen oder eine „ethnische Säuberung“ sein? Selbst bei oberflächlicher Kenntnis der Balkangeschichte bedarf es wenig Fantasie, um die Frage zu beantworten. Das Kosovo ist albanisch. Einen Staat Albanien gibt es längst. Nun haben wir also zwei „Albanien“. Die entstehende Dynamik liegt auf der Hand: „Wiedervereinigung“ wird das Ziel. Wer wird das vereinigte Albanien führen? Albanisch-Albanien oder Kosovo-Albanien? Nationale und religiöse Gemeinsamkeiten lösen keine Machtfrage auf. Wenn die Weltgemeinschaft das unabhängige Kosovo stärkt, was notwendig ist und was sie will, wird sie ungewollt Kosovo in einen gesamtalbanischen Machtfaktor verwandeln. Wird Albanisch-Albanien das einfach so hinnehmen? Angesichts der gesamtalbanischen Gewalttradition ist das unwahrscheinlich, zumal das Austragen von Konflikten außerhalb der Institutionen (Parlament) und nicht innerhalb der Institutionen der Tradition entspricht.
..
... denn rund 40 Prozent der Staatsbürger Mazedoniens sind ebenfalls Albaner. Längst wollen sie „los von Mazedonien“. Wollen sie dann zu Kosovo-Albanien oder zu Albanisch-Albanien oder zu Großalbanien? Oder werden sie durch ihren Beitritt den einen oder anderen Teil von Doppelalbanien als Dritter und Zünglein an der Waage zum Dominanzfaktor Großalbanien küren? Konfliktfrei küren? Nein. Gewaltfrei? Zweifel sind erlaubt.
Das Land der Skipetaren ist dieses Albanien. In sich auch durchaus nicht homogen. Gar nicht weit weg von Stammesdenken und Stammeshochmut. Die Machtfrage wird sich stellen, weil es ja keinen Kosovo mehr zu befreien gibt. Einige Mazedonier wollen nach Griechenland. Der nächste Konflikt ist vorprogrammiert.
Nein diese Unabhängigkeit wollte so wohl niemand. Was aber tun. Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Ich glaube auch nicht das sich Großalbanien verhindern lässt. Dass bringt mich zu der Frage was wir tun sollen. Da lässt mich Mein Parteibuch allerdings genauso allein, wie Prof. Wolffsohn. Aber Wolffsohn gibt uns einen Satz mit, auf dem wir aufbauen können:
Durch Menschen, die auf ausgetrampelten Gedankenpfaden (Nationalstaat) wandeln und nichts Neues (Staatenbünde) wagen. Wir brauchen eine zweite Aufklärung. Vielleicht schafft diese, was die erste trotz Kants himmlischer Formel nicht vermochte: dass Menschen „den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen“.
Gut probieren wir das mal mit dem Verstand. Unser Deutschland ist ja ein ähnliches Gebilde wie der Balkan. Es ist kein Nationalstaat, auch wenn es immer mal wieder dazu erklärt wurde. Es ist immer noch ein Staatenbund von Regionen die sich mehr oder weniger skeptisch und mißtrauisch beäugen. Wenn man ehrlich ist, gibt es auch keine gemeinsam gültige Sprache, sondern bestenfalls sprachliche Einigungen auf eine hochdeutschen Standard, der aber in Stuttgart völlig anders klingt als in München, Berlin oder Hamburg.
Leider finde ich den Blogbeitrag nicht mehr, wo jemand beeindruckend schrieb, warum er Deutschland mag. Neben vielen anderen klugen Sätzen kam da auch unser Föderalismus vor, der es erlaubt den Fischkopp mit dem Bayern und dem Kaffesachsen, dem Westfalen, Hessen und Rheinländer in einem Land zu leben und dieses Land zu entwickeln.
Ich finde unseren Förderalismus zwar viel zu zweit von den realen Gegebenheiten entfernt, Westfalen und Rheinländer passen nicht wirklich zueinander und Schwaben sind weder zu Bayern noch zu Baden-Württemberg wirklich kompatibel. Vorpommern ist auch nicht Mecklenburg. Nur Berlin könnte Brandenburg sein, wenn die Brandenburger denn so dumm wären, uns zu wollen.
Aber warum versuchen wir nicht diesen Föderalismus mit seinen Möglichkeiten zu "exportieren". Es scheint das beste zu sein, was unser Staat anderen Menschen geben könnte. Erklären wir unsere Erfahrungen, bauen wir mit an neuen Bundesländern in Großalbanien. Helfen wir die Vielfalt in der Einheit zu erhalten. Gut. Die Aufgabe ist zu groß für uns. Aber Frieden mit Waffen können wir da auch nicht dauerhaft schaffen. Also sollten wir die EU nicht als Anhängsel der Nato begreifen sondern als eigenständige politische Kraft. Natürlich müssen wir die USA aus dem Bereich fernhalten. Die USA haben nun einmal kein Interesse an Frieden. Die brauchen für ihre Geschäfte die Unruhe und den Krieg.
Beweisen wir doch einfach mal das Europa einen Wert aus sich heraus hat. Das wir nicht nur ein gemeinsames Handelsgebiet sondern auf dem Weg zu einem Staat sind. Wenn wir als Europa dabei die Nato auflösen, ist das sicher kein Fehler. Unsere Aufgaben liegen nicht im Krieg für amerikanischen Öldiebstahl, sondern vor unserer Haustür. Die Freiheit Europas verteidigen wir nicht in Albanien, aber wir könnten unsere Fähigkeiten zu friedlichem und vernünftigen Zusammenleben beweisen.
Der Zaun in Zeit und Raum
Paderborn ist eigentlich wie Bielefeld. Nur viel lebloser und katholischer. Sieht man mal von den wenigen Jahren ab, in denen Heinz Nixdorf der Stadt so etwas wie Bedeutung verlieh, kennen wir Paderborn eigentlich nur aus der Steigerung von Schwarz.
Schwarz - Münster - Paderborn
Wahrlich keine Gegend für geistige Höhenflüge oder gar den Gedanken an Freiheit. Will man Paderborn schönreden, dann muss man einfach über Salzkotten sprechen. Gütersloh ist Provinz. Paderborn hat keine Chance Provinz zu werden. Wie leidenschaftlich haben wir leitenden oder leidenden Mitarbeiter von Nixdorf uns vor Besuchen in der Zentrale gedrückt. Selbst die Hallig Hooge wäre spannender gewesen.
Das liegt übrigens nicht an den Paderbornern. Die sind tapfer. Wer Paderborner Pilsner trinkt, muss tapfer sein. Die Paderborner sind auch weltoffen. Schließlich sind sie ja nicht schuld, wenn die Welt nicht nach Paderborn kommt. Dabei gibt es Flughafen und sogar breite Straßen. Es gibt übrigens auch hübsche Mädchen in Paderborn. Zumindest waren sie damals, als ich zwangsweise öfter da war, noch Mädchen. Heute dürften sie wie ich, langsam anfangen nach Schüppe zu riechen.
Ich nehm mir ja immer mal wieder vor in Paderborn zu halten. Aber wenn ich dann die Gelegenheit habe, denke ich an das Hotel im Zentrum. Irgendsoeine Kette. Nach einem Geier benannt. Das Zimmer war so klein, das ich mir beim Ausziehen des Hemdes fast den Arm gebrochen habe. Da wo ich Raum vermutete war Wand. Dummerweise war das die massivere. 5 mm Gipskarton, leider mit Strebe an der Stelle. Unfair war nur, wenn einer eine Frau mit aufs Zimmer nahm, oder eine Frau einen Mann. Ja das gabs auch zu meiner Zeit schon. Dann waren alle anderen live dabei, auf diesem Flur, dem darüber und dem darunter. Aber dabei sein, war in diesem Fall nicht alles. Es war eher frustrierend, wie man mir erzählte.
Also Paderborn. Das beste, habe ich immer gedacht, was denen passieren könnte, wenn deren Bischof zu den Muslimen übertritt oder eine 18 jährige Stripteasetänzerin heiratet. Nun hatte die rote Lola schon in meinem Zeiten keine 18-jährigen. Gut die waren auch nicht 80. Aber näher an der 80 als an der 18. Wer fährt auch schon von Berlin nach Paderborn um dort in einen Bums zu gehen. Gibts aber auch. Mich zum Beispiel.
Immer wenn die in Paderborn ansonsten schon die Bürgersteige hochgeklappt und die Häuser reingeholt hatten, also so um viertel vor zehn, dann wenn ich mich in Berlin gerade zum Ausgehen fertig machte, gab es in Paderborn nichts mehr. Entschuldigung Disco natürlich. Aber ich mochte meine Ohren schon damals. Außerdem habe ich auch von Musik keine Ahnung. Die ist nur Geräusch. Unnötiges Geräusch. Also fuhr ich zur roten Lola, keine Ahnung ob die wirklich so hieß, oder von uns nur den Spitznamen hatte. Da gab es Alkohol. Nicht mal teuer, auch ohne Damen. Natürlich auch mit Damen. Ist doch klar.
Essen. Essen war gut in Paderborn. Da sind sie eben echte Westfalen. Die wissen was auf einen Tisch gehört. Ehrlich klar und ein Steinhäger dazu. Natürlich fett. Fett ist Nervennahrung. Nein, mein heutiges Aussehen liegt nciht am westfälischen Essen. Das liegt am Berliner Schnellfraß und den Druckbetankungen. Paderborn ist da unschuldig. Ach ja. Wenn man Paderborn beschreiben will ist unschuldig ein tolles und richtiges Wort.
Vielleicht sollte ich jetzt mal zum Thema kommen. Na gut. Ich finde aber das Paderborn zum Thema gehört. Was mir in Paderborn sofort auffiel waren Zäune. Überall Zäune. Ums Werk, um die Zentrale, um jedes Haus ein Zaun. Überall. Ich als damals noch eingemauerter Berliner hatte vielleicht eine Zaunallergie. Aber ich kenne keine Stadt in der ich soviel Zäune wie in Paderborn gesehen habe. Teilweise auch schmerzhafte Zäune. Über ein oder zwei von diesen Dingern musste ich nämlich drüberhüpfen, als ein Ehemann unerwarteterweise zu früh nach Hause kam. Reisekostenabrechnungsabteilungen können ab und an doch überraschen.
Das hat meine Abneigung gegen Zäune noch verstärkt und meine Aufmerksamkeit geweckt. Als ich die ersten Pläne für den Umbau des alten AEG-Werkes in Berlin gesehen habe, war meine erste Frage, ob man nicht die einzelnen Parkplätze, auch noch mit Zäunen versehen kann. Die hatten überall welche eingeplant. Hohe, mittelhohe und kleine Zäune. So dackelhohe. Das war mal Mode. Da gabs auch in den Schrebergärten diese weißen kunststoffummantelten gebogenen Drahtzäunchen. Einmal mit dem Fuß draufgetreten, konnte man den Mist wegwerfen. Sah doof aus, hatte keinen Sinn und kostete viel Geld.
Die Hose die ich mir bei meinem Zaunjumping zerrissen hatte - der Hintern war schwerer als gedacht - ließ sich natürlich in Paderborn nicht flicken. Etwas ebenbürtiges auch nicht kaufen. Zum Glück hatte ich genug Anzughosen mit. Ich bin Sicherheitsfanatiker mit Breitarsch. Ich kaufe immer zwei Hosen zum Anzug, weil ich mehr mit dem Hintern, als dem Jackett arbeite.
Gut Zaun und unschuldig sind für mich fest mit Paderborn verbunden. Wenn aber die Paderborner so unschuldig sind, was ich nach wie vor nicht anzweifle, wofür brauchen die dann die vielen Zäune? Die Frage stellte ich mir schon damals. Allerdings habe ich sie damals nicht beantwortet. Ich hatte da mal eine Avonberaterin kennengelernt, was zwar nicht hier hin gehört, aber trotzdem nett war und mich in Paderborn auf andere Gedanken brachte, zumal die nicht wirklich unschuldig, aber dafür auch nicht aus Paderborn war.
Warum ich all das erzähle. Zum einen weil mir danach ist und zum anderen weil ich gestern folgende Meldung gelesen habe:
Die Überreste eines mittelalterlichen Gartenzauns haben Archäologen in der Innenstadt von Paderborn entdeckt.
Schlick und Modder eines früheren Teichs habe das fragile Holzgebilde 600 Jahre lang bis auf den heutigen Tag erhalten, teilte ein Sprecher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster mit. Ein Paderborner Handwerker des Spätmittelalters hatte den Gartenzaun aus bis zu 50 Zentimeter langen Holzpfosten gebaut, die mit dicht geflochtenen Weidenruten fest verbunden waren.
Zack da war alles wieder da. Paderborn und die Zäune. Mein Sprung über, dieselbigen, das reissen der Hose und die Bilder von all den vielen Zäunen. Bis zu diesem Artikel hatte ich auch noch Freunde in Paderborn, die mir lachend mitteilten, das der Zaun im Paderborner Kötterhagen gefunden wurde. Der Zaun der meiner Hose zum Verhängnis wurde, stand zwar nicht am Kötterhagen, dafür war die Dame deren Gatte so unplanmäßig auftauchte am Kötterhagen in Lohn und Brot. Was die Geschichte rund macht.
Schade es war schön Freunde in Paderborn zu haben. Aber wenigstens weiß ich jetzt warum die Paderborner so unschuldig sind. Wer seit 600 Jahren Gartenzäune baut, wird unschuldig. Soviel zerrissene Hosen kann sich niemand leisten. Der Zaun bildet eine Kultur. Nicht als physikalische Begrenzung sondern als metaphysische Grenze. Der Zaun erzeugt Unschuld.
Plötzlich verstehe ich die Welt. Das Grenzregime der DDR, die Chinesen und ihre Mauer, die Israelis die jetzt fleißig am mauern sind und unseren Innenminister Schäuble, der uns in seiner Dauerüberwachung einmauern will. Der Zaun als Garant für Unschuld. Es ist die Suche nach der endgültigen Unschuld, die uns ein- oder ausgrenzen lässt. Der Zaun ist ja nicht das trennende sondern eher das verbindende Element. Die gemeinsame Unschuldsgrenze.
Ich weiß nicht ob es da ein Grenzflimmern gibt. Hin- und herschwabbernde Unschuld. Aber es gibt sie die Kultur der Unschuld mit dem Zaun als Grundlage. Die Welt wird plötzlich begreifbar.
Nun aber genug gealbert. Sechshundert lange Jahre zäunen wir uns schon ein. Begrenzen uns. Nicht nur die Paderborner. Wir alle. Ist das nicht erschreckend? Zäune wirken doch nicht gegen andere. Gut gegen meine Hose haben sie gewirkt, aber nicht gegen mich. Ich verstehe Zäune um Schafe, Hunde, Rinder, Pferde. Um die Viecher selbst und andere vor ihnen zu schützen.
Aber ansonsten ist ein Zaun doch eher eine Fiktion als eine Realität. Das mit der Mauer rund um Berlin hat doch genauso wenig geklappt, wie mit der in China und die in Israel wird ebenfalls versagen. Mit einem Zaun kann man etwas einsperren, aber nichts aussperren.
Volkstrauertag und Tag der Deutschen Einheit zusammenlegen
Der Volkstrauertrag findet normalerweise zwar zwei Wochen vor dem ersten Advent statt, aber das muss ja nicht so sein. Am 3. Oktober ist das Wetter meist auch besser. Außerdem entspräche eine Zusammenlegung den Ergebnissen der Wiedervereinigung.
Nein, ich bin nicht gegen die Wiedervereinigung, war aber immer gegen die dabei vorgelegte Geschwindigkeit und die Rahmenbedingungen. Das ist allerdings Schnee von gestern. Die Umtauschquote führte zu einer Schieflage, die letztendlich zum Ende der schon vorher totkranken Unternehmen in der DDR maßgeblich beitrug. Diverse Treuhandverbrechen zogen den Schlußstrich.
Trotzdem freue ich mich, das die Diktatur in der DDR zu Ende ging, obwohl ich wusste was dann kommen würde. Ich freute mich für die Menschen, die einen kurzen Taumel des Glücks erlebten - übrigens auf beiden Seiten der Mauer - und fürchtete gleichzeitig die maßlose Trauer, die auf alle Deutschen zukommen würde.
Das Helmut Kohl und Herr Schäuble nicht wussten wie es in der DDR aussah, will ich denen gerne glauben. Die haben beide nie von irgendetwas gewusst. Offene Hände und ein total verschlossener, wenn überhaupt vorhandener Geist. Aber diese Leute gab es auch in der damals noch sozialdemokratischen SPD. Sie wollten nicht hören, nicht sehen und redeten dafür von blühenden Landschaften und der mitteldeutschen Industrie.
Das Erwachen kam schnell. Die 18 Millionen DDR-Bürger konnte Westdeutschland locker mitversorgen. Die Firmen in der DDR wurden nicht gebraucht, genausowenig wie die Menschen und die Abzocker von der Treuhand machten, die wenigen lebensfähigen Unternehmen als erste nieder. Aus DDR-Bürgern wurde Arbeitslose. In den westlich geprägten Medien meist als Vollidioten dargestellt. Zum Abschuss freigegeben.
Reisefreiheit hatte jeder. Nur schnell kein Geld mehr, um in die nächste größere Stadt zum Arzt zu fahren. Selbst die Trabbis mussten weg, aus Umweltschutzgründen und um nichts, aber auch gar nichts übrig zu lassen, worauf ein DDR-Bürger hätte stolz sein können. Aber dafür hatten die DDR-Bürger jetzt ein Wahlrecht. Sie durften wählen, nicht nur kniffen (den Wahlzettel falten und einwerfen). Aber war das ein Unterschied. Erst wählten sie Kohl, dann SPD, aber nichts passierte. Sie konnten wählen, hatten aber keine Wahl. Sie konnten reisen, hatten aber kein Geld dafür.
Aber auch für die Wessis ging es los. Als erstes wurde ihnen von Schäuble die Verfassung gestohlen. Ursprünglich bedeutete die Wiedervereinigung eine neue Verfassung. Aber Schäuble hatte schon damals Angst vor dem Volk und wollte keine Abstimmung. Deshalb fälschte er die Verfassung. Er bog sie zurecht und zerstörte damit das Recht in ganz Deutschland.
Obwohl Arbeit im Westen genügend vorhanden war, Überstunden ohne Ende gefahren wurden, hatte das Kapital schnell begriffen. Die Ossis wurden als Lohndrücker eingesetzt. Erst langsam und vorsichtig. Dann immer krasser. Das Kapital hatte keine Angst mehr. Der real existierende Sozialismus sowjetischer Prägung war ja gescheitert. Genau so tot wie der Sozialismus an sich. So denken sie bis heute noch.
Damit begann die Trauer für alle Deutschen. Neoliberale und wirtschaftsfaschistische Kräfte bekamen Oberwasser, infiltrierten die Universitäten, kauften sich Mietmäuler und willige Politiker. Die Medien bejubelten die absolute Freiheit aller. Gemeint war natürlich nur die Freiheit sich umzubringen.
Es gab keinen politischen Gegner mehr und keine Alternative. Die Menschen waren dem Raubtierkapitalismus vollständig ausgeliefert. Von den Nettolöhnen her sind sie schon wieder vor der Wende. Aber da ist kein Haltepunkt. Wir werden noch weiter zurück müssen. Ein Wissenschaftler darf heute noch 30.000 Euro im Jahr kosten, hat Frau Schavan bestimmt. Dann sind wir bei 1960. Aber auch da wird es kein Ende geben.
Es wird alles abgebaut. Soziale Fürsorge, Gesundheitssystem, Rente, Bildung und alles andere was den Deutschen nützen könnte. Aufgebaut wird nur was dem internationalen Großkapital nutzt. Die DDR-Bürger wurden Erich Honecker und seine Bagage los. Die Westdeutschen gewannen 18 Millionen Geschwister und verloren alles andere, was Leben lebenswert macht.
Es ist ein Trauertag für das Volk. Die, die heute jubeln, tun das, weil sie von den Tränen der Mehrheit leben und sich an deren Schmerzen laben. Aber wir sind immer noch das Volk. Ein Volk das es geschafft hat, sich selbst von Honnecker und Co. zu befreien und dann leider unter Kohls Räuber gefallen ist.
Weshalb wollen Schäuble, Jung, Bosbach und Wiefelspütz die Bundeswehr im Inneren auf uns ansetzen. Die wollen uns nicht nur an einer Grenzmauer töten können, die wollen uns überall umbringen können, wo wir ihnen, oder ihren Auftraggebern im Wege sind. Gibt es einen Unterschied zwischen denen und dem Honecker. Ja gibt es. Honecker war schon altersmilde. Milde ist von denen aber nicht zu erwarten.
Leute lasst uns rausgehen auf die Straßen und dieses System mit seinen Gemeinheiten hinwegfegen. Aber lasst und diesmal nicht den Fehler machen wie nach 1945 und nach der Wende. Wir dürfen die Täter nicht entkommen lassen. Wir müssen sie einsperren von A wie Ackermann bis Z wie ZEW.
Wir sind das Volk!
Siegeszug der Idee des Pay-TV?
Katrin Schuster sinniert im Freitag über Werbung in Blogs und TV.
Wer Werbung in Medien nicht grundsätzlich und immer und sowieso verdammt, der müsste sich vice versa darüber im Klaren sein, was zu verdammen wäre und was nicht - was also gute und was schlechte Werbung ist. Ein Versuch: Gute Werbung ist deutlich als Werbung kenntlich gemacht und nimmt keinen Einfluss auf redaktionelle Inhalte. Schon kommt uns die Realität gleich mehrfach in die Quere: Natürlich sähen Zeitungen, Fernsehsender und kommerzielle Internetangebote anders aus, wenn sie tun könnten, was sie wollten, weil sie nicht von ihren Finanziers abhängig wären. Wo in die eine Richtung Geld fließt, da wird im Gegenzug ein Umfeld für Reklame bereitgestellt.
Dass viele Zeitungen nicht mehr nur leere Druckfläche verkaufen, sondern ihren guten Namen und ihre Redakteure gleich dazu, dass im Fernsehen gerne mal ganz zufällig dieses oder jenes Produkt vor der Kamera erscheint und im Internet allein um Klickzahlen gebuhlt wird, gehört längst zum Stammtisch-Repertoire. Ist die Abhängigkeit von Werbekunden erst einmal institutionalisiert, dann entsteht - nicht immer, aber oft überraschend schnell - eine Grauzone, die sich juristisch und moralisch nur noch schwer erhellen lässt.
Ich teile diese Ansicht nicht. Die Bereitstellung eines besonderen Umfeldes für Werbung, bedeutet nichts anderes als das der Inhalt zugunsten der Werbung manipuliert wird. Um möglichst viel Werbung zu ergattern, muss der Inhalt so ohne jede Möglichkeit eines Anstoßes sein, so das der Inhalt platt und unwichtig wird.
Genau das ist ja bei unserem Gebührenfernsehen deutlich sichtbar. Weil man Werbung und Sponsering haben will, werden die Interessen der Gebührenzahler einfach nicht mehr wahrgenommen. Weil man letztendlich die Zustimmung der Politiker braucht, gibt es Nachrichtensendungen in denen eine Frau Slomka einen ganzen Teil des politischen Spektrums einfach ausblenden und beleidigen kann, nur weil sie die "richtigen" nämlich die Machthabenden lobt und dabei auch noch streng darauf achtet, die CDU immer ein wenig mehr zu loben.
Bei den werbefinanzierten Sendern und beim Print kennen wir das ja schon lange. Vorauseilender Gehorsam erledigt Inhalt 16 : 1. Das lässt sich nicht mehr ändern. Es ist aber natürlich nicht gottgegeben. Es ist gewachsen, weil die Medien immer wieder gerne schon im Vorfeld nachgegeben haben. Hier ein PR-Beitrag, da eine positive Nachricht im redaktionellen Teil. Heute gibt es keinen redaktionellen Teil mehr sondern nur noch PR-Gewäsch.
Deshalb bleiben die Leser und die Zuschauer einfach weg. Das gilt natürlich für jedes Medium, also auch für Blogs und Internet-TV. Allerdings mit einer Einschränkung. Wer nur noch Müll produziert, verliert im Netz seine Leser und Zuschauer viel schneller, als in jedem anderen Medium. Einen Newsfeed zu kündigen, bedeutet nur zweimal klicken.
Wer nicht von anderen zitiert oder verlinkt wird, existiert praktisch nicht. Deshalb ist Werbung im Netz auch so viel schwieriger. Entweder kann dort in breitester Streuung über möglichst viele Sender geworben werden, oder es muss gezielt nach denen gesucht werden die eine Zielgruppe bedienen, die man selbst erreichen will. Das ist schwer und da solche Medien eben nicht statisch sind, muss zudem dauernd kontrolliert werden.
Der beste Weg ist also eine breite, anonyme Streuung von Werbung. Das bedeutet zwar geringere Erträge für die Anbieter von Werbeflächen und eine sehr viel breitere Verteilung der Etats, was aber den Unternehmen zugute kommt, da sie nun Leute erreichen, die sie mit ihren anderen Werbeformen nicht bekommen.
Vom baldigen Ende des Fernsehens gar munkeln die Fans und Vermarkter des Internets: Weil das Web all das ebenfalls könne, was das TV kann: schnell reagieren und informieren, bewegte Bilder bereitstellen, unterhalten. Dabei scheinen ARD und ZDF die Apologeten des Netzes bestätigen zu wollen, denn längst haben sie für ihre eigenen Live-Auftritte gesorgt. Dies rief umgehend die Privatmedien auf den Plan: Unzulässige Ausweitung der Geschäftsfelder! Wettbewerbsverzerrungen! Diese Rufe hatten den öffentlich-rechtlichen Anstalten schon 1956 entgegengeschallt, als der erste Werbespot im Fernsehen lief - damals noch aus den Reihen der Zeitungsverleger. Es gab Klagen. Die Gerichte entschieden zugunsten des Bildschirms.
Doch die Angst vor der schwindenden Relevanz steht dem Fernsehen ins Gesicht geschrieben - sonst brächten sich die Öffentlich-Rechtlichen nicht so oft selbst ins eigene Gespräch und die Privaten versuchten nicht so herzzerreißend, den Apparat als Familienmitglied zu positionieren mit "Supernanny" und "We are family". Die Todesfurcht scheint mithin ein wenig übertrieben. So lange in Elektromärkten noch Geräte mit einer Bildschirmdiagonale von über 70 Zentimetern verkauft werden, kann es dem Fernsehen so schlecht nicht gehen. Zudem sollte man die gemeinschaftsstiftende Rolle des Gesprächs über Gesehenes nicht unterschätzen, die das Fernsehen in besonderem Maße unterstützt. Kaum ein anderes Medium erzeugt eine derart massenhafte Gleichzeitigkeit von Wahrnehmungen ein und des selben Ereignisses auf ein- und dieselbe Art. Auch das ziellose Gucken und das Zappen per Fernbedienung sind längst zu schlechten, aber lieben Gewohnheiten geworden, die so schnell weder YouTube noch Blogging ersetzen können.
Auch da bin ich etwas anderer Ansicht. Die Kombination des Mediums Internet macht es nämlich möglich, eine ganz neue Art der Kommunikation zu beginnen. Egal wann ich auf eine Information, ein nettes Bild oder einen Film aufmerksam werde, kann ich ihn sofort über meinen Blog einer breiteren Allgemeinheit zur Verfügungstellung stellen, oder ihn per Mail, Jabber, Skype oder Messenger an Gruppen und Einzelpersonen weitergeben, die ihrerseits völlig frei entscheiden, was sie mit dem Hinweis anfangen.
Es entsteht eine völlig neue Diskussionskultur und natürlich auch eine neue Art der Selektion. Was ich toll und richtig finde, muss für andere nicht den gleichen Wert haben. Losgelöst von dem eigentlichen Medienschaffenden, über eine Vielzahl an Verbreitern/Neusendern, entsteht etwas für das ich noch nicht einmal einen Begriff habe. Wenn wir die Reaktionen, die ihrerseits Hinweise auf andere Inhalte beinhalten mit einbeziehen, entsteht eine ganz neue Medienwelt.
Niemand kann vorher sagen was aufgegriffen wird und was nicht. Relevanz ist die Relevanz der Stunde oder des Tages, aber nicht unbedingt auf die Relevanz des Tages oder des nächsten Tages zu übertragen. Eine neue Art der Werbung müsste entstehen, die nicht mehr auf ein positives Umfeld angewiesen ist, weil sie ihr Umwelt nicht kennt. Werbung die für sich alleine stehen kann. Das geht aber nur für Produkte die auch einen realen Wert besitzen und nicht nur Marketingblasen sind.
Denn durch dieses immer größer werdende Dorf, lassen sich keine Sommerpausen für Schokolade oder eine Limonade die es nur vier Wochen geben soll, nach vorne treiben. Zyklen von drei und mehr Monaten zur Etablierung eines Produktes sind wahrscheinlich. Die gesamt Produkt- und Werbewelt kommt also um eine Neuausrichtung nicht herum.
Da verwundert es auch nicht, das die Gebührenfunker sogar erwägen auf offene Werbung zu verzichten. Die zukünftig zu erzielenden Preise sind einfach zu gering. Deshalb klammern sie sich mit ihrem ziemlich unterträglichen Programm ja auch so sehr an die Subvention durch Zwangsgebühren. Da müssen sie nichts leisten und werden trotzdem gut bezahlt. Ein typischer neoliberaler Traum. Ohne sinnvolle Arbeit Geld zu scheffeln.
Die Frage bleibt, wer das in Zukunft finanzieren soll. Die klassische Fernsehwerbung scheint überholt, sie "verliert den Rang der Selbstverständlichkeit", wie Norbert Schneider, Direktor der Landesmedienanstalt NRW, in einer Rede über die "Zukunft des Rundfunks" sagte. Als Gründe nannte er unter anderem das "schlechte Image", die kaum mehr steigenden Einnahmen sowie jene Grauzone der legalen Schleichwerbung, die sich etablieren konnte.
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Wahrscheinlicher scheint ein Siegeszug der Idee des Pay-TV: Man abonniert und bezahlt nur die Sender, die man wirklich sehen möchte - ganz wie bei der Zeitung. Unter dem Namen "Triple Play" offerieren Kabelbetreiber und die Telekom bereits so genannte Bündelangebote aus Internet, Telefon und eben Fernsehen, die meist mehr als die üblichen Kanäle umfassen: Wer es nackter, lustiger oder krimineller will, kann das Programm gegen Mehrkosten aufstocken. Im neuen Gewand begegnen uns die altbekannten Gebühren - als die Zukunft des Fernsehens! Nicht nur des Öffentlich-Rechtlichen.
Auch daran glaube ich nicht. Pay-TV, in der bisher bekannten Form als monatliches Abo, ist genauso tot, wie die Abzocke der GEZ. Pay per View dürfte das Angebot der Zukunft sein. Werbefrei und teuer oder billiger aber mit Werbung. Die Freiheit des Zuschauers, für das was er sehen, lesen oder hören will, auch zu bezahlen.
Natürlich werden Inhalte, die nicht genügend Zuschauer finden, sterben. Aber was ist daran falsch? Komme mir bitte doch keiner mit der halben Stunde Jazz nachts um drei Uhr, oder dem Hörspiel in 60 Folgen. Sie sind längst über den Rand gekippt und nur als Veilchen zur Entschuldigung in Lücken gepackt, die sich nicht mit Dingen füllen ließen, die mehr Geld bringen.
Wir brauchen einen Kundenmarkt, auf dem der Kunde zwischen den Inhalten und ihrer Sendeform frei wählen kann. Wenn der Kunde dann Mist haben will, ist das sein gutes Recht. Wer meint scheinbar etwas aussenden zu müssen, was keinen interessiert, der darf das ja tun. Nur bekommt er keine Subventionen dafür.
Yahoo, flickr, trigami, adical und Google
Heute also zensiert flickr. (Bei mir übrigens scheinbar nicht. Vielleicht suche ich auch nur die falschen Bilder?) Gestern war es Yahoos fröhliche Zusammenarbeit mit den Chinesischen Behörden und trigami, mit möglicherweise illegaler Werbung. Davor war es adical mit cisco und Yahoo. Google gibt jeden Tag neuen Grund für irgendwelche Klagen. Ich würde mal sagen wir haben ein Problem, das weit über das Problem mit der Werbung hinausgeht.
Wir nutzen Yahoo, flickr und Google. Wir alle täglich und immer wieder. Geht ja auch gar nicht anders. Einige von uns nutzen auch die Telekom die Fünfzigtausend um ihren Lohn betrügen wollen. War da nicht auch was mit Wordpress und dem INSM-Watchblog. Kann ich einen Reifen von Continental kaufen, wenn ich weiß, wie die mit Arbeitnehmern in Südamerika umgehen? Darf ich Aspirin nehmen oder unterstütze ich damit Generdbeeren in meiner Konfitüre? Darf ich ein Auto besitzen wenn das die Umwelt vergiftet? Darf ich noch furzen, oder kill mein Methan die Erde?
Das ist das Problem mit der Verantwortung. Sobald man anfängt nachzudenken und sich verantwortlich zu fühlen, wachsen die Mauern um einen herum. Selbst gezogene Mauern der Selbstbeschränkung. Zum Schluß habe ich mich in meinem eigenen Käfig gefangen. Dann mache ich nichts mehr, weil ich ja ständig gegen meine Regeln verstoßen würde um etwas zu tun und die, die ich bekämpfen will und meine bekämpfen zu müssen, kommen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf, weil ich in meinem selbstgebauten Käfig festsitze.
Es kann also nicht die Lösung sein, mich selbst zu beschneiden, um damit auszudrücken, das ich ein Guter bin. Ich verwende ständig Einkaufstüten aus Leinen, aber wenn ich keine mithabe, oder sie umsonst bekomme wie beim Türken, dann nehme ich eben auch Plastik. Ohne mich deshalb schlecht zu fühlen. Ich fahre meistens mit der Bahn, weil das in Berlin schneller und trotz der Fahrpreise immer noch billiger ist, als ein Parkhaus oder Ticket. Ich verbrenne auch gerne Sprit, um mit der Familie ins Grüne zu fahren, Ritterspiele zu betrachten oder Kirschen zu klauen.
Ich bin gegen die Zensur durch Yahoo und dagegen, das die einfach chinesische Bürger verpetzen. Soll ich deshalb die Schreibgruppen oder andere Mailinglisten bei Yahoo verlassen, die denen eben kein Geld bringen. Das wäre doch bescheuert. Damit bestrafe ich nicht die, sondern mich. Also muss ich dagegen schreiben, wenn es mich stört. Das ist doch der Sinn des Bloggens. Anschreiben für und gegen die Welt. Bejubeln und abstrafen. Subjektiv, aber wenigstens ehrlich.
Man muss auch nicht jeden Scheiß mitmachen. Leute die flickr Content geben, haben das Recht ihren Content und sich zurückzuziehen und Leute, die denen auch noch Geld dazu geben, erst recht. Ich, der ich nur schamlos den Content anderer nutze, kann gegen die Zensur schreiben, aber niemanden zum Boykott auffordern. Das kann ich nur bei den Dingen die ich selber kaufe. Bei Bertelsmann zum Beispiel. Man muss auch nicht bei Google, technorati, feedburner oder blogscout seine Besucher und Links zählen lassen. Aber wer das eine will, der muss das andere mögen. Sagte meine dritte Schwiegermutter, die eine kluge Frau ist, obwohl ich ihre Tochter nie geheiratet habe.
Ich sage es mal ganz deutlich. Erfolgreichen Bloggern stehen Einnahmen für ihre Arbeit zu. Das ist keine Frage sondern eine Feststellung. Wenn diese Blogger für sich selbst sagen, das sie aus Gründen der persönlichen Unabhängigkeit und des eigenen Freiheitsgefühles auf diese Einnahmen verzichten, dann ist das ehrenhaft. Es ist aber nicht weniger ehrenhaft, nicht zu verzichten.
Wenn jemand wie ich keine Werbung macht, ist das nicht ehrenhaft sondern der Tatsache geschuldet, das sich bei meinen wenigen Besuchern, der Aufwand nicht lohnt. Hätte ich die Zahlen vom Spreeblick oder vom Parteibuch, hätte ich auch Werbung. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Meine Arbeit ist vielleicht vergebens, aber nicht umsonst.
Natürlich wäre da auch Werbung bei, hinter der ich nicht stehen könnte. Schätzungsweise 99,5 Prozent. Na und? Muss ich denn die Geschäftspolitik der Telekom bejubeln, nur weil ich deren HotSpot nutze, oder aus einer öffentlichen Telefonzelle telefoniere? Sicher nicht. Ich werde weiter dagegen schreiben. Auch und gerade dann, wenn die auf meinem Blog werben. Google macht uns das doch vor. Es listet genauso brav seine Watchblogs, wie jeden anderen Kram. Das ist nicht die Eiche, der es egal ist welche Sau sich an ihr scheuert, sondern das ist das Geschäft von Google. Allen alles zu bieten was sie suchen. Bietet Google das nicht mehr, stößt ein anderer in die Lücke und kassiert.
Ich bin der Meinung, das die Autorenpersönlichkeit, die hinter einem Blog steht, und die kaufmännische Entscheidung Werbung zuzulassen, nichts miteinander zu tun haben. Das ändert sich erst, wenn die Werbung die Inhalte bestimmt. Es kann also nicht darum gehen die werbenden Blogger anzugreifen, und auch nicht um die Werbemakler, sondern es muss um die Firmen gehen, deren Verhalten wir für falsch und gemein halten. Wir müssen nicht die Werbetafel kritisieren sondern die Firma, für die geworben wird.
Die Freiheit zu werben, ist auch eine Freiheit. Genau wie die, nicht zu werben. Freiheit kann man nicht gegeneinander aufmessen.


















