Obama hat die Wahl gewonnen und ist neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was spricht dagegen sich mit ihm und seinen UnterstützerInnen zu freuen und was liegt näher als dass seine WählerInnen ihre Passion, ihren Wunsch nach Veränderung, nach Erneuerung, nach Frieden und Gerechtigkeit jetzt aktiv mit ihm gemeinsam wahr werden lassen?["[AUTOSAVED] Zur Wahl Obamas: Spaltung überwinden, dem Frieden ... »]
[AUTOSAVED] Zur Wahl Obamas: Spaltung überwinden, dem Frieden eine Chance geben...
...ist der Tenor eines wichtigen Beitrages, den Abha Annette Seitz auf ihr Blog gesetzt und mehrfach aktualisiert hat:
Jochen Scholz: PNEC – Project for the New European Century, ein Projekt für das Neue Europäische Jahrhundert

Wieder haben wir einen Beitrag übernommen von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt.. Der Originalartikel wurde am 8. September hier veröffentlicht und ist hier auf Tlaxcala anklickbar.
Über den Autor:
Oberstleutnant a.D. Nach 38 Jahren als Berufsoffizier der Luftwaffe nun aussenpolitischer Berater. Die letzten sechs Dienstjahre im Bundesministerium der Verteidigung im Stab des Generalinspekteurs eingesetzt. Davor zwölf Jahre in Nato-Gremien, sechs Jahre in Nato-Stäben.
Tlaxcala leitet ihn wie folgt ein:
Dieser Text ist die überarbeitete Fassung eines Papiers an den BDI und mehrere deutsche Großunternehmen und wurde am Kongress "Mut zur Ethik“, organisiert von der schweizerischen Genossenschaft Zeit-Fragen vom 29. zum 31. August 2008 in Feldkirch/Vorarlberg (Österreich), vorgetragen. Es handelt sich um ein echtes programmatischen Manifest, das als Grundlage für den Aufbau einer breiten "neo-progressiven" Bewegung weltweit dienen könnte, die sich vernünftig und effektiv gegen das z.Zt. umgesetzte Programm der Neo-Konservativen in Washington einsetzen könnte. Zum Lesen, zum Meditieren, zum Diskutieren.- FG, Tlaxcala["Jochen Scholz: PNEC – Project for the New European Century, ein ... »]
Unglaublich, eigentlich unglaublich
Der Redblog macht gerade auf ein Stück von Franz-Josef Degenhardt aufmerksam, das gerade in unsere heutigen Kriegstage so unheimlich gut passt, dass man es unbedingt überall erwähnen muss. Die Menschen haben in diesen Kriegen nichts zu gewinnen aber alles zu verlieren. Die, die an diesen Kriegen gewinnen, sind nicht die Freunde der Menschen. ["Unglaublich, eigentlich unglaublich" mehr »]
Ein Sieg muss her - ein Königreich für einen Sieg
Generalstabschef Mike Mullen verkündet die frohe Botschaft, dass die Lage im Irak sich so beruhigt habe, dass man nun mehr Truppen für Afghanistan freisetzen könne. Das klingt gut. Ja besser noch es gibt sogar verschämte diplomatische Kontakte mit dem Iran in Sachen nicht vorhandener Atomwaffen. ["Ein Sieg muss her - ein Königreich für einen Sieg" mehr »]
Der Amman-Aufruf
Diesen Text habe ich mit der freundlichen Genehmigung von Erhardt Arendt im Volltext von "Das Palästina Portal" übernommen. Er sollen zusammen mit einer weiteren Botschaft aus Amman und der Fatwa gegen Terrorismus der Deobandi die Grundlage für eine fruchtbare Diskussion bilden.
Der Amman-Aufruf
Herausgegeben von der Internationalen Friedenskonferenz des Weltkirchenrates „Kirchen miteinander für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“
Herausgegeben von der Internationalen Friedenskonferenz des Weltkirchenrates „Kirchen miteinander für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“
Amman, Jordanien 18. – 20. Juni 2007
Forderungen von Amman
1. Fast 60 Jahre sind vergangen, seitdem die christlichen Kirchen zum ersten Mal mit einer Stimme über den arabisch-israelischen Frieden gesprochen haben. Während der letzten 40 Jahre rufen die christlichen Kirchen nach einem Ende der israelischen Besetzung von Palästina. Genau an dem Ort, wo Jesus Christus über die Erde gegangen ist, trennen jetzt Mauern die Familien, und die Kinder Gottes – Christen, Muslime, Juden – sind gefangen in eine immer tiefer werdende Spirale von Gewalt, Demütigung und Verzweiflung. Die palästinensischen Christen von Gaza bis Jerusalem und Nazareth haben an ihre Brüder und Schwestern in Christo einen Hilferuf mit ihren dringenden Anliegen geschickt: „Genug ist genug. Keine Worte mehr ohne Taten. Es ist Zeit zu handeln!“
2. Wir freuen uns über die zeitgerechten und prophetischen Stellungnahmen der Kirchenführer in Jerusalem. Wir bestätigen, dass „die Kirchen Teil des Konfliktes sind, weil die Kirchen nicht länger schweigen dürfen, wo es noch Leiden gibt. Die Rolle der Kirchen ist es zu heilen und alle Seiten zu einer Versöhnung zu bringen.“ Unser Glaube an Gott verhält uns, „alle Kinder Gottes in allen Religionen und politischen Parteien zu respektieren.“ Wir sichern den Kirchen in Palästina und Israel unsere Gebete, unsere Mitarbeit und unsere Ressourcen zu.
3. So bestätigen wir Vertreter der christlichen Kirchen und kirchennahen Organisationen von „allen Enden der Erde“ in Amman, Jordanien, am 18. – 20. Juni 2007, in den Tagen, in denen sich die Krise in den besetzten palästinensischen Gebieten noch vertieft hat, und während denen auch der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen bedacht wird, die Entscheidung des Zentralkomitees des Weltkirchenrates und starten das „Ökumenische Forum Palästina – Israel“ als Instrument, „kirchlicher Anwaltschaft für neue und bereits existierende Friedensbemühungen zu katalysieren und zu koordinieren mit dem Ziel, die illegale Besetzung in Übereinstimmung mit UNO-Resolutionen zu beenden, und ihrer Verpflichtung zu interreligiösem Handeln für Frieden und Gerechtigkeit nachzukommen, was allen Völkern der Region dient.“
4. Diese Aktion ist die Antwort auf drei fundamentale Forderungen, die uns zum Handeln aufrufen:
· Die ethische und theologische Forderung nach einem gerechten Frieden.
· Die ökumenische Forderung nach Einheit in der Aktion.
· Die Forderung aus dem Evangelium nach kostbarer Solidarität.
5. Die Voraussetzungen für dieses Handeln sind die folgenden:
5.1 Dass die UNO-Resolutionen die Basis für den Frieden sind und die Genfer Konventionen anwendbar sind für die Rechte und Verantwortlichkeiten des betroffenen Volkes.
5.2 Dass die Palästinenser das Recht auf Selbstbestimmung haben und das Recht auf Rückkehr.
5.3 Dass die Zwei-Staaten-Lösung politisch, geografisch, ökonomisch und sozial lebensfähig ist.
5.4 Dass Jerusalem für die beiden Völker und drei Religionen eine offene, zugängliche, inklusive und teilbare Stadt ist.
5.5 Dass sowohl Palästinenser wie auch Israelis legitime Bedürfnisse nach Sicherheit haben.
5.6 Dass die israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten illegal sind und ein Hindernis für den Frieden darstellen.
5.7 Dass die „Trennungsmauer“, die Israel in den besetzten palästinensischen Gebieten errichtet, ein schwerer Bruch internationalen Rechts ist und aus den besetzten Gebieten entfernt werden muss.
5.8 Dass es für diesen Konflikt keine militärische Lösung gibt. Gewalt in allen ihren Formen kann nicht gerechtfertigt werden, ob die Übertretung seitens der Israelis oder der Palästinenser geschieht.
5.9 Dass ein umfassender regionaler Friede nicht abzutrennen ist von einem gerechten Frieden in Israel und Palästina.
5.10 Dass das Leben und Zeugnis der lokalen Kirchen im Zentrum der weltweiten kirchlichen Anwaltschaft für einen gerechten Frieden steht.
6. Wir verstehen das Mandat des Ökumenischen Forums Palästina-Israel als einen Raum, wo wir umfassende strategische Zugänge zu den beiden Prozessen des Frieden-Machens und Frieden-Aufbauens entwickeln wollen. Eine inklusive Kerngruppe, die vom Weltkirchenrat dringend einberufen wird, sollte beauftragt werden, dieses zu fördern und eine verbesserte Koordination zwischen allen Akteuren sicher zu stellen. Die Kerngruppe wird durch die Berichte der Arbeitsgruppen der Amman-Konferenz informiert, und ihre Zusammensetzung und ihr Mechanismus sollen vom Weltkirchenrat bezeichnet und angekündigt werden.
7. Frieden A ufbauen wird folgende Punkte enthalten:
7.1 Theologische und biblische Perspektiven und christliche Erziehungsgrundlagen rund um
die Streitfragen, die im Zentrum des Konflikts liegen, sollen hervorgehoben werden.
7.2 Strategien sollen entwickelt werden, die die Prozesse von Gerechtigkeit und Versöhnung tragen, einschließlich interreligiösem Dialog und Zusammenarbeit.
7.3 Verstärken der Reaktion der Kirchen auf die Besetzung.
7.4 Alle Bemühungen der israelischen und der palästinensischen Zivilgesellschaft, die mit der Vision und den Zielen des Ökumenischen Forums Palästina Israel (PIEF) im Einklang sind, erkennen, ermutigen und mit diesen zusammenarbeiten.
8. Frieden Schaffen wird folgendes einschließen:
8.1 Maßnahmen definieren und benennen – einschließlich ökonomische – die helfen könnten, die Besetzung zu beenden und nachhaltiges Wachstum und Entwicklung zu steigern.
8.2 Bestehende Bemühungen verstärken und neue Modelle von Solidarität der Kirche in Aktion herausfinden. Lokale Kirchen und kirchenverwandte Organisationen nicht nur beim Überleben und der Weiterführung ihres kräftigen Einsatzes, einschließlich Erziehungs-, Gesundheits-, kulturelle und soziale Dienste unterstützen, sondern auch ihr Gedeihen und ihr Zeugnis der Hoffnung fördern.
8.3 Eine langfristige Strategie der Anwaltschaft entwickeln, um alle unsere Anhänger zu mobilisieren und einen Wechsel zu beeinflussen.
Herausforderungen von Amman
9. Wir haben die Stimmen der christlichen Kirchen von Palästina und Israel gehört, die folgendes von uns gefordert haben:
9.1 Handelt mit uns, um alle Völker dieses Landes von der Logik des Hasses, der gegenseitigen Zurückweisung und des Todes zu befreien, so dass sie im Anderen das Gesicht und die Würde Gottes sehen.
9.2 Betet mit uns in unserem Bemühen, dem Bösen zu widerstehen in allen seinen Verkleidungen.
9.3 Erhebt eure Stimmen mit uns, wenn wir sprechen „der Wahrheit Kraft“ und mutig die
Ungerechtigkeiten benennen, die wir sehen und erfahren. Die illegale Besetzung hat zwei Generationen an diesem gefolterten Ort das Leben gestohlen, und sie bedroht die nächste mit Hoffnungslosigkeit und Wut.
9.4 Riskiert die Flüche und Verleumdungen, die sie euch nachwerfen und steht in Solidarität mit uns und mit unseren palästinensischen Schwestern und Brüdern aller Glaubens-richtungen, wenn wir trotzig die Möglichkeit von uns weisen, dass die Besetzung andauern wird.
9.5 Helft uns, Mauern einzureißen und Brücken zwischen allen Völkern der Region zu bauen oder wieder aufzubauen. Extremismus von allen Seiten produziert Chaos. Er droht, uns zu spalten und die Brücken zwischen den Völkern, die zu Versöhnung und Frieden führen, zu zerstören.
9.6 Gebt eure Hoffnung zu unserer in dem Wissen, dass das Böse und die Verzweiflung durch den Tod unseres Herrn am Kreuz und durch seine Auferstehung überwunden sind.
9.7 Besteht mit uns darauf, dass alle Enteigneten, alle Flüchtlinge das Recht haben zurück zu kehren.
9.8 Werdet unsere PartnerInnen, wenn wir den Frieden suchen und diesen Weg gehen. Friede ist möglich. Christen, Muslime und Juden haben einander verstanden, können und wollen miteinander als Nachbarn leben.
10. Und wir VertreterInnen der christlichen Kirchen und kirchennahen Organisationen von allen Enden dieser Erde, antworten darauf:
11. Ja, wir wollen. Wir wollen miteinander handeln und beten, sprechen und arbeiten, und unseren guten Ruf und unser Leben riskieren, um mit euch Brücken für einen anhaltenden Frieden zwischen den Völkern dieses gefolterten und wunderbaren Stückes Erde – Palästina und Israel – zu bauen, um diese Dekaden der Ungerechtigkeit, der Demütigung und Unsicherheit zu beenden, um die Dekaden des Lebens als Flüchtlinge und unter Besetzung zu beenden. Wir wollen mit euch arbeiten, um den Frieden zu suchen und danach zu streben. Wir haben es zugelassen, dass zu viel Zeit verstreicht. Die Zeit hat dem Anliegen des Friedens nicht geholfen, sondern dem Anliegen des Extremismus. Das ist unser dringendes Anliegen, das kann nicht warten.
Amman, 21. Juni 2007
(Übers.: Gerhilde Merz, Pax Christi Austria)
Diese Unabhängigkeit die wollt ich nicht
Der nervtötendste Sänger meiner an nervtötenden Sängern so reichen Jugendzeit, war jener Heintje Simon dessen Gejaule mir heute noch Gänsehaut beschert. Von ihm gab es das Lied von Mamatschieeeh, die ihm ein Pferdchen schenken sollte. Wahrscheinlich hatte der keine Ahnung wieviel Mist solch ein Pferdchen macht und wieviel Arbeit. Zum Schluss bekam er die Pferde vorm Totenwagen seiner Mutter und jammerte das er solche Pferdchen nicht gewollt habe.
So ähnlich geht es mir heute mit den Kossovaren. Natürlich wollte ich ihre Unabhängigkeit von Serbien. Schließlich wusste ich von Anfang an das es nur die harte Hand Titos war, die Jugoslawien gegen alle Widerstände zusammenhielt. Ganz einfach weil er gemein zu allen war, ohne Ansehen der Herkunft. Dann kam eine Zeit von Großserbischen Träumereien, die nach meinem Dafürhalten stets zum Scheitern verurteilt waren.
Nun ist der Kossovo oder das Kossova frei. Was man halt heutzutage so frei nennt.. Mein Parteibuch ist auf jeden Fall nicht glücklich.
Richtig übel ist es aber dann vermutlich, mit jemandem wie dem Chef des frisch ausgerufenen Staates, Kosovo, Hashim Thaçi, eingesperrt zu sein. In der Wikipedia ist unter der Zwischenüberschrift Organisierte Kriminalität über den “Staatsmann” zu lesen:
Seit seiner UÇK-Zeit genießt Hashim Thaçi einen notorisch schlechten Ruf. Immer wieder werden ihm Verbindungen zur organisierten Kriminalität im Kosovo nachgesagt. Der Balkankorrespondent der New York Times Chris Hedges beschuldigte ihn zusammen mit zwei weiteren Vertrauten, andere UÇK-Führer und politische Opponenten ermordet zu haben. Auch Bujar Bukoshi, Premier der zunächst pazifistisch orientierten albanischen Exilregierung Ibrahim Rugovas, erklärte, dass Thaçi um seiner Karriere willen „über Leichen gehen würde“.
In einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes, den die Schweizer Weltwoche veröffentlichte, wird Thaçi als einer der drei Schlüsselfiguren bezeichnet, die im Kosovo als Verbindungsglied von organisierter Kriminalität im Kosovo und Politik funktionieren. Er kontrolliere einen bedeutenden Teil der kriminellen Aktivitäten im Kosovo und sei Auftraggeber eines Profikillers. Während seiner Zeit als UÇK-Führer habe Thaçi einen “Sicherheitsdienst” kontrolliert, “ein im gesamten Kosovo aktives kriminelles Netzwerk”. Außerdem soll er nach dem Krieg direkte Kontakte zur organisierten Kriminalität in Tschechien und Albanien unterhalten haben. Nach BND-Angaben war Thaçi zumindest im Oktober 2003 in umfangreiche Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt.
Bei diesen Berichten handelt es sich um nachrichtendienstliche Erkenntnisse. Gerichtsverwertbare Erkenntnisse der UNO-Polizei wurden nicht bekannt, auch gibt es im Kosovo kein Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren gegen Thaçi.
Na, wenn das nicht beste Referenzen sind. Natürlich ist Hashim Thaci - logisch bei der Biografie - ein guter Kumpel von amerikanischen Möchtegern-Weltherrschern, NATO-Militärs, EU-Verantwortlichen und deutschen Politikern wie Frank-Walter Steinmeier. Das sollte man aber in Deutschland nicht zu laut sagen, denn womöglich sind da Staatsinteressen im Kern betroffen.
Das klingt nicht nur nicht gut, das klingt ziemlich übel. Aber auch Prof. Michael Wolffsohn hat sich ein paar kluge Gedanken gemacht die ich durchaus teilen kann:
Zweifel sind erst recht erlaubt, wenn ein Serben-Exodus nach Serbien beginnen sollte, denn selbst, wenn Serbien die Flüchtlinge aufnehmen will, kann es das kaum schaffen. Neuankömmlinge sind selten beliebt, besonders wenn sie den ohnehin kleinen Kuchen mitessen wollen, ja, müssen, um zu überleben.
Wird jener Auszug aus dem Kosovo friedlich verlaufen oder eine „ethnische Säuberung“ sein? Selbst bei oberflächlicher Kenntnis der Balkangeschichte bedarf es wenig Fantasie, um die Frage zu beantworten. Das Kosovo ist albanisch. Einen Staat Albanien gibt es längst. Nun haben wir also zwei „Albanien“. Die entstehende Dynamik liegt auf der Hand: „Wiedervereinigung“ wird das Ziel. Wer wird das vereinigte Albanien führen? Albanisch-Albanien oder Kosovo-Albanien? Nationale und religiöse Gemeinsamkeiten lösen keine Machtfrage auf. Wenn die Weltgemeinschaft das unabhängige Kosovo stärkt, was notwendig ist und was sie will, wird sie ungewollt Kosovo in einen gesamtalbanischen Machtfaktor verwandeln. Wird Albanisch-Albanien das einfach so hinnehmen? Angesichts der gesamtalbanischen Gewalttradition ist das unwahrscheinlich, zumal das Austragen von Konflikten außerhalb der Institutionen (Parlament) und nicht innerhalb der Institutionen der Tradition entspricht.
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... denn rund 40 Prozent der Staatsbürger Mazedoniens sind ebenfalls Albaner. Längst wollen sie „los von Mazedonien“. Wollen sie dann zu Kosovo-Albanien oder zu Albanisch-Albanien oder zu Großalbanien? Oder werden sie durch ihren Beitritt den einen oder anderen Teil von Doppelalbanien als Dritter und Zünglein an der Waage zum Dominanzfaktor Großalbanien küren? Konfliktfrei küren? Nein. Gewaltfrei? Zweifel sind erlaubt.
Das Land der Skipetaren ist dieses Albanien. In sich auch durchaus nicht homogen. Gar nicht weit weg von Stammesdenken und Stammeshochmut. Die Machtfrage wird sich stellen, weil es ja keinen Kosovo mehr zu befreien gibt. Einige Mazedonier wollen nach Griechenland. Der nächste Konflikt ist vorprogrammiert.
Nein diese Unabhängigkeit wollte so wohl niemand. Was aber tun. Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Ich glaube auch nicht das sich Großalbanien verhindern lässt. Dass bringt mich zu der Frage was wir tun sollen. Da lässt mich Mein Parteibuch allerdings genauso allein, wie Prof. Wolffsohn. Aber Wolffsohn gibt uns einen Satz mit, auf dem wir aufbauen können:
Durch Menschen, die auf ausgetrampelten Gedankenpfaden (Nationalstaat) wandeln und nichts Neues (Staatenbünde) wagen. Wir brauchen eine zweite Aufklärung. Vielleicht schafft diese, was die erste trotz Kants himmlischer Formel nicht vermochte: dass Menschen „den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen“.
Gut probieren wir das mal mit dem Verstand. Unser Deutschland ist ja ein ähnliches Gebilde wie der Balkan. Es ist kein Nationalstaat, auch wenn es immer mal wieder dazu erklärt wurde. Es ist immer noch ein Staatenbund von Regionen die sich mehr oder weniger skeptisch und mißtrauisch beäugen. Wenn man ehrlich ist, gibt es auch keine gemeinsam gültige Sprache, sondern bestenfalls sprachliche Einigungen auf eine hochdeutschen Standard, der aber in Stuttgart völlig anders klingt als in München, Berlin oder Hamburg.
Leider finde ich den Blogbeitrag nicht mehr, wo jemand beeindruckend schrieb, warum er Deutschland mag. Neben vielen anderen klugen Sätzen kam da auch unser Föderalismus vor, der es erlaubt den Fischkopp mit dem Bayern und dem Kaffesachsen, dem Westfalen, Hessen und Rheinländer in einem Land zu leben und dieses Land zu entwickeln.
Ich finde unseren Förderalismus zwar viel zu zweit von den realen Gegebenheiten entfernt, Westfalen und Rheinländer passen nicht wirklich zueinander und Schwaben sind weder zu Bayern noch zu Baden-Württemberg wirklich kompatibel. Vorpommern ist auch nicht Mecklenburg. Nur Berlin könnte Brandenburg sein, wenn die Brandenburger denn so dumm wären, uns zu wollen.
Aber warum versuchen wir nicht diesen Föderalismus mit seinen Möglichkeiten zu "exportieren". Es scheint das beste zu sein, was unser Staat anderen Menschen geben könnte. Erklären wir unsere Erfahrungen, bauen wir mit an neuen Bundesländern in Großalbanien. Helfen wir die Vielfalt in der Einheit zu erhalten. Gut. Die Aufgabe ist zu groß für uns. Aber Frieden mit Waffen können wir da auch nicht dauerhaft schaffen. Also sollten wir die EU nicht als Anhängsel der Nato begreifen sondern als eigenständige politische Kraft. Natürlich müssen wir die USA aus dem Bereich fernhalten. Die USA haben nun einmal kein Interesse an Frieden. Die brauchen für ihre Geschäfte die Unruhe und den Krieg.
Beweisen wir doch einfach mal das Europa einen Wert aus sich heraus hat. Das wir nicht nur ein gemeinsames Handelsgebiet sondern auf dem Weg zu einem Staat sind. Wenn wir als Europa dabei die Nato auflösen, ist das sicher kein Fehler. Unsere Aufgaben liegen nicht im Krieg für amerikanischen Öldiebstahl, sondern vor unserer Haustür. Die Freiheit Europas verteidigen wir nicht in Albanien, aber wir könnten unsere Fähigkeiten zu friedlichem und vernünftigen Zusammenleben beweisen.


















