ist die Kirche ein interessantes Thema für Klein-Bloggersdorf. Aber auch die ftd weist uns mehr oder weniger unabsichtlich auf die Kirchensteuer hin.
Zu der jüngst abgesegneten Unternehmenssteuerreform gehört auch die 25-prozentige pauschale Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne.
Während die ftd darüber lamentiert, das die Kaptialseite überhaupt Steuern bezahlen soll, fällt mir auf, das die Kirchensteuer in einer pauschalen Abgeltungssteuer doch wohl nichts zu suchen hat. Genauswenig wie sie pauschal beim Arbeitslosengeld oder bei Hartz-IV in Anrechnung gebracht werden dürfte. Aber wie bei jeder Steuerreform, was ja bei uns nichts anderes als ein Steuererhöhung bedeutet, wird die Kirche gut bedient.
Diese Nähe von Kirche und Staat hatten wir ja schon einmal aufgehoben. Durch die Säkularisation wurde den geistlichen Fürstentümern und der Kirche an sich, das zusammengeraubte Gut der Jahrhunderte wieder weggenommen. Die Trennung von Kirche und Staat wurde 1919 in die Verfassung aufgenommen. Das war schön und gut.
Mit der Machtübernahme der Nazis änderte sich die Situation allerdings. Das Reichskonkordat war zum einen Teil eines Kuhhandels um das Ermächtigungsgesetz Hitlers durchzubekommen, zum anderen sollte aber die Kirche langfristig gekauft werden. Dabei wurde auch die Kirchensteuer erneut bekräftigt und ausgebaut. Gleichzeitig wurden Kirchenmitarbeiter den Staatsdienern praktisch gleich gestellt und somit erheblich bevorzugt.
Wie wir aus der Geschichte und dem "Stellvertreter" von Rolf Hochhuth, wissen hat das ja auch prächtig funktioniert. Die gut geschmierte Kirche sah wohlig lächelnd dem grausamen Morden an Juden, Zigeunern, Schwulen, Kommunisten, Sozialisten und anderen Völker zu. Sie tadelte im wesentlichen nur milde, wenn mal, quasi im Vorbeigehen, auch ein paar ihrer Leute mit umgebracht wurden.
Dieses Schmieren der Kirche, also die öffentliche Bestechung funktioniert ja auch heute noch prima. Die Kirche bekommt Geld und hält den Mund wenn die Armen und Schwachen bestohlen werden. Die Perspektive 2010 befasst sich mit der engen Verpflechtung zwischen Kirche und der INSM beschäftigt, die ja für große Teile der neoliberalen und wirtschaftsfaschistischen Desinformation zuständig ist.
Natürlich arbeitet die Kirche gerne mit derartigen Betrügern wie der INSM zusammen. Kirche braucht Macht. Heutzutage braucht sie Medienmacht, da sich ihre Schäfchen nicht mehr mit Drohungen unter Kontrolle halten lassen. Für die Kirche ist es unumgänglich sich mit jedem ins Bett zu legen, der ihre Macht wenigsten im Moment noch unterstützt. Die Kirche als Hure der Politik, kennen wir seit dem Judentum, besonders abstoßend wurde es, als das Christentum in Rom zur Staatsreligion wurde.
Meldungen aus der Kirche, wie die Schließung der Vorhölle oder das Gelabere von Walter Mixa, haben ungefähr den gleichen Medienwert, wie die Wok-WM. Sie sind eine spaßige Angelegenheit.
Nicht so lustig ist das, was der HAHN Blog zu der Vermögenslage - und Einkommenssituation der Kirche in einem Bericht von Elmar Getto aufzeigt. In einer Spielhandlung wird verdeutlicht, welche Unmengen an Geld, dort völlig unfruchtbar im Boden versickern oder die Kassen in Rom und sonstwo füllen.
Religion ist für viele Menschen eine tolle Sache. Sie sollte jedoch auf Freiwilligkeit beruhen. Kirchensteuer ist eine Form der Erpressung wie sie das Gebührenfernsehen betreibt. Zumal ja auch Leute der Kirchensteuer unterliegen, die überhaupt nichts mit dieser Form von Aberglauben zu tun haben.
Das unanständige Reichskonkordat muss aufgehoben und die Kirchensteuer in allen ihren Formen ersatzlos gestrichen werden.



















