Kurzkommentar 2008-07-20
• Im Kern verrottet
• ANGST VOR REGULIERUNG - Banken verordnen sich Krisen-Kodex
• Niedersachsens FDP-Chef Rösler: "25 Prozent für die Liberalen sind möglich"
• „Es gibt keinen Konflikt zwischen Preisstabilität und Wachstum“
• Spaniens Wirtschaft vor den Kollaps ["Kurzkommentar 2008-07-20" mehr »]
Kurzkommentar 2008-07-19
• Mindestlohn: „Herr Glos ist eingeknickt“
• 40 Prozent des Einkommens wird in Miete investiert
• Banken sind generell insolvent
• EPA erteilt umfassendes Patent auf Schweine
• Vollbeschäftigung ist möglich ["Kurzkommentar 2008-07-19" mehr »]
Inflation bestraft die Armen
Das ist nicht wirklich neu, aber diesmal haben wir es streng wissenschaftlich. Professor Hans Wolfgang Brachinger von der Universität Fribourg in der Schweiz hat die Auswirkungen der Inflation auf unterschiedliche Einkommensschichten umgerechnet. ["Inflation bestraft die Armen" mehr »]
Enweder rein oder raus
Nun meine liebe EZB, was bitte schön war das denn jetzt. Mit einem Viertelpunkt Zinserhöhung die Inflation bekämpfen. Ihr duscht wohl unter einer Pipette. Ich meine Jean-Claude Trichet ist doch Franzose. Die sind doch in Liebesdingen so erfahren, aber dass ist doch gar nichts. Da liegt die Dame seufzend und bereit und er zeigt ihn ihr nur mal kurz, berührt ganz sanft die Innenseite ihrer Schenkel und das war es dann. Blamage.
Diese 0,25 Prozent stehen jetzt zitternd vor zugegebenen 4 Prozent Inflation die wahrscheinlich beim Einsatz von Mathematik anstatt von Lügen auf 8,5 bis 12,5 ansteigen würden. Was soll das. Wollten die Herrschaften was getan haben? So nach dem Motto die Zinsen senken wäre ganz falsch gewesen, sie zu erhöhen nicht ganz so falsch, also haben wir sie erhöht.
Die Erhöhung ist zwar witzlos aber Hurrah, Hurrah und noch einmal Hurrah wir haben etwas getan. Blinder Aktionismus, aber wenigstens steht man nicht mehr wie das Kaninchen völlig gebannt vor der Schlange sondern hat etwas getan. Hurrah.
Nein die Situation ist nicht einfach. Um ein Signal zu setzen hätten die Zinsen um einen ganzen Punkt nach oben gehen müssen, besser noch um anderthalb. Das hätte der Konjunktur geschadet sagen die einen. Mag ja sein. Es hätte vor allem den Spekulanten geschadet die ihr Geld im Dollar haben. Den würden drei bis fünf schnelle und mutige Zinsschritte der EZB bis auf wenigstens 8 Prozent vermutlich erledigen.
Möge er in Frieden ruhen. Bei dem Dollar ist es nur die Frage wann er stirbt, und was es uns hier in Europa kostet. Wir brauchen den Umsatz mit den USA nicht. Er ist ein Beibrot, das zudem immer schlechter wird. Natürlich würden bei uns die Kredite teurer, obwohl die eigentlich schon teuer sind, weil die Banken ja schon so tun, als würde die EZB die notwendigen Zinsschritte machen.
Es würde Bankengewinne abschmelzen. Allerdings ist das bei den Verlusten die sich die Banken bei ihren dümmlich neoliberalen Spekulationen eingefangen haben, gerade zu lächerlich. Warum sollen Banken nicht pleite gehen können. Es sind auch nur Unternehmen wie die Hersteller von Toilettenpapier, nur das Toilettenpapier viel wichtiger als die meisten Bankenpapiere ist. Zumindest wenn man es braucht.
Warum sollte die Konjunktur einbrechen, wenn unser Binnenmarkt groß genug ist und neben den USA noch jede Menge anderer Kunden auf unsere Produkte warten. Wir werden uns vom Dollar lösen oder mit dem Dollar untergehen müssen.
Es sieht allerdings nicht so aus, als ob die EZB sich der Tatsache bewusst wäre. Die will nur spielen.
Finanzkrise - nun geht es in die zweite Runde
Der Ölpreis hat Gestern die 130 Dollar Marke geschafft. Er ist fleißig auf dem Weg die 200 Dollar Marke zu erreichen. Im Gegensatz zu den offiziellen Zahlen scheint jetzt auch der Konsum in den USA zusammen zu brechen:
Die von Preissteigerungen für Benzin und Grundnahrungsmittel strapazierten Budgets der Privathaushalte lassen immer weniger Spielraum. Bei Elektronik und Kleidung planen die Konsumenten Einschnitte, ergab eine Umfrage des Branchenverbands National Retail Federation (NRF). Danach wollen die Käufer in Möbelhäusern nur 2,7 Mrd. $ der Steuerrückzahlungen ausgeben, die derzeit anlaufen. Im Februar hatten sie noch Möbelkäufe für 4 Mrd. $ geplant. Zugleich erhöht sich die Benzinrechnung von 12 auf 17 Mrd. $.
Insgesamt brechen die Umsätze oder Gewinne teilweise erschrecken schnell ein. Beides gehört in diesem Zusammenhang zusammen, weil man ja durch Gewinnverzicht Umsatz generieren kann. Das ist übrigens noch keine Auswirkung der Krise bei den Kreditkartenkrediten und auch noch keine Auswirkung der Inflation. Es ist lediglich das Öl das direkt durchgeschlagen ist und zusammen mit den anderen Nachrichten die Konsumenten verunsichert.
Das hat allerdings dramatische Folgen für die FED und Ben Bernanke. Selbst wenn die daran gedacht haben, eventuell die Zinsen wieder etwas hoch zu nehmen oder doch zumindest wieder etwas Geld aus dem Markt zu nehmen, bleibt ihnen dieser Ausweg verwehrt. Ein Anziehen der Zinsen würde die schon auslaufende Restkonjunktur endgültig beerdigen. Ein Abziehen von Geld, die Kreditkartenbanken zum fallen bringen. Bernanke kann nur weiter runter mit den Zinsen, was mehr Inflation bedeutet.
So ähnlich scheint das auch Meredith Whitney zu sehen, die ja schon letztes Jahr den Verlust von 30 Milliarden Dollar bei der amerikanischen Citigroup in einer Studie angekündigt hatte und damit wie sich zeigte nicht übertrieb:
Die Analystin vom Bankhaus Oppenheimer hat nun die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr für die Bank of America, Citigroup, JPMorgan, Wachovia Corp und Wells Fargo im Durchschnitt um 17 Prozent gesenkt und die Erwartungen für 2009 um 20 Prozent reduziert. Alles in allem werden die Gewinne der Banken 72 Prozent tiefer sein als sie dem Konsensus entsprechen, schätzt Whitney. Weiter rechnet sie mit zusätzlichen Abschreibungen bei den Banken von 170 Milliarden US Dollar.
Ich würde auch in diesem Fall darauf tippen das Meredith Whitney eher unter- als übertreibt. Als amerikanische Analystin kennt sie die Gefahr von Schadensersatzforderung im amerikanischen Recht und dürfte sich wohl mehrfach abgesichtert haben.
Es kann also keine Entwarnung gegeben werden. Es ist weiterhin zu größter Vorsicht zu raten. Überall sind die Bullenfallen schon lange aufgestellt.
Aufgelesen: 6
Transnet-Chef Norbert Hansen ein korrupter Verräter?
In der Tat stinkt der Wechsel von Transnet-Chef Norbert Hansen zur Deutschen Bahn zum Himmel und das gewaltig. Solche fliegenden Wechsel sind - auch bei Politikern - häufig ein Fall von indirekter bzw. nachgelagerter Korruption. Da werden Entscheidungsträger nach ihrem Amt oder Mandat dafür belohnt, dass sie zuvor brav das gemacht haben, was bestimmten Firmen oder Interessengruppen genutzt und den Massen oftmals massiv geschadet hat.
Heizöl ist 62% teurer als vor einem Jahr
Offiziell ist die Inflation in Deutschland so circa zwei bis 3%. Doch die gefühlte Inflation ist deutlich höher. Vielleicht bei circa 10% bis 30%. Es lässt sich wirklich nicht einfach abschätzen, wie hoch die wirkliche Inflation in Deutschland ist. Es hängt natürlich auch ganz entscheidend vom individuellen Warenkorb ab.
Dramatischer Einbruch der Lohnquote: von 2000 bis 2007 um 8% gesunken!
Was steckt hinter diesem scheinbar harmlosen Rückgang der Lohnquote um rd. 8%? Nun, dieser Rückgang bedeutet schlicht, dass die Arbeitnehmer und mit Ihnen die Sozialversicherungssysteme und der Staat auf nunmehr jährlich 135 Milliarden Euro (in den letzten 4 Jahren insgesamt über 400 Milliarden Euro) verzichten zugunsten der Unternehmer und Vermögenden.
Ein-Euro-Jobs sind Job-Killer
Bei rund zwei Dritteln der Ein-Euro-Jobs war zumindest die Fördervoraussetzung, dass der Ein-Euro-Job keinen Arbeitsplatz ersetzen dürfe, nicht gegeben. Oftmals sei jedoch das Gegenteil der Fall: “Es sollten Arbeitskräfte eingespart oder ein haushaltspolitischer Personalmangel ausgeglichen werden.”
Krebs mit 25
Er ist 25. Ich kenne ihn nur flüchtig, er hat manchmal mit dem Kollegen zu tun, mit dem ich ein Büro teile. Wir haben eine Art Gangbekanntschaft. Ich habe ihn längere Zeit nicht gesehen, als er wiederkommt, hat er sich eine Glatze rasiert.
Was machen wir in Sachen Inflation
Natürlich weiß ich das wir das mit der Inflation völlig falsch sehen. Wir fühlen die nur und sollen sie zwar bezahlen, aber keinesfalls unsere Lohnforderungen daran ausrichten, wie Norbert Walter von der Deutschen Bank uns über n-tv sagte. Der Mann hat Recht. Mit seinem Einkommen und dessen Zuwächsen hat er mit der Inflation nichts zu tun. Der ist er weit voraus.
Nun gibt es allerdings Menschen, die sich ihr Gehalt nicht selbst aussuchen können. Für die ist das etwas schwieriger. Bei denen geht es ganz einfach darum den entstandenen Mangel geschickt zu verwalten. Da nützt es auch wenig, sich auf die festgelegten Inflationswerte des Bundesamtes für Statistik zu beziehen, weil deren Warenkorb von einem theoretischen Bedarf ausgeht, der zudem noch nach politischen Erfordernissen in seiner Zusammenstellung und Gewichtung so verändert wird, dass möglichst niedrige Inflationsraten dabei herauskommen.
Das hat den Vorteil, dass die Notenbank nicht eingreifen und den Zins nicht heraufsetzen muss. Es führt dazu das Bundesschuldverschreibungen nicht nur keine Zinsen, sondern in Wirklichkeit Verluste liefern. Es führt vor allem aber dazu, das den Arbeitnehmern der Inflationsausgleich durch Tarifanpassung verwehrt werden kann und es damit zu hohen Verlusten im Realeinkommen kommt.
Als es noch Systemalternativen zu diesem betrügerischen Raubtierkapitalismus der wirtschaftsfaschistischen Neoliberalen gab, ließ man die Schere nicht so weit auseinanderklaffen wie heute, weil ständig die Gefahr bestand, dass die Bevölkerung einfach das Beispiel DDR nachbauen konnte. Damit hätten die Ausbeuter alles verloren. Diese Gefahr besteht heute nicht mehr. Eine immer feiner strukturierte Überwachung soll zudem verhindern, das Bürger auf die Straße gehen und "Wir sind das Volk" rufen. Lassen sich Volksaufstände nicht vermeiden, soll die Bundeswehr eingesetzt werden um auf das Volk zu schießen und damit das Großkapital und ihre politischen Handlanger zu retten.
Das Bundesamt für Statistik wird niemals ehrliche und korrekte Zahlen liefern, sondern auftragsgemäß lügen. Das bedeutet, dass alle offiziellen Zahlen über Inflation und Entwicklung der Inflation schlicht und ergreifend Murks sind.
Trotzdem die EZB ein Limit von 4,5% p.a. für die max. Steigerung der Geldmenge festgelegt hat, sind seit Einführung des EURO tatsächlich jährlich etwa 8,5% mehr EUROs in den Umlauf gegeben worden. Geht man von einer durchschnittlichen Steigerung des Bruttosoialprodukts von ca. 2% aus, beträgt also die tatsächliche Inflationsrate 8,5% - 2% = rd. 6,5% (1998 - 2007).
Die aktuelle Entwicklung des Goldpreises (2008) stellt eine in etwa realistische Relation von Währung zu Gold wieder her und zeigt die tatsächliche Geldentwertung tendenziell auf.
Es ist also nachvollziehbar, dass Geldentwertung und Teuerung die Folgen der Inflation sind und nicht umgekehrt. Die statistische Teuerungsrate lt. Warenkorb hinkt (noch) hinter der tatsächlichen Inflationsrate her.
In dieser Zahl von Wikipedia ist allerdings nicht das Geldmengenwachstum enthalten, das durch eigentlich wertlose Finanzprodukte geschaffen wurde. Dieses Geld ist zwar zum Teil in ausländische Fiktivanlagen weiter "angelegt" worden und wirkt somit teilweise nicht sofort bei uns. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte führt jetzt aber dazu, das auch diese Geldmenge auf unsere Märkte zurückschwappt. Trotzdem lassen sich für dieses Geldmengenwachstum keine vernünftigen Schätzungen in seiner Inflationswirkung ableiten.
Um auch nur annähernd herauszubekommen was wirklich los ist, hilft es aber andere Statistiken zu rate zu ziehen, wie z.B. die aktuellen Erhöhungen der Großhandelspreise:
m Großhandel sind die Preise im März so kräftig gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr.
Sie lagen im Schnitt um 7,1 Prozent höher als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zuletzt hatte es im Februar 1982 mit 8,5 Prozent eine stärkere Teuerung gegeben. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich 6,1 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um 1,6 Prozent und damit ebenfalls deutlicher als erwartet an.
Nahrungsmittel verteuerten sich erneut überdurchschnittlich. Getreide, Saaten und Futtermittel kosteten 52 Prozent mehr als im März 2007. Bei Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten zogen die Preise um knapp ein Viertel an. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze wurden um 13,2 Prozent teurer. Für feste Brennstoffe und Mineralölprodukte wurden 18,8 Prozent mehr verlangt.
Wir dürfen ruhig davon ausgehen, dass auch diese Zahlen geschönt wurden, also in Wahrheit höher liegen, was aber im Moment für die Betrachtung ohne Belang ist, da sie ja auch schon 1982 nach politischen Interessen gestaltet wurden. Mag sein, das die Einwirkung der Politik heute größer ist, aber das ist nicht zu beweisen. Wir müssen also mit der Lüge leben.
Natürlich wird uns wieder erklärt, dass die Preiserhöhungen nicht eins zu eins durchgereicht würden. Nein. Vermutlich fängt die Deutsche Bank den Preisanstieg auf. Real werden aber die Packungsinhalte geringer und die Preise höher. Wir werden jeden Cent bezahlen müssen.
Übrigens haben sich die Weltmarktpreise für Getreide verdoppelt. Das sind dann 200 Prozent. Um die auf dei genannten 52 Prozent herunterzubekommen, werden dann stabile oder sinkende Preise bei Rübenschnitzeln, Heu, und Fischmehl als Tierfutter damit vermengt. Wenn ein Kinderlutscher gestern 10 Cent kostete und heute 20 Cent, muss ich nur mit berechnen das ein Asus Notebook 1.200 Euro kostet, ein Asus EEE aber nur noch 300 Euro kostet. Weil wir großzügig sind rechnen wir mit jeweils 100 Kinderlutschern Das Notebook und die Lutscher kosten dann zusammen 1210 Euro und der EEE mit den Lutschern 320 Euro. Welch ein Wunder wir haben gar keine Inflation die Preise sinken um 74,4 Prozent.
Den Warenkorb richtig gepackt und Birnen mit Äpfeln verglichen geht alles. Theoretisch. Praktisch geht es natürlich nicht. Die Leute können nur weniger einkaufen. Der Konsum sinkt. Auf der Exportseite werden wir immer leistungsfähiger, weil wir den Export dadurch subventionieren, dass wir unsere eigenen Leute mit ein paar Tricks um die Früchte ihrer Arbeit betrügen. Dummerweise macht der Export in einer gesunden Volkswirtschaft und auch bei uns nur ein Drittel des Bruttoinlandproduktes aus. Die restlichen zwei Drittel müssen aus dem inneren Konsum stammen.
Bei uns kann niemand mehr zusätzlich konsumieren. Die Reichen haben alles was sie brauchen. Mehreinkommen geht nur in die Spekulation. Der Mittelstand muss Altersvorsorge und Bildung der Kinder zurückschrauben um den Lebensstandard halbwegs halten zu können, die Normalverdiener schränken sich nochmal ein und verzichten auf Urlaub, Auto, Zeitung, Kino und Teilhabe am Leben. Die Armen werden in den Hunger getrieben.
Wer heutzutage nicht gleich nach der Schule oder dem Studium einen festen Job mit gutem Gehalt bekommt, gerät in eine Untergangsmühle aus der es kaum eine Befreiungsmöglichkeit gibt. Studienabgänger die mit Bafög-Darlehen, Schulden aus dem Studium und Schulden für Studiengebühren in ein Leben als Dauerpraktikanten gehen müssen, haben schon alles verloren bevor sie angefangen haben.
Es gibt in dieser Entwicklung kein Halten mehr, solange wir nicht grundsätzliche Änderungen am System, an der Politik und der Justiz vornehmen wollen. Tatsächlich haben wir seit langem alle notwendigen Gesetze, sie werden nur nicht angewandt.
Löhne sollen Inflation bremsen
Axel Weber der Präsident der Deutschen Bundesbank ist auch so ein rechtes, neoliberales und wirtschaftsfaschistisches Schätzchen wie er uns per dpa mitteilen lässt:
Bundesbank warnt wegen Inflation vor zu hohen Lohnabschlüssen
Hamburg - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat wegen der Inflationsgefahr vor zu hohen Tarifabschlüssen im kommenden Jahr gewarnt. Die aktuellen, außerordentlich hohen Preissteigerungsraten in Deutschland und im Euroraum insgesamt dürften nicht Messlatte der kommenden Lohnverhandlungen sein, so Weber in einem Gastbeitrag für „Bild am Sonntag”. Ein Preisschub ausgelöst durch überhöhte Lohnabschlüsse könne die Preisstabilität auf mittlere Sicht gefährden. Die Bundesbank beobachte die Preisentwicklung mit Sorge.
Nun wissen wir endlich warum wir im November/Dezember 2007 über 3 Prozent zugegebene Inflation haben, die real und bei einem ehrlichen Warenkorb wohl eher bei 7,5 Prozent liegen dürfte. Es sind die Lohnerhöhungen, die die Inflation treiben. Hätten wir uns doch gleich denken können.
Dumm nur, das die Löhne real seit über 10 Jahren sinken. Dumm nur das schon ein großer Teil der Menschen auf Sklavenarbeit in Verleihbuden umgeschichtet wurde, um dem Kapital die Ausbeutung zu erleichtern. Natürlich muss ein Chef der Deutschen Bundesbank von seinem Job nichts mehr verstehen. Der darf doof wie unsere Politiker sein. Das schadet ihm nicht und die Menschen denen er schadet, können sich ja nicht wehren.
Ich habe noch nicht einmal nachgesehen was dieser Herr Weber in seinem Leben jemals gelernt hat. Was es auch immer war, er sollte sein Lehrgeld zurückfordern. Es war bei ihm schlecht angelegt. Er hat nämlich nichts gelernt. Er kann sich nicht ausrechnen das die Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Energie, die meisten Einkommen in Deutschland noch weiter verkürzt haben. Er weiß nicht, das wir mehr als zwei Drittel unseres Bruttoinlandsproduktes aus dem Binnenkonsum generieren.
Jeder Cent den das Großkapital beiseite schafft und dann in sinnlosen Spekulationen im Ausland vernichtet, fehlt uns im Inland für den Konsum, dem eigentlichen Wirtschaftsmotor. Aber warum soll ein Bundesbanker das wissen. Wir müssen ja noch richtig dankbar sein, das die europäische Zentralbank wenigsten ein paar Fachleute hat, so daß trotz Herrn Axel Weber die Dinge nicht aus dem Ruder laufen.
Es ist wirklich erstaunlich wohin uns die neoliberalen Wirtschaftsfaschisten gebracht haben. Früher war die Deutsche Bundesbank der Hort von Verstand in volkswirtschaftlichen und finanztechnischen Fragen. Heute haben die am Eingang ihrer Gebäude wahrscheinlich ein Prüfgerät, das alle, die auch nur die Spur von Ahnung haben, schon an der Tür abweist. So ist auch erklärt warum Axel Weber Chef der Deutschen Bank werden konnte. Da wo die Einäugigen wegen zu großem Blickwinkel abgewiesen werden, sind die Blinden eben König.
Getreu der alten wirtschaftsfaschistischen und neoliberalen Parole: "Veranwortungslose und Vollidioten nach vorne - es müssen Entscheidungen getroffen werden."


















