Hatten wir hier noch mal zusammengefasst, was unseren belgischen Freunden wieder so alles eingefallen ist, so muß doch erwähnt werden, daß auch der Monat Ramadan zu manch kreativen Einfällen herausfordert. So in Frankreich (Quelle), besonders, wenn man das Weiterschleichen von Islam und Sharia befürchten muss.
Eine weitere französische Quelle ist hier, eine belgische Quelle hier, die deutschen Quellen sind hier und hier.
["Remmidemmi im Ramadan oder: Wahrnehmungspsychologie in ... »]
"Aufgestanden! Hingesetzt! Blockiert!"
Mittlerweile ist es an der Zeit, sich mal wieder etwas näher mit dem am 19. und 20. September stattfindenden unsäglichen Anti-Islam-Kongress zu beschäftigen. Man soll natürlich für diese Truppen keine Medienarbeit machen, aber das, was sie sind und darstellen/wollen, ist durchaus ernst zu nehmen: die Rechten in Europa schließen sich zusammen, um 2009 ins Europäische Parlament einzuziehen - das Parlament Europas, das sie eigentlich verachten, das jedoch für Pfründe weiter gut ist. Die Veranstaltung am 19./20.09. soll die Kick-off-Veranstaltung zum Wahlkampf für das Europaparlament im nächsten Jahr sein und ist der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Im vergangenen Jahr hatte sich das Watchblog Islamophobie in einer Reihe von Beiträgen bereits mit der Vernetzung der rechten Kräfte in Europa beschäftigt. Wie bereits im heutigen "Kopftuch"-Artikel festgestellt, ist das Einprügeln auf die "Mohammedaner" die Nebelkerze für weitere Umtriebe. Wir wollen versuchen - und das sicherlich über den 19./20.09 hinaus, den Faden des Watchblogs wieder aufzunehmen und zunächst einmal einige Informationen zu geben - vieles stammt noch aus dem alten Watchblog und ist bis heute aktuell, vieles ist neu. Ein Video des Österreichischen Fernsehens vom Februar diesen Jahres bringt es auf den Punkt - das erste, was man durch Stimmen bei einer Wahl erreicht, ist Geld:Hier berichtet redok über das Treffen.
Nachdem ein erneuter Versuch, eine gemeinsame Fraktion für das europäische Parlament auf die Beine zu stellen, Ende 2007 kläglich am Zoff zwischen Alessandra Mussolini und der Großrumänien-Partei gescheitert war, diente das oben abgefilmte Treffen einem neuen Anlauf. Der Sachstand im vergangenen Jahr:
[""Aufgestanden! Hingesetzt! Blockiert!"" mehr »]
Und täglich grüßt das Murmeltier - oder: der Kopftuch-Diskurs als trojanisches Pferd
Und schon können wir wieder einmal schulbuchmässig und sozusagen "live und in Farbe"
bestaunen, wie eine neue Runde "Kopftuchstreit" dazu benutzt wird, gegen die Linkspartei
zu schießen. Denn so werden Diskurse und Debatten angeschoben und in Gang gehalten,
so bleibt das immergleiche Personal im Gespräch, Diskursfragmente setzen sich
in den Köpfen fest - und niemand bekommt mit, was diese Diskurse als trojanische Pferde
eigentlich transportieren. ["Und täglich grüßt das Murmeltier - oder: der Kopftuch-Diskurs ... »]
Farish Ahmad Noor: Kann es eine Diskussion über den Islam geben, die nicht dumm ist?

übernommen von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, übersetzt von "Muslimische Stimmen" .
Dr. Farish Ahmad-Noor ist Politikwissenschaftler und Historiker am Zentrum Moderner Orient (Berlin) und Gastprofessor an der Universitas Muhammadiyah Surakarta (UMS) und an der Sunan Kalijaga Islamic University in Jogjakarta (Indonesien). Außerdem ist er einer der Gründer der Forschungsseite www.othermalaysia.org.
Quelle des Originalartikels: http://www.othermalaysia.org/content/view/116/55/
Originalartikel veröffentlicht am 25. September 2007
Quelle der deutschen Übersetzung : http://muslimische-stimmen.de/index.php?id=20&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=313&tx_ttnews%5BbackPid%5D=11
URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=4194&lg=de
["Farish Ahmad Noor: Kann es eine Diskussion über den Islam geben, ... »]
Der Vlaams Belang war wieder fleissig
Bekanntermaßen gab es im letzten Jahr ja eine, äh, nur mässig erfolgreiche Demo in Brüssel. Zeit für ein "Best of", denn auch in diesem Jahr plant der VB, wieder durch Brüssel spazieren zu gehen, wie Extreemrechts in Vlaanderen berichtet. Ach, was war es doch schön: nette junge Männer mit, äh, sehr kurzen Haaren gaben Anlass zu mancherlei Frohsinn.
Es wurden künstlerisch wertvolle Filme gedreht, um den Bürgermeister zum Geburtstag zu beglückwünschen:
["Der Vlaams Belang war wieder fleissig" mehr »]
Es wurden künstlerisch wertvolle Filme gedreht, um den Bürgermeister zum Geburtstag zu beglückwünschen:
["Der Vlaams Belang war wieder fleissig" mehr »]
Wem nützt Barino?
Es gibt ein neues Medienereignis: Junger Mann, Sohn eines Ägypters und einer grünen (sic!) Kölnerin tritt zum Islam über, findet dort nicht das, was er sucht, sondern findet das, was er sucht in der Religion seines Vaters, dem koptischen Christentum. Nach dem ersten Film "Koran im Kopf" - man erfährt erst im zweiten Teil, dass er dafür 3 Jahre mit der Kamera begleitet wurde - gab es den ersten Versuch eines Medienhypes: der brave Kölner Oberschüler sei eine "tickende Zeitbombe". Ein Verfahren wegen Volksverhetzung wurde eingeleitet, aber eingestellt. ["Wem nützt Barino?" mehr »]
Streit im rechten Raum
Es ist schon etwas seltsam. Nachdem es eine lange Zeit, nach einer Konzentration der Kräfte aussah, scheinen sich einige Herrschaften in der ausländerfeindlichen und islamophopen Szene nun wieder einmal mit sich selbst zu beschäftigen. Der große Zankapfel ist der unglückliche Ralph Giordano der wohl immer noch nicht so ganz begriffen hat, mit welchen Leuten er sich in den letzten Monaten eingelassen hat. ["Streit im rechten Raum" mehr »]
Kurzkommentar 2008-07-27
• 100 Angestellte von Atomanlage kontaminiert
• Millionen-Erbe - Unicefs Wille geschehe
• US-Studie: Arktis-Öl könnte Welt-Nachfrage drei Jahre sättigen
• Oswald Metzger in neuem Wahlkreis: - «Ich fühle mich eingeladen»
• UN-Komitee kritisiert anti-islamische Stimmung in Großbritannien ["Kurzkommentar 2008-07-27" mehr »]
Endlich wird Henryk Modest Broder standesgemäß gewürdigt
Nachdem es schon fast drei Wochen still um die Achsenmacht Henryk Modest Broder war und manch einer schon fürchtete, das seine Achse einen noch mächtigeren Schaden erlitten habe könnte, wird er jetzt wenigstens wieder einmal bepreist. Angemessen bepreist. ["Endlich wird Henryk Modest Broder standesgemäß gewürdigt" mehr »]
Ohne Muslime kein Europa
Ups. Das ist so ein Satz den muss man erst einmal verdauen. Muslime das ist doch Orient, das sind doch die, die auf Anweisung des CIA das World-Trade-Center zerstört haben, das sind doch diese Terroristen vor denen uns unser Schäuble immer warnt. Was haben denn die nun mit Europa zu tun.
Nun ja der Satz stammt von einem der typischen Verdächtigen. Tariq Ramadan. Klar das ist ja selber so einer. So ein Muslim. Noch schlimmer aber er stammt aus einem Redebeitrag zu einer Tagung "Muslims and Jews in Christian Europe". Wenn das der Dr. Ulfkotte hört. Der will die Muslime doch gar nicht in Europa und sonst wohl auch nirgendwo auf der Welt haben und zusammen mit Juden. Das geht doch nicht. Das dürfen die doch gar nicht. Ulfkotte hat doch das christliche jüdische Abendland und dessen Wertegemeinschaft erfunden. Die sind doch Feinde und müssen es bleiben. .
Vollends unmöglich wird die ganze Geschichte wenn man dann auch noch liest, dass Jürgen Habermas, der Cheftheoretiker der Neuen Unübersichtlichkeit Tariq Ramadan sogar einen Handschlag gönnte und kein zorniger Gott solche Frevler mit Blitz und Donner in die Hölle fegte. Es soll sogar eine eindrückliche Veranstaltung gewesen sein:
Tariq Ramadan ging aus von Umfragen, die ergeben, dass 80 Prozent der in Europa lebenden Einwanderer aus muslimischen Ländern keine praktizierenden Moslems sind. Für sie stellen sich also die meisten der so gern als Integrationsprobleme ins Feld geführten religiösen Fragen nicht. Sie werden dennoch argwöhnisch beobachtet und einem Klima des Verdachts ausgesetzt. Es genügt nicht, Steuern, Kranken- und Sozialversicherung zu bezahlen, seine Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen, gesetzestreu zu sein. Hat man eine andere Hautfarbe, trägt man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache, werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt.
Das hat in einem anderen Interview auch Olivier Roy gesagt der die Gründe für fundamentalistischen Terrorismus nicht im Islam, sondern in Politik und generationsabhängiger Radikalisierung sieht. Die RAF, die roten Brigaden, Action Directe, ETA, und viele andere könnten ein Beispiel sein. Selbst der Krieg zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland war ja kein reiner religiöser Konflikt.:
Wir sollten nicht in die Falle Bin Ladens tappen: Der Westen denkt, dass der Islam die Wurzel der Radikalisierung ist, also sehen wir automatisch in Bin Laden den Vorreiter der muslimischen Welt. Vielmehr sollten wir ihn bekämpfen als Terroristen, nicht als Muslim. Faktisch werden junge Menschen nicht deshalb zu Terroristen, weil sie den Koran lesen oder in die Moschee gehen. Sie tun es um der Wirkung willen. Sie sind die wirklichen Erbberechtigten der Ultralinken der 1970er Jahre: besessen von Amerika und der Wall Street, sind sie antiimperialistischer als die Befürworter der Scharia. Ein Blick in die auf Video aufgezeichneten Inszenierungen der Enthauptungen der Geiseln im Irak genügt, um zu sehen, dass es sich um Reproduktionen des Mordes an Aldo Moro durch die Roten Brigaden handelt - das hat nichts zu tun mit der traditionell muslimischen Vorstellungswelt.
Die Geschichte junger Terroristen ist die eines individuellen Heldensprungs zur Rettung der Umma der religiösen Gemeinschaft aller Muslime, vor der westlichen Barbarei. Die Religion spielt keine besondere Rolle in dem Prozess individueller Radikalisierung. Wir sollten diesen Heroismus delegitimieren, indem wir die Geschichte vom Heldentum entlarven, anstatt die muslimische Gemeinschaft aufzufordern, den Terrorismus zu verdammen - sie tun es, aber niemand scheint es zu hören.
Das ist etwas das mir auch schon aufgefallen ist. Wenn der iranische Staatschef Khomeini eine Fatwa gegen Salman Rushdie ausspricht dann wird diese Nichtnachricht auch heute noch immer wieder gerne hochgekocht obwohl die offizielle Meinung des Islam dazu schon schnell feststand:
Religiöse Autoritäten in Saudi-Arabien und die Scheiks der berühmten Al-Azhar-Moschee in Kairo verurteilten die Fatwa als illegal und dem Islam widersprechend.[1][2] Dies begründeten sie anhand der Tatsache, dass die Scharia es nicht gestatte, einen Menschen ohne ein Gerichtsverfahren zum Tode zu verurteilen und es außerdem außerhalb der islamischen Welt (bzw. Staaten, in denen die Scharia angewendet wird) sowieso keine Rechtskraft habe. Auf der Islamischen Konferenz im März 1989 haben alle Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (ausschließlich Iran) der Fatwa widersprochen.
Natürlich haben die Qualitätsmedien auf diese Nachricht weitgehend verzichtet. Genauso gibt es zwei Fatwas der bedeutendsten islamischen Rechtsgelehrten gegen den Terror. Die eine stammt vom 9. November 2004 und wurde von Scheich Izz-Eddine Al-Khatib Al-Tamini, Berater Seiner Majestät König Abdullah II für Islamische Angelegenheiten, Oberrichter und Vorsitzender des Fatwarates, in Anwesenheit Seiner Majestät König Abdullah II während des Festes für die Lailatul Qadr in der Al Hashimiyeen Moschee in Tala’Al Ali vorgetragen. Diese Amman Message gibt es selbstverständlich auch in deutscher Übersetzung:
Wir missbilligen religiös und moralisch die gegenwärtige Interpretation des Terrorismus. Diese verführt zu falschen Taten, egal wie sie sind oder woher sie kommen, in Form von Angriffen auf das menschliche Leben, eine Form, die die Gesetze Allahs überschreitet; sie erschreckt den friedfertigen Menschen und schadet den schuldlosen Zivilisten, sie lässt Verletzte verenden und tötet Geiseln, indem unmoralische Mittel wie Sprengungen von Gebäuden und Stätten durchgeführt werden:
... und tötet nicht die Seele, die Allah verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund!
(Sura 6 al-An’am – Das Vieh,Vers 151)
Und wir missbilligen diese Taten und meinen, dass Mittel zur Bekämpfung von Unrecht und Durchsetzung der Gerechtigkeit nur dann erlaubt sind, wenn sie legitim sind. Wir appellieren an die Umma, dass sie Kraft und Stärke aufbringt, um den Wiederaufbau und die Wahrung der Rechte zu gewährleisten. Es ist uns klar, dass Extremismus im Laufe der Geschichte die Vernichtung großer Bauten in großen Zivilisationen verursacht hat und dass der Baum der Kultur eingeht, wenn sich die Herzen verschließen und der Neid sich ausbreitet. Extremismus in allen Formen ist befremdlich im Islam, der sich auf Toleranz und Gerechtigkeit stützt. Und es ist für einen Menschen, dessen Herz von Allah erleuchtet wird, nicht möglich, ein Extremist zu werden. Gleichzeitig missbilligen wir die verunglimpfenden Kampagnen, die den Islam als eine Religion, die die Brutalität befürwortet und den Terror unterstützt, darstellen.
Wir rufen alle Nationen dazu auf, sich ernsthaft zu bemühen, die internationalen Gesetzte durchzusetzen und die Abkommen zu respektieren und die von der UNO erlassenen Beschlüsse einzuhalten und alle Parteien zu verpflichten, diese anzunehmen und in die Tat umzusetzen, ohne Doppelmoral beim Abwägen, damit die Berechtigten zu ihrem Recht kommen und das Unrecht beendet wird. Dies wird einen großen Beitrag zur Beendigung der Gründe für Gewalt, Übermaß und Extremismus liefern.
Die Führung des Islam, dem wir die Ehre haben anzugehören, ruft uns dazu auf, uns mit der heutigen menschlichen Gesellschaft zusammenzuschließen und an ihrer Weiterentwicklung und an ihrem Aufwärtsstreben beizutragen und mit allen Kräften des Guten und der Vernunft und den Rechtschaffenden bei allen Völkern zusammenzuarbeiten. ...
Man kann es kaum deutlicher ausdrücken, trotzdem hört man so gut wie nichts aus unseren Medien. Auch die Fatwa gegen den Terrorismus der Darul-Uloom-Deoband, der einflussreichsten islamischen Hochschule Asiens fand keine Gnade in unseren Qualitätsmedien. Dabei haben diese Fatwas nur das noch einmal wiederholt, was längst gültige Lehrmeinung aller wichtigen islamischen Schulen ist.
Dabei muss man berücksichtigen das der Islam, ähnlich wie die Protestanten, anders als die Römisch Kahtolische Kirche oder die Russisch Orthodoxen kein Kirchenoberhaupt kennen. Der Islam hat also das geleistet was er als religiöse Kraft leisten kann.
Aber anstatt die Menschen zu ehren und in den Medien zu würdigen, die sich für Vernunft und gegen den Terror einsetzen, schaffen wir breiten Raum für die Hetzkampagnen der Amerikaner oder lassen deutsche "Edelfedern" ihren unkontrollierten Hass und ihre Wut über ihr eigenes Versagen ins Land brüllen.
Natürlich haben wir Probleme den Anderen, den Fremden richtig einschätzen zu können, Jürgen Habermas hatte zu diesem Thema eine seiner eher selten gewordenen Sternstunden:
Jürgen Habermas antwortete sichtlich beeindruckt. Man müsse verstehen, dass Europa sich schwer tue mit den Muslimen. Die christlich-säkulare Mehrheitskultur wisse - gerade in Deutschland -, wie lange der Weg zu den europäischen Werten sei, wie viele Rückschläge es gegeben habe. Wie sehr man immer wieder auch auf Druck von Außen angewiesen gewesen sei, um Toleranz lernen zu können. Das Misstrauen gegenüber den Neuankömmlingen habe seine Wurzel auch im Misstrauen gegenüber sich selbst. Es rühre auch her aus der Erfahrung, die man mit sich selbst gemacht habe.
Ja. Gerade wir Deutschen haben allen Grund uns selber nicht zu trauen. Wie oft erleben wir das die europäischen Werte nur eine dünne Tünche über Rassenhass, Angst und blinder Wut sind. Es ist sicher nicht verkehrt sich und sein Umfeld zu hinterfragen. Natürlich müssen und dürfen in diesem Kontext auch islamische Haltungen hinterfragt werden. Aber Tariq Ramadan hat noch eine Botschaft für uns:
Es ist kurios, dass man angesichts der Möglichkeit der Aufnahme der Türkei in die europäische Union eine Debatte darüber führt, ob Europa ein islamisches Land - zudem noch ein säkularer Staat - verkraften könne, während längst Millionen Muslime gute Europäer geworden sind. Sie sind jedenfalls bessere, tolerantere, offenere Europäer als die Europäer selbst es während eines Großteils ihrer Geschichte waren: "Man verlangt von uns bessere Europäer zu sein, als die Europäer selbst es sind."
Europa muss sich ein neues Bild von sich machen. Wer heute in Europa von "wir" und "denen" spricht, der muss begreifen, dass "die" längst zum "wir" gehören. Ein Europa ohne Muslime ist unmöglich geworden.
..
Es hat lange gedauert, bis man in Deutschland begriff, dass es die deutschen Juden waren, die zuerst Deutsche waren. Die meisten Deutschen fühlten sich als Hessen, Frankfurter, Bayern, Pfälzer, bevor sie sich als Deutsche begriffen. Die Juden hatte keine Chance, sich als Bayern zu begreifen. Sie wollten Deutsche sein. Vielleicht befindet sich Europa heute in einer ähnlichen Situation. Die Iren sind zuallererst Iren, die Dänen Dänen, die Deutschen Deutsche, die Belgier zuerst Flamen oder Wallonen; den Einwanderern, denen es verwehrt wird, Iren, Dänen, Deutsche zu werden, von denen aber verlangt wird, europäischer zu sein, als die Europäer es jemals waren, bleibt nichts anderes übrig, als Europäer zu werden. Sie werden die ersten wirklichen Europäer sein. Ohne Muslime kein Europa.
Wenn wir uns selbst in unserem Anspruch an ein gemeinsames Haus Europa ernst nehmen, werden wir nicht umhin kommen uns ans Nachdenken zu machen. Gerade im Zusammenhang mit Europa stehen wir alle unter Bewährung. Nicht weil wir uns gegen Europa versündigt hätten, sondern weil wir bisher nicht viel getan haben um Europa den Politikern und Bürokraten wegzunehmen. Es ist Zeit das wir unser Haus in Freiheit und Demokratie einrichten. Dazu gehört auch die Wahrheit zu akzeptieren und nicht künstlich Menschen wegen ihres Glaubens auszugrenzen.
Ach ja. Die aktuelle Verfolgung des Islams und der Muslime in Europa existiert. Sie ist auch in Deutschland noch nicht mit dem vergleichbar was mit den Juden in der europäischen Geschichte immer wieder passierte und seinen Höhepunkt im Holocaust fand, aber es werden die gleichen schlimmen Methoden angewandt. Die Deutschen haben es den Juden nicht gedankt, dass die Juden die ersten Deutschen waren, es wäre schön wenn den Muslimen dieses Schicksal als erste Europäer in Europa erspart bleiben könnte. Es besteht Gefahr.
Ich habe einen kleinen braunen Feind verloren
Ich bin maßlos traurig. Kewil mag mich nicht mehr. Das heißt, eigentlich mag er meine Kommentare nicht mehr. Denn während er wie ein braver Hütehund, die Herde seiner kleinen braunen Zwerge, im Sinne des reinen uns schönen Rassismus, gegen alle Ausländer vor allem aber gegen die Muslime zusammenhält, erlaube ich mir doch immer wieder mal die Guten mit etwas Realitiät zu konfrontieren.
Heute morgen waren sie nun sehr enttäuscht das sich aus dem Fußballspiel Deutschland gegen die Türkei nun gar kein Kapital gegen die bösen Türken schlagen lies. Es war einfach nicht der Tag des Herrn Kewil, der sich und seinen Server sogar schon in den USA verstecken muss, aus lauter Angst vor allem und jedem.
Trotzdem gefiel mir dieser Artikel so gut, das ich ihn mit folgendem Kommentar beglückte:
Ja mein lieber kewil. Du willst Ausschreitungen sehen damit dein kleines braunes Weltbild wieder stimmt. Klappt aber nicht. In Berlin haben Türken und Deutsche bis spät in den Morgen gemeinsam und fröhlich gefeiert.
Nur in Dresden, da wo die CDU sich gar nicht von den braunen Zwergen trennen will, da gab es Randale. Natürlich waren das türkische Jungnazis die ihre eigenen Läden zerstört haben. Ist schon klar.
Nein, mein Lieber. Wenn dieses Fußballfest eins gezeigt hat, dann wie gut die Integration bei allen realen Schwierigkeiten wirklich klappt. Gemeinsam feiern ist nämlich etwas sehr wesentliches.
Aber mit der UEFA hast du Recht. Den Aufruf gegen Rassismus kann man gar nicht oft genug wiederholen. Ich überlege ernsthaft auf deinem Blog eine Werbefläche dafür anzumieten. Näher am Markt und am Bedarf könnte man nur auf Akte Islam oder bei PI sein. Was hälst du von meinem Gedanken, mein Lieber?
Der wurde auch sofort mit einem qualifizierten Kommentar beantwortet:
# INFO68 meint:
26.06.2008 um 9:34
RE: muslimfreundlicher Nationalverräter “Jochen Hoff meint: 26.06.2008 um 8:25 Ja mein lieber kewil. Du willst Ausschreitungen sehen damit dein kleines braunes Weltbild wieder stimmt.”
Es hat mit “braun” gar nichts zu tun, wenn man einer Millionenüberflutung des eigenen Heimatlandes durch bildungs- und arbeitsferne, mentalitäts- und kulturinkompatibler Orienthorden ablehnend gegenübersteht. Kein Land und Volk der Welt sind dazu verpflichtet, auch das deutsche mit seiner belastenden Vergangenheit nicht. Und Abwehrreaktionen gegen zu viele Fremde, zu viel Fremdheit sind ganz natürliche Einstellungen, Empfindungen schon von Einzelpersonen, kommen in der ganzen Welt vor und keineswegs beschränkt auf ein gewisses (hier wie Lepra behandeltes) politisches Milieu. Siehe nur die früheren Statements von hohen CDU- und SPD-Politikern gegen zu viel Zuwanderung und dabei speziell gegen die Türkeninvasion.
Aber es hat zu allen Zeiten und in allen Völken immer einen gewissen Prozentsatz an Nationalverrätern gegeben, die -aus welchen Gründen auch immer- mt den fremden Eindringlingen poussier(t)en. Geschieht dies unter Besatzungsbedingungen, kann man noch ein gewisses Grundverständnis dafür aufbringen, aber nicht für die große Freiwilligkeit heute bei den -auf ihren abstoßend-widernatürlichen Antideutschismus noch stolzen- Kreisen von SPD-GRÜN-PDS-FDP-DGB-GEW-ARD-ZDF und der antipatriotisch immer mehr entartenden CDU mit Figuren wie der Frankfurtee OB Petra Roth, die 1992 noch eine Kooperation mit den REPS ansprach, und dem NRW-Minister Laschet.
JH: “Klappt aber nicht. In Berlin haben Türken und Deutsche bis spät in den Morgen gemeinsam und fröhlich gefeiert.”
Das ist auch zu verdanken den umfangreichen Eramhnungs- und Beschwichtigungsaktivitäten von Politikern und Medien; und obwohl es zu begrüßen ist, ist es nicht repräsentativ für die hiesigen deutsch-türkischen Beziehungen, wo ja von Seiten der Türken ein erheblicher Prozentsatz sich gewalttätig aufführt. Die “deutsch-türkische Freundschaft” findet in der Praxis kaum statt, ist viel mehr eine Halluzination der Multikultiidioten und Nationalverräter, welche die Welt so darstellen, wie sie diese gerne hätten, wie sie aber nicht ist!!.
JH: “Nur in Dresden, da wo die CDU sich gar nicht von den braunen Zwergen trennen will, das gab es Randale. Natürlich waren das türkische Jungnazis die ihre eigenen Läden zerstört haben. Ist schon klar.”
Typische rotgrüne Lügenmasche des Verräterabschaums, sich an den wenigen Gewalttaten durch Deutsche fetischistisch-krank aufzugeilen und diese aufzubauschen, aber die weit zahlreicheren und im Durchschittt weit brutaleren Gewaltakte durch Türken kleinzumachen. Mal ganz abgesehen davon, daß jeder freiwllig sich zum Pro-Türkentum bekennen kann, wenn das sein persönlicher Geschmack (bzw. Geschmacksverirrung) ist, so sind Lügen und Faktenverdrehungen in jedem Falle eine moralisch verkommene inakzeptable Haltung und Praxis dort, wo es noch Menschen mit einem Grund-Anstand gibt.
JH: “Nein, mein lieber. Wenn dieses Fußballfest eins gezeigt hat, dann wie gut die Integration bei allen realen Schwierigkeiten wirklich klappt. Gemeinsam feiern ist nämlich etwas sehr wesentliches.”
Sie lügen sich doch die Welt zurecht und haben das nötig wie unsere deutschfeindlichen Politiker und Medienmanipulateure. Wie gut die Integration klappt, können Sie am derzeitigen Strafprozeß in München sehen gegen die U-Bahn-Schläger, was ja nur die Spitze des Eisberges ist von dem, was täglich seit Jahren in unseren Kindergärten, Schulen, Straßen, Stadtteilen abgeht.
JH: “Aber mit der UEFA hast du Recht. Den Aufruf gegen Rassismus kann man gar nicht oft genug wiederholen.”
Das ist ein genauso verlogenes und verkommenes Pack wie Sie, welches aus eienem perversen Antrieb oder im Auftrag die Zerstörung der über Jahrhunderte gewachsenen europäischen Völker und ihrer Länder betreibt. Und daß solche verlogenen Kampagnen im Gutmenschpharisäerstil immer wieder durchgeführt werden (müssen), zeigt nur, daß sie es nötig haben, weil sie den Widerstand in den Völkern gegen ihr verbrecherisches (u.a. völkermörderisches)Tun nicht kleinkriegen können.
JH: “Ich überlege ernsthaft auf deinem Blog eine Werbefläche dafür anzumieten. Näher am Markt und am Bedarf könnte man nur auf Akte Islam oder bei PI sein. Was hälst du von meinem Gedanken, mein lieber?”
Ihre dümmliche Wichtigtuerei geht sowieso nach hinten los, egal wie Sie Nichts sich hier aufblasen!!
Ich bin begeistert. Ich freue mich immer wenn ich das rassistische Pack um Kewil in Aufregung versetzen kann. Der stete Tropfen höhlt den Stein und je mehr sie sich aufregen, desto eher kommt einer zum Nachdenken.
Nachdenken ist aber genau das, was Kewil nicht zulassen kann, wie alle Prediger seiner Rassenlehre. Leute die nachdenken könnten ja plötzlich auf Ideen kommen. Gar die eine oder andere Lüge merken und vielleicht sogar umdenken. Das darf nicht sein. Also zensierte Kewil ein wenig. Ohne zu merken das schon wer geantwortet hatte.
Allerdings ist das Zensieren an sich auch gefährlich. Selbst die dümmsten Schafe merken wenn sie geschoren werden. Wer mich zensiert oder meine Kommentare verfälscht, der macht das natürlich auch mit anderen. Das bedeutet das auf Dauer jeder kontrollieren muss. Wer einmal fälscht dem glaubt man nicht, ist etwas, was man in Abwandlung eines alten Sprichwortes durchaus hier sagen könnte.
Ob das was Kewil schreibt, denkt oder an Kommentaren zulässt wichtig ist, ist bedeutungslos. Ich habe hier nicht vor einen Watchblog für diese Pfeifen zu eröffnen, aber ich behalte sie im Auge. Sie liegen deutlich über dem sonstigen braunen Grundrauschen und ziehen andere Rechten und Nazis magisch an. Natürlich interessiert sich dafür kein Staatsanwalt, aber es bringt auch schon was, wenn da normale Bürger ein Auge auf die Truppe haben.
Besonders nett ist es dort vernünftige Kommentare abzugeben. Vernunft schadet dem Rassismus mehr als Strafe.
Die Verfolgung der Doris Ulfkotte
Stefan Herre von PI und Dr. Udo Ulfkotte von Akte Islam gaben gestern eine dringende Suchmeldung heraus:
Am Sonntag, dem 22. Juni 2008, klingelte um 15.56 Uhr das Mobiltelefon meiner Frau. Am anderen Ende der Leitung war ein Berliner, der uns auf eine große Gefahr aufmerksam machen wollte. Angeblich – so der Anrufer – werde gerade die Ermordung meiner Frau vorbereitet. So etwas nimmt man an einem sonnigen Sonntag-Nachmittag im ersten Moment nicht wirklich ernst. Man hält es für einen Scherz. Doch der Anrufer bat immer wieder darum, die Angelegenheit ernst zu nehmen. Und er wies auf offen einsehbare Beweise hin – ein Video bei YouTube. Noch nie im Leben hatte sich meine Frau bis dahin ein Video bei YouTube angeschaut. Aber wir haben den genannten Link eingegeben – und fanden ein volksverhetzendes fürchterliches Video (der Link dient nur als Beleg dafür, dass es das Video tatsächlich so gegeben hat, das Video wurde inzwischen bei YouTube entfernt), in dem eine junge Deutsche mehr als 5 Minuten lang Muslime, Türken und Mohammed schwer beleidigt. Die dargestellte Frau ist nicht einmal halb so alt wir meine Frau – aber sie stellte angeblich »Doris Ulfkotte« dar.
Das war der erste Schlag. Der Anrufer führte uns dann durch das YouTube-Menü und zeigte uns zu jenem Zeitpunkt beachtliche 4500 Kommentare, die unter dem Video gepostet waren. Zu jenem Zeitpunkt war das Video selbst binnen weniger Stunden schon mehr als 140.000 Mal aufgerufen worden. Ein volksverhetztendes rassistisches Video stand auf Platz Zwei der meistgesehenen YouTube-Videos. Und unter dem Video standen Dutzende Aufrufe, »Doris Ulfkotte« zu ermorden. Minütlich wurden es mehr Kommentare. Und immer öfter gab es Mordaufrufe. Wenige Minuten später sahen wir zum ersten Mal eine unserer früheren Adressen unter dem Video gepostet – verbunden mit dem Aufruf, sich zu versammeln und an jenem Ort »Doris Ulfkotte« zu ermorden. Inzwischen wurde Außenaufnahmen der Adresse im Internet verbreitet. Spätestens da haben wir begriffen, dass es sich nicht nur um ein übles Video schlimmster Machart handelte, sondern dass es nicht mehr zu übersehende Folgen haben würde. Wir haben die Polizei und eine Reihe weiterer Behörden eingeschaltet.
Aus rechtlichen Gründen wurde hier auf die Verlinkung der Fotos der angeblichen Täter verzichtet die aber über die oben angegebenen Links zu sehen sind. Obwohl ich mich mit Dr. Udo Ulfkotte in einem Rechtsstreit befinde und das wofür er steht nur für schwer erträglich halte, ist dies genau die Art von Meldung die niemand einem anderen gönnt.
Dr. Udo Ulfkotte selbst braucht niemand zu faken, weil es überall im Netz genügend Aussagen gibt, die er selbst getroffen hat und die ein Vorgehen der Behörden gegen ihn zwingend erforderlich machten, was aber nicht geschieht. Nur wenn Udo Ulfkotte etwas macht oder sagt, ist dafür natürlich nicht seine Frau verantwortlich und der beschriebene Inhalt des Videos ist einfach eine Schweinerei.
Genau da aber liegt mein Problem. Ein von Dr. Udo Ulfkotte beschriebener Inhalt eines Videos das ich nicht mehr sehen kann, mit eher kindlichen Tätern/Personen die sowohl Idioten als auch bezahlte Schauspieler sein können. Es gibt eine lange Liste von Ulfkotte Aussagen die sich als völlig haltlos wenn nicht sogar als bewusst gelogen, erwiesen haben. Im Grunde beruht die gesamte Propagandaarbeit von Ulfkotte auf solchen Dingen, wie das Propaganda allerdings fast immer macht.
Noch misstrauischer werde ich wenn Dr. Ulfkotte mir erklärt, dass seine Frau noch nie im Leben ein Video bei YouTube angesehen hat. Jemand der als Verantwortliche für diverse Websites auftritt, im Vorstand von Pax Europa ist und eine Firma betreibt bei der Computer zumindest zentraler Bestandteil der Arbeit sind und deren Ehemann auf mehreren Filmen bei YouTube verewigt ist, hat da noch nie reingesehen? Noch nie nach Musik gesucht?
Was es nicht alles gibt im Jahr 2008. Weiter unten im Text wird auf eine Community-Site verwiesen, wo jedermann eine eigene Seite einrichten kann. Die auf die sich Ulfkotte bezieht ist heute morgen genau zwei Tage alt und gehört einem Prince_Demork. So langsam höre ich Stefan Herres rotes Auto um die Ecke fahren.
Noch misstrauischer macht es mich, wenn das angebliche Video angeblich 140.000 mal angeklickt wird, das Video mit der angeblichen Wohnung der Ulfkottes bis gerade aber nur knapp 5000 mal (Stand 7:45 am 24.Juni. 2008). Wenn die Betrachter des anderen Videos hinter Doris Ulfkotte hinterher wären, müsste diese Zahl erheblich höher liegen. es ist also anzunehmen das die meisten Leute das Ursprungsvideo wegen seines Titels "Türken gewinnen gegen Kroatien" und nicht wegen den Ulfkottes anwählten.
Das zur Zeit (24.6.2008 7:57) aktivste Video bei YouTube "Jonathan Arons - America's Got Talent 2008 NYC auditions" das seit 6 Tagen oben ist hat 125.779 Zuschauer bei einer Sendung die in den USA ein Renner ist. Ich habe mir dann mal den Spaß gemacht und mit dem Suchbegriff "Türken gewinnen gegen Kroatien" gesucht. Da gibt es einen Beitrag mit 3803 Klicks, der die Siegesfeier in Hannover betrifft. Insgesamt sind es mit Suchfehlern keine 6.000.
Noch besser aber ist der angeblich Link der angeblich bestätigen soll, das es das YouTube wirklich gegeben hat. Er führt wieder auf eine Seite auf der jeder eine Homepage anlegen kann. Auf dieser steht zwar nichts, aber dafür gibt es das Bild eines traurigen Jugen, der Migrant sein könnte.
Nein natürlich verwundern mich diese Erkenntnisse nicht, aber ich sage jetzt auch nicht mehr was mein Großvater in solchen Situationen gesagt hätte, weil mir das vom Landgericht Frankfurt untersagt wurde. Aber ich denke es. Ich denke es sogar sehr laut.
Besonders gelungen finde ich ja den Einstiegsteaser des Herrn Dr. Ulfkotte beim Kopp-Verlag:
KOPP EXKLUSIV: Jagdsaison eröffnet – Tausende türkische Mitbürger wollen eine Deutsche ermorden
Udo Ulfkotte
Was würden Sie tun, wenn Ihr Telefon klingelt und eine Stimme behauptet, dass Tausende Türken Ihre Frau ermorden wollen? Sie würden den Anrufer wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Während Sie diese Zeilen lesen, suchen immer mehr Türken nach einer Deutschen, die im Internet-Portal YouTube ein Video eingestellt hat und darin Türken wie auch den islamischen Religionsgründer Mohammed schwer beleidigt. Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht unter Türken verbreitet. Und sie suchen nun eine Doris Ulfkotte und drohen ihr in vielen Foren mit Ermordung. Doris Ulfkotte ist die Ehefrau des Autors dieser Zeilen – und sie kennt weder die in dem YouTube dargestellten Personen noch hat sie irgendetwas mit dem Umfeld zu tun. Das ist inzwischen auch der Polizei klar. Dennoch suchen Tausende Türken nun nach Doris Ulfkotte – und wollen sie ermorden. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln, der Staatsschutz und das Landeskriminalamt sind eingeschaltet. Eine Hetzjagd hat begonnen. Und das Opfer kann sich nicht wehren.
Nachtigall ich hör dir trapsen. Am 25. Juni findet in Basel ein kleines unbedeutendes Fußballspiel statt, ein Halbfinale der Europameisterschaft 2008, bei dem zufällig die Türkei gegen Deutschland spielt und bei dem nicht so zufällig die meisten Deutschen von einem Siege gegen die durch Ausfälle und gesperrte Spieler geschwächten Türken ausgehen.
Das ist ohne Frage eine Belastungsprobe für das Zusammenleben der Fußballfans unterschiedlicher Nationalität in Deutschland. Wer in Berlin erlebt hat, das jeden Abend eine andere Nation ihren Autokorso hatte und viele neben der eigenen Landefahne auch die deutsche Fahne führten, der weiß das da einiges zusammengewachsen ist. Aber Fußball macht fanatisch, auch wenn es nur ein Spiel ist.
Momentan stehen die Karten für Dr. Udo Ulfkotte und seine antiislamischen Truppen nicht besonders gut. Es ist ein fröhliches Fußballfest auch wenn aus Ulfkottes Umkreis, oder dem was ich für sein Umfeld halte, kräftig gehetzt wird. Nach dem Willen aller vernünftigen Menschen soll es das auch bleiben.
Genau in diese Gemengelage wirft Herr Dr. Ulfkotte die lodernde Flamme, das tausende von Türken seine Frau töten wollen. Nein, natürlich unterstelle ich keine Absicht oder gar Brandstiftung. Wie käme ich dazu. Dr. Udo Ulfkotte hat doch das Landgericht Frankfurt, das sich bei dieser Gemengelage zumindest nicht darüber beklagen kann, das ich nicht genug verlinkt hätte.
Das Dumme an der Geschichte ist, das sie ja vielleicht einen wahren Kern hat. Es ist vorstellbar das es dieses Video gegeben hat. Aber in allen mir bekannten Fällen sagt mir YouTube dann bei der Suche mit dem explitziten Titel das es gesperrt wurde. Hier nicht. Ich möchte nicht, das jemand Doris Ulfkotte etwas tut und der einzige der Dr. Udo Ulfkotte etwas tun soll ist der zuständige Richter, nachdem die Staatsanwaltschaft ermittelt hat.
Ich für mich persönlich glaube das Dr. Udo Ulfkotte entweder die gesamte Geschichte gefälscht oder sie doch zumindest bei weitem überhöht hat. Ich für mich persönlich glaube zu wissen, das Dr. Udo Ulfkotte dringend irgendeinen Erfolg in seinem Kampf gegen die Muslime braucht und das ihm für diesen Erfolg jedes Mittel recht ist. Dies sagt mir meine Erfahrung mit Herrn Ulfkotte. Trotzdem ist es denkbar das ich mich irre.
Nebenbemerkung:
Ich möchte mich beim Kopp-Verlag ausdrücklich für die sehr weite Auslegung des Zitatrechtes entschuldigen. Leider lässt mir ihr Autor in diesem Zusammenhang keine Wahl, da er häufig Inhalte unter anderen Links versteckt oder ganz löscht ist es in allfälligen Gerichtsverfahren nur schwer möglich Beweis zu führen, wenn man ihm nicht seine eigenen Worte vorhalten kann.
Selbstverständlich habe ich alle betreffenden Seiten per Screenshot und PDF-Ausdruck gesichert. Mittlerweile bin ich ja im Umgang mit Dr. Ulfkotte schon ziemlich gewitzt geworden.
Update:
Wie immer wenn etwas besonders schön, oder besonders schlimm ist, gibt es eine Fortsetzung
Ehrfurcht vor dem Glauben der Anderen
Ich gebe zu, das ist eine etwas ungewöhnliche Wortwahl. Ehrfurcht vor Glauben? Ehrfurcht vor dem Anderen? Warum verwende ich nicht das Wort Respekt oder Anerkennung?
Respekt ist etwas das man sich verdienen muss. Im Gegensatz zu dem was viele Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund glauben, fällt Respekt einem nämlich nicht automatisch zu. Den muss man sich in langer Zeit erarbeiten, durch Kontinuität, Vernunft und Verantwortung. Ich kann anerkennen das jemand ein Tor getroffen hat, gut frisiert ist oder eben absolut unfähig ist, etwas vernünftiges zu sagen oder zu denken.
Bewundern kann ich das jemand einen Marathon durchhält, sich Telefonnummern merken oder Lieder singen kann. Stolz kann ich sein, wenn ich oder meine Kinder etwas gut hinbekommen haben. Befriedigen gehört in eine andere Kategorie.
Ich könnte den Glauben eines anderen achten, aber dazu müsste ich ihn verstehen. Er müsste sich mir erschließen. Das gleiche Problem habe ich mit Wertschätzung. Ich weiß nicht was der Glaube der Anderen wert ist.
Vielleicht ist ja auch das Wort Glaube falsch, aber das Wort Religion würde es auch nicht treffen. Religion ist vielfach nichts anderes als ein Geschäft, bei dem unter Drohung des Entzuges von Vorteilen nach dem Tod, ein Gehorsam unter die Regeln einer Religion erzwungen werden soll, der zusätzlich noch mit Spenden für die Religionsvermittler verbunden ist.
Bei einem normalen Geschäft würde ich sofort nach dem Staatsanwalt rufen wenn mir jemand mit einem solchen Vorschlag käme. Bei Religionen nehmen wir fast jede Art von Fehlverhalten hin, weil sich die Religion ja nicht nur aus dem jeweiligen Bodenpersonal eines Gottes, das ganz von der Beschäftigung mit dieser Religion lebt, besteht sondern auch aus den Gläubigen.
Glauben heißt nicht wissen. Natürlich ist Wissen eine Holschuld, allerdings muss dieses zu holende Wissen auch mit den verfügbaren Mitteln des Glaubenden zu beschaffen sein. Das trifft aber weder auf möglich Wiedergeburten noch die Lebensweise und Lebensqualität in Paradiesen zu. Herr Dante Alighieri hat sich zwar in seiner Göttlichen Komödie ausführlich mit der Hölle beschäftigt, aber die Berichte über Paradiese sind eher spärlich und vor allem bei weitem nicht so detailreich.
Der Glaubende kauft also die Katze im Sack, oder besser noch er kauft das Anrecht nach seinem Tode eventuell einen Sack erwerben zu können, in dem vielleicht eine Katze sein könnte, vielleicht aber auch gar nichts ist und sogar der Sack könnte Fiktion sein. Man sieht es ist leicht, sich über die Religion und damit auch über den Glauben des anderen lustig zu machen.
Glaube erschließt sich nur dem Glaubenden. Damit ist auch klar, dass man zwar die Religion an sich kritisieren kann, aber keinesfalls den Glaubenden. Wenn jemand glaubt stellt sich nicht die Frage nach richtig oder falsch, Sinn oder Unsinn. Glaube ist eine Tatsache die von keinem Dritten interpretiert werden kann, so gerne man das auch oft machen möchte.
Den Glauben des Anderen könnte man nur verstehen wenn man der Andere wäre. Man kann diesen Glauben also gar nicht respektieren, weil man ihn nicht kennt, ja auch nach langen Gesprächen nicht wirklich erfahren kann. Die Rituale der Religion, die Texte der Bücher, die Lehrmeinungen. All das kann man kennen, interpretieren und auch kritisieren. Aber genau wie offiziellen Lehrmeinungen dieser Religion haben sie nur am Rande mit dem individuellen Glauben zu tun.
Nun ist es schwer in Deutschland über Glauben zu diskutieren, weil man bei den hier häufig vorkommenden Glaubensrichtungen sofort auf die Verblendeten beider Seiten stößt und eine Diskussion eher eine Schlammschlacht wird. Deshalb wird hier das Beispiel der Amish People verwandt, die sich zwar vor langer Zeit von den auch heute noch im deutschen Sprachraum vorkommenden Mennoniten getrennt haben, aber heute nur noch sehr wenig Gemeinsamkeiten mit diesen aufweisen:
Aus der Wiedertäuferbewegung entstand im Laufe der Zeit die Religionsgemeinschaft der Mennoniten, zu denen sich im 17. Jahrhundert auch die Gemeinden zählten, die in der Schweiz als Reste der verfolgten Wiedertäufer sich als „Schweizer Brüder“ bezeichneten. Diese hatten das Dordrechter Bekenntnis der Mennoniten der Niederlande und Norddeutschlands 1632 angenommen, praktizierten aber viele darin genannte Punkte nicht so streng. Schließlich entstand, verursacht durch die strenge Interpretation des Schweizer Ältesten Jakob Ammann, Unruhe in den schweizer und nahen elsässischen Gemeinden.
Jakob Ammann stritt sich mit dem Mennonitenbischof Hans Reist über die Frage, wer gerettet werden könne, wer also in den Himmel käme. Viele Nichtmennoniten halfen damals den Mennoniten, die verfolgt wurden, indem sie sie versteckten oder andere Hilfe zukommen ließen, und retteten ihnen dadurch das Leben. Hans Reist meinte, dass diese so genannten „Treuherzigen“ auch gerettet werden könnten, obwohl sie nicht in die „Gemeinde Gottes“ eintraten; die eigene Gemeinde wurde als die einzige richtige Gemeinde verstanden. Viele dieser „Treuherzigen“ standen auch den mennonitischen Glaubenslehren sehr nahe, doch die Umstände hinderten viele, sich ihnen anzuschließen, etwa aus Angst vor dem Verlust des Lebens etc. Jakob Ammann sah dies viel rigoroser: Er verlangte einen vollständigen Übertritt zum Mennonitentum, mitsamt dem Ertragen aller Konsequenzen. Die wahren Gläubigen sollten „das Kreuz auf sich nehmen wie das Vorbild“ und hätten dann eine „lebendige Hoffnung auf Rettung“, während die Zweifler, Weichlinge, diejenigen, die sich eben nicht klar für ihre Gruppe entschieden, weil sie „diese Welt eben doch noch mehr lieb haben als den Herrn“, nicht Gnade erwarten können. Dies war einer der Hauptpunkte des Streites.
Daneben hatte Jakob Ammann unter anderem spezifische Ansichten über das Aussehen des Gläubigen wie über die Handhabung der Gemeindezucht und betonte sehr strenge Kleidungsregeln und den Bart. Wegen Jakob Ammanns Betonung starker Äußerlichkeiten kamen viele legalistische Elemente in die sich neu formende Gruppe hinein. Begründet fand er diese Punkte zum Beispiel in dem Bekenntnis von 1632, aber auch in der Heiligen Schrift, wo von einem demütigen Lebenswandel gesprochen wird und deren Worte er dann zeitbezogen so auslegte, dass zum Beispiel kein Oberlippenbart erlaubt sei, weil er an Militärpersonen erinnere.
All diese Streitpunkte endeten in einer Spaltung. Es entstanden die „ammannschen Leute“, die Gemeinde Jakob Ammanns, die sich als die rechte Gemeinde ansah. Dabei ging die Spaltung von Jakob Ammann aus: Wer mit Jakob Ammann nicht übereinstimmte, den bannte er und forderte von der Gemeinde die strenge Meidung desselben. Dies bedeutete auch das Meiden innerhalb der Familie: Mann und Ehefrau haben sich fortan ihrer ehelichen Pflichten zu enthalten und dürfen nicht am selben Tisch essen. Später kam er zu der Einsicht, dass seine Verfahrensweise zu rigide war, und bannte zur Strafe sich selbst.
Wer Jakob Ammans und vor allen Dingen seine Rigidität und seinen Selbstbann vor Augen hat, fasst sich als Ungläubiger oder auch nur Andersgläubiger an den Kopf und fragt sich was das soll.
Foto wikipedia/ Matthew Trump
Amisches Paar im Pferdewagen im ländlichen Holmes County, Ohio (26. September 2004)
Auch wenn wir es nicht verstehen berühren uns solche Bilder wie diese Pferdekutsche doch recht eigenartig positiv, auch wenn sie natürlich das klare Zeichen einer Parallelgesellschaft sind.
Diese selbst auferlegten Verbote liegen zum einen darin begründet, dass sie theologisch betonen, „in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt zu sein“ und damit immer wieder gefordert werden, zu erklären, was „weltlich gesinnt“ sei und was nicht. Zudem spielt es eine Rolle, sich „den Himmel auf Erden“ verdienen zu müssen. Amische selbst sagen dazu: „Mir misse unser Glaawe ausschaffe“. Man nennt dies eine legalistische Theologie, die betont, dass die Einhaltung von Gesetzen und Lebensmaximen den Eingang in den Himmel verspricht.
Es gibt für Andersdenkende durchaus nachvollziehbare Überlegungen zu den amischen Verboten. Die Maxime ist: „Gruppenerhalt und Gruppenleben gehen vor individueller Verwirklichung“. So wird der Einfluss des Fernsehens und vieler Neuerungen auf das Familien- und Gruppenleben kritisch gesehen.
Einige äußerliche Merkmale der amischen Kultur: Die Amischen alter Ordnung fahren Pferdekutschen, die je nach der Gruppe grau, schwarz, gelb, weiß oder braun sind, deren Räder Stahlmäntel haben und keine Gummibereifung (dies erlauben andere Gruppen), was ebenso übertragen wird auf den Einsatz von Traktoren (zumeist im stationären Betrieb), aber auch auf Fahrräder (verboten im Lancaster County, erlaubt außerhalb lancastrianischer Siedlungen); erwachsene (getaufte oder verheiratete) Männer tragen einen Vollbart ohne Schnurrbart; Frauen tragen als Kopfbedeckung eine „Kappe“ oder beim Ausgehen einen „Strohhut“ (Bonnet); es wird einfarbiges Tuch für die Kleidung verwendet, gemusterte Stoffe werden vermieden.
Amische Kleidung ist zumeist einfach, jedoch qualitativ hochwertig gehalten. Es ist nicht gestattet, Knöpfe an Mänteln anzubringen – sie müssen Kleidernadeln oder Haken mit Ösen verwenden. Es werden jedoch durchaus auch synthetische Stoffe vernäht, um zeitaufwändiges Bügeln zu reduzieren. Zumeist wird die Kleidung selbst gefertigt, wobei Hemden jedoch auch in Läden gekauft und Mäntel als Spezialarbeit an besonders fähige Näherinnen vergeben werden.
Amische Haushalte besitzen keinen Anschluss an das Elektrizitätsnetz, sondern verwenden gasbetriebene Lampen oder erzeugen für einige Geräte eigene Elektrizität. Batterien sind teilweise erlaubt, mancherorts wird ein Hydraulikbetrieb genutzt. Fotografiert zu werden, so wird oft behauptet, sei den Amischen aus religiösen Gründen untersagt. Es gibt kein derartiges Verbot. Aus der allgemeinen Ablehnung, das Individuum herauszustellen, wird ein sich „In-Pose-Setzen“, was früher mit dem Fotografiertwerden verbunden war, abgelehnt.
Natürlich können wir einiges an diesen Gedanken verstehen aber im wesentlichen bleibt das Gedankengut unserer individualistischen gewinnorientierten Gesellschaft fremd. Wir denken nicht wie die Amish und wir können auch keine Amish werden. Deshalb grenzen sich die Amish ja auch bewusst aus der real existierenden amerikanischen Gesellschaft aus. Sie sind anders und wollen anders sein. Auffällig werden sie nur, wenn sie wieder einmal jemanden aus ihrer Gemeinschaft gebannt haben und dieser sein Leid einer Welt klagt, die nicht einmal ansatzweise begreift, was ihm durch den Bann genommen wurde.
Aber man fürchtet sich nicht vor den Amish. Diese Viertelmillion Leute wird belächelt aber nicht als Bedrohung empfunden. Wie würden wir diese Art der kindlichen Bindung an die religiöse Gemeinschaft wohl bei anderen Glaubensrichtungen nennen:
Kinder der Old Order Amish besuchen heutzutage zumeist keine öffentlichen Bildungseinrichtungen mehr, sondern gesonderte private Schulen, in denen sie von jungen, unverheirateten Frauen unterrichtet werden. Diese so genannten „one-room schools“ (Ein-Raum-Schulen) verteilen sich über das Siedlungsgebiet und werden durch Schulgelder der Eltern finanziert – nicht durch die amerikanischen Schulbehörden. Die eigenen Schulen erlauben die Kontrolle der Unterrichtsinhalte und konditionieren sowie sozialisieren die Kinder stärker in Richtung des späteren Beitritts zur eigenen Gruppe. In diesen Schulen werden die Basisfähigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens gelehrt, nicht aber Biologie (besonders nicht Sexualkunde), keine wissenschaftlichen oder erdgeschichtlichen Lehren oder gar die Evolutionstheorie. Hinsichtlich des Wissens über „die drei Rs“ (reading, writing, 'rithmetic) können amische Schüler mit ihren amerikanischen Gleichaltrigen in öffentlichen Schulen mithalten. In amischen Schulen herrscht große Disziplin, vieles wird durch Stillarbeit erlernt. Es wird ebenfalls Deutsch unterrichtet (wofür angepasstes Schulmaterial entwickelt wurde), damit die religiösen Texte gelesen werden können. Das amische Schulwesen ist stark identitätsstiftend, einige Soziologen sehen in ihm sogar den größten Faktor für das Überleben der Amischen als eigene Gruppe, da Religion nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse in argumentative Beweisnot gerät und andere Lebensoptionen weder gezielt angesprochen noch gefördert werden.
Erstaunlicherweise sind wir bereit eine Menge an Parallelgesellschaft und auch undemokratischer Bindung an eine Gruppe hinzunehmen solange diese Gruppen nur zahlenmäßig klein genug ist. Natürlich ist diese Hinnahme keine Anerkennung. Tatsächlich sind solche Gruppen verwirrend und in einigen Sonderfällen können sie durchaus Furcht erregen.
Die Amish behalten das Deutsche bei um ihre Abgrenzung zu unterstreichen und sie empfinden sich als etwas Besseres als all die anderen Glaubensgemeinschaften und natürlich die Ungläubigen. Diese Einschätzung kommt aus dem Selbstverständnis der religiösen Gruppe und es selten klar ersichtlich ob der einzelne Gläubige sie direkt auf sich oder nur auf die Gemeinschaft bezieht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass gerade religiöse Einstellungen noch lange vor politischen Einstellungen für Ausstehende furchteinflößend sein kann. An sich sind ja die offiziellen Ziele aller Religionen dem zugewandt, was die meisten Menschen als das Gute definieren würde, aber immer wieder gibt es einzelne Gruppen, denen es nur darum geht ihre eigene Meinung als die einzig wahre durchzusetzen und die dafür auch vor Mord nicht zurückschrecken.
An dieser Stelle genau setzt das Problem ein. Ist derjenige der glaubt mit seiner Religion gleichzusetzen? Sind alle Katholiken so wie Ratzinger oder sind gar alle Katholiken Pädophile weil in ihrer Religionsgruppe der Missbrauch von Kindern durch Priester besonders häufig vorkommt? Man kann diese Frage sicher ruhigen Gewissens verneinen. Weil es katholische pädophile Priester gibt, sind nicht alle katholischen Priester pädophil und schon gar nicht alle Katholiken.
Wenn aber eine Religion wie die katholische sich als die alleinseligmachende bezeichnet und von ihrem Oberpriester in schöner Regelmäßigkeit die anderen Religionen als falsch bezeichnet werden und dazu aufgefordert wird, die Angehörigen dieser Religionen zu missionieren, dann kann man schon Angst bekommen.
Was aber könnte der einzelne Gläubige tun. Wendet sich ein Katholik gegen das was Ratzinger und die pädophilen Priester treiben, dann muss er um sein Paradies fürchten. Wenn jemand wirklich glaubt, kann derjenige ja nicht für Einzelfragen aus der Bindung seiner Religion heraustreten und diese gesondert werten. Der Gläubige einer Religion muss dieser folgen. Er ist abhängig und nur in sehr geringem Maße in der Lage Kritik zu üben. Schließlich versprechen ihm die Religionen für seinen Glauben und sein Geld ja die ewige Seeligkeit, die ein Gläubiger nicht gefährden darf.
Kritik können nur Leute üben, die nicht im Glauben gefangen sind. Allerdings geht die Freiheit die man einem Gläubigen bewilligen muss nicht soweit, das er selbst Täter werden dürfte. Genau an dieser Schwelle wo er sich aktiv an den Untaten seiner Religion beteiligt, muss er zur Verantwortung gezogen werden. Bis dahin ist er als Gefangener seines Glaubens zu sehen.
Gefangene die ihre Ketten mit Freuden tragen. Entweder steckt dahinter eine Gehirnwäsche, eine Selbstsuggestion oder eben dieser mystische Gott selber. Ich kann das für andere nicht beurteilen. Es entzieht sich meinen Beurteilungsmöglichkeiten. Deshalb muss ich es so hinnehmen, wie es die Gläubigen selber sehen. Ich muss es ihnen abnehmen dass sie ehrlich glauben.
Wenn sie aber ehrlich glauben, dann reicht es nicht ihren Glauben zu tolerieren, obwohl ich ihn nicht respektieren kann. Es muss ein anderes Gefühl her. Ehrfurcht trifft die Dinge da schon ganz gut:
Ehrfurcht ist ein hochsprachliches Wort für eine mit Verehrung einhergehende Furcht. Sie bezieht sich immer auf einen übermächtigen (erhabenen) Adressaten, ob real oder fiktiv. Sie kann individuell oder allgemein üblich sein. Sie empfinden zu können, wird zumeist als Tugend angesehen.
Wenn ich dem Glauben des Anderen die Ehrfurcht erweise, die ich von anderen auch für meinen Glauben erwarten würde, dann kann das nicht falsch sein. Allerdings bezieht sich diese Ehrfurcht nur auf sein persönliches Verhältnis zu seinem Gott und nicht auf seine Religionsgemeinschaft.
Religionen sind wie gefährliche Tiere. Sie können von ihren Mitgliedern nur schwer kontrolliert werden und bedürfen deshalb der ständigen Überwachung durch Menschen die nicht dieser Religion verfallen sind. Solange sich die Kritik dabei auf die institutionelle Religion beschränkt ist so gut und richtig. Individueller Glauben darf nicht kritisiert werden.
Wer gar mein, er könne individuellen Glauben zu einem Rassemerkmal hochstilisieren, zeigt nur das es ihm an der Ehrfucht vor dem Glauben an sich mangelt.
Nicht die Steine umdrehen
Es ist das alte Problem, wenn man die Steine umdreht sieht man zwangläufig was darunter ist. Das lässt sich nicht vermeiden. Nachdem ich gestern, bevor mir übel wurde, schon festgestellt hatte, das ein Teil der Werbung für PI aus dem Umfeld von Dr. Udo Ulfkotte kommt, möchte ich eine alte Theorie von mir noch einmal erneuern.
In der Vergangenheit war es schon oft so, dass Nachrichten aus dem Ulfkotte Umfeld teilweise schon Tage bevor sie auf Akte Islam standen von PI veröffentlicht wurden und das hoch brisante oder erfreuliche Dinge mit ein paar Stunden Vorsprung auf PI und teilweise auch auf Kewill stehen. Erwähnt man dazu noch, das die Redaktion von PI bei Ulfkottes nicht ganz so gelungener Parteigründung war, Ulfkotte als Gastautor bei PI auftrat und jede seine Bewegungen dort bis in den Himmel gelobt wurde, so lässt das nur einen Schluss zu. Entweder sind Ulfkotte und PI zwei Arme einer Organisation oder es existiert doch zumindest eine tiefe Freundschaft und innige Zusammenarbeit.
Das System Ulfkotte würde ja auch ohne das Schwert PI nicht funktionieren. Während die Akte Islam keine Kommentare zulässt und nur verlautbart, ist PI scheinbar die Diskussionplattform dazu. PI ist mit seinem Server ins Ausland geflohen um sich vor dem deutschen Rechtssystem zu verbergen, während Herr Dr. Ulfkotte in Deutschland dieses System benutzt um seinem Geiste und jenen die von seinem Geiste sind alle Freiheiten zu verschaffen und seine Gegner mundtot zu machen. Übrigens auch eine Idee die auf PI geboren und diskutiert wurde.
Wie gestern bereits beschrieben hat Ulfkotte damit das gesamte Spektrum zur Verfügung. Von SIOE die im Moment wegen Brüssel noch etwas stinkig sind, über den Vlaamse Belang, zu Zukunft CH und bis tief in die Blocher Truppen herein. Er tritt dort sogar als Wahlhelfer auf und die Zusammenarbeit mit den rechten in Österreich ist ebenfalls dokumentiert.
Über seinen Vertrauten und Freund Bart Debie vom Vlaamse Belang, der in Belgien zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und einer Gefängnisstrafe erstinstanzlich verurteilt wurde, hat er den Zugang zu Pro Köln und und den anderen Pros. Die CDU legt ihm ihre Ortsvereine zu Füßen und die Ultrarechten um Weikersheim werben in seinem Umfeld. Das System Ulfkotte ist sehr erfolgreich. Wenn man die Steine nicht umdreht.
Aber immer mehr Leute drehen die Steine um. Auf Nachfrage von Dietmar Näher von Politisch Korrekt, äußert sich Fritz Kuhn, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Deutschen Bundestag klar und eindeutig:
... vor dem Internet-Weblog "Politically Incorrect" kann aus meiner Sicht nur gewarnt werden, dieser Blog behauptet, proisraelisch und proamerikanisch zu sein und lehnt doch mit jedem neuen Beitrag genau die Werte ab, für die diese pluralistischen Demokratien stehen. Behauptet wird, angeblich unterdrückte Nachrichten über die Islamisierung Europas zu verbreiten, in Wahrheit wird Hass gegen alle Moslems geschürt. Dem Islam und allen Moslems wird unterstellt, nichts als Hass und Intoleranz zu verkörpern, dabei ist es dieser Blog, der nur aus Hass und Rassismus besteht und das perverserweise als Kampf gegen Intoleranz ausgibt. Der Blog versucht nichts anderes, als den Islam und die Muslime im wahrsten Sinne des Wortes zu verteufeln.
Wenn man sich überlegt das die gleichen Inhalte die man auf PI vorfindet, auch bei Kewil, Winkelried, der grünen Pest, beim Dolomitengeist, beim Patriotischen Forum Süddeutschland und der Akte Islam von Dr. Ulfkotte und Pax Europa stehen dann kann man wohl mit Fug und Recht von einer Gattung der antiislamischen Blogs reden. Natürlich gibt es noch ein paar Tausend ähnlicher Blogs. Die Liste würde jeden Rahmen sprengen.
Wenn das was Fritz Kuhn sagt, für PI stimmt, dann stimmt es auch für all die anderen gleichen Blogs, Foren und Verkündungsplattformen. Ich muss mich natürlich von einer solchen Schlußfolgerung distanzieren, weil mir das Landgericht Frankfurt ja untersagt hat, mich zu äußern, damit sich das Gedankengut, das Herr Kuhn hier beschreibt, ohne meine gärtnerische Gestaltung frei ausbreiten kann.
Aber lassen wir das Landgericht und gehen einfach einen Schritt weiter. Noch jemand hat einen Stein umgedreht. Auf Citronengras beschäftigt sich Frank mit seltsamen Ähnlichkeiten:
Und wo ich schon mal beim Thema bin… Ich möchte gar nicht genau wissen, warum das jemand online stellt — Fakt ist, dass man über die gängigen Filesharingnetzen ohne Probleme an authentisches NS-Propagandamaterial kommt. Als ich jüngst für jemanden, der sie in der Tat nur für Recherchezwecke benötigt, ein paar Ausgaben des “Stürmer” im PDF-Format zog und einen Blick hineinwarf, war ich baß erstaunt, welche rhetorischen Parallelen es doch zum Auswurf der bekannten islamohostilen Web-Kaffeekränzchen gibt.
Zum Beispiel, wenn es um vermeintliche Sonderrechte für die je verhasste Religionsgruppe geht:
Der Stürmer empört sich über jüdische Sonderrechte
“Der Stürmer” 19/1942, S. 2
“So weit sind wir also schon!” plärrte es sinngemäß auch PI, als dort die Meldung eines englischen Käseblattes aufgegriffen wird, wonach Muslimen für eine begrenzte Zeit (Ende des Ramadan) im Umfeld einer Moschee eingeräumt wurde, das Auto an Stellen abzusetzen, wo Parken eigentlich verboten ist. Eindeutig ein Beleg für die voranschreitende Islamisierung Westeuropas, gell?
Auch Propaganda gegen politische Feinde, denen eine “Versippung” mit der verhassten und als evident schädlich gesehenen Volksgruppe nachgesagt wird, gab es damals schon. Im folgenden Artikel wird Königin Viktoria von England “nachgewiesen”, dass sie jüdischen Blutes sei, womit dem eitrigen eifrigen “Stürmer”-Leser natürlich alles klar ist:
Der Stürmer zu Königin Viktoria
“Der Stürmer” 44/1942, S. 2
Da dürfte wohl nicht nur mir Barack Obama einfallen, der bei PI und Co. dadurch diskrediert werden sollte, dass er Muslim ist? War? Gewesen sein soll? und damit affirmativ in der Meinung der PI-Jünger per se nur ein Terrorist sein konnte. Natürlich ist das Unfug. Lustige Details und Nebenschauplätze bei politischkorrekt.info: (1) (2) (3).
Im folgenden Artikel schließlich versucht der “Stürmer” seinen Lesern anhand von Talmudzitaten zu belegen, weshalb “der Jude” ein durchtriebenes, doppelmoralisches Wesen ist…
Der Stürmer: Talmudzitate
“Der Stürmer” 44/1942, S. 4
… was mich frappant daran erinnert, wie die selbsternannten Islamexperten um “Politically Incorrect” immer wieder neue Zitate aus dem Koran zusammenklauben, aus dem Zusammenhang reißen und als Menetekel der dräuenden muslimischen Welteroberung präsentieren — ganz egal wie viele anderslautende Darstellungen der Wälzer beinhaltet oder welche Interpretationen die Schriftgelehrten anbieten. Mal ganz abgesehen, dass auch die Bibel so ihre “Stellen” hat.
Es macht sehr viel Sinn den Originalartikel selbst zu lesen, weil da auch Vergrößerungen der Stürmer-Artikel vorhanden sind und außerdem die Verfolgungs- und Bestrafungsriten von PI erläutert werden. Ansonsten kann ich Frank nur zustimmen. Als ich zum ersten Mal Akte Islam las kamen mir ähnliche Stürmergeschichten sofort hoch und viele Gespräche die ich mit Opfern aber auch mit Tätern geführt habe. Frank schließt seinen in der Sache harten Artikel auch versöhnlicher als ich es getan hätte:
Ich will PI nicht mit dem “Stürmer” gleichsetzen. Auch wenn so mancher User der islamohostilen Blog- und Forenszene nachgewiesenermaßen Selbstjustiz- und Pogromphantasien hegt, steht die NS-Propagandamaschinerie mit der Unverforenheit, ihre hasserfüllte Agitation selbst zu einer Zeit unverändert weitergeführt zu haben, als die Juden bereits in den KZs des Reichs wie am Fließband ermordet wurden, historisch für sich. Aber es gibt Parallelen in der Rhetorik. Und sie sind überdeutlich. Das alleine sollte bereits nachdenklich stimmen. Ich als Verfechter der freien Verfügbarkeit von, auch “bedenklichen” historischen Quellen, kann jedem nur empfehlen sich selbst ein Bild zu machen.
Ich zitiere einfach mal meinen Großvater und ändere ihn vorsichtshalber ab um keine justiziable Handhabe zu geben. Er war drastischer. Außerdem setzte ich hier niemand mit Hunden gleich. Es ist ein Beispiel liebes Landgericht. Sinnspruch:
Wenn etwas nach nassem Hund riecht
und wenn dieses etwas wie ein nasser Hund aussieht,
dann geh ruhig davon aus, dass es sich um einen nassen Hund handelt.
Es gibt sicherlich Hunde die nasser sind als andere Hunde. Aber sind es deshalb keine nassen Hunde?
Du musst die Steine rumdrehen, wenn du die Würmer suchst
Ja ich weiß, die vielen Sprüche meiner Großeltern bringen mich irgendwann noch in den finanziellen Ruin, weil die Richter sie so schlecht vertragen. Deren Großeltern hatten wahrscheinlich keine Sinnsprüche. Ich bin damit aufgewachsen und verteile sei heute noch so, wie andere Leute ihre Schuppen.
"Du musst die Steine rumdrehen, wenn du die Würmer und Maden suchst, die brauchen das feuchte Dunkel und den Moder." lautete der volle der Spruch. Nein er bezog sich nur im entfernteren Sinne auf die Gewinnung von Angelwürmern. Tatsächlich interessierte es meinen Großvater genau wie mich, wer da mit wem zusammen mauschelte und wer mit wem welche Leiche im Keller hat. Das war in der dörflichen und kleinstädtischen Abgeschiedenheit meiner Heimat kein Problem. Da kannte man eben seine Schweine am Gang.
Ich kann das heute natürlich viel feiner ausdrücken. Cui bono? Wem nutzt es? Aber das kommt in der Sache auf das gleiche heraus. Getrennt marschieren um dann vereint um so härter zuzuschlagen zu können. Da wird sich offiziell distanziert und öffentlich beschimpft um dann im Dorfgasthof im Hinterzimmer fröhlich beisammen zu sitzen oder gemeinsam Urlaub zu machen.
Selbstverständlich gilt all das nicht für die Helden der antislamischen Szene. Da ich aber immer noch ein neugieriger Mensch bin und etwas Langeweile habe, möchte ich mir die Mühe machen mal ein wenig zu ergründen, wer sich denn offiziell zu PI bekennt. Das könnte man über die Verlinkungen und ähnliche Texte mit teilweise wortgleichen Inhalten machen, man könnte bestimmte Kommentatoren identifizieren, oder die Rolle die der eine beim anderen spielt analysieren. Das ist nicht uninteressant aber kein Thema für heute.
Heute interessiert mich wer PI durch Werbung, also durch direktes Geld unterstützt. Auch da muss man unterscheiden. Ein Ferienhausvermittler und Anlagenverkäufer der vermutlich bei den NVA Grenztruppen war und auf einer antiislamischen Seite ausgerechnet Fondanteile für ein innovatives Krankenhauskonzept in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkaufen will, fällt für mich unter grober Unfug.
Eine ATR Anlagentechnik Rheinmain LTD. & Co. KG i. Gr., sollte sich erst einmal fertig gründen. Wohl nur für ein Publikum wie die PI-Leser gedacht, erscheint mir auch Single Socks die mir 5 Socken verkaufen, für den Fall das mal eine verloren geht. Vermutlich haben die noch nie davon gehört das man auch 20 Paar einer Socke kaufen kann, ohne ihren besonderen Service zu brauchen.
Da finde ich es schon sinnvoller das den PI-Lesern von FitPoint24.de allerlei Trainings-Booster, Eiweiß / Proteine, Gainer, Kohlenhydrate, Creatin, Aminosäuren, Spezialprodukte, Fettabbau, Vitamine / Mineralien und Riegel sowie das Buch Anabole Steroide 2007 – Das Schwarze Buch, angeboten werden. Gehirnaufbau würde ich zwar für wichtiger erachten, aber dumm und stark ist auch nicht schlecht und vielleicht geht ja auch beides nicht zusammen.
Den Helios Verlag der immer noch fleißig den zweiten Weltkrieg abarbeitet und die Kellermannstiftung müsste man sicherlich mal würdigen, aber auch nicht jetzt. Das gleiche gilt für Darvins Illustrierte die noch aus alten Pardon Zeiten wohl gute Verbindungen zur "Achse des Guten" um Border und Miersch hat, die ja beide schon fröhlich auf PI verlinkten.
Die schlagende Verbindung, die Berliner Burschenschaft Gothia, die in ihren Reihen auch manch seltsame Gestalten hat ist ebenfalls ein Thema für sich. Falls jemand Zeit hat, könnte es spannend sein die Gerüchte um Verbindungen zu Pro Köln und dem Bundesverband der Bürgerbewegungen zu überprüfen.
Das die Kritische Islamkonferenz 2008 im Auftrag des Zentralrats der Ex-Muslime dort wirbt halte ich für einen Treppenwitz der Geschichte. Aber die jüdischen Mannschaften und Offiziere die tapfer für Deutschland im ersten Weltkrieg gekämpft hatten, haben ja auch bis zum Abtransport geglaubt, dass sie verschont wurden. Aber da wurden noch nicht einmal Konvertiten verschont. Ich wünsche ihnen Glück, das sie mit ihrer Sicht der Dinge recht behalten mögen.
Die Werbung für die Jewish Task Force (JTF) ist ja auch an anderer Stelle schon gewürdigt worden und verdient wohl auch die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft.
Dann aber gibt es noch drei sehr interessante Werbungen. Für mich sogar hochinteressante die ich aber aus rechtlchen Gründen mit sehr viel Fingerspitzengefühl behandeln muss. Da ich das nicht habe, mache ich es wie immer und haue einfach drauf. Zum Glück hat der Bürger-Herold die Fakten bereits vorgelegt:
Der TA-Beitrag gibt zumindest ein wenig Einblick ins Umfeld des genannten Hilfswerks, auch über die Spendengelder (4,5 Millionen Franken im Jahre 2006) und seine Mitspieler. “Damit seine Mission gegen die Islamisierung der Schweiz und der Spendenfluss beim CSI nicht gebremst werden”, schreibt der Tages-Anzeiger über Stückelberger,
[…] hat er 2006 als weitere Organisation den Verein «Zukunft CH» gegründet. Dieser Verein ist besser geeignet, um politisch tätig zu sein. CSI und dessen Spendensumme taugten nicht, räumt Stückelberger ein, «um uns für eine Kultur der Freiheit einsetzen zu können». Mit dem Verein «Zukunft CH» solle das gelingen. […]
Geld ist im Spiel
“Zukunft CH” (siehe Handelsregistereintrag) - das tönt gut. Beim “Bürger-Herold” läuten gleichzeitig die Glocken. Da war doch was: Liestal, “Pro Cultura Helvetica” (siehe Online Reports) usw. Dazu der Tages-Anzeiger gestern:
[…] Dabei fällt ein Basler Unternehmer besonders auf. Im Vorstand gilt der Pharma- und Kosmetikhändler Rudolf Syz aus Liestal nicht nur als engagiertester, sondern auch als zahlungskräftigster Mann. Zwar mag der mehrfache Millionär den Betrag nicht nennen, will aber «schon sehr viel Geld» investiert haben, um das Engagement gegen die Islamisierung der Schweiz auszubauen. […]
Klar, ohne Geld läuft nichts. Darum sind wir auch nicht so sehr erstaunt, dass der deutsche Erretter vor dem Islam, Udo Ulfkotte, nicht weit sein kann. Im TA-Bericht taucht er ein paar Sätze weiter bereits auf (beim “Bürger-Herold” im Dossier Pax Europa).
Alle sind glücklich
“Ulfkotte lobt Stückelberger, dieser lobt Ulfkotte”, schreibt der TA. Weiter heisst es dann:
[…] Pax-Europa-Gründer Ulfkotte ist glücklich über die Schweizer Hilfe. Er schliesst nicht aus, Pax Europa nach der Fusion mit Zukunft CH umzubenennen: In Deutschland hiesse es Zukunft DE, in Frankreich Zukunft FR. «Mit ihren Mitteln können die Schweizer uns helfen, gegen die Islamisierung Europas zu kämpfen», fasst Ulfkotte zusammen. […]
Und ich Dummerchen hatte mich schon gewundert wieso ein Schweizer Verein die deutschen Muslime bekämpft. In der Schweiz brauchen die PI nämlich nicht, da haben die ihren eigenen Winkelried. Aber darum geht es nicht. Es geht darum grenzüberschreitend zu arbeiten. Wahrscheinlich wird sich der Vlaamse Belang dann in Zukunft B umbenennen. Ich wusste gar nicht das da so viele Leute Deutsch sprechen in Frankreich und in Belgien. Ich meine Zukunft A in Österreich hört sich ja gut an. Aber wer möchte schon eine B-Version der Zukunft. Vielleicht sehe ich das auch nur falsch. Man müsste das Landgericht Frankfurt fragen.
Aber eine Werbung ist interessant. Das ist die des Bundesverband der Bürgerbewegungen zur Bewahrung von Demokratie, Heimat und Menschenrechten e.V. der gerade mit Pax Europa fusioniert hat und nun Bürgerbewegung Pax Europa e.V. und dessen El Presidente Dr. Udo Ulfkotte ist.
Aller guten Dinge sind drei und eine weitere honorige Gesellschaft wirbt auch bei PI. Das Studienzentrum Weikersheim e.V.. Das verwundert mich nicht. Die hatte ich dort erwartet, wurde es doch vom Marinerichter Filbinger errichtet und geistig geführt, der den Matrosen Walter Gröger in Kriegsgefangenschaft ermorden ließ. Aus Filbingers Dunstkreis stammen auch so freiheitliche Demokraten wie Herr Kauder und Oettinger. Oettinger und der Brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm waren auch Mitglieder im Studienzentrum. Nach Oettingers erbärmlicher Trauerrede lässt der wohl seine Mitgliedschaft ruhen, Schönbohm bleib wohl dabei.
Ich halte die Weikersheimer nicht für sonderlich intelligent, aber das sie bei PI werben ist nun ein Gag für sich. Da hätte die CDU auch gleich den Herrn Hohmann in der Partei behalten können. Wahrscheinlich ist das auf kleinerer Ebene gelaufen um Herrn Ulfkotte, der ja am rechten Rand der CDU die Schäflein durch seine Vorträge sammeln soll und eventuelle verlorene Schäfchen zurückholen sollte, glücklich zu machen.
Politisch ist es eine grandiose Dummheit, die auch nur funktioniert weil unsere Qualitätsmedien schlafen oder eben von ihren Herren keinen Auftrag haben, in dieser Ecke mal ein paar Steine anzuheben. Sie haben Recht und mein Großvater hat Unrecht. Es macht keinen Spaß die Steine umzudrehen und das zu sehen was darunter ist. Man sollte die Steine liegen lassen, alles andere macht nur wütend. Nicht wahr Frau Merkel, die Gefahr kommt von links. Da muss man rechts nicht schauen. Entschuldigung mir ist für heute morgen übel. Aber es wird mehr geben. Ich kann die Steine halt nicht liegen lassen.
Lügt der Ulfkotte nun oder lügt er nicht
Ich gebe gerne zu, ich bin nun doch etwas verwirrt. Kaum hat das Oberlandesgericht Frankfurt laut der halboffiziellen Pressestelle von Herrn Dr. Ulfkotte entschieden:
Mellenthin darf künftig nicht mehr behaupten, Ulfkotte verbreite im Internet “verfälschte und unwahre Nachrichten”
kommen von allen möglichen Seiten die Beweise das Herr Dr. Ulfkotte anscheinend doch lügt. Ich persönlich bin zutiefst entsetzt. Wie die Leser meines Blogs wissen, habe ich ebenfalls einen Prozess gegen Herrn Ulfkotte und seinen Verein Pax Europa verloren und Berufung eingelegt. Allerdings ging es bei mir weniger darum ob Herr Ulfkotte die Wahrheit sagt. Ich halte es da mit Meister selber, der das Buch "So lügen Journalisten" im Jahre 2001 bei Bertelsmann veröffentlichte und ehemaliger FAZ-Journalist ist, bis er dort über eine seltsame Kombination von Affären stolperte, wobei die Gründe für seinen Rauswurf oder "gezwungen" freiwiliges Ausscheiden nie bekannt wurden:
Der Journalist Karl Rössel behauptete 1997, dass Ulfkotte als Afrika-Korrespondent der FAZ von Shell Leistungen entgegengenommen hätte und die FAZ sich damit „journalistisch prostituiert“ habe. Die FAZ klagte gegen diese Aussage und verlor den Prozess vor dem Kölner Landgericht am 2. November 1997.
Im März 2004 wurden Büro und Wohnhaus des Autors von der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsucht. Der Verdacht auf Bestechung von Polizeibeamten und auf Beihilfe zum Geheimnisverrat wurde im Sommer 2005 fallen gelassen. Das Verfahren wurde eingestellt. Im Oktober 2006 wurden alle restlichen Verfahren eingestellt.
Ich selbst habe auf dem Blog von Huib Riethof, dem ich freundschaftlich verbunden bin, in einem Kommentar schon zu den Wahrheiten des Herrn Ulfkotte Stellung genommen:
Natürlich lügt, verdreht und verfälscht Ulfkotte nicht nur, das schafft niemand. Auch der größte Lügner, Verdreher und Fälscher, hat irgend wann Mittagspause oder gibt die Uhrzeit weiter und selbstverständlich gibt es "völlig durchgeknallte" Muslime wie es "völlig durchgeknallte" in jeder Religion gibt. In Deutschland hat sich sogar der Innenminister dagegen gewehrt als völlig durchgeknallt bezeichnet zu werden. Mit mäßigem Erfolg.
Ulfkottes Wahrheiten, wenn es sich überhaupt um welche handelt, ähneln meist Schneeflocken. Eine winzige Luftverschmutzung bilden den Kristallisationspunkt um den herum sich eine im Verhältnis dazu riesige Schneeflocke biildet. Meine Großmutter hatte wie für alles auch dafür eine Reihe von Sprichwörtern: "Aus einer Mücke, einen Elefanten machen. Wegen dem Geräusch, dass das Gras beim Wachsen macht nicht schlafen können. Mäusepfürze sammeln.". Da sind noch ein paar mehr die diese Situation umschreiben, aber ich höre lieber auf, weil man in Deutschland nichts gegen Herrn Ulfkotte sagen darf, während er und seine Gefolgsleute alles dürfen.
Das was die Steinbergrecherche von Thomas Immanuel Steinberg ist zwar soweit ich es überblicken kann absolut wahr, würde in Deutschland aber als Schmähkritik sofort bestraft. Wahrscheinlich ist auch dieser Link wieder strafbar, obwohl mir die dort aufgezeigten Lügen des Herrn Ulfkotte schon lange bekannt sind. Bei meinem Prozess lag dem Landgericht Frankfurt eine lange Kette von ähnlichen Beweisen vor, die dieses als Datenkonglomerat abqualifizierte und gar nicht in dem Beweisprozess zuließ.
Es ist wahrscheinlich so, dass in Deutschland die Wahrheit über Herrn Ulfkotte nicht mehr straffrei geschrieben werden kann. Dies ist auch leicht zu erklären da Herr Ulfkotte seinen Vortrag über die bösen Muslime bis heute wohl schon deutlich öfter als 500 Mal gehalten haben dürfte und meist in den Niederungen der CDU:
In der Nürtinger Stadthalle ist es heiß. Die Luft ist leergeatmet nach einer Stunde, aber die CDU-Basis will mehr hören von diesem weltgewandten, eleganten Herrn auf dem Podium. Seitenscheitel, dunkler Anzug, goldene Manschettenknöpfe. Einige Zuschauer machen sich Notizen. Atemlos jagt Udo Ulfkotte durch Jahrhunderte und Länder. Er redet von einem "Tsunami der Islamisierung", er schwärmt von seinen muslimischen Freunden. Er warnt vor Rechtsextremen und Ausländerfeinden. Zwischendurch bemerkt er: "Wir haben Einreisefreiheit, aber auch Ausreisefreiheit."
Vor allem aber erzählt Ulfkotte seinen Zuhörern Geschichten. Es sind Geschichten aus dem täglichen Leben, die man beim nächsten Geburtstagskaffee weitererzählen kann. Dutzende davon hat er auf Lager. Viele Banken nähmen "die Sparschweine flächendeckend aus dem Sortiment", berichtet Ulfkotte. Aus "vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Islam". Metzger kämen zu ihm und erzählten, dass ihnen Muslime freitags im Laden aufs Schweinefleisch spuckten. Die Fluggesellschaft British Airways habe das Kreuz aus dem Logo an den Heckflossen der Flieger beseitigt. "British Airways", sagt er, "würde dementieren, dass das etwas mit Muslimen zu tun hat." Was er erzähle, sei korrekt und überprüfbar, versichert Ulfkotte: "Sonst wäre das Volksverhetzung."
Einige Damen halten sich entsetzt die Hand vor den Mund, andere schütteln den Kopf. Sparschwein, Schnitzel, Kreuz - alles bedroht! Nun ist es belegt.
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Nach seinem Vortrag hält es einige Nürtinger kaum noch auf den Stühlen. Sie wollen jetzt auch was sagen. Sofort. Ein Herr will wissen, was der Islam überhaupt für Werte vermittle. "Frauen schlagen!", ruft jemand. Schließlich steht ein Bürger auf: "Wäre es nicht an der Zeit, dass die CDU das alles so offen vertritt wie Sie?", fragt er. "Wir haben lange genug das Büßerhemd getragen."
Als es schon dunkel ist draußen, tritt der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich vor die Reihen. Er lächelt gequält, stammelt etwas von der wichtigen "gemeinsamen Veranstaltung" und dem "zentralen Thema". Man sieht dem jungen Nürtinger CDU-Mann an, wie schwer er sich tut. Diese Wähler sind weit weg vom Kurs der Parteizentrale. Trotzdem soll er sie mitnehmen. Er überlässt das Schlusswort dem örtlichen CDU-Chef. Der ruft den Leuten zu: "Mir elle hends gschpürt - des war a Vortrag mit Power, mit Brisanz!" Die Menschen klatschen. Udo Ulfkotte lächelt dankbar. Es läuft doch.
Und es läuft weiter hervorragend. Wolfgang Schäuble beklagt offiziell den grenzüberschreitenden Rechtsextremismus:
Laut Schäuble operiert der Rechtsextremismus zunehmend grenzüberschreitend. Die Kooperation reiche von der Zusammenarbeit deutscher und polnischer Skinheads über eine gemeinsame Fraktion im Europäischen Parlament bis hin zum Austausch über das Internet. Die Rechtsextremisten setzten ihre Bemühungen fort, "sich in der Mitte der Gesellschaft einzunisten", etwa über die Organisation von Freizeitaktivitäten oder Nachhilfeunterricht.
Ich weiß natürlich durch das Frankfurter Landgericht das es sich bei Dr. Udo Ulfkotte dem neuen El Presidente von der nunmehr neuen Bürgerbewegung Pax Europa, nicht um einen Rechtsextremen handelt. Aber wenn Schäuble sein eigenes Gesülze auch nur ansatzweise ernst nimmt, müsste er doch als erstes Mal in den Gliederungen seiner Partei für Ordnung sorgen, in denen El Presidente die Sache mit den bösen Muslimen abwickelt und das europaweit mit den Rechtsextremen um Haider, mit denen um Blocher, in Deutschland mit denen von PI und in Belgien mit dem Vlaamse Belang. Wieviel mehr möchte Herr Schäuble denn noch an europäischer Grenzüberschreitung.
Selbstverstänlich weiß ich auch, das Schäuble nur redet und nicht handeln will. Die CDU will und muss den rechten Rand erobern weil die SPD ja heute schon weit rechts von der Mitte steht. Der Platz auf der rechten Seite wird langsam eng. Man steht sich gegenseitig auf den Füßen.
Ich halte das was Dr. Udo Ulfkotte und seine Helfershelfer machen auch nicht für Lügen im eigentlichen Sinne. Natürlich verdient Dr. Ulfkotte gut an seinen Vorträgen und den Büchern über die bösen Muslime. Er lebt wahrscheinlich weitgehend von der, von ihm und seinen Helfern erzeugten Islamophobie. Dann geht es nicht mehr um lügen. Es geht nicht mehr darum ob Kinder ihre Hausaufgaben gemacht oder die Scheibe nicht eingeworfen haben. Es geht auch nicht um den ungetreuen Mann oder die Frau die das Haushaltsgeld in Schuhen angelegt hat.
Es geht um bewusste Desinformation. Um die politische Lüge. Um ein Weltbild das auf Dingen aufbaut die einfach nicht wahr sind. Die Nürtinger CDU Damen halten sich umsonst entsetzt die Hand vor den Mund, andere schütteln umsonst den Kopf. Sparschwein, Schnitzel, Kreuz - alles ist eben nicht bedroht! Nichts ist belegt. Es ist alles nur eine große Desinformationskampagne um das Volk zu spalten.
Herr Dr. Ulfkotte bezeichnete sich selbst in einem Interview als Brecheisen oder Brechstange:
Ich bin eine Brechstange, ich teile die Bevölkerung in zwei feindlichen Lagern," klagt Herr Udo Ulfkotte (links im Bilde), heute zu Besuch beim "Vlaams Belang"-Führer Philip de Winter (rechts) in Brüssel. Und diese Rolle hätte er gar nicht gesucht. Er möchte eher vereinen: "Ich bevorzüge dass wir alle friedlich zusammenleben." Und: "Ich hoffe dass meine linke Gegner ihre Meinung ändern und massenhaft mitmachen werden in der Manifestation.
Genau das ist sein Auftrag oder seine Berufung, vielleicht auch nur sein Beruf. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur das mir dieser Mann in seiner manischen Art Angst macht. Nicht so sehr um mich. Ich bin über fünfzig mir können solche Leute nicht mehr viel tun. Ich habe Angst um meine Kinder und vor allem um alle Menschen in Deutschland und Europa die nicht Herrn Dr. Ulfkottes Ideal entsprechen. Um die Muslime, die Juden, die Schwulen, die Behinderten, die Sinti und Roma, die Jenischen und die Schwachen.
Dr. Ulfkotte hat eine neue Bewegung gestartet. Das hat er schon oft getan. Einigen macht diese Notehe zweier daniederliegender Vereine Sorge und selbstverständlich muss ich mich aufgrund des vorliegenden Frankfurter Urteils von Huibs Bewertungen ausdrücklich distanzieren und darauf hinweisen das sie reine Schmähkritik übelster Machart darstellen. Was ich denke mag sich jeder selbst ausmalen.
Von dem was PI sagt muss sich in Deutschland niemand aus rechtlichen Gründen distanzieren, was ja schon etwas über unser Rechtssystem an sich aussagt. Selbst wenn wir die Kommentare da mal mit Vorsicht genießen und die Aussagen halbieren, besteht natürlich die Gefahr das eine Partei aus solch vielfältigen Quellen eben nicht nur CDU Wähler erreicht sondern auch den letzten Neonazideppen, der kaum seinen Namen schreiben kann.
Dazu muss Herr Ulfkotte nicht selbst rechtsradikal, neonazistisch oder Faschist sein. Vieles entwickelt sich ab einer gewissen Größenordnung automatisch. Geschichte wiederholt sich nie völlig gleich aber ähnlich. Ich kann hier längst nicht das Schreiben was ich schreiben möchte und müsste.
Warum ich gegen bestimmte Entwicklungen anschreiben muss, ist einfach zu erklären. Ich habe mit meiner großen Schnauze anderen den Vorwurf gemacht, das sie sich während der Zeit des Dritten Reiches nicht genügend und nicht ernsthaft genug gewehrt haben. Ich habe also anderen Menschen einen Vorwurf gemacht, den ich nach wie vor für berechtigt halte.
Als Schlußfolgerung daraus muss ich nun selber kämpfen. Ich möchte nicht, das sich meine Kinder für meine Feigheit und meine leichtfertige Unterwerfung unter ein Urteil eines Frankfurter Landgerichtes schämen müssen. Ich will nicht schuld an einer Entwicklung sein, die nach meiner Einschätzung der Fakten die sehr große Gefahr eines neuen Holocausts bietet.
Um es ganz deutlich zu sagen. Ich habe nicht den leisesten Verdacht das Herr Dr. Udo Ulfkotte selbst einen solchen Holocaust planen könnte oder geplant hätte und habe das anders als das Gericht es beurteilte auch nie gesagt. Es hat auch nie jemand behauptet das Heinrich von Treitschke diesen Holocaust wollte als er 1879 den Satz prägte:
Die Juden sind unser Unglück!
So wie Udo Ulfkotte sagt das er muslimische Freunde habe, sah sich auch von Treitschke selbst nicht als Antisemiten und verwies auf seine Kontakte zu Juden (z.B. hielt er die Grabrede auf seinen jüdischen Bundesbruder Oppenheim). Seine Schriften waren jedoch radikal nationalistisch, wobei sein Verständnis von Nation die Juden als Fremde sah und ausgrenzte. Zu den Schriften auf Akte Islam von Herr Ulfkotte darf ich mich nach der Frankfurter Gerichstentscheidung praktisch nicht mehr äußern weil alles was ich sage unbegründete Schmähkritik ist.
Für mich stellt sich unbeschadet jeder anderen Diskussion über Lügen, Propaganda und wirtschaftliche Interessen des Herrn Ulfkotte eine ganz entscheidende Frage.
Ab wann ist Widerstand gestattet?
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Martin Niemöller
Eine Sache die mich bei diesem Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt am meisten erschüttert hat, ist die Tatsache wie hoch die Schwelle liegt, aber der, vor bestimmten Entwicklungen oder der möglichen Wiederholung von solchen Entwicklungen gewarnt werden darf.
Ich weiß das es eine Unbotmäßigkeit gegenüber dem Gericht ist, aber ich würde gerne wissen, ab wann man unter den Nazi hätte warnen und Widerstand leisten dürfen, wenn das Landgericht Frankfurt die Genehmigung hätte erteilen müssen.
Hätte man Widerstand leisten dürfen als Heinrich Gotthardt von Treitschke 1879 den Satz prägte "Die Juden sind unser Unglück!" oder hätte man warten müssen bis dieser Satz "Die Juden sind unser Unglück!" 1927 am Fuße einer jeden Titelseite des Stürmers stand.
Vielleicht hätte man ja auch erst am 15.09.1935 Widerstand leisten dürfen, als im Rahmen der Nürnberger Rassegesetze mit dem Reichbürgergesetz, den Juden die Bürgerrechte entzogen wurden.
Oder hätte es bei diesem Gericht bis zur sogenannten Reichskristallnacht am 9.-10.11. 1938 oder gar bis zu den Verordnungen "zum Schutz der deutschen Rasse" am 12.11.1938 dauern müssen.
Hätte ich nach Auffassung dieses Gerichtes erst abwarten müssen bis zum Beginn der Massenmorde im Vernichtungslager Chelmno/Kulmhof am 8.12.1941, wo mal eben 5.000 Zigeuner umgebracht wurden oder bis zur Wanneseekonferenz am 20.01.1942.
Wäre dem Landgericht Frankfurt vielleicht der 20.03.1942 angenehm für meinen Widerstand gewesen als im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau die Gaskammern "in Betrieb genommen" wurden, oder hätte ich mit meinem Widerstand bis nach 1945 warten sollen, um es dem Gericht recht zu machen.
Ich weiß nicht wo wir auf dem Zeitstrahl sind. Ich glaube wir sind heute näher an 1933 als an 1879 als Treitschke seinen Satz formulierte. Natürlich passiert Geschichte nicht genau gleich ein zweites Mal.
Aber wenn das Landgericht mir den Vergleich verbietet, dann muss es mir auch sagen ab wann ich den Vergleich bringen darf oder ob es eben keinen Widerstand geben soll und wir hinterher alle wieder heulend dastehen und von nichts etwas gewusst haben wollen.
Ich habe gesehen was da kommt, welches immense Gefahrenpotential in den Leuten steckt und ich will nicht, das meine Kinder sich schämen müssen, weil ich den Mund gehalten habe um ein Landgericht in Frankfurt nicht zu verärgern oder Herrn Ulfkotte.
Ich bin dafür das die Ulfkottes dieser Erde ihre Meinung frei und öffentlich sagen könne. Aber ich erwarte dass diese Justiz und dieser Staat allen diesen Freiraum einräumt, auch wenn sie Ulfkottes Meinung nicht teilen.
Die Schuld wird nicht weitervererbt
Die Presse.com beschäftigt sich mit einem Interview das Rolf Mengele der Zeitung "Jediot Ahronot" anlässlich des Holocaust-Gedenktages gegeben hat:
"Ich versuche, das Leid der Opfer nachzufühlen", sagte der Sohn dem Blatt. Er habe erst mit 16 Jahren erfahren, dass sein Vater der KZ-Arzt war, der für Massenmorde an Juden verantwortlich war. "Ich habe es nie geschafft, sein Rätsel zu lösen", sagte der 64-Jährige, der als Rechtsanwalt mit Frau und drei Kindern in Süddeutschland lebt. "Wie konnte es sein, dass ein so intelligenter Mensch Teil des grausamsten Vernichtungsmechanismus der menschlichen Geschichte wurde?"
Dennoch hatte er seinem Vater - bis zu dessen Tod bei einem Badeunfall in Brasilien 1979 - geholfen, unentdeckt zu bleiben. "Er war ein Angehöriger. Ich hätte ihn nicht verraten können. Diese Möglichkeit ist für mich nie infrage gekommen." Er habe seinen Vater in seinem Leben nur zweimal getroffen, jedoch in Briefkontakt mit ihm gestanden. Mengele habe nie Reue für seine Taten geäußert und sei "zugeschnappt", sobald er das Thema Auschwitz angesprochen habe.
Der Mengele-Sohn, der den Mädchennamen seiner Frau angenommen hat, bitte das jüdische Volk, ihn wegen der Taten seines Vaters nicht zu hassen, schrieb "Yediot Ahronot". "Die Schuld wird nicht weitervererbt", sagte er. "Der einzige Weg für uns ist es, unser Leben als Schicksal anzunehmen, da wir die Vergangenheit nicht ändern können, und uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren."
Klare ehrliche und anständige Worte die soweit es Rolf Mengele betrifft keiner Ergänzung bedürfen und die man so stehen lassen sollte. Nur schade das die deutschen Qualitätsjournalisten solche Quellen einfach nicht finden wollen.
Aber andererseits ist das absichtliche Nichtfinden auch verständlich. Sich, wie Mengele es fordert auf das hier und jetzt zu konzentrieren würde ja auch bedeuten den Kampf gegen die geistigen Nachfolger der Täter von damals aufzunehmen.
Gerade die FAZ, die sonst immer in der ersten Reihe steht, wenn es um Abrechnung geht, hätte ja da einiges aufzuarbeiten, ist doch einer ihrer Exkollegen einer der ganz großen Kämpfer und Führer einer europäischen Bewegung gegen den Islam. Aber für die FAZ gilt da eben, feines Schweigen ist besser, als sich auseinanderzusetzten und die heutigen Schwachen und Angegriffenen zu verteidigen.
Natürlich werden die Truppen um Frank Schirrmacher Krokodilstränen weinen, wenn es zu einem neuen Auschwitz gekommen ist. Sie werden uns dann erzählen, was sie alles nicht ahnen konnten, oder aus falsch verstandener Kumpanei nicht sehen wollten.
Im Hier und Jetzt den neuen Rassismus zu bekämpfen, weil wir am alten Rassismus nichts mehr ändern können, wäre die Aufgabe. Unsere offiziellen Medien versagen darin komplett. Aber ohne Medien greift auch die Justiz nicht ein und diese Leute können ihre Netze immer enger spinnen. Wie viele Leute haben 1933 noch geglaubt man könne die Nazis noch einmal abwählen. Sie hatten sich geirrt.
Wir sind heute gefordert etwas zu unternehmen. Von Springer erwarte ich da nichts. Aber Zeit und FAZ müssten zumindest da, wo es nicht gegen ihre neoliberalen Freunde geht, doch wenigstens etwas Handlungsspielraum haben. Heute können wir den neuen Rassismus noch bekämpfen. Hinterher können wir wieder nur bedauern und ich will nicht bedauern müssen. Ich will mich nicht das sich meine Kinder für Millionen getöteter Muslime schämen müssen, wie ich mich für 6 Millionen getöteter Juden schämen muss.
Forscher entdecken kühlsten Braunen Zwerg
Manchmal sind es die Überschriften die mich nicht loslassen. Kleine Braune Zwerge finde ich auf den Seiten unser Islamophoben in rauhen Mengen, bei PI und den Herremenschen, bei Kewil, Kreuznet, Winkelried, und wie sie alle heißen. Die meisten davon sind klein und nur 37, 5 Grad warm. Aber diese Zwerge waren in dem Artikel gar nicht gemeint:
Einsame, kalte Welt
Forscher entdecken kühlsten bislang bekannten Braunen Zwerg
In 40 Lichtjahren Entfernung zur Erde hat ein internationales Forscherteam ein fehlendes Bindeglied zwischen Sternen und Riesenplaneten aufgespürt. Der Braune Zwerg CFBDS0059 ist mit einer Oberflächentemperatur von 350 Grad Celsius der kühlste bekannte Vertreter seiner Art und gehört wahrscheinlich einem neuen Typ dieser Himmelskörper an, berichten die Forscher um Philippe Delorme aus Grenoble.
Obwohl, ganz so weit ist ja auch das nicht von meinen Gedanken. Es ist schon eine einsame kalte Welt in der diese armen kranken Islamophoben in Einsamkeit und Angst langsam vor sich hinrotten. Sie haben unser Mitgefühl verdient.
Mensch ist das schön - die Juden sind aufgewacht
Es gibt auch noch richtig gute Nachrichten auf der Welt. Diesmal sogar zwei auf einen Streich. die erste betrifft eine Podiumsdiskussion über Antisemitismus und Islamophobie:
„Türken und Juden in Deutschland sind die Seismographen der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland", sagte der Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein, als Schirmherr in seinem Grußwort zu der Podiumsdiskussion über „Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit" am 23. Mai 2006 in Berlin, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam mit der Türkisch-Islamischen Anstalt für Religion e.V. (DITIB) veranstaltet wurde.
Mit dieser Veranstaltung stellten sich beide Interessensvertretungen erstmalig gemeinsam den erstarkenden Tendenzen von Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit in der Mehrheitsgesellschaft. Der zweite Schirmherr, Mehmet Ali Irtemcelik, Botschafter der Republik Türkei, würdigte in seiner Eröffnungsansprache zunächst den verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dr. h.c. Paul Spiegel sel. A., mit einer Schweigeminute. Anschließend versprach er, das „Netz von Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Frieden und Eintracht mit allen Religionen" weiter zu knüpfen und den Dialog mit allen Religionen zu intensivieren.
Albert Meyer, der als Präsidiumsmitglied den Zentralrat der Juden in Deutschland vertrat, forderte die Politik auf, Lippenbekenntnisse zu unterlassen und endlich aktiv im Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu werden.
Schöner hätte ich es mir gar nicht erträumen können. Denn nur wenn wir alle - und damit sind auch wir Vertreter der Mehrheitsgesellschaft gemeint - an einem Strang für Freiheit und gegen Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit ziehen, könne wir alle gewinnen. In jedem anderen Fall, verlieren wir alle gemeinsam.
Aber auch auf eine sehr gute Nachricht kann man noch eine bessere Nachricht oben draufsetzen:
Juden und Muslime ziehen an einem Strang
Europaweites Forschungszentrum will Daten über Antisemitismus und Islamophobie sammeln, analysieren und Strategien zu ihrer Bekämpfung erarbeiten
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Juden und Muslimen bei der Bekämpfung von Extremismus ausgesprochen. Generalsekretär Stephan J. Kramer: " Die Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie sind weitgehend die gleichen, deshalb soll das geplante Forschungszentrum die grundsätzlichen Mechanismen erforschen, um aus den Ergebnissen konkrete Handlungsschlüsse zu ziehen und Konzepte zu entwickeln,, wie wir diese vor Ort wirksam bekämpfen können.“ Das Projekt, das vom European Jewish Congress Ende März beschlossen worden ist, sei auf europäischer Ebene auf viel Unterstützung gestoßen.
Der Zentralrat arbeite schon seit längerem mit muslimischen Partnern zusammen, was jetzt noch intensiviert werden soll, erläuterte Kramer, der von seinen europäischen Partner viel Annerkennung für diese Zusammenarbeit erhielt.
Mit der bisherigen Form der Datensammlung über Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sei man unzufrieden gewesen, betonte der Generalsekretär. Es gebe viele Organisationen, die Daten sammelten, doch gehe das Ergebnis oft «an dem vorbei, was in der Realität passiert». Auch die Ergebnisse des EU-Zentrums zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien deckten sich nicht immer mit den Erfahrungen aus dem täglichen Leben.
"Wir wollen seriöses und aktuelles Material haben", erläuterte Kramer die Idee, die Datenerfassung stärker zu professionalisieren. „Wir, die wir leider zumeist die Hauptleidtragenden sind, wollen dazu beitragen, dass möglichst viel wichtiges Material professionell zusammengetragen und dann entsprechend aufbereitet auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden kann. Gleichzeitig müssen wir intensiv darüber nachdenken, wie wir mit den Ergebnissen umgehen sollen. Das Grundkonzept sieht vor, dass wir seriöse Ergebnisse von beiden Seiten – Juden, Muslime – zusammenführen wollen.“
Gerade da gibt es eine Aufgabe die wir Blogger hervorragend lösen können. Ich werde den Zentralrat der Juden bitten, uns eine Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, wo wir die extremsten Auswüchse die uns so täglich im Netz begegnen, einstellen können. Aktueller als das was uns oft genug Magenprobleme bereitet, kann man wohl kaum an Daten und Zusammenhänge kommen.
Ich sehe da gerade die Blogger als eine starke Kraft. Wir sollten uns nur einig werden das es keine Sinn macht Seiten zu verbieten oder zu zensieren. Es muss darum gehen strafbare Handlungen aufzudecken und die dahinter stehenden Personen zu ermitteln. Bitte keinen großen Hammer, der die Leute nur noch tiefer in die Niederungen treibt, sondern chirurgische Schnitte, die den Krebs herausschneiden. Dazu eine offene Informationspolitik.
Allerdings kann ich nicht umhin darauf hinzuweisen, das es sehr schwer werden wird Täter vor Gericht auch verurteilt zu bekommen. Das Landgericht Frankfurt hat da zum Beispiel sehr eigenartige Ansichten was Gerechtigkeit betrifft. Leute wie Dr. Udo Ulfkotte und sein Verein Pax Europa können auf ihren Seiten verbreiten was auch immer sie möchten, während jeder, der sie und ihre Haltung als das bezeichnet was sie in letzter Konsequenz und Härte auch sind, bestraft wird.
Die schlimmsten Täter aus dem antisemitschen und islamophoben Bereich sind bekannt. Häufig ist ihre Anhängerschaft, wie ich auch schon dem Landgericht Frankfurt zu verdeutlichen versuchte, trotz anderer Aussagen ihrer Führer sowohl antisemitisch als auch islamophob. Der Hass auf alles Fremde, alles was nicht in der gleichen dumpfen Art denkt und spricht ist die Klammer, die diese Kreise verbindet. Und sie sind über die unterschiedlichsten Plattformen sehr tief vernetzt.
Wenn wir es schaffen die führenden Köpfe aus dem Spiel zu nehmen, zerfallen die restlichen Truppe, weil sie ohne Klammer und ohne Führer nicht handlungsfähig sind. Es ist spät aber es ist noch nicht zu spät. Lasst uns anfangen.
Google als Mittäter bei Rassenhass?
Der Telemedicus greift dankenswerterweise eine Pressemitteilung des Zentralrates der Juden zu rassistischen und Hassvideos bei Google auf, die ich schon wieder tief bei mir vergraben hatte:
Mit drastischen Worten hat der Zentralrat der Juden in Deutschland das Unternehmen "Google" angegriffen. Mit seiner Tochter, der Videoplattform YouTube, mache sich das Unternehmen zu einem "Mittäter an Rassenhass und Diskriminierung", wird der Generalsekretär des Zentralrats Stephan Kramer von der Nachrichtenagentur "pressetext" zitiert
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Google wies die Vorwürfe als unbegründet zurück ... Zudem könnten Videobeiträge mit brisanten Inhalten jeder Zeit von den Nutzern gemeldet werden.
Der Zentralrat der Juden und Google haben beide recht und beide unrecht. Die gezeigten Videos sind oft rassistisch, predigen den Hass und dienen nur dazu die Menschen aufzuwiegeln. Google kann das hochladen nicht verhindern, weil sich die Mengen gar nicht überprüfen lassen. Eine vorgeschaltete Zensur würde aber bedeuten das diese Hassprediger ihr Ziel erreicht haben. Sie hätten unsere Freiheit beeinträchtigt während sie das gleiche Material auf geschlossenen Kanälen weiterhin zur Verfügung stellen.
Natürlich würde man sich manchmal wünschen, dass bestimmte Inhalte gar nicht erst im Netz auftauchen. Dies ist insbesondere in Deutschland ein Problem, weil oft derjenige der zum Beispiel mit harten und deutlichen Worten auf die Parallelen zwischen der Hatz auf Muslime und dem Anfang der Shoa aufmerksam macht, bestraft wird, während die kritisierten Inhalte keine Rolle spielen.
Egal ob ein Geert Wilders mit seinem Filmchen, eine Akte Islam mit ihren höchst zweifelhaften Inhalten, oder jenen Leuten die das Bild Paul Spiegels vor Hakenkreuzen verbrennen, es bleibt uns immer das gleiche Problem. Wir können diesen Leuten ihre Freiheit nicht nehmen, ohne unsere eigene Freiheit zu beschränken. Das wäre etwas was ein Paul Spiegel nie gewollt hätte. Vor allem gibt es die unterschiedlichsten Spielarten und Konstellationen über die vorgegangen wird und die sich eben nicht alle über einen Kamm scheren lassen.
Wir müssen etwas anderes schaffen. Wir brauchen ein Netzwerk gegen jeden Hass und vor allem gegen die Dummheit, die ja immer Grundlage jedes Rassismus ist. Rassenhass hat ja nie wirkliche Ursachen sondern besteht nur aus gebildeten oder aufgeblasenen Geschichten. In diesem Zusammenhang appelliere ich an den Zentralrat der Juden sich genau mit dem zu beschäftigen was heute mit den Muslimen gemacht wird.
Vielleicht bin ich ja nicht der einzige der sich daran erinnert, das der Vorwurf die Muslime würden auf Schweinefleisch spucken, in diesem Lande, in der gleichen deutschen Sprache auch schon einmal den Juden gemacht wurde. Ich möchte das alle denen an der Freiheit liegt, sich zusammentun um eine Wiederholung des Grauens von Auschwitz zu verhindern. Natürlich weiß auch ich das sich Geschichte nie ein zu ein wiederholt, aber es gibt Ähnlichkeiten deren
Es ist egal wer als erster in die Kammer muss, genau wie es egal ist wer an der Schiene steht und selektiert. Am Ende werden sie alle nehmen, die nicht ihren dumpfen Idealen entsprechen. Die Saat die heute gesät wird kann uns morgen alle treffen. Heinrich von Treitschke war bereits 31 Jahre tot, als sein Satz "Die Juden sind unser Unglück!" 1927 in den Titel des Stürmers wanderte. Egal ob wir nun den 9. November 1938 als Beginn der Shoa sehen oder ihn wie ich lieber früher ansetzen, dieser eine Satz war eine von vielen scharfen Sätzen, die die Untaten begründeten und rechtfertigen.
Deshalb ist es wichtig nicht mit Verboten zu operieren sondern eine laute und harte öffentliche Diskussion zu führen, die verhindert, das sich die Täter hinter Gerichten, in Parteien oder seltsamen Gruppierungen verstecken können. Wer seinen Keller oder Dachboden aufräumt, stellt sich ja auch nicht hin und verbietet den Schmutz, sondern schafft Licht, räumt auf, entfernt den Schmutz und hält es dann ordentlich.
Je klarer sich die Menschen positionieren, desto geringer ist die Gefahr die von solchen Randgruppen ausgeht. Das gilt natürlich auch für Parteien die sich viel deutlicher von Personen und Gruppen distanzieren müssten, die ein völlig anderes gewalttätiges und unfreies Deutschland wollen.






















