Gestern war bei SoWhy mal wieder die übliche dummdreiste Verdrehung zu lesen:
Hugo Chavez, Venezuelas neo-marxistisch-bolivarischer Präsident, hat ja bekanntlich einen Fernsehsender, welcher als hauptsächliche Stimme der Opposition funktionierte, die Lizenz entziehen lassen, so dass jener nicht mehr Senden konnte. Dies wurde in der ganzen Welt fast ausschließlich als Akt der Zensur gebrandmarkt, denn die Gründe waren mehr als fadenscheinig und trotz mancher Hetze dieses Senders war eine Lizenzversagung und damit die Elimination selbigen einer Demokratie unwürdig.
Es tut mir ja leid, auch wenn es so schön ins Feindbild passt. Chávez, hat bekanntlich niemandem eine Sendelizenz entzogen. Die Dinger sind dort zeitlich begrenzt und laufen aus. Das haben die von den USA gestützten faschistischen Regime dort überall gemacht, um die Programme von Bürgerrechtlern ohne Probleme weg zu bekommen.
Chávez hat gar nichts getan. Er hat sie auslaufen lassen und die dann freie Lizenz neu vergeben. Da terristische Frequenzen aufgrund der Größe des Landes und technischer Probleme, dort sehr begehrt sind, ist das ein normaler Vorgang.
Sowohl im Internet als auch über Satellit sendet der Sender weiter und niemand macht ihm das Recht streitig.
Wenn wir dabei von Zensur reden, dann ist es auch Zensur das ich keinen Platz im Berliner Kabelnetz bekommen habe. Gut ich wollte auch nicht senden, aber wenn ich gewollt hätte, hätte ich nicht gekonnt, weil keine Frequenz frei ist.
Dann ist es auch Zensur, das Nick, nicht im DBV-T ist, weil es dafür kein Geld ausgeben wollte und dann ist es Zensur, das viele Leute keine Satellitenschüssel an ihr Haus schrauben dürfen.
Man kann Chávez, wie jedem Politiker eine ganze Menge Dummheiten vorwerfen, aber Zensur gerade eben nicht. Genausowenig kann man Oskar Lafontaine, die Unterstützung dieser nicht vorhandenen Zensur vorwerfen:
Rückendeckung erhielt Chavez nun von einer etwas überraschenden Seite: Oskar Lafontaine, neuer Chef der Linkspartei, bzw. Die Linke, hat Chavez den Rücken gestärkt und nannte die Entziehung richtig und verwies auf die angeblichen Ersatzangebote, die Chavez Regierung geschaffen habe. Es mag etwas verallgemeinernd sein, Herrn Lafontaine ein beunruhigendes Verständnis für Pressefreiheit vorzuwerfen, aber ganz falsch wäre es angesichts solcher Äußerungen wohl nicht. Denn wer Zensur verteidigt, macht sich immer ein wenig auch selbst mitschuldig...
Das ist wirklich gut gemacht. So schlägt man Hugo Chávez und Oskar Lafontaine mit der gleichen Lüge. Aber es hat weder etwas mit Berichterstattung noch mit Wahrheit zu tun. Ich kann da nur sagen, wenn man schon die Fakten nicht kennt, dann soll man einfach mal die Schnauze halten, oder wenn man schon lügen will, dann bitte doch etwas geschickter.


















