Am 21.1.2009 hatte die EU-Kommission eine Entscheidung vorgelegt, die es dem Rat erlaubt, Ungarn zu zwingen, innerhalb von 20 Tagen die Genmais-Sorte "Zea mays L., Linie MON810" zuzulassen. Nun erhebt die EU-Kommission erneut Forderungen - diesmal Österreich betreffend. Greenpeace Österreich gibt dazu folgende Pressemeldung heraus:
Greenpeace warnt vor Großoffensive der Gentech-Lobby
EU-Kommission will Österreichs Anbauverbot für Genmais aufheben
Wien/Brüssel (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt heftige Kritik am Vorhaben der EU-Kommission, das österreichische Anbauverbot für die beiden Maislinien MON810 und T25 aufzuheben. Der
Gentech-Lobby, vertreten durch die Agentur "EuropaBio", ist es mit ihren fragwürdigen Methoden offenbar gelungen, die Kommission entsprechend zu beeinflussen.
["Nach Ungarn nun Österreich zur Verbotsaufhebung aufgefordert" mehr »]
EU-Rat zwingt Ungarn zur Zulassung von Genmais: Verbote werden bald fallen
Utl.: KPÖ: Gen-Konzerne wollen über Patente totale Kontrolle über Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft
Graz (OTS) - Am 21.1.2009 hat die EU-Kommission eine Entscheidung vorgelegt, die es dem Rat erlaubt, Ungarn zu zwingen, innerhalb von 20 Tagen die Genmais-Sorte "Zea mays L., Linie MON810" zuzulassen.
Ungarn hatte am 20.1.2005 die Verwendung und den Verkauf dieser Sorte verboten. Es seien keine Gründe genannt worden, so die EU-Lebensmittelbehörde EFSA, die eine Aufrechterhaltung des Verbots rechtfertigen ließen. ["EU-Rat zwingt Ungarn zur Zulassung von Genmais: Verbote werden ... »]
Europlant und Bundessortenamt verweigern sich Linda
"Linda ist eine festkochende Kartoffel mit tiefgelbem Knolleninneren, die als besonders aromatisch gilt. Sie hatte im Jahr 2004 einen Marktanteil von etwa 1,4 % in Deutschland. Beim Direktverkauf von ökologisch wirtschaftenden Landwirten ist sie jedoch eine wichtige Sorte. Um die Verlängerung der deutschen Sortenprüfung ist derzeit ein Rechtsstreit anhängig.
"Europlant argumentiert, dass Linda sehr anfällig gegen Krautfäule, Knollenfäule und Virusnekrosen sowie nicht resistent gegen Nematoden und Krebserkrankungen sei. Deshalb benötige sie unnötig viel Pflanzenschutzmittel. Des weiteren sei ihre Kocheigenschaft oftmals nicht stabil, das heißt, sie verändere diese während der Lagerperiode von fest- zu mehligkochend. Im Interesse des Umwelt- und Verbraucherschutzes empfehle sie deshalb andere Sorten.
Befürworter der Linda verweisen auf die ökologische Landwirtschaft, die Pflanzenschutzmittel gegenüber den ohnehin niedrigen gesetzlichen Grenzwerten weiter beschränke, sodass eine Gefährdung der Umwelt und der Verbraucher vernachlässigbar sei." [Quelle]
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Schlachten
Die Ernte im Sommer hat selten etwas mystisches. Es ist Arbeit. Man prüft ob das Gras nicht zu nass, nicht zu viel Tau auf dem Getreide ist und schwingt sich auf seine Maschine. Arbeit. Zeitdruck. Lärm. Wenn man alte Filme sieht auf denen Männer und Frauen in größeren Gruppen bei der Ernte zusammen arbeiten, lachen und singen wird man leicht neidisch in seiner Einsamkeit. Gespräch gibt es nur wenn etwas nicht funktioniert.
Ganz anders das Pflügen und die Aussaat. Beide haben eine erotische Komponente, sind erspürbare Einwirkung auf die Natur und das Leben. Es macht Spaß mitten auf dem Acker anzuhalten, die Maschine abzustellen und zu genießen. Aber Ackerbau hat eben nur wenige erhebende Momente und sehr viel Routine. Ackerbau ist Arbeit.
Das ist in der Viehzucht anders. Vom Zeugungsvorgang, über die Tragzeit bis zur Geburt ist man dabei. Man erlebt Leben und natürlich auch Tod. Natürlich ist Viehzucht, wenn sie nicht zu reinen Hobbyzwecken dient auf Ernte ausgelegt. Das sagen wir natürlich nicht gerne. Das wir aus dem Weizen auf dem Acker Brot und Kuchen machen wollen ist klar und unumstritten. Aber das Lämmchen, Kälbchen oder gar ein Fohlen zu ernten?
Alleine der Begriff ernten scheint da nicht zu passen. Natürlich passt er. Wir haben den Bullen zur Kuh gebracht, die Stute zum Hengst, und den Bock zu Schaf oder Ziege. Den Hahn gibt es auch nur weil wir ihn zulassen. Da ist nichts mit Natur oder bestenfalls am Rande. Wir säen und ernten Tiere.
Das ist ja auch logisch. Wir brauchen ihr Fleisch um uns zu ernähren und ihre Haut um uns zu kleiden und Schuhwerk zu fertigen. Klar kann man darauf verzichten, aber ob das die natürliche Haltung des Menschen ist, darf bezweifelt werden. Wir waren erst Jäger und Sammler, dann nomadisierende Viehzüchter und erst viel später Bauern die Ackerbau und Viehzucht miteinander verbanden.
Seltsam die Jagd hat einen ganz anderen Touch als die Ernte von Tieren. Da ist es der Kampf Mensch gegen Bestie, der natürliche Jagdtrieb, ein Wettstreit. Das Töten auf der Jagd haben wir perfekt verbrämt. Der Kampf gegen so ein bestialisches Reh oder gar einen Hirschen mit dem Hirschfänger zu erlegen, das hat doch was, Natürlich hat das Reh gegen die menschliche Intelligenz und die fast perfekten Waffen keine Chance, genausowenig wie der Hirsch. Wer einen Hirschfänger braucht hat nur fahrlässig geschossen.
Aber das Bild vom fröhlichen Jägersmann steht, der da tapfer durch Wald und Heide streicht und Bambi erschießt. Natürlich ist es ein völlig falsches Bild. Der heutige Jäger ist entweder Trophäenzüchter und Ernter oder Fleischernter. Trophäe und Fleisch geht meist nicht, weil das Tier mit der tollen Trophäe nur noch als Hack genießbar ist.
Der Angler und Fischer hat nicht so ein tolles Image wie der Jäger, es sei denn er übt seinen Beruf auf hoher See aus. Aber auch er ist ein Ernter. Außer den Teich- und Seefischern die selber Besatz nachliefern sind Angler, Fischer und Jäger aus dem Saatprozess ausgeschlossen. Sie ernten nur unter teilweise fragwürdigen Bedingungen.
Der Viehzüchter muss immer den ganzen Kreislauf begleiten ist also nicht nur ein Abstauber der erntet wo er nicht gesät hat, aber das dankt ihm niemand. Wenn der Jäger mit dem 16-Ender kommt, oder der Angler mit dem kapitalen Hecht, dann ist es egal wie viele Häute der Viehzüchter geliefert hat und wie viele Tonnen Fleisch. Er steht weit hinten.
Alle finden den Viehzüchter ja noch völlig in Ordnung wenn er in mitten seiner Tiere die Hand streichelnd auf ein Jungtier legt. Idyllische Bilder. Dann fahren die Leute wieder vom Bauernhof weg, oder essen gar in dessen Restaurant dieses tolle Kalbfleisch, das Lammfilet oder den Fohlengullasch. Der dampfende Teller hat nichts mit dem Jungtier zu tun.
Tod als Voraussetzung für Genuss. Das ist zwar jedem irgendwo klar, aber der Tod ist soweit aus unserem Leben verdrängt, das wir in kaum noch kennen, ja uns alleine vor dem Gedanken an den Tod fürchten. Wir sterben und töten außer Sichtweite. Die Alten sterben in ihren Heimen oder in Krankenhäusern. Es ist Ausnahme wenn jemand geplant zu Hause stirbt.
Wir kennen den Tod als Unfall, als plötzlichen Schicksalschlag. Aber die tote, oder sterbende junge Motorradfahrerin die können wir nicht anfassen, wenn wir die Nähe des Todes spüren. Ja. Das ist Feigheit, das ist Angst. Wir haben den Tod weggeschickt. Wenn er plötzlich in unserer Mitte steht, sind wir entsetzt, ratlos, geschockt und brauchen psychologische Hilfe.
Selbst der natürliche Tod eines Haustiers, dessen Alter wir kennen, vermag uns zu erschrecken. Wer sich mal angeschaut hat wie normal Kinder noch mit dem Tod eines Haustieres und mit dessen Beerdigung umgehen, dem wird klar wieviel wir Erwachsene schon verloren haben. Aus Angst vor der Angst.
Deshalb verdrängen wir auch die Ernte unseres Kalbschnitzels, des Spanferkels und der Lammlachse. Wir wollen mit dem Tod nicht zu tun haben. Natürlich wissen wir das geschlachtet wird. Aber eben nicht bei uns. Bei uns kommt Fleisch, Wild und Fisch aus der Frischhaltetheke des Supermarktes. Das ist nicht tot. Sieht auch gar nicht wie totes Tier aus, wenn es nicht gerade ein Hase, ein Hähnchen, oder eine Pute ist.
Niemand kann aus Kalbschnitzeln ein Kalb bauen und Schweinemett oder Bratwurst sieht wirklich nicht wie ein Ferkel aus. Wir schaffen es intellektuell den kompletten Selbstbetrug zu erschaffen. Für uns musste keine Tier sterben, weil wir den Tod verdrängt haben. Das war früher natürlich nicht möglich. Da war die Ernte ein Fest. Ein Schlachtfest.
Es gibt ja noch Gegenden in denen zu Hause geschlachtet wird, auch wenn uns unsere Angst vor dem Tod immer wieder neue Gründe eingibt weshalb das nicht sein darf und auch nicht sein soll. Meist sagen wir etwas zum Thema Hygiene und reden über schreckliche Keime. Kein Schlachtfest sondern Angst. Wer mit der Hausschlachtung aufgewachsen ist, hat damit kein Problem.
Schlachttag ist ein besonderer Tag. Alle Behältnisse sind schon mehrfach gewaschen, die Gewürze liegen bereit, Bindegarn für die Würste und natürlich auch die zugekauften Wurstdärme. Meist sind Tag und Schlachtstunde in einer Familie ziemlich genau festgelegt. Erfahrung aus Witterung, Temperatur aber auch Schlachtreife aus Jahrhunderten fließen da ein. Natürlich auch jede Menge Rituale. Denn schlachten ist eben nicht jagen.
Das Tier das geschlachtet wird, ist ja bekannt. Man weiß wie es als Jungtier in die Jauchegrube fiel und wie es unter dem Zaun durchlief. Man hat eine gemeinsame Vergangenheit die jetzt gleich durch das Schlachten beendet wird. Deshalb überlasst man in einigen Gegenden das Schlachten gerne einem Metzger, oder fährt das Tier in den Schlachthof um es erst nach erfolgter Schlachtung zu verarbeiten. Ernten ohne getötet zu haben.
Die Menschen sind schon häufig ein feiges Pack. Je näher sie selber noch an der Natur sind, desto weniger problematisch ist ihr Verhältnis zum Tod. Trotzdem möchte man natürlich nicht den rächenden Geist des getöteten Tieres an den Fersen haben. Deshalb die Rituale. Witzig sind die, bei denen nur bei Vollmond in der Nacht geschlachtet wird. Das bringt zwar die Nachtkühle und mit dem Mond auch genug Licht. Vor allem aber muss niemand rotes Blut sehen, weil das im Mondlicht fast schwarz aussieht.
Das wichtigste aber ist so zu töten das der Geist des Tieres einen nicht verfolgt. Deshalb wird über Humanität beim Schlachten nachgedacht. Egal welche Religion gerade aktuell ist, es geht immer um den Geist des Getöteten vor dem man sich fürchtet. Auch alle Jagdrituale haben diesen Grund. Dem Tier ist es egal warum es schmerzfreier geschlachtet wird. Wahrscheinlich würde es am liebsten gar nicht geschlachtet. Aber wenn schon getötet, dann wollen wir uns wenigstens einreden das wir es human getötet haben.
Der Vorgang selbst ist immer ähnlich. Ob wir mit dem Italiener das Rückenmark an den Halswirbeln durchtrennen, ein Bolzenschussgerät einsetzen oder nach elektrischer Betäubung ausbluten lassen, ist relativ egal. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und jede kann fürchterlich schief gehen. Routine und Erfahrung helfen da immer.
In einigen Gegenden werden für den Moment des Tötens die Frauen, Weiber oder wie auch immer weggeschickt, zusammen mit den kleinen und allen weiblichen Kindern. Das ist aber nicht, weil die den Anblick nicht ertragen könnten, sondern weil sich niemand gern beim Töten zusehen lässt. Wir schämen uns wenn wir töten. Das ist übrigens gesund. So töten wir nur im Zusammenhang mit einer Notwendigkeit.
Es gibt zwei Dinge die beim Tot eines Tieres wichtig sind. Ein möglichst vollständiges schnelles ausbluten und die Entfernung von Innereien und Haut. So sehr wir beim Matjes wert auf die Einwirkung der Bauchspeicheldrüse und des Darms auf den Verwesungsprozess legen und so sehr wir die Hautgarung des Wildes mögen, stört es uns bei allen anderen Schlachtungen. Deshalb sind wir da schnell.
Bei allen Säugetieren ist das Ausbluten wichtig weil Blut sehr schnell verdirbt. Deshalb hängen wir Tiere an den Hinterbeinen auf und lassen sie durch kluge Schnitte ausbluten oder lassen uns bei anderen Tötungsarten durch die Kraft des noch schlagenden Herzens helfen. Das ist eine Frage der Methodik, teilweise sogar eine religiöse Frage, vor allem aber eine Bedingung für hohe Fleischqualität.
Nach dem Töten und der Entnahme der Innereien, und dem Abziehen der Haut sofern notwendig, gibt es bei Hausschlachtungen den ersten Schnaps. Dann wird Blut gerührt um die Gerinnung zu verhindern, gemetzgert und gewurstet das es nur so eine Freude ist. Bei der Hausschlachtung verzichtet man meist auf das obligatiorische Abhängen, weil die Kühlkapazitäten oft nicht da sind, oder sich Tiere über den Fleischvorrat hermachen würden, Hat dafür aber genügend Ersatz um die Fleischgare trotzdem zu erreichen.
Durch die Anwesenheit aller beim Prozess des Metzgerns und das damit verbundene Schlachtfest, gibt es einen klaren Bezug. Man weiß nicht nur was man isst, sondern sogar von wem das Fleisch ist. Es gibt kein Drumherum die Fakten liegen klar und blutig auf dem Tisch. Das ist überall so. Die Riten und Vorgehensweisen mögen unterschiedlich sein aber der Bezug und die gemeinsame Verantwortlichkeit für das Töten ist vorhanden. Dazu gehört natürlich auch das die Jugend automatisch das sorgsame und richtige Töten lernt.
Verantwortlichkeit und Kenntnis für das Töten ist wichtig. Wir haben in unserer Gesellschaft diese Verantwortlichkeit schon lange abgeschoben. Wir bezahlen für das Töten um nicht mitschuldig zu sein. Wir kaufen das Leder, die Gummibärchen und das Fleisch, aber wir tun so als käme dies aus heiterem Himmel. Wir haben einen Bezug zu unseren Wurzeln verloren.
Die Folgen sind klar. Niemand weiß, was notwendig ist um ein Kalb, Lämmchen oder Fohlen schlachtreif zu bekommen. Wir wollen es auch nicht wissen. Wir wollen versorgt werden ohne uns und unser Gewissen belasten zu müssen. Da wo wir aber nicht mehr hinsehen können oder wollen, müssen wir uns darauf verlassen, das andere wenigstens umso genauer hinsehen und kontrollieren.
Das was als Gammelfleischskandal regelmäßig wieder hoch kommt ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Es hilft uns auch nicht weiter wenn Peta oder ähnliche Organisationen mal wieder einen besonders schlimmen Fall noch oben ziehen. Derartige Organisationen überziehen entweder maßlos und verallgemeinern tatsächlich schlimme Einzelfälle, erreichen aber fast nichts.
Solange wir uns mit Elan auf das billigste Fleischangebot der Stadt stürzen und dafür auch noch mal eben 50 km weit fahren, brauchen wir an dieser Stelle gar nicht weiter zu diskutieren. Qualitätsfleisch unter humanen oder wenigstens doch halbwegs tiergerechten Umständen ist zu diesem Preis nicht zu erzeugen. Auch wenn die Biometzger in einigen Städten deutlich übertreiben ist der mittlere Preis für Biofleisch, ungefähr das, was wir sinnvoller Weise bezahlen müssten.
Vieh, muss für viel Geld viel hin- und her gefahren werden.
So fasste ein Deutscher Viehhändler die Situation zusammen zu der es durch unsere Feigheit und die Angst vor der Auseinandersetzung mit dem Tot und dem Töten gekommen ist, aber auch durch eine völlig verfehlte EU-Landwirtschaftspolitik. Wir haben nur noch Spezialbetriebe für Spezialmästung. Meist sogar als Lohnmästung, bei der die Ursprungsware Tier angliefert und nach Veredelung durch Mast wieder abgeholt wird. Bezahlt wird nur die Gewichtszunahme, abzüglich der toten Tiere.
Individualität, Betreuung, gar Tierschutz? Fehlanzeige! Da hetzt der Mäster durch die Stallung muss sich für das richtige Mastfutter entscheiden und dafür sorgen das genug getrunken wird. Vielleicht auch noch Grünfutter beschaffen und Ackerbau als billigere Futterquelle betreiben. Da endet Verantwortlichkeit ziemlich früh.
Dann immer wieder endlose Transporte zwischen den Mastplätzen und am Ende hin zur Schlachtung. Die Fahrer fahren im Akkord und auf engen Termin. Die Ware Tier muss günstig sein für den Menschen, der dem Tod nicht ins Auge sehen kann, aber genau rechnet. Die Folgen sind allen bekannt. Normierte Tiere in ganz wenigen Rassen, synchron aufwüchsig mit gleichermäßiger Gewichtszunahme. Das Einheitstier in Monokultur immer nur für wenige Wochen an einem Ort. Hochsubventionierte Tierquälerei.
Das endet auch im Schlachthof nicht. Da sind schon lange keine deutschen Arbeitnehmer mehr. Osteuropäer mit verdächtigen Verträgen, von Subunternehmen die gar nicht hier arbeiten dürften. Tausendmal im Fernsehen gezeigt. Niemand ermittelt. Wozu auch. Das Fleisch muss billig sein, da darf man keine Verantwortlichkeit zeigen. Schließlich sollen die jetzt arbeitslosen Metzger und Bauern sich auch Fleisch leisten können. Da muss gespart werden.
Es gibt unter den neuen Arbeitern auch welche die Mitleid haben. Keine Frage. Aber sie haben keine Zeit dafür. Häufig schlecht angelernt, überhaupt nicht ausgebildet, töten sie für uns für allerkleinestes Geld, das sie oft genug nie bekommen. Ob ihnen der Geist der toten Tiere folgt, ist uns egal und sie haben keine Wahl. Unser Schnitzel hat keinen Geist. Natürlich gibt es Überprüfungen. Es sollen sogar schon Prüfer durch Betriebe gegangen sein. Meist aber schenkt man sich den Unfug. Man kennt die Situation.
Wir wollen gar nicht wissen, was bei der Aufzucht, der Mast, auf den Transporten und zum Schluß im Schlachthof passiert. Wir vertrauen einfach darauf, das alles stimmt, obwohl wir schon am Preis ablesen können, das nichts stimmen kann. Wer für uns tötet muss doch gut sein. Wir wollen doch nur das Gute und vor allem, dass alles weit weg von uns passiert und wir nicht hinsehen müssen.
Woanders sehen wir gerne hin. Wenn irgendwo in der Welt ein Schaf geschlachtet wird, dann finden wir das grauenhaft. Das zappelt ja noch wenn ihm die Kehle durchgeschnitten wird. Das blutet ja richtig. Das ist ja unerträglich. Die 15 Sekunden die unsere Schweine im CO2-Gasgemisch zu viert gemeinsam ihr vermeintliches Ersticken genießen können, die sehen wir ja nicht. Wir sehen auch nicht die Fälle wo es eine kluge Sau schafft die Luft anzuhalten und die es deshalb ganz sicher auch nicht gibt.
Sie war dann allerdings doch nicht so klug, sie blutetet nun unbetäubt aus und hat dazu noch die Schmerzen in ihren Hinterläufen an denen sie aufgehängt wurde. Das ist nicht klug und das ist nicht schön. Das ist das Problem beim töten im allgemeinen. Es ist nicht schön. Welchen Vorteil die eine oder andere Tötungsart auch haben mag, im Endeffekt sind sie tödlich und welche mehr Schmerz oder Leid bedeutet, lässt sich nicht herausfinden, da das Lämmchen ja nur einmal sterben kann und sich über die Vorzüge anderer Tötungsaten nicht auslassen kann.
Allerdings wäre es auch so schwierig ein totes Lämmchen zu befragen, wie der Tod denn nun so war. Natürlich haben wir ganz tolle Wissenschaftler die auch den Tod untersuchen. Die sagen uns ganz genau, was sie zu wissen glauben. Wir können ihnen ja kaum das Gegenteil beweisen. Das tote wie das lebende Lämmchen reden eben nicht mit uns.
Wahrscheinlich gibt es den schmerzlosen Tod ohne Angst gar nicht. Das heißt aber nicht unbedingt das wir nicht töten dürfen um zu Essen. Das machen wir auf der Jagd ja auch. Ob bei den Schießkünsten einiger Jäger der Blattschuß wirklich humaner ist, darf bezweifelt werden. Wir können uns beim Töten nur um Humanität bemühen und müssen selbst genau hinsehen um zu entscheiden ob wir zufrieden sind oder nicht.
Wenn wir aber schon das Geschehen Tod nicht sauber steuern können, dann sollten wir wenigstens das Leben vor dem Tod artgerecht machen. Das geht am einfachsten in dem wir die Beziehung zwischen dem Züchter und dem Tier wieder herstellen, also die Produktionsstufe Mast im Fremdbetrieb komplett herausnehmen.
Funktionieren kann das nur wenn wir Tiertransporte außer zu züchterischen oder reitsportlichen Zwecken auf 100 km im Jahr begrenzen. Damit bekommen wir regionalität in die Fleischproduktion und Verarbeitung. Wenn wir dann noch das Wegsehen verlernen, können wir es uns sicher auch bald leisten den Affentanz um das Thema Schlachten zu beenden. Es gehört zu unserem Leben.
Mensch - Schwein - Mensch - Die Erreger wandern
Im Grunde genommen ist es kein neues Wissen was die Schwäbische Zeitung von der ARD übernommen hat:
Resistente Keime auch bei Schweinen
Der gegen Antibiotika resistente Krankheitserreger MRSA ist in einer Stichprobe der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in 28 von 40 untersuchten Schweinemastbetrieben gefunden worden.
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In 16 der 28 positiv getesteten Betriebe trugen demnach sogar alle der jeweils 40 untersuchten Ferkel die antibiotikaresistenten Staphylokokken MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Die Schweine seien nicht erkrankt, betonte der Sprecher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt allgemein, Fleisch möglichst durchgegart zu essen.
Menschen mit direktem Kontakt zu den Schweinen haben «Plusminus» zufolge möglicherweise ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Denn die resistenten Staphylokokken sind vom Schwein auf den Menschen übertragbar und dann auch von Mensch zu Mensch, wie auch eine Pilotstudie des Nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken bestätigt: Bei 39 von 122 Mitarbeitern, Tierärzten und Fleischkontrolleuren aus Schweinemastanlagen, in denen MRSA gefunden worden war, wurde der resistente Keim entdeckt. Auch 7 von 53 Familienangehörigen der Untersuchten wurden positiv auf Schweine-MRSA getestet, obwohl sie keinen direkten Kontakt zu den Tieren hatten, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen «Epidemiologischen Bulletin» (Nr. 18/08, S. 141) berichtet.
Bislang gilt der Erreger als typischer Hautkeim des Menschen, der sich über Hautkontakt verbreitet und vor allem in Krankenhäusern auftritt. Jährlich erkranken bundesweit «Plusminus» zufolge etwa 35 000 Patienten an den gefährlichen Krankenhauskeimen, 1 500 sterben daran nach Schätzungen. Sorge bereitet Medizinern, dass neuerdings die Zahl außerhalb des Krankenhauses erworbener MRSA-Infektionen zunimmt. Die Erreger dieser sogenannten community acquired MRSA (caMRSA) unterscheiden sich molekularbiologisch von den Krankenhauskeimen und den Schweinebakterien.
Grundsätzlich ist der ständige und immer noch bei weitem völlig ungerechtfertigte Masseneinsatz von Antibiotika in der Fleischmast ein Riesenproblem. Es geht dabei darum dass bereits dem Industriefutter sogenannte Ergotropika zugesetzt werden, die nichts anderes als Antibiotika und Hormone sind. Egal was auch immer an Gesetzen beschlossen wird, sofort taucht ein neuer Ausweg auf.
Es gibt somit einen kausalen Zusammenhang zwischen der Resistenz vieler Keime und unserer industrieellen Massentierzucht. Nach und nach versagen unsere Medikamente weil wir sie als Dopingmittel bei der Mast einsetzen. Da es keine Chance gibt, das sich unser Landwirtschaftsminister Horst Seehofer oder seine europäischen Kollegen wirklich ernsthaft gegen dieses Problem stemmen gibt es keine politische Lösung.
Dadurch das sich jetzt Mischformen und neue Formen gebildet haben, ist eine Zuordnung und eine Verantwortung der Tiermast und ihrer Futterindustrie auch nicht mehr gerichtsverwertbar nachweisbar, was bedeutet das Seehofer uns freundlich anlächeln und im Zweifelsfall für sein Dritt- oder Fünfteinkommen ebenso lächelnd sterben lassen wird.
Auch die Schweine vom Ökobauern können befallen sein, weil der Mensch das Virus mit sich tragen und übertragen kann. Es ist allerdings davon auszugehen, das die ökologische Aufzucht auf dem eigenen Hof ohne die ständigen Transporte zu anderen Betrieben, das Risiko eindämmt. Wer es sich also eben finanziell leisten kann, sollte auf Ökoprodukte ausweichen, dem Rest bleibt im wesentlichen nur der Verzicht oder das Leben mit der Gefahr.
Natürlich wird es weitere Studien geben, die dann zu neuen Studien führen. Ergebnisse wird es wie immer in Deutschland nicht geben, bevor es zu spät ist. Das ist eben Deutschland.
Ausfuhrhilfen für die Landwirtschaft am Ende
Nicht alles was aus Brüssel kommt ist grundsätzlich schlecht. Die für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel äußert sich deutlich zu den Ausfuhrhilfen für die Landwirtsschaft:
Die auch von Entwicklungshilfeexperten heftig kritisierten Ausfuhrhilfen spiegelten „eine Politik von gestern“ wider, sagte die für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel dem Handelsblatt. „Ich bin deshalb der Ansicht, dass ihre Tage gezählt sind.“ Damit geht die Kommissarin auf Konfrontationskurs zu Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, der die Förderpraxis beibehalten will.
Zwar habe es bei den Exporthilfen „Fehlentwicklungen“ gegeben, die aber bereits korrigiert würden, sagte der CSU-Politiker dem Handelsblatt.
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Fischer Boel glaubt dagegen, dass auch ohne Welthandelsabkommen die Tage der Exportsubventionen gezählt sind. Denn die hohen Produktionsüberschüsse der EU bei niedrigen Weltmarktpreisen, die einst Anlass für die Einführung der Exportbeihilfen waren, gibt es heute nicht mehr. Allerdings hatten die EU-Agrarminister erst Ende November neue Exporthilfen für Schweinefleisch beschlossen - gegen den Widerstand Fischer Boels. Seehofer verteidigt die Entscheidung: „Ich kann die deutschen Schweinemäster nicht im Regen stehen lassen.“ Dies gelte auch für die deutschen Milchbauern, die weiter auf die Milchquote angewiesen seien, die Fischer Boel ebenfalls schrittweise lockern und spätestens 2015 ganz abschaffen will.
Seehofer möchte die EU-Agrarpolitik bis 2013 gar nicht antasten: Offensichtlich könne sich derzeit noch niemand vorstellen, dass die weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und der sich dadurch verschärfende Preiswettbewerb auch die derzeit noch von Überfluss gekennzeichnete Versorgungslage in Europa bedrohen kann.
Wie schon so oft zeigt sich Seehofer von seiner lobbyistischen Subventionsseite. Egal ob bei genveränderten Pflanzen, beim Verbraucherschutz, bei der Biomasse und der ökologischen Landwirtschaft, Seehofer steht stets auf der verkehrten Seite. Das er immer auf der Seite steht, wo aus aus großen Institutionen auch immer große Bestechungsgelder möglich sind, mag Zufall sein, riecht aber verdächtig.
Tatsächlich protestieren Bauern in den armen wie in den reichen Ländern gegen eine Agrarpolitik der EU, die mit Steuergeldern europäische Produkte so weit verbilligt, das selbst Bauern in Entwicklungsländern nicht mehr damit konkurrieren können. Zwar wäre es falsch die 10.000 Bauern die alleine in Indien wegen Überschuldung Selbstmord begehen, alleine der EU Subventionspolitik zuzuschreiben, aber sie hat zweifellos ihren Anteil daran, genau wie die Genbuden, die Sklaven anstatt Bauern wollen.
Tatsächlich schützen Seehofers Subventionen auch nicht die deutschen Bauern. Selbst bei exorbitant steigenden Preisen kommt kaum etwas bei den Bauern an, weil der Herr Minister den Handel und nicht die Bauern fördert. Anstatt einer unfähigen CMA Zwangsgelder und Subventionen in den Rachen zu stopfen, wäre es sinnvoll regionale Vermarktungsverbände zu stärken und denen das Geld zu geben.
Angesichts steigender Transportkosten macht es wenig Sinn, die in einer Region erzeugten Produkte hoch subventioniert in andere Regionen zu transportieren. Das gilt für fast alle Produkte, vor allem aber für lebendes Vieh und Tiefkühltransporte. Bei Tiefkühltransporten ist es der erhöhte Energieverbrauch, beim lebenden Tier sind es die unnötigen Qualen. Wem die Qualen egal sind, der möge mal den geschmacklichen Unterschied testen zwischen Stressfleisch und vernünftigen tiergerechten Verarbeitungswegen.
Gerade beim Tier sollte sichergestellt sein, das die absolute Transportgrenze bei 100 km im Halbjahr liegt. Für Zuchttiere und Sportpferde im Einzeltransport sind Aussnahmen denkbar und auch sinnvoll. Legen wir für Kühl- und Tiefkühltransporte eine maximale Transportgrenze bei 250 km fest, haben wir für die Landwirtschaft den regionalen Bezug gesichert. Verbietet man zusätzlich Leerfahrten von LKW wird dies noch verstärkt.
Da Brüssel ja Änderungen an der LKW-Maut in Arbeit hat und die Maut mit einem elektronischen System erhoben werden muss, ist es leicht, die Art der Ladung ebenfalls zu melden. Bei ordnungsemäßer Meldung können so Verstöße schnell und elektronisch ermittelt werden, ansonsten sind Kontrollen gefordert.
Bei regionalen Produkten kann sich eine ganz andere Preisfindung bilden, als wir sie jetzt kennen. Die Fleischmafia wird automatisch zerschlagen und in lokalen Schlachthöfen können unter für Menschen und Tiere vernünftigen Bedingungen auch lokale Spezialitäten wieder hergestellt werden, die im Massenramsch sonst untergehen.
Natürlich wird auf diese Wege Fleisch nicht nur hochwertiger sondern auch teurer. Nicht so sehr weil die Produktionstechniken und Produktivitätssteigerungen der Großkonzerne fehlen, sondern weil ja alle regionalen Strukturen von größenwahnsinnigen Agraministern zerstört wurden um starke Großunternehmen zu haben die vermutlich auch viel bessere Bestechnungsgelder zahlen können. Außerdem begrenzt das lokale Futterangebot innerhalb eines 250 km Radius die Anzahl der Tiere die gehalten werden kann, viel stärker als alle Gülleregeln.
Langfristig wird die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte verbessert, die Erzeugerpreise der Bauern steigen und die Kaufpreise der Endkunden werden in ihrem Anstieg gebremst, weil weniger Zwischenhandel der von einer Kartoffel leben muss, auch weniger Kosten und Gewinnerwartung bedeutet. Regional ergibt sich die Vereinfachung der Verarbeitungs- und Handelsstrukturen automatisch.
Regional macht auch die Verwendung von Biomasse, Gülle und Abfällen zur Energiegewinnung Sinn, da die Versorgung der Verbraucher immer die höheren Preise bringen wird.
Wir könnten binnen weniger Jahre eine Subventionsfreie Landwirtschaft haben die qualitativ deutlich bessere und nahrhaftere Produkte abliefert.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf
Die Maul- und Klauenseuche wütet mal wieder in England. Das letzte Mal machte sie das vor sechs Jahren und die Bilder von brennenden Rinderkadavern gingen um die Welt. Trotzdem wollte die EU nicht erneut in einen groß angelegten Impfzirkus mit mehr als zweifelhaftem Erfolg einsteigen:
Eine Impfung von Tieren gegen MKS ist möglich, bietet aber wenig Schutz. Es gibt etwa 60 verschiedene Subtypen des Erregers. Die Tiere lassen sich nicht mit einem "Cocktail" gegen alle diese Arten immunisieren. Daher hat die EU die auch wirtschaftlich fragwürdige vorbeugende Impfung 1991 eingestellt.
Mit geimpften Tieren darf in der EU nicht gehandelt werden, denn sie entwickeln in ihrem Blut Antikörper gegen den Impfstoff. Diese Antikörper lassen sich nicht von jenen unterscheiden, die im Blut von kranken Tieren zirkulieren. Eine Unterscheidung zwischen einem geimpften und einem kranken Tier ist deshalb nicht möglich.
Sonst fördert die EU doch jeden Unfug. Sechs Jahre lang haben die Lobbyisten erfolglos für die große Abzocke gekämpft. Nun mussten wieder einmal Fakten geschaffen werden. Ein neuer Ausbruch war überfällig. Das ist genau wie bei dem Maiswurzelbohrer der wunschgemäß zum von Monsanto gebrauchten Zeitpunkt auftrat.
Die Zeit versichert uns ja dann ja auch auftragsgemäß, das das fatale Virus ohne Herkunft ist. Aber weil selbst die Zeit weiß, das es nichts ohne Herkunft gibt, bemüht sie Staubwolken aus der Sahara und verzichtet nur auf die kleinen grünen Männchen:
Vielleicht war es tatsächlich die Flut, die das Virus aus dem Untergrund in die britische Realität spülte. Oder es entwich tatsächlich aus einem der zwei Labore in Pirbright nahe der betroffenen Viehbestände in der Grafschaft Surrey, die mit dem Erreger arbeiteten. Es könnte aber auch ganz anders sein.
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Denn auch der Wind kann den Keim über weite Strecken verteilen, als gesichert gilt eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern. Ein amerikanischer Geologe äußerte vor vier Jahren gar den Verdacht, der große Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien und Mitteleuropa habe 2001 mit einer riesigen, virulenten Staubwolke aus der Sahara begonnen.
Ist es nicht schön. Aids und die Legionärskrankheit, Ebola, alles kann vom Wind aus der Sahara nach überall geweht werden. Da höre ich doch leise Bob Dylan klingen: "The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.". Es ist wirklich schön.
Allerdings erkennt selbst die Welt das es wohl nicht der Wind ist und berichtet:
Eine Untersuchung des Labors der US-Pharmafirma Merial Animal Health in der Nähe des ersten Seuchenherdes habe bislang keine Beweise für eine Verbindung mit dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ergeben, teilte das Unternehmen mit. In dem Labor waren im Juli größere Mengen an Impfstoffen aus einem abgeschwächten Virusstamm der Seuche hergestellt worden.
Derselbe Stamm war am Freitag bei Rindern einer fünf Kilometer entfernten Farm entdeckt worden. Daraufhin wurden auf dieser und einer benachbarten Farm bislang rund 120 Rinder getötet.
Natürlich sind Viren vom gleichen Stamm kein Beweis für die Schuld der US-Pharmafirma Merial Animal Health, Spermaspuren tief im inneren eines Vergewaltigungsopfers die dem Täter zuzurechnen sind, sind ja auch kein Beweis. Die Pharmabude hat natürlich auch kein Motiv. Schlimmstenfalls war es ein Unfall. Absicht. Nein. Natürlich nicht. Das kann doch gar nicht sein. Das darf doch gar nicht sein.
Ich höre meinen Freund den Maiswurzelbohrer in der Maiswurzel kichern. Natürlich besteht auch für Deutschland keine Gefahr, das versichert uns der Agrarstaatssekretär Gerd Müller, dem wir natürlich bedingungslos glauben. Bis ein CIA-Flugzeug eben mal nicht deutsche Entführungsopfer nach Guantanamo fliegt oder Maiswurzelbohrer verstreut, sondern mal eben ein paar Milliarden Viren MKS vom Himmel fallen lässt. Schließlich geht es um globale Märkte. Die müssen erschlossen werden. Koste es wen es wolle.
Irrsinn Landwirtschaft
In der EU gibt es einen Wirtschaftsbereich, der praktisch eine heilige Kuh darstellt. Die Land-, Forst- und Fischwirtschaft. Da wird immer wieder das Ideal des Landschaftsschützer in der bäuerlichen Kleinfamilie gepredigt, den es in dieser Form nirgendwo mehr gibt. Der Landwirt ist ein Bürokrat geworden. Er füllt Subventionsformulare aus, gegen die eine Steuererklärung ein Witz ist.
Dabei muss er sich auf Flächenangaben verlassen, die teilweise schon Jahrzehnte alt sind oder noch nie geprüft wurden. Wird ihm per Satellit nachgewiesen das er Mist gebaut hat, zahlt er. Es wird ihm vorgeschrieben wieviel Milch er erzeugen darf und über die Subvention bekommt er vorgeschrieben was er anbauen oder ob er Flächen stilllegen soll. Planwirtschaft in Reinkultur. Natürlich auch mit dem Ergebnis das Planwirtschaft immer mit sich bringt. Entweder wird zu viel oder zu wenig produziert.
Ertranken wir einst in Milchseen und mussten mühsam Butter- und Getreideberge unter Lebensgefahr erklimmen, stehen wir heute vor dem Mangel, der die Preise steigen lässt. Natürlich sind die Preise für den Erzeuger seit langem viel zu mies. Das ist keine Frage. Aber wie wir an den jetzt geplanten Preiserhöhungen sehen bekommt der Landwirt vielleicht 6 Cent mehr während sich die Lebensmittelindustrie und der Handel die Taschen vollstopfen.
Das funktioniert aber nur, weil wir in unserem Kontrollwahn, mittelständische Molkereien, mittelständische Schlachtbetriebe mit immer neuen Anforderungen überzogen haben, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Heute wird in Großbetrieben ein geschmackloser Einheitsbrei erzeugt, bei dem es nur darauf ankommt, dem Verbraucher das Geld mit Marketingtrick aus der Tasche zu ziehen.
Ein weiteres Problem ist die Steuerthematik. Ein moderner Betrieb braucht heute eine effiziente Kostenkontrolle. Deshalb sind die angeblich aus Vereinfachungsgründen geschaffenen pauschalisierten Verfahren unnötig und widersinnig. Es gibt keinen Grund einen landwirtschaftlichen Betrieb anders als einen Bäcker oder Klempner zu behandeln.
Wenn wir etwas für die Verbraucher und die Landwirte tun wollen, dann müssen wir zunächst die Subventionen für Stilllegungen, die Milchquote und die besondere Mehrwertsteuerregelung abschaffen. Gleichzeitig sollten die Anforderungen an Weiterverarbeitungsbetriebe auf ein europäisches Niveau gesenkt werden, um wieder kleine und mittelständische Qualitätserzeugung regional möglich zu machen. Die CMA ist ersatzlos zu streichen.
Alle anderen Subventionen müssen jährlich nach der Rasenmähermethode um 10 Prozent gekürzt werden. Alle Einschränkungen für die Produktion von lokalen Spezialitäten wie Rohmilchkäse und den Vertrieb von Rohmilch oder besonderen Früchten sind aufzuheben. Der Fläche muss wieder ein eigenständiges Brennrecht zugewiesen werden, das nicht übertragbar ist.
Viele unterschiedliche Abnehmer bedeuten für den Landwirt bessere Preise, weil die Nachfrage den Markt bestimmt. Viele interessante und unterschiedliche Produkte bedeuten ebenfalls bessere Preise für den Erzeuger. Der Durchschnittspreis auf dem Massenmarkt wird hingegen nur geringfügig steigen, da er in direkter Konkurrenz zu Qualitätsprodukten steht. Es braucht nur etwas Mut. Leider aber auch eine Regierung die ihre Kontrollsucht aufgibt.
Um den Bioanbauern einen Vorteil zu gewähren, könnten ihnen die Mehrwertsteuer die sie abführen müssten, für die nächsten 10 Jahre erlassen werden. Auch und gerade wenn sie sich als Energiebauern betätigen. In Deutschland komplett erzeugter Biosdiesel oder Biosprit muss von Kraftstoffsteuern freigehalten werden, weil sonst in anderen Ländern der Raubbau an der Natur subventioniert würde.
Die Spargelernte vergammelt auf den Feldern
So oder so ähnlich hören wir unsere Landwirte jammern. Sie fordern vom Arbeitminister mehr Saisonarbeiter, wollen mehr Zwang bei Hartz-IV-Empfängern, sie kreischen nach Hilfe, so laut es geht. Auf die einzige wirklich nützliche Idee kommen sie allerdings nicht. Anständige Löhne bezahlen!
Es ist im Grunde genommen zum rumkugeln komisch. In diesem Blog wurde mehrfach darauf hingewiesen, das die am besten subventionierte Berufsgruppe, die bescheidensten Löhne zahlt und dabei noch irrsinnige Leistungen fordert.
Natürlich haben sich unsere willfährigen Politclowns immer wieder etwas neues einfallen lassen, um deutsche Arbeitslose zu Zwangsarbeitern der Landwirte zu machen. Aber das nützt jetzt auch nichts mehr. Selbst die Rumänen und Bulgaren wollen nicht für Kleingeld in Deutschland bei der Ernte helfen, wenn sie überall in Europa anständige Löhne bekommen.
Das wird übrigens demnächst auch für Großschlachtbetriebe und Bauunternehmen gelten. Überall in Europa werden für anständige Arbeit, anständige Löhne gezahlt. Deshalb wollen die Menschen nicht mehr in Deutschland für unanständige Löhne arbeiten.
Es ist wohl Zeit um Umdenken. Die Lügen der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten, schaden jetzt schon nicht mehr nur den Menschen in diesem Land, sondern schwächen unsere Wirtschaft nachhaltig.


















